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Sonnenbrand

Methos-Forschung Teil 3
© by Clio ()
 
Disclaimer: Nein, nein, nein. Die Rechte liegen bei Davis/Panzer etc. Und außer Edith gehört mit gar nichts. Und die Rechte der zitierten Lyrics bei deren Autoren. Die Rechte an der Story an sich liegen allerdings bei mir. Dies ist lediglich eine Fanfiction für Highlander-Fans und ich will damit keinen lumpigen Cent machen!
Vorbemerkung: Für die, die eine Fortsetzung wünschten. Tausend Dank an Deirdre für die Beta!!! Und tiefster Dank an den "Bibelgriechisch- Experten" meines Vertrauens... und der Buchhandlung meiner Wahl für die gewonnenen Einblicke ins Neugriechische. - Okay. Das hier ist die sechste Lösung auf meiner Liste. (Ich danke auch für den Vorschlag für Version sieben - Vielleicht ein anderes Mal...) Seid gewarnt: Es wird echt übel. - Wieder so etwas schnell dahin Geschriebenes. Ich hoffe, es gefällt trotzdem... trotz allem.
Über konstruktives Feedback würde ich mich sehr freuen.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

 

"I left my soul there, / Down by the sea / I lost control here / Living free." - Morcheeba "The Sea"

 

 

Edith legte das Wörterbuch zur Seite. Tatsächlich, es bestand kein Zweifel. Sie hatte hier tatsächlich ein von Methos handgeschriebenes Tagebuch vor sich.

Ihr Französisch war wirklich nicht mehr sehr gut. Und dem Französisch des 18. Jahrhundert erst recht nicht gewachsen. Aber dennoch verstand sie sehr wohl, worum es hier ging. Methos ließ sich eloquent aber langatmig über einige Liebschaften, eine wenig riskante Zusammenkunft mit einem unerfahrenen Gegner und den unerträglichen Gestank der Stadt aus. Ihren Lärm, die vielen Menschen und wie sehr er die warme Sonne und das kühle Wasser des Mittelmeers vermisste. Den reinen, salzigen Geruch der Meeresluft, die ruhigen Wellen, die gemächlich über den Strand rollten, und die sternklaren Nächte pries er in seinen eitlen Ausführungen.

Er plante, den Moloch Paris hinter sich zu lassen und bald wieder dorthin zu reisen, genauer auf eine bestimmte kleine griechische Insel, deren Ruhe er schon seit einigen Jahrhunderten zu schätzen wusste. "Mediterranean Homesick Blues", notierte Edith auf der Schreibunterlage und musste dabei unwillkürlich lächeln.

 

Vorsichtig folgte sie mit der Fingerkuppe den feinen geschwungenen Federstrichen. Methos' Schrift war sorgfältig und geordnet, das war ihren Transkriptionsbemühungen sehr entgegengekommen.

Für einen Moment fühlte sie die Wut in sich aufsteigen. Wieso nur hatte Adam diesen einmaligen Fund unterschlagen? Sie konnte ihn ohrfeigen... nein, noch deutlich Schlimmeres würde sie mit ihm anstellen, wenn er ihr erneut zwischen die Finger kommen würde!

Sie atmete tief durch. Nachher würde sie den Brief an die europäische Direktion in Paris schreiben. Zwar war Adam schon lange kein Beobachter mehr, aber dennoch erwartete ihn sicher eine empfindliche Strafe. Diese Unterschlagung hatte die Methos-Forschung wertvolle Jahre gekostet. - Und das nahm sie sehr persönlich.

 

Edith griff nach einem Bleistift. Sie notierte den Namen der Insel und startete den Internet-Browser ihres Computers.

 

* * *
 

[Besagte winzig kleine griechische Insel, zwei Tage darauf.] Der Schweiß lief Edith den Nacken und den Rücken hinunter, ihre Haut fühlte sich unnatürlich warm an und ein beklemmendes Gefühl von Übelkeit schien unabwendbar. Das Boot legte an und eine junge Frau half ihr an Land. Edith war dankbar, endlich wieder festen Boden unter ihren Füßen zu spüren, und wenn es nur die wackeligen Planken des Anlegesteges waren.

Die Sonne stand hell am Himmel und tat ihr Übriges dazu, dass Ediths Wohlbefinden weiter schwand.

Mit immer noch recht wackeligen Beinen folgte sie dem Mädchen, das sie dabei an ihrem Arm zog, so dass der dünne Träger von Ediths Tops über ihre Schulter rutschte. Am Ende des Stegs machte Edith eine verschwommene Figur aus. Dort stand jemand. Ein Mann wohl. In hellem Anzug und mit Sonnenbrille; kurzes, schwarzes Haar. Die gleißende, hoch stehende Sonne blendete sie - trotz getönter Gläser - und sie vermochte auch wenige Meter vor ihm nicht, sein Gesicht zu erkennen.

 

Er schob die Sonnenbrille etwas weiter gen Nasenspitze, um ihr unmittelbar in die Augen schauen zu können; dabei grinste er breit.

"Da bist du ja endlich."

"Adam!" Wut klomm an ihrem Herz hoch. Hätte sie gekonnt, wäre sie auf ihn zugelaufen und hätte mit beiden Fäusten auf seine Brust eingehämmert. Ihr war danach. "Warum hast du die Tagebücher unterschlagen! Wie konntest du nur?! Du weißt doch, wie viel Arbeit ich investiert habe, nur um den Hauch einer Spur zu finden!" rief sie stattdessen.

"Edith... Ich glaube, Du missdeutest da etwas...", er lächelte sie sanft an.

"Was gibt es da miss-..." In dem Moment traf es sie wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Ihr wurde heiß und kalt. Die Kehle schnürte sich ihr zu. Das konnte doch unmöglich sein. Eine derartige Dreistigkeit... Ihre Beine gaben nach. "NEIN!", krächzte sie noch, bevor es um sie herum dunkel wurde.

 

Als Edith wieder zu sich kam, lag sie weich, wohl auf einem Sofa.

Methos saß neben ihr und legte seine Hand auf ihre Stirn: "Dir sind wohl die Sonne und die lange Fahrt in dieser... Nussschale nicht bekommen." Er räusperte sich: "Hier, trink das und bleib erstmal liegen." Er reichte ihr ein Glas mit klarer Flüssigkeit, dann lachte er. "Weißt du, eigentlich hasse ich Boote. Und jede Reise hierher ist für mich eine Qual, aber... es lohnt sich. Ganz ohne Zweifel: Dies ist der schönste Ort auf der Welt... Und so ruhig und einsam. Glaub' mir... es ist wunderbar."

Sie steckte all ihre Kraft in einen bitterbösen Blick, trank einen Schluck Wasser und presste die Lippen aufeinander.

"Ich konnte ja nicht ahnen, welches Buch du mitnehmen, dass du überhaupt die Gelegenheit nutzen würdest... Aber... diese Wahl hat mir zu ein paar schönen Tagen verholfen... Ich danke dir." Er lächelte und hob den Kopf. Hinter ihr befand sich wohl ein Fenster: "Eigentlich ein schöner Tag, um..." Er stockte.

"Warum...?" Sie fand langsam zur Sprache zurück. Die einfachste Frage, die erste und einzige, die in ihrem Kopf herumschwirrte, ihn geradezu ausfüllte.

"Vielleicht ist es ein Spiel. Ich brauche ein bisschen Nervenkitzel dann und wann in dieser Welt, in der sich so vieles wiederholt, wiederkehrt... Und ich muss gestehen, dass ich in letzter Zeit immer öfter verliere. Ich widme mich der Risikokalkulation nicht mehr mit der nötigen Sorgfalt..."

Sie reagierte nicht. Schweigen animiert zum Sprechen.

"Mir war klar, dass du eine zu gute Wissenschaftlerin bist, um deine Neugier zu zügeln..." Er seufzte und streichelte gedankenverloren ihren Oberarm. "Ich hätte dich niemals mit zu mir nehmen sollen... Die Bücher, die Einrichtung... mein ganzer Lebensstil ist nicht stimmig. Du bist zu klug, um das zu übersehen... Auch ohne das Buch wärst du sicher früher oder später..." Er brach seinen Monolog plötzlich ab, denn es hatte an der Tür geklopft. "Es tut mir leid", und dann zur Tür gewandt: "Εμπρός!"

Die junge Frau vom Steg trat ein und sprach ihn auf Griechisch an. Methos nickte zwei, dreimal und antwortete ihr dann in derselben Mundart.

Nun nickte wiederum sie stumm und zog dann die Tür hinter sich zu.

Als die beiden dann wieder allein waren, versuchte Edith, sich aufzurichten. Ihr war noch leicht schwindelig. Zudem quälte sie ein schwer zu unterdrückender Brechreiz. Methos stand auf. Schweigend trank er etwas Wasser aus dem Glas. "Es wäre eigentlich ein wirklich schöner Tag zum Segeln", sagte er ruhig und stellte es zurück auf den niedrigen Couchtisch.

 

'Segeln? Hatte er nicht gerade erst erzählt, wie sehr er Boote hasste?!' Plötzlich kam Edith der Gedanke, dass er sie töten wollte. - Sie war schließlich die einzige lebende Person, die seine wohl gehütete Tarnung auffliegen lassen könnte. Sie war ihm gefährlich geworden. Und alle Schwüre, die sie ihm auch auf ihre Verschwiegenheit geben könnte, würden sein Misstrauen niemals zur Genüge entkräften können.

Da war ihr dieses Einzelgängertum schlussendlich doch noch einmal zum Verhängnis geworden. Noch nicht einmal Keith, der es sich inzwischen in ihrem Schlafzimmer bequem gemacht hatte, während sie auf einer Luftmatratze in ihrem Arbeitszimmer schlafen musste, hatte sie eine Nachricht mit ihrem Reiseziel hinterlassen. Alles hatte sie innerhalb von zwölf Stunden geplant und auch der Flug war so schnell gebucht worden, dass weder der Antrag auf Reisekostenerstattung noch jener auf Spesengelder hatte gestellt werden können. Selbst den Beschwerdebrief hatte sie in der Eile schlicht vergessen. Niemand würde sie hier finden. Niemals.

Panik kroch in ihr hoch und raubte ihr fast den Atem.

 

"Leg' dich besser wieder hin. Du bist ja ganz blass im Gesicht... Warte, ich hab' noch Saft im Kühlschrank..." Sobald er durch die Küchentür verschwunden war, richtete Edith sich auf und versuchte aufzustehen. Mit Schwung stemmte sie sich hoch, aber ihre Knie waren weich wie Pudding. Hinzu kam, dass sich alles um sie herum wie verrückt zu drehen schien.

Der laute Rumms, als sie mit dem Oberarm auf dem Holztischchen auftraf, veranlasste Methos, so schnell wie nur irgend möglich zu ihr ins Wohnzimmer zurückzukehren.

"Edith! Hast du mich nicht verstanden?" rief er. "LIE-GEN-BLEI-BEN! Du hast einen Sonnenstich, einen gewaltigen Sonnenbrand und die Bootsfahrt an sich hat dir auch nicht sonderlich gut getan... Und vielleicht kommt auch noch ein kleiner Schock dazu", fügte er zuletzt etwas leiser hinzu. "Ich bin Arzt. Du kannst mir vertrauen, ich weiß, was zu tun ist... Zuerst einmal musst du RUHIG liegen bleiben und dann musst du sehr viel trinken... Ich werde sehen, welche Medikamente ich da habe. Leider ist meine Hausapotheke nicht besonders üppig bestückt..." Er hob entschuldigend die Schultern. "Ich brauche ja für gewöhnlich nichts." Methos wischte ihr sanft mit dem Daumen die Schweißperlen von der Stirn: "Versuch' zu schlafen."

Edith jedoch versuchte mit aller verbliebenen Kraft sich dagegen zu wehren, aber nachdem sie unter seiner Aufsicht den trüben Saft und noch ein weiteres Glas Wasser getrunken hatte, schlief sie einfach ein.

 

* * *
 

 
[Paris, eine Woche später.]

 

"Ein Bier bitte." Methos lehnte sich an die Theke von Le Blues Bar.

"Wo ist Edith?", fuhr ihn Joe brüsk an.

"Edith? Ich kannte 'mal eine Edith... aber das ist... lass mich überschlagen... schon mindestens..."

"Du weißt genau, wen ich mein'! MacLeod hat..."

Methos hob beide Hände: "Ach, DIE Edith meinst du..." Er legte die Stirn in Falten. "Hm... Das letzte Mal, als ich sie gesehen hab', ging sie durch die Absperrung zu ihrem Flieger nach London. Hm... Das war... vor knapp zwei Wochen." Er zuckte mit den Schultern. "Ich nehme an, sie sucht gerade 'Methos'... irgendwo."

Joe sah ihn aus eiskalten blauen Augen an: "Wenn du mich anlügst, Methos, tapezier' ich ganz Paris mit deinem Namen, Foto und Anschrift!"

Methos verdrehte die Augen: "Bitte, Joe, jetzt werd' nicht melodramatisch. Das steht dir nicht besonders... Du tust ja geradezu so, als hätte ich Edith etwas angetan." Er hielt Joes argwöhnischem Blick stand: "Weshalb sollte ich das tun? Okay, sie ist wirklich clever, aber trotzdem hat sie nicht den Hauch einer Ahnung, wer ich wirklich bin und wo 'Methos' sich aufhält." Er seufzte laut: "Sie wird ihr kurzes Leben lang nach mir suchen und mich doch niemals finden. - Du solltest besser dafür sorgen, dass man diesen Job nur eine begrenzte Zeit lang machen darf. Sonst werden sie noch fanatisch. Und vergeuden ihr Leben..." Er seufzte ein weiteres Mal. "Wäre doch schade... Gilt besonders für Edith."

"Du arroganter Mistkerl!"

"Auch das, ja... Wo ist eigentlich MacLeod? Ich dachte, wir seien verabredet."

Joe zapfte ein Bier, spuckte für Methos gut sichtbar hinein und stellte es ihm vor die Nase.

"Schon gut, Joe. Ich merke, wenn ich unerwünscht bin... Kann dein Leben verlängern, weißt du." Sprach's, stieß sich von der Theke ab und verließ die leere Bar.

 

* * *
 

 
[Besagte kleine griechische Insel, eine Woche zuvor.]

 

Als Edith aus ihrem tiefen, nahezu komatösen Schlaf erwachte, bedrängten sie gleichzeitig Übelkeit und ein heftiger, grimmiger Kopfschmerz. Mit Mühe öffnete sie die Augen. Und sah in seine. Honigfarben, grün-braun, schmal. Unbeschreiblich schön. Er lächelte. Seine kühle Hand berührte ihre Stirn. "Hier, trink", forderte er sie mit warmer, sanfter Stimme auf. Und sie tat wie geheißen, auch wenn das bedeutete, dass sie sich dem Schmerz zum Trotz aufrichten musste.

Sie bemerkte, dass sie sich nicht mehr auf dem schmalen Sofa, sondern in einem breiten Bett mit strahlend weißen Laken und Bettbezügen befand.

Ihre Haut hob sich krebsrot von der Umgebung ab. "Wie lange hab' ich geschlafen?"

Methos saß neben ihr und so nahm sie deutlich wahr, dass er nach Schweiß und Alkohol roch. Das helle Hemd war halb geöffnet und seine Augen glänzten glasig. "Nur den Nachmittag und die Nacht durch. Es ist jetzt acht Uhr morgens."

Ihr fiel auf, dass sie nackt war. Wie zum Schutz schlang sie beide Arme um sich, der große blaue Fleck an ihrem Arm schmerzte und ihre Haut fühlte sich eigenartig ölig an.

Methos bemerkte ihre Irritation: "Ich habe dich eingecremt. Deine Haut ist fürchterlich verbrannt. Vielleicht lindert das die Schmerzen etwas."

Er streckte sich nun nach der Pflegecreme auf dem kleinen Schränkchen neben dem Bett. "Edith, es gibt da etwas, über das ich mit dir reden muss...", meinte er, während er begann, die kühle Lotion behutsam in ihren Rücken einzumassieren.

Sie wandte sich ihm zu.

"... Du weißt, wie das wirken wird, wenn du ihnen sagst, wer ich bin", setzte er seine Ausführung fort.

"Wie...?"

"Du hast mich in Paris besucht, hast meine Wohnung gesehen; die Antiquitäten, die alten Bücher. Wie konnte ich mir das nur leisten? Dir fiel auf wie jung ich wirke. Dann hast du eins und eins zusammengezählt... Es war doch wirklich offensichtlich, Edith! Und wir... Nun, du hast mit mir geschlafen... Wer kann dir das übel nehmen, schließlich hast du so lange nach mir gesucht... Eine kleine Schwärmerei... na ja... vielmehr eine große, nicht wahr?" Methos stellte die Creme beiseite.

Edith starrte ihn mit offenem Mund an.

"Das schmeichelt mir natürlich..." Wie aus Gewohnheit fuhr er ihr mit lässiger Geste durch das kurze schwarze Haar. "Aber wie lautet noch 'mal dieser Codex... Beobachten, niemals eingreifen..." Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn: "Meinst du, sie könnten uns verstehen, Edith?" Dann strich er mit dem Handrücken über ihre Wange und sah ihr tief in die Augen: "Ich habe eine Idee, Edith. Bleib' doch eine Weile hier und denk ein bisschen nach. Nimm dir etwas Zeit für dich. Man kann hier wunderbar Luft holen. Vielleicht würde dir die Arbeit in einer anderen Abteilung mehr Spaß bereiten... Du weißt, die Chancen für Altorientalisten auf dem Arbeitsmarkt stehen nicht sehr gut. - Ich spreche da übrigens aus eigener Erfahrung." Er platzierte einen Kuss auf ihrem Oberarm, dicht unter dem Hämatom. "Und welche dubiose Referenz würden sie dir wohl zum Dank erstellen...? Wie gesagt, Edith. Mach' etwas Urlaub und überleg's dir." Seine Lippen wanderten den Arm hinab zur Ellenbeuge, wo er an dieser besonders empfindlichen Stelle den Druck verstärkte.

 

Edith fühlte sich, als hätte ihr jemand mit voller Wucht die Faust in die Magengegend gerammt. Ihr war kotzübel. Sie spannte ihren Körper an und entzog sich ihm abrupt.

Mit einem Lächeln um die Lippen und fragendem Blick ließ er sich rücklings in die Kissen fallen. Er verschränkte die Arme hinter dem Kopf und schloss für einen kurzen Moment die Augen.

"Wenn du möchtest, bleibe ich noch eine Weile hier... bei dir..." Er suchte ihren Blick, griff nach ihrer Hand, schob seine Finger zwischen ihre. Mit der anderen Hand versuchte er, ihren Nacken zu umfassen, aber sie lehnte sich zurück. "Nein, danke, METHOS", zischte sie scharf und bitter.

 

* * *
 

 
[London, zwei Wochen später.]

 

Mir großer Eile und ohne Rücksicht auf Verluste packte Edith ihre Sachen. "Have fun with it! Love, Edith Kenwood", schrieb sie auf eine kleine Karte und klemmte diese zwischen Tastatur und Monitor. Sie nahm den quadratischen Notizzettel mit der Aufschrift "Where is he?" von der Pinnwand, spuckte darauf und warf ihn in den Papierkorb.

Für sie war die Sache erledigt. Sie hatte Methos gefunden und damit war ihr Auftrag erfüllt. Sollte sich doch ein anderer darum kümmern, ihn für die Beobachter aufzutreiben. Die Arbeit im Außendienst würde ihr gut tun.

Reflexartig schob sie die Ärmel ihrer Bluse hoch. Darunter kam die inzwischen etwas weniger rote Haut zum Vorschein. Sie war dabei abzupellen und darunter wuchs die gebräunte Epidermis an die Oberfläche.

Sie hatte mit dem Feuer gespielt und sich gehörig verbrannt. Das war ihr eine Lehre. Wenn sie nur noch einmal den Namen "Methos" hören müsste, würde sie sich übergeben, dessen war sie sich gewiss.

 

"Everything is open / Nothing is set in stone / Rivers turn to ocean / Oceans tide you home / Home is where the heart is / But your heart had to roam / Drifting over bridges / Never to return / Watching bridges burn" - Travis "Driftwood"

 

 
Ende

 
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