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Die Weihnachtsüberraschung

© by PM ()
 
Disclaimer: Harry Potter gehört J.K.Rowling. Dies ist Fanfiction und eine Urheberrechtsverletzung ist nicht beabsichtigt.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 
TEIL I

 

Weihnachtsmorgen. Severus Snape räkelte sich gelangweilt in seinem mit slytheringrüner Wäsche bezogenen Bett. Allerdings tummelten sich auf Decke und Kissen keine slytherinschen Schlangen, sondern winzige schwarze Fledermäuse. Ein Geschenk einer verflossenen Freundin, die plötzlich ihre Vorliebe für Männer mit langen blonden Haaren entdeckt hatte und jetzt als Mrs. Legolas die Elfenwelt aufmischte. Wenigstens hatte auch sein platinblonder Freund Lucius am Ende das Nachsehen bei der temperamentvollen, attraktiven Lady.

Snape seufzte leise. Was für ein trister Tag bahnte sich an ...

Weihnachtsbrunch in der festlich geschmückten Halle, alle würden unerträglichen Frohsinn verbreiten, mit hochroten Gesichtern Geschenke auspacken, im schlimmsten, aber mit großer Wahrscheinlichkeit eintreffenden Falle auch noch Muggel-Weihnachtslieder singen ("Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, der Snapey hat uns blau gehau'n ...").

Alle. Bis auf eine Ausnahme, die weder froh gestimmt war, noch Geschenke erhielt und nicht mal unter Einfluss des Imperius-Fluches Muggel-Lieder singen würde.

Spätestens an dieser Stelle würde dann der Augenblick gekommen sein, sich unauffällig zurückzuziehen. Um kurz darauf den Direktor an seiner Kerkertür scheinheilig fragen zu hören: "Severus, du kommst doch mit zu unserem gemeinsamen Weihnachtsspaziergang ..."

 

Mißmutig schlug er die Bettdecke weg. Ja, und da war es auch schon, sein nächstes Problem. Wie jeden Morgen streckte sich ihm stolz sein in höchstem Maße erigiertes Glied entgegen, landläufig auch "Morgenlatte" genannt. Ihm schien fast, als ob das gute Stück ihn heute besonders provozierend angrinste: "Hey Alter, siehst du nicht, wie gut ich drauf bin, gib mir endlich was zu tun!"

Zur Zeit ... was heißt zur Zeit, seit vielen Monaten schon ... gab es für ihn nur zwei Möglichkeiten, diesem morgendlichen Dilemma zu begegnen, und eine davon war, eine eiskalte Dusche zu nehmen. Weil Weihnachten war, entschied er sich heute jedoch für die andere ...

 

******
 

"Winky ... ähm ... das Übliche!"

Die kleine Hauselfe nickte verständnisvoll und begann, eine frische Garnitur slytheringrüner Bettwäsche mit schwarzen Fledermäusen aufzuziehen, die Mrs. Legolas einst im Großhandel mit beträchtlichem Rabatt erstanden hatte.

"Master braucht eine Frau. Wenn Winky bloß keine Hauselfe wäre ... Master würde ihr schon gefallen ... hat schöne glatte Haut, nicht so viel Fell wie die anderen Männer." murmelte die Kleine seufzend, die ihren Herrn schon des öfteren in unbekleidetem Zustand gesehen hatte. Was ihr in diesem Moment nicht bewusst war: Auch das Vorhandensein einer Frau in Snapes Bett würde ihr das leidige Bettwäschewechseln nicht ersparen, im Gegenteil ...

Der Zaubertrankmeister fühlte sich etwas wohler und beschloss, zur Feier des Tages ein ausgiebiges Bad zu nehmen. Gewissermaßen als Höhepunkt der Reinigungsaktivitäten verteilte er eine ganze Handvoll gelblichen Shampoos in seinem schulterlangen Haar. Halbwegs mit der Welt versöhnt, stieg er schließlich aus der Wanne. Schon stand die Hauselfe mit lüstern funkelnden Äuglein bereit, ihm das Handtuch zu reichen.

"Ohhh, M ... Master sah doch so hübsch aus mit seinen schw ... schwarzen Haaren, warum ..." stotterte sie perplex.

Snape sah Winky verständnislos an und wollte sie barsch zurechtweisen, als sein Blick in den Spiegel fiel. Vor Entsetzen glitt ihm das Handtuch aus den Händen, das er gerade um seine Hüften schlingen wollte. Was Winkys Blick sofort von seinen Haaren auf ein Objekt lenkte, welches sich direkt in ihrer Augenhöhe darbot.

"Nein!!! Das ist nur ein böser Traum! Bitte lass es nicht wahr sein ... jeder wird mich für schwul halten ..." stammelte Snape fassungslos. Aus dem Spiegel starrte ihn ein goldblonder Mann mit schwarzen Augenbrauen, schwarzen, aufgerissenen Augen und schwarzen Bartstoppeln an.

Das Shampoo ... das war die Rache für seltenes Haarewaschen. Er hatte versehentlich nach einem Blondiermittel gegriffen, das die außen und innen überaus blonde Mrs. Legolas in seinem Bad vor Monaten vergessen haben musste.

Immer noch so, wie Merlin ihn erschaffen hatte, rannte er hinüber in sein Büro und begann panikartig verschiedene Trankzutaten aus den Regalen zu reißen und in einen Kessel zu werfen. Nach kurzer Zeit blubberte eine grün schimmernde Flüssigkeit übel vor sich hin stinkend über dem Feuer. Gierig nahm der Meister einen großen Schluck davon. Es schmeckte wie ein Mix aus abgestorbenen Krötenfüßen und echtem englischen Stilton-Käse, der eine Woche in der Sonne gelegen hatte, aber das war ihm vollkommen egal, wenn nur ...

Er hastete zurück ins Bad. Die Haare waren nun nicht mehr blond, nein, sie waren grasgrün mit hellblauen Strähnchen.

Der Wettlauf zwischen Bad und Büro beschäftigte Snape noch eine ganze Stunde und mit sehr merkwürdigen Zwischenergebnissen, bis er endlich völlig erschöpft auf einen Stuhl sank. Zwar lag noch ein leichter Blauton über seinem Haar, das ihm außerdem jetzt bis zur Brust reichte, aber ... mit ein wenig gutem Willen konnte er das Resultat gelten lassen.

Die kleine Elfe hatte fasziniert sein entnervtes Hin- und Hergerenne verfolgt und brachte ihm nun mit verliebt geröteten Wangen Shorts, Hose und Hemd.

 

******
 

Mit einiger Verspätung betrat Severus Snape endlich die große Halle.

Albus Dumbledore nickte ihm verschwörerisch grinsend zu. Minerva Mc Gonagall starrte erst seine lang wallenden Haare, dann das vor ihr stehende geleerte Honigwein-Glas an. Professor Trelawney fiel bei seinem Anblick fast der Unterkiefer auf den Tisch. Snape sah sündhaft hinreißend aus, wie der Sohn Luzifers persönlich ...

Sie bemühte sich seit Jahren vergeblich, die Aufmerksamkeit des Zaubertrankmeisters, der auf sie eine dämonisch-erotische Anziehungskraft ausübte, auf ihre Weiblichkeit zu lenken. Da diese Weiblichkeit allerdings verdammt gut getarnt war, so dass nicht einmal Blinde darüber getäuscht werden konnten, waren ihre Bemühungen ohne nennenswerte Erfolge geblieben.

Auch heute kleidete sie ihn wieder bis auf die Unterhose mit ihren Blicken aus. Auch heute ließ Snape ihre Träume in seinem eiskalten Lächeln gefrieren. So würde sie auch heute ihre unglücklicherweise stark ausgeprägte Heißblütigkeit an Zwergen, Trollen, Elfen oder anderen schwanztragenden Wesen austoben müssen.

Neben seinem Teller fand Severus Snape einen Zettel.

 

Severus, ich würde dich gern einladen, heute Abend mit mir auszugehen.

Als kleine Weihnachtsüberraschung sozusagen.

Wir verstehen uns, oder?

Remus

 

Snape verstand gar nichts. Er sah fragend zu Lupin hinüber, der in den letzten Monaten fast so etwas wie ein Freund für ihn geworden war. Zumindest ein Partner, der ihm intellektuell gewachsen war. Mit dem sich herrliche Dispute, deren Verbissenheit sich proportional zum Ansteigen des beiderseitigen Alkoholspiegels entwickelte, führen ließen.

Professor Lupin, zurückbeordert als Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste, grinste Snape zweideutig an und verschlang seine Finger mit einer eindeutigen Bewegung.

Remus schien zu wissen, was ihm fehlte ... Severus grinste zurück und nickte leicht.

 

******
 

Die Gedanken an die heutige Nacht beschäftigten den Zaubertranklehrer auch noch, als er sich nach dem Abendbrot auf den Weg in seine Gemächer machte. Plötzlich schepperte es laut und eine alte Ritterrüstung knallte ihm direkt vor die Füße. Angesichts dessen, was seine Augen nun erblickten, konnte er ein lautes Auflachen kaum zurückhalten. Doch dann erfasste ihn eine unermessliche Wut.

Das waren doch ... Longbottom und die kleine Weasley ...

"Auseinander! Zwanzig Punkte Abzug für jeden von Ihnen beiden! Und jetzt ab in Ihr Haus! Sofort!" brüllte er sie an.

Erschrocken fuhren Neville und Ginny, die noch immer in inniger Umarmung miteinander verstrickt waren, zusammen. Snape. In seiner ureigensten Daseinsform - vor Zorn sprühend. Hastig griffen sie nach den ringsherum verstreuten Kleidungsstücken. Sekundenbruchteile später sah man zwei halbwüchsige menschliche Wesen nackig über die Gänge in Richtung Gryffindor-Turm rasen.

Severus Snape blickte grimmig ihren vom Fackellicht unbarmherzig angestrahlten Hinterteilen nach.

'Sieh mal an,' ging ihm unwillkürlich durch den Kopf, 'selbst der trottelige Versager Longbottom hat eine Freundin.'

Das sich anbahnende sarkastische Lächeln erstarb.

'Verdammt! Jeder Idiot scheint hier ... nur ein gewisser Lehrer für Zaubertränke läuft allein durch die Gegend!'

Snape schlug, wütend über sich selbst, mit dem Zauberstab auf seine Handfläche, so dass es zischte und ein blutiger Streifen zurückblieb.

Doch wer erregte ihn in dieser altmodischen Schule genügend, dass es sich lohnte, einen One-Night-Stand zu arrangieren oder gar eine Affäre zu beginnen?

Minerva Mc Gonagall - da konnte er gleich Winkys alte Lederschürze nehmen.

Sybill Trelawney - sie war häßlich und so knochendürr, da riss man sich noch Splitter ein.

Professor Sprout - Sex mit Nilpferdbabys erschien ihm wenig reizvoll.

So konnte er eine nach der anderen streichen, die Auswahl war sowieso nicht groß.

Und eine Schülerin ... da gab es schon einige in den oberen Klassen, die durchaus nicht unattraktiv waren. Aber wer würde schon mit ihm ... die meisten hassten und fürchteten ihn nur. Die Erkenntnis, dass er auch ein geschlechtliches Wesen, ein Mann mit männlichen Bedürfnissen war, würde ähnlichen Unglauben hervorrufen, als ob in Schottland plötzlich Kokospalmen wüchsen. Außerdem, er hatte eine Verantwortung als Lehrer, und die Schülerinnen waren seine Schutzbefohlenen. Natürlich könnte diese oder jene besonderen, sozusagen personengebundenen Rundum-Schutz gebrauchen ...

Nein, er würde mit Remus gehen, egal, was der vorhatte.

 

******
 

"Sev, ich hab' da ein dolles Ding aufgerissen. Einen Muggel-Puff in London, "Die rote Laterne" heißt er. Obergeil, sag ich dir. Die haben Sachen drauf ..."

Lupin fuhr sich mit der Zunge über die trockenen Lippen.

Snape schüttelte ungläubig den Kopf.

"Muggel-Puff?"

Er kannte nur die einschlägigen Örtlichkeiten in der Blue Alley in Hogsmeade. Dort war es ganz nett, aber auf die Dauer eher unbefriedigend langweilig. Im Innersten seines Herzen romantisch veranlagt, hatte er zwar nichts gegen schnellen Sex, aber insgeheim suchte er doch nach einer Symbiose aus Sex und Liebe ... Ob er das in London finden würde?

Wohl nicht, aber es war schließlich Weihnachten, wer war da schon gern allein ...

 

Lupin stand pünktlich um 20 Uhr vor Snapes Kerkertür, um ihn abzuholen. Severus verzog belustigt die Mundwinkel. Remus trug eine enge rote Lederhose, darüber ein silberfarbendes Seidenhemd, das bis zur Brust geöffnet war. Darunter schimmerte ein feingliedriges Goldkettchen, welches in einen Anhänger in Form eines heulenden Wolfes gipfelte. Sein langes, lockiges, braunes Haar fiel ihm anmutig über die Schultern. Zudem roch Lupin aufdringlich wie ein Moschusochse.

Snape trug die Kleidung, die er immer bevorzugte: Schwarzes Hemd, schwarze Jacke und Hose, schwarze Robe. Selbstverständlich waren auch die Shorts, in denen er seine erwartungsfrohe Männlichkeit untergebracht hatte, schwarz.

"Ähm, Severus, ... na gut, bleib so, die Weiber werden es megasexy finden." meinte Lupin.

"Warte, ich habe noch etwas vergessen."

Snape eilte zurück in sein Büro. Aus einem versteckten Fach seines Zutatenschrankes kramte er eine kleine Phiole mit leuchtend rotem Inhalt hervor. "MEMBRUM POTENTUM" stand darauf geschrieben.

Eigentlich hatte er diesen Trank auf Wunsch Albus Dumbledores gemixt, der eines Abends nach Worten suchend, wie es sonst gar nicht seine Art war, in Snapes Büro herumdruckste ... Severus hatte keine Fragen gestellt, was ihm einen dankbaren Schulterschlag des Direktors einbrachte, der ihm die Knochen krachen ließ. Er staunte jedoch nicht schlecht, als ihn einen Tag später Minerva McGonagall mit einem ähnlichen Anliegen aufsuchte ...

Sollte er oder sollte er nicht? Ach was, entschied Severus und lächelte diabolisch, man muss doch einen guten Eindruck hinterlassen ... und nahm einen riesigen Schluck aus der Flasche.

"So, erledigt. Dann zeig mir deine Weihnachtsüberraschung."

Lupin lachte nur und ging voran in Richtung Schlossportal.

 

* * * * *
 

 
TEIL II

 

Sie schlugen in einer tristen Nebenstraße Londons auf, die nur vom fahlen Lichtschimmer altmodischer, schmiedeeiserner Laternen erhellt wurde.

 

"Remus, bist du sicher, dass hier ...?" flüsterte Snape irritiert.

"Wart's ab, Geheimtipp, nur für Kenner."

Mit diesen Worten wandte sich Lupin einem der völlig identisch aussehenden Hauseingänge zu. Er klopfte dreimal kurz an die Tür. Augenblicklich öffnete sich ein kleines Schiebefenster in Augenhöhe und eine fistelige Männerstimme sagte mit chinesischem Akzent: "Bitte Passwolt, Mistel!"

"Sexymagicman."

 

Sekunden später fand sich Severus in einem von tausend betörenden Düften erfüllten Vorraum wieder. Die Wände waren verziert mit asiatischen Fabelwesen, die in sexuellen Posen miteinander verstrickt waren, die das gemeine europäische Männerhirn nur als extrem artistisch und damit undurchführbar einstufen konnte. Auf dem Boden lagen dicke Teppiche, die jeden Schritt zu verschlucken schienen. Eine angenehm säuselnde Musik untermalte das exotische Ambiente. Der Raum mündete in einen Gang, von dem mehrere Türen abgingen.

Eine ältere Lady unverkennbar asiatischer Herkunft vom Typ "Madame Ping - Sie können mich auch Pong nennen.", kam auf die beiden Männer zugeflattert.

"Oh, Mistel "Wolf im Bett", wie schön, Sie wiedel in unselem Lotusgalten beglüßen zu dülfen."

Remus Lupin grinste leicht verlegen zu Severus hinüber. Dann fiel ihr Blick auf Lupins Begleiter.

"Ohh!" Sie musterte Severus entzückt. "Ich glaube, da habe ich genau die Lichtige für Ihlen Black Beauty, Mistel Wolf!"

In nunmehr geschäftsmäßigem Tonfall rief sie nach hinten: "Sadistina, meine Tigelin, Albeit fül dich ..." Severus beschlich ein verdächtiges Kribbeln in der Magengegend. Wie konnte sie aus seinem Äußeren auf seine erotischen Vorlieben schließen? Wenn sie sich nur nicht irrte ... ... Gewaltig irrte ... Nein ... bitte nicht ... nicht diese ... dieser weibliche Schwarzenegger ... Godzilla war ein Kuscheltier dagegen ... nur einfachen harmlosen Sex ... ein paar Streicheleinheiten ... ein, zwei Küsschen ... rein und wieder raus ... raus ... RAUS!!! ...

Snape war leichenblass geworden. Er trat unwillkürlich einen Schritt zurück und packte panikartig Lupins Arm, zu dem sich inzwischen zwei liebreizend anzusehende Damen gesellt hatten.

Vor ihnen hatte ein Weib Aufstellung genommen, das wohl jedem sexsuchenden Wesen den Drang nach ebensolcher Betätigung schlagartig zu den 3 unwichtigsten Dingen im Leben werden ließ ...

 

SADISTINA, die Dark Queen aller Dominas. Ein Weib von gut 1,90 m, gut bemuskelt, mit gigantischer Oberweite. Ihr Gesicht wurde von einer schwarzen Ledermaske bedeckt. Lediglich eine satanisch geschminkte Augenpartie und knallrote, volle sinnliche Lippen, die sich lüstern vorwölbten, offenbarten sich dem erschütterten Betrachter. Ihr restlicher Körper war von einer langen, tizianroten Haarmähne und diversen Kreationen aus schwarzem Leder und blankem Metall, die selbst in gewissen Muggelkreisen nicht als Kleidungsstücke gelten würden, umgeben.

Was dem Zaubertrankmeister jedoch am meisten Sorge bereitete, waren die befremdlichen Instrumente, die Sadistina an ihrem Nietengürtel befestigt hatte: Hand- und andere Schellen, Lederbänder, Lederknebel und andere Nettigkeiten, deren Gebrauchswert nicht auf Anhieb zu definieren war - und eine beachtliche geflochtene Lederpeitsche, mit der das Weib spielend eine Reichweite von 10 Metern erzielen würde und die sie jetzt auch noch aus ihrem Gürtel befreite ...

Oh Merlin, keine Chance für zwar 1,86 m große, aber recht hagere, untrainierte Zaubertranklehrer, die einen entspannten, angenehmen Abend verbringen wollten ...

Zu allem Übel löste sich Lupin jetzt aus Snapes Armklammer.

"Viel Spaß, Sev." rief er ihm im Gehen noch locker zu, um sich dann intensiv seinen Gespielinnen zu widmen. Snape sah ihm mit waidwundem Blick hinterher.

"Komm, mein süßer Black Beauty!"

Das war keine freundliche Bitte, das war ein Befehl. Mit zugeschnürter Kehle folgte Snape der Tigerin den Gang entlang. Jetzt nur keine Schwäche zeigen ...

 

******
 

Sadistina schob ihren verstörten Liebhaber in ein Zimmer, das auf den ersten Blick einem Fitness-Room nicht unähnlich war. Nur dass Severus solche "Sportgeräte" noch nie gesehen hatte. Die Zimmerwände bestanden aus einer schalldichten Ziegelstein-Imitation, die echte Kerker-Atmosphäre verbreitete. Die beiden kleinen Fenster waren vergittert. In der Mitte des Raumes thronte ein riesiges bettartiges Lager. Ein Wasserbett, wie sich später herausstellen sollte. Das Ganze wurde vom Schein mehrerer Fackeln gespenstisch erhellt. Kein Fitness-Feeling ... Folterkammer-Feeling.

Oh Merlin, er würde sofort aus seinem Dungeon in Hogwarts ausziehen, sollte er je lebend diese anheimelnde Stätte verlassen. Snape fühlte sich wie ein Beutetierchen im Haifischrachen. Aber noch konnte er ...

"Aber wohin denn so eilig ..." Die Peitsche schlang sich um seinen Oberkörper und führte ihn direkt in Sadistinas Arme, die ihn sogleich fest packten. Ihre Augen glitten prüfend über seine Kleidung. Mit einem Ruck zog sie ihm den Umhang von den Schultern.

"Du hast Mut, solche Klamotten auf der Straße zu tragen. Und dazu noch diese Haare, wie ein schwarzer Hengst." meinte sie anerkennend.

Hengst? Warum? Wieso Mut? Snape verstand nicht ganz ... Doch bevor er sich weiteren Überlegungen hingeben konnte, riss das Weib die Knöpfe seiner Jacke mit einem Ruck auf. Sie leckte sich gierig die Lippen und griff in seine langen, blauschwarzen Haare. Das war etwas, was er überhaupt nicht mochte. Nicht umsonst ließ er seinem Haar die Freiheit, so zu bleiben wie es war, das heißt, sich im Rahmen der biologisch vorgegebenen Entwicklung zu entfalten. Nur im Notfall schnippelte er selbst daran rum. Derweil hatte Sadistina seinen Kopf nach hinten gezogen und schlug ihre Zähne in seinen ihr nunmehr schutzlos ausgelieferten Hals, auf dem sich kurz darauf ein formschöner Bluterguss bildete.

"Du machst mich total heiß, du hast sowas Unheimliches an dir." zischte sie in sein Ohr.

"Da kenne ich andere ..." murmelte Snape, der endlich die Sprache wiedergefunden hatte.

"Wow, so eine Stimme ... sag mir mit dieser Stimme "Nimm mich, Sadistina" und ich nehme dich. Sofort. Wie du es noch nie erlebt hast." krächzte sie wild, während sie ihm die Jacke abfetzte und ihn an die Wand drängte.

"Das glaube ich unbesehen ..." antwortete Severus heiser. Verdammt - er fühlte, wie das Blut in seinen Adern schneller zu pulsieren begann. Wie war das mit dem harmlosen Sex ...

Unter harmlos stellte er sich jedenfalls nicht vor, mit Hand- und Fußgelenken an eine mit spitzen Nägeln gespickte Wand gekettet zu werden, wie es Sadistina gerade mit eisernen Griffen tat ... Ein Zurückweichen nach hinten erübrigte sich damit.

"So, Black Beauty, nun will ich sehen, was du sonst noch zu bieten hast."

Sadistina zog ein kleines Messer aus ihrem Gürtel. Snape trat der Schweiß auf die Stirn. Er ruckte an seinen Fesseln. Sie saßen nur zu gut ...

"Angst, Süßer? Ja, das sollst du auch, das gehört mit zum Spiel." lachte sie teuflisch.

"Angst ... ich habe niemals Angst, merk dir das, Weib." Severus war in seinem Stolz gepackt. Haltung zeigen. Auch wenn ihm speiübel war und sein Herz raste. Vor dieser Frau wollte er sich keine Blöße geben.

Sie fuhr mit der flachen Messerklinge über seine Wangen.

"Entspann dich, tut nicht großartig weh." Oh, wie ihn diese Aussicht beruhigte ...

Sadistina war ganz nah an ihn heran getreten. Ihre Brüste, von einem ledernen BH mehr losgelassen als gehalten, wälzten sich auf seinen Körper.

Severus zwang sich, cool zu wirken - was angesichts der augenblicklichen Umstände ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen war. Ihre mehr als nahe Nähe, die ihn vollkommen einzuhüllen schien, ließ ihn heftiger atmen. Der eiskalte Stahl auf seiner bloßen Haut jagte ihm einen Schauer nach dem anderen durch die Eingeweide. Allerdings, das musste er widerwillig eingestehen, wurden diese Schauer zusehends lustvoller ..

Was natürlich sofort auch in den unteren Regionen seines Körpers dankbar registriert wurde. Seine Hose beulte sich langsam aber sicher in einer Art und Weise aus, dass die Knöpfe abzuplatzen drohten.

Das Messer glitt über seine Lippen. "Leck es!" forderte seine unbarmherzige Peinigerin mit dunkler Stimme. Und er schob seine Zunge vorsichtig heraus, ließ sie über die Klinge fahren ... und, wie sollte es anders sein, hatte er sich auch schon geschnitten. Er schmeckte dicke Blutstropfen. Seltsamerweise steigerte der spitze Schmerz seine Erregung nur noch weiter ...

Sadistina fuhr jetzt mit der Messerspitze über seine Kehle. Dann öffnete sie mit ihrer unorthodoxen Technik sein feines schwarzes Satinhemd: Ein Hemdknopf nach dem anderen flog auf den Boden, brutal mit dem Messer abgetrennt. Den nun freigelegten Streifen nackter Haut zog sie fein säuberlich mit der Klinge nach, einmal rauf, einmal runter, jedesmal eine feine Blutspur hinterlassend. Snape schluckte trocken und stöhnte auf, als ihre Zunge hart auf der blutigen Spur entlangfuhr.

Schmerz. Lust. Schmerz. Lust. Gier. Unbeherrschbare animalische Gier. Er wollte sich auf dieses Weib werfen. Sie besitzen. Bis zur Bewusstlosigkeit. Er riss wieder an seinen Fesseln. Wodurch sich jedoch nur die Metallspitzen hinter seinem Rücken eindringlich in Erinnerung brachten ...

"Hey hey, nicht so stürmisch." Sadistina machte keine Anstalten, ihn zu erlösen. Ihre ganze Aufmerksamkeit galt nunmehr seiner Hose. Besser gesagt, der Stelle darin, die inzwischen ein Eigenleben entwickelt zu haben schien.

"Hey hey ..." flüsterte sie nochmals, während ihr Blick sich eigenartig verklärte und ihre Finger zu zappeln begannen.

"Shit Messer, dauert viel zu lange." Von dieser Bemerkung begleitet, segelte das nützliche Instrument in die Ecke. Im nächsten Augenblick spürte Severus, wie sein Gürtel herausgerissen wurde und der seine Männlichkeit beengende Stoff plötzlich nicht mehr existent war.

"Du bist mir vielleicht ein geiler Stecher ..." murmelte die Tigerin, ihn fasziniert anstarrend.

Severus zuckte zusammen. Was hatte das nun wieder zu bedeuten? Sicherlich, er hatte keinen Grund zur Klage, aber dieses Entzücken ... Natürlich. Der Potenztrank! Er funktionierte also! Und er hatte einen reichlichen Schluck davon genommen. Verfluchtes männliches Geltungsbedürfnis ...

"Los, komm, sowas lass ich mir nicht entgehen." Sadistina hatte im Nu seine Fesseln gelöst und ihn in seinem halbausgezogenen Zustand rücklings auf das große Wasserbett gestoßen, das sofort unangenehm zu schaukeln begann.

Doch bevor sie sich weiter seinen offensichtlichen Vorzügen widmen konnte, wurde die Tür geöffnet und jemand fragte höflich: "Champagner gefällig? Prosecco? Cognac? Whisky?"

Beim Klang der Stimme fuhr Snape verstört hoch. "Flit ... Flitwick?"

"Oh, Severus. Ich sehe, du hast Spaß. Ja, unsere Sadistina ist eine Könnerin." antwortete Flitwick, abgeklärt schmunzelnd und sich nicht im geringsten an der Peinlichkeit der Situation störend.

"Was zum Teufel machst du hier?" Der Zaubertranklehrer musterte entsetzt die Butler-Uniform mit schwarz-weiß gestreifter Weste und knallroter Fliege, die der kleine Professor trug.

"Tja, jeder muss sehen, wie er über die Runden kommt. Mein Gehalt in Hogwarts reicht leider nicht aus, um den ganzen Unterhalt für meine Jugendsünden zu bezahlen. Ich lass' euch ein Fläschchen irischen Whisky hier, du siehst aus, als ob du ihn brauchen könntest, Severus. Wir sehen uns."

Kaum hatte sich die Tür hinter Flitwick geschlossen, klopfte es derb und eine riesige Gestalt im Hausmeister-Kittel betrat den Raum.

"Hier soll ein Bett knarren, wurde mir gesagt? Oh ... Professor Snape, Sir!"

Es war tatsächlich Hagrid, der nun zwei Finger grüßend hob. "Ich komm' dann später wieder. Einen schönen Abend noch, Sir."

 

Snape saß auf dem Bett wie vom Blitz getroffen. Mr. Wolf im Bett ... Flitwick und seine Jugendsünden ... und Hagrid reparierte überstrapazierte Betten ... In welchen Sündenpfuhl war er nur geraten? Es würde ihn kaum noch wundern , wenn gleich Mc Gonagall hineinkäme und fragen würde, ob jemand ihren Push-up gesehen hätte ... Severus sah sich schon allabendlich an der hauseigenen Lotus-Bar betörende Kräuter-Cocktails mixen. Ein Alptraum.

"Unser Butler. Liebes Kerlchen. Der andere war der Hausmeister. Gigantisch, nicht? Kennst du sie?"

Sadistina holte ihn in die Wirklichkeit zurück, indem sie unsanft das Hemd von seinem Oberkörper entfernte und ihn zurück auf die wippende, wassergefüllte Bettstelle drückte.

"Äh... ich ... ja, entfernt." Der Tränkemeister war immer noch benebelt von dem soeben Erlebten.

Im nächsten Moment hatte ihm das Weib schmerzhaft in die Seite gepiekt. Snape schrie auf.

"Könntest ruhig mehr essen, Black Beauty, dass du was auf die Rippen kriegst. Sonst hältst du so einen Marathon hier nicht durch. Nun sei nicht so empfindlich." meinte sie lakonisch.

Und hatte bereits einen neuen Punkt an ihm entdeckt, der ihr Interesse erregte.

"Hey, was ist das für ein Tattoo da auf deinem Arm? Obergeil. Bisschen ausgebleicht. Ich kann dir jemand empfehlen, der frischt es dir auf."

"Nein, nein, ich mag es so blass." beeilte sich Severus zu versichern. Selten waren ihm Worte so aus tiefstem Herzen gekommen ...

Unglücklicher glücklicherweise fiel Sadistinas Blick nun wieder auf seine freigelegte Männlichkeit, die eisern und stolz in den Raum ragte. Ihre Augen weiteten sich. Ihre Hand nestelte an ihrem Nietengürtel, von dem sie einen verschließbaren Metallring, der eher für andere Glieder als Handgelenke zu passen schien, ablöste. Zu Severus' großer Erleichterung landete der Ring jedoch kurzerhand in der gleichen Ecke wie das Messer.

"Ich kann nicht mehr warten, ich muss dich jetzt reiten, mein rassiger Hengst ..." murmelte sie aufs Höchste erregt und bestieg ihn ohne weitere Vorwarnung.

Snape kam es vor, als ob sein Becken ohne sein Dazutun förmlich von ihr aufgesogen wurde. Sie schien über eine riesige Weite zu verfügen, doch selbst sie musste vor den Realität gewordenen Auswirkungen des Snapischen Potenztrankes kapitulieren. Er füllte sie vollkommen aus, eng, heiß, pulsierend.

Sie begann, begeisterte Ur-Schreie auszustoßen, die nur von seinem tiefen Stöhnen unterbrochen wurden ... und das Bett hob und senkte sich heftig mit ihnen im Takt. Endlich ...

Plötzlich brüllte Sadistina auf.

"Au, verdammt, was ist das?"

Snapes Zauberstab, den er dummerweise in die Hosentasche gesteckt hatte, war infolge der rasanten Bewegungen aus seinem Versteck gerutscht und hatte sich der Tigerin ins Bein gebohrt.

"So, du liebst es also mit Stöckchen."

"Nein, bitte, gib ihn sofort her, das ist mein Zauberstab."

"Dein ... was? Zauberstab? DAS? Ich dachte eher ... du bist mir ja lustig, Black Beauty."

Severus versuchte, ihr das hölzerne Teil aus den Händen zu winden. Doch Sadistina betrachtete seine Bemühungen nur als neues Spiel.

"Hol ihn dir doch." lachte sie und ritt ihn dabei wieder fester.

Snape war hin- und hergerissen. Ihre Reitkünste nahmen ihm fast die Sinne, aber er konnte seine unentbehrliche Zauberhilfe doch nicht ihrer brachialen Gewalt überlassen. So zogen sie jeder an einem Ende des Stabes, bis er sich schließlich als der Stärkere erwies ... und den Stab ruckartig mit der Spitze voll in das Wasserbett rammte ...

 

In Sekundenschnelle ergoss sich eine Flutwelle in den Raum, die Sadistina von ihm wegspülte und ihn mit sich riss, bis er gegen die nagelgespickte Wand knallte.

Es sollte nicht sein ...

Leicht benommen, nass und blutend rappelte sich Severus auf, griff von seinen Sachen, was er in der Eile zu fassen bekam, und stürzte zur Tür.

"War wirklich nett mit dir ..." rief er ihr noch zu, bevor er zusammen mit den Wassermassen aus der Folterkammer flüchtete.

"HALT! HIERGEBLIEBEN!" Die Stimme Sadistinas ließ die Wände erzittern. Neugierig schauten Köpfe aus den anderen Zimmern hervor.

"Du hast etwas Wichtiges vergessen, Black Beauty: Die Bezahlung!" Snape, der inzwischen die Reste seines Hemdes, Hose und Jacke übergewürgt hatte, kramte hochrot in seinen Taschen und warf ihr ein paar Sickel zu.

"Was ist DAS? Spielgeld?" Sadistina kam drohend auf ihn zu. Und nicht nur sie ... Von allen Seiten, aus allen Ecken strömten Frauen in mehr oder minder bekleidetem Zustand hervor und versperrten ihm mit erbosten Gesichtern den Weg. Oh Freiheit, so greifbar nah und doch so fern ...

"Bitte, ich habe kein anderes Geld bei mir ..." stammelte Severus heiser, sich verzweifelt nach einem Ausweg umblickend.

"Ich wusste doch, dass irgendwas mit dir nicht stimmt!" Sadistina schaute ihn prüfend an. Dann verzog sich ihr Gesicht zu einem lüsternen Grinsen.

"Also gut, mein Süßer. Dann wirst du deine Schulden hier abarbeiten. Bei jeder von uns, versteht sich. Nicht wahr, Mädels?"

Entsetzt vernahm Severus das laute zustimmende Gejohle ringsrum. NEIN! Da würde auch kein Potenztrank mehr helfen ... Severus schloss die Augen und stürmte los, gerade auf die Mauer aus weiblichen Leibern zu. Sekunden später splitterte eine Tür und ein Menschenbündel schoss auf die Straße hinaus ...

Seine Jacke hatte er den gierigen Fingern der Weibermeute überlassen müssen, das Hemd hing ihm in kläglichem Zustand vom Körper, seine Haut war überall zerkratzt und blutete, Umhang und Zauberstab, letzterer leider kein wasserfestes Modell, schwammen irgendwo in den Fluten. Aber: Er war draußen. FREI!

Severus sog in tiefen Zügen die kühle Nachtluft ein. Black Beauty ... Ha, nie wieder ... Schöne Weihnachtsüberraschung ... Den Werwolf würde er sich gehörig vorknöpfen ...

Aus der Ferne ertönte noch immer wütendes Geschrei.

 

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Tja, so könnte diese Geschichte nun enden. Wieder einmal kein Happy End für unseren Zaubertrankmeister. Oder? Richtig, es ist doch Weihnachten. Zumindest in dieser Story. Weihnachten ist das Fest der Liebe und Freude. Also, gönnen wir auch anderen ein bisschen Glück ...

 

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TEIL III

 

 

Mit letzter Kraft taumelte Severus Snape auf eine spärlich erleuchtete Bar zu.

"Einen Whisky, dreifach, ohne Eis!" keuchte er der Dame hinterm Tresen zu, die nach einem Blick auf sein desolates Äußeres hintergründig lächelte.

Nach zwei weiteren Dreifachen sah er sich vorsichtig um und musterte prüfend die Gäste.

Nanu, das langhaarige brünette Mädchen dort in der Ecke war doch ... Eine ehemalige Hogwarts-Schülerin. Keine Slytherin. Eine Gryffindor. Natürlich, sie hieß ... Johnson, Angelina Johnson, und hatte seinerzeit dafür gesorgt, dass seinem Haus beim Quidditch so wenig Punkte gelangen. Was tat sie hier, im Muggel-London, an diesem Ort, um diese Zeit? Und ganz allein?

 

Angelina schaute zum - ja zum wievielten Male? - auf ihre Uhr. Er würde nicht mehr kommen. Heute nicht. Morgen nicht. Warum sollte sich auch ein weltbekannter, allseits gefeierter und bewunderter Quidditch-Star wie Oliver Wood mit einer armen kleinen Studentin abgeben? Sie vergrub ihr Gesicht in den Händen. Doch da war plötzlich etwas, was sie zwang, sich wieder aufzurichten. Sie wurde beobachtet. Von zwei sehr dunklen Augen. Ohne Hinzusehen wusste sie, dass sie diesen Blick kannte. Ein Deja-vu. Hogwarts. Ein Lehrer. Groß. Schlank. Immer schwarz gekleidet. Düster. Gemein. Stolz. Unnahbar. Snape. Unwillkürlich schrak sie zusammen, als ob es gleich Punktabzug geben würde.

Severus empfand fast so etwas wie Freude, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Und dazu noch ein so hübsches. Sollte er ... warum nicht, schlimmer konnte es sowieso nicht kommen.

Er dachte angestrengt nach. Wie konnte er es anstellen, mit ihr ins Gespräch zu kommen, ohne dabei seinen üblichen boshaften Charme zu versprühen? Wie war "Mann" nett zu einer Frau? Da ihm keine umwerfende Eingebung kam, beschloss er, die Sache einfach laufen zu lassen, und steuerte auf ihren Tisch zu.

 

"Guten Abend, Miss Johnson, darf ich mich zu Ihnen setzen?"

Nicht gerade einfallsreich, aber zumindest nicht unfreundlich, dieser Anfang.

"Oh, Professor Snape, bitte, ja, gern."

Sie war etwas perplex, da Höflichkeit zu den Dingen zählte, die in ihrer Erinnerung keine Verbindung zu dem Namen Snape aufwiesen. Und als ob sie in ihre Schulzeit zurückversetzt worden wäre, antwortete sie brav auf seine noch gar nicht gestellte Frage.

"Ich warte hier auf ... jemanden, aber ..."

"... er kommt nicht?"

"Nein ... ich glaube nicht." Angelina schluckte krampfhaft.

"Oliver ... Oliver Wood, Sie kennen ihn."

Das "Leider!" konnte Severus gerade noch so unterdrücken. Wood hatte zu den Schülern gehört, die der Tränkemeister so wie einen strahlenden Sommertag mochte, nämlich weniger als wenig. Nun wurde ihm der Gryffindor plötzlich sehr sympathisch, rettete Wood doch vielleicht ungewollt Snapes Weihnachtsabend.

"Jaa ... Das tut mir Leid." Ach wirklich?

Angelina wagte inzwischen, Snape offen anzusehen, ermutigt durch seine ungewohnt freundliche, warme Stimme. Betroffen starrte sie auf seinen zerschundenen Oberkörper.

"Oh Gott, Professor, was ist denn mit Ihnen passiert? Sie sehen aus, als ob Sie mit einem Tiger gekämpft hätten."

"So kann man es nennen. Vergessen Sie es." murmelte Severus mit einem gequälten Auflachen.

"Und Sie sind ja ganz nass, so können Sie doch nicht nach Hogwarts zurück."

Wenn sie wüsste, in welchen Zustandsformen er schon nach Hogwarts zurückgekehrt war ... aber abwarten, ihre Überlegungen schienen für ihn interessant werdende Wege zu gehen.

Angelina rang mit sich. ... Er sieht ziemlich mitgenommen aus ... als ob er jemanden brauchen würde ... nicht allein sein will ... außerdem ist er so anders als früher ... hat was sehr Anziehendes ... warum ist mir das nie aufgefallen ... ob er immer noch wütend wegen der verlorenen Quidditch-Spiele ist ... reizvoll, mit dem Erzfeind der Gryffindors ... Oliver hat selber Schuld ...

Ein wenig verlegen sah sie ihn an.

"Professor, ich hätte da was Trockenes für Sie zum Anziehen. Olivers Sachen, die könnten Ihnen passen. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, natürlich."

Natürlich. Warum sollte er nicht die abgelegte Kleidung eines Gryffindors auftragen? Es war doch das Selbstverständlichste von der Welt, oder? Ihn konnte nichts mehr erschüttern. Schon gar nicht die Aussicht, in durchaus nicht unangenehmer Gesellschaft zu bleiben. Peitschen, Handschellen, Messer und ähnliche Werkzeuge schien sie nicht bei sich zu tragen ...

"Und wo befinden sich diese vielversprechenden Kleidungsstücke? Doch nicht noch an Mr Woods Körper?"

"Aber nein, bei mir zu Hause. Es ist gleich um die Ecke."

"Also gut, wenn ich auch noch einen Tee bekomme." Einen Tee, das klang verdächtig unschuldig, aber er war tatsächlich auch dieser typisch englischen Sucht verfallen, das bittere Heißgetränk in jeder Lebenslage zu konsumieren.

Angelina lachte.

"Kommen Sie, Professor. Ich werde Sie nicht enttäuschen."

So so, dachte Severus ...

Angeregt miteinander plaudernd verließen sie die gastliche Stätte. Die Bardame schaute ihnen kopfschüttelnd hinterher.

 

******
 

Severus sah sich in Angelinas kleiner Studentenbude um. Urgemütlich unaufgeräumt, er fühlte sich sofort wohl. Unter irgendwelchen Bücherstapeln kramte sie einen piekfeinen schwarzen Anzug und ein weißes Hemd hervor.

"Die Sachen trug Oliver zum letzten Quidditch-Ball, der zu Ehren der Liga der unehelichen Nachkommen des goldenen Schnatzes stattfand."

"Oh ... wirklich rührend."

 

In den nächsten Minuten waren beide damit beschäftigt, die unbrauchbar gewordenen Kleidungsstücke von Severus abzulösen.

Erschrocken und gleichzeitig fasziniert musterte Angelina ihn. Nicht so breitschultrig wie Oliver, aber ziemlich sexy für einen Zaubertranklehrer. Und was sich da unter seiner engen Boxershorts - dem einzigen ihm verbliebenen Stück Stoff - abzeichnete, deutete Qualitäten an, die die des Quidditch-Stars klar ins Abseits stellen würden. Wer hatte ihm bloß diese kleinen Verletzungen überall zugefügt?

"Ich ... habe da eine Heilsalbe, von meiner Großmutter, damit schließen sich Ihre Wunden sofort."

"Ich bin ganz vorsichtig." setzte sie hinzu, als Severus sie unter halbgeschlossenen Lidern aufmerksam anblickte. "Legen Sie sich einfach hier auf das Bett, ich hole die Salbe."

"Ähm, es ist doch kein Wasserbett?"

"Nein, wieso?"

"Ach, nichts."

 

Zart strich sie Heilsalbe über die von Sadistina hinterlassenen Liebesbeweise. Die Blutspuren verschwanden tatsächlich. Severus hatte die Augen geschlossen und genoss ihre warmen Hände, die mit der Zeit wie von selbst Ausflüge in Richtung des nunmehr natürlich gewachsenen Hindernisses in seiner Körpermitte unternahmen, und ihre langen Haare, die seine schutzlose Haut elektrisierten. Bis er es nicht mehr aushielt, noch länger den Unbeteiligten zu spielen. Er zog Angelina zu sich hinunter und suchte ihre Lippen ...

"Professor ... Severus ... Snape ..." schmunzelte sie in einer Atempause, ihren so unerwartet gewechselten Liebhaber betrachtend, "Kommt jetzt die Rache Slytherins?"

"Gut erkannt, Miss Johnson, 20 Punkte für Gryffindor."

Severus lächelte entspannt, das erste Mal an diesem Abend, bevor er sie wieder in die Arme nahm und damit begann, mit vollem Einsatz für Slytherin zu punkten ...

 

******
 

Einige Tore später ...

"Weißt du, Sev," flüsterte Angelina ihm zärtlich ins Ohr, "du erinnerst mich an diesen rassigen schwarzen Hengst aus einer Fernsehserie, die ich früher gern gesehen habe ... Er hieß Black Beauty ..."

In diesem Moment gab es einen lauten Aufschrei und einen harten Aufprall. Der rassige Hengst war aus dem Bett gefallen.

 
Ende

 
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