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Die Ausdehnung

© by Olli ()
 
Disclaimer: Alles gehört Paramount/Viacom, ich verdiene nichts dabei.
Anmerkung: Nachdem ich die Episode "Die Ausdehnung" gesehen hatte, habe ich mich gefragt, wie T'Pol weiterhin einen Offiziersposten auf der Enterprise bekleiden konnte. Wenn sie ihr Offizierspatent zurückgegeben hat, dann muss sie doch Zivilistin sein.
Im Star Trek Universum wird von Spock als dem ersten Vulkanier in der Sternenflotte gesprochen. Aber spitzfindig wie ich bin, habe ich mich gefragt, wenn Spock der erste vulkanische Mann in der Sternenflotte war, wer war dann die erste vulkanische Frau? Vielleicht T'Pol, habe ich die Frage selbst beantwortet.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 
Der Entschluss

 

T'Pol war auf dem Weg zu Captain Archers Quartier. Das Schiff hatte gerade erst den Angriff eines klingonischen Bird of Prey überstanden und war mit hohem Warp-Faktor auf dem Weg zum vulkanischen Raum. Der Captain hoffte, dass das die Klingonen von weiteren Angriffen abschrecken würde. Während die Vulkanierin durch die Korridore der ENTERPRISE ging, ließ sie noch einmal die Ereignisse der letzten Wochen Revue passieren.

 

Die ENTERPRISE war zur Erde zurückgerufen worden, nachdem eine unbekannte Sonde den Planeten angegriffen hatte. Von Florida bis Venezuela hatte es schwere Verwüstungen gegeben, die Opferzahlen stiegen und stiegen, bis sie schließlich bei sieben Millionen angekommen waren. Das Entsetzen an Bord des Schiffes war unbeschreiblich gewesen.

Zu allem Überfluss war auch noch ein klingonischer Bird of Prey im Sonnensystem aufgetaucht und hatte die ENTERPRISE angegriffen. Die Klingonen waren immer noch hinter Archer her, der ihnen schon zweimal entkommen war. Sie wollten den Captain für die angebliche Unterstützung von Aufrührern bestrafen. Seit dem Angriff auf die Erde war die Sternenflotte allerdings in erhöhter Alarmbereitschaft und reagierte sofort. Drei Schiffe kamen der ENTERPRISE zu Hilfe und schlugen den klingonischen Raumer in die Flucht.

 

T'Pol hatte mit Verwunderung festgestellt, dass sich das Verhalten der meisten Besatzungsmitglieder sehr schnell änderte als die ENTERPRISE den Erdorbit erreichte. Die Crew starrte aus den Sichtluken auf die Schneise der Verwüstung, die sich als frische Narbe über den Erdball erstreckte und aus Trauer und Schock wurde kalte Wut. Die Vulkanierin war über diese Tatsache äußerst erstaunt.

 

Nach langen Wochen der Um- und Aufrüstung war die ENTERPRISE nun aber endlich wieder unterwegs. Dem Feind entgegen, wie die Menschen zu sagen pflegen. Aber wer war der Feind, fragte sich T'Pol. Kurz bevor die ENTERPRISE die Erde erreicht hatte, war das Schiff von den Suliban geentert worden. Die mysteriösen Wesen, die behaupteten im Dienste eines geheimnisvollen Unbekannten aus der Zukunft zu stehen, hatten Captain Archer direkt von der Brücke weg entführt. Wenige Stunden später war der Captain - zum erstaunen aller - von den Suliban lebend und in einem Stück zurückgebracht worden. Was der Captain zu berichten hatte, war aber noch unglaublicher, er habe mit dem Auftraggeber der Suliban durch die Zeit kommuniziert und dieser erklärte Archer, dass die Angreifer die Xindi seien. Die Xindi wollten die Menschheit vernichten, da die Menschen in 400 Jahren angeblich deren Heimatplaneten zerstören würden. Archer hatte sogar Koordinaten erhalten, wo die Xindi zu finden seien. Der Unbekannte aus der Zukunft erklärte, dass die Xindi an einer noch mächtigeren Waffe bauten, um die Erde endgültig zu zerstören. Dies müsse verhindert werden, da die Zeitlinie ansonsten >kontaminiert< würde.

 

Nach Archers Rückkehr und seinem Bericht, reagierte T'Pol zunächst skeptisch. Der vulkanische Wissenschaftsrat hatte schon vor Jahren festgestellt, dass Zeitreisen unmöglich sind, dennoch hatten sich leise Zweifel bei T'Pol eingeschlichen. Die ENTERPRISE war in den letzten zwei Jahren mehrmals auf die Suliban getroffen und es hatte einige äußerst merkwürdige Ereignisse gegeben. War es vielleicht doch möglich, fragte sich die Vulkanierin. Captain Archer schien davon überzeugt zu sein und wenn T'Pol etwas in den letzten Jahren gelernt hatte, dann, dass sie dem Captain vertrauen konnte.

 

Auf der Erde hatte Archer mit seinem Bericht einen weitaus schwereren Stand. Botschafter Soval war von der Unmöglichkeit von Zeitreisen felsenfest überzeugt und auch das Oberkommando der Sternenflotte zweifelte. Aber dann hatte der Captain ein Beweisstück präsentiert, das man nicht wegdiskutieren konnte. In den Trümmern der abgestürzten Sonde fand er ein Bauteil, das in der Zukunft hergestellt worden war. Der unbekannte Auftraggeber der Suliban hatte ihm gesagt wonach er suchen musste. Damit konfrontiert hatte das Sternenflottenkommando entschieden, die ENTERPRISE zu den Koordinaten zu schicken, die Archer angeblich aus der Zukunft erhalten hatte.

 

Das nächste Problem war, dass diese Koordinaten in der Delphischen Ausdehnung lagen. Das sagte den Menschen nichts und so musste Botschafter Soval erklären, dass es sich dabei um ein Gebiet von etwa 2000 Lichtjahren Durchmesser handelte, dem schon einige vulkanische Schiffe zum Opfer gefallen waren. Die wenigen Schiffe, die aus der Ausdehnung zurückgegehrt waren, hatten Daten mitgebracht, die auf wilde und kriegerische Völker, Gebiete mit seltsamen Raumanomalien und sogar Gebiete hinwiesen, in denen die Gesetzte der Physik keine Gültigkeit zu haben schienen. Die Empfehlung des vulkanischen Oberkommandos an die Sternenflotte lautete daher, von dem Unternehmen abzusehen. Aber auch durch die abschreckenden Beispiele, die Botschafter Soval anführte, ließen sich die Menschen nicht umstimmen. Und so wurde die ENTERPRISE umgebaut, mit neuen Waffen ausgerüstet, eine Spezialeinheit des Militärs wurde an Bord verlegt und die wenigen Besatzungsmitglieder, die sich nicht zu diesem Unternehmen freiwillig gemeldet hatten, waren ersetzt worden. Nun war die ENTERPRISE im All, unterwegs zu Delphischen Ausdehnung. Vorher musste sie nur einen kleinen Umweg machen, sie musste nach Vulkan, um dort T'Pol abzusetzen. Das vulkanische Oberkommando hatte entschieden, dass man das einzige vulkanische Besatzungsmitglied der ENTERPRISE nicht mit auf dieses Selbstmordunternehmen schicken wolle und deshalb war eben dieses vulkanische Besatzungsmitglied nun auf dem Weg zum Quartier des Captains.

 

T'Pol stand vor der Tür und überlegte nochmals. Hatte sie die richtige Entscheidung getroffen? Sie atmete tief durch, straffte die Schultern und entschied: Ja!

Seit zwei Jahren war dieses Schiff ihr... zuhause - oder wenigstens etwas, das dem ziemlich nahe kam. Sie hatte Dinge gesehen, die sie niemals erwartet hätte und sie hatte Dinge getan von denen sie niemals gedacht hätte dazu fähig zu sein. Sie hatte eine Freiheit erfahren, die sie auf einem vulkanischen Schiff niemals gehabt hätte. Sie war der Vulkanischen Wissenschaftsakademie beigetreten um zu forschen, um selber zu sehen, was dort draußen ist und nicht, um ihr Leben an einem Schreibtisch zu verbringen und von dem, was dort draußen ist nur zu lesen. Nun würde sie die Ausdehnung mit ihren eigenen Augen sehen, konnte herausfinden, ob all die Gerüchte und Schauergeschichten wahr sind. Sie hatte nicht die geringste Ahnung, was sie dort erwarten würde - aber sie wollte es herausfinden.

 

Entschlossen betätigte sie den Summer.

"Ja bitte", sagte Captain Archer.

"Laut Ensign Mayweather sind wir zwei Tage von Vulkan entfernt", meldete die Vulkanierin, als sie in das Quartier des Captains trat.

"Nehmen Sie doch Platz." Der Captain schien in recht gelöster Stimmung zu sein.

Als sich T'Pol auf einem Sessel niederließ, sprach Archer weiter. "Überlegen Sie doch mal, in zwei Tagen werden Sie richtiges vulkanisches Essen zu sich nehmen."

"Der Koch hat anständige Arbeit geleistet, beim annähern an die vulkanische Küche."

"Sie hatten nie etwas dafür übrig, wie wir riechen, wenigstens das werden Sie nicht mehr ertragen müssen."

"Ich habe mich daran gewöhnt", gab T'Pol zu. Dass hatte sie tatsächlich, den Geruchsblocker benutzte sie schon seit drei Monaten nicht mehr.

Der Captain sah T'Pol an. "Auch an die Emotionen, mit denen wir Sie jeden Tag bombardieren?"

"Daran habe ich mich inzwischen auch gewöhnt... Irgendwie", auch das entsprach der Wahrheit... Irgendwie.

Archer stand auf und trat an das Bücherregal. "Sie machen es einem nicht leicht, es muss doch zuhause etwas geben worauf Sie sich freuen."

T'Pol entschied, dass sie jetzt sagen sollte warum sie gekommen war. Sie stand auf und nahm vor ihrem Captain Haltung an. "Ich möchte nicht zurück nach Vulkan."

"Bitte!"

"Ich möchte lieber, wenn Sie es mir erlauben, an Bord der ENTERPRISE bleiben."

Der Captain wandte sich erstaunt um. "Es geht hier nicht darum, ob ich es Ihnen erlaube." Archer atmete tief durch. "Das Oberkommando würde nie einwilligen."

T'Pol sah dem Captain geradewegs in die Augen und sagte dann den entscheidenden Satz. "Ich bin bereit, mein Offizierspatent niederzulegen."

Archer war überrascht, damit hatte er wirklich nicht gerechnet. "Wieso denn? Sie haben so hart gearbeitet!"

Die Vulkanierin machte zwei Schritte auf den Captain zu. "Sie werden die ENTERPRISE in eine sehr gefährliche Region führen, zu diesem Zeitpunkt kann ich Sie nicht verlassen."

Der Captain fasste T'Pol an den Schultern und erwiderte ruhig "Wir kommen schon klar."

"Sie brauchen einen Wissenschaftsoffizier, ob er nun ein Mitglied des Oberkommandos ist oder nicht."

Archer trat an der Vulkanierin vorbei und ging zu seinem Schreibtisch hinüber. "Ich habe darüber nachgedacht wen ich befördern könnte."

"Sie brauchen mich, Captain!" Die Vulkanierin war von ihrem Ausbruch selbst überrascht. Erst jetzt war ihr klar geworden, wie intensiv die Bindung tatsächlich war, die sie zu diesen Menschen aufgebaut hatte.

 

Archer dachte nach, dann drehte er sich zu der Frau um und sah ihr für einen Moment direkt in die Augen. T'Pol hatte ihn gebeten, ja regelrecht angefleht, an Bord bleiben zu dürfen. Das überraschte ihn, schließlich traf er seine Entscheidung, er wandte sich ab und verließ sein Quartier.

 

T'Pol spürte Frustration. Sie hatte sich wirklich bemüht den Captain zu überzeugen. Nach einigen Sekunden folgte die Vulkanierin dem Menschen zur Brücke. Sie blieb im hinteren Teil der Kommandoebene, als Archer neben das Steuerpult trat, an dem Ensign Mayweather saß. "Uns von diesen Klingonen fern zu halten wird nicht so leicht werden, wie wir dachten."

Bei diesen Worten horchte T'Pol auf.

Mayweather war verwirrt. "Sir?"

"Wir fliegen nicht nach Vulkan!" Archer wandte sich um und warf T'Pol einen Blick zu, dann trat er vor den Kommandantensessel und erteilte einen Befehl. "Mr. Mayweather! Setzten Sie Kurs auf die Delphische Ausdehnung!"

"Aye, Sir!" erwiderte Mayweather, während der Captain in seinem Sessel Platz nahm. Jedem auf der Brücke war klar, was das bedeutete. Ensign Sato an der Kom-Station warf der Vulkanierin ein scheues Lächeln zu.

 

T'Pol gelang es, die Fassung zu wahren aber als sie die Brücke durchquerte, um zu ihrer Station zu gehen, konnte sie tief in ihrem Inneren ein Gefühl der Erleichterung nicht verleugnen.

 

 
Das Angebot

 

Die Vulkanier meldeten sich schon am nächsten Tag, um zu erfahren warum die ENTERPRISE ihren Kurs geändert hatte. Als Captain Archer dem Vertreter des vulkanischen Oberkommandos erklärte, dass die ENTERPRISE direkt zur Delphischen Ausdehnung fliege, herrschte zunächst einmal etwas, das man bei jedem anderen als verblüfftes Schweigen interpretiert hätte. Natürlich nicht bei einem Vulkanier, denn die lassen sich nicht verblüffen. Der Offizier verlangte daraufhin, mit T'Pol persönlich zu sprechen und als er auch aus ihrem Mund hörte, dass sie sich aus freien Stücken entschlossen habe, sich dem Befehl des Oberkommandos zu widersetzen und an Bord der ENTERPRISE zu bleiben, brach er das Gespräch abrupt ab.

Einen Tag später begann es. Zunächst meldete sich Admiral Forrest, dann Botschafter Soval, schließlich wieder ein Vertreter des vulkanischen Oberkommandos und dann ging es wieder von vorne los. Aber egal ob sie mit dem Captain sprachen, T'Pol oder beiden zusammen, jedes Mal erhielten sie dieselbe Antwort: die ENTERPRISE würde ihren Kurs nicht ändern und T'Pol würde an Bord bleiben! Die Vulkanier schienen über Admiral Forrest genauso verärgert zu sein wie über T'Pol. Forrest erteilte nie den direkten Befehl zur Umkehr, was Archer niemals hätte ignorieren können. Als nach einer guten Woche fruchtloser Kommunikation auch die Vulkanier endlich erkannten, dass sich T'Pol dem Befehl ernsthaft widersetzte, stellten sie den Kontakt plötzlich ein.

 

Mittlerweile wusste die gesamte Besatzung der ENTERPRISE, was vor sich ging und was T'Pol getan hatte. Die Gerüchteküche an Bord brodelte und es gingen >wahre< Berichte um, von einer gewaltigen vulkanischen Flotte, die unterwegs sei, um die ENTERPRISE noch vor der Ausdehnung abzufangen, von nächtlichen Geheimbesprechungen der Führungsoffiziere, die kollektiv den Befehl zu Umkehr verweigern wollten und heftigen diplomatischen Verstimmungen zwischen der Erde und Vulkan und gegenseitigen Kriegsdrohungen. Aber kein noch so wildes Gerücht kam auch nur annähernd dem nahe, was schließlich geschehen sollte.

 

Nach einer Woche schweigen von Seiten der Vulkanier war es dann soweit.

"Captain, wir empfangen eine Nachricht für Sub-Commander T'Pol vom vulkanischen Oberkommando. Sie ist als dringend und persönlich gegenzeichnet", meldete sich Ensign Sato von ihrer Kom-Station.

Die Aufmerksamkeit der Brückencrew richtete sich auf die Vulkanierin, nun kam also die alles entscheidende Mitteilung. Was würde mit T'Pol geschehen?

"Sir, ich werde die Nachricht in meinem Quartier entgegennehmen, wenn Sie nichts dagegen haben."

"Sicher Commander, gehen Sie nur", erwiderte der Captain.

Nachdem die Vulkanierin im Turbolift verschwunden war, bemühten sich die Brückenoffiziere um den Anschein der Pflichterfüllung und starrten angestrengt auf ihre Instrumente. Archer hielt es nicht mehr in seinem Sessel und er begann, ruhelos auf der Brücke hin und her zu wandern.

 

Nach endlos erscheinenden zwanzig Minuten kehrte T'Pol zurück. Als das Zischen der sich öffnenden Turbolifttür ertönte, richtete sich die Aufmerksamkeit aller auf die Vulkanierin. Ihrem Äußeren war nicht das Geringste anzumerken. T'Pol ging langsam auf den Captain zu, der neben seinem Kommandosessel stand, und nahm Haltung an. Archer bemerkte eine Veränderung an T'Pol, konnte sich aber zunächst nicht erklären, was es war.

"Sir, ich muss Sie davon in Kenntnis, dass das vulkanische Oberkommando bezüglich meiner Situation zu einer Entscheidung gelangt ist."

Jetzt wurde es Archer klar, das Rangabzeichen am Kragen von T'Pols Uniform war weg! Bevor der Captain etwas sagen konnte, sprach die Vulkanierin weiter.

"Aufgrund der von mir begangenen Befehlsverweigerung wurde mir mein Offizierspatent aberkannt. Ich wurde aus dem Dienst der vulkanischen Flotte entlassen. Daher bin ich nicht mehr in der Lage die Funktion des Ersten Offiziers an Bord der ENTERPRISE auszuüben, ebenso wenig die Funktion eines Wissenschaftsoffiziers. Da mir allerdings meine akademischen Grade geblieben sind, kann ich meine Aufgaben als Wissenschaftlerin weiterhin ausüben. Ich wurde darüber informiert, dass Sie in Kürze von Admiral Forrest offiziell in Kenntnis gesetzt werden."

Auf der Brücke herrschte Totenstille. Insgeheim hatten alle mit einer solchen Reaktion der Vulkanier gerechnet aber als T'Pol die Worte laut und deutlich aussprach, äußerlich gefasst und ruhig, war es für alle ein Schock.

Schließlich durchbrach Archer die Stille. "T'Pol! Ich weiß nicht was ich sagen soll."

"Gestatten Sie mir, an meine Station zurückzukehren?"

"Sicher."

 

Die Vulkanierin wandte sich um, ging zu ihrem Platz und ließ sich auf dem Sessel nieder. Sie widmete sich in aller Seelenruhe ihren Instrumenten, während alle auf der Brücke sie nach wie vor anstarrten. Äußerlich gelang es der Vulkanierin die Fassung zu wahren. Innerlich spürte sie... Enttäuschung! Die Art und Weise auf die sie vom Vertreter des Oberkommandos abgekanzelt worden war hatte sie schockiert. Über dreißig Jahre hatte sie ihrem Volk in den unterschiedlichsten Funktionen gedient und das alles bedeutete plötzlich nichts mehr. Man hatte es ihr nicht einmal gestattet sich zu rechtfertigen. Nach nur drei Minuten und achtundzwanzig Sekunden hatte ihr Gesprächspartner die Verbindung beendet, die restliche Zeit hatte T'Pol um ihre Fassung gerungen, bevor sie es wagte ihre Kabine wieder zu verlassen.

Erst als Archer sich langsam auf seinem Kommandosessel niederließ, war der Bann gebrochen und die Offiziere wandten sich wieder ihren Konsolen zu.

 

Bis zum Ende von T'Pols Schicht eine Stunde später um 1800 Uhr Bordzeit, blieb es auf der Brücke recht schweigsam. Nachdem die Vulkanierin im Turbolift verschwunden war, ergriff Lieutenant Reed das Wort. "Tja, damit war wohl zu rechnen."

"Was machen wir jetzt mit ihr", fragte Commander Tucker, der Chefingenieur. "Ohne Rang ist sie im Grunde eine Zivilistin und die Vorschriften sind eindeutig, was Befugnisse und Autoritätsgrenzen angeht. Wie soll sich die Crew ihr gegenüber jetzt verhalten?"

Von ihrer Station meldete sich Ensign Sato zu Wort. "Jetzt kann ihr jedes Crewmitglied Weisungen erteilen. T'Pol ist nicht viel mehr als ein Passagier. Rein theoretisch müsste sie sogar ihr Quartier verlassen, das steht nun mal dem Ersten Offizier zu."

"Aber kann man sie so einfach in ein Mannschaftsquartier stecken?", gab Mayweather zu bedenken. "Seit Major Hayes und seine Leute an Bord sind, sind alle Quartiere restlos belegt."

"Jemand muss jetzt den Posten des Ersten Offiziers übernehmen." Reed wandte sich Tucker zu. "Das wirst wohl du sein."

"Ich weiß. Ich bin nach dir der ranghöchste Offizier an Bord. Ich könnte mit T'Pol das Quartier tauschen aber es wäre trotzdem demütigend für sie", erklärte Tucker. Er mochte in der Vergangenheit seine Differenzen mit der Vulkanierin gehabt haben aber trotzdem...

"Und wenn Sie die Quartiere nicht tauschen? T'Pol behält einfach ihr jetziges und..." Ensign Sato verstummte. Sie konnte den Satz nicht beenden.

Wieder meldete sich Mayweather. "Wäre das nicht genauso demütigend? Sie würde es als Mitleidsgeste ansehen."

Daraufhin sagte lange niemand ein Wort.

"Was die Crew angeht, die Leute kennen T'Pol mittlerweile gut genug. Sie respektieren sie." Reeds Stimme verbreitete nicht gerade Optimismus.

"Ich denke, wir unterschätzen die Crew", wandte Ensign Sato ein. "T'Pol hat mehr als einmal bewiesen wie sie zur Crew und zum Schiff steht. Die Besatzung wird das anerkennen."

Tucker sprach den Captain an, der bis jetzt kein Wort gesagt hatte. "Was nun, Captain?"

Archer hatte sich die Diskussion schweigend angehört. Bei Hoshis letzter Bemerkung kam ihm eine Idee, er stand auf. "Ich werde darüber nachdenken. Trip, übernimm!" Er verließ die Brücke, er musste tatsächlich über etwas nachdenken, insbesondere über seine Idee, die immer konkretere Formen annahm. Warum eigentlich nicht, fragte er sich auf dem Weg zu seiner Kabine. Was würde dagegen sprechen? Die Durchsetzung seiner Idee würde einiges an Überzeugungsarbeit erfordern, nicht nur bei der Sternenflotte, sondern auch bei einem gewissen spitzohrigen weiblichen Sturkopf aber Archer war davon überzeugt, dass es eine gute Idee war. Das gäbe einen Paukenschlag, schmunzelte er, während er an seinem Schreibtisch Platz nahm und sich von Ensign Sato mit der Erde verbinden ließ.

* * * * * *

Inzwischen war die gesamte Brückencrew von der nächsten Wache abgelöst worden. Die Mannschaftsgrade, die auf der Brücke Dienst getan und alles mitbekommen hatten, verbreiteten die Nachricht im ganzen Schiff. Eine Stunde später war Captain Archer auf dem Weg zum Quartier Commander Tuckers. Unterwegs sah er immer wieder kleine Gruppen der Mannschaft zusammenstehen und tuscheln. Sie verstummten zwar, wenn der Captain vorbeikam aber dennoch bekam Archer immer wieder Wortfetzen mit. "...ungerecht...", "...nicht fair...", "...war nicht anders zu erwarten...", "...Schweinerei...", "...Loyalität...". Schließlich erreichte Archer das Quartier und betätigte den Melder.

 

"Herein!"

Der Captain trat durch die Tür, die sich zischend vor ihm geöffnet hatte. "Trip, Lieutenant Reed, Doktor. Ensign Mayweather, wo ist Hoshi?"

"Ich weiß nicht, sie war nicht in ihrem Quartier und in der Messe auch nicht. Ich habe ihr durch den Computer eine dringende Nachricht übermitteln lassen", erklärte Mayweather.

Der Türmelder summte. Tucker öffnete sie und Ensign Sato trat ein.

"Verzeihung, Sir. Ich wurde... aufgehalten."

"Ah, da wir jetzt vollzählig sind..."

"John, was gibt's", fragte Commander Tucker, der sich wunderte warum der Captain ausgerechnet in seinem Quartier eine Besprechung der Führungsoffiziere abhielt.

"Ich muss mit euch reden."

* * * * * *

Archer war erleichtert, das Gespräch war besser verlaufen als er gehofft hatte. Jetzt war er auf dem Weg zu T'Pols Quartier. Von seiner Idee hatte er zuerst Admiral Forrest überzeugen müssen, was ihm nach einer guten dreiviertel Stunde auch gelungen war. Die Führungsoffiziere zu überzeugen war da schon wesentlich einfacher gewesen. Jetzt hing es in erster Linie von der Vulkanierin ab. Er betätigte den Summer zu T'Pols Quartier und aus dem Inneren ertönte ein sanftes "Herein!"

"Sir!" T'Pol sprang von ihrem unordentlichen Bett auf. Offenbar hatte sie sich zur Nachtruhe vorbereitet. Sie trug ein ärmelloses Oberteil, eine Pyjamahose und war barfuss. Das Oberteil war etwas kurz und ließ einen Teil ihres Bauchs frei.

"T'Pol, ich möchte mit Ihnen sprechen."

"Natürlich, Sir. Nehmen Sie Platz." Die Frau deutete auf einen Stuhl neben ihrem Schreibtisch und ließ sich selbst graziös auf den Sessel hinter der Tischplatte sinken.

"Wie fühlen Sie sich?", fuhr Archer fort.

"Sir?"

"T'Pol, Sie wissen was ich meine!"

"Ich... habe nicht mit einer so schnellen Entscheidung gerechnet. Ich ging davon aus, dass ich zumindest die Gelegenheit erhalten würde, mich in einer Anhörung zu rechtfertigen." T'Pol zögerte, sie schien nach den richtigen Worten zu suchen. "Ich... Ich bin etwas frustriert."

"Das scheint mir eine adäquate vulkanische Umschreibung dafür zu sein, dass Sie sich mies fühlen."

"Sir, ich..."

"Kein Grund beleidigt zu sein, T'Pol." Archer hob abwehrend die Hände, ein leichtes Grinsen umspielte seine Lippen. Er freute sich diebisch darauf, die Reaktion der Vulkanierin auf seinen Vorschlag zu sehen.

T'Pol war nicht beleidigt. Sie nahm etwas wahr, das man als Enttäuschung umschreiben könnte. Sie wusste, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatte aber der Captain schien sehr leicht darüber hinwegzugehen, dass sie tatsächlich fast alles verloren hatte, wofür sie in den letzten Jahren so hart gearbeitet hatte.

Archer hatte die Hände wieder runter genommen und musterte die Frau.

"Sir?"

"Ähm, wie dem auch sei, ich hatte vorhin eine Unterredung mit Admiral Forrest. Er hat die Entscheidung des vulkanischen Oberkommandos bestätigt und mir die entsprechenden Dokumente übermittelt."

"Ich verstehe, Sir."

"Ich hatte außerdem eine Besprechung mit Trip und den Führungsoffizieren."

"Ich verstehe, Sir."

"Nein, das denke ich nicht."

T'Pols Augenbraue schoss nach oben, ihren Gesichtsausdruck hätte man bei einem Menschen ohne Zweifel als Empörung interpretieren können. Bei der Vulkanierin war das natürlich nicht der Fall. Was sollte den an der Situation nicht zu verstehen sein, fragte sie sich. Wollte der Captain aus ihrer Entlassung vielleicht ein Schauspiel machen? Obwohl... Das konnte sie sich eigentlich nicht vorstellen, schließlich schien der Captain sie... zu mögen.

Wieder hob Archer abwehrend die Hände. "Ich habe dem Admiral und dann später den Führungsoffizieren einen Vorschlag unterbreitet, der eine elegante Lösung für unser Problem wäre. Die Entscheidung liegt aber zunächst einmal bei Ihnen."

"Sir?" T'Pols Verwirrung war deutlich. Worin im Namen der Logik sollte die Lösung für ihr Problem liegen?

Archer griff in eine Tasche seines Overalls und zog etwas hervor. Die Vulkanierin konnte nicht erkennen was es war, es schien ein Stück Stoff zu sein. Erst als Archer es vor T'Pol auf dem Schreibtisch platziert und seine Hand zurückgezogen hatte, erkannte sie es. Es war ein Aufnäher, wie ihn die Menschen an ihren Uniformen trugen. Er zeigte das Symbol der Sternenflotte.

T'Pol starrte darauf, dann hob sie langsam ihren Blick und sah Archer an. Ihre Mine war undurchdringlich. Kein Muskel regte sich.

Archer blickte die Vulkanierin fest an. "Denken Sie darüber nach. Es wäre ein gewaltiger Schritt. Die Reaktionen auf Vulkan und der Erde werden bestimmt bemerkenswert sein. Sie wären der erste nichtmenschliche Offizier der Sternenflotte. Wenn Sie sich für diesen Schritt entscheiden, würden wir bestimmt einiges Aufsehen erregen. Aber ich denke, es wäre ein Schritt, der den Ärger wert ist."

 

Damit stand Archer auf und verließ das Quartier. T'Pol blieb sitzen wo sie war und blickte wieder auf den Aufnäher. Das kann doch nicht sein Ernst sein, dachte sich die Vulkanierin. Doch, natürlich ist es sein Ernst. Er hatte ihr dieses Angebot wirklich gemacht und er hat schon mit dem Admiral und den Führungsoffizieren darüber gesprochen. Das wäre eine Lösung für ihr >Problem<, die jeder Logik entbehrte - oder doch nicht? Was sollte sie jetzt tun? Lange saß T'Pol an ihrem Schreibtisch und dachte nach, bis ihr die Logik gebot, endlich Schlafen zu gehen.

 

 
Die Entscheidung

 

Pünktlich um 0530 Uhr ertönte das Wecksignal. T'Pol schlug die Augen auf und schwang die Beine aus dem Bett, ihr erster Blick fiel auf ihren Schreibtisch. Der Aufnäher lag noch immer an derselben Stelle, an die der Captain ihn gestern hingelegt hatte. Was sollte sie tun, fragte sich die Vulkanierin, sie wusste es immer noch nicht.

 

Nach der Morgentoilette trat T'Pol in ihrer üblichen Unterwäsche vor den Kleiderschrank und wollte automatisch nach ihrer Uniform greifen, dann zögerte sie. Sie hatte sich entschieden an Bord zu bleiben und dafür die Quittung bekommen, wie die Menschen sagen. Sie war kein Offizier mehr. Sie griff an eine andere Stelle des Kleiderschranks.

 

Die Vulkanierin verließ ihr Quartier und machte sich auf den Weg zur Messe, um zu frühstücken, bevor sie ihren Dienst auf der Brücke antrat. Sie stand noch immer auf dem Dienstplan und bis jetzt hatte sie niemand darüber informiert, dass der Plan geändert worden war. Als T'Pol um eine Ecke bog, begegneten ihr zwei Crewmen. Mit dem üblichen Nicken und einem "Ma'am!", nahmen die beiden sie zur Kenntnis. T'Pol erwiderte automatisch "Crewman." Als sie an den Männern vorbei war, konnte sie aufgrund ihres vulkanischen Gehöhrs genau verfolgen was sie sagten.

 

"Hast du das gesehen!"

"Ja, Mann."

"Wow!"

 

T'Pol trat in den Turbolift, wandte sich um und sah die beiden Crewmen immer noch am Ende des Ganges stehen. Als sie ihren Blick auf die Männer richtete, verschwanden sie schnell um die Ecke. Auf dem restlichen Weg zur Messe nahm sie bei allen Crewmitgliedern denen sie begegnete eine ähnliche Reaktion wahr.

 

Als sie den Speisesaal betrat, verstummten fast augenblicklich alle Gespräche und die allgemeine Aufmerksamkeit richtete sich auf sie. Die Vulkanierin trug einen eng anliegenden körperbetonenden roten Einteiler mit einem breiten V-förmigen Ausschnitt fast bis zum Brustansatz. Gürtel, Schultern und Kragen waren farblich abgesetzt. Noch nie hatte man die Vulkanierin in etwas anderem als ihrer üblichen braunen Uniform gesehen und noch nie hatte sie soviel Haut gezeigt. Nicht nur die männlichen Crewmitglieder starrten sie an, auch die weiblichen konnten den Blick kaum abwenden. T'Pol ignorierte die Blicke und trat an die Essensausgabe, sie entnahm dem Automaten ihr übliches Frühstück, holte sich aus dem Getränkespender eine Tasse grünen Tee und nahm an einem freien Tisch Platz. Nach wie vor wurde sie von allen angestarrt, schließlich wandte sie sich einem Crewmann am Nebentisch zu, der den Blick nicht abwenden konnte.

 

"Kann ich etwas für Sie tun, Crewman Mitchell?"

"Äh, Ma'am, ahm... ich meine nein, Ma'am."

"Dann sollten Sie ihre Mahlzeit beenden und sich zum Dienst begeben."

"Ja, Ma'am." Mitchell wurde rot, wandte sich ab und schien die Eier mit Speck auf seinem Teller mit einem Mal äußerst faszinierend zu finden. Auch alle anderen in der Messe wandten endlich den Blick ab und T'Pol konnte in Ruhe frühstücken. Als sie fertig war, stand sie auf und brachte ihr Tablett zur Geschirrrückgabe. Sie war noch nicht ganz zur Tür hinaus als hinter ihr hektisches Gemurmel einsetzte.

 

Sie betrat erneut den Turbolift und fuhr zur Brücke hinauf. T'Pol war wie üblich fünf Minuten zu früh und die Nachtwache hatte noch Dienst. Lieutenant Reed führte das Kommando und die Stationen waren mit anderen Offizieren oder Crewmen besetzt. Auch hier erntete T'Pol die gleiche Reaktion, alle Blicke wandten sich ihr zu und alle starrten sie an.

 

T'Pol trat vor Reed. "Lieutenant, ich bitte um Erlaubnis die Wissenschaftsstation übernehmen zu dürfen."

"Ma'am, Sie müssen nicht darum bitten. Die Station gehört Ihnen."

"Doch Lieutenant, ab heute muss ich darum bitten. So verlangen es die Vorschriften für Zivilisten an Bord von Sternenflottenschiffen."

"Dann übernehmen Sie die Station."

T'Pol trat an die Station, der Ensign, der bis jetzt dort Dienst getan hatte, stand auf, nickte kurz und sagte "Ma'am", dann verschwand er im Turbolift, nicht ohne noch einen letzten Blick auf die Vulkanierin geworfen zu haben. Die konzentrierte sich voll und ganz auf ihre Instrumente und überprüfte die während der Nacht aufgezeichneten Daten. Es gab nichts Besonderes zu berichten.

 

Die Tür im hinteren Bereich der Brücke öffnete sich und der Captain erschien um Reed abzulösen. Die Tür des Lifts öffnete sich wieder zischend und heraus traten Ensign Mayweather und zwei weitere Offiziere, die die taktische und die technische Station übernahmen. Gerade als Reed verschwunden war, öffneten sich die Turbolifttüren erneut und Ensign Sato trat heraus. Sie wandte sich vom Turbolift nach links zu ihrer Kom-Station und konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Von den anderen hatte bis jetzt keiner T'Pols neues Outfit bemerkt, da sie von ihrer Konsole fast ganz verdeckt war. Sato aber musste hinter der Wissenschaftsstation vorbeigehen, um zu ihrer eigenen Station zu gelangen.

 

"Guten Morgen T'Pol, das neue Outfit steht Ihnen gut", sagte sie und lenkte damit die Aufmerksamkeit der anderen auf die Vulkanierin.

"Ensign Sato." Wieder einmal stand die Vulkanierin im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sie nutzte die Konsole vor sich quasi als Schutzschild. Sie war in der Tat nicht mehr verpflichtet die Uniform zu tragen, allerdings hatte sie nicht voraussehen können, wie die Crew auf ihr neues Aussehen reagieren würde, obwohl sie davon ausgegangen war, dass die Abweichung von der Routine auffallen würde. "Captain, ich habe entschieden, dass es nicht angebracht ist, weiterhin die vulkanische Uniform zu tragen. Ich hoffe Sie haben keine Einwände gegen mein neues >Outfit<, um Ensign Satos Worte zu gebrauchen."

"Nein, natürlich nicht. Sie können tragen was Sie wollen. Da wir gerade beim Thema sind, haben Sie schon über meinen Vorschlag nachgedacht?" Archer bemühte sich, nicht zu offensichtlich zu der Vulkanierin hinüberzuschauen, schließlich war er der Captain. Die anderen Offiziere zeigten weniger Zurückhaltung aber wenigsten war niemand aufgestanden, um einen Blick auf sie zu werfen.

"Ich habe in der Tat bereits über Ihr Angebot nachgedacht. Ich bin aber noch nicht zu einer Entscheidung gelangt", erwiderte die Vulkanierin.

"Wir erreichen die Delphische Ausdehnung in etwa fünf Wochen. Bis dahin sollten Sie sich entschieden haben, denn eine Kommunikation mit der Erde wird dann fast nicht mehr möglich sein. Sie wissen ja, bürokratische Mühlen mahlen langsam und um alles zu regeln wird man einige Zeit brauchen", Archer gelang es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

"Ich werde das im Gedächtnis behalten, Sir." T'Pol hatte die menschliche Form der Bürokratie bereits kennen gelernt und ganz persönlich fand sie, dass Menschen und Vulkanier vielleicht doch mehr gemeinsam hatten als beide Seiten zugeben wollten.

"Gut! Also dann Ladies und Gentleman, frisch ans Tagewerk." Archer klatschte in die Hände und wandte sich dem Sichtschirm zu. Die übrigen Offiziere rissen sich vom Anblick T'Pols los und widmeten sich ihren Pflichten.

 

Der Tag verlief ereignislos, keine Übergriffe heimtückischer Suliban, keine schießwütigen Klingonen, keine Piraten, Kopfgeldjäger oder ähnliches Gesindel. Es gab keine Hilferufe, keine gefährlichen Strahlungsfelder, keine Meteoritenschauer, nicht mal die üblichen nach Eroberung und Vernichtung lechzenden Aliens. Kurz gesagt, es war total langweilig.

Als die Wache endlich beendet war, begab sich T'Pol in Begleitung von Ensign Sato zur Messe. Die Crew hatte sich inzwischen bereits an das neue Outfit der Vulkanierin gewöhnt und sie erntete nur noch einige wenige erstaunte Blicke von Crewmen, die sie bis jetzt noch nicht gesehen hatten. Was sich nicht geändert hatte war, dass jeder T'Pol nach wie vor mit dem üblichen Nicken und dem obligatorischen "Ma'am" zur Kenntnis nahm. Ensign Sato wurde erst als Zweite gegrüßt.

 

T'Pol war verwirrt, sie hatte schon am Morgen diese Reaktion bemerkt, ihr aber keine Bedeutung beigemessen. Sie war davon ausgegangen, dass sich die Crew recht schnell an die neuen Umstände gewöhnen würde. Ja, dass sie vielleicht sogar froh sei, den >vulkanischen Wachhund< los zu sein. "Ensign, warum verhält sich die Crew immer noch so, als ob ich der Erste Offizier wäre. Jeder muss doch mittlerweile wissen, dass ich meines Postens enthoben worden bin."

"Weil die Crew Sie respektiert", erwiderte Sato und verstummte dann.

T'Pol wartete darauf, dass die andere Frau weiter sprach aber die blieb still.

"Weil die Crew mich respektiert? Das ist die ganze Antwort?"

"Ja, das ist die ganze Antwort. Sie werden respektiert, so einfach ist das."

 

Auf dem weiteren Weg zur Messe schwiegen die beiden Frauen. Darüber musste die Vulkanierin erst einmal nachdenken. Sie war bis gestern der Erste Offizier gewesen, dass sie respektiert oder vielleicht auch nur toleriert worden war, hing doch mit ihrem Rang zusammen - oder nicht? Zugegeben, in den letzten Monaten hatte sich das Verhalten der Crew ihr gegenüber geändert, die Leute waren... aufgeschlossener... rücksichtsvoller, wenn es um vulkanische Gebräuche oder Verhaltensweisen ging. T'Pol war davon ausgegangen, dass man sich an sie gewöhnt hatte und dass es sich niemand mit dem Ersten Offizier verderben wollte. T'Pol musste sich selbst aber auch eingestehen, dass sie sich ebenfalls verändert hatte, sie schien in den letzten Monaten immer öfter Entscheidungen zu treffen, die nicht logisch begründet waren und doch... richtig zu sein schienen. Wie nannten die Menschen das... nach Gefühl handeln? Aus dem Bauch heraus entscheiden? Nein, so etwas tat sie nicht! Ihre Entscheidungen waren wohl durchdacht und logisch begründet. So wie ihre Entscheidung an Bord zu bleiben...? Warum nur war es ihr so wichtig, auf der ENTERPRISE bleiben zu können?

 

In der Messe bedienten sich T'Pol und der Ensign und nahmen dann gemeinsam an einem Tisch Platz. Sie aßen schweigen. T'Pol war noch immer in Gedanken versunken, sie bemerkte aber dennoch, dass die Crew ihr nicht mehr Aufmerksamkeit schenkte als üblich. Die Menschen hatten sich sehr schnell an die neuen Umstände angepasst. Nur von einem Tisch in der Ecke des Raumes kamen immer wieder neugierige Blicke, dort saßen einige Soldaten und Soldatinnen aus Major Hayes' Spezialeinheit, die wie üblich unter sich blieben.

 

Als Sato und T'Pol ihre Mahlzeit beendet hatten, trat ein Crewman an den Tisch heran.

"Ma'am. Ensign", wandte er sich zuerst an die Vulkanierin und dann an Hoshi.

Da seine Aufmerksamkeit auf T'Pol gerichtet war, ergriff diese das Wort. "Crewman Harris, was kann ich für Sie tun?"

"Ma'am, der Koch bittet Sie, in die Kombüse zu kommen. Er hat ein neues vulkanisches Rezept ausprobiert und möchte gern Ihre Meinung dazu hören, bevor er es auf den Speiseplan setzt."

"Ich komme in ein paar Minuten."

"Ja, Ma'am." Harris blieb wo er war.

"Gibt es noch etwas", fragte T'Pol.

Harris wirkte verlegen und die Vulkanierin bemerkte, dass sich die Aufmerksamkeit aller im Raum wieder ihr zugewandt hatte. Es herrschte mit einem Male Totenstille.

Harris räusperte sich, strafte die Schultern und nahm Haltung an. "Ma'am, ich spreche im Namen der gesamten Crew. Wir möchten, dass Sie wissen, dass wir die Entscheidung des vulkanischen Oberkommandos für falsch halten. Wir sind froh darüber, dass Sie bei uns geblieben sind."

T'Pols Augenbraue zuckte nach oben. Sie sah Harris einen Augenblick lang an, dann ließ sie ihren Blick durch den Raum schweifen. Alle Crewmitglieder im Raum sahen sie an und alle nickten kurz als sich ihre Blicke kreuzten.

Ensign Sato beugte sich über den Tisch, sah die Vulkanierin an und flüsterte "Respekt."

T'Pol wandte ihre Aufmerksamkeit wieder Crewman Harris zu, der noch immer in Habachtstellung vor dem Tisch stand. Sie sprach laut genug, damit jeder in der Messe sie hören konnte. "Zunächst einmal brauchen Sie keine Haltung anzunehmen, wenn Sie mit mir sprechen. Das ist jetzt nicht mehr notwendig. Zum anderen schien es mir einfach nicht richtig zu sein, die Crew und das Schiff... wie sagen Sie doch, >im Stich zu lassen<."

Harris nahm eine Körperhaltung ein, die die Menschen als >Stehen sie bequem< bezeichnen.

"Ich war bereit mein Offizierspatent freiwillig niederzulegen. Ich ging davon aus, dass es eine Anhörung geben würde und ein solch radikaler Schritt vielleicht sogar vermeidbar wäre. Ich habe nicht damit gerechnet, dass das Oberkommando so schnell zu einer Entscheidung kommen würde ohne mir die Gelegenheit zu geben mich zu rechtfertigen."

Sie wandte den Blick von Harris ab und ließ ihn nochmals durch den Raum schweifen, dabei stellte sie für einen Sekundenbruchteil mit jedem Crewmitglied Augenkontakt her. Dann konzentrierte sie sich wieder auf Harris.

"Ich danke Ihnen für ihre Worte. Ich weiß jetzt, dass meine Entscheidung an Bord zu bleiben richtig war."

Harris ging erneut in die vorschriftsmäßige Habachtstellung. Das breite Grinsen auf seinem Gesicht war allerdings völlig unvorschriftsmäßig. "Ja, Ma'am." Er wandte er sich an Ensign Sato "Ma'am", legte eine perfekte Kehrtwende hin und ging zu seinem Platz zurück. Langsam setzten die Unterhaltungen im Raum wieder ein und der Geräuschpegel normalisierte sich.

 

"Ich denke, Sie sollten jetzt in die Kombüse gehen und das neue Gericht probieren. Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen als einen verärgerten Koch. Das wäre katastrophal für die Moral, wir könnten es gar mit einer Meuterei zu tun bekommen. Die Mannschaft könnte Sie zwingen sich beim Koch zu entschuldigen." Auf Ensign Satos Gesicht zeichnete sich ein breites Grinsen ab, als sie ihre Erklärung abgab.

T'Pol wandte ihren Blick dem Ensign zu. "Ja, in der Tat."

Nun war es an Sato eine Augenbraue hochzuziehen, bei weitem nicht so gekonnt, wie es die Vulkanierin tat aber deutlich genug. "Ein Anflug von Humor, T'Pol? Ich glaube Sie waren vielleicht doch zu lange in der Gesellschaft von uns Menschen."

Die Vulkanierin beugte sich nun ihrerseits über den Tisch und erklärte streng "Ensign Sato, es gibt keinen Grund beleidigend zu werden."

Gerade als Sato entsetzt um Verzeihung bitten wollte, bemerkte sie in T'Pols Augen ein kurzes Aufblitzen. Jemand, der die Vulkanierin nicht so gut kannte wie sie, hätte es leicht übersehen können aber Sato wusste es zu interpretieren. Sie hatte lange gebraucht um den unterschwelligen Humor der Frau zu erkennen. Ein erleichtertes Lächeln umspielte ihre Lippen als sie aufstand und T'Pol zur Geschirrrückgabe folgte.

 

Ensign Sato verließ die Messe um sich zu ihrem Quartier zu begeben. T'Pol ging durch den Raum zurück zum Durchgang zur Kombüse.

Als sie den wahrscheinlich wichtigsten Raum des Schiffes betrat, standen der Chef und zwei Köche vor dem Herd und diskutierten lauthals über das Für und Wider von Basilikum in vulkanischer Plomeksuppe, wobei jeder versuchte, seinem Standpunkt durch möglichst energisches herumfuchteln mit den Armen das nötige Gewicht zu verleihen. T'Pol trat leise hinter die streitenden Männer und wartete darauf, dass man ihr Aufmerksamkeit schenken würde. Die zwei Köche hatten sich offensichtlich gegen ihren Chef zusammengetan, weshalb sich der Einzelkämpfer durch ganz besonders energisches herumfuchteln durchzusetzen versuchte und T'Pol fast eine Ohrfeige versetzt hätte. Sie entschloss sich, die Initiative zu ergreifen und räusperte sich laut.

Der Effekt hätte nicht beeindruckender sein können. Alle drei Männer machten einen Satz und sahen sich erschrocken um.

"Gott! Ma'am, Sie hätten mir fast einen Herzinfarkt beschert!"

"Wäre Ihr Kreislaufsystem so anfällig, würden Sie wohl kaum an Bord der ENTERPRISE Dienst tun. Sie haben ein neues Rezept ausprobiert?"

"Oh. Ja, Ma'am. Wenn Sie mir folgen möchten." Der Chef führte sie zu einer Vorrichtung zum schonenden Warmhalten von Speisen und hob den Deckel von einem Topf. Sofort stieg T'Pol ein vertrauter Duft in die Nase.

"Das ist..."

"Ganz genau", erwiderte der Koch, froh darüber, dass die Vulkanierin zumindest den Geruch erkannt hatte.

T'Pol nahm einen Löffel und taucht ihn in die zähflüssige gelblichbraune Masse. Sie führte ihn zum Mund und probierte vorsichtig ein wenig. Sie konnte ihr Erstaunen kaum verbergen. Eine Augenbraue schoss deutlich in die Höhe. "Es schmeckt genau richtig! Wie haben Sie das geschafft? Ich weiß, dass wir nicht alle Zutaten dafür an Bord haben."

Der Chef grinste breit. "Das ist Betriebsgeheimnis - aber Sie können sicher sein, dass es nicht leicht war. Ich kann es also auf den Speiseplan setzten?"

"In der Tat, das können Sie."

"Sehr gerne, Ma'am."

 

T'Pol wandte sich ab, um die Küche zu verlassen, dabei nickten ihr die beiden anderen Männer zu und ließen das obligatorische "Ma'am." hören. Die Vulkanierin reagierte automatisch mit einem "Crewmen" und nickte zurück.

Am Ausgang der Kombüse blieb T'Pol nochmals stehen und drehte sich um. "Ich würde sehr gerne einmal Ihre Plomeksuppe mit Basilikum probieren."

"Ja, Ma'am. Ich informiere Sie, wenn ich es ausgetüftelt habe."

Mit einem letzten Nicken verschwand die Vulkanierin durch die Tür in den kurzen Verbindungsgang zur Messe. Ihr vulkanisches Gehör erlaubte ihr, den Wortwechsel in der Kombüse weiterzuverfolgen.

 

"Na, was hab ich euch gesagt", ertönte die triumphierende Stimme des Chefs.

"Also wirklich! Plomeksuppe mit Basilikum, das geht doch nicht..."

"Ich meine auch..."

"Ihr beide haltet jetzt die Klappe! Hier bin immer noch ich der Chef!! Wir machen jetzt Plomeksuppe mit Basilikum und damit Basta!! Das war ein Befehl!"

 

Wäre T'Pol ein Mensch gewesen, hätte man ihre Stimmung als amüsiert beschreiben können. In der Tat, dachte sie, der Koch ist wahrscheinlich die wichtigste Person auf dem Schiff.

 

Ihr vulkanisches Gehör erlaubte es T'Pol aber auch etwas anderes zu hören. In der Messe meldete sich einer von Major Hayes' Soldaten zu Wort. "Warum veranstaltet ihr eigentlich wegen der Vulkanierin so ein Theater?"

 

Wie angewurzelt blieb T'Pol stehen, sie befand sich immer noch in dem Gang und in der Messe wusste niemand, dass sie da war. Dort hatte sich binnen Sekunden Totenstille ausgebreitet. Schließlich sagte jemand etwas, es war Crewman Harris.

 

"Wir veranstalten wegen der Vulkanierin so ein Theater, weil uns etwas an ihr liegt."

 

T'Pol stand stocksteif da. Was geht da bloß vor, dachte sie.

 

Harris sprach weiter. Er schien nicht auf eine Konfrontation mit den Soldaten aus zu sein, sondern sprach in ruhigem Tonfall. "Als ich vor zwei Jahren an Bord der ENTERPRISE kam, dachte ich ganz ähnlich, als ich hörte, dass wir einen vulkanischen Ersten Offizier bekommen. Ich dachte, wir kommen auf unserer ersten Tour höchsten bis zum Pluto und dann würde der Kerl irgendeinen Grund finden die Mission abzublasen. Da hab' ich mich getäuscht."

 

T'Pol nahm zustimmendes Gemurmel wahr.

 

"In den letzten zwei Jahren haben wir eine ganze Menge zusammen erlebt. Der Commander hat sich unsere Anerkennung, unseren Respekt und unsere Loyalität verdient. Genauso haben wir uns ihren Respekt und ihre Loyalität verdient. Sie ist ein kompetenter Offizier und weiß was sie tut. Wenn der Captain nicht an Bord ist, führt sie das Kommando und sie hat das Wohl der Crew, des Schiffes und die Mission immer zuerst bedacht und nicht irgendwelche politischen Interessen, die ein Schreibstubenhengst auf Vulkan oder der Erde vertrat."

"Ja Mann! Ganz richtig..." Jetzt setzte ein wildes Durcheinander ein. "...weißt du noch damals...", "...sie hat...", "...wir würden jederzeit...", "...sie hat's drauf, Mann...", trotz ihres hervorragenden Gehöhrs bekam T'Pol nicht alles mit. Die Leute sprachen einfach zu schnell und zu wild durcheinander.

"Ja, genau das ist es. Sie hat's drauf!" Harris hatte wieder das Wort ergriffen. "Dass sie von ihren eigen Leuten gefeuert wurde, is' ne' himmelschreiende Ungerechtigkeit. Aber dass sie es riskiert hat, zeigt ganz deutlich ihre Loyalität uns gegenüber. Sie gehört zur Crew der ENTERPRISE. T'Pol ist eine von uns."

 

Wieder gab es laute Zustimmung in der Messe. >SIE IST EINE VON UNS< hämmerte es in T'Pols Schädel, >SIE IST EINE VON UNS<. Die Vulkanierin wandte sich ab. Sie wollte jetzt den Raum nicht betreten. Sie ging zurück zur Kombüse um von dort auf den Gang hinauszukommen. Als sie den Raum erreichte, nahmen sie der Chef und seine Leute gar nicht wahr, die stritten gerade darüber, ob Plomeksuppe mit Basilikum auch Oregano vertragen würde. T'Pol durchquerte leise den Raum und verließ ihn auf der anderen Seite.

Sie war wie in Trance als sie den Korridor hinunter ging. >SIE IST EINE VON UNS< Ihre Beine trugen sie ganz von selbst in Richtung ihres Quartiers. >SIE IST EINE VON UNS< Was sie gerade gehört hatte... >SIE IST EINE VON UNS< Es hatte sie erschüttert, aber sie bewahrte ihre Fassung, ihr Gesicht war sogar noch steinerner als sonst. >SIE IST EINE VON UNS< Da hatte ein Mensch für sie Partei ergriffen, nein nicht nur einer, alle in der Messe hatten sie gegen die Soldaten verteidigt. >SIE IST EINE VON UNS< Hatten T'Pol verteidigt gegen Angehörige ihres eigenen Volkes. >SIE IST EINE VON UNS< Crewman Harris war der Wortführer, kein Offizier, nicht mal ein Unteroffizier, ein einfacher Crewman mit dem sie während der ganzen Zeit an Bord der ENTERPRISE nur ein paar Sätze gewechselt hatte und der nur ein einziges Mal zu einem von ihr geführten Außenteam gehört hatte. >SIE IST EINE VON UNS< Warum hatte er das getan, warum hatten SIE das getan?

T'Pol blickte auf und bemerkte, dass sie vor der Tür zu ihrem Quartier stand. Sie wusste nicht wie sie hierher gekommen war. Sie trat ein und setzte sich an ihren Schreibtisch, das Sternenflottenabzeichen, das der Captain ihr gebracht hatte, lag noch immer dort. >SIE IST EINE VON UNS<, immer wieder schossen diese Worte durch ihr Hirn. Sie hatte es die ganze Zeit vor Augen gehabt. >SIE IST EINE VON UNS< Die Crew hatte sie genauso behandelt wie gestern, als sie noch Erster Offizier gewesen war. Die Leute hatten ihr auch ohne ihren Rang Respekt entgegen gebracht. >SIE IST EINE VON UNS< Keiner hatte sich ihr gegenüber unhöflich verhalten. Die Abneigung, die manche Menschen gegenüber Vulkaniern an den Tag legen, sie hatte nichts davon wahrgenommen. >SIE IST EINE VON UNS< In einer Kultur, in der schon kleinste körperliche Regungen als emotionaler Ausbruch gewertet werden können, lernt man das Lesen der Körpersprache. >SIE IST EINE VON UNS< Die Menschen sind bei weitem nicht so zurückhaltend wie Vulkanier. >SIE IST EINE VON UNS< Sie hatte nichts bemerkt, das darauf schließen ließ, dass die Besatzung ihre Entlassung positiv aufgenommen hätte. >SIE IST EINE VON UNS<

 

T'Pol wusste nicht, wie lange sie da gesessen hatte. Dann bewegte sich plötzlich ihre rechte Hand, ohne sich dessen bewusst zu sein, tastete sie nach dem Aufnäher. Als ihre Fingerspitzen das kleine Stück Stoff berührten, glaubte T'Pol einen Schauer durch ihren Körper strömen zu fühlen. Die Worte Captain Archers von gestern Abend kamen ihr in den Sinn `Es wäre ein gewaltiger Schritt.ï >SIE IST EINE VON UNS< Ja, es wäre ein gewaltiger Schritt, wie würden ihre Familie und ihr Volk darauf reagieren? >SIE IST EINE VON UNS - SIE IST EINE VON UNS - SIE IST EINE VON UNS< Sie nahm das Sternenflottensymbol in die Hand. >SIE IST EINE VON UNS< Sie schloss ihre Faust um den Aufnäher.

 

>SIE IST EINE VON UNS<

 

"Ich bin eine von ihnen." Als sie es laut aussprach, in der Stille ihrer Kabine, war es klar.

T'Pol hatte ihre Entscheidung getroffen.

 

 
Der erste Schritt

 

Captain Archer saß an seinem Schreibtisch und ging wieder einmal die wenigen Informationen durch, die über die Delphische Ausdehnung und die Xindi zur Verfügung standen. Aber irgendwie war er nicht bei der Sache, er kam immer wieder auf T'Pol. Archer schätzte die Frau als Offizier, als Person und als Freundin. Er hoffte, dass sie sich sein Angebot ernsthaft überlegen und sich schließlich dafür entscheiden würde. Er wusste, dass es hier an Bord der ENTERPRISE anders aussah als auf der Erde. Hier würde ein vulkanischer Sternenflottenoffizier akzeptiert werden, davon war er mittlerweile überzeugt. Aber auf der Erde und auf Vulkan? Was, wenn sie dieses Himmelfahrtskommando doch überleben sollten? Was, wenn sie zur Erde zurückkehren und Menschen, die jahrelang hart hatten arbeiten müssen, um ihre Beförderung zu bekommen, plötzlich ein vulkanischer Vorgesetzter vor die Nase gesetzt wird? Aber wie sicher war das schon? Kurz vor dem Start der ENTERPRISE aus dem Raumdock, hatte Admiral Forrest Archer zur Seite genommen und mit deutlichen Worten klar gemacht, was von ihm erwartet wurde. Die ENTERPRISE hatte den Auftrag den Angriff der Xindi auf die Erde aufzuhalten. Die sichere Rückkehr des Schiffes und seiner Crew hatte nur sekundäre Priorität. Der Admiral sagte deutlich, dass Archer tun sollte, was er für notwendig hielte. Alles, was in der Ausdehnung geschehen würde, würde auch dort bleiben. Sollte es die ENTERPRISE zurück zur Erde schaffen, würde niemand Fragen stellen und das kam von ganz oben. Niemand an Bord der ENTERPRISE wusste davon.

 

All das wälzte der Captain in seinem Kopf herum, während er mit leerem Blick auf den Monitor starrte und die Informationen darauf nicht wahrnahm.

Der Türmelder riss ihn aus seinen Gedanken. Archer schreckte hoch. Der Melder hatte schon zum zweiten Mal gesummt, oder?

 

"Herein!" Archer fuhr sich mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand über die Augen, als die Vulkanierin eintrat und sich gleich hinter der Tür dem Menschen zuwandte.

"Captain."

"T'Pol, was kann ich für Sie tun? Bitte nehmen Sie Platz." Archer nickte in Richtung eines Sessels.

Die Vulkanierin ließ sich auf die Kante der Sitzfläche nieder. War sie Archer den ganzen Tag über still und nachdenklich vorgekommen, so schien sie jetzt nur noch still, eigentlich nicht anders als sonst. Mit ruhiger Stimme ergriff sie das Wort. "Captain, ich habe über Ihr Angebot nachgedacht und möchte es annehmen."

Der Captain blinzelte verblüfft. Mit einer so schnellen Entscheidung der Vulkanierin hatte er nicht gerechnet. Er war davon ausgegangen, dass sie zuerst noch mit ihm alles durchsprechen würde. Ein breites Lächeln konnte er aber dennoch nicht verbergen. "Ich bin froh, das zu hören. Sie haben sich richtig entschieden. Haben Sie noch irgendwelche Fragen oder soll ich mich gleich mit dem Admiral in Verbindung setzten?"

"Ich würde gerne wissen in welcher Position ich in die Sternenflotte übernommen würde", fragte T'Pol.

"Darüber habe ich schon gestern mit Admiral Forrest gesprochen, als ich ihm den Vorschlag machte. Eine Übernahme als Lieutenant-Commander und Wissenschaftsoffizier scheint mir durchaus realistisch. Was den Posten als Erster Offizier angeht, da käme außer Ihnen nur Trip in Frage. Er wäre bereit, den Job zu übernehmen, wenn es sein muss aber er würde lieber bei seinem Reaktor bleiben. Er hasst Papierkram und Statistiken über den wöchentlichen Bettwäschetausch sind nicht gerade sein Ding. Er sagte, er wäre Ihnen ewig dankbar, wenn Sie ihn vor dieser Bürde bewahren könnten."

"Ich sehe es durchaus nicht als Bürde an, mich mit Statistiken über Bettwäsche zu befassen. Saubere Bettwäsche scheint mir für die Moral an Bord fast genauso wichtig zu sein, wie ein zufriedener Koch."

"Bitte?"

"Ist nicht wichtig, Sir."

"Ah, schön. Also wenn Sie sonst keine Fragen haben..."

"Nein, Sir."

Archer stand auf und trat an das Kom-Paneel am Kabinenschott. "Ensign Sato!"

"Ja, Sir", ertönte die Stimme der jungen Frau aus dem Lautsprecher.

"Verbinden Sie mich mit Admiral Forrest, legen Sie das Gespräch in mein Quartier."

"Aye, Sir."

"Haben Sie schon Ihre Familie von Ihrem Entschluss in Kenntnis gesetzt T'Pol?", wandte sich Archer wieder an die Vulkanierin.

"Ich hatte bis jetzt keine Zeit dazu."

"Vielleicht sollten Sie das noch tun, bevor Ihre Leute es von jemand anderem hören."

"Ich..."

"Captain", wurden sie von der Stimme Ensign Satos unterbrochen. "Ich verbinde Sie jetzt mit Admiral Forrest."

"Verstanden."

Auf dem Monitor in Archers Quartier erschien das Gesicht des Admirals. "John, was kann ich für Sie tun?"

"Sir, ich möchte Sie davon in Kenntnis setzten, dass sich T'Pol entschieden hat der Sternenflotte beizutreten."

Die Vulkanierin war bei diesen Worten aufgestanden und hinter Archer getreten, der auf seinem Stuhl saß. Der Admiral fixierte seinen Blick auf die Frau.

"Sind Sie sich damit auch wirklich sicher, T'Pol", fragte der Admiral und musterte die Vulkanierin genau.

"Ja, Sir. Ich habe gründlich darüber nachgedacht und habe meine Entscheidung getroffen."

"In Ordnung, ich habe morgen um 1000 Uhr Erdzeit einen Termin beim Oberbefehlshaber der Flotte und werde dann darauf zu sprechen kommen. T'Pol, ich könnte mir denken, dass Sie die Frage, ob Sie sich auch wirklich sicher sind, in den nächsten Tagen öfter zu hören bekommen. Ich glaube, dass Sie und Captain Archer ab morgen sehr viel Zeit mit Subraum-Kommunikation verbringen werden."

"Verstanden, Sir", die Antwort der Vulkanierin und des Menschen kam gleichzeitig.

Forrest konnte ein leichtes Grinsen nicht unterdrücken. "Ich sehe, Sie scheinen tatsächlich gut zusammenzuarbeiten. Bis morgen. Forrest Ende" Der Monitor wurde dunkel.

"Das hätten wir also geschafft", erklärte der Captain und drehte sich mit seinem Stuhl zu T'Pol um.

"In der Tat, Sir."

"Mit der Unterstützung des Admirals dürfte es kein Problem sein auch das Sternenflottenkommando zu überzeugen. Warten wir also ab, was morgen passiert."

"Sir, wenn Sie nichts dagegen haben, werde ich jetzt in mein Quartier gehen und ein Gespräch mit meiner Familie führen."

"Ja, das halte ich für eine gute Idee. Gute Nacht, T'Pol."

"Sir."

 

Die Vulkanierin verließ Archers Kabine und begab sich direkt in ihr Quartier. Sie nahm vor ihrem Schreibtisch Platz und aktivierte eine Verbindung zur Brücke. "Ensign Sato."

"Ja, Ma'am?"

"Bitte stellen Sie eine Verbindung nach Vulkan her."

"Sofort, Ma'am."

T'Pol wollte gerade die Verbindung zur Brücke unterbrechen als noch einmal Ensign Satos Stimme ertönte.

"Sie haben sich also entschieden?"

"Wie kommen Sie darauf, dass ich mich bereits entschieden habe?"

"Zuerst sprach der Captain mit Admiral Forrest und jetzt wollen Sie eine Verbindung nach Vulkan. Ich habe doch Recht, oder?"

"Ja. Ich habe meine Entscheidung getroffen. Alles Weitere liegt jetzt beim Sternenflotten-Kommando."

"Hervorragend! Ich hoffe nur, dass sich das Kommando auch richtig entscheidet."

"Ensign, Sie sollten bis auf weiteres Stillschweigen bewahren. Bevor wir etwas bekannt machen, sollte die Entscheidung des Sternenflotten-Kommandos vorliegen."

"Verstanden, Ma'am. Ihre Verbindung nach Vulkan steht jetzt."

 

Nachdem T'Pol einige Codes eingegeben hatte, erschien auf dem Bildschirm das Gesicht ihrer Mutter.

 

* * * * * *
 

Als die Vulkanierin am nächsten Morgen zum Dienst auf der Brücke erschien, war im Grunde alles wie immer. Sie versah ihren Dienst, als ob nie etwas geschehen wäre, die Mannschaft hatte ihr Verhalten ebenso beibehalten wie die Offiziere. Nun, nicht alles war wie immer, dachte sich T'Pol. Ihre Mutter T'Les hatte auf die Neuigkeit bestürzt reagiert und darauf hingewiesen, dass nach der Auflösung der Verlobung mit Koss, dies schon das zweite Mal sei, dass sich ihre Tochter Wünschen oder Weisungen widersetzte. T'Les hatte deutlich gemacht, dass der Umgang mit Menschen ihrer Tochter eindeutig nicht gut tat.

 

Um 1100 Uhr Erdzeit ging der erste Anruf für Captain Archer ein. Zehn Tage lang verbrachten der Captain und T'Pol mehr Zeit mit Subraum-Kommunikation, als mit ihren dienstlichen Pflichten. Immer wieder meldete sich das Sternenflotten-Hauptquartier und schließlich sogar Botschafter Soval, der irgendwie von T'Pols Aufnahmeantrag erfahren hatte. Nach und nach gelangen es dem Captain, T'Pol und den anderen Offizieren, die ebenfalls befragt wurden, alle Bedenken der Bürokraten aus dem Weg zu räumen.

 

Als die ENTERPRISE noch dreieinhalb Wochen von der Ausdehnung entfernt war, erreichte T'Pol eine Nachricht Captain Archers. Die Vulkanierin saß gerade im Schneidersitz auf dem Boden ihres Quartiers und meditierte, als sich der Kommunikator meldete.

 

"T'Pol."

Die Frau sprang auf und betätigte einen Schalter. "Ja, Captain?"

"Ich hoffe, ich habe Sie nicht gestört."

"Nein, Sir."

"Sehr gut. Bitte kommen Sie in die Messe."

"Sofort, Sir. Worum geht es?"

"Das erfahren Sie wenn Sie da sind." Damit schaltete Archer die Verbindung ab.

 

T'Pol war verwirrt. Was hatte das Verhalten des Captains zu bedeuten? Es muss etwas vorgefallen sein - aber was? Schnell zog sie sich an und verließ ihr Quartier. Auf dem Weg zur Messe fiel T'Pol auf, dass erstaunlich wenige Besatzungsmitglieder in den Korridoren unterwegs waren. Als sie die Messe erreichte, betätigte sie den Türöffner und trat ein. Überrascht blieb sie stehen, fast die gesamte Crew war anwesend, der Raum war, wie die Menschen zu sagen pflegen, brechend voll. Unbehagen machte sich in T'Pol breit, zumal sie von allen angestarrt wurde. Zischend schloss sich die Tür hinter der Frau und sie spürte wie von rechts und links zwei Personen hinter sie traten. Die Vulkanierin versuchte sich zu beruhigen und fragte sich, was hier bloß los war.

 

Auf der anderen Seite des Raumes, unter einem der Fenster, stand Captain Archer vor einem Tisch und sah recht finster drein. "Commander Tucker, Lieutenant Reed! Führen Sie die Delinquentin vor!"

Delinquentin, dachte sich T'Pol, das bedeutet doch Straftäterin! Die beiden Männer traten noch eine Schritt näher an sie heran und T'Pol blieb gar keine andere Wahl, als vorwärts zu gehen. Für einen Sekundenbruchteil glaubte sie Furcht wahrzunehmen, dann nahm sie aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahr. Unwillkürlich drehte T'Pol den Kopf und blickte Ensign Sato an, die die Vulkanierin leicht anlächelte und unmerklich nickte. T'Pol beruhigte sich ein wenig, was immer hier auch vorging, so schlimm konnte es nicht sein.

Endlich stand sie vor Archer, der sie streng anblickte. "T'Pol, ich bin leider gezwungen Ihnen eine ernsthafte Rüge zu erteilen."

"Sir, was...?"

"Ruhe!"

Archer nahm ein amtlich aussehendes Schriftstück zur Hand. "Vom Oberkommando der Sternenflotte an Jonathen Archer, Captain, USS ENTERPRISE. Mit sofortiger Wirkung wird dem Antrag der vulkanischen Bürgerin T'Pol auf Aufnahme in die Sternenflotte der Erde stattgegeben. Gezeichnet Nakamura, Admiral, Oberbefehlshaber."

Der Captain konnte ein breites Grinsen nicht mehr unterdrücken, die Crew im Raum brach in lauten Jubel aus und applaudierte. Der Klumpen, der sich in T'Pols Magen gebildet hatte, war mit einem Mal verschwunden. Archer bemühte sich den Jubel im Raum zu übertönen.

"DENNOCH! ... DENNOCH!" Langsam kehrte wieder Ruhe ein. "Dennoch muss ich Ihnen eine Rüge erteilen T'Pol."

"Sir?"

"Sie sind nicht in korrekter Uniform. Wenn Sie eine negative Eintragung in ihrer Personalakte vermeiden wollen, dann sollten Sie schnellstens den korrekte Anzug herstellen." Archer drehte sich zum Tisch um und als er sich wieder umwandte hielt er einen zusammengefalteten blauen Sternflotten-Overall in den Händen. Als die Vulkanierin langsam ihre Hände hob, um den Overall entgegen zu nehmen, hätte Archer schwören können, dass die Mundwinkel der Frau für einen winzigen Augenblick zuckten.

T'Pol hielt den Overall wie eine kostbare Reliquie in beiden Händen. "Sir, ich... ich weiß nicht was ich sagen soll."

"Ich glaube der heutige Tag wird nicht nur aus einem Grund in Erinnerung bleiben. Zuerst die Aufnahme der ersten Vulkanierin in die Flotte und jetzt auch noch eine sprachlose Vulkanierin." Wieder brach der Raum in Jubel aus.

Als sich der Captain endlich wieder Gehör verschafft hatte, war sein Gesicht wieder ernst. "Ich habe aber leider auch eine schlechte Nachricht für Sie, T'Pol."

"Sir?"

"Leider konnte sich das Sternenflotten-Kommando nicht dazu entscheiden Sie im Range eines Lieutenant-Commanders in die Flotte aufzunehmen."

Mit einem Mal herrschte im gesamten Raum entsetztes Schweigen.

Archer sprach weiter. "Man hat mir mitgeteilt, dass nach eingehender Prüfung Ihrer Unterlagen, ihrer Qualifikationen und unter Berücksichtigung Ihres Lebensalters und Ihres Dienstalters nur eine Übernahme als... Commander in Frage kommt." Mit diesen Worten legte Archer ein kleines Lederband mit drei goldenen Barren auf die Uniform, die T'Pol noch immer in den Händen hielt.

Die Vulkanierin hatte sich innerlich wieder gefasst, sie wandte sich an die versammelte Mannschaft und ergriff das Wort. "Sir, ich danke Ihnen für ihre Unterstützung. Ich danke Ihnen allen für die Unterstützung, die Sie mir in den letzten Tagen gewährt haben. Ich versichere Ihnen, dass ich mich voll und ganz für dieses Schiff und seine Crew einsetzten werde. Ebenso werde ich mich voll und ganz für den erfolgreichen Abschluss unserer Mission einsetzten. Darüber hinaus möchte ich Ihnen versichern, dass ich keine weiteren Befehlesverweigerungen begehen werde, wenigstens nicht in nächster Zeit."

In der Messe herrschte verblüfftes Schweigen, als die Vulkanierin sich zum Ausgang begab, die Menge teilte sich vor ihre, wie einst das Rote Meer vor Moses. T'Pols Miene war ausdruckslos aber einige der Crewmen, die in ihrer Nähe standen, schworen später, dass da ein Blitzen oder Funkeln in den Augen der Vulkanierin war, das man bei ihr noch nie wahrgenommen hatte. T'Pols Gedanken waren zwiespältig, zum einen war sie wirklich froh darüber, dass sie in die Sternenflotte aufgenommen worden war, zum anderen hatte der Captain ihr einen Heidenschrecken eingejagt, gleich zweimal! Von nun an würde sie sich wohl in noch größerem Umfang damit abfinden müssen als bisher - nachdem sie so gut wie alle Brücken hinter sich verbrannt hatte.

 

"War das gerade ein Witz", war eine Stimme aus der Menge zu hören.

"Ich glaube ja."

"Irre!"

 

* * * * * *
 

Als T'Pol, Commander der Sternenflotte und Erster Offizier der USS ENTERPRISE, am nächsten Morgen aus ihrem Quartier trat, um ihren Dienst anzutreten, trug sie zum ersten Mal den blauen Overall, die drei auf Hochglanz polierten goldenen Barren blitzen an ihrer rechten Brust. Am Ärmel war das Abzeichen aufgenäht, das der Captain ihr vor zwei Wochen gebracht hatte aber außer ihr wusste das niemand.

 

Es würden noch viele Jahrzehnte vergehen, bevor sie die Uniform endgültig ablegen sollte.

 
Ende

 
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