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Wechselwirkung© by Ziyal ()
Washington DC, 16. Oktober 1998, 17. 17 Uhr FBI-Agentin Dana Scully war von ihrem Partner Fox Mulder zum Schauplatz eines Mordes in Washington DC gerufen worden. Sie hatte sich ein wenig darüber gewundert, dass ihr Kollege so eifrig bei der Arbeit war. Noch drei Wochen zuvor war Mulder in die Psychiatrie eingeliefert worden, weil er im Zusammenhang mit Ermittlungen bei VinylRight abnormales Verhalten an den Tag gelegt und überreagiert hatte. Er war erst nach 2 Tagen entlassen worden. Assistant Director Skinner und Scully hatten Mulder nach dem Ende der Ermittlungen nahe gelegt, endlich den wohlverdienten Urlaub zu nehmen. Aber mehr als ein verlängertes Wochenende war dabei bisher nicht herausgekommen. Scully wusste jedoch, dass Mulder vorgehabt hatte, diese Woche tatsächlich mal frei zu nehmen und seine Mutter zu besuchen. Offensichtlich hatte er seine Pläne wieder über den Haufen geworfen und sie fragte sich, was denn sein Interesse geweckt hatte.
Scully ließ ihren Blick durch den Raum wandern. Bis vor drei Stunden gehörten die Räumlichkeiten noch Herb Comgal, der hier ein österreichisches CafÉ mit Namen "Zum Einspänner" betrieben hatte. Nun war er tot, ebenso wie die sieben unglücklichen Gäste, deren Leben ebenfalls hier geendet hatten. Der Raum glich einem Trümmerfeld. Die 'typisch österreichischen' plüschigen Sessel und Sofas lagen umgeworfen und teilweise zerfetzt im Raum herum. Die kleinen, mit geschwungenen Beinen versehenen Tische lagen umgestürzt dazwischen verteilt; die Überreste des schicken Kaffeeservices überall auf dem Boden verstreut. Praktisch jeder Teil des Bodens war mit Scherben bedeckt und egal, wo Scully hintrat, es knirschte unter ihren Schuhen. Inmitten dieses Chaos lagen die Toten. Scully bahnte sich vorsichtig einen Weg durch die Scherben auf ihren Partner zu und blieb vor ihm stehen. "Acht Leichen und ein verwüstetes CafÉ. Sieht eher aus wie ein gewöhnlicher Kriminalfall, Mulder. Warum sind wir hier?" Fox Mulder schaute von den Scherben einer kleinen mit Goldrand versehenen Kaffeekanne, die er gerade intensiver betrachtet hatte, zu seiner Partnerin auf. In der linken Hand hielt er eine Speisen- und Getränkekarte. "Ich habe von einem ganz ähnlichen Vorfall vor vier Monaten in Chicago gelesen. Vier Tote in einem verwüsteten CafÉ, doch es war kein Motiv erkennbar. Keiner der Getöteten hatte mit einem der anderen Opfer etwas gemein, außer der Anwesenheit in diesem CafÉ. Ein Mehrfachmord, der nicht aufgeklärt werden konnte. Als ich vorhin diese Meldung hörte, leitete ich alle nötigen Schritte in die Wege, damit wir uns das mal genauer anschauen können. Ich hab' das Gefühl, dass es eine Verbindung gibt." Scully zog die Augenbrauen hoch. Das war also der Grund dafür, dass der Officer bei ihrem Auftauchen noch unfreundlicher war als üblich, wenn die Bundespolizei am Tatort erschien. Kompetenzgerangel war immer so eine Sache. Manchmal waren die uniformierten Kollegen froh, wenn das FBI den Fall übernahm, aber meistens fürchteten sie, nicht ernst genommen zu werden und als unfähig da zustehen. Offenbar hatte Mulder dafür gesorgt, dass der Officer keine Entscheidungskompetenz mehr hatte, was dessen schlechte Stimmung eine andere Qualität verlieh. "Wollten Sie nicht eigentlich diese Woche frei nehmen und Ihre Mutter besuchen?" fragte Scully. "Das war doch schon lange geplant und ehrlich gesagt, nach über zwei Jahren ohne Urlaub auch mehr als überfällig." Scully warf ihrem Kollegen einen prüfenden Blick zu, bevor sie den Raum erneut in Augenschein nahm. "Wissen Sie, ich wollte heute Morgen eigentlich nur noch etwas nachsehen und bin deshalb ins Hauptquartier gefahren. Aber dann hörte ich von dem Mord und meine Neugier war geweckt... den Rest kennen Sie ja." Mulder zuckte leicht mit den Schultern und erhob sich, als der Officer zu ihm trat und ihm einen Block mit den Personalien der Toten reichte. Scully begann, den Raum zu durchstreifen und ein Opfer nach dem anderen zu inspizieren, um sich ein Bild der Todesursachen zu machen. Nach ein paar Minuten gesellte sie sich zu ihrem Partner, der abwechselnd das Papier in seinen Händen und die Toten betrachtete. Als Mulder sich ihr endgültig zuwandte, erstattete sie Bericht. "Die meisten der Opfer starben durch Hieb- oder Stichwunden an Kopf und Oberkörper. Alle weisen Hämatome an Armen, Hals und Oberkörper auf, soweit ich das feststellen konnte. Das deutet auf einen heftigen Kampf hin, was uns ja ein Blick hier in den Raum auch bestätigt. Die Leiche des Besitzers weist Würgemale am Hals auf; ich kann aber ohne Obduktion nicht sagen, ob er daran starb. Die Frau, die hinter dem Tresen liegt, wurde durch einen Schuss in den Hals getötet. Die potentielle Tatwaffe lag unter einem der umgestürzten Tische gut 5 Meter von der Leiche entfernt. Es sieht beinahe so aus, als ob alle hier in eine Art Raserei verfallen sind und sich gegenseitig getötet haben." Mulder warf einen flüchtigen Blick auf die Speisen- und Getränkekarte, die er immer noch in der Hand hielt und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. "Vielleicht hat sie die große Auswahl an Kaffeespezialitäten in den Wahnsinn getrieben. Ich könnte einen Latte Macciatto auch nicht von einer Melange unterscheiden..." Scully warf ihrem Partner einen missbilligenden Blick zu, aber er bemerkte es gar nicht, sondern fuhr fort. "Aber im Ernst: Der Hinweis auf Raserei stand auch in dem Bericht zu dem Chicagoer Mordfall Edgar Drumhead. Das war der Besitzer des dortigen CafÉs. Ich werde versuchen herauszufinden, in welcher Beziehung die Opfer zueinander standen. Vielleicht ergibt sich daraus ein Hinweis." "Ich sehe zwar immer noch nicht, dass es sich hierbei um einen Fall für die X Akten handelt, Mulder, aber ich werde mich näher mit den Leichen befassen. Ich hoffe nur für Sie und unser Verhältnis zur örtlichen Polizei, dass Ihre Morgenlektüre heute früh nicht aus dem Kaffeesatz bestanden hat." Mulder lächelte seine Partnerin an. "Das hat sie nicht, Scully, aber ich könnte es hier ja gleich mal nachholen. Wussten Sie, dass ich gerade einen Fernkurs in Kaffeesatz-Lesen mache?" Mulders Lächeln wurde breiter, aber verschwand auch gleich darauf wieder. "Zuerst werde ich mit Mrs. Comgal sprechen." Scully zog erneut die Augenbrauen hoch und lächelte innerlich darüber, dass Mulder sich immerhin noch selbst mit Humor nahm. Dann drehte sie sich um und bahnte sich ihren Weg durch die Scherben, während ihr Partner sich aufmachte, die Witwe des Ladenbesitzers zu befragen und vielleicht seinen Horizont bezüglich der verlockend klingenden Kaffeespezialitäten auf der Speisenkarte zu erweitern.
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Scully zog gerade die Plastikhandschuhe aus, die sie während der Obduktion von Herb Comgal getragen hatte, als Mulder im Türrahmen erschien. Er hielt eine Akte in der linken Hand; in der rechten Hand hielt er eine braune Papiertüte. "Ich hatte gehofft, sie wären bereits fertig." sagte er. "Ich war bei Mrs. Comgal relativ erfolgreich. Auch die Ergebnisse der Personenüberprüfung liegen vor. Ich dachte, wir könnten eben noch unsere Ergebnisse durchgehen." Er hielt ihr die braune Tüte entgegen. "Ich hab' uns auch was zu essen besorgt; ich hoffe, das ist okay." Scully lächelte kurz. "Solange wir nicht hier essen müssen, habe ich durchaus Interesse daran." erwiderte sie. "Wir treffen uns in 10 Minuten in ihrem Büro."
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Als Scully Mulders Büro betrat, welches in dem ehemaligen Kopierraum des Dezernats Gewaltverbrechen lag, saß ihr Partner bereits am Schreibtisch und hielt eine Portion Bami Goreng ihres bevorzugten Asia- Schnellimbiss in der Hand. "Ich hab' schon mal angefangen, bevor es kalt wird." entschuldigte er sich. Scully nickte kurz, ließ sich auf der Schreibitschkante nieder, nahm sich das zweite Paket und öffnete es. Sie schnupperte kurz dran, verzog das Gesicht und sah Mulder mit einem skeptischen Blick an. "Das riecht aber nicht wie sonst." stellte sie fest. Mulder sah aus wie ein ertappter Schuljunge. "Tja, ich hatte den Eindruck, Ling hätte heute nicht richtig gewürzt und da hab' ich halt etwas... nachgeholfen. Und irgendwie dachte ich, es wäre okay, wenn ich es für Sie auch täte... " Mit einem entschuldigenden Lächeln holte er eine kleine Flasche aus seiner Schreibtischschublade und schulterzuckend sagte er: "Mehr Tabasco!" Scully schloss kurz die Augen und atmete bewusst ein und aus. Sie fixierte ihren Partner mit einer Mischung aus Sorge und Ungläubigkeit. Erst der abgesagte Urlaub, dann die Art, wie Mulder sie für den Fall zuständig gemacht hatte und nun dies. Er hatte sich noch nie erdreistet, ihren Wünschen voraus zu greifen, obwohl sie lange genug zusammen arbeiteten und er ihre Gewohnheiten kannte - irgendetwas stimmte hier nicht. "Ich glaube, Sie brauchen dringend Erholung, Mulder. Offenbar liegen ihre Nerven langsam blank. Besorgen Sie sich schon mal ihren Auslandskrankenschein, denn nach diesem Fall schicke ich Sie auf Erholungskur." Sie überlegte kurz und grinste dann ihren Partner kurz an. "Wie wär's mit Österreich?" schlug sie mit einer kleinen Anspielung auf den Fall vor. "Da können sie mal richtig abschalten, zum Beispiel bei Cappuccino und Mozartkugeln, einem Besuch des Wiener Prater und einer Johann Strauß Gala - natürlich neben den entsprechenden Anwendungen." Mulder schaute sie schuldbewusst an und nachdem sich die beiden einen Moment intensiv gemustert hatten, nahm Scully die mitgelieferten Stäbchen vom Tisch und fischte vorsichtig die ersten Bissen aus der Packung. Skeptisch betrachtete sie die Nudeln zwischen den Stäbchen, bevor sie diese vorsichtig in den Mund schob. Nach zwei, drei Sekunden wich der skeptische Blick aus ihrem Gesicht und machte einer erstaunten Miene Platz. "Das ist ja richtig gut!" sagte sie und versenkte die Stäbchen erneut in der Mahlzeit. Erleichtert sah Mulder seine Partnerin an. "Dann können wir uns ja nun den Ergebnissen zuwenden." sagte er und schlug die Akte auf, die vor ihm auf dem Schreibtisch lag. "Wie in dem Fall in Chicago gab es zwischen den Opfern keine Verbindungen außerhalb des CafÉs. Einige der Opfer waren Stammgäste laut Aussage der Familienangehörigen. Zwei waren wohl das erste und letzte Mal dort zu Gast; unter Anderem die Frau, die hinter dem Tresen lag. Ihr Name war Maria Theresia Kleinegold, in Österreich geboren und vor 1 1/2 Jahren in die USA ausgewandert." Mulder schob Scully ein Blatt Papier und ein Foto zu. Scully stellte das Paket auf den Tisch und nahm Papier und Foto in die Hand, um es eingehend zu betrachten. Mulder fuhr fort: "Die anderen Opfer scheinen auch nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Keiner von ihnen hatte Feinde und alle galten gemeinhin als unbescholten. Sie waren, abgesehen von ihrer Leidenschaft für österreichische Kaffeespezialitäten, völlig normal." Er machte eine kleine Pause, in der Scully Foro und Bericht zurück auf den Tisch gleiten ließ und ihre Mahlzeit fortsetzte. Dann sprach er weiter: "Eine wirklich interessante Entdeckung gab es nur bei dem CafÉ- Besitzer. Ich war heute Abend eine Weile bei der Witwe. Aus dem Gespräch ergab sich, dass Herb Comgal selbst vor der Eröffnung des "Einspänners" im April diesen Jahres kein eigenes Geschäft hatte, doch er hat früher ein paar Monate in Chicago gearbeitet. Und dreimal dürfen sie raten, wo!" Scully stopfte sich gerade die letzen Bissen ihres Mahls in den Mund und zucke deshalb als Antwort mit den Schultern. "Er hat für Edgar Drumhead in genau dem CafÉ gearbeitet, in dem es im Juni zu den Morden kam!" Scully schluckte und schaute Mulder überrascht an. "Das ist wahrlich interessant." sagte sie und ließ die Stäbchen in die nun leere Packung rutschen, wischte sich den Mund mit einer auf dem Schreibtisch liegenden Papierserviette ab und stopfte diese dann zu den Stäbchen in die leere Packung. Nun nahm sie erneut die Unterlagen in die Hand, die Mulder ihr gereicht hatte, und studierte sie einen Augenblick. "Die Obduktion der Leiche von Herb Comgal hat ergeben, dass er tatsächlich erwürgt worden ist. Allerdings fand ich noch etwas bei der Untersuchung. Er hatte größere Mengen Clomipramin in seinem Blut. Dies ist Bestandteil eines trizyklischen Antidepressivum, ein so genanntes TAD. Diese Mittel können unter Anderem zu Verwirrtheitszuständen, Delirium und Halluzinationen führen." Sie schwieg einen Moment. Dann fuhr sie fort: "Ich werde mir die anderen Opfer auch noch einmal genauer anschauen; dazu hatte ich bisher noch keine Gelegenheit. Vielleicht finde ich ja noch mehr solcher Überraschungen." Mulder war in seine Gedanken vertieft und es schien, als bemerkte er erst nach ein paar Sekunden, dass Scully nun hören wollte, was er als Nächstes plante. Mit einem leichten Kopfschütteln brachte Mulder sich zurück in die Gegenwart. "Ich werde mich eben noch mit dem Kollegen in Chicago in Verbindung setzen. Mir erscheint es immer wahrscheinlicher, dass es eine Verbindung zwischen den beiden Fällen gibt. Und danach lassen sie uns Feierabend machen, Scully." Mit diesen Worten schlug er den Aktendeckel zu und erhob sich, während er nach dem Telefon griff. 10 Minuten später verließen die beiden Agenten das Büro.
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Nachdem Scully die Obduktionen aller weiterer Opfer des "Einspänners" abgeschlossen und sich umgezogen hatte, machte sie sich mit den Ergebnissen auf den Weg zu Mulders ,Kellerresidenz', wie sie sein Büro in Gedanken spöttisch nannte. Sie hatte höchst aufschlussreiche Dinge herausgefunden und brannte nun darauf, ihrem Partner ihre Ergebnisse zu präsentieren. Als sie an der Bürotür ankam, öffnete sich diese von innen und Mulder hätte sie fast über den Haufen gerannt. Scully konnte einen Zusammenstoß gerade noch verhindern, aber ihr entfuhr ein leises "Huch!". "Wo wollen Sie denn so eilig hin, Mulder?" fragte sie, nachdem sie sich von dem Schrecken erholt hatte. "Ich wollte nach oben zum Eingang, wo ein Eilbote aus Chicago auf mich wartet. Ich habe doch vorgestern die Unterlagen angefordert, aber das Faxgerät funktionierte nicht." Mulder forderte Scully mit einer einladenden Geste auf, ihm zu folgen und sie setzen sich in Bewegung. "Agent Spinetti in Chicago sagte, imNormalfall hätten sie bei dieser Dringlichkeit eine Kollegin mit dem Hubschrauber geschickt, wenn es so eilig gewesen war. Doch leider hat man kürzlich festgestellt, dass ihre Lizenz bereits vor 3 Jahren abgelaufen ist. Man kann also sagen, vorher flog sie illegal. Deshalb hat sich der Kollege dazu entschlossen, die Unterlagen auf dem alten Weg per Kurier zu schicken. Das dauert halt ein wenig länger." Scully wunderte sich zwar über die seltsamen Methoden in Chicago, aber ein anderer Einfall verdrängte die Gedanken an die mit Flugverbot belegte Pilotin. Scully musterte ihren Kollegen, während sie sich auf die Fahrstühle zu bewegten. "Und was haben Sie dann gestern und heute den ganzen Tag lang gemacht?" fragte sie. "Ich habe mich mit den Unterschieden der österreichischen Kaffeespezialitäten auseinander gesetzt. Wer weiß, ob das vielleicht noch von großem Nutzen ist... Übrigens, Großer Brauner ist kein Bär und auch kein Eis, sondern ein Mocca. Sehr lecker, wenn sie mich fragen. Ich habe mir von Mrs. Comgal einen zubereiten lassen, als ich sie heute Vormittag besuchte. Es kann aber auch gestern gewesen sein..." Mulder überlegte einen Moment. Dann huschte ein Lächeln über sein Gesicht. "Sie hat mir eine Menge Besonderheiten aufgezeigt." Scully sah ihren Partner überrascht an. "Waren sie nicht vorgestern erst bei ihr?" fragte sie. "Ja", antwortete er, "aber es waren noch ein paar Fragen ungeklärt. Und da mir vorgestern schon der Große Schwarze - das ist ein Doppelmocca - so gut geschmeckt hat, bin ich ihrer Einladung, doch jederzeit vorbei zu kommen, gerne gefolgt." "Mulder, sie ist in diesen Fall verwickelt, in welcher Form auch immer. Sie sollten den Kontakt auf das unbedingt Nötige reduzieren, sonst verlieren Sie am Ende ihre Objektivität. Sie wissen, was das für Konsequenzen haben kann", erwiderte Scully ernst. Sie machte sich in Gedanken eine Notiz, dass sie das Verhalten ihres Partners Skinner melden musste, falls er anfing, sich privat zu sehr mit Mrs. Comgal zu beschäftigen. Langsam machte sie sich Sorgen um ihn. Aber er grinste sie nur an und berührte sie leicht an der Schulter. "Machen Sie Sich keine Sorgen, Scully. Wir trinken ja nur Kaffee." Damit hielt er das Thema offenbar für beendet. Schweigend stiegen sie in den Fahrstuhl und fuhren ins Erdgeschoss, wo der Kurier aus Chicago bereits wartete. Nachdem Sie das Paket mit den Unterlagen zum Mordfall Edgar Drumhead entgegen genommen und in Mulders Büro gebracht hatten, schlug Mulder vor, sie sollten Feierabend machen und noch gemeinsam irgendwo etwas essen zu gehen. Scully akzeptierte den Vorschlag nicht zuletzt deshalb, um ihren Partner noch ein wenig im Auge behalten zu können. Allerdings überraschte es sie, dass er sich nicht sofort auf die Akten gestürzt hatte. Scully folgte ihrem Partner aus der Bürotür. Im Flur drehte er sich noch einmal um und mit einem Nicken in Richtung Türschloss sagte er: "Könnten Sie die Tür abschließen, ich habe meine Schlüssel irgendwie verlegt." Scully zückte stirnrunzelnd ihren Schlüsselbund und verschloss die Bürotür.
Sie verließen das Hauptquartier und liefen etwa zwei Blocks bis zu einem Western-Lokal, in dem sie schon ein paar Mal gegessen hatten. Vor dem Nachbargebäude wurde an einem riesigen Carport gebaut. Die beiden Agenten musterten das Gebilde einen Augenblick. "Wozu die wohl ein solch riesiges Carport brauchen?" fragte Scully eher sich selbst als ihren Partner. Mit einem spöttischen Lächeln antwortete Mulder ihr: "Ist doch klar, Scully, damit die Autos nicht nass werden!" Scully verdrehte die Augen angesichts einer so bescheuerten Antwort, sagte aber nichts. Sie betraten das Lokal. Der Innenraum war ziemlich groß und die Einrichtung rustikal; dominiert von Holzmöbeln, Wandvertäfelungen, allerlei altem Werkzeug und anderen Gerätschaften. Hier und da lagen auch ganze Strohballen herum. Gegenüber der Tür befand sich der Tresen, hinter dem der Barkeeper stand und ihnen zunickte, bevor er sich wieder dem Fernseher zuwandte, der links neben der Bar an der Wand hing. Scully registrierte aus dem Augenwinkel, dass gerade ein alter Tarzan Film mit Johnny Weißmüller gezeigt wurde. Rechts vom Tresen am anderen Ende des Raumes befand sich eine kleine Bühne, auf der gelegentlich Karaoke-Veranstaltungen stattfanden. Den Geräten auf der Bühne zufolge war der heutige Tag dafür vorgesehen. Die rund 70 Gäste im Gastraum sorgten für eine ordentliche Geräuschkulisse. Sie setzten sich an einen Tisch, dessen Platte auf einem riesigen Baumstamm ruhte. Die Stühle bestanden aus Baumstümpfen, denen als Lehne jeweils ein daran festgenageltes Brett diente. Ein Kellner erschien und nahm ihre Bestellung entgegen. Fünf Minuten später kamen die Getränke. Mulder hatte sich einen Kaffee bestellt; Scully ein Glas Wasser. Mulder griff nach seiner Tasse und nahm einen Schluck. Er schnitt eine Grimasse und setzte die Tasse wieder ab. "Der Kaffee von Mrs. Comgal schmeckt aber deutlich besser." moserte er. Scully, die ebenfalls getrunken hatte, setzt ihr Glas ab und fixierte ihren Partner. "Was ist denn an dem Kaffee so Besonderes, dass Sie die arme Frau gleich zwei Tage hinter einander behelligen mussten?" fragte sie eine Spur schärfer als nötig gewesen wäre. Mulders Augen begannen zu leuchten und seine Gestik wurde lebendig. "Der ist einfach ausgezeichnet, Scully! Ich habe noch nie so guten Kaffee getrunken. Und ich fühle mich... ich will fast sagen ein wenig euphorisch. Ich verstehe langsam, warum einige Menschen auf österreichischen Kaffee schwören - er ist etwas Besonderes!" Eine Sorgenfalte bildete sich auf Scullys Stirn. So hatte sie ihren Partner noch nicht über eine Person reden hören - geschweige denn über Kaffee! Wenn es so weiter ging, würde sie Skinner sein Verhalten melden und ihn aus medizinischen Gründen vorsorglich von den Ermittlungen entbinden müssen. Sie nahm noch einen Schluck Wasser, dann wandte sie sich mit einem fürsorglichen Ton an ihren Partner. "Mulder, sind Sie sicher, dass Sie nicht lieber Urlaub machen wollen? Ich kann die Ermittlungen auch allein zu Ende führen." Mulder schaute sie mit einer Mischung aus Verwunderung und Unverständnis an. "Mit geht es hervorragend, Scully. Ich habe mich schon lange nicht mehr so fit gefühlt. Ich weiß nicht, wie Sie auf die Idee kommen, den Fall allein weiter zu führen. Es sei denn... es sei denn, Sie zweifeln an meinen Beweggründen!" Den letzten Satz hatte er mit sehr leiser und kalter Stimme gesagt, dass sich Scully die Härchen im Nacken aufstellten. Sein plötzliches Misstrauen sprang ihr fast greifbar entgegen und sie musste erst einmal schlucken. Was wohl in ihn gefahren war, fragte sich Scully, dass er ihr Wohlwollen für Missgunst oder gar Schlimmeres hielt. An seinem neuerdings erhöhten Kaffeekonsum konnte es doch nicht liegen... "Mulder, es ist nicht, was..." Bevor sie den Satz beenden konnte, ertönte sehr laute Musik von der Bühne und Scully musste sich umdrehen, um Ursache des Krachs betrachten zu können. Auf der Bühne standen vier Männer in Anzug und Krawatte und versuchten sich im Takt zu "Enter Sandman" von Metallica zu bewegten. Dann fingen sie an zu singen und Scully musste unweigerlich grinsen. Es sah einfach zu komisch aus, wie diese Schreibtischhelden einen auf Rocker machen wollten. Mulder einen Moment vergessend murmelte sie vor sich hin: "Jungs, Ihr singt nicht schlecht, aber Euer Outfit..." Als sie sich immer loch lächelnd wieder zu Mulder umdrehte, war der Platz ihr gegenüber leer. Erschrocken schaute sie sich im Raum um, konnte ihren Partner aber nirgends entdecken. Sie winkte den Kellner heran und fragte diesen, aber ihm war Mulder nicht aufgefallen. Sie bezahlte hastig und verließ das Lokal. Eine innere Stimme sagte ihr, dass sie ihn hier nicht mehr antreffen würde. Vor der Tür holte sie ihr Handy aus der Tasche und wählte die Nummer von Mulders Mobiltelefon; aber wie sie es erwartet hatte, war es ausgeschaltet. Sie ließ ihr Gerät in die Tasche zurück gleiten und überlegte kurz. Dann lenkte sie ihre Schritte zurück in Richtung FBI Zentrale.
Als Scully die Tür zu Mulders Büro aufschließen wollte, stellte sie fest, dass sie nicht verschlossen war. Sofort waren alle ihre Sinne alarmiert. Automatisch griff sie nach ihrer Dienstwaffe, die sie in einem Holster an ihrer Hose trug, doch ihr griff ging ins Leere. Ihr fiel ein, dass sie die Waffe zum Feierabend abgenommen und in ihrer Tasche verstaut hatte und holte sie heraus. Mit der Waffe im Anschlag öffnete sie die Tür ganz vorsichtig und der Raum erschien langsam in ihrem Blickfeld. Die Schreibtischlampe brannte und tauchte den Raum in ein gelbes Licht. Scully erinnerte sich daran, dass Mulder seit Wochen eigentlich die funzelige 40 Watt Glühlampe gegen eine 100er austauschen wollte, was er offenbar immer wieder vergaß. Sie schob die Tür ganz auf, blieb aber im Türrahmen stehen. Beim Blick in den Raum erstarrte sie. Am Schreibtisch saß Mulder, offenbar in die Lektüre der Chicagoer Akten vertieft, denn das Paket in der die Unterlagen angekommen waren, lag aufgerissen und leer im Papierkorb neben dem Schreibtisch.
Scully ließ die Waffe sinken und starrte ihren Partner ungläubig an. "Mulder, was machen Sie hier? Warum ist Ihr Telefon ausgeschaltet? Und vor Allem: Warum sind sie eben weggelaufen?" Mulder schaute von den Unterlagen auf. "Wovon reden Sie, Scully? Ich sitze hier schon seitdem ich sie zum Ausgang begleitet habe. Und das ist bestimmt..." Er schaute auf seine Armbanduhr "... ein einhalb Stunden her." Sein sanfter Tonfall erinnerte an einen Vater, der seinem Kind mal wieder Dinge doppelt erklären musste... Er runzelte die Stirn, als er Scully' s gezogene Waffe entdeckte. "Sind Sie sicher, dass es Ihnen gut geht?" fragte er nun leicht besorgt. Scully war sprachlos. Sie öffnete den Mund, um ihn gleich wieder zu schließen. In ihrem Kopf arbeitete es unaufhörlich. Hatte sie sich das nur eingebildet? Waren sie gar nicht zusammen in diesem Lokal gewesen, sondern sie allein und Mulder war zurück an die Arbeit gegangen? War sie überhaupt dort gewesen? Fing sie jetzt an, unzurechnungsfähig zu werden? Abwesend stopfte sie ihre Waffe wieder in ihre Handtasche und schüttelte den Kopf, in der Hoffnung wieder einen klaren Gedanken fassen zu können. Dann schaute sie ihren Partner an. "Ich bin okay Mulder", sagte sie bestimmt und um von der langsam peinlich werdenden Situation abzulenken, fragte sie: "Haben Sie denn etwas Aufschlussreiches entdecken können?" Mulder blätterte in den Unterlagen herum, in denen er gelesen hatte. "Für die Toten aus Chicago gibt es auch toxikologische Ergebnisse. Und stellen Sie Sich vor, Scully, zwei der Toten dort hatten ebenfalls Spuren eines TADs im Blut, und es handelt sich wohl auch um Clomipramin!" "Das ist ja höchst interessant, Mulder! Gibt es denn irgendwelche Verbindungen zwischen Herb Comgal und einem anderen Opfer in Chicago? Vielleicht denselben Arzt?" Mulder schüttelte den Kopf. "Das habe ich noch nicht überprüft. Eine Sache sollten wir uns aber mal näher anschauen. Herb Comgal bezog seinen Kaffee von demselben Händler wie Edgar Drumhead in Chicago. Die Adresse habe ich; es handelt sich um die Firma Kaiser's Kaffee in Cincinatti. Ich möchte denen morgen einen Besuch abstatten. Wollen sie mitkommen oder sich hier lieber etwas erholen?" Scully konnte einen Moment lang nicht fassen, dass Mulder sie fragte, ob sie sich erholen wolle. Schließlich war er doch derjenige, der sich so merkwürdig benahm. Oder nicht? Zweifelte ihr Partner an ihr? Sie zwang sich zu antworten. "Ich komme mit, Mulder. Fliegen oder fahren?" "Wir fliegen. Ich werde gleich die Tickets am Flughafen zurücklegen lassen und hole sie morgen früh um halb sieben Zuhause ab. Und nun sehen sie zu, dass sie nach Hause kommen und sich ausruhen. Sie sehen erschöpft aus."
Scully nickte benommen, wünschte Mulder eine gute Nacht und ging zu den Fahrstühlen. Sie fühlte sich ausgelaugt und müde. Oder kam das nur daher, weil Mulder ihr das einredete und sie nun anfing, an sich selbst zu zweifeln? Sie wusste es nicht. Sie betrat den Fahrstuhl und fuhr aufwärts. Als sich die Tür in der Eingangshalle öffnete, beschloss sie spontan, Skinner aufzusuchen und ihm Bericht zu erstatten. Entweder Mulder war krank oder sie; auf jeden Fall war etwas nicht in Ordnung. Zwei Minuten später stand sie vor Skinners Büro und klopfte. Sie hörte eine männliche Stimme 'herein' rufen und öffnete die Tür.
Skinner saß hinter seinem Schreibtisch und blickte neugierig in Richtung des späten Besuchers. Ein Lächeln erschien, als er Dana Scully erkannte, aber als er ihren besorgten Gesichtsausdruck sah, änderte sich seine Miene ebenfalls und er schaute sie ernst an. "Agent Scully, nehmen Sie Platz. Was kann ich für Sie tun?" Scully ließ sich in den Sessel vor Skinners Schreibtisch sinken und versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Dann sah sie ihren Vorgesetzten an. "Es geht um Mulder. Oder um mich... oder um uns Beide." begann sie. Als sie Skinners verwirrten Blick sah, lächelte sie müde. "Sir, ich weiß nur, dass irgend etwas nicht stimmt. Mulder legt ein sehr untypisches Verhalten an den Tag, aber ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich mir das nur einbilde." Der Assistant Director sah sie verständnisvoll an. "Nun erzählen Sie mal in Ruhe und zwar von Anfang an", forderte er Scully auf. Dabei holte er eine Flasche Wasser und ein Glas aus seinem Schreibtisch und stellte ihr beides hin. Dankbar goss sie sich ein Glas ein und trank ein paar Schlücke. Sie berichtete von den Ermittlungen im Fall Herb Comgal und den Erlebnissen mit Mulder. Als sie geendet hatte, lehnte sich Skinner in seinem Sessel zurück und formte mit seinen Händen ein Dreieck, wobei er die Hände gegen die Lippen sinken ließ. "Aber sie haben in dem Lokal bezahlt, nicht wahr?" fragte er nach einem Moment. Scully nickte und ihr fiel ein, dass sie die Rechnung in ihre Tasche gestopft haben musste. Sie kramte in ihrer Handtasche herum und zog dann die Rechnung hervor. Sie reichte sie Skinner, der vorlas "Eine Tasse Kaffee, ein Wasser, zusammen 2 Doller 45 Cent. Die Rechnung wurde erstellt am 18. Oktober 1998 um 19.03 Uhr. Das beweist zumindest uns beiden, dass Sie auf jeden Fall dort waren, Scully. Und der Kellner wird doch wohl sagen können, ob Sie allein oder zu zweit dort gewesen sind, oder?" Scully nickte. Sie fühlte sich schon gleich ein wenig besser, obwohl sie sich schalt, weil sie darauf auch hätte von alleine kommen können. Sie war etwas durcheinander, musste sie sich eingestehen. Sie grübelte wieder über Mulder nach. "Ob er wohl abfärbt?" fragte sie sich. "Bitte?" hörte sie Skinners Stimme und realisierte, dass sie den Satz nicht nur gedacht, sondern laut ausgesprochen hatte. Etwas verlegen grinsend sagte sie "Mulder... äh ich meine sein Verhalten. Ich fragte mich, ob es auf mich abfärbt nach all dem, was wir zusammen durchgemacht haben." Skinner schüttelte sanft den Kopf. "Agent Scully, soweit ich das beurteilen kann, sind Sie vollkommen in Ordnung, höchstens ein wenig gestresst - was aber angesichts dieser Situation nicht verwunderlich ist." "Director Skinner, ich weiß im Moment einfach nicht weiter. Mulder hat inzwischen Tickets nach Cincinatti besorgt, weil wir uns morgen dort die Firma etwas genauer ansehen wollen, die den Kaffee für beide Tatorte geliefert hat. Das ist die einzige heiße Spur, die wir haben. Aber ich kann mich auf nichts mehr verlassen, weder auf Mulder noch auf mich selbst", sagte die Agentin. Skinner sah sie aufmunternd an. "Machen Sie sich keine Sorgen, Agent Scully. Fliegen Sie morgen getrost mit Mulder nach Cincinatti. Ich werde mit den Kollegen vor Ort sprechen; wahrscheinlich sind sie ohnehin über Ihr Kommen informiert. Sie werden dort die nötige Unterstützung erhalten. Und falls Mulder weiterhin ein solches obskures Verhalten an den Tag legt, müssen wir ihn wohl erneut aus dem Verkehr ziehen. Wenn Sie also diese Maßnahme als medizinisch notwendig erachten, haben Sie meine volle Unterstützung." Erleichtert darüber, dass ihr Chef Verständnis und Vertrauen gezeigt und ihr sogar eine adäquates Mittel an die Hand gegeben hatte, verabschiedete sie sich von ihm und machte sich auf den Heimweg.
Scully trank gerade noch die letzten Schlücke ihres Kamillentees, als es an ihrer Tür klingelte. Überpünktlichkeit passte nicht zu Mulder und die Agentin legte spontan ihre Stirn in Falten. Als sie die Tür öffnete und Mulder ihr ein aufgedrehtes "Einen wunderbaren guten Morgen, Scully!" entgegen schmetterte, wurde sie ein wenig unruhig. Mulders Pupillen waren geweitet und er hatte dunkle Ringe unter den Augen, ein deutliches Zeichen für Übermüdung. "Alles in Ordnung, Mulder?" fragte sie. "Aber klar doch. Mir geht's prächtig. Wollen wir los? Ich bin schon mächtig gespannt auf diese Firma." Mit diesen Worten umrundete er seine Partnerin, nahm ihre gepackte Tasche, die im Flur stand und verließ die Wohnung. Scully stürzte die letzen Tropfen ihres Tees herunter, brachte den Becher zurück in die Küche. Dann nahm sie ihre Handtasche und ihren Mantel und verließ die Wohnung.
Unten auf der Straße saß Mulder bereits bei laufendem Motor im Auto und wartete. Scully öffnete zuerst die linke hintere Tür, um ihren Koffer für die Beweisaufnahmen auf den Rücksitz zu stellen. Dabei fiel ihr Blick in den Fußraum hinter Mulders Sitz. Dort lag ein Schraubstock. Zu müde um ihre Gedanken im Zaum zu halten, erschienen die merkwürdigsten Bilder in ihrem Kopf zu der Frage, warum Mulder wohl einen Schraubstock in seinem Wagen spazieren fuhr. Sie riss sich zusammen und verdrängte die Gedanken, als sie die Tür schloss. Nachdem sie eingestiegen war, bemerkte Mulder: "Scully, sie sind heute aber wirklich langsam." Dann löste er die Bremsen und fädelte den Wagen in den Verkehr ein. Mulder plapperte während der Fahrt unaufhörlich vor sich hin; erzählte lauter Dinge, die Scully entweder schon wusste oder aber so absurd waren, dass sie nicht stimmen konnten. Auch an seinem Fahrstil hatte sie einiges auszusetzen. Er wirkte unkonzentriert und machte Fehler, die ihm sonst nicht unterliefen. Er hätte sogar fast einen Fußgänger überfahren.
Nachdem sie den Wagen abgestellt hatten, im Besitz ihrer Tickets und unterwegs zum Gate waren, nahm sich Scully ein Herz. "Mulder, sagen Sie, haben Sie heute Nacht überhaupt geschlafen? Sie wirken so überdreht als ob sie getrunken und die Nacht durch gemacht hätten." Mulder grinste sie an. "Oh, sieht man mir das an?" fragte er und sein Grinsen wurde noch breiter. "Dabei hab' ich extra noch geduscht, um die Spuren zu verwischen." Scully hielt abrupt an. Mulder war so gnädig und blieb ebenfalls stehen. "Mulder, was ist bloß in sie gefahren? Wir sind auf einer Dienstreise, da können Sie sich nicht so gehen lassen! Nennen Sie mir einen Grund, warum ich Sie nicht augenblicklich nach Hause fahren und für dienstunfähig erklären sollte!" Mulder grinste noch immer. Dann beugte er sich zu ihr vor, berührte sie leicht an der Schulter und flüsterte ihr ins Ohr: "Weil Sie mich so mögen." Sein Grinsen änderte sich in ein flirtendes Lächeln und um dies noch zu untermalen, zog er die Augenbrauen viel sagend hoch. Dann ließ er Scully einfach stehen und bewegte sich weiter auf das Gate zu. Scully war so perplex, dass sie nicht sofort reagieren konnte. Dann holte sie Mulder im Laufschritt ein, hielt ihn am Ärmel fest und drehte ihn zu sich um. "Mulder, es reicht. Sie fliegen heute nirgendwo hin." Er starrte sie ungläubig an. "Was haben Sie gesagt?" "Sie haben mich schon verstanden." antwortete seine Partnerin bestimmt. "Sie werden heute mit Sicherheit nicht nach Cincinatti fliegen. Ich erkläre sie hiermit aus medizinischer Sicht für dienstunfähig." Mulder erstarrte in seiner Bewegung. Alle Farbe wich aus seinem Gesicht. "Scully, das können Sie doch nicht machen!" fuhr er sie an. "Und wie ich das kann", sagte sie mit grimmigem Tonfall. Dann zückte sie ihr Telefon und rief in der FBI Zentrale an. "Hier ist Agent Scully. Ich stehe hier mit Agent Mulder am Concourse D im Flughafen Washington. Bitte schicken Sie umgehend ein paar Kollegen her, die Agent Mulder zu einem Arzt bringen. Ich habe Grund zu der Annahme, dass er unter Drogeneinfluss steht." "Was??" entfuhr es Mulder an ihrer Seite. "Sie haben schon richtig gehört. Ihr gesamtes Benehmen deutet darauf hin, dass Sie unter Drogeneinfluss stehen. Ich vermute mal, es handelt sich um ein Aufputschmittel wie ein Amphetamin. Wenn ich aus Cincinatti zurück bin, werden wir uns mal intensiv darüber unterhalten, Mulder." "Scully, das ist nicht wahr. Ich habe keine Drogen genommen und mir geht es hervorragend! Das können Sie mir doch nicht antun!" Scully winkte einen der Uniformierten herbei, der gerade in 10 Metern Entfernung den Gang kreuzte. Sie zückte ihren Ausweis und bat ihn, solange Mulder im Auge zu behalten, bis weitere Kollegen aus dem Hauptquartier erschienen, um ihren Partner mitzunehmen. Der Beamte nahm Mulder beiseite und forderte ihn auf, sich ruhig zu verhalten. Scully kümmerte sich nicht um Mulders wütendes Protestgeschrei, sondern durchquerte das Gate, ohne sich noch einmal umzuschauen. Ihre Gedanken rasten. Sie konnte nicht fassen, dass sie so schell zu diesem äußersten Mittel greifen musste. Als sie hinter der nächsten Ecke verschwunden war, zückte sie ihr Mobiltelefon und wählte Skinners Nummer. Sie teilte ihrem Vorgesetzten kurz die Lage mit und bat darum, man möge bei Mulder ein großes Drogenscreening vornehmen. Sie versprach, so schnell wie möglich aus Cincinatti zurück zu kehren.
Das Boarding hatte bereits begonnen und als Scully die Gangway betrat, fiel ihr ein Satz ein, den sie vor kurzen gelesen hatte und der wie geschrieben war für diese für sie enttäuschende Situation: 'Um den Helden zu begraben, mussten sie nicht tief buddeln.'
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Scully stieg zusammen mit Agent Barthez und Agent Totti vom FBI Büro Cincinatti aus dem Wagen. Director Skinner hatte nach Scullys Anruf vom Washingtoner Flughafen aus dafür gesorgt, dass die Kollegen in Cincinatti informiert waren und Scully bei der raschen Erledigung der Ermittlungen unterstützen würden. Nachdem sie das Gebäude betreten und von der Empfangsdame erfahren hatten, dass der Inhaber nicht im Hause war, verlangten sie jemand Anderen der Geschäftsleitung zu sprechen. Kurze Zeit später erschien ein junger Mann, der sich als Gordon Sumner vorstellte und angab, Prokurist von Kaiser's Kaffee zu sein. Die Agenten erklärten ihr Anliegen und erhielten Zugang zu den Unterlagen über die Geschäftsbeziehungen zwischen Kaiser' s Kaffee, Herb Comgal und Edgar Drumhead. Sumner erklärte nebenbei die Besonderheit des Kaffees. Das Geheimnis seien die unter genau festgelegten Konditionen gelagerten Kaffeebohnen, die während der Lagerung ihr spezielles Aroma bekämen. Dieses Verfahren ginge auf eine Entdeckung des Firmengründers Ludwig Kaiser zurück, der während des zweiten Weltkrieges seinen kostbaren Kaffeevorrat in einem Lagerhaus unter besonderen klimatischen Bedingungen versteckt hatte. Das Aromatisierungsverfahren hatte er sich nach dem Krieg patentieren lassen und verkaufe diesen Kaffee erfolgreich auf der ganzen Welt. Nur in den USA wäre der Erfolg nicht so wie in anderen Ländern. Diese Erklärung ließ Scully aufhorchen und sie bat darum, sich das Lagerhaus einmal ansehen zu dürfen. Die Agenten betraten zusammen mit Sumner das Lagerhaus. Es herrschte dort ein feucht-schwüles Klima und Scully fühlte Kopfschmerzen aufsteigen. Sie ließen sich die Säcke mit den Kaffeebohnen zeigen und Scully bat um eine Probe der Bohnen für' s Labor; eher aus einem spontanen Gefühl heraus als aufgrund eines fundierten Verdachtes. Sie bedankten sich bei Sumner und verließen das Gelände von Kaiser's Kaffee.
Scully überprüfte die Ergebnisse der Untersuchung an den Kaffeebohnen ein drittes Mal, aber sie blieben immer noch gleich. Sie blätterte wild in ihrem Fachbuch herum und forstete erneut die Online-Datenbank des toxikologischen Instituts der Harward Universität durch, aber es gab keinen Zweifel. Die Abbildungen und die Probe in der Petrischale waren identisch. Scully zwinkerte langsam, um ihre Augen zu normalisieren. Als ihr die Bedeutung dieser Entdeckung klar wurde, weiteten sich ihre Augen. Sie holte umgehend ihr Mobiltelefon aus der Tasche und wählte zum wiederholten Male an diesem Tag Skinners Nummer. Als sich ihr Vorgesetzter meldete, fragte Scully direkt: "Director Skinner, liegt das toxikologische Gutachten für Agent Mulder bereits vor?" "Ja. Es wurde vor wenigen Minuten vom Labor hochgeschickt. Warum fragen Sie? " "Schauen Sie bitte nach, ob man in Mulders Blut Spuren von Clomipramin und erhöhte Serotoninwerte gefunden hat." Sie hörte eine Weile leises Rascheln durch den Hörer, bevor sich Skinners Stimme erneut meldete. " Woher wussten Sie das, Agent Scully? Die Serotoninwerte sind in der Tat erhöht und es wurden auch geringe Spuren von Clomipramin in seinem Blut gefunden. Agent Miller hat dies in seiner Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse besonders hervorgehoben, weil in Mulders Krankenakte keine Erwähnung von Clomipramin vorhanden ist. Es wurden aber auch Spuren von Tranylcyclopromin in seinem Blut entdeckt, welches ihm während des Klinikaufenthaltes vor drei Wochen verabreicht worden ist. Agent Miller schreibt hier etwas von Nebenwirkungen, aber ich kann mit den Begriffen nichts anfangen. Wissen Sie etwas darüber?" Scully ordnete ihre Gedanken. Dann erwiderte sie: "Sir, ich weiß eine Menge darüber, aber das besprechen wir, wenn ich wieder zurück bin. Ich werde die nächste Maschine nehmen, die ich erreichen kann. Dann muss ich noch ein paar Nachforschungen anstellen, aber ich glaube, wir stehen vor der Lösung mehrerer Rätsel. Sagen Sie mir bitte noch, wo Mulder sich zur Zeit aufhält." Wieder hörte sie das Rascheln von Papier am anderen ende der Leitung, dann sagte Skinner: "Er befindet sich im St. Michael's Hospital auf Station 3. Er wirkte bei seiner Einlieferung leicht desorientiert, hatte Schweißausbrüche und Herzrasen." "Das wundert mich jetzt nicht mehr" murmelte Scully. Sie ließ sich von Skinner die Nummer des behandelnden Arztes geben, beendete das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten und wählte die Nummer des Krankenhauses.
Als sie ihr Telefonat gerade beendet hatte, kamen die Agenten Barthez und Totti herein. Scully setze sie kurz über ihre Entdeckungen in Kenntnis. Dann machten sich die beiden Agenten an Arbeit - das Schließen der Firma Kaiser's Kaffee und die Beschlagnahmung des Kaffeevorrates im Lagerhaus.
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Als Scully vor der Zentrale aus ihrem Auto stieg und zu Skinners Büro eilte, machten ihre Gedanken Purzelbäume. Jetzt ergab alles einen Sinn. Wenn es nicht so tragisch wäre, hätte sie beinahe darüber lachen können. Diese Entdeckung war aus wissenschaftlicher Sicht herausragend, aber die Konsequenzen daraus, wenn diese Information in die falschen Hände gerieten, mochte sie sich lieber nicht ausmalen.
Sie klopfte an Skinners Tür. Keine zwei Sekunden später öffnete ihr Chef ihr persönlich die Tür. "Agent Scully, schön, dass sie es so schnell her geschafft haben." begrüßte er sie. Sie trat ein und setzte sich vor seine Schreibtisch, währen er sich wieder in seinen Sessel fallen ließ und sie mit erwartungsvollem Blick musterte. "Ich hoffe, sie haben jetzt eine Erklärung für das Alles. Ich hatte vorhin ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt im St. Michael's Hospital. Er sagte, dass ihre Ausführungen seiner Behandlung von Agent Mulder eine ganz neue Wendung gegeben und dass sich sein Zustand auch schon gebessert habe." Erleichtert atmete Scully aus und Skinner fuhr fort. "So, und nun klären Sie mich bitte auf. Ich muss zugeben, dass ich aus den Informationen, die ich von Ihnen und den Kollegen aus Cincinatti habe, nicht ganz schlau geworden bin. Vor Allem verstehe ich nicht, was die Schließung dieser Firma mit Mulders Zustand zu tun hat oder haben soll." Scully holte einmal tief Luft. "Sir, die Sache ist auch recht komplex. Ich bin nur über die Lösung gestolpert, weil ich einfach meinem Gefühl gefolgt und eher wie Mulder vorgegangen bin. Die Firma Kaiser' s Kaffee belieferte beide CafÉs, in denen die Morde geschehen sind. In dem Büro von Kaiser's wurde uns erklärt, dass sie Bohnen auf eine bestimmte Art gelagert werden und dadurch ein besonderes Aroma erlangen. Ich habe in dem Lagerhaus der Firma eine Probe der Kaffeebohnen mitgenommen und im Labor analysiert. Die Ergebnisse habe ich dreimal überprüft, aber es änderte sich nichts. Nach meiner Rückkehr gestern Abend kam ich hier ins Hauptquartier, rief den Firmensitz von Kaiser' s Kaffee in London an und habe mir deren letztes Qualitätsprotokoll der Kaffeebohnen faxen lassen. Außerdem habe ich noch mit der Witwe von Herb Comgal gesprochen." Scully räusperte sich kurz.Dann sprach sie weiter. "Die Bohnen in Cincinatti wurden nicht unter den gleichen Umweltbedingungen gelagert wie in London. Es gab eine minimale Differenz, die dazu geführt hat, dass sich mikroskopisch kleine Moose gebildet haben. Sie wiesen eine nahe Verwandtschaft zu Piper Methysticum auf, welches besser bekannt ist als Kava-Kava. Das ist ein natürliches Antidepressivum. Diese Variante hat aber eine chemische Zusammensetzung, deren molekularer Aufbau dem des Clomipramin sehr ähnlich ist.so dass unsere Analysen fälschlicherweise Clomipramin ausgewiesen haben. Dieses trizyklische Antidepressivum hat eine starke Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Es ruft unter Anderem Angstzustände, Unruhe, Störung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration hervor, es kann aber auch zu Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Delirium führen. Die gefährlichen Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System können bei einer Überdosierung tödlich sein. In Zusammenhang mit Genussmitteln wie Alkohol, Tabak oder Kaffe wird die Wirkung noch verstärkt. Unter den richtigen Bedingungen eingesetzt kann sich dieses Moos quasi als psychoaktive Kampfpflanze verwenden lassen!" Skinner atmete hörbar ein bei diesen Neuigkeiten. Ihm war anzusehen, dass er sich mit den medizinischen Begriffen schwer tat und dass er krampfhaft versuchte, die Informationen zu verarbeiten. Nach einem Moment deutete er Scully an, fort zu fahren. "Kaum jemand käme auf die Idee, dass ein Moos für die gesundheitlichen Probleme der Bevölkerung verantwortlich wäre. Empfindliche Menschen oder solche, die mit konträr wirkenden Medikamenten behandelt werden, wären dann als Erstes betroffen. Und hier kommt Agent Mulder ins Spiel. Er hat in den vergangenen Tagen sehr viel von dem Kaffee der Comgals zu sich genommen. In der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober war er sogar 8 Stunden bei Mrs. Comgal und hat massenweise Kaffeespezialitäten getrunken. Mrs. Comgal sagte, sie habe sich sehr über seine Gesellschaft gefreut, weil sie so schrecklich einsam in dem Haus war und seine Anwesenheit sie getröstet habe." "Zeigte Mrs. Comgal denn dieselben Symptome wie Mulder?" fragte Skinner. Scully schüttelte den Kopf. "Das hat mich auch gewundert. Aber dies Rätsel war leicht zu lösen. Mrs. Comgal trinkt keinen Kaffee, weil sie ein Magengeschwür hatte und der Arzt ihr schon vor 10 Jahren den Genuß von Kaffee verboten hat. Allerdings seien ihr bei ihrem Mann zunehmend ähnliche Symptome aufgefallen, denen sie aber keine Bedeutung zugemessen hatte." Skinner holte erneut eine Flasche Wasser und ein Glas aus seinem Schreibtisch und füllte Scully ein Glas ein. Sie nahm einen kräftigen Schluck, stellte das Glas ab und fuhr fort. "Um zu Mulder zurück zu kehren: Vor drei Wochen wurde er im Krankenhaus mit Tranylcyclopromin behandelt, welches einen so genannten MAO-Hemmer enthielt. Dies sollte ihn von seinen Angstzuständen wegen der Ereignisse bei VinylRight befreien. Zwischen der Gabe von MAO-Hemmern und trizyklischen Antidepressiva wie Clomipramin muss normalerweise eine mehrwöchige Pause liegen. Es kann sonst zu unvorhersehbaren Wechselwirkungen kommen, die sogar tödlich enden können. Zum Glück haben wir nicht das volle Ausmaß dieser Wechselwirkungen zu Gesicht bekommen, aber ich möchte nicht wissen, was noch hätte passieren können." Skinner überlegte einen Moment. Dann sagte er: "Wenn ich Sie jetzt richtig verstanden habe, dann ist Agent Mulder also mit Antidepressiva vergiftet worden, wovon ein gewisser Teil über eine psychoaktives Moos auf Kaffeebohnen in seinen Körper gelangt ist." Scully nickte. "Ich werde mir noch mal die Untersuchungsergebnisse der Obduktionen ansehen, aber ich vermute, dass mehrere Opfer Mittel zu sich genommen haben, die mit dem Moos im Kaffee reagierten. Damit wäre auch eine Ursache für die tödliche Raserei gefunden, die wahrscheinlich durch Wahnvorstellungen ausgelöst wurde. Letztendlich werden wir das aber nie ganz zweifelsfrei beweisen können." Skinner schaute die Agentin ihm gegenüber genau an. "Ja, wahrscheinlich habe Sie recht. Am Besten schreiben Sie jetzt erst einmal ihren Bericht." Scully nickte zur Bestätigung und erhob sich, um das Büro zu verlassen, als Skinner sie noch einmal ansprach. "Was meinen Sie, wie lange wird es dauern, bis Mulder wieder einsatzfähig ist?" Scully legte den Kopf schräg und überlegte kurz. "In Anbetracht der Tatsache, dass die Dosierung der Medikamente nur langsam gesenkt werden darf, weil die Nebenwirkungen sonst zu gefährlich werden, schätze ich 6 bis 8 Wochen bis zu seiner "vollständigen" Genesung, Sir." Skinner lächelte sie an. "Was halten Sie davon, wenn Sie Sich auch mal eine Auszeit gönnen. Sie haben doch auch noch aus mindestens 1 1/2 Jahren Urlaub gut, oder? Ich schlage vor, Sie nehmen jetzt Urlaub, bis Mulder wieder einsatzbereit ist." Scully glaubte ihren Ohren nicht zu trauen. Urlaub? Daran hatte sie in den letzten zwei Jahren nicht zu denken gewagt. Oooohhh, der Gedanke war sehr verführerisch. "Scully, alles in Ordnung?" riss sie Skinners Stimme aus den Gedanken. "Ja, Sir, ich versuchte mir nur grad vorzustellen, was das eigentlich ist, Urlaub." Sie lächelte leicht. "Stellen Sie Ihren Bericht fertig und füllen Sie das Urlaubsformular aus. Dann kommen Sie wieder zu mir und wie besprechen den Rest." Skinner lächelte sie freundlich an, als sie sich nach einem kurzen Nicken erhob und das Büro verließ.
'U R L A U B ' Scully buchstabierte dieses Wort still vor sich hin, ihr Glück und die Bedeutung dieser Buchstaben kaum erfassen könnend, als sie den Fahrstuhl betrat.
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