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"Das war unverantwortlich von dir, Fengar!" Anise schlug wutendbrand ihre Faust auf den Tisch. Jack runzelte die Stirn. Er hatte sie noch niemals zuvor so...emotional gesehen. Na ja, außer vielleicht dieses eine Mal...ah, besser nicht schon wieder daran denken, erinnerte er sich selbst und warf Sam einen flüchtigen Blick zu, um sicher zu gehen, dass sie von seinem Gedankengang gerade nichts mitbekommen hatte. Anise starrte ihn ärgerlich an, während der Wissenschaftler verzweifelt versuchte, sich zu verteidigen. "Es war meine Aufgabe, die Gefolgschaft der Tok'ra von unserer Entdeckung zu unterrichten!", sagte er, den Blickkontakt zu Anise nicht unterbrechend. "Welche Entdeckung, Fengar? Es ist nur ein unbewohnter Planet, nicht mehr!" "Es ist der Planet auf dem Chons seine Prophezeihung verewigte, und das weißt du!" "Das ist nur eine Legende, Fengar, und das weißt du. Und dies ist die schlimmste Zeit, Hoffnungen auf etwas zu wecken, das nicht real ist. Der Kampf gegen die Goa'uld steht nicht gut, viele Tok'ra sind verzweifelt. Und Verzweifelte neigen dazu, sich leicht beeinflussen zu lassen. Sie versuchen, sich auf jedes Zeichen der Hoffnung zu stützen, egal wie klein es ist. Und ihnen weiß zu machen, dass Chons kommen würde und uns in diesem Kampf unterstützen würde, ist nicht nur unverantwortlich sondern auch grausam!" "Aber kannst du es denn nicht sehen? Die zwei Monde, der silberne Fluss, der Wald. Das alles passt perfekt zu den Überlieferungen unserer Historiker. Ich bin mir sicher, dass das Chons' Planet ist." "Und auch wenn er das ist, macht ihn das nur zu einem wertvollen, archäologischen Fund, und nicht mehr als das." "Aber wenn wir die Prophezeihung Chons finden würden, könnten wir vielleicht auch herausfinden, wie wir ihn zurückbringen können. Wir brauchen ihn, Anise. Dringender als je." "Chons war ein mächtiger Heiler, der einer großen Zahl von Tok'ra das Leben rettete. Aber die Geschichte seiner letzten paar Tage sind nicht mehr als ein Mythos, Fengar. Chons ist tot, und nichts wird ihn zu uns zurück bringen." "Zwei Liebende, zwei vereinigte Seelen schon!", warf Fengar ein. "Und ich denke, sie sitzen genau hier!" Alle Augen schossen auf die zwei Leute, auf die der Finger Fengars deutete. Jack blinzelte in ehrlicher Verwirrung. "Was?" Plötzlich verstand er und seine Augen weiteten sich mit Entsetzen. Er sprang auf. "Hast du sie noch alle?", schrie er, seine Stimme etwas höher als normal. Sam war innerhalb von Sekunden an seiner Seite. Fengar warf seine Hände in ihre Richtung, durch ihre Aktion war er sich seiner Vermutung sicher. "Zwei Liebende! Zwei vereinigte Seelen!" "Wir sind KEIN Liebespaar, okay?", rief Jack. "Ihr werdet dazu fähig sein, ihn zu befreien!" "Welchen Teil von 'KEIN' hast du nicht verstanden?", rief Jack mit geballten Fäusten. "Ich verstehe nicht, warum du es leugnest." "Weil es NICHTS zu leugnen gibt!" , protestierte Jack und schrie den Tok'ra förmlich an. "Ich verstehe das nicht. Was ihr habt, ist eine Gabe. Warum bist du nicht gewillt, sie zu akzeptieren?" "Es gibt nichts zu akzeptieren.", schrie Jack und trat mit Ärger überfluteten Augen einen Schritt näher. Sam berührte seinen Arm und versuchte ihn zu beruhigen. Bevor Jack Luft holen konnte, um fortzusetzen, unterbrach ihn Sam und ergriff das Wort. "Fengar, ich bin mir sicher, dass du wegen dieser ganzen Sache hier ziemlich aufgeregt bist, weil du an sie glaubst. Aber wir sind nicht das, was du denkst, das wir sind. Diese besondere Verbindung, die wir haben ist bloß ein medizinischer Zustand, der wahrscheinlich dadurch ausgelöst wurde, dass wir beide Wirte waren. Das ist der Grund, warum ihr eigentlich hergekommen seid, weißt du noch?" "Aber warum könnt ihr es denn bloß nicht sehen? Zwei vereinigte Seelen! Das ist es, was ihr seid!" "Unsere telepathische Verbindung könnte so interpretiert werden", fügte Sam hinzu. "Aber nur um es nochmals zu verdeutlichen: Wir sind kein Liebespaar. Waren wir noch nie." Fengar blickte lange zu Sam und dann zu Jack, der ihn immer noch böse anstarrte. Schließlich schloss er seine Augen und senkte seinen Kopf. "Es tut mir leid. Vergebt mir. Die Aufregung darüber, Chons zu finden, hat mein Urteilsvermögen benebelt. Es tut mir leid, wenn ich euch verärgert habe." Jack schnaufte. "Das sollte es dir auch." Fengar blickte zu ihm. Ein langer, ernster Blick, der Jacks Abwehr mit einer erstaunlichen Leichtigkeit durchdrang und bis in seine Seele reichte. Jack wurde nervös und fing an, mit dem Fuß gegen den Tisch zu klopfen, nur um ein wenig Spannung loszuwerden, die Fengars starrer Blick verursacht hatte. Schließlich war seine Geduld am Ende. "Was?", fragte er Fengar herausfordernd. Doch der Tok'ra lächelte nur. "Nichts Colonel, rein gar nichts."
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"Das ist nicht gut. Das ist wirklich nicht gut.", murmelte Jack. Er blieb kurz vor der Wand stehen, drehte sich um und ging zum anderen Ende des Zimmers, genauso, wie er es unzählige Male zuvor bereits getan hatte. Sam saß auf ihrem Schreibtisch und baumelte mit ihren Beinen in der Luft. Sie hatte schon vor einer ganzen Weile aufgehört, Jacks Gemurmel zuzuhören und hatte sich erfolgreich in ihr persönliches Territorium zurückgezogen. Vielleicht hatte Anise Recht, vielleicht passten sich ihre Gehirne an die neue Fähigkeit an und es gelang ihnen sie besser zu kontrollieren. Eine Welle des Ärgers und der Aggressionen durchflutete plötzlich ihren Körper und Sam biss ihre Zähne zusammen. Okay, soviel zum Thema Kontrolle. "Sir." "Ich schwöre Ihnen, wenn dieser Typ uns noch mal irgendwie auch nur einen komisch Blick zuwerfen sollte, werde ich ihn k.o. schlagen." "Sir!" Sam schloss ihre Augen und versuchte verzweifelt, die Emotionen zu verarbeiten, die ihren Körper durchfluteten. Es tat weh. Es tat körperlich weh. "Und wenn er es wagen sollte, das noch mal gegenüber irgendjemandem zu erwähnen..." "Verdammt noch mal, könnten Sie endlich damit aufhören! Ich halte das nicht mehr aus!", schrie sie, sprang vom Tisch, hielt sich die Ohren zu und lief zum anderen Ende des Raumes um soviel Abstand wie möglich zwischen sich und Jack zu bringen. Jacks Ärger wich innerhalb von Sekunden und wurde durch ein anderes Gefühl ersetzt: Besorgnis. Er ging langsam auf Sam zu. Sie stand mit dem Rücken zu ihm, ihre Hände hielten immer noch ihre Ohren zu. Jack stand hinter ihr, unsicher, was er jetzt tun sollte. "Sam? Es tut mir leid.", Jack wollte sich selbst treten. Er hatte diesen Satz die letzten paar Tage schon viel zu oft benutzt. Sie drehte sich nicht um, wahrscheinlich hatte sie ihn noch nicht einmal reden gehört. Jack schloss seine Augen und versuchte, sich zu konzentrieren. Sam? Lassen Sie mich in Ruhe! Sie hörte sich anders an. Jünger. Verwundbarer, jedoch nicht schwach. Sam, es tut mir leid. Verschwinden Sie aus meinem Kopf! Jetzt gleich! Das werde ich, wenn Sie ihre Hände runter nehmen und mir für einen Moment lang zuhören. Warum sollte ich? Weil ich, wenn Sie es nicht machen, anfangen werde "row row row your boat" zu singen. Genau hier in Ihrem Kopf. Ist das eine Drohung, oder was? Er fühlte eine kleine Welle der Belustigung von ihr und seufzte erleichtert. Er wusste, dass wenn er jetzt seine Augen öffnen würde, sie in die ihren blicken würden. Und das taten sie auch. "Hi", sagte Jack und lächelte sie an. Sam sah ihn nur an mit einem neutralen Gesichtsausdruck. Ooookkaayy, dachte er sich. Neutral ist gut. Mit neutral können wir arbeiten. "Sehen Sie, es tut mir leid, ich wollte Ihnen nicht meinen Ärger 'zusenden', aber ich kann diese ganze Sache eben noch nicht kontrollieren." "Es ist okay, ich weiß, ich kann es ebenso wenig kontrollieren. Es hat bloß...weh getan. Das ist, warum ich wollte, dass Sie aufhören." Jack zuckte zusammen und warf ihr einen besorgten Blick entgegen. "Sind Sie okay?" Sie nickte. "Ja." Sie rieb sich ihre Schläfen und grinste. "Außer ein wenig Kopfschmerzen." Jack kratze sich am Kopf. "Das tut mir leid." Er steckte seine Hände so tief wie nur möglich in seine Hosentaschen. "Ich war bloß aufgebracht über dieses Zeugs, das dieser miese Schlangenkopf über uns gesagt hat." "Ich weiß. Ist okay.", antwortete Sam, aber das Lächeln in ihrem Gesicht verschwand und ihre Augen verdunkelten sich. Plötzlich spürte Jack einen tiefen Schmerz der durch sein Herz fuhr, gefolgt von einem Schrei des Verlusts und der Verzweiflung, zerstörter Hoffnungen und Sehnsüchte. Der Schmerz war so real, dass er sich instinktiv erschrocken an die Brust fasste. Er starrte Sam geschockt an. "Gott, nein. Nein, nein, nein. Das verstehen Sie alles falsch! Ich meinte doch nie...! Verdammt, Sam, wie konnten Sie auch nur für eine Sekunde denken, dass...! Ich würde niemals.....niemals im Leben....", platzte es aus ihm heraus, sein Kopf so damit beschäftigt, die richtigen Worte zu finden, dass er keinen anständigen Satz hervorbrachte. Jack fluchte und gab es auf, vertraute lieber auf seinen Instinkt. Er überquerte den Abstand zwischen ihnen innerhalb eines Augenschlags und schlang seine Arme um sie. Ihr Körper spannte sich unter seiner Berührung an, begann sich jedoch zu entspannen, als er begann, ihren Rücken zu streicheln und flüsterte: "Ich war sauer auf ihn, weil er uns dort ins absolute Rampenlicht gestellt hat. Ich bin mir sicher, dass wir die ganze Basis mit genug Klatsch und Tratsch versorgen, aber Geschwätz ist eine Sache. Direkt vor dem General auf uns zu zeigen, eine ganz andere. Aber ich war niemals bestürzt oder beunruhigt oder erschrocken über den Gedanken, dass Sie und ich...Sie wissen schon." Er seufzte erleichtert, als er spürte, wie sie sich in seine Umarmung schmiegte und sich beruhigte. "Denken Sie bloß niemals, dass ich darüber bestürzt sein würde.", flüsterte er. Er fühlte ihr Nicken gegen seinen Brustkorb, begleitet von einer Welle der Erleichterung. Jack lächelte. "Obwohl wir jetzt ja die Gedanken des anderen lesen könnten, sollten wir unbedingt an unseren Kommunikationsfähigkeiten arbeiten." Er hörte ihr gedämpftes Lachen und fühlte, wie sich sie ihn enger umschlang. Jack schloss seine Augen, genoss das Gefühl ihres Körpers an dem seinen. Das Gefühl ihres Herzens, dass in dem selben Rhythmus wie das seine schlug. Er begann wieder, sanft ihren Rücken zu streicheln, zufrieden damit, sie so halten zu können. Nach einer scheinbaren Ewigkeit, ergriff Sam schließlich das Wort, ihr Kopf immer noch auf seinem Brustkorb ruhend. "Sie haben mich eine Minute lang wirklich erschreckt." "Ich habe *Sie* erschreckt? Sie haben es geschafft, dass ich wie ein Idiot dahergelabert habe und ernsthaft vorgehabt hatte, zu singen. Wie gruselig ist das?" "`Tschuldigung.", murmelte sie in sein Shirt. Jack lächelte und stupste sie sanft mit seiner Nasenspitze an. Eine Geste, so klein und doch so intim und kraftvoll, dass es Sam beinahe die Tränen in die Augen trieb. Jack spürte den plötzlichen Gefühlswechsel und spannte sich an. "Was ist los?", fragte er alarmiert. Er hörte beinahe nicht ihre leise Antwort. "Nur das Übliche."
Jacks Herz wurde schwer. Das Übliche. Soll heißen: Die Welt. Das SGC. Die Vorschriften. Alles, was sie auf der anderen Seite dieser Tür erwartete. Jack zog sie näher. "Wir müssen dem da draußen am Ende sowieso ins Gesicht blicken." Er drückte sie sanft ein Stück zurück, nur so viel, dass er ihr gerade so in die Augen blicken konnte. Sie waren weit aufgerissen und voll von Fragen, Ängsten und Hoffnungen, alles zur gleichen Zeit. Jack tippte auf sein Herz, dann auf das ihre. "Aber ich denke, dass es sehr viel leichter wäre, wenn wir erst mal dem hier drinnen ins Gesicht blicken würden." Als sich ihre Augen schlossen, ihre Lippen trafen und ihre Körper berührten, hallten drei Worte durch ihre Köpfe und Herzen, gesprochen von einer neuen doch vertrauten Stimme zwei vereinigter Seelen.
* * * * *
Das Stargate erwachte zum Leben, Sekunden später gefolgt von dem lauten Dröhnen der Alarmsirenen. In der Cafeteria blickte Jack geschockt von seinem Frühstück auf. Jonas Quinn, der gerade dabei war in dem leeren Stuhl neben Tealīc Platz zu nehmen, drehte sich verwirrt um. Seine Arme bewegten sich und wollten eigentlich das Tablett auf den Tisch stellen, doch kurz bevor es das Holz berührte, zog Jonas es wieder hoch. Jack seufze. "Jonas?" "Ja, Colonel?" "Also so funktioniert das normalerweise: Schätze die Situation ein. Treffe eine Entscheidung. Steh dazu." Er deutete mit seinem Löffel auf Jonas Frühstück. "Denn wenn Sie das nicht machen, werden Sie mit Ihrer unbefriedigten Neugier UND einem kalten Essen enden." "Richtig." Jonas grinste und nickte, bewegte sich jedoch immer noch nicht auf den Tisch zu oder von ihm weg. Jack rollte mit den Augen und begann langsam genervt zu werden, als er Belustigung von der anderen Seite des Tisches empfing. Also anstatt Jonas eine sarkastische, aber aus Jacks Sicht durchaus verdiente, Antwort zu geben, zwinkerte er Sam mental zu und stand auf. "Sie können aber natürlich auch darauf warten, dass ich Ihnen befehle, ihr Tablett abzustellen und uns in den Kontrollraum zu folgen. Was hiermit getan wäre."
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SG-1 kam genau rechtzeitig an, um den Grund für die morgendliche Fanfare die Rampe herunterschreiten zu sehen. Sams Augen weiteten sich überrascht als sie den Besucher erkannte. "Dad!" "Hey Sammy!" Jacob Carter umarmte seine Tochter und lächelte. Jack, etwas nervös, hielt Abstand und winkte ihm bloß zu. Lieber nicht drauf ankommen lassen, dachte Jack. Immerhin waren alle Dads mit einem Fester-Freund-Radar ausgerüstet. Und das war die gefährlichste und wirkungsvollste Spionageausrüstung im ganzen Universum. "Hey, was für eine Überraschung! Was machst du denn hier?" Jacob seufzte schwer und rollte seine Augen. "Glaub mir, dass war nicht meine Idee, aber Selmak bestand darauf, hierher zu kommen. Also hatte ich keine andere Wahl, wenn ich nicht mein Leben lang mit mir selbst streiten wollte. Etwas ähnliches. Also in etwa. Du weißt schon." Jacob sah sich um. "Also, wo ist dieser Idiot der mit dem Ganzen angefangen hat?" "Sie meinen Fengar?", fragte Jack. Jacob seufzte. "Ja, genau den. Wissen Sie, was seine kleine Story angerichtet hat? Wir driften langsam aber sicher ins absolute Chaos. Es haben sich Gruppen gebildet in dem Moment, als die Worte ausgesprochen waren. Jetzt gibt es die, die an die Ankunft von Chons glauben, umherlaufen und ihren Kopf verlieren, und die, die versuchen die ganze Situation unter Kontrolle zu bekommen." "Und zu welcher Gruppe gehören Sie?", fragte Jack auf dem Weg zur Krankenstation. "Wir sind immer noch dabei, das zu diskutieren.", brummte Jacob und rollte mit den Augen. "Selmak ist irgendwie Fan dieser ganzen Chons-Rückkehr-Nummer." "Und du stimmst dagegen.", vermutete Sam. Jacob schüttelte seinen Kopf. "Du nicht? Im Grunde ist es genauso, wie wenn wir sagen würden, wir warten auf die Rückkehr der Herzkönigin und dem weißen Hasen. Es ist bloß eine Geschichte, nicht mehr." Jacob musterte Jack misstrauisch. "Was mich zu einer wichtigen Frage bringt. Was musste ich hören von wegen ihr zwei seid das 'Liebespärchen', das in der Lage dazu ist, Chons zu finden?" Jack hoffte, dass sein Gesicht nicht so schnell bleich wurde, wie er spürte, dass es dies tat. "Uh...." Sehr redegewandt, Jack. Wirklich. Aber eins musste man zugeben, dies war eine sehr schwierige Situation. Er hatte nicht nur mit Dads starrem Blick der Verdammnis zu kämpfen, sondern auch mit den nervösen Gefühlen, die er von der Frau neben ihm empfing. "Ja, wissen Sie, wir wollten eigentlich etwas länger warten, bis wir es Ihnen erzählen." Panik, einfach, pur und reine Panik überfuhr ihn wie ein Zug. Aber Jack ignorierte Sams nicht ganz so subtile Nachricht und fuhr fort. "Wir mussten sicher gehen, dass all unsere engen Freunde aus dem magischen Land des Klatsches, des Tratsches und der Verleugnung im Stande dazu sind, zur Hochzeit zu kommen." Jacob lachte und schüttelte seinen Kopf. "Oh man, tut mir echt leid. Ihr zwei müsst ja gerade durch die Hölle gehen. Ich verspreche, das nicht mehr zu erwähnen." Glücklicherweise ging Jacob durch die Tür in die Krankenstation, um gerade so zu verpassen, wie seine erleichterte, jedoch ärgerliche Tochter ihrem CO mit dem Ellenbogen in die Rippen stieß.
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Es verlief nicht nett, nicht ganz sauber und auf alle Fälle nicht ruhig ab aber nach zwei Tagen waren sich die Tok'ra endlich einig geworden. SG-1, Jacob und Fengar waren bereit, P5D763, alias Chons Planeten, aufzusuchen. Wenn sie innerhalb von 48Stunden nicht ein Zeichen dieses mystischen Tok'ra-Helden finden würden, musste Fengar sich dazu bereit erklären, seine Story zurückzuziehen. General Hammond ließ Sam und Jack eher widerwillig gehen, gab ihnen aber am Ende trotzdem die Erlaubnis, da sie während den letzten zwei Tagen kein merkwürdiges Verhalten oder ähnliches gezeigt hatten. Natürlich hatten beide bewusst die ganze Sache zurückgehalten, so dass niemand merken würde, wie stark ihre Verbindung wirklich geworden war. Jack OīNeill blickte an der schimmernden Lichtwand hinauf. Er lächelte, als er sich sein Cap zurechtrückte. Endlich waren sie wieder auf ihrem Weg. Während der ganzen Zeit, die er in diesem verdammt Berg zugebracht hatte, war er bereits nahe daran, Klaustrophobie zu entwickeln. Action. Das war es, was er jetzt brauchte. Fertig zum Aufbruch, Flyboy? Jack grinste, drehte sich jedoch nicht um, als er das Scheppern unzähliger Füße hinter sich und das bekannte Streitgespräch von Jacob und Fengar hörte. Anstatt dessen, konzentrierte er sich darauf, Sam zu antworten. daraufkannstduwetten Wow, wie hast du das gemacht? Was gemacht? Dass sich das so cool anfühlt Ich befürchte, dass ist streng geheim. Ich... "Jack, hören Sie mir zu?" Jacob. Verdammt. Jack stieß sich aus seinen Gedanken. "Ja, was?" Jacob hob eine Augenbraue und zeigte auf das Stargate. "Gehen wir?" "Ja, sicher." Jacob runzelte die Stirn. "Jack, alles in Ordnung?" "Ja, warum?" Jacob seufzte und schritt schließlich Richtung Ereignishorizont.
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In dem Moment, als die Reise zu Ende war, wusste es Sam. Das war der Ort. Das war der Wald aus ihrem Traum. Ohne Zweifel. "Also das kommt mir bekannt vor.", sagte Jack und gab damit ihrer beider Gedanken Worte. Jacob hob einen Zweig vom Boden auf und studierte ihn mit mildem Interesse. "Das ist der Ort, von dem ihr geträumt habt?" "Ja.", antwortete Jack und entfernte sich ein paar Schritte vom Stargate. Er drehte sich um und musterte die Gegend. "Irgendeine Idee in welche Richtung wir weitergehen sollen Carter?" Sam schüttelte ihren Kopf. "Nein, Sir." Tealīc legte seinen Kopf schief. "OīNeill, hörst du das?" Es brauchte eine Zeit, bis Jack das Geräusch identifizieren konnte, welches Tealīcs Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Es war das Rauschen eines Flusses und es kam aus Nordwesten. Jack zuckte mit den Schultern. "Das ist schon mal ein Anfang."
Während sie durch den Wald marschierten, redete Fengar weiter über Chons und die Prophezeihung. Jack, der etwas weiter vor den Anderen ging, grinste. Es schien, als hätte sich der Tok'ra dazu entschieden, all seine Weisheiten Jonas Quinn mitzuteilen, der verzweifelt versuchte, von ihm loszukommen... ohne Erfolg. "Auf der Erde wurde Chons als aller erstes immer mit dem Mond in Verbindung gebracht." "Wirklich?", fragte Jonas, bevor er sich selbst aufhalten konnte. Ärgerlich biss er die Zähne aufeinander als er merkte, dass seine Worte den Tok'ra nur noch mehr anspornten. "Ja, er war sehr mächtig was das betraf. Legenden erzählen, dass in der Nacht, in der Kelīra getötet wurde und Chons verschwand, auch der Mond verschwand." "Whao, wie hat er das gemacht?", fragte Jonas. Jacob schüttelte seinen Kopf. "Er hat gar nichts getan. Purer Zufall. Eine Mondfinsternis zur rechten Zeit richtigen Planeten - und da haben wir auch schon unsere Legende. Sam blieb plötzlich stehen. Jack drehte sich um, alarmiert von ihrer Verwirrung. "Ist etwas, Major?" "Nein, Sir.", erwiderte Sam und ging weiter. Jacob kniff seine Augen zusammen, als er diesen Austausch beobachtete. Jack war gut 10 Fuß vor ihr gelaufen und er hatte seinen Rücken zu ihr gedreht, wie konnte er da wissen, das Sam stehen geblieben war? Ihre Verbindung musste stärker sein, als sie es zugeben wollten, dachte Jacob. Also, was ist los? Hallte Jacks Stimme durch ihren Kopf. Haben wir uns nicht darauf geeinigt, das nicht hier draußen zu machen? Fragte Sam. Jack spürte leichten Ärger, aber entschied sich dafür, ihn zu ignorieren. Na ja, ja, aber normalerweise schaltest du nicht nur aus Spaß auf Alarmmodus. Also, was ist los? Nichts, lass mich in Ruhe. Jack spürte den Ärger, wie er sich langsam in seinem Magen ausbreitete. Was versuchte sie bloß zu tun? Er WUSSTE das sie log und sie musste wissen, dass er es wusste. Na ja, irgendwie so was. Aber was Jack wirklich ärgerte, war die Tatsache, dass er ihr ohne ihre besondere Verbindung das "Nichts, Sir.", ohne nochmals darüber nachzudenken, abgekauft hätte. Er hätte niemals gedacht, dass sie lügen würde. Das sie IHN anlügen würde. Ich lüge nicht. Na ja, okay, vielleicht nicht, aber irgendetwas verschweigst du mir. Ich muss dir nicht alles erzählen. Ärger, Ungeduld, Schmerz und Jahre des strengen Militärtrainings wurden zu einem kraftvollen Gedanken kombiniert. Doch das müssen Sie, wenn es etwas mit unserer Mission zu tun hat, Major! Es war draußen, bevor Jack es kontrollieren oder stoppen hätte können. Denn genau das war der Haken. Man kann erst über etwas nachdenken, bevor man es sagt oder tut, aber man kann nicht erst darüber nachdenken, etwas zu denken. Also war es draußen und genauso sehr wie Jack es zurücknehmen wollte, wusste er auch, dass er es nicht konnte, denn in diesem Moment war es genau das, was er gefühlt und gedacht hatte. Kein Raum für Interpretationen, keine Chance, es abzustreiten und sie beide wussten das. Er fühlte Sam ihm entgleiten, doch er versuchte nicht, sie aufzuhalten. Anstatt dessen marschierte er schneller, um den Abstand zwischen ihnen noch zu vergrößern.
Sie erreichten den Fluss bei Sonnenuntergang und entschieden, dort zu übernachten. Sobald Fengars Kopf den Boden berührt hatte, war er auch schon eingeschlafen. Tealīc und Sam waren losgegangen, um etwas Feuerholz zu holen und somit blieben nur noch Jack und Jacob zurück am Lager. Jack stand am Rande des Flusses und warf geistesabwesend Steine ins Wasser, was die Oberfläche dazu brachte, leichte Wellen zu schlagen. Jacob saß auf einem alten Baumstumpf und beobachtete ihn. Er machte sich Sorgen. Große Sorgen. Heute war eigentlich so gar nichts geschehen. Nichts, das erklären würde, warum Sam und Jack sich plötzlich ignorierten. Es war nicht etwas, was jedem aufgefallen wäre. Fengar hatte ganz bestimmt nichts merkwürdiges bemerkt. Aber Jacob hatte schon genug Zeit dazu gehabt, Sam und Jack auf Missionen zu beobachten, um zu merken, wenn etwas nicht stimmte. Leise beobachtete er Jack, wie er weitere fünf Minuten seinen Kampf mit dem Wasser ausfocht, schließlich stand er auf und ging zu ihm hinüber. "Es ist nicht die Schuld vom Wasser, wissen Sie?" "Was?" Jacob zeigte auf das Wasser und den Stein, der gerade darin verschwunden war. "Ich denke nicht, dass es dem Fluss etwas ausmacht, aber vielleicht sollten Sie sich einmal etwas anderes, als ihre gewöhnliche Aggressions-Therapie suchen." "Worauf wollen Sie hinaus?", fragte Jack brummend, hob einen weiteren Stein auf und warf ihn ins Wasser. "Ich will damit fragen, ob Sie vielleicht darüber reden wollen." "Über was?" "Über das, was zwischen Ihnen und meiner Tochter los ist." "Nichts ist los." "Das hab ich auch schon bemerkt, und genau das macht mir Sorgen." "Was? Sie machen sich Sorgen, weil zwischen uns nichts los ist?", schnaubte Jack und schüttelte seinen Kopf. "Sind Sie sich sicher, dass Sie nicht derjenige sind, der eine Therapie braucht?" "Jack, Sie wissen, was ich meine." "Nein, weiß ich nicht." In Jacob stießen Selmak und er einen geteilten Seufzer aus. Okay, das würde nicht leicht werden. "Ich spiele nur auf die Tatsache an, dass ihr Beide schon für Stunden noch kein Wort gewechselt habt. Sie haben ihr noch nicht einmal einen Befehl erteilt." Ein weiterer Stein fiel ins Wasser. "Und?" "Jack, was ist los?" "Nichts." "Kommen Sie, ich kenne euch Beide besser." "Vielleicht brauchen wir bloß ein wenig...Abstand, das ist alles. Mit dieser ganzen Telepathie-Verbindungs-Sache ist nicht so einfach umzugehen, wissen Sie." Also das war es. Jacob verschränkte seine Arme vor der Brust. "Das ist es also. Sie haben Angst davor, ihr zu nahe zu kommen." Jack antwortete nicht. Zu sagen, er war nicht gerade erfreut darüber war, wohin diese Unterhaltung führte, war noch untertrieben. Jacob, dem nicht bewusst war, dass Jack und seine Tochter bereits diese "zu-nahe-kommen"-Phase überschritten hatten, fuhr fort. "Sie ist ihr 2IC, Sie ihr CO, und ihr seid Beide klüger als eure Karrieren und alles andere zu riskieren für ein Gefühl der gegenseitigen Anziehung zu riskieren, das nicht verwunderlich ist bei alledem, was ihr zwei schon zusammen erlebt habt. Jeder weiß das, Jack. General Hammond weiß das, ich weiß das ebenso. Es gibt Regeln, und die gibt es aus einem ganz bestimmten Grund. Aber es gibt keine Regel, die besagt, dass ihr Beide keine Freunde sein könnt. Ihr müsst euch nicht gegenseitig ignorieren, nur um uns davon zu überzeugen, dass zwischen euch nichts läuft." "Man, Sie haben wirklich eine Menge Vertrauen in uns", murmelte Jack und war froh darüber, dass Jacob in dieser Dunkelheit nicht den schuldigen Blick in seinen Augen sehen konnte. Jacob lächelte und klopfte dem jüngeren Mann auf die Schulter. "Ja, aber ich weiß, dass sie durchaus gerechtfertigt ist. Schließlich wissen Sie genau, dass ich Sie ohne zu zögern umbringen würde, wenn Sie meine Tochter auch nur falsch ansehen würden, richtig?", erwiderte Jacob lächelnd. "Ja, sicher.", antwortete Jack, jetzt fühlte er sich richtig schlecht.
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Und das Gefühl wurde er nicht los, egal, wie sehr er es auch versuchte. Und die Tatsache das er Wache hielt und alles leise war und es nichts gab, auf das er sich konzentrieren hätte können, machte es nicht gerade leichter. Also dachte Jack OīNeill darüber nach. Aus Sekunden wurden Minuten, aus Minuten eine Stunde. Jack seufzte und bekämpfte den Drang, aufzustehen und wieder mit seiner "Aggressions-Therapie" weiterzumachen. Er dachte weiter nach. Vielleicht hatte Jacob Recht. Nein, Jacob *hatte* Recht. Sie *wussten* es besser. Immerhin war das die letzten sechs Jahre der Fall. Aber das war vor....dieser Sache. Anise hatte Recht gehabt. Jeder wusste, dass Jack nicht gerne seine Gefühle mit jemand anderem teilte. Aber er hatte sich überraschend wohl bei dieser ganzen Gedanken/Gefühle/Erinnerungen-Teilungs-Sache mit Sam gefühlt. Weil es sich nicht falsch angefühlt hatte. Es gab ihm die Chance, ihr klarzumachen, wie er für sie fühlte ohne dass sein Verstand diese wunderschönen Missverständnis/Peinlichkeit-Sätze produzierte, wie er es sonst tat, wenn er mit ihr alleine sprach. Aber trotzdem hätte er es kommen sehen müssen. Was heute passiert war, war genau einer der Gründe für diese ganze Anti-Beziehungs-Regel beim Militär. Aber wie sollten sie es schaffen nach allem, wieder zurück zu gehen zu dem wie es früher war? Wie sollten sie jetzt überhaupt dazu in der Lage sein, irgendwo hinzugehen? Er war so in seine Gedanken vertieft, dass er gar nicht bemerkt hatte, das er nicht mehr alleine war, bis ihn plötzlich zwei Arme von hinten umschlangen und er eine weiche Stimme in sein Ohr flüstern hörte. "Hör endlich auf so laut nachzudenken, okay? Ich könnte wirklich etwas Schlaf gebrauchen." Und da hatte er seine Antwort. Warum irgendwo hingehen, wenn man genau da war, wo man sein wollte?
* * * * *
Jacob und Selmak waren mit ihrer Arbeit zufrieden. Manchmal war ein Von-Mann-zu-Mann-zu-Symbiont-Gespräch genau das, was gebraucht wurde. Colonel OīNeill und Major Carter gingen nebeneinander, den weiteren Verlauf der Mission diskutierend. "Wir könnten für immer an diesem Fluss entlang gehen. Ich meine, dieser Typ könnte überall auf diesem Planeten sein. Vielleicht ist er gar kein großer Angelfan? Vielleicht ist er mehr so der Wüstentyp oder so. Er könnte überall sein.", sagte Jack. "Wenn er überhaupt hier ist.", fügte Jacob hinzu. "Richtig. Wenn er überhaupt hier ist." Plötzlich blieb Jack stehen und blinzelte. Die kleine Gruppe hielt an. "Was ist das?", fragte Jack und zeigte auf ein weißes Gebilde, welches hinter einer Baumreihe aufgetaucht war. "Ich weiß nicht.", sagte Jonas und schüttelte ein paar Blätter ab, die es geschafft hatten, auf seiner Jacke zu landen. Tealīc hob eine Augenbraue. "Es scheint so, als ob es eine Art Altar oder ähnliches wäre." Jack war überrascht. "Das kannst du von hier erkennen?" "Meine Sichtweite ist erheblich besser als die eines Tauīre.", bemerkte Tealīc. Jack hob beide Augenbrauen. "Wirklich? Seit wann?", fragte er und warf seine Hände in die Luft, bevor Tealīc antworten konnte. "Ah, ich willīs gar nicht wissen. Also, los geht's, Camper, sehn wir uns das mal aus der Nähe an." Sie versammelten sich um das Objekt, das sich als weißer Stein herausgestellt hatte.
"Da.", sagte Fengar. Jacks Kopf schoss herum, als er den Tok'ra nach Luft schnappen hörte. Fengar war auf seine Knie gefallen und starrte erstaunt auf den weißen Felsen. Jacob verschränkte seine Arme vor seiner Brust. "Ich will verdammt sein." Auf der rauen Oberfläche des Felsen funkelten plötzlich goldene Symbole in der Sonne. Über ihnen war das Bild eines Mannes. Er hatte den Kopf eines Falken und trug traditionelle, ägyptische Kleidung. Auf seinem Kopf trug er ein rundes Zeichen, den Mond. "Chons, nehm ich an?", fragte Jack. "Sieht so aus.", sagte Jacob. Sam streckte ihre Hand aus und lies sie über die raue Oberfläche des Felsens wandern. "Das sieht nicht wie ein gewöhnlicher Felsen aus." "Ist es auch nicht.", sagte Fengar und stand langsam wieder auf. "Dies ist ein Stück des ägyptischen Mondes." Jack schreckte zurück. "Was? Du meinst unseren Mond? Er hat ein Stück UNSERES Mondes gestohlen?" Fengar hörte nicht zu, er war viel zu beschäftigt damit, den Altar zu berühren. Jack sah ihm einen Moment lang zu und blickte schließlich zu Jacob. "Unser Freund hier scheint ziemlich beschäftigt zu sein, vielleicht können Sie ja bei der Übersetzung helfen?" Jacob nickte und fing an, zu lesen. "Die Antworten sind nahe jedoch nur wahre Liebe kann sie finden Der Pfad steht fest Jedoch nur wahre Liebe kann ihm folgen Die Grenze ist hier Doch wahre Liebe kann sie passieren."
Jacob trat zurück. "Was zur Hölle soll das bedeuten?" "Es bedeutet, wir haben die geheime Kammer gefunden! Wir haben Chons' Prophezeihung gefunden! Ich wusste es!" Verkündete Fengar und hob seine Hände in die Luft. Jack schüttelte seinen Kopf und rückte sein Cap zurecht. "Nun mal langsam mit den jungen Pferden, Junge, denn das hier kann es ja noch nicht sein, oder? Ich meine, die Prophezeihung sagte etwas davon, Chonsy zurückzubringen, und hier wird er noch nicht einmal erwähnt.", sagte Jack und deutete auf die Inschrift. Fengar schüttelte seinen Kopf. "Das hier ist ein Zeichen, ein Hinweis für die, die nach Chons' Prophezeihung suchen." "Aber was bedeutet er?", fragte Jonas und rieb nachdenklich sein Kinn. "Die Grenze, weist das auf eine Stadtgrenze oder eine wirkliche Grenze hin, wie ein Zaun, eine Wand oder ein Energie-Schild oder so was?" "Ich sehe keinen Zäune oder Wände.", sagte Tealīc. Jack zuckte mit den Schultern und passierte den Altar. Er ging ein paar Meter und drehte sich wieder schulterzuckend zu den Anderen um. "Kein Energieschild, nehm ich an. Carter?" "Ja, Sir?" Er deutete in ihre Richtung. "Fängt Ihr Radar-Ding irgendetwas auf?" Sam unterdrückte ein Lächeln und das Verlangen, über den wirklichen Namen des Gerätes nachzudenken. Statt dessen packte sie ihren Rucksack und zog das kleine Handgerät raus, das sogar die kleinste Energiequelle wahrnehmen konnte. Sie zuckte die Schultern, als sie die ersten Resultate ablas. "Das ist seltsam." "Was?", fragte Jack und entschied, dass es Zeit wurde, zu den Anderen zurückzugehen. Jedoch blieb er dort, wo er war, als er sah, dass Sam auf ihn zukam. "Hier ist irgendwas, aber ich kann nicht die exakte Stelle finden." Sie drehte sich um. "Dad? Könnten du und Selmak euch das mal anschauen?" "Sicher.", sagte Jacob und ging zu ihr, doch er kam nicht weit. Jacob stieß einen verblüfften Schrei aus, als er gegen die unsichtbare Wand krachte. "Was zur Hölle?" Tealīc und Jonas waren sofort bei ihm. Der Jaffa streckte vorsichtig seine Hand aus, als seine Bewegung schließlich von einem nicht sichtbaren Schild gestoppt wurde. Er hob eine Augenbraue. "Es scheint mir, als handle es sich hierbei um ein Energieschild.", erklärte er. Obwohl Jonas Quinn den Worten des Jaffa traute, streckte er seine Hand der Wand entgegen und auch er wurde durch sie aufgehalten. "Aber ich bin einfach so durchgelaufen.", sagte Sam verwirrt. "Ebenso der Colonel." Die einzige Person, die nicht wenigstens verwirrt von den Ereignissen war, die sich unter den zwei Monden enthüllten, war Fengar. Er ging zu dem Energieschild und lächelte. "Nur wahre Liebe kann sie passieren.", erinnerte Fengar. Jack drohte ihm mit seiner Faust. "Fang bloß nicht wieder DAMIT an!" "Ihr zwei wart die Einzigen, die das Energieschild passieren konntet", verteidigte sich Fengar. Jack mochte den Gesichtsausdruck nicht, der sich langsam aber sicher in Jacobs Gesicht zeichnete, also beeilte er sich, zu argumentieren: "Wirklich? Vielleicht hat es Carter nur aus Versehen aktiviert, weil sie auf irgendetwas getreten ist? Wie wäre das als Erklärung?" Jacob sah zu Sam und Jack. "Das wäre mir am liebsten." Jonas räusperte sich. "Nun, das ist leicht herauszufinden, wirklich." Alle Blicke wandten sich ihm zu. Er zuckte mit den Schultern. "Wir können ja einfach warten und sehen, was passiert, wenn Sie versuchen, wieder auf diese Seite des Schildes zu kommen?" Jack fühlte sich dumm. Aber Sam ebenso, und das gab ihm irgendwie ein beruhigendes Gefühl. Sie gingen langsam wieder zurück in die Richtung des Felsens. Jacks Muskeln spannten sich an, als er erwartete, in den Schild zu laufen. Aber das tat er nicht. Sam und Jack sahen sich an, als sie die Grenze überschritten und wieder neben Jonas und den anderen standen. "Na ja, also...",sagte Jack. "Das ist....", sagte Sam. "Ja genau.", sagte Jacob. "Das ist wirklich schlecht."
* * * * *
Sie standen immer noch an Chons' Felsen, immer noch argumentierend und zu keinem Schluss kommend. "Es könnte Hunderte von Gründen geben, warum nur wir da durch gehen können und nicht ihr.", sagte Jack. "Wie zum Beispiel?", fragte Fengar. Jack zuckte mit den Schultern. "Ich weiß nicht. Vielleicht weil wir zwei Menschen sind." "Mr. Carter auch.", erwiderte Jonas. "Ah, technisch gesehen? Nicht mehr wirklich.", erwiderte Jack, Sam nickte. "Der Colonel hat Recht." "Es ist sowieso egal.", sagte Jacob und seufzte. "Ich hatte eine lange Unterhaltung mit Selmak und wir haben uns darauf geeinigt, dass, obwohl ich etwas...skeptisch gegenüber dieser ganzen Chons-Legenden-Sache war, wir hier auf alle Fälle etwas wertvolles gefunden haben, auch wenn es nur von archäologischen und nicht von strategischem Wert ist." "Das heißt?" "Das heißt, dass Sie den Tok'ra einen großen Gefallen tun würden, wenn Sie das hier überprüfen würden, Jack." Jack hob seine Augenbrauen. Den Tok'ra einen Gefallen tun, stand nicht gerade oben auf seiner Liste. Aber er fühlte Sams wachsenden Wissensdurst und erweckte damit sein eigenes Verlangen auf Antworten. Gott, er hatte definitiv zu viel Zeit in der Gegenwart von neugierigen Leuten verbracht. Daniel hätte das hier geliebt, dachte Jack. "Okay, okay.", willigte Jack ein und deutete Sam an, ihm zu folgen. "Kommen Sie, Carter, lassen Sie uns das hier mal durchchecken. Wir sehn uns später, Camper."
Sie passierten das Energieschild ohne weitere Probleme und gingen in Flussrichtung weiter, als ob sie instinktiv wüssten, wohin sie gehen mussten. Als er sich sicher war, dass sie außerhalb der Hörweite der Anderen waren, fragte Jack. "Glaubst du das alles?" "Was?" Jack sah sie mit einem oh-bitte-Du-weißt-was-ich-meine-Blick an. Sam zuckte mit den Schultern und dachte noch ein paar Sekunden über ihre Antwort nach. "Ich bin mir noch nicht sicher. Ich weiß das ich eigentlich nein sagen müsste, aber es gibt eine Menge Beweise, die mich vom Gegenteil überzeugen würden." "Wie zum Beispiel?" "Die Mondfinsternis, die Tatsache, dass wir die Koordinaten zu diesem Planeten wussten, dass wir im Stande dazu waren, dieses Energieschild zu passieren, nicht zu vergessen unsere neue Fähigkeit, uns jetzt gegenseitig 24Stunden am Tag auf die Nerven zu gehen." Jack grinste. "Oh, gut, ich sehe, dein Sinn für Humor hat sich die Tage wirklich verbessert." Sam blickte ihn finster an, konnte jedoch nicht lange ein Lächeln verbergen. "Und, was denkst du?" "Das weißt du nicht?" "Das war bloß so eine Redensart, Jack.", Sam rollte mir den Augen. Jack steckte seine Hände in die Hosentaschen und zuckte mit den Schultern. "Na ja, ich denke, ich muss sagen, dass ich kein Wort davon glaube um mir meinen guten Ruf als Taffer-Macho-ohne-Zweifel-super-realistischer-glaubt-nicht-an-den-Weihnachtsmann-oder-den-Osterhasen-Typ zu bewahren." Sam sah ihn überrascht, mit einem Mix aus Hoffnung und Erleichterung, an. "Aber?" "Aber ich muss zugeben, dass du Recht hast. Es gibt zu viele Beweise dafür, plus..." Jack brach mitten im Satz ab und vergrub seine Hände noch tiefer in seinen Hosentaschen. Sam blickte in wartend an. "Plus?" Er reagierte nicht. "Jack?" "Hm?" "Plus was?" Er blickte sich um, um sicherzugehen, dass sie wirklich alleine waren, was eigentlich ziemlich blöd und das Verhalten eines Teenagers gewesen wäre, aber er konnte nicht anders. Als er sich sicher war, dass *niemand* seine Worte hören konnte, murmelte er los, seinen Blick immer noch auf den Boden gerichtet. "Na ja, es ist irgendwie wahr. Weißt schon. Diese ganze Liebessache." Sam lächelte ihn an, berührte ihn sanft am Arm und seufzte. Plötzlich drehte sich Jack überrascht zu ihr um. "Hey, ich bin *nicht* süß!" Sam lachte, lehnte sich zu ihm rüber und gab ihm einen Kuss auf die Wange. "Doch, dass bist du, aber ich werde es niemandem erzählen", grinste Sam. "Das würde ich dir auch empfehlen", grummelte Jack und blieb stehen, als er realisierte, dass sie in einer Sackgasse angekommen waren. Oder eher ein Berg aus schwarzen Steinen, der sich weit über die Baumkronen erstreckte. "Jetzt kannst du mich einen Optimisten nennen, aber ich denke, wir haben gefunden, nach was wir gesucht haben. Hol deine Taschenlampe raus", befahl er. Sie ließen das meiste ihrer Ausrüstung am Eingang liegen und nahmen nur ihre Waffen, etwas Wasser und die Taschenlampen mit in die Höhle. Die Höhle wirkte natürlich und reichte etwa 20Meter in den Berg hinein. Sam und Jack durchquerten den langen Gang ohne ein Wort zu sagen, biss sie schließlich das Ende erreichten und vor einem riesigen Felsen zum Stehen kamen. "Und jetzt?", fragte Sam. Jack zuckte mit den Schultern. "Ich wette, hier ist irgendwo eine Tür. Wir müssen sie bloß finden." Er ließ den Lichtkegel seiner Taschenlampe über die schwarzen Felswände wandern. Sie suchten über eine Stunde nach einem Durchgang, doch fanden nichts. Schließlich nahm Jack sein Cap vom Kopf und steckte es in eine Tasche seiner Weste. Sein kurzes Haar war schweißgetränkt und in seinem üblichen Chaos. Er kratzte sich am Kopf. "Na ja, soviel zu Suche nach Chonsy. Hier ist nichts." Er setzte sich hin, lehnte sich mit dem Rücken gegen eine Wand und schloss für eine Minute seine Augen. Sam setzte sich neben ihn. "Aber er muss hier sein." "Aber wir haben überall gesucht, Sam." "Aber dieser Altar, das Energieschild. Wenn hier wirklich nichts ist, warum dann dieser ganze Aufwand, diese Höhle hier zu schützen?" "Vielleicht war schon ein anderes heißes Pärchen vor uns hier und hat alle Souvenirs mitgenommen?", nahm Jack an und grinste breit. Sam lachte und lehnte ihren Kopf an seine Schulter, nur für eine Sekunde, bevor sie sich wieder aufsetzte und zu ihrer Wasserflasche griff. Sie nahm einen Schluck und reichte sie weiter an Jack. Er schüttelte seinen Kopf. "Danke." Er beobachtete Sam, wie sie die Flasche zurück an ihren Gürtel klemmte, legte seine Arme auf seinen Knien ab und fragte sie, ohne sie anzusehen. "Das war's, oder?" "Das war was?" "Gestern. Was du mir nicht erzählen wolltest. Als Fengar von der Finsternis erzählte. Das war der Punkt, an dem du anfingst, daran zu glauben, dass da was Wahres in der Geschichte steckt oder?" Sam fuhr sich mit ihrer Hand durch ihr Haar und antwortete ihm, ebenfalls ohne ihn anzusehen. "Ja. Es ergab irgendwie alles einen Sinn. Es war verrückt, es war dumm, es war kindisch, aber es machte Sinn." "Und du dachtest was? Das du es mir nicht erzählen könntest? Das ich dir nicht glauben würde?" "Jack, das hättest du auch nicht." Das war keine Beschuldigung, es war eine Tatsache. Jack wusste das. Er seufzte und fuhr sich mit einer Hand übers Gesicht. "Ja, wahrscheinlich." Stille legte sich über die Höhle. Plötzlich drehte Sam ihren Kopf und sah ihn an. Sie blickte in das Gesicht, dass sie so gut kannte. Jack fühlte ihren Blick auf sich ruhen und drehte seinen Kopf in ihre Richtung. Ihre Gesichter waren nur noch Millimeter voneinander entfernt. "Was?" "Was du vorhin gesagt hast. Hast du es wirklich so gemeint?" "Ja, ich befehle dir hiermit, nie wieder das Wort süß in meiner Gegenwart zu erwähnen oder darüber nachzudenken." Sam lächelte knapp. "Nein, nicht das. Die andere Sache." Jack schloss verstehend die Augen. "Oh, das." Er nahm ihre Hand. "Ja, das tat ich. Ich hätte niemals gedacht, dass ich das mal laut aussprechen würde, aber andererseits hätte ich auch niemals gedacht, dass ich einmal auf andere Planeten reisen, in einer Zeitschleife feststecken, gegen lästige kleine Roboterkäfer kämpfen oder eine Schlange in meinen Nacken implantiert bekommen würde. Er lächelte und zuckte mit den Schultern. "Du kannst sehn, es sind weitaus seltsamere Dinge passiert." Sam schüttelte ihren Kopf. "Das ist wirklich erstaunlich." "Was denn?" "Wie viel Worte bedeuten können, sogar wenn du dazu in der Lage bist, auf einem höheren Level zu kommunizieren." Jack zuckte mit den Schultern. "Vielleicht sollten Menschen gar nicht in der Lage sein auf diesem Level kommunizieren. Ich meine, stell dir mal vor, dass wäre uns vor sechs Jahren passiert." Sam lachte. "Wir wären wahrscheinlich schreiend davongelaufen. Oder hätten uns gegenseitig umgebracht." "So was in der Art. Wir hätten wahrscheinlich nicht mehr als kleine gegenseitige Anziehung gespürt, es abgeschüttelt und weiter gemacht, uns nie wieder in die Augen gesehen und gedacht, dass der Andere nicht wirklich interessiert wäre." "Wir hätten niemals erfahren, was aus dieser kleinen gegenseitigen Anziehung geworden wäre." "Genau." Sam lächelte. "Wie bist du nur so weise geworden?" Jack grinste. "Muss von jemandem abgefärbt haben." Er stand auf, streckte Sam eine Hand entgegen und zog sie hoch. "Komm, gehen wir zurück zu den Anderen. Fengar wird ziemlich enttäuscht sein, wenn wir ihm erzählen, dass hier nichts weiter als ein paar Fledermäusen und Spinnen ist." Er ging los, doch Sam zog ihn zurück. "Jack?" "Ja, wa...?" Er konnte seinen Satz nicht zuende sprechen. Als er Sams Lippen auf seinen spürte, vergaß er jedes einzelne Wort, jeder einzelne Gedanke wurde innerhalb eines Augenaufschlags aus seinem Kopf verdrängt. Er vergaß alles. Seinen Job, seinen Namen, seine Vergangenheit, seinen Schmerz, seinen Glauben, das einzige was übrig blieb, war der Teil der sie liebte und seinerseits ihre Liebe empfing. Jack hätte ewig hier stehen bleiben können aber plötzlich sah er, sogar durch seine geschlossenen Augen, ein Bild. Sam? Jack? Ich hasse es, das jetzt zu sagen, äh, zu denken, gerade weil das hier wahrscheinlich der beste Moment in meinem Leben ist, aber ich denke, ich kann diese verdammte Tür sehen.
* * * * *
Wenn das Tor ruft
Werden zwei Krieger sich treffen Wenn die Reise beginnt Werden zwei Herzen gebunden sein Wenn die Allianz geschmiedet wurde Wird die Vereinigung beginnen. Wenn die Wände zerbröckeln Werden zwei Zungen die Wahrheit sprechen Wenn die Zeit stehen bleibt Werden zwei Seelen die Erleuchtung finden Wenn der Gelehrte geht Ist die Zeit der Vereinigung nah. Wenn der Klang zu den Sternen dringt Werden zwei Gesichter lächeln Wenn Krankheit die kalte Luft verpestet Werden zwei Seelen einen Pakt schließen Wenn der Tod nah ist Wird die Vereinigung beginnen. Wenn der Krieger vom Tode aufersteht Sind zwei Herzen wieder vereinigt Wenn der Mond verschwindet Ist die Vereinigung geschehen. Zwei Leben werden geopfert Zwei Leben werden gerettet Zwei verbundene Seelen werden ihn finden Und ihre wahre Liebe wird ihn befreien Damit die Heilung der Tok'ra beginnen kann. Jack und Sam blickten in Stille auf die Worte, die dort, in Stein gemeißelt, Hunderte von Jahren darauf gewartet hatten, gelesen zu werden. Sie waren weder in Goa'uld oder Asgard, nicht in Englisch oder Russisch geschrieben. Jack wusste nicht, was für eine Sprache das war, jedoch verstand er trotzdem jedes einzelne Wort. Und langsam realisierten sie es. Sie starrten nicht einfach so auf ein altes Märchen, dass vor Hunderten von Jahren dort eingemeißelt wurde. Sie blickten auf ihre eigene Vergangenheit, welche damals die Zukunft war. Selbst Jack, der normalerweise nicht so leicht zu beeindrucken war, war mehr als sprachlos. Die zwei Menschen starrten auf diese Worte, Erinnerungen drifteten durch ihre Köpfe als würde jemand auf den Tasten eines Pianos spielen. Da waren sie, im Besprechungsraum, in der Antarktis, Sam, als sie von Jolinar kontrolliert wurde, der Zatarc-Test, die Zeitschleife, Daniels Abschied, ihr Flug in der X302, Sam, in einem Quarantäneanzug, wie sie auf Jack hinabblickte. Jack, wie er sich im Sarkophag aufrichtete und schließlich sie beide, wie sie auf Jacks Dach saßen und die Sterne beobachteten. Also war es wahr. Alles war wahr. Diese ganze Prophezeihungssache. Und das musste auch bedeuten.... Jack seufzte. "Dein Vater wird mich umbringen." Sam lächelte und schüttelte voller Erfurcht ihren Kopf. "Wow, woher wusste Chons das? Wie um alles in der Welt konnte er wissen, dass das hier alles passieren würde?" "Um die Wahrheit zu sagen, ich wusste es nicht." Jack und Sam drehten sich um und hoben automatisch ihre Waffen. Der junge Mann der vor ihnen stand lächelte. "Es gibt keinen Grund, euch hier zu verteidigen. Ich bin ein Heiler, kein Kämpfer." Jack senkte seine Waffe und nickte Sam bestätigend zu. Sie legte ihren Kopf schief. "Bist du Chons?" Der junge Mann verneigte sich kurz. "Der bin ich." Jack runzelte die Stirn. "Ich will ja wirklich nicht unhöflich sein aber ich dachte irgendwie das du etwas....größer wärst." Chons lachte, seine Stimme klang weich und warm. Als wieder Stille einkehrte, glitzerten seine Augen tränenerfüllt. "Vergebt mir, aber dies ist das erste Lachen, dass ich hier höre, seit dem Tag, an dem sich der Mond und mein Herz verdunkelt hatten." "Der Tag, an dem du deine Frau verloren hast.", nahm Sam an. Chons nickte leise. Nach ein paar Sekunden fuhr er fort. "Ich verlor damals alles. Niemand konnte das verstehen. Ich hatte die wahre Liebe gefunden und sie verloren. Dies war eine Wunde, die selbst meine Kraft nicht heilen konnte." "Also bist du gegangen?", fragte Jack. Chons nickte erneut. "Ja, ich war gekränkt. Ich wollte nie wieder in ein Universum zurückkehren, in dem man Liebe so leicht verloren konnte, aber gerade als ich mich dazu entschlossen hatte, alles zu beenden, sah ich sie. Ein junges Paar. Sie nahmen nichts wahr außer der Liebe, die sie für einander empfanden. Und das war der Punkt an dem ich die Entscheidung traf, die euch hier her brachte. Zu warten, bis zwei mich zwei Liebende finden würden. Bis ich wieder wahre Liebe sehen würde, so dass ich wissen würde, dass es das Universum wert ist, gerettet zu werden." Jack hob seine Augenbrauen. "Du willst das ganze Universum retten? Ist das nicht ein bisschen...viel für nur einen Kerl?" Chons schüttelte seinen Kopf. "Wenn du auch nur ein Leben rettest, rettest du das ganze Universum." "Ah." Gab Jack ein wenig verwirrt von sich. Oh Junge, dieser ganze Aufstand und was bekommen wir? Einen Philosophen! Die Tok'ra werden diesen Kerl *lieben* Jack... Tschuldigung Jack lächelte Chons an. "Naja, Chonsy, es haben sich da draußen ne ganze Menge Dinge geändert. Die Tok'ra könnten gerade wirklich ein paar heilende Hände gebrauchen. Wenn du verstehst, was ich meine." Chons verneigte sich nochmals. "Mit eurer Ankunft ist keine Zeit der Trauer vorbei. Könnt ihr mich zu meinem Volk zurückbringen?" "Ja, nun, ein paar von ihnen warten tatsächlich da draußen. Also würde ich sagen, packen wir unsere Sachen und verlassen dieses Grab." Als sie hinaus in das Sonnenlicht traten, blickte Chons lächelnd in den Himmel hinauf zu den zwei Monden. Er widmete einen letzen, langen Blick dem Eingang der Höhle und drehte sich schließlich wieder zu Jack und Sam um , bereit zum Aufbruch. Sam und Jack sahen sich an und trafen eine stille Entscheidung. "Uh, Chons, es gibt da noch eine winzige Kleinigkeit zu besprechen, bevor wir zurückgehen können." "Und die wäre?" "Was für eine Rolle spielen wir in diesem ganzen Spiel? Ich meine, warum wir?" "Ich schrieb nur das auf, was ich an dem Tag am Fluss sah. Es kam mir wie eine Vision, erweckt von meinem tiefsten Wunsch ein letztes Mal wahre Liebe zu erblicken." Der Tok'ra lächelte die beiden Menschen an. "Andererseits könnte ich euch auch nur erzählen, dass ich gestolpert bin und aus versehen den Zeitspiegel aktiviert habe, den mir einer der Antiker gegeben hatte und somit einen Blick in die Zukunft werfen konnte." Und damit marschierte Chons in den dichten Wald. Er drehte sich nochmals um, als Sam und Jack zögerten, ihm zu folgen. Chons lächelte. "Hängt vom Glauben ab." Jack rollte die Augen. "Wo hab ich das doch schon mal gehört?"
* * * * *
Die Besprechung kam langsam zu einem Ende. Endlich. Jack rutschte nervös in seinem Stuhl hin und her. Er wollte einfach nur hier raus. Drei Stunden. Drei Stunden und sie redeten immer noch. Und sie redeten nicht einfach über irgendwas, sie redeten hauptsächlich über ihn und Sam. Obwohl Jack keinen Grund dazu hatte, sich darüber zu beklagen. Während sie auf ihrer kleinen Helden-Jagd-Expedition waren, hatten Janet und Anise den Grund für Sam und Jacks telepathische Verbindung gefunden. Der Grund dafür war ihre Zeit als Wirte, denn beide, Jolinar und Kana'an, trugen ein ganz spezielles Protein in sich, das besondere Regionen des Gehirns stimulierte. Sam trug es für Jahre in sich, passiv, bis es durch die Ankunft eines Anderen aktiviert wurde, der das selbe Protein in seinem Blut trug. Jack. Warum und wie Jolinar und Kana'an diese Chemikalie überhaupt produzierten, konnten weder die Tok'ra, noch die menschlichen Wissenschaftler beantworten. Fengar glaubte, es hätte etwas damit zu tun, dass sie die wahre Liebe gefunden hatten und das sie ihre Leben dafür gegeben hatten. Natürlich. Für Fengar war alles wahre Liebe. Es wurde langsam Zeit, dass dieser Kerl seine eigene wahre Liebe finden würde, dachte Jack und blickte zu Sam rüber. Er wusste nicht was sie dachte oder fühlte, weil eine kleine Spritze von Janet ihre telepathische Verbindung getrennt hatte. Aber es war eigentlich egal. Sie brauchten keine Telepathie. Sie hatten jetzt ihre eigene Verbindung. Als ob sie dies bestätigen wollte, blickte Sam von den Berichten auf, die sie gerade las, und schenkte ihm ein kurzes Lächeln. Jack erwiderte diese Geste. "Also, wenn das alles ist.", sagte der General, faltete seine Hände dankbar darüber, dass alles wieder in den Normalzustand übergehen würde. Jacob, Anise und Fengar standen auf. Jack sah sie an. "Und, Leute, wie geht's Chonsy denn so?" "Es geht ihm gut, Colonel OīNeill. Er besucht in diesem Moment zwei unserer Basen und heilt die Wunden der Tok'ra, die bei der letzten Attacke der Goa'uld verletzt wurden. Wir können dir und Major Carter gar nicht genug dafür danken, dass ihr ihn zu uns zurückgebracht habt." "Hey, kein Problem. Wir wollen alle unsere Kunden glücklich machen."
Sam, Jack, Tealīc, Jonas, Fraiser und Hammond begleiteten ihre Gäste hinunter in den Torraum, um sich von ihnen zu verabschieden. Anise und Fengar waren bereits die Rampe hinauf in Richtung dem blauen Licht gegangen, doch auf dem halben Weg drehte sich Jacob noch mal um und ging zu Sam und Jack. "Ich weiß, ich müsste glücklich darüber sein, dass wir letzten Endes doch noch in der Lage dazu waren, diese ganze Prophezeihung auf wissenschaftlichem Wege zu begründen. Aber Selmak und selbst ein Teil von mir denkt, dass es doch schön gewesen wäre, wenn es ein Märchen gewesen wäre, das wahr wurde." "Inklusive dem 'und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende'-Teil?" "Vielleicht. Vielleicht sogar das." Jacob umarmte seine Tochter nochmals und schüttelte Jack die Hand bevor er die Rampe hinaufging und seinen Begleitern durch das Stargate folgte. Nachdem alle den Raum verlassen hatten standen Sam und Jack immer noch vor dem Gate. Schließlich seufzte Jack, schloss seine Augen für eine Sekunde und schüttelte seinen Kopf. "Lass uns gehen." Sams Lippen formten ein Lächeln, als sie nach seiner Hand griff uns sie kurz drückte. "Genau das dachte ich auch gerade."
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