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Ken stand bei mehreren Jungen in schwarzen Lederklamotten. Er trug ähnliche Kleidung und unterhielt sich mit ihrem Anführer. "So, du willst also bei uns mitmachen?" Ken nickte. "Und wie kommst du auf die Idee, dass du bei uns eine Chance hättest?" Mit bedrohlichem Blick sah der schwarzhaarige Junge, der gut einen Kopf größer war als Ken, auf ihn hinunter. Der Brünette erwiderte den Blick standhaft. "Ihr könnt doch immer gute Leute brauchen, oder? Ich bin schnell und stark." Der Größere lachte abfällig. "Du musst dich aber auch durchsetzen können, wir wollen doch die armen schwachen Kinder hier beschützen und da muss man schon was aushalten." Der sarkastische Ton in seiner Stimme war nicht zu überhören. Ein anderer trat vor und meinte: "Ja, und du musst uns natürlich beweisen, dass du es wert bist, bei uns aufgenommen zu werden." Er sah sich um und entdeckte einen Jungen, der auf der anderen Straßenseite auf den Bus wartete. "Hey Boss, wie wär es mit einem kleinen Test? Der dort scheint ein geeigneter Kandidat zu sein."
Omi saß auf der Bank und beobachtete die Szene, die sich auf der anderen Straßenseite abspielte. Der Anführer dieser Gang war ein Vertrauter von Hijoko Kimazuki, einem Drogenboss, der versuchte, mit Schutzgelderpressung noch ein wenig dazuzuverdienen. Die ganze Aktion war so abgesprochen, dass Ken versuchen sollte, Omi einzuschüchtern und von ihm Geld zu erpressen, um sich in die Gang einzukaufen. Also wartete er hier auf seinen Freund, der rüberkommen und so tun würde, als wolle er ihn zusammenschlagen. >Wenn Ken kommt, soll ich so tun, als hätte ich Angst. Verdammt, ich hab auch so Angst. Baka, Ken würde dir nie wehtun. Reiß dich zusammen, Omi.< Seit er angefangen hatte, sich an die Entführung zu erinnern, hatte Omi ständig das Gefühl, von jedem verraten zu werden wie von seinem Vater. Jede Nacht träumte er von dem Moment, als er erfuhr, dass sein Vater das Lösegeld nicht bezahlen würde. Dieses böse Grinsen der Entführer ging ihm nicht aus dem Kopf. Es verging keine Nacht, in der er nicht schweißgebadet und schreiend aufwachte. Jetzt deutete einer der Kerle auf ihn. Ken sah herüber und nickte. "Gleich geht's los, Omi, reiß dich zusammen", sagte er zu sich selbst und holte tief Luft.
Ken sah zu Omi hinüber, der auf der anderen Straßenseite saß und so tat, als würde er auf den Bus warten. Der Brünette nickte: "O.K., der sieht aus wie ein guter Kandidat." Auch der Boss der Gang nickte. "Dann zeig mal, was du drauf hast. Mach dem Kleinen ein bisschen Angst und knöpf ihm sein Geld ab." Ken atmete tief durch und machte sich auf den Weg zu seinem Teamkameraden. >Jetzt mach bloß keinen Fehler, wenn sie merken, dass es nur Bluff ist, werden sie uns beide zusammenschlagen. Aber ich muss auf Omi aufpassen, er ist in letzter Zeit so schreckhaft. Ich darf ihm nicht wehtun.<
>Er kommt. Dreh jetzt bloß nicht durch. Ken würde dir nie wehtun, also vertrau ihm und spiel einfach mit. Es ist nur ein Bluff. Ein Bluff, sonst nichts, nur Spiel und sonst nichts, nur ein Bluff, vergiss das nicht. Es ist alles in bester Ordnung.<
"O.K. Omi, spiel einfach mit. Ich tu dir nichts." Ken sah Angst in Omis Augen aufflammen, als er langsam auf ihn zuging. Er baute sich vor seinem Freund auf und flüsterte: "Ich tu nur so, O.K., alles ist nur Show." Omi nickte und stand auf, doch er konnte nicht verhindern, dass Panik in ihm aufkam. "Was willst du von mir?", fragte er laut, damit die anderen es auch hören konnten. "Nichts, ich will dich nur beschützen", antwortete Ken, genauso laut. Er drängte Omi Richtung Wand und stellte sich ganz nah vor ihn. Er konnte spüren, wie der Jüngere zu zittern begann. "Ganz ruhig, Omi, ich tu dir doch nichts", versuchte er, ihn zu beruhigen. "Ich weiß, Ken, aber ich kann nicht anders." Omi spürte, wie Tränen in ihm aufstiegen, er versuchte, es zu verhindern, doch er schaffte es nicht. Als Ken bemerkte, wie verängstigt Omi war, hätte er ihn am liebsten in den Arm genommen, um ihm zu zeigen, dass er ihn nicht verletzen würde, doch das hätte den Auftrag gefährdet und die Arbeit von Wochen zunichte gemacht. Deshalb konnte er nur hoffen, dass Omi es verstehen würde und ihm vertraute. "Du solltest mir jetzt das Geld geben, damit wir mit dem Ganzen hier aufhören können", flüsterte er dem blonden Jungen zu. Omi nickte und kramte in seiner Tasche nach den Scheinen, die er eingesteckt hatte. Als er sie fand, gab er sie seinem Gegenüber und Ken nickte. "Danke. Ich tu' jetzt so, als würde ich dir in den Magen schlagen, aber ich werd dich nicht wirklich treffen, O.K.?" Fragend sah er Omi an und hoffte, der Jüngere würde es ihm nicht übel nehmen. Er holte aus und seine Faust schoss auf Omi zu. Dieser war starr vor Schreck, bis Ken den Schwung kurz vor seinem Körper abbremste. Als der Ältere von ihm abließ, brauchte er gar nicht so zu tun, als würde er zusammenbrechen, denn seine Beine gaben auch so unter ihm nach, und er sackte zu Boden. Ken sah ihn besorgt an: "Alles in Ordnung, Omi?", fragte er seinen Freund, doch auch dessen Nicken konnte ihn nicht beruhigen. Als Ken sich umdrehte und zu den anderen Jungs zurückging, atmete Omi erleichtert auf.
>Er hat sein Versprechen gehalten und mir nicht wehgetan, aber warum hab ich nur solche Angst gehabt? Ich Idiot. Ich hab ihn bestimmt verletzt, weil ich ihm nicht vertraut habe.<
Ken ging langsam zu den anderen zurück, konnte aber nicht verhindern, dass er sich wegen Omi Sorgen machte. >Ach Omi, was hab ich dir nur getan, um dir solche Angst einzujagen? Ich würde doch nie absichtlich etwas tun, was dich verletzen würde.< Er versuchte, seine Sorge zu verdrängen und bei den anderen den Coolen zu spielen. "Na, das hat ja super geklappt. Der Kleine war ja richtig eingeschüchtert", grinste ihn der Anführer der Gang an. Ken nickte: "Ja, war aber keine Herausforderung." "Das kommt schon noch, lass uns jetzt mal feiern gehen. Als neues Mitglied der Gang solltest du den anderen vorgestellt werden." Damit drehte er sich um und ging in Richtung seines Motorrads. Alle folgten ihm und auch Ken schloss sich ihnen an. >Verzeih mir, Omi.<
Dieser machte sich auf den Weg zu seiner eigenen Maschine, als er sah, wie sich Ken und die Gang aus dem Staub machten. Tränen liefen ihm über die Wangen und er konnte sie nicht aufhalten. Warum konnte er Ken nicht vertrauen? >Wenn ich nicht mal ihm glauben kann, wem soll ich denn dann vertrauen können? Omi, du bist ein Volltrottel.< Er versuchte, sich auf die Straße zu konzentrieren, und schaffte es irgendwie, heil nach Hause zu kommen. Als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, kam ihm Youji entgegen. "Hey Omichi, alles glatt gelaufen?", fragte er, während er versuchte, eine Schüssel Popcorn und zwei Dosen Bier ins Wohnzimmer zu Aya zu balancieren. Ohne ihn anzusehen, antwortete Omi: "Ja. Ich geh in mein Zimmer, ich bin müde und will schlafen. O.K.?" Er hoffte, Youji würde sein verweintes Gesicht nicht bemerken, und wirklich war der so mit den Sachen in seinem Arm beschäftigt, dass er nur antwortete: "Ja, geh ruhig und ruh dich aus. Vielleicht geht's ja morgen schon los mit der Mission", und im Wohnzimmer verschwand. "War das Omi?" Aya sah den anderen fragend an und Youji nickte. "Ja, aber Ken ist noch nicht da. Schätze, er hat's geschafft reinzukommen." Der Rothaarige nickte und griff nach dem Popcorn in der Schüssel auf Youjis Schoß.
Kaum hatte er die Tür seines Zimmers hinter sich geschlossen, konnte Omi sich nicht mehr zurückhalten und fiel weinend auf sein Bett. "Bitte Ken, verzeih mir. Ich will nicht, dass du mich wirklich allein lässt." Obwohl er wusste, dass Ken ihn nicht hörte, redete Omi trotzdem mit ihm, um sich selbst zu zeigen, dass er dem Älteren vertraute und ihn brauchte. Ja, er brauchte Ken und die anderen von Weiss, aber am meisten brauchte er Ken. Das wusste Omi, und er begann langsam damit, es auch vor sich selbst zuzugeben.
Währenddessen war Ken dabei, sich mit den anderen Mitgliedern der Gang zu amüsieren. Jedenfalls versuchte er, dies glaubhaft zu demonstrieren. Er scherzte mit den Jungs und flirtete mit den Mädchen. Auch wenn seine Gedanken bei einem Jungen waren, an dem ihm mehr lag als an allen anderen Menschen in seinem Leben. Er wusste schon lange, dass er in Omi verliebt war, doch er war sich sicher, dass dieser seine Gefühle nicht erwiderte. Seitdem sie diesen kleinen Jungen aus den Händen dieser Verbrecher befreit hatten, hatte Omi sich verändert. Er hatte sich in sich zurückgezogen und Ken kam einfach nicht mehr an ihn heran. Alle Versuche waren gescheitert, und dann diese Geschichte von vorhin. >Was hab ich ihm nur getan?< Immer wieder ging ihm diese Frage durch den Kopf. Plötzlich sah er den Anführer, er hieß Takoyi, mit jemandem telefonieren. Ken versuchte, sich an ihn heranzuschleichen, um mehr hören zu können. "Ja, genau. Ich hab die Summe zusammen. ... Wir sollten uns treffen. ... Das Lagerhaus. O.K., dann sehen wir uns morgen. Ich hab das Geld und Sie bringen das Zeug mit." Damit legte er auf und Ken trollte sich, um nicht entdeckt zu werden. >Das ging schneller, als ich dachte. Morgen also. Ich muss die anderen informieren... und mit Omi reden. Ich will nicht, dass er denkt, ich sei böse auf ihn oder so was.< "Hey Takoyi, ich muss gehen." Der Angesprochene sah zu ihm herüber. "Jetzt schon? Es wird doch gerade erst gemütlich", fragte er und küsste die Rothaarige in seinem Arm leidenschaftlich. "Ja. Leider, aber meine Pflegeeltern sind da ziemlich penibel, und wenn ich nicht rechtzeitig da bin, sagen sie meinem Bewährungshelfer Bescheid und ich bin schneller in einem Heim, als ich bis drei zählen kann", log Ken. "Tja, da kann man nichts machen. Wir wollen dich ja noch etwas behalten", grinste Takoyi und wandte sich wieder dem Mädchen zu. Ken machte, dass er weg kam, bevor noch irgendjemand versuchen konnte, ihn in ein Gespräch zu verwickeln. Draußen schwang er sich auf seine Maschine und fuhr so schnell wie möglich nach Hause. Während der ganzen Fahrt fragte er sich, was er tun sollte, wenn Omi ihn nicht mehr sehen wollte, ihm nicht wieder vertrauen konnte. >Bitte, Omi, gib mir wenigstens die Möglichkeit zu verstehen, was mit dir los ist. Sag mir, was ich dir getan hab. Bitte.<
Zuhause angekommen stieg Ken ab und beeilte sich, ins Haus zu kommen. "Bin wieder da", rief er durch den Flur. Als Omi Kens Stimme hörte, erschrak er. Er hoffte, dass Ken ihn nicht fragen würde, was los war. Doch dieser ging, nach einem kurzen Blick ins Wohnzimmer zu Aya und Youji, die mit einem Film, Popcorn und Bier beschäftigt waren, direkt zu Omis Zimmer. Nach kurzem Zögern klopfte er an. "Hey Omi, bist du noch wach?", doch er bekam keine Antwort. "Omi, bitte, ich weiß, dass du da bist." Angst stieg in Ken auf. Angst davor, all seine Befürchtungen könnten doch wahr werden. "Omi? Kann ich reinkommen? Bitte! Ich muss mit dir reden." >Bitte nicht. Ich kann nicht. Ken, bitte geh weg.< Als er keine Antwort erhielt, drückte Ken vorsichtig die Klinke von Omis Tür herunter und öffnete sie langsam. "Omi?" Immer noch keine Antwort. Ken trat ein und schloss die Tür wieder. Leise ging er im Dunkel des Zimmers zu Omis Bett und setzte sich auf die Kante. "Ich weiß, dass du wach bist. Bitte, Omi." Der Jüngere gab es auf, sich schlafend zu stellen, und drehte sich zu seinem Freund um. "Ken, es...", weiter kam er nicht, denn schon wieder stiegen Tränen in ihm auf. Langsam gewöhnten sich Kens Augen an die Dunkelheit und er konnte Omi erkennen. Sacht strich er ihm eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. "Schon gut. Du musst dich nicht entschuldigen." Die Berührung und die zärtliche Stimme des Älteren machten alles nur noch schwerer, nun konnte Omi das Schluchzen gar nicht mehr zurückhalten. "Ken... ich weiß nicht... du kannst nichts dafür... ich bin..." Er brachte es nicht fertig, einen klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn ihn auszusprechen. Als Erstes schaltete Ken die Nachttischlampe an, dann nahm er Omi in den Arm und drückte seinen Freund sacht an sich: "Wein ruhig, Omi. Lass erst mal alles raus und dann sehen wir weiter." Und das tat Omi dann auch. Ken genoss es, den hübschen Jungen im Arm zu halten. Zwar war es nicht so, wie er es sich schon seit langem wünschte, doch trotzdem war es schön, ihn zu spüren. Auch Omi fühlte sich in Kens Umarmung geborgen und wohl. Er spürte, wie Kens Hand sanft seinen Rücken und der Atem seines Freundes seinen Hals streichelte. >Könnte es doch immer so sein. Lass mich nicht los, Ken. Bitte halt mich fest.< Nach einiger Zeit versiegte Omis Schluchzen. Ken löste sich ein wenig von ihm, aber nur so weit, um Omi in die Augen sehen zu können. Er wischte die letzten Tränen von seinen Wangen und lächelte ihn aufmunternd an. "Na? Besser jetzt?" Der Jüngere nickte zaghaft. "Ja, ein bisschen." Ken sah Omi fragend an: "Omi. Bitte sag mir, was mit dir los ist. Warum vertraust du mir nicht mehr?" Nun war es Ken, der die Tränen unterdrücken musste. Der blonde Junge schüttelte den Kopf. "Du kannst nichts dafür. Das ist etwas, was ich ganz alleine mit mir ausmachen muss", erwiderte er mit trauriger Stimme. Ken schloss die Augen. >Beruhige dich. Es hilft nichts, wenn du jetzt auch noch losheulst.< Der Versuch, seine Gefühle unter Kontrolle zu bekommen, scheiterte kläglich. "Wenn es etwas gibt, was schlimm genug ist, um dein Vertrauen zu zerbrechen, dann... dann solltest du nicht versuchen, es alleine zu regeln." Seine Stimme schwankte und Tränen traten in seine Augen. "Ken..." >Warum weint er? Bedeute ich dir so viel, Ken?< "Ich bin doch ein Weiss, also muss ich stark sein. Das ist es doch, was Weiss ausmacht." Es klang wie ein auswendig gelerntes Zitat und Omi erntete dafür nur ein Kopfschütteln seines Freundes. "Nein! Was uns ausmacht, Omi, ist die Freundschaft." Er strich Omi sanft über die Wange. "Wir sind Freunde, eine Familie. Wir stehen für einander ein. Aya, Youji, du und ich. Wir würden für einander kämpfen, einander beschützen und... und ich würde... ich würde für dich sterben, Omi." Die letzten Worte hatte Ken nur geflüstert. Nun weinte er wirklich. "Ken! Du... so was kannst du nicht... nein, Ken..." Jeder weitere Versuch, die richtigen Worte zu finden, wurde von Ken vereitelt: "Verzeih mir, Omi", flüsterte er, beugte sich nach vorne und küsste den Jüngeren sanft. Dieser war in diesem Moment viel zu überrascht, um sich zu wehren. Sollte er Ken wegstoßen? Aber eigentlich war es doch das, was er sich gewünscht hatte. Eine Geste, die ihm zeigte, dass er Ken wirklich etwas bedeutete und dass er ihm vertrauen konnte. Kens Lippen waren so weich. Es fühlte sich so gut an. Kens ganzer Körper erschauerte bei der Berührung, von der er schon so lange geträumt hatte. >Verzeih mir, Omi. Ich konnte nicht anders.< Es tat so gut, Omis zarte Lippen auf seinen zu spüren. Er wünschte sich, es würde nie enden. Nur widerwillig löste er sich von dem hübschen Jungen. Was würde Omi jetzt von ihm denken? Würde er ihn hassen oder war er verletzt? Zu seiner Überraschung war in Omis Augen nur Verwirrung. "Es tut mir leid, Omi. Ich wollte dir nicht wehtun." Er wollte aufstehen und gehen, weil er fürchtete, Omi noch mehr zu verletzen. Doch dieser hielt ihn zurück. "Nein, Ken. Warte." Omi schloss kurz die Augen und atmete tief durch, dann sah er seinem Freund direkt in die Augen. "Ken, du..." Er traute sich nicht, den Satz zu beenden, aber Ken wusste auch so, wie die Frage lautete, die er stellen wollte. Er setzte sich zurück auf die Bettkante und lächelte traurig. "Ja! Omi, ich... aishiteru." Omis Herz fing an, wie verrückt zu schlagen. Ken liebte ihn? War das wirklich wahr? "Wie lange?" Der Ältere zuckte mit den Schultern. "Ich weiß nicht. Aber schon eine ganze Weile." War es möglich, dass Omi seine Gefühle doch erwiderte? Konnte es wirklich sein? >Nein. Ich bin doch so was wie ein Bruder für ihn. Oder?< Omis Gefühle spielten total verrückt. Einerseits wollte er Ken nicht zurückweisen, dafür hatte er es zu sehr genossen, aber andererseits wollte er ihm auch keine falsche Hoffnung machen. Er war sich einfach nicht sicher, was er fühlte. Bedrückendes Schweigen legte sich über die beiden. Keiner traute sich, den anderen anzusehen. Omi war es, der nach einigen Minuten das Schweigen beendete: "Aber warum hast du nichts gesagt?" "Ich wollte dich nicht verletzen. Außerdem hatte ich Angst davor, dass du dich von mir abwendest." Omi konnte spüren, wie präsent diese Angst auch jetzt im Moment für Ken war. Er wollte ihm helfen, wusste aber nicht wie. Nach einigen weiteren Minuten nahm er Kens Hand. "Ich weiß nicht genau, was ich fühle. Ich bin so durcheinander. Ich weiß nur eins, ich will nicht allein sein. Du bist viel für mich, Ken. Du bist mehr für mich als nur ein Freund oder ein Bruder. Ich will dich nicht verlieren." >Könnte es sein? Ist es möglich, dass er vielleicht... nein... oder doch?< Ken wagte es kaum zu hoffen. Zu groß war die Angst vor Enttäuschung. "Omi." Seine Stimme zitterte. Vorsichtig nahm er nun die Hände des anderen Jungen in seine und küsste sie zärtlich. "Ganz egal, was passiert, ich werde immer für dich da sein." Dann legte er erneut die Arme um Omi und zog ihn zu sich. Dieser schmiegte sich dankbar an seinen Freund und vergrub sein Gesicht in dessen T-Shirt und begann zu erzählen. "Als wir vor ein paar Wochen diesen Jungen - Shota - befreit haben, fing ich an, mich zu erinnern. Ich bin auch mal entführt worden, Ken. Und ich habe ein Telefonat mitgehört, in dem mein Vater sich geweigert hat, das Lösegeld zu bezahlen." Sein Schluchzen verhinderte, dass Omi weiterredete. "Sch... ganz ruhig... ich bin ja da...", versuchte Ken, ihn zu beruhigen. Nachdem er sich wieder etwas gefangen hatte, erzählte der Jüngere weiter. "Sie sagten, meine Eltern seien kalt und würden mich lieber sterben lassen, als das Lösegeld zu bezahlen. Es war so schrecklich." Wieder war der Schmerz zu groß, um weiter zu reden. "Ich... war... doch noch... ein Kind. Was... was hab ich denn getan? Warum lieben mich meine Eltern nicht?" Darauf wusste Ken auch keine Antwort. "Omi. Jetzt hast du eine neue Familie, und wir werden dich nicht im Stich lassen. Egal was passiert, wir sind für dich da." Mit Tränen verhangenen Augen sah Omi seinen Freund an. "Ich kann dir doch vertrauen, Ken. Aya und Youji doch auch, oder?" Ein Lächeln erschien auf Kens Gesicht. "Ja. Du kannst uns vertrauen. Du bist doch unser Kleinster." Jetzt musste auch Omi grinsen: "Du weißt genau, dass du mich nicht so nennen sollst." Dann kuschelte er sich wieder an Ken und dieser legte schützend die Arme um ihn. So saßen sie eine ganze Weile zusammen. Keiner sagte ein Wort. Sie genossen einfach nur die Nähe und Wärme des anderen.
Der Film war zu Ende und Youji streckte seine müden Glieder. Er versuchte, Aya nicht aufzuwecken, der lag nämlich mit dem Kopf auf Youjis Schoß und atmete ruhig und gleichmäßig. "Ich verstehe nicht, warum er immer an den spannendsten Stellen einschlafen muss." Vorsichtig strich er dem Jüngeren eine Strähne aus dem Gesicht. "Wenn du schläfst, siehst du so friedlich aus. Und manchmal lächelst du sogar. Diese Momente sind der Grund, warum ich nicht mehr jeden Abend mit einem Mädchen ausgehe." Er schaltete den Fernseher aus und im gleichen Augenblick wachte Aya auf. Als er bemerkte, wo er sich befand, stand er erschrocken auf. "Warum weckst du mich nicht?", fragte er verärgert. Youji grinste ihn mit einem seiner Playboy-Grinsen an: "Vielleicht gefällt es mir ja, von einem Eisklotz als Kopfkissen benutzt zu werden." Er musste sich schnell bücken, um der leeren Bierdose auszuweichen, die Aya mit voller Wucht nach ihm warf. "Ich glaub, ich frag Ken mal, ob er schon weiß, wann die Mission startet", meinte er und verschwand. Aber nicht ohne Aya noch ein Grinsen zuzuwerfen. >Eisklotz, pah. Du bist ein Idiot, Youji. Aber ich hab schon lang nicht mehr so ruhig geschlafen wie eben.< Er folgte Youji auf den Flur und beobachtete den Älteren aufmerksam. "Ken hey, mach auf. Kuso, da ist er wohl nicht." Enttäuscht sah er zu Aya, "Was ist los? Bin ich denn so interessant?", fragte er mit herausforderndem Ton. "Nein. Aber versuch's doch mal in Omis Zimmer." "Baka!" Aber Youji trat wirklich vor Omis Tür.
Als sie Youjis Stimme hörten, die auf den Flur nach Ken rief, lösten sich die zwei wieder von einander. Der Zauber war gebrochen und sie sahen sich etwas unsicher an. "Sie wollen sicher wissen, was mit der Mission ist", stellte Ken fest und Omi stimmte ihm zu, indem er nickte. "Wir sollten uns langsam an die Arbeit machen. Wann geht's los?" Es klopfte. Ken beeilte sich damit, sich auf den Schreibtischstuhl zu setzen. "Ja?" Youji öffnete die Tür. "Hey, da seid ihr ja. Ich wollte wissen, wann es losgeht." Die beiden Älteren betraten Omis Zimmer. "O.K. Also, es ist morgen... äh nein, heute Abend. Üblicher Ort. Die Lagerhalle. Zeit auch wie immer. Auf jeden Fall haben sie keine neuen Vereinbarungen getroffen. Wir sollten uns auf einige Gegner einstellen. Ich weiß nicht, wie viele Leute jeder mitbringt." Aya nickte und sah Youji fragend an. "Sagst du es oder ich?" Der Ältere seufzte. "Bei der Beobachtung von Kimazukis Villa haben wir festgestellt, dass er wohl noch ein kleines Hobby hat." Fragend sahen Omi und Ken ihre beiden Teamkameraden an. Mit einem vorsichtigen Blick zu Aya fuhr Youji fort zu erzählen: "Er findet es anscheinend sehr lustig, einige der Jungs, die von ihm abhängig sind, als Sklaven zu benutzen. Und zwar in jeglicher Hinsicht." Omis Augen weiteten sich: "Du meinst..." Aya nickte. "Ja, er meint, sie werden nicht nur zum Kochen und Putzen gezwungen." Ken und Youji sahen zu Omi und bemerkten beide, dass er anfing zu zittern. Youji wollte zu ihm gehen, doch Ken war schneller. Er setzte sich neben dem Jüngsten aufs Bett und legte ihm den Arm um die Schulter. Nach dem, was Omi ihm erzählt hatte, wollte er ihm zeigen, dass sie wirklich zu ihm hielten. "Wir werden diesen Mistkerl schon kriegen." Beruhigend strich er über Omis Rücken. Die anderen beiden stimmten Ken zu. "Also geht es heut Nacht los. Ich werd mich sofort an den Computer setzen und recherchieren." Omi wollte aufstehen, doch Aya hielt ihn zurück. "Nein. Wir haben alle wichtigen Informationen. Es ist wichtiger, fit zu sein. Wir sollten alle schlafen gehen." Youji sah ihn überrascht an. "So 'ne lange Ansprache ist man von dir ja gar nicht gewohnt." Zu den anderen gewandt: "Aber Aya hat Recht, wir sollten uns ausruhen." Dann ging er in Richtung Tür und Aya folgte ihm. "Ken, willst du nicht auch schlafen gehen, es ist schon nach Mitternacht." "Ich bleib noch einen Moment bei Omi." Der Ältere zuckte mit den Schultern. "Wie du meinst" Nachdem sie gegangen waren, sah Ken Omi fragend an. "Alles in Ordnung mit dir?" Der Jüngere nickte, rutschte aber gleichzeitig ein Stückchen näher an Ken heran. "Ken, würdest du mir einen Gefallen tun?", fragte er unsicher. "Aber sicher, alles was du willst." "Ken, ich... ich möchte heute Nacht nicht alleine sein..." Er traute sich nicht zu fragen. Ken strich ihm lächelnd über die Wange. "Soll ich bei dir bleiben?" Omi nickte zaghaft. "O.K. Ich geh und zieh mich um, dann komm ich zurück." Wieder nickte Omi. Ken eilte in sein Zimmer, um sich Shorts und T-Shirt anzuziehen, dann kam er zurück. Omi lag bereits unter der Decke und so kroch der Ältere zu ihm. Er nahm den Jüngeren in den Arm und zog ihn näher zu sich. Omi erschrak, als er Ken so nah bei sich spürte, und rutschte wieder ein Stück weg. "Keine Angst. Ich tu dir nichts", versuchte der Brünette, ihn zu beruhigen. "Ich weiß. Aber es ist so ungewohnt." Sacht gab Ken Omi einen Kuss auf die Stirn. "Wenn es unangenehm für dich ist, geh ich rüber in mein Zimmer." Erschrocken hielt sich Omi an Ken fest: "Nein. Lass mich nicht allein. Bitte." Dieser lächelte ihn beruhigend an. Und strich ihm durch die Haare. >Wie weich sie sind. Und er riecht so gut. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eine Nacht mit ihm in einem Bett verbringen würde.< "Ich bleib ja. Nicht weinen, Omi. Ich lass dich nicht allein. Aber du darfst auch keine Angst vor mir haben. Ich werd dir nichts tun." Er konnte spüren, wie Omi sich entspannte und die Müdigkeit ihn übermannte. Er hatte die letzten Nächte kaum geschlafen und heute fast die ganze Zeit geweint, als er allein in seinem Zimmer war. "Ich fühle mich so wohl bei dir, Ken", flüsterte er kurz vor dem Einschlafen. "Ich bin da. Und ich fühle mich auch sehr wohl bei dir, Omi." Ken fand es schön zu beobachten, wie der hübsche Junge in seinen Armen lag und langsam einschlief. "Ken?" "Ja." "Aishiteru." Noch bevor Ken antworten konnte, schlief Omi tief und fest. >Omi? Hast du das ernst gemeint oder...?< Am liebsten hätte er Omi aufgeweckt, aber er sollte sich erst mal erholen. Er musste bei der Mission fit sein. "Ich kann dich ja auch noch nachher fragen." Dann schloss auch Ken die Augen und nach einigen Minuten schlief er neben Omi ein.
//"Pass auf dich auf, Youji" Sie lief weg, und er hörte nur noch Schüsse. "Asuka!!!!! Neeeeeiiiin!!"// Schweißgebadet wachte Youji auf. "Nicht schon wieder." Er setzte sich im Bett auf und vergrub sein Gesicht in den angewinkelten Beinen. Wie lange sollte das noch weiter gehen? "Verdammt, ich schaff das nicht mehr." Jede Nacht diese Alpträume. Youji schaffte es nicht mal mehr, sie mit Alkohol zu betäuben.
Aya wurde von einem Schrei geweckt. "Er hat schon wieder Alpträume." Er wusste sehr gut, wegen was Youji keine Nacht durchschlief. Er wünschte sich, er könnte ihm helfen, aber er hatte mit sich selbst genug Probleme. Andererseits war es Youji, der ihn manchmal für einige Momente seine Sorgen vergessen ließ. Aya stand auf und ging über den Flur zu Youjis Zimmer. "Youji? Ist alles O.K.?" Von drinnen kam erst keine Antwort, dann hörte er Schritte. Youji öffnete die Tür, kam aber nicht heraus. Langsam trat Aya ein. "Youji?" Er sah sich im Zimmer um, dann entdeckte er den Älteren in der gleichen Haltung wie vorher auf seinem Bett sitzen. Mit zwei Schritten hatte er das Zimmer durchquert und kniete sich vor Youjis Bett. "Hey, Youji? Ich hab dich schreien gehört. Du hast wieder von ihr geträumt, nicht war?" Ohne ihn anzusehen, nickte Youji. Aya zögerte, doch dann legte er seine Hand auf Youjis. Dieser sah ihn verwundert an. "Warum tust du das?", wollte er von Aya wissen. "Weil du mir auch manchmal hilfst, Takatori und Aya-chans Krankheit zu vergessen", erwiderte der Rothaarige. "Ken sagt immer, wir seien eine Familie. Ich will einfach nicht, dass noch mehr meiner Familienmitglieder leiden." Youji sah total verwirrt auf den Jungen vor seinem Bett. "Was ist? Verwundert, dass in dem Eisklotz auch etwas Wärme steckt?" Nun trat eines seiner typischen Grinsen in Youjis Gesicht. "Ja. Etwas. Aber ich bin froh, dass... ach, was soll's." Mit einem Ruck hatte er Aya zu sich ins Bett gezogen und umarmte den Jüngeren. "Youji? Hey, lass mich los. Du bist ja total übergeschnappt. Lass das, verdammt." Aya versuchte, sich aus Youjis Griff zu befreien. Doch dieser merkte, dass er es nicht ernsthaft probierte, denn dann hätte er keine Chance gegen Aya gehabt. Trotzdem ließ er den Jüngeren los und dieser setzte sich nun auf die Bettkante, allerdings ziemlich ans Ende des Bettes und möglichst weit weg von Youji. "Was sollte das?" "Na, wenn du schon mal deinen Eispanzer ablegst, muss man das doch ausnutzen." >Täusche ich mich, oder ist das wirklich so was wie Angst in seinen Augen? Aber wenn er so was tut, muss er doch damit rechnen, zurückgewiesen zu werden.< Youji wollte nicht, dass Aya etwas Falsches von ihm dachte, und deshalb schwang er die Beine aus dem Bett und stand auf. Als Aya bemerkte, dass Youji nichts anhatte, sah er schnell zur Seite und hoffte, der andere würde im Halbdunkel nicht bemerken, wie ihm die Röte ins Gesicht stieg. Youji ging zum Schrank und holte eine Jogginghose und ein T-Shirt heraus und zog sich die Sachen an. Dann ging er zurück zu Aya und setzte sich neben ihn. "Auch wenn es kaum zu glauben ist, ich mag dich, Aya. Ich hab mich gefreut, weil du dich um mich gesorgt hast. Deshalb hab ich dich umarmt." Der Rothaarige war immer noch etwas verlegen. "Das ist doch normal, oder? Wir sind doch Freunde." >Was hat er? Warum sieht plötzlich so traurig aus?< "Ja. Freunde." >Auch wenn du mehr für mich bist. Mir reicht es, dein Freund zu sein.< Nach einem Blick auf die Uhr stand Youji auf. "Es ist schon halb sieben, es bringt wohl nichts, noch mal schlafen zu gehen. Ich mach Frühstück, willst du auch was?" Aya nickte und stand ebenfalls auf. "O.K. Dann geh ich erst mal duschen." Damit verließ er Youjis Zimmer und dieser blieb allein zurück. Darum konnte Aya auch nicht sehen, wie sich eine einzelne Träne ihren Weg über die Wange des Älteren suchte und unbeachtet auf den Teppich landete. "So, dann wollen wir mal. Zuerst der Kaffee." So als wäre nichts geschehen, ging Youji in die Küche und begann mit den Vorbereitungen für das Frühstück.
Omi war schon ein paar Minuten wach und beobachtete Ken. Er konnte sich noch gut daran erinnern, was er kurz vor dem Einschlafen gesagt hatte. Nun wusste er nicht, wie Ken reagieren würde. Omi hatte gewusst, dass der Ältere mehr für ihn war als ein Freund, aber als Ken ihm sagte, er fühlte sich wohl bei ihm, hatte ein völlig neues Gefühl Omis Körper durchflutet. In diesem Augenblick hatte er gewusst, was er für Ken empfand, und noch bevor er darüber nachdenken konnte, hatte er es auch schon ausgesprochen. "Ja, ich liebe dich, Ken", flüsterte er und küsste dem schlafenden Jungen sanft auf die Stirn. Er genoss das wohlige Gefühlt, das ihn erschauern ließ. Ken begann sich zu räkeln und öffnete die Augen. "Guten Morgen. Gut geschlafen?", fragte Omi lächelnd. Ken war sich nicht sicher, ob dieser sich an seine Liebeserklärung erinnerte, und beschloss, erst mal nichts zu sagen. "Ja, besser als seit langem." Omi wusste nicht, wie er Ken sagen sollte, dass er sich sicher war, ihn zu lieben, also zeigte er es ihm, indem er sich nach vorne beugte und den Älteren sanft küsste. Ken schlang die Arme um ihn und zog ihn eng an sich. Da er merkte, wie wenig Erfahrung Omi im Küssen hatte, übernahm er nun die Führung. Langsam leckte er mit seiner Zunge über Omis Lippen. Dieser genoss die Liebkosungen immer mehr. Schließlich öffnete er seine Lippen ein wenig und Kens Zunge drang in seinen Mund vor. Zuerst erforschte Ken Omi nur langsam und vorsichtig, aber dann wurde er mutiger und der Kuss intensiver. Die Art, wie Omis Hände über seinen Körper wanderten, zeigte ihm, dass dieser mit allem einverstanden war. Nach schier unendlich langer Zeit lösten sie sich wieder voneinander. "Ken, ich liebe dich." Der Ältere grinste Omi frech an. "Das hab ich gemerkt." Zärtlich strich er Omi über die Wange. "Also hast du es wirklich ernst gemeint." Es war unmöglich, das Glück zu übersehen, das sich in Kens Augen widerspiegelte. "Meinst du dieses 'ich liebe dich'? Ja. Ich will immer mit dir zusammen sein. Ich bin glücklich, wenn du bei mir bist." "Ach Omi. Wenn du wüsstest, wie sehr ich mir gewünscht hab, das von dir zu hören. Mir geht's doch genauso." "Hey, Ken, Omi, aufstehen. Ich weiß, dass ihr beide da drin seid." Zum zweiten Mal wurden sie von Youji gestört. Diesmal kam er aber gleich rein. Und selbst wenn er es nicht getan hätte, die beiden hätten sowieso keine Chance gehabt, sich rauszureden. Außerdem machte es ihnen nichts aus, dass Aya und Youji Bescheid wussten. Sie hätten es doch früher oder später gemerkt. "Na, da hab ich mir doch gestern schon so was gedacht", grinste Youji ihnen entgegen, als er auf sie zukam. Mit einem Ruck riss er ihnen die Decke weg. "Oh, schade, ihr seid ja angezogen." Ken stand gespielt sauer auf. "Ja sicher, was denkst du denn? Glaubst du vielleicht, Omi sei für mich so was wie ein One Night Stand? Wir sind fest zusammen und das ist nicht nur so ein Spielchen wie mit deinen Tussis." Von dem 'Streit' angelockt kam nun auch Aya ins Zimmer. Omi war gerade dabei aufzustehen und Ken legte demonstrativ den Arm um seine Hüfte. "Willst du auch noch was dazu sagen?" Der Rothaarige sah sie überrascht an. "Na endlich", war sein einziger Kommentar, bevor er sich umdrehte und wieder verschwand. Keiner konnte es beschwören, aber alle glaubten, den Ansatz eines Lächelns erkannt zu haben. "Na los. Das Frühstück ist gleich fertig. Seht zu, dass ihr euch anzieht, und kommt rüber." Immer noch grinsend verschwand Youji aus dem Zimmer. Ken zog Omi zu sich und küsste ihn. "So, damit wissen sie wohl Bescheid. Es scheint ihnen aber nichts auszumachen." Der Jüngere schüttelte den Kopf.
"Sag mal, Aya, was sollte das denn eben?" Der Rothaarige war gerade dabei, sich Kaffe einzuschenken, als Youji in die Küche kam. "Was?" Ein tiefes Seufzen war zu hören. "Na, dieses 'Na endlich'." "Hast du denn nicht gemerkt, dass Ken Omi liebt?" Als ging ihn das Ganze nichts an, nahm Aya die Zeitung. "Natürlich, aber bei Omi war es was anderes, der..." Anstatt den Satz zu beenden, riss er Aya die Zeitung aus der Hand. "Hey." "Verdammte Scheiße." Ken und Omi kamen gerade in die Küche. "Was ist denn los?" Youji starrte nur auf die Zeitung und schüttelte den Kopf. "Diese Schweine. Verdammt." Ken wollte nun wirklich wissen, worum es ging, und nahm Youji die Zeitung ab. "Wieder zwei tote Jungen aus dem Fluss geborgen", las er die Überschrift laut vor. "Gestern wurden wieder zwei Leichen aus dem Fluss geborgen. Es handelte sich um zwei Jungen im Alter von 17 und 20 Jahren. Die Gerichtsmediziner stellten fest, dass auch diese beiden an einer Überdosis Rauschmittel starben. Somit erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf insgesamt 7. Alle im Alter zwischen 15 und 20 Jahren. Wie uns ein Sprecher der Gerichtsmedizin mitteilte, fand man bei allen Opfern eine unterschiedliche Menge einer hochgradig giftigen Substanz. 'Es sieht so aus, als würde jemand mit diesen Kindern experimentieren', so die Einschätzung des Staatsanwaltes. Die Polizei geht davon aus, dass noch weitere Opfer zu beklagen sein werden, wenn es nicht gelingt, die Verbrecher bald dingfest zu machen." Ken ließ die Zeitung sinken. "Diese Schweine. Wir müssen was unternehmen." Mit einem Schlag knallte er die Zeitung auf den Tisch. Omi nickte: "Aber das heißt, es steht eine größere Organisation dahinter. Wissenschaftler und so weiter. Wenn wir heute Nacht den Boss erledigen, müssen wir auch noch das Labor ausräumen. Sonst kommt noch irgendein geistesgestörter Typ auf die Idee, Kimazukis Platz einzunehmen." Youji las gerade noch einmal den Bericht. "Wir müssen das Hauptquartier durchkämmen. Dort ist mit Sicherheit das Labor." Alle stimmten ihm zu. "O.K., dann setz ich mich gleich an den PC und versuch, was darüber rauszukriegen." Die Wohnungstür wurde geöffnet und die vier gingen auf den Flur, um zu sehen, wer da gekommen war. "Hallo Manx", begrüßte Ken die junge Frau, die auf sie zukam. "Wie ich sehe, habt ihr auch schon davon erfahren", sagte sie und zeigte auf die Zeitung in Youjis Hand. "Perser will, dass ihr erst mal normal weitermacht." Sie drückte Omi eine Diskette in die Hand. "Das sind alle Informationen, die wir über die Villa und das Grundstück haben, auf dem das Hauptquartier ist. Also macht eure Sache gut." Ohne ein weiteres Wort verschwand sie wieder. "Kurzer Besuch", kommentierte Ken, was eben geschehen war. "Sie sah ziemlich fertig aus. Scheint wohl viel aufgewirbelt zu haben, der Fall." Ohne irgendetwas zu sagen, drehte sich Aya um und verschwand in seinem Zimmer. "Ich bin im Keller am PC", meinte Omi und ging ebenfalls. "Ich geh meine Waffe überprüfen." Damit war auch Ken verschwunden. "Na toll", rief Youji ihnen hinterher, "und ich darf die Küche allein aufräumen, oder was?" Seufzend machte er sich an die Arbeit. Als er damit fertig war, beschloss er, erst einmal ausgiebig zu duschen. Was er dann auch in die Tat umsetzte.
Als Aya sein Katana gereinigt und geschärft hatte, entschied er sich, mit Omi über den Auftrag zu reden. Das Hauptquartier war gut gesichert. Er wollte Omi sagen, was sie entdeckt hatten. Vielleicht war es wichtig für die Nachforschungen des Jungen. Als er um die Ecke kam, lief er frontal in Youji hinein, der gerade aus dem Bad kam. Beide verloren das Gleichgewicht, Youji landete auf dem Hintern und Aya fiel direkt auf ihn. Das war das zweite Mal an diesem Tag, dass er Youji so nahe bei sich spürte. Aya konnte Youjis Duschgel riechen und sein Herz begann, schneller zu schlagen. "Na, so stürmisch? Wenn du was von mir willst, musst du nur Bescheid sagen." Aya fand den Scherz gar nicht lustig und stand schnell auf. "Was soll ich denn schon von dir wollen?" Youji sammelte sein Handtuch auf, welches bei dem Zusammenstoß von seiner Hüfte gerutscht war. >Gott, er sieht gut aus.< Aya versuchte, Youji nicht anzustarren, doch es gelang ihm nicht ganz. "Gefällt dir, was du siehst?", wollte Youji wissen. Aya spürte, wie ihm die Röte ins Gesicht stieg, und wollte an dem anderen vorbeieilen, doch dieser hielt ihn am Arm fest. "Warte, Aya. Es tut mir leid. Bitte bleib da." Youji entschuldigte sich? Das war noch nie passiert. Überrascht blieb Aya stehen, drehte sich jedoch nicht um. Youji trat nahe hinter ihn. "Bitte, Aya, sieh mich an." Zuerst rührte sich dieser keinen Zentimeter, doch als Youji dazu ansetzte, etwas zu sagen, drehte er sich wie in Zeitlupe um und sah dem blonden Mann direkt in die Augen. "Was willst du? Mir noch mehr Beleidigungen an den Kopf werfen? Es scheint dir ja unheimlichen Spaß zu machen, mich zu verletzen." Youjis Augen weiteten sich. >Verletzen? Aya, ich wollte doch nicht...< Er wollte dem Jüngeren die Hand auf die Schulter legen, doch dieser wich vor der Berührung zurück. "Fass mich nicht an, Koudo", fauchte er mit böser Stimme. Youji merkte, dass er mit Freundlichkeit nicht weiter kam. Also stieß er Aya gegen die Wand und hielt ihn dort fest, indem er sich mit seinem Körper gegen ihn drückte. "Hör mir zu, verdammt. Dann merkst du schon, was ich von dir will." Das Funkeln in Youjis Augen beunruhigte Aya etwas. Der Blonde schien zu allem entschlossen. Doch er wollte sich keine Schwäche anmerken lassen. Auch wenn es ihm sehr schwer fiel, immerhin stand Youji völlig nackt vor ihm, und das war nun mal eine sehr ungewöhnliche Situation. "Also, was willst du von mir?" Aya versuchte, seine Stimme ruhig und bedrohlich klingen zu lassen, was ihm durchaus auch sehr gut gelang. Youji überlegte kurz, bevor er antwortete. >Was mach ich jetzt? Die Wahrheit ist ziemlich hart. Er wird nie wieder ein Wort mit mir reden. Aber eine Lüge würde er bemerken und mit Sicherheit nicht akzeptieren.< Youji zögerte noch einen Moment, dann sagte er leise "Dich!", ließ von Aya ab und verschwand ohne ein weiteres Wort in seinem Zimmer. Völlig perplex sah Aya ihm nach. "Mich?" Er überlegte, ob er Youji folgen sollte. Ein Teil von ihm wollte nichts lieber tun, doch ein anderer riet ihm, erst noch zu warten, und auf diese Stimme hörte er. Wie er es ursprünglich vorhatte, ging er in den Keller, um mit Omi zu reden.
"Du gottverdammter Idiot. Wie konntest du das tun? Er wird dich nie wieder ansehen", beschimpfte Youji sich selbst. Wütend schlug er mit der Faust gegen die Wand. Ein pochender Schmerz durchfuhr seine Hand, doch er ignorierte ihn. >Nichts wird mehr so sein wie vorher. Aya wird mir sicher aus dem Weg gehen.< Immer wieder musste Youji an das denken, was am Morgen passiert war. Ayas Worte gingen ihm immer wieder im Kopf herum. °Ken sagt immer, wir seien eine Familie - Ich will einfach nicht, dass noch mehr meiner Familienmitglieder leiden - Hey, Youji - Wir sind doch Freunde° Ihm war klar, dass er Aya verletzt hatte. Warum konnte er nicht normal mit ihm reden? Warum musste er immer versuchen, den Jüngeren zu reizen? Es wäre so einfach, ihn in Ruhe zu lassen, aber er konnte es einfach nicht. Wenn Aya sauer auf ihn war, konnte er sich sicher sein, dass der Rothaarige an ihn dachte. >Ken und Omi haben's gut. Sie wissen, was sie für einander empfinden.< Youji wünschte sich, es wäre bei ihm und Aya genauso, doch er wusste nur zu gut, dass sich dies nie erfüllen würde. Selbst wenn er und vor allem Aya akzeptieren würde, wie Youji fühlte, würde es nie ein 'Wir' geben, dessen war er sich absolut sicher.
Währenddessen diskutierten Aya und Omi über die Verteidigung des Hauptquartiers. "Aber es muss doch irgendwo einen Eingang geben." Omi tippte einige Daten in den PC und dieser antwortete mit einem Luftbild der Anlage. "Da ist nichts. Das Haus ist bewohnt, O.K. Aber dort sind keine Labors oder so was. Außerdem ist da nicht genug Platz für so viele Menschen. Es gibt ja nicht mal einen Keller." Doch Aya meinte nur: "Aber wozu dann dieser Aufwand an Technik und Wachen? Irgendwas muss da sein." Dem konnte Omi nicht widersprechen. "Aber wo ist der Eingang? Die Infrarotkameras zeigen nichts und auch das Nachtsichtradar kann nichts entdecken." Aya sah sich das Bild auf den Schirm genauer an und stützte sich dabei auf Omis Stuhllehne. Als Ken und Youji in den Raum kamen, um die anderen daran zu erinnern, dass es Zeit war aufzubrechen, und Youji Aya so nah bei Omi sah, hatte er das Gefühl, sein Herz würde zerspringen. >So nah wird er mir wohl nie wieder sein.< "Hey Leute, wir müssen los." Ken sah Youji an, wie er mit sich kämpfte, aber sie hatten keine Zeit, um darüber zu reden. "Wenn wir uns nicht auf den Weg machen, kommen wir erst an, wenn das Ganze gelaufen ist." Die anderen stimmten ihm zu und so machten sie sich auf den Weg.
Als sie bei der Lagerhalle ankamen, verteilten sie sich auf die abgesprochenen Positionen. Die Halle war so gut wie leer, und es gab nur wenige Möglichkeiten, unentdeckt zu bleiben. "Bombay an alle. Seid ihr auf euren Positionen?" "Siberian auf Position", kam Kens Antwort. "Abyssinian auf Position", antwortete auch Aya. "Balinese auf Position", hörte er zum Schluss auch Youji. "O.K. Dann bleibt da und wartet auf mein Signal. Sie müssten bald da sein." Wenn der Zeitplan stimmte, würde ihr Ziel in fünf Minuten eintreffen. Nach Kens Einschätzung und Persers Informationen erwarteten sie circa zehn Männer auf jeder Seite. Inklusive der Ziele war mit etwa 20 bis 25 Personen zu rechnen. Damit wurden sie leicht fertig.
Wie erwartet traf Takoyi mit seiner Gang kurz vor Kimazuki ein. Aber er hatte nicht nur zehn Leute bei sich. Noch bevor sie richtig angekommen waren, hielten einige Limousinen vor der Halle und eine fuhr durch das Tor zur Mitte des Gebäudes. Auch Kimazuki hatte bei weitem mehr Wachen als erwartet dabei.
"Verdammt. Siberian an Bombay. Das sind zu viele." "Es ist zu schaffen. Circa 50. Wartet ab."
Kimazuki und Takoyi trafen sich auf halbem Weg. "Gut. Das ist die Ware. Verteilt sie ordentlich und gebt nicht einem zu viel. Wir wollen doch vielen eine Freude machen, oder?" Der Junge nickte. "Wir werden schon genug Kids damit helfen können." Die beiden grinsten sich gehässig an.
"Abyssinian an Bombay. Einer kommt auf mich zu. Er wird mich gleich entdecken." Omi überlegte kurz: "O.K. Bleib ruhig. Wenn er dich entdeckt, töte ihn. Er darf uns nicht verraten." Aya antwortete nicht, da der Mann bereits zu nah bei ihm war. Er drückte sich so nah wie möglich an den Mauervorsprung, der ihn vor den Blicken des anderen verbarg. Er hörte, wie dieser immer näher kam. Schritt für Schritt. Aya legte seine Hand auf den Griff seines Katana, bereit, den Gegner mit einem Stich zu töten. >Er oder ich. Dann lieber er.< Langsam, ganz langsam zog er die Klinge aus der Scheide und hoffte, der andere würde das scharrende Geräusch nicht hören, das dabei entstand. Nur noch zwei oder drei Schritte trennten ihn von Ayas Versteck und er kam näher. >Nur noch ein kleines Stück. Ja, komm hinter die Kisten.< Lautlos, fast wie ein Schatten, schnellte Aya vor und zog dem Mann seine Waffe quer über den Körper. Blut spritzte und der andere sank tot zu Boden. Mit ausdruckslosem Gesicht sah Aya auf ihn hinunter, drehte sich um und verschwand dann wieder hinter dem Mauervorsprung. "Erledigt", meldete er an Omi weiter.
Kimazuki und Takoyi hatten ihr Geschäft fast abgeschlossen. Und machten sich bereit zu verschwinden. Omi sorgte dafür, dass sich die Hallentore schlossen. "Verdammt, was ist das? Tut was", rief Kimazuki, doch es war zu spät. "Bombay an alle. Es geht los. Die Mission läuft." Dann brach das Chaos um sie los. Zwar konnte Weiss einige Gegner töten, noch bevor die überhaupt begriffen, was geschah. Aber die anderen erwiesen sich als sehr starke Gegner.
Ken versuchte, zu Youji durchzukommen. Denn der wurde von fünf mit Messern bewaffneten Gangmitgliedern angegriffen. Doch es stellte sich als ziemlich schwer heraus. Omi und Aya hatte er aus den Augen verloren. Es schienen immer mehr Angreifer zu werden. Gleich vier von Kimazukis Leuten kamen auf ihn zu und Ken wich langsam zurück. Als er gegen eine Wand prallte, grinsten sie ihn gehässig an, weil sie ihn schon erledigt glaubten. Doch sie mussten erfahren, wie sehr sie sich getäuscht hatten. Mit einem kräftigen Tritt in den Magen schaltete er erst einen der vier für kurze Zeit aus, dann zog er seine Bugnuk über die Brust eines anderen. Ohne Zögern drehte er sich um die eigene Achse und erledigte den Nächsten. Der dritte starb auf ähnliche Weise und der letzte wich mit weit aufgerissenen Augen zurück. Doch das nützte ihm wenig. Ken setzte ihm nach und tötete auch ihn. Nachdem er diese vier erledigt hatte, widmete er sich wieder den anderen, die gerade dabei waren, seine Freunde zu beschäftigen.
Auch Youji hatte so seine Probleme. Er schaffte es zwar, die fünf Gegner zu erledigen, doch kaum hatte er das hinter sich, kamen wieder neue. Er hatte beobachtet, wie Ken sich erfolgreich gegen die vier Angreifer wehrte. >Guter Junge! Wir erledigen das hier schon. Und dann suchen wir dieses verdammte Labor.< Er versuchte, Aya und Omi ausfindig zu machen, konnte sie jedoch nirgends entdecken. Allein der Kampflärm vom anderen Ende der Halle ließ ihn erahnen, wo sie sich befanden. Ein weiterer Man sank vor ihm zu Boden, doch es kam gleich der nächste. "Siberian!", rief er, als er sah, wie ein Mann versuchte, sich von hinten an Ken anzuschleichen. Dieser reagierte blitzschnell und tötete auch diesen Gegner.
>Blut. Überall nur Blut. Verdammt.< Ken reagierte nur noch rein instinktiv. Er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Er sah nur noch Blut und Gegner. Omi konnte er nirgends sehen. Wo war er? Ging es ihm gut? Dann hörte er Youji nach ihm rufen. Schnell drehte er sich um und tötete den Mann, der gerade versuchte, ihn von hinten zu erledigen. Wieder Blut. Überall. Der Geruch war unerträglich. Ken glaubte, sich übergeben zu müssen.
Youji war bei Ken angekommen. "Alles O.K.?", fragte er, während er einen weiteren Mann tötete. "Ja", kam die kurze Antwort. "Wo sind Bombay und Abyssinian?" "Andere Seite der Halle." Ken nickte. Sie wussten, dass sie nur dann eine Chance hatten, wenn sie zu den anderen durchkamen. Also machten sie sich auf den Weg.
Ayas Klinge schnitt durch weiches Fleisch. Er wusste nicht, den wievielten Mann er gerade getötet hatte. Mit einem Ruck zog er sein Katana aus dem leblosen Körper. Überall lagen Tote und der Geruch von Blut war allgegenwärtig. Hinter sich konnte er Omi hören, der ebenfalls tapfer kämpfte. Er schlug sich gut. Seine Darts trafen sicher ihr Ziel und die Gegner gingen zu Boden. Wenn sie nicht sofort tot waren, erledigte das Gift an den Spitzen den Rest. >Für sein Alter hat er entschieden zu viel Erfahrung im Töten. Hoffentlich ist es nicht irgendwann zu viel für ihn. Werd bitte nicht so wie ich, Omi. Werde nie so kalt und verschlossen.< Immer wieder musste er an Youji denken. °Was willst du? - Dich.° Aya kämpfte weiter. Ein weiterer Gegner ging zu Boden. Doch er hatte einen Mann übersehen. Dieser warf sich auf ihn und stieß ihm sein Messer in Herzhöhe in den Körper. Mit einem Aufschrei schaffte Aya es noch, dem Mann sein Katana in den Körper zu stoßen, dann wurde ihm schwarz vor Augen.
"Abyssinian!", rief Omi, als er sah, wie Aya zusammenbrach. Auch Youji hatte beobachtet, was geschehen war. Er blieb für einen Moment wie versteinert stehen. >Aya! Nein, das kann nicht... darf nicht sein. Bitte nicht. Verdammt.< "Nein!", rief er laut und versuchte, sich zu Ayas reglosem Körper durchzuschlagen. Seine Angst gab ihm zusätzliche Kraft. Keiner der Gegner hatte eine Chance gegen ihn. Auch Omi versuchte, zu Aya zu kommen, und da er näher bei ihm war, erreichte er ihn vor Youji. Besorgt beugte er sich über ihn. "Bombay! Achtung, hinter dir!", hörte er Kens Stimme, doch es war zu spät. Kimazuki hatte es geschafft, sich hinter einem Auto zu verstecken, und witterte nun die Gelegenheit für seine Flucht. Er sprang hinter dem Wagen hervor und legte Omi seinen Arm von hinten um den Hals. In der anderen Hand hatte er eine Waffe, die er Omi an die Schläfe hielt. Youji war gerade dabei, den letzten Gegner zu erledigen, als er Ken schreien hörte. Als er in Omis und Ayas Richtung sah, merkte er, was geschehen war. Weder er noch Ken konnten irgendetwas tun. Sie blieben stehen und sahen hilflos zu, wie Kimazuki Omi bedrohte. Widerlich lachend sah dieser auf Aya hinunter. "Schlechter Tag für euch was? Einer tot und einer gehört jetzt mir." Mit diesen Worten wich er mit Omi zum Auto zurück. "Komm schon raus, Takoyi. Du fährst", rief er und wirklich tauchte der Kopf des Gangbosses hinter dem Auto auf. Er stieg in den Wagen ein und startete den Motor. >Tot... Tot... TOT!!!!!< Youji hörte immer wieder dieses Wort. Er konnte es nicht glauben. Wollte es nicht glauben. Auch Ken schüttelte immer wieder den Kopf. Langsam versuchte er, sich in Kimazukis Richtung zu bewegen, doch dieser bemerkte es und verstärkte den Griff um Omis Hals, so dass der Junge einen ertickten Schrei ausstieß. "Bleib, wo du bist!", warnte der Drogenboss und Ken wagte nicht mehr, sich weiter zu bewegen. Auch Youji blieb stehen und rührte sich nicht mehr. Zwar drängte alles in ihm danach zu erfahren, wie es um Aya wirklich stand, aber er wollte Omi auf keinen Fall in Gefahr bringen. Kimazuki war mit seiner Geisel mittlerweile am Auto angekommen und zerrte Omi in den Wagen. Kurz bevor er endgültig im Inneren des Fahrzeugs verschwand, rief Omi Ken noch zu: "Bitte vergiss mich nicht, Siberian." Dann wurde die Tür zugeschlagen und der Wagen raste los. Direkt durch das geschlossene Holztor der Lagerhalle. "Omi!!!" Ken versuchte verzweifelt, dem Wagen zu folgen, doch zu Fuß hatte er keine Chance, schon nach wenigen Metern war das Fahrzeug nicht mehr zu sehen. Darum gab er es auf und ging zu Youji zurück, der bereits zu Aya gelaufen war und sich nun über ihn beugte. Als Ken ankam, hatte Youji sich schon neben Aya gekniet und den Kopf des Jüngeren auf seinen Schoß gelegt. "Aya! Nein, bitte nicht." Diesmal konnte er seine Tränen nicht zurückhalten. Er vergrub sein Gesicht in Ayas Haaren und weinte. Dann spürte er, dass der Junge flach atmete. Es war nur eine ganz schwache Bewegung, doch er atmete. Erleichtert sah er auf den Jungen hinunter und strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Youji... was ist mit ihm? Ist er...?" Kens Stimme zitterte. Youji sah zu ihm auf und schüttelte den Kopf. "Nein. Er lebt. Aber er ist schwer verletzt. Hilf mir, ihn zum Wagen zu bringen." Ken nickte mechanisch und half Youji dabei, Aya auf den Arm zu nehmen. Dann trug dieser den Rothaarigen vorsichtig aus der Halle. Auf dem Weg zum Auto schlug Aya plötzlich die Augen auf. "Y...Youji?" "Aya! Gott sei dank. Es wird alles gut. Wir bringen dich ins Krankenhaus." Aya versuchte, den Kopf zu schütteln. "Nach... Hause... bi...bitte." Youji blieb stehen. "Sicher? Du bist schwer verletzt!", fragte er besorgt, doch der Junge in seinen Armen nickte nur. Dann schloss er die Augen und schmiegte sich an Youjis Schulter an. Es war alles so warm und weich. Obwohl Aya vor Schmerzen kaum atmen konnte, fühlte er sich in Youjis Armen so wohl und geborgen. >Er hat geweint. Etwa wegen mir? Youji... du sagst, du willst mich, aber ich gehöre doch schon dir. Ich werd es dir sagen, sobald es mir besser geht.< Beim Auto angekommen stieg Ken hinten ein und Youji legte Aya vorsichtig zu ihm auf den Rücksitz. Dann setzte er sich auf den Fahrersitz und startete den Wagen. So schnell, wie es ohne größere Erschütterungen möglich war, fuhr er nach Hause. Unterwegs öffnete Aya noch einmal die Augen. Er sah einen völlig verzweifelten Ken, dem Tränen über die Wangern liefen und der immer wieder Omis Namen vor sich hinmurmelte. "Wir holen ihn da raus, Ken", hörte er noch Youjis Stimme, bevor ihm wieder schwarz vor Augen wurde.
Die Fahrt dauerte ziemlich lange. Omi wurde die ganze Zeit von Kimazuki vor dem Rücksitz auf den Boden des Wagens gedrückt, daher konnte er nicht viel erkennen. Er war sich aber sicher, dass sie die Stadt verlassen hatten. Er konnte schon seit einer ganzen Weile die typischen Geräusche Tokios nicht mehr hören und wenn er manchmal nach oben blickte, konnte er die Spitzen von Bäumen erkennen. >Ken, bitte hilf mir. Ich will hier raus.< Immer wieder dachte Omi an Ken und versuchte, ruhig zu bleiben. Plötzlich hielten sie an und Kimazuki zog ihn zu sich nach oben auf den Sitz. "Ich werd dir jetzt die Augen verbinden, Bishonen", sagte er mit einem verschlagenen Lächeln im Gesicht. "Ich glaube zwar nicht, dass du die Gelegenheit bekommen wirst, jemandem davon zu erzählen, wo du dich befindest, aber es ist besser vorsichtig zu sein." Dann zog er ein Tuch aus seiner Tasche und band es vor Omis Augen. Dabei strich er langsam über die Wange des Jungen. "Du bist wirklich hübsch, Kleiner. Ich bin sicher, wir werden viel Spaß haben, wenn wir erst mal alleine sind." Angewidert wich Omi vor der Berührung zurück. Dann merkte er, wie sich der Mann zu ihm beugte, und spürte dessen Atem auf seinem Gesicht. "Na, so schüchtern? Du wirst mir gehören, ob du willst oder nicht." Dann drückte er Omi einen ekligen harten Kuss auf die Lippen.
Youji, Ken und Aya waren mittlerweile im Koneko angekommen. Vorsichtig trug Youji den verletzten Aya die Treppe hinauf in sein Zimmer und legte ihn dort auf das Bett. Ken holte währenddessen das Verbandsmaterial aus dem Bad und brachte es zu Youji in Ayas Zimmer. "Ken, geh doch bitte in die Apotheke und hol ein Schmerzmittel. Er wird es brauchen." Ken nickte und machte sich sofort auf den Weg. Zuerst befreite Youji Aya von dem verschmutzten Mantel und seinem Hemd und fing dann an, die Wunden zu säubern. Aya begann, vor Schmerz zu stöhnen und öffnete langsam die Augen. "Yo...Youj...i?", fragte er mit schwacher Stimme. "Ja, Aya. Ich bin hier. Ich weiß, es tut verdammt weh, aber ich muss die Wunde säubern, sonst entzündet sie sich." Youji versuchte, seine Stimme so ruhig wie möglich klingen zu lassen, damit Aya sich ein wenig beruhigte. Der Jüngere nickte langsam und schloss dann wieder die Augen. "Ich bin vorsichtig", versprach Youji und strich Aya sanft über die Wange. Dann fuhr er mit der Behandlung fort. Immer wenn Aya aufstöhnte, unterbrach er kurz seine Arbeit und ließ ihm Zeit, sich zu fangen. Dafür war Aya sehr dankbar, denn die Schmerzen waren fast unerträglich. Aber dennoch machten es Youjis Berührungen es leichter, sie zu ertragen. Nach einer Weile begann Youji, den Verband anzulegen, und meinte schließlich: "So, fertig!" Aya sah ihn dankbar an. "Youji, ich...", setzte er dazu an, etwas zu sagen, doch Youji legte ihm den Finger auf den Mund. "Sch... sag nichts. Schlaf erst mal, du musst wieder zu Kräften kommen." Der Jüngere nickte und schlief fast sofort ein.
Während der restlichen Fahrt konnte Omi gar nichts mehr erkennen. Allein die Geräusche ließen ihn erahnen, dass sie durch dichten Wald fuhren. Die ganze Zeit versuchte er, Kimazukis Berührungen auszuweichen, doch der Mann ließ sich durch nichts beirren. Immer wieder legte er seine Hand auf Omis Bein oder fuhr damit in den Schritt des Jungen. Omi versuchte, ihn abzuschütteln, aber er saß bereits am äußersten Ende des Rücksitzes und der Ältere kann immer näher. "Na, so schüchtern, Kleiner? Das wird sich schon noch ändern. Ich zeig dir schon, mit wem du es zu tun hast, wenn wir alleine sind." >Bitte, Ken, hilf mir.< Der Wagen stoppte kurz, und als er sich wieder in Bewegung setzte, änderte sich das Geräusch, das er verursachte. Es war so, als würden sie in einen Tunnel fahren. "So, bald sind wir da", meinte Kimazuki und zog Omi wieder zu sich. Leise und bedrohlich flüsterte er: "Bald sind wir allein und dann haben wir ein bisschen Spaß zusammen." "Meine Freunde werden mich finden und dann töten sie dich, Kimazuki", zischte Omi ihn an, doch dieser lachte nur gehässig. "Selbst wenn sie dich finden, hier kriegen sie dich nicht raus. Diese Anlage ist die sicherste der Welt."
Als Ken aus der Apotheke zurückkam, ging er gleich in Ayas Zimmer. "Hier ist das Schmerzmittel", sagte er und stellte das Päckchen auf den Nachttisch. "Danke, Ken. Aber Aya schläft, wir sollten ihn erst mal in Ruhe lassen." Der Jüngere stimmte ihm zu und sie verließen das Zimmer. Youji sah Ken fragend an. "Wie geht es dir eigentlich?", wollte er wissen. "Es geht schon", log Ken und versuchte, stark auszusehen. "Lüg nicht! Omi ist in der Gewalt dieser Verbrecher. Dir kann es nicht gut gehen!" Als er Youji ansah, merkte Ken, wie ihm die Tränen in die Augen stiegen. "Ich schaff das schon. Wir werden ihn da rausholen und dann wir alles wieder wie früher." Fast verlegen wischte er sich die Tränen von den Wangen. "Es wird doch wieder so, Youji? Oder? Sag mir bitte, dass wieder alles normal ist, wenn Omi zurückkommt. Bitte." Youji legte den Arm um Ken und drückte ihn sacht an sich. "Ich kann dir nicht versprechen, dass sich nichts ändert, Ken. Aber wir holen ihn da raus und es wird wieder gut. Du musst nur fest daran glauben. Dann schaffen wir es auch." Ken vergrub sein Gesicht in Youjis Hemd und begann zu weinen. Der Ältere strich tröstend über seinen Rücken. Dann führte er ihn in Kens Zimmer und setzte sich mit ihm auf das Bett. "Wein ruhig, lass alles raus." Nach einiger Zeit beruhigte sich Ken ein wenig, doch Youji hielt den Jungen so lange im Arm, bis dieser eingeschlafen war. Dann legte er ihn vorsichtig auf das Bett und deckte ihn zu. "Ruh dich aus, Ken, wir brauchen alle viel Kraft, wenn wir ihn da raus holen wollen."
Kimazuki hatte Omi mit immer noch verbundenen Augen durch einen langen Gang geführt. Nun hörte der Junge, wie eine Tür aufgeschlossen und geöffnet wurde. Er spürte einen Stoß und stolperte eine paar Schritte geradeaus. "So, da sind wir", erklang Kimazukis Stimme bedrohlich nah vor ihm. "Wollen doch mal sehn, wie dir dein neues Zuhause gefällt." Er nahm Omi die Augenbinde ab und trat einen Schritt zurück. Sie befanden sich in einem kleinen Raum, etwa 2,5 mal 3 Meter groß, der von einer kleinen Lampe an der Decke spärlich erhellte wurde. In der hinteren Ecke stand eine alte Militärliege und darauf lagen ein Kissen und eine Decke. Sonst befanden sich nur ein kleiner Tisch und eine ziemlich verschmutzte Toilette in dem Raum. Daraufhin sah Omi zu seinem Entführer. Dieser grinste ihn abschätzend an. "Du bist wohl Besseres gewohnt, was?", fragte er und kam ein Stückchen näher. Omi wich instinktiv zurück und stieß dabei mit seien Beinen gegen das Bett. "Das ist nicht unser bestes Zimmer. Wenn du lieb bist und gehorchst, kriegst du ein schöneres. Aber wenn du dich widersetzt, dann haben wir auch noch Zimmer, die viel schlimmer sind als dieses", drohte Kimazuki mit einem ruhigen fast freundlichen Ton. Zu Takoyi, der in der Tür wartete, sagte er: "Verschwinde, lass mich mit unseren neuen Schätzchen allein. Ich hab etwas mit ihm zu besprechen." Die Tür wurde geschlossen und Omi hörte, wie sich Schritte entfernten. Schließlich wurde er unsanft auf das Bett gestoßen. Kimazuki kniete sich über ihn und drückte ihn an den Handgelenken auf die Matratze. Omi versuchte, sich zu wehren. Doch er schaffte es nicht, den fast doppelt so schweren Mann abzuschütteln. "Wer seid ihr? Was wollt ihr von mir, und wer ist euer Boss?" Kimazukis Stimme war nun nicht mehr freundlich sondern sehr bedrohlich, und Omi konnte seinen Atem auf dem Gesicht spüren. "Das werd ich bestimmt nicht sagen, selbst wenn ihr mich töten wollt", fauchte Omi ihn an und versuchte erneut, sich zu befreien. "Oh, du wirst reden. Alle haben bis jetzt geredet. Und töten werde ich dich nicht. Zumindest nicht gleich. Es gibt viel schönere Dinge, die ich mit dir machen kann und die schlimmer sind als sterben, glaub mir." >Oh Ken. Bitte hol mich hier raus, ich halte das nicht lange durch.< Obwohl Omi wusste, wie gering seine Chancen standen, gegen Kimazuki anzukommen, versuchte er doch, sich zu befreien. Als Antwort darauf drückte ihn der Mann noch fester auf das Bett und küsste ihn hart. "Du wirst es auch noch lernen", wieder ein Kuss, "ich bring dir schon noch Manieren bei." Dann hielt er Omis Handgelenke mit nur noch einer Hand fest und begann mit der anderen, den zitternden Körper des Jungen zu berühren. "Oh ja, du fühlst dich gut an, Bishonen. Ich werd sicher nicht enttäuscht sein von dir", flüsterte er in Omis Ohr und küsste ihn erneut. Dann begann er, seine Härte an Omis Bein zu reiben. >Oh Gott, nein, nicht das, bitte nicht.< Omi versuchte nun noch stärker, sich zu wehren. Er wollte sich nicht einfach so in sein Schicksal ergeben. Aber er hatte keine Chance, der Mann war einfach zu stark. Seine Hand fuhr unter Omis Hemd und begann, seine Brustwarze zwischen den Fingern zu reiben, bis diese auf die Berührung reagierten und hart wurden. "Wer seid ihr?", fragte er erneut, doch auch diesmal bekam er keine Antwort. Omi funkelte ihn nur wütend an und spuckte ihm ins Gesicht. Ein böses Lächeln erschien auf Kimazukis Lippen. Dann drehte er mit einem Ruck Omis Brustwarze um. Dieser schrie vor Schmerz auf. "Sag mir, wer euch schickt!" Diesmal war es keine Frage, sondern ein Befehl. Als Omi auch darauf nicht reagierte, riss ihm Kimazuki das Hemd vom Körper und begann erneut, ihn zu berühren. Seine Hand glitt über Omis Brust zu seinem Bauch und weiter zur Hüfte des Jungen. Omis Versuche, sich zu befreien, blieben weiter erfolglos. Im Gegenteil, es schien seinem Peiniger sogar zu gefallen, dass er sich zu Wehr setzte. >Oh, ja. Wehr dich. Das wird gut. Ich liebe es, wenn du dich so gegen mich auflehnst. Ich werd dir deinen verdammten Stolz schon austreiben.< Verzweifelt wand sich Omi unter dem schweren Körper seines Entführers. Er wusste, was auf ihn zukam. Die Berührungen seines Peinigers wurden immer verlangender und härter. Schließlich begann Kimazuki, langsam den Reißverschluss von Omis Hose zu öffnen. >Nein... Bitte nicht. Lass ihn aufhören. Bitte nicht... nein.< Bis jetzt hatte der Junge versucht, sich nichts anmerken zu lassen, doch als er jetzt die gierige Hand seines Entführers spürte, begannen ihm Tränen über die Wangen zu laufen. Mit letzter Kraft versuchte er noch einmal, sich zu befreien, als Kimazuki seine Hose herunter schob. "Lass mich los, bakayarou!", fauchte er. "Oh! So wütend? Komm, ich zeig dir was Schöneres als Menschen zu töten." Mit einem Ruck drehte er Omi um und zog ihm seine Hose ganz aus. Als dieser hörte, wie sein Peiniger nun auch seine eigene Hose öffnete, versuchte er noch einmal, sich zu befreien. Aber er wusste, dass er keine Chance hatte. Er wurde hart auf die Matratze gedrückt und spürte, wie sich die Härte seines Entführers an ihm rieb. "Na, wie gefällt dir das, Kleiner?" Der Atem des Mannes beschleunigte sich. >Bitte lass es schnell vorbei gehen. Ich will hier raus, egal wie.< Dann kam der Schmerz. Er war größer, als Omi es sich vorgestellt hatte. Im ersten Moment wurde ihm schwarz vor Augen. Als Kimazuki anfing, ihn hart zu nehmen, krallte er sich mit den Händen in die Matratze. Bei jedem Stoß schrie er vor Schmerz auf. "Oh ja. Du bist gut, Bishonen!", stöhnte Kimazuki zwischen zwei Stößen. Omi spürte, wie Blut an seinen Beinen herunterlief. >Warum kann ich nicht sterben? Lass mich einfach sterben. Ich will nichts mehr fühlen. Keinen Schmerz mehr. BITTE!!< Er hoffte nur noch, dass es schnell vorbei war. Kimazuki nahm ihn immer schneller und fester und Omi glaubte, vor Schmerz ohnmächtig zu werden. Dann spürte er, wie der Man in ihm kam und auf ihm zusammenbrach. Nach einigen Augenblicken stand Omis Peiniger auf, zog seine Hose wieder hoch und verließ wortlos den Raum.
Nachdem Ken eingeschlafen war, ging Youji zurück in Ayas Zimmer. Der Jüngere wälzte sich unruhig im Schlaf hin und her und murmelte unverständliche Sachen vor sich hin. Langsam setzte sich Youji zu seinem Freund auf die Bettkante und wischte ihm den Schweiß von der Stirn. Dann fühlte er Ayas Temperatur. "Du hast Fieber, Honey. Aber das wird schon wieder." Sacht nahm er die Hand des Jüngeren und sah ihn traurig an. >Ach Aya, ich hätte es dir nicht sagen dürfen. Aber ich musste es tun. Ich liebe dich.< Langsam beugte er sich nach vorne. Kurz vor Ayas Gesicht schloss er die Augen und dann küsste er den rothaarigen Jungen sanft. Ein wohliger Schauer durchfuhr Youjis Körper, als sich ihre Lippen trafen. >Verzeih mir! Aber ich konnte nicht anders. Ich möchte wenigstens einmal die Möglichkeit haben, dich ganz für mich alleine zu wissen.< Als er sich wieder von Aya löste, liefen Tränen über seine Wangen. Youji wollte aufstehen und in sein eigenes Zimmer gehen, doch als er versuchte, Ayas Hand loszulassen, verstärkte der Jüngere den Griff. "Youji!", flüsterte er und begann, sich wieder unruhig hin und her zu wälzen. Daraufhin angelte sich dieser den Stuhl, der vor dem Schreibtisch stand, und setzte sich zu seinem Geliebten. "Ich bin ja da", sagte er zärtlich und drückte sanft Ayas Hand, woraufhin dieser fast sofort wieder ruhig weiterschlief. Nach einiger Zeit wurde auch Youji von der Müdigkeit überwältigt und schlief ein.
Omi hatte sich in die Ecke der Liege gekauert und die dünne Decke fest um sich geschlungen. Immer wieder versuchte er, sich an die letzten Tage mit Ken zu erinnern. An seine Wärme und die schönen Stunden in den Armen seines Geliebten. Allein diese Erinnerungen waren es, die ihm noch Hoffnung gaben. Irgendwann schlief er vor Erschöpfung ein und träumte von seinem Ken.
Als Aya aufwachte, sah er Youji, der sich im Schlaf halb auf seinen Bauch gelegt hatte. Ein seltsames, aber nicht unangenehmes Gefühl durchströmte ihn bei diesem Anblick. "Youji!" Langsam öffnete der Ältere die Augen. Hastig setzte er sich auf. "Aya, ich hab gar nicht gemerkt, dass ich... es... tut mir leid." Er wagte es nicht, seinem Freund in die Augen zu sehen. Doch auch Aya sah hinunter auf die Bettdecke. "Du brauchst dich für nichts entschuldigen." Überrascht sah Youji zu dem Rothaarigen auf. "Aber... was ich gestern gesagt habe...", stockte er. "Es geht nicht", flüsterte Aya. "Was?" "Youji...", er holte tief Luft, "du... bist... Ich... fühle mehr für dich, als gut ist!", brachte er schließlich heraus. >Hat er das eben wirklich gesagt? Das ist ein Traum. Oder?< "Aya, ich..." "Bitte versteh mich nicht falsch, Youji", unterbrach ihn Aya, "es kann zwischen uns nichts geben! Ich kann das nicht! Aber... ich..." Ein wenig zu schnell versuchte er, seine Hand in Youjis Richtung zu bewegen, was aber durch einen heftigen Schmerz in seiner Schulter verhindert wurde. "Ken hat ein Schmerzmittel gekauft. Ich werd es dir holen." Schnell stand Youji auf und besorgte ein Glas Wasser sowie das Medikament und gab beides nacheinander Aya in die Hand. Dieser schluckte die Kapsel und gab dann seinem Freund wieder das Glas zurück. "Danke." "Die sind ziemlich stark. Es müsste gleich besser werden", meinte der Ältere. Aya nickte, sah sein Gegenüber jedoch nicht an. "Youji, ich... brauche dich!", flüsterte er. >Aya!< Noch bevor sich Youji wieder gefangen hatte, war der Jüngere bereits dabei aufzustehen. Langsam wollte er zum Schrank gehen, aber auf halbem Weg versagte sein Kreislauf. Youji war schnell genug bei ihm, um zu verhindern, dass er auf dem Boden landete. "Ich... bin bei dir", flüsterte er dem anderen ins Ohr und drückte ihn sanft an sich. "Aishiteru, Aya!" Ayas Herz begann zu rasen und er zitterte am ganzen Körper. "Nein, Youji! Ich... kann das nicht! Bitte." Traurig sah Youji den Rothaarigen an. "Warum? Aya, ich..." Weiter kam er nicht, sonst hätte er losgeheult. Aber das wollte und konnte er Aya nicht auch noch antun. >Warum lässt du deine Gefühle nicht zu? Vertrau mir, Koibito.< Aya schloss die Augen und versuchte, sich wieder zu beruhigen. Plötzlich spürte er Youjis Atem auf seinem Gesicht. "Verzeih mir!", flüsterte dieser, kurz bevor sich ihre Lippen berührten. Die Berührung war so sanft und überwältigend, dass Aya im ersten Moment gar nicht reagieren konnte. Es war wie ein Blitz, der durch seinen Körper fuhr. Es fühlte sich so schön an. So richtig. >Youji, ich gehöre dir! Mein Herz gehört dir!< Doch dann stieß er den Älteren von sich. "Nein! Youji, ich kann das nicht." Tränen liefen über seine Wangen. >Aya weint?! Was hab ich nur gemacht? Wie kann ich ihm so was antun?< "Bitte, Aya! Es... es tut mir leid...Ich hab einen Fehler gemacht. Vergiss es! O.K.?" Nun ließ er seinen Freund endgültig los und verschwand aus dem Zimmer.
//"Ken, ich brauche dich." - "Ich bin bei dir, Koibito." - Alles war dunkel. Omi konnte nichts erkennen, doch er wusste, wie nah sein Geliebter war. Er konnte seine Anwesenheit spüren. Plötzlich ertönte ein gehässiges Lachen. "Wer ist da?" "Omi, wo bist du?", hörte er Ken rufen. "Ken? Ken! KEEEEN!!!", rief er immer wieder, so laut er konnte. Aber er bekam keine Antwort. ANGST! Alles, was er spürte, war Angst. Mit einem Mal wurde es taghell. Omi sah sich selbst auf einem Floß stehen. Er sah sich um und entdeckte Ken am Ufer eines breiten Flusses. Omi merkte, wie er immer weiter von ihm abtrieb. Verzweifelt versuchte er, gegen die Strömung anzupaddeln, doch er war machtlos. Dann sah er ein Seil, welches am Floß befestigt war. Er verfolgte dessen Verlauf und entdeckte Kimazuki am anderen Ufer des Flusses. Dieser war gerade dabei, das Floß an diesem Seil in seine Richtung zu ziehen. "NEIN! HILF MIR, KEN! KEEEEN!"//
"OMI, NEIN!!!" Schreiend wachte Ken auf. Er wusste nicht mehr, was er geträumt hatte. Doch er konnte sich daran erinnern, dass er zum Schluss das Gefühl hatte, Omi zu verlieren. Mit einem Ruck wurde die Tür aufgerissen und Youji kam hereingerannt. "Ken? Alles in Ordnung?", fragte er besorgt und setzte sich zu dem zitternden Jungen auf das Bett. Dieser schüttelte den Kopf und stammelte: "Ich hab von Omi geträumt. Ich werd ihn verlieren, Youji. Wir müssen ihn da rausholen und zwar schnell." Die Besorgnis in Youjis Augen war nicht zu übersehen. "Ich will ihn da auch raus haben, Ken. Aber wir sind alle zu erschöpft. Aya ist verletzt. Wir können ihm nicht helfen, wenn wir selbst nicht fit sind." Er legte beruhigend den Arm um den Jüngeren und versuchte, ihn zu trösten. "Nein, Youji!" Fast wütend stieß Ken ihn von sich. "Ich werde ihn da rausholen! Ob ihr mir helft oder nicht! Ich gehe!" Wegen Kens Schrei ebenfalls besorgt war Aya kurz nach Youji an der Zimmertür angekommen und hatte die Szene miterlebt, die sich zwischen den beiden anderen abspielte. "Ken, wir werden dir helfen, aber jetzt wäre es reiner Selbstmord, da rein zu gehen", versuchte Youji weiter, auf den Brünetten einzureden, als sich Aya einmischte. "Er hat Recht, Youji, wir müssen ihn so schnell wie möglich da rausholen!", meinte er mir ruhiger Stimme. "Aya, wenn wir jetzt..." "Youji! Was würdest du tun, wenn es nicht Omi wäre? ... Sondern ich!?" Überrascht sah der Ältere ihn an. Dann blickte er zu Ken und darauf wieder zu Aya. Ken seinerseits sah zwischen Aya und Youji hin und her. >Was geht da zwischen den beiden vor?< Schließlich atmete Youji tief durch und sah Ken an: "O.K. Aber wir müssen uns trotzdem vorbereiten. Ken, geh du schon mal runter in den Besprechungsraum. Wir kommen gleich nach." Dankbar stand der Jüngere auf und wollte auf den Flur laufen, doch dann zögerte er. Bevor er ging, drehte sich Ken noch einmal um. "Danke Youji!", sagte er und umarmte seinen Freund. Dasselbe tat er auch bei Aya, was zur Folge hatte, dass der Rothaarige etwas verlegen meinte: "Ist schon gut. Wir wollen Omi doch auch helfen." Dann war Ken verschwunden.
Omi versuchte, sich wieder zu beruhigen. Seit er aufgewacht war, sagte er sich immer wieder, dass es nur ein Traum war. Doch die Angst blieb. >Was, wenn sie es nicht schaffen, mich rauszuholen? Wie lange wird er mich quälen? Was hat er noch vor? Nein! Sie müssen es schaffen. Sie werden es schaffen!< Nach einiger Zeit sank er wieder in einen unruhigen Schlaf.
Langsam ging Youji auf Aya zu. Dieser blieb zwar stehen, hatte aber ein seltsames Gefühl im Magen. "Aya, ich verstehe nicht warum." "Warum was?", wollte er verwirrt wissen. "Du sagst, du fühlst mehr für mich, als gut ist. Wie kannst du etwas empfinden, aber es nicht zulassen?" Zwar versuchte Youji ruhig zu bleiben, aber er schaffte es nicht ganz, das Zittern seiner Stimme zu verhindern. "Das ist meine Sache. Halt dich da einfach raus!", fauchte der Jüngere und wollte verschwinden. "Ich kann mich da nicht raushalten. Aya, ich liebe dich!" Abrupt blieb Aya stehen. "Youji, bitte lass mich in Ruhe! Ich kann das nicht!" Obwohl er am liebsten allein gewesen wäre, blieb er doch, wo er war. "Warum? Aya, ich kann nicht in dich reinsehen. Wenn du es wirklich willst, werde ich dich in Ruhe lasse! Aber bitte sag mir warum", bat der Ältere mit leiser Stimme. "Youji... du... Ich kann einfach nicht... wenn ich... es zulasse...", er hatte Mühe, sich die Kontrolle zu bewahren, "... und dir etwas passiert..." Er brach ab, auch ohne dass Aya den Satz beendete, wusste Youji, was er sagen wollte. Langsam ging er auf den Jüngeren zu. Vorsichtig legte er Aya die Hand auf die Schulter. Es überraschte ihn, dass dieser nicht vor der Berührung zurückwich. "Aya, ich weiß! Mir geht es genauso! Ich lass dich in Ruhe. Aber ich bin immer für dich da." Langsam drehte sich der Rothaarig um. "Youji!" >Tränen? Aya, du weinst! Und wieder wegen mir.< Behutsam hob Youji die Hand und wischte Aya die Tränen von den Wangen. "Nur einmal, Youji", hauchte dieser, "halt mich nur noch einmal fest. Bitte!" Ein trauriges Lächeln erschien auf Youjis Lippen. Er legte die Arme um seinen Geliebten und zog ihn zu sich. Sachte strich er ihm über den Rücken, spürte dessen Wärme. >Ich brauche dich so sehr, Koibito.< Dann löste Aya sich vorsichtig wieder von ihm. "Vielleicht, irgendwann", flüsterte er. "Ich habe Zeit", antwortete Youji. "Lass uns zu Ken gehen, sonst denkt er noch, wir haben ihn vergessen", sagte er daraufhin. Youjis gewohnte Heiterkeit war mit einem Mal wieder da und Aya stimmte ihn zu, indem er nickte. >Ist diese Fröhlichkeit immer nur gespielt, Youji?< "Geh schon mal vor. Ich zieh mich noch richtig an und komm dann nach." "O.K.!" Nachdem sein Freund gegangen war, verschwand Aya in seinem Zimmer und zog sich an. Schließlich ging er zu seinem Schreibtisch und nahm das Päckchen mit Tabletten in die Hand. "Nur drei Kapseln am Tag einnehmen. Zwischen der Einnahme sollten mindestens fünf Stunden liegen", las er den Beipackzettel. Einige Sekunden hielt er die Packung noch in der Hand, dann nahm er eine Tablette heraus und schluckte sie. Kurze Zeit darauf folgte er Youji in den Besprechungsraum zu Ken.
Als er in den Keller kam, sah er nicht nur seine zwei Teamkameraden sondern auch die junge Frau, die ihnen bereits gestern Morgen die Informationen über Kimazuki gebracht hatte. "Hey Aya, da bist du ja. Manx hat neue Infos für uns!" Ken wirkte bereits etwas fröhlicher. >Er hat wieder einen Grund zu hoffen.< "O.K. Dann mal her damit", meinte Aya und stellte sich zu den anderen an den Tisch. Die stumme Frage in Youjis Augen beantwortete er mit einem kaum merklichen Nicken und trat ein Stückchen näher an ihn heran. Auf dem Tisch waren Pläne ausgebreitet. "Also!", begann Manx zu erzählen, "das sind die Pläne eines unterirdischen Militärbunkers. Er befindet sich genau unter Kimazukis Villa." Überrascht pfiff Youji durch die Zähne: "Wow, damit haben wir nicht gerechnet." Etwas verärgert über die Unterbrechung sah die Rothaarige ihn an. "Er hat die bereits vorhandenen Anlagen aufgerüstet. Das Grundstück ist sicherer als der Kaiserpalast." Sie blätterte eine Seite weiter. "Hier", und zeigte auf ein rotes Kreuz, "ist der Generator. Sprengt ihn! Damit fliegt die ganze Anlage in die Luft." Kritisch studierte Aya den Plan. "Das ist mitten im Komplex. Wie kommen wir rein? Und vor allem, wie raus?" Manx nickte und blätterte wieder eine Seite um. Hier sind alle Luftschächte eingezeichnet. Einige liegen außerhalb der Sensoren. Da kommt ihr rein. Wenn die Bombe platziert ist, macht, dass ihr rauskommt. Aber ihr müsst mit dem Fernzünder die Zeitschaltuhr aktivieren, bevor ihr aus dem Komplex verschwindet. Das Metall würde sonst das Signal stören. Sobald der Timer läuft, habt ihr fünf Minuten, um euch außer Reichweite zu bringen." Ken hatte die ganze Zeit zugehört und alles mitverfolgt, was Manx gesagt hatte, aber nun meldete er sich auch zu Wort. "Was ist mit Omi? Wo ist er und wie holen wir ihn da raus?" Diesmal schlug Manx wieder die erste Seite der Pläne auf. Hier war der Verlauf der Gänge zu erkennen. "Wir vermuten, dass in der roten Zone die Labors sind. Die Gelbe zeigt die Zellen der Gefangenen. Dort müsste er sein. Wenn ihr ihn retten wollt, müsst ihr euch genau hier trennen." Sie zeigte auf eine Stelle, an der sich beide Zonen berührten. Youji nickte: "Zeig mir den Sprengstoff und was ich tun muss!" Doch bevor die junge Frau antworten konnte, meinte Aya: "Nein! Das mache ich. Du suchst mit Ken nach Omi." Sein bestimmter Tonfall ließ keine weiteren Diskussionen zu. Also blieb Youji nichts anderes übrig, als zuzustimmen, obwohl er kein gutes Gefühl dabei hatte. Er wollte Aya nur ungern allein in die Höhle des Löwen schicken. "O.K. Wenn das geklärt ist, zeig ich dir, was du zu tun hast, Aya." Zielstrebig ging Manx auf den Rucksack mit dem Sprengstoff zu und erklärte Aya alles ganz genau. Danach verschwand sie ohne weitere Kommentare. Die drei studierten noch einmal die Pläne. Bis ins kleinste Detail wurden die Wege festgelegt, die sie gehen wollten. Alles musste genau stimmen. Ein Fehler und die Mission wäre gescheitet. Nachdem alles besprochen war, meinte Ken: "Ich glaube, das war's. Wir haben alles, was wir brauchen. Lasst uns anfangen." Die anderen beiden stimmten ihm zu. Also standen sie auf, holten ihre Waffen und den Rucksack mit dem Sprengstoff und machten sich auf den Weg zu Kimazukis Villa. Sie alle wollten Omi da so schnell wie möglich rausholen und den Gangster erledigen.
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