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Falsch gepackt?

© by Aisling ()
 
Disclaimer: Ich besitze leider keinerlei Rechte an den Charakteren, sondern hab' sie mir nur zum Spielen ausgeliehen.
Dank: An Antares und Birgitt fürs Beta.
Anmerkung: Bei dieser Fanfic handelt es sich um eine Antwort auf den Fanfiction Wettbewerb auf http://www.stargate-palace.de.
Anmerkung2: In 'Unbegrenztes Wissen' spielte Peter DeLuise einen Air Force Angehörigen, der einen Gang entlang geht. Und so ganz ohne Job kann man ja beim Stargate nicht sein. Deshalb habe ich ihn ins Magazin gesteckt, wo er für die Verwaltung der Ausrüstung zuständig ist. (Ich bezweifle, dass er mit seiner Figur für mehr als die Kantine oder das Magazin taugt) Zusätzlich habe ich ihm den Namen Peter Michells verpasst.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

In fünf Minuten würde sich wieder der Horizont öffnen und das SG-1 Team von einer Mission zurückkehren. Major Davis stand im Kontrollraum und wartete auf die Aktivierung des Tores.

Seit drei Wochen war er jetzt im Stargate-Komplex, um eine umfangreiche Bewertung aller Abteilungen zu machen. Die hohen Herren im Senat wollten wissen, wo die Milliarden, die sie in das Projekt investierten, blieben. Und für die Haushaltsplanung des nächsten Jahres musste er kalkulieren, ob Geld eingespart werden konnte.

Davis war zwar anderer Meinung, aber er wurde nicht gefragt. Immer wenn ihm vor lauter Zahlen der Kopf dröhnte hatte er es sich angewöhnt, in den Kontrollraum zu gehen das Tor zu beobachten. Am liebsten dann, wenn ein Stargate Team regulär von einer Außenweltmission zurückkommen sollte. Er hatte alle Termine im Kopf.

Nicht immer öffnete sich das Tor auch zum vorgegebenen Zeitpunkt. Ganz im Gegenteil, besonders das Team unter Jack O'Neill schien Ärger magisch anzuziehen. Und doch kamen sie immer wieder lebend, wenn auch nicht immer unversehrt, zurück. Das war einer der Gründe, warum er sich so sehr für das SG-1 Team interessierte und schon seit einiger Zeit alle Missionsberichte von ihnen verschlang.

Eigentlich rechnete niemand damit, dass es heute irgendwelche Probleme gab, schließlich hatte Hammond den Planeten PX 90345 ausgewählt, damit sie sich erholen konnten. Ein nicht zu heißer und nicht zu kalter Planet, keine Spuren irgendwelcher Außerirdischer, die plötzlich auftauchen konnten und viele Ruinen mit merkwürdigen Schriftzeichen. Genau das Richtige, damit das SG1 abschalten konnte. Davis sann grinsend darüber nach, ob es Doktor Jackson dieses Mal geschafft hatte, O'Neill mit seiner Besessenheit für alte Sprachen in den Wahnsinn zu treiben, oder ob Major Carter wieder einmal vermittelt hatte.

Alles in allem sollte das Team eigentlich gut erholt zurückkommen. Der Alarm, der eine Aktivierung von außerhalb meldete, riss ihn aus seinen Überlegungen. Er brauchte aber keine weiteren Gedanken daran zu verschwenden, da jeder im Kontrollraum seinen Job verstand und wusste, was zu tun war. Dann kam vom Diensthabenden das Zeichen, dass es das SG-1 Team war.

Es schien alles gut zu laufen, doch als O'Neill durch den Horizont kam, da ahnte Davis Schreckliches. O'Neill machte eine Miene, als ob die Welt untergegangen wäre. Er begrüßte niemanden, sondern verließ, ohne jemanden auch nur anzuschauen, den Stargate Raum. Daniel Jackson, der O'Neill folgte, tat es ihm gleich.

Das verwunderte Davis doch. Normalerweise war der Archäologe immer nett und hilfsbereit. Aber heute schien auch er sehr schlechte Laune zu haben. Teal'c... Tja, aus seiner verschlossenen Miene wurde Davis nie schlau. Er schien weder gut- noch schlechtgelaunt zu sein.

Zum Schluss kam auch Samantha Carter durch den Ereignishorizont. Nach O'Neills und Jacksons Auftritt hatte Davis gehofft, dass wenigstens Carter bessere Laune hatte, aber das schien nicht der Fall zu sein. Ihr Gesichtsausdruck war verschlossen, doch sie ging nicht einfach aus dem Stargate Raum. Sie blieb stehen und blickte hoch in den Kontrollraum. Davis hatte das Gefühl, dass sie ihn direkt ansehen würde. Dann machte sie eine Geste, die bedeutete, dass sie ihn sprechen musste.

Wohl fühlte er sich nicht dabei. Wer legte sich schon freiwillig mit Major Carter an, wenn sie wütend war? Davis wollte es nicht, sah aber nicht wirklich eine Möglichkeit, dieser Konfrontation aus dem Weg zu gehen, denn alternativ konnte sie direkt in den Kontrollraum kommen und ihm vor versammelter Mannschaft eine Szene machen. Und das wollte er erst recht nicht.

Also nickte er und deutete an, dass er im Konferenzraum II auf sie warten würde.

Erholt hatte sich scheinbar keiner aus dem Team und damit war, egal, was für Entdeckungen Doktor Jackson gemacht hatte, die Mission erfolglos beendet worden. Carter würde ihm wahrscheinlich sagen, was schief gelaufen war. Doch bevor Davis zu dem Treffen ging, holte er sich am Automaten noch einen Kaffee. Er brauchte die schwarze Brühe, die noch nicht mal gut schmeckte, um seine Nerven zu beruhigen, denn er hatte kein gutes Gefühl. Um Major Carter zu besänftigen, wenn er auch immer noch nicht wusste, was er mit der geballten schlechten Laune des SG-Teams zu tun haben sollte, zog er noch einen Kaffee und nahm ihn für sie mit.

 

Im Konferenzraum wartete Major Carter schon auf ihn. Sie hatte sich aber nicht hingesetzt, sondern wanderte unruhig auf und ab.

"Hallo, Major Carter!"

"Hallo, Major Davis. Schön, dass Sie Ihre Zeit für mich opfern."

Aber ihre Gestik sagte etwas ganz anderes. Sie war sauer, stinksauer. Zudem hatte Davis das dumme Gefühl, dass sie auf ihn sauer war. Das war gar nicht gut. Und er wusste noch nicht einmal, wieso sie so sauer war.

"Für Sie doch immer. Kommen Sie, setzen Sie sich, ich habe Ihnen einen Kaffee mitgebracht."

Davis setzte sich an den Tisch und zog den Stuhl zu seiner Rechten raus, damit Major Carter sich hinsetzen konnte, aber diese nahm den Platz ihm gegenüber.

Sie roch kurz an dem Getränk, dann leerte sie den Kunststoffbecher mit einem Zug. Als sie ihn wieder abstellte, schien sich auch ihre Laune ein klein wenig gebessert zu haben.

"Paul, ich will mich nicht mit Ihnen streiten. Ich brauche nur eine Information von Ihnen. Wer hat für die zwei Wochen unsere Ausrüstung zusammengestellt?"

"Gab es mit der Ausrüstung ein Problem? Stimmte etwas mit den technischen Geräten nicht?"

"Die Geräte waren alle in Ordnung, daran lag es nicht."

Bevor Major Carter weiterredete, legte sie eine kleine Pause ein.

"Wer auch immer unserer Ausrüstung zusammengestellt hat, hat ganz zufällig vergessen, den Kaffee für Jack und Daniel einzupacken! Können Sie sich vorstellen, was das bedeutet?"

Das konnte Davis nur zu gut. Er hatte die beiden einige Male morgens in der Kantine erlebt, bevor sie gefrühstückt hatten.

"Oh!" Major Davis überlegte, wer wohl dafür verantwortlich war. In dessen Haut wollte er nicht stecken. Aber es fiel ihm nicht ein.

"Mehr haben Sie dazu nicht zu sagen? Schlimm genug, dass die beiden sich ständig gestritten haben, nein, sie haben am zweiten Tag beschlossen, mir die Schuld für den fehlenden Kaffee zu geben. Wissen Sie, wie ich mich fühle? Apophis' Kerker sind dagegen harmlos!"

"Wieso lassen Sie Ihren Frust an mir aus? Ich bin nicht für die Zusammenstellung der Ausrüstung zuständig."

"Stimmt, aber Sie können mir bestimmt sagen, wer es gemacht hat. So, wie Sie uns in letzter Zeit beobachten, ist es eine Kleinigkeit für Sie."

Davis war gar nicht glücklich, dass Major Carter dies gemerkt hatte. Schließlich sollte er professionell genug sein, um alle Teams gleich zu behandeln.

"Und warum fragen Sie nicht Hammond?"

"Glauben Sie, dass er es mir sagen würde?"

So gut wie Carter gelaunt war, würde General Hammond ihr eine Beruhigungsspritze von Doktor Fraiser verordnen. Aber einen Namen würde sie nicht bekommen.

"Wieso glauben Sie, dass Sie den Namen von mir erfahren?"

Das Lächeln, das sich auf Carters Gesicht ausbreitete, gefiel Davis gar nicht. Es erinnerte ihn an eine Katze, kurz bevor sie ihre Beute schlug. Und er hatte das dumme Gefühl, die Beute zu sein.

"Möchten Sie, dass ich meinen Frust an Ihnen auslasse? Wenn Sie mir keinen Namen liefern, dann sind Sie geliefert."

Ein Grünschnabel namens Davie Pierson war verantwortlich, aber das wollte Davis dem Jungen, der gerade seinen ersten Monat im Stargate-Center arbeitete, nicht antun. Nicht, wenn Major Carter so gelaunt war. Wie kam er am besten aus der Sache heraus? Da fiel ihm plötzlich ein denkbares Opfer ein: Peter Michells. Er war schon etwas länger beim Team und außerdem schien er sich für den Major zu interessieren. Und auf den Mund gefallen war er auch nicht.

"Das ist Erpressung, Major! Ist Ihnen das bewusst?", versuchte er aber noch einmal sein Glück.

"Das ist keine Erpressung, Major. Aber wenn ich dem Verantwortlichen nicht meine Meinung sagen kann, dann muss halt jemand anders dran glauben. Sie scheinen mir im Moment eine passende Wahl zu sein."

"Okay, okay, ich kapituliere", Davis hob abwehrend seine Hände. "Sergeant Michells ist der Name des Unglücklichen. Aber seien Sie gnädig zu ihm!" Aber Davis sprach bereits in einen leeren Raum. Major Carter hatte sich, nachdem der Namen gefallen war, umgedreht und war hinaus gelaufen.

 

Diese Show wollte sich Davis nicht entgehen lassen. Mit einem leicht schlechten Gewissen, in was für eine Lage er Sergeant Michells manövriert hatte, lief er hinter Carter her, um zu sehen, was da kommen würde.

"VERDAMMT NOCH MAL! Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht?" Die Lautstärke hatte auch ihre Vorteile. So brauchte Davis im Magazin nicht nach Carter zu suchen. Er wurde langsamer und tauchte hinter Major Carter auf, die gerade dabei war, Michells niederzubrüllen.

So konnte sie nicht erkennen, dass Davis versuchte, dem Sergeanten mit verzweifelten Handzeichen zu erklären, dass er gerade für einen anderen den Anschiss bekam. Als dieser endlich verstand, was Davis wollte, straffte sich sein Körper. Er wirkte nicht mehr ganz so verwirrt wie noch vor wenigen Sekunden.

"Entschuldigen Sie, Ma'am..."

"Was wollen Sie?"

"Was habe ich eigentlich falsch gemacht, Ma'am?"

"Sie haben keinen Kaffee in unsere Ausrüstung gepackt! Das haben Sie gemacht!"

"Aber, entschuldigen Sie, Ma'am. Sie sehen gar nicht so aus, als ob Sie so auf Kaffee angewiesen wären, Ma'am."

"Ach? Und wie sehe ich denn aus?"

"Das kann ich nicht sagen, Ma'am."

"Und warum nicht, Sergeant Michells?"

"Weil Sie einen höheren Dienstgrad haben, Ma'am! Und nicht nur ich, sondern auch Sie Ärger bekommen können, Ma'am!"

Wie viel Honig wollte Michells Carter noch um den Bart schmieren? Aber das Ablenkungsmanöver schien zu funktionieren. Davis grinste. Jedenfalls wirkte Carter nicht mehr ganz so aggressiv wie noch vor wenigen Minuten.

"Und was hat das mit dem höheren Dienstgrad zu tun?"

"Weil ich Ihnen das am liebsten bei einem Abendessen sagen würde, Ma'am."

Jetzt hatte es Major Carter die Sprache verschlagen. Sie starrte ihn einfach nur an. Dann seufzte sie leise und stemmte ihre Arme in die Hüfte.

"Ich habe schon viele Ausreden gehört, aber Sie toppen alles. Aber kommen Sie wieder zum Thema zurück. Wieso haben Sie keinen Kaffee eingepackt? Wenn Sie in unserer Ausrüstungsliste nachschlagen, dann steht ganz oben, dass sowohl Colonel O'Neill als auch Doktor Jackson jeden Tag mindestens einen Liter Kaffee trinken."

"Dann haben Sie ja wirklich eine harte Zeit hinter sich, Ma'am, zwei Wochen mit Leuten, die auf Kaffeeentzug sind. Kein Wunder. Wenn Sie mit in mein Büro kommen, dann kann ich kurz nachschauen, warum es keinen Kaffee gab, Ma'am."

Michells wartete nicht auf Carters Einverständnis, sondern drehte sich sofort um und ging in sein Büro. Carter folgte ihm. Davis auch. Schließlich wollte er mitbekommen, wie sich die ganze Sache weiter entwickelte. Michells nahm einen Ordner aus dem Regal und tat so, als suche er die Ausrüstungsliste für das SG-1 Team heraus.

"Major Carter?"

"Ja, was für eine Ausrede ist Ihnen jetzt eingefallen?"

Sie hatte sich doch noch nicht ganz beruhigt.

"Ich weiß wieder, warum ich Ihnen keinen Kaffee eingepackt hatte, Ma'am. Wir hatten am Vortag eine neue Lieferung bekommen, doch der Kaffee war verschimmelt und es war noch kein Ersatz da. In ihrer Liste steht nur die Bedarfsmenge, aber nicht für wen der Kaffee gedacht ist, Ma'am. Wenn ich gewusst hätte, dass die angeforderte Menge für zwei Kaffeesüchtige und nicht für ein normales Team gedacht wäre, dann hätte ich den Kaffeeautomaten geplündert, Ma'am. So habe ich stattdessen verschiedene Teesorten und eine Dose Instant-Kaffee eingepackt. Es tut mir leid, dass Sie diesen ganzen Stress gehabt haben, Ma'am."

"Und ich hatte mich schon gewundert, warum ich so eine große Auswahl an Tee hatte. Gut, dann weiß ich Bescheid. Aber ich kann Ihnen sagen, wenn das noch mal vorkommt, dann werde ich Ihre Versetzung zu einem Eisplaneten beantragen. Und dafür sorgen, dass Sie keinen Kaffee bekommen."

Damit drehte sich Major Carter um und wollte das Büro verlassen. Doch sie wurde von Michells zurück gehalten.

"Ma'am?"

Carter drehte sich um. Sie hatte wieder einen leicht genervten Ausdruck.

"Was wollen Sie noch? Und hören Sie mit dem ewigen 'Ma'am' auf! Auch wenn ich einen höheren Dienstrang habe, fühle ich mich uralt, wenn man mich so anspricht!"

"Wie Sie wünschen."

Michells legte eine kleine Pause ein, die gerade eben ausreichen würde, um 'Ma'am' zu sagen, bevor er fortfuhr.

"Darf ich Sie als Wiedergutmachung zum Abendessen einladen? Ich kenne da ein kleines Restaurant. Sehr gemütlich und sie haben keinen Kaffee im Angebot."

Einen Moment wirkte Major Carter irritiert. Sie hatte nicht im Traum mit einer ernsthaften Einladung gerechnet. Doch dann schüttelte sie den Kopf. "Tut mir leid, Sergeant. Es geht nicht. Aber danke fürs Angebot. Vielleicht irgendwann mal."

Und dann war sie endgültig verschwunden.

 

Darüber konnte Davis nur den Kopf schütteln. Carter war solo und Michells war ein netter Kerl. Doch das war ihre Sache.

"Sag mal, was hast du denn hier zu suchen?", wandte sich Michells jetzt an Paul Davis.

"Ich hab' Carter doch zu dir geschickt. Da wollte ich für den Notfall Schützenhilfe leisten, aber die hast du ja nicht gebraucht.

"Gib's zu: Du warst nur hier, um zuzuschau'n, wie sie mich unangespitzt in den Boden schlägt."

"Besser du, als ich"; doch sein Grinsen zeigte, dass Davis es nicht ernst meinte. "Nein, Carter wollte von mir einen Namen. Ich weiß, dass es Davie Pierson war. Was meinst du, was er gemacht hätte, wenn sie bei ihm aufgetaucht und ihn so angebrüllt hätte?"

Michells klappte den Ordner zu und legte ihn auf seinen Schreibtisch. Dann setzte er sich auf seinen Stuhl.

"Er hätte sich einen Strick genommen und sich erschossen. Der ist ein Weichei und traut sich noch nicht mal 'Piep' zu sagen. Der stottert schon, wenn Doktor Jackson ihn anspricht."

"Komm, der ist noch grün hinter den Ohren. Lass ihm noch ein Jahr Zeit und er schafft es, selbst dich zu toppen."

"Gut, das werte ich jetzt einfach mal als Kompliment. Aber sag mal, was treibst du dich hier rum? Hast du nicht zu arbeiten?"

"Ja, aber ich träum' schon von den Zahlen. Ich brauchte eine Pause und bin in den Kontrollraum gegangen. Mich zieht der Ereignishorizont magisch an."

"Wenn ich einen entsprechenden Rang hätte, wär' ich auch öfters dort. Hast du es gut."

Dass Michells seine Füße auf den Schreibtisch legte, registrierte Davis mit einer hochgezogenen Augenbraue.

"Klar, besonders wenn man dort auf einen sauren Major Carter trifft."

"Ja, und? Das hast du doch auf mich abgewälzt."

"Du bist doch gut mit ihr klar gekommen. Wieso regst du dich so auf? Aber was anderes, wie kommt es eigentlich, dass sie den Instant-Kaffee und den Tee im Gepäck hatten?"

"Das Zeug ist immer ganz unten verstaut. Wenn die Kaffeesüchtigen erst mal anfangen zu suchen, dann wühlen die alles durch. Sonst suchen sie nicht so gut."

Diese Erklärung kommentierte Michells mit einem Achselzucken.

"Und was machst du mit Pierson? So ganz ungeschoren soll er doch nicht davon kommen."

Michells setzte sich wieder anständig hin und schien einen Moment zu überlegen.

"Hast recht, aber ich werde mich trotzdem bei ihm bedanken. Er hat zwar falsch gepackt, aber dadurch habe ich vielleicht beim nächsten Mal eine Chance, Carter einzuladen. Ich glaube nicht, dass sie mich so schnell vergisst. Das ist doch schon mal ein Anfang, auch wenn ich nicht weiß, ob ich wirklich Erfolg haben werde. Aber sie ist eine klasse Frau und es ist eine Schande, dass sie schon so lange allein ist."

Dem konnte Davis nur zustimmen. Carter war zu viel mit dem SG-1 unterwegs, um Zeit für eine Beziehung zu haben. Sie lebte praktisch für ihren Beruf.

Aber Michells war auch oft nach Dienstschluss im Magazin anzutreffen, wenn die Situation es erforderte.

"Dann wünsch ich dir viel Glück", meinte er mit ehrlicher Überzeugung.

"Sie liegt dir sehr am Herzen?" Es war wohl eher eine Feststellung, als eine Frage.

"Nicht nur sie. Das ganze Team ist mir sehr wichtig. Aber jetzt muss ich wieder. Die Arbeit ruft."

Davis ging schon zur Tür, als Michells ihn zurück rief: "Sehen wir uns Freitag beim Billard?"

"Aber sicher. Und zieh dich warm an. Ich werde gewinnen."

"Ich gewinne", kam es sehr überzeugt von Michells zurück. "Und wenn ich gewinne, dann musst du mir erzählen, was ich sonst noch anstellen muss, damit Major Carter öfters im Magazin auftaucht."

"Du bist wohl masochistisch veranlagt. So wie sie gebrüllt hat..."

Den Ordner, den Michells nach ihm schmiss, sah Davis rechtzeitig, so dass er hinter der Tür in Deckung gehen konnte. Danach machte er sich auf den Weg in den Kontrollraum. Er war gespannt, ob Michells es schaffen würde, Major Carters Herz zu gewinnen.

 
Ende

 
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