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Heute - Morgen

© by Beverly ()
 
Disclaimer: das Übliche. Mir gehört nichts, Paramount alles *seufz*
Author's Notes: Meine storycat tatzelt sich langsam warm. Und ich werde an den Computer gekettet. Nicks Beförderung geht mir schon seit einiger Zeit durch den Kopf, meine Muse hat mit Nicky gespielt und das Ergebnis meiner storycat ins Ohr geflüstert. Das kam dabei raus.
Feedback: Ach was, is' doch nich' nötig...außer ihr habt grad nichts Besseres zu tun.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

"Du hast mich vorgeschlagen?"

Gil Grissom legte einen Finger auf seinen Bericht, um die Stelle zu markieren, die er gerade las, hob den Kopf und sah hinüber zu Nick, der in der Tür zu seinem Büro stand. Der jüngere Mann sah ihn mit einem sonderbaren Ausdruck in den Augen an.

"Ja."

"Warum?"

"Warum?" Gil legte den Kopf ein wenig schief. Er konnte verstehen, warum Sara ihm diese Frage gestellt hatte. Aber Nick? "Weil ich dich am geeignetsten halte für diesen Job."

"Aber Sara ist genauso qualifiziert wie ich. Vielleicht sogar noch mehr. Sie hat so hart gearbeitet für die Beförderung. Und du schlägst mich vor?"

"Ja."

Nick trat ein und schloss die Tür hinter sich, sorgsam die Stelle vermeidend, an der Billy Brass, der singende Karpfen über Grissoms Tür, ihn bemerken würde. Gil beobachtete ihn mit einem kaum wahrnehmbaren Lächeln im Gesicht. Dann wurde er wieder ernst.

Mit dieser Diskussion hatte er gerechnet, nur nicht damit, dass sie schon so schnell kam. Wie berechenbar er doch war, sein Nicky. Nur er konnte eine Beförderung nicht einfach akzeptieren und sich freuen, sondern musste hinterfragen, warum er überhaupt vorgeschlagen worden war und nicht jemand anders aus dem Team, der genauso gut war.

Eigentlich hatte er sich darauf eingerichtet, Nickys Beförderung bei einer Flasche Wein und einem guten Essen zu feiern. Zu zweit. Gestern noch hatten sie darüber gesprochen. Aber er hätte wissen müssen, dass Unfrieden im Team an Nicks Nerven zehrte. Und Sara war unglaublich gut darin, Unfrieden zu stiften.

Nun setze sich Nick auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch und sah ihn an. Ein paar Sekunden sagte keiner der beiden etwas. Dann durchbrach Nick die Stille.

"Du weißt, dass Sara jetzt sauer ist."

Es war keine Frage, sondern eine Feststellung und Gil nickte. Oh ja, das wusste er. Er hatte schon einen Vorgeschmack davon bekommen. Vorhin, als sie zusammen das Auto von Sam Brown nach Spuren abgesucht hatten. Ein weiterer Grund, warum er Nick und nicht Sara vorgeschlagen hatte. Saras Launenhaftigkeit strapazierte sogar seine Nerven manchmal sehr.

"Und dass das Team es jetzt ausbaden darf."

Gil nickte erneut. Früher oder später würde er Miss Sidle aus San Francisco heftig in ihre Schranken weisen müssen. Seit ihrem ersten Streit mit Warrick wusste Gil, dass das passieren würde. Heute war genauso gut wie jeder andere Tag.

"Sie sucht dich übrigens."

"Gut. Wenn du sie siehst, schick sie ruhig rein."

"Bist du sicher?"

Gil stand auf, umrundete seinen Schreibtisch und setzte sich vor Nick auf die Tischkante.

"Nicky, die Diskussion mit Sara, auf die sie so aus ist, war unumgänglich. Ich wusste, dass sie es nicht so sang- und klanglos hinnehmen würde, dass ich dich vorschlage. Und nicht sie."

"Aber..."

"Nick." Gils Stimme war nun wieder die des Vorgesetzten. Alle Wärme war daraus verschwunden und Nick schien zu merken, dass er mit seinem letzten ,aber' einen Schritt zu weit gegangen war. Er senkte seinen Kopf und wirkte etwas schuldbewusst. Dann erhob er sich.

"Ich...ich geh dann mal. Wir sehen uns, ja?"

"Gut. Bis später, Nick."

Seufzend sah Gil auf die geschlossene Tür. Es war nicht immer einfach, Schichtleiter zu sein. Arbeitspläne mussten erstellt werden, Bewertungen geschrieben und Entscheidungen getroffen werden. Und dass nicht jeder seine Entscheidungen kommentarlos hinnehmen würde, war ihm schon immer klar gewesen. Aber jetzt, mit Sara im Team, war es noch so viel schwerer geworden. Nachdenklich setzte er sich wieder an seinen Tisch und dachte darüber nach, wie er Sara möglichst schonend beibringen konnte, dass er allmählich mit seiner Geduld am Ende war. Und dass ihre letzte Möglichkeit jetzt nur noch ,anpassen oder gefeuert werden' hieß.

 

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Nick! Er hatte ihn Nick genannt. Nicht Nicky. Oh Mann. Er hatte es wirklich geschafft, Grissom sauer zu machen.

Warum nur tat das so weh?

Wütend wischte er die Träne weg, die sich langsam aber unaufhaltsam ihren Weg aus seinem Auge bahnte. Er musste raus hier. Auf seinem Weg zu seinem Spind begegnete er ausgerechnet Sara. Es kostete ihn seine ganze Willenskraft, ihr nicht etwas Gemeines ins Gesicht zu schleudern. So vermied er nur ihren Blick und hastete mit einem gemurmelten "Ich hab's eilig!" an ihr vorbei.

Draußen ging gerade die Sonne auf, als Nick aus dem Gebäude trat und tief Luft holte. Er setzte seine Sonnenbrille auf und ging hinüber zu seinem Auto. Als er hinter seinem Lenkrad saß, musste er über diese Widersinnigkeit lachen. Das konnte auch nur ihm passieren. Er wurde befördert und in dem Moment wurde die Stelle gestrichen. Er legte den Gang ein und fuhr los.

Zwei Stunden lang fuhr er planlos in der Wüste umher, bis das Klingeln seines Handys ihn aus seinen trüben Gedanken riss. Er hielt am rechten Straßenrand an, und klappte es auf.

"Stokes?"

"Nicky? Wo bist du?"

Gil. Nick schloss die Augen und lehnte sich zurück an die Kopfstütze.

"Ich ... ich weiß nicht."

"Was heißt das...du weißt es nicht?"

"Ich ... ich fahr einfach so rum. Warum?"

"Ich steh schon seit einer halben Stunden vor deiner Haustür mit Kaffee und Frühstück."

"Oh."

"Oh?"

"Warum?"

Ein leises Lachen drang durch das Handy.

"Weil es mittlerweile halb elf ist und wir um zehn zum Frühstück verabredet waren. Das haben wir doch gestern ausgemacht, erinnerst du dich nicht? Wir wollten feiern."

Feiern?

Ach ja...seine Beförderung. Seine Beförderung, die keine war. Seine Beförderung für eine Stelle, die nun nicht mehr existierte.

"Ja. Ja, ich komme gleich. Warte auf mich. Oder geh schon mal rein. Du weißt ja, wo mein Ersatzschlüssel ist."

"In Ordnung. Bis gleich."

 

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Als Gil den Schlüssel im Schloss hörte, lächelte er.

Endlich.

Er hatte die letzte halbe Stunde dazu genutzt, den Tisch zu decken und das Frühstück herzurichten. Er konnte kochen. Gut sogar, wenn man den wenigen glauben durfte, die je in den Genuss eines selbstgekochten Essens von ihm gekommen waren. Catherine, zum Beispiel. Sie liebte sein irisches Omelett, das er, wie es sich gehörte, mit original irischer Butter, irischem Käse und vielen frischen Kräutern zubereitete.

Auch das hatte er heute gemacht. Außerdem gab es frischen Kaffee, noch warmes Brot, gesalzene Butter, und eine Vielfalt an frischer Wurst, Käse und Marmelade. In der Mitte des Tisches stand ein großer, bunter Blumenstrauß. Nichts mit Rosen...na ja, gut...ein oder zwei rote Rosen steckten irgendwo mitten drin. Tief in seinem Innersten war er eben doch ein Romantiker.

Er steckte gerade die letzte Serviette durch den Serviettenring, als er Nickys Auto vor dem Haus hörte. Mit einem Lächeln wandte er sich zur Tür.

Nick trat ein, sein Blick fiel auf den Tisch und das Lächeln, das sein Gesicht überzog, stellte verrückte Dinge mit Gils Magen an, der plötzlich Purzelbäume schlug...

 

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Nick traute seinen Augen kaum. Noch heute Morgen, als er das Labor verlassen hatte, war ihm das Leben unglaublich ungerecht erschienen. Und jetzt...jetzt hatte er das Gefühl, in einem Paralleluniversum gelandet zu sein.

Nicht nur, dass ein Blumenstrauß auf seinem Tisch stand.

Nicht nur, dass Gil ganz augenscheinlich für ihn gekocht hatte.

Nein, seine eigentliche Aufmerksamkeit galt ganz und allein Gil Grissom. Einem Gil Grissom, der lässig in Jeans und einem Hemd gekleidet war. Einem Gil Grissom, der ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht trug. Einem Gil Grissom, der förmlich zu schreien schien: ,Pack mich, küss mich, schleif mich in dein Bett und mach lauter unaussprechliche Dinge mit mir.'

"Hallo, Nicky."

Nicks einzige Antwort war ein leises Stöhnen. Sein ganzes Blut war in südlicher Richtung abgesackt und irgendwie war sein Gehirn plötzlich gefährlich mit Blut unterversorgt.

Ohne sein Zutun setzten sich seine Füße plötzlich in Bewegung, und schritten auf Gil zu. In letzter Sekunde bremste er seine auf einmal sehr vehemente Libido aus und brachte schnell den Tisch zwischen sich und diese personifizierte Verführung namens Gil Grissom.

"Auf deine Beförderung."

Wie aus dem Nichts, hielt Gil plötzlich einen Sektkelch in der Hand und reichte ihn Nick. Automatisch griff Nick zu und sachte stießen die beiden Gläser zusammen. Dann setzten sich die zwei Männer beinahe zeitgleich hin. Endlich war Nick in der Lage, seinen Blick über den Tisch gleiten zu lassen und er spürte, wie seine Kinnlade nach unten sackte.

"Ist das alles für mich?"

"Für uns, Nicky. Ich wollte auch mitessen."

Nick lachte.

"Natürlich. Aber du...du hättest dir wirklich nicht so eine Mühe machen müssen."

Mit einer Handbewegung wehrte Gil ab.

"Ach was. Das war gar nicht so wild. Du hast mir ja Zeit genug gelassen. Wovor bist du eigentlich weggelaufen? Immerhin hatte ICH Sara in meinem Büro. Nicht du."

"Wie lief das Gespräch mit Sara?"

Gil verbarg sein Lächeln über das nicht sehr geschickte Ausweichmanöver hinter seine Serviette. Als er sich wieder einigermaßen unter Kontrolle hatte, breitete er sie wieder auf seinem Schoß aus.

"Es war nicht sehr angenehm. Sie beschuldigte mich, dich zu bevorzugen. Und bezeichnete mein Argument als...wie sagte sie noch? Ach ja...sie sagte, es sei beschissen."

"Was hast du ihr denn gesagt, warum du mich empfohlen hast?"

"Dass ich dich für geeigneter hielt, weil es dir egal war, ob du den Job bekommst oder nicht."

"Ah. Du musst zugeben, dass das wirklich nicht sehr plausibel klingt."

Gil stoppte seine Gabel auf dem Weg zum Mund und sah Nick fragend an.

"Wieso? Das ist die Wahrheit."

"Aber für jemanden wie Sara, wo alles was zählt die Leistung ist, ist das nicht nachvollziehbar. Vielleicht hättest du sagen können, dass ich Führungsqualitäten besitze. Oder meinetwegen auch, dass ich dich herausfordere und du das schätzt. Dass du unsere Diskussionen genießt. Dass ich intellektuell stimulierend bin. Oder dass du mich gewählt hast, weil ich so verdammt gut küssen kann. Weil ich erogene Zonen an deinem Körper kenne, die du vorher nicht mal selber kanntest. Und weil ich dich innerhalb weniger Minuten zum kommen bringen kann."

Gils Lächeln war von Satz zu Satz breiter geworden und am Schluss lachte er schallend. Tränen liefen ihm über das Gesicht und es dauerte einige Minuten, bis die zwei Männer sich wieder unter Kontrolle hatten.

"Oh Nicky, wenn ich ihr das alles gesagt hätte, dann hätte ich eine Kamera gebracht. DAS Bild wäre Gold wert gewesen."

Erneut stießen sie sacht ihre Gläser zusammen. Dann wurde Gil wieder ernst.

"Es tut mir leid, dass du die Beförderung nicht bekommen hast. Ich hielt dich wirklich für den Besseren. Die Tatsache, dass wir auch privat zusammen sind, hatte mit meiner Entscheidung nicht das Geringste zu tun. Ich möchte, dass du das weißt. Okay?"

"Okay."

"Und jetzt komm her und küss mich."

Lachend stand Nick auf, ging die paar Schritte um den Tisch herum und setzte sich breitbeinig auf Gils Schoss.

"Ich liebe dich, Gil."

"Ich liebe dich, Nicky."

Der Kuss war spielerisch am Anfang und wuchs in seiner Leidenschaft von Augenblick zu Augenblick. Beide Männer waren so vertieft in einander, dass sie das Auto nicht hörten, dass draußen vorfuhr. Auch nicht das zaghafte Klopfen. Und sie bemerkten das Gesicht nicht, das durch eines der Fenster hereinsah. Nach wenigen Sekunden klappte wieder die Autotür und unbemerkt entfernte sich das Fahrzeug.

 

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Sara wischt wütend ihre Tränen weg. Wie hatte sie nur so dumm sein können? Eigentlich war sie zu Nick gefahren, um ihm zu gratulieren und sich für ihr Verhalten zu entschuldigen. Sie hatte sich nichts dabei gedacht, als sie Gils Wagen in der Auffahrt gesehen hatte. Und als niemand auf ihr Klopfen reagiert hatte, hatte sie einen Blick durch Fenster geworfen.

Das Bild, das sich ihr geboten hatte, hatte sich tief in ihr Gedächtnis gebrannt. Sie war zu intelligent um anzunehmen, dass Grissom Nick nur deshalb vorgeschlagen hatte, weil er mit ihm ins Bett ging. Das würde Grissom niemals tun. Und wenn sie jetzt darüber nachdachte, so waren die Zeichen, dass da mehr war als nur Kollegialität zwischen den beiden Männern, schon immer da gewesen. Stokes, der einzige, der einen Spitznamen von Grissom bekommen hatte...Nicky. Stokes, der immer irgendwie an Grissoms Fällen mitarbeitete, selbst wenn eigentlich sie, Sara, mit Gil arbeitete.

Zuhause angekommen machte sie sich erst einmal einen starken Kaffee und goss einen großen Schluck Whiskey dazu. Dann setzte sie sich mit einer Packung Taschentücher in ihren Lieblingssessel. Heute würde sie trauern. Trauern um Gil, den sie niemals hätte bekommen können, selbst ohne Nick Stokes. Trauern um ihre zerbrochenen Träume, um ihre zerschlagenen Hoffnungen.

Morgen würde sie wieder stark sein. Die gute, alte, bissige Sara. Sie würde niemandem sagen, was sie heute gesehen hatte. Das war nicht ihr Stil. Morgen würde sie wieder so launisch sein wie immer.

Aber heute wollte sie zusammenbrechen und trauern. Langsam liefen die Tränen über ihr Gesicht und schluchzend zog sie ihre Knie hoch und legte ihre Stirn darauf.

 
Ende

 
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