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Freunde

© by Aisling ()

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.
Geschrieben für den Fanfiction Paradies Adventskalender 2004
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)

 

Es war mal wieder einer dieser Tage, wo die Erinnerung an Charlie besonders intensiv war.

Vielleicht lag es an der Art, wie ihn dieser Junge beim Einsatz auf P3X-Schlag-mich-tot angesehen hatte. Oder es lag daran, dass Jack immer in der Vorweihnachtszeit melancholisch wurde und mehr an seinen Jungen dachte als sonst.

Als sie nach der Besprechung in der Umkleide waren, da war Jack versucht, die Kiste mit Erinnerungsstücken aus dem Spind zu nehmen, sich die alten Bilder aus glücklichen Zeiten mit Charlie anzusehen und einfach nur den Erinnerungen nachzuhängen. Doch bevor er der Versuchung erliegen konnte, sprach ihn Daniel an und erinnerte Jack, dass das SG1 am nächsten Tag in Jacks Wohnung eine kleine Weihnachtsfeier veranstalten wollte. Nur das Team und sonst keiner. Es war das, was für Jack einer Familie am Nächsten kam.

So sah er die Kiste nur mit einem wehmütigen Blick an und versuchte, die trüben Gedanken zu vertreiben, während er auf dem Heimweg war.

Er lenkte sich ab, indem er sich vorstellte, wie die drei reagieren würden, wenn er ihnen die Geschenke überreichte. Schließlich hatte er lange genug nach den passenden Überraschungen gesucht.

Für Sam hatte er auf einer Außenweltmission ein exquisites Parfum besorgt, Daniel bekam ein Buch. Was auch sonst, nur dass es in Goa'ud-Sprache geschrieben war, würde es für den Archäologen besonders reizvoll machen. Jack hatte es auf einer Mission gegen seinen Kaffeevorrat eingetauscht. Und Teal'c konnte ein Wochenende bei buddhistischen Mönchen verbringen. So verging die Fahrt sehr schnell.

Als Jack die Beleuchtung der Nachbarhäuser sah, konnte er nur den Kopf schütteln. Das allgemeine Wettrüsten hatte wieder begonnen. Nur einen geschmückten Weihnachtsbaum im Vorgarten zu haben, war viel zu wenig. Wenn nicht zumindest das ganze Haus prachtvoll angeleuchtet war, dann hatte man auf dieser Straße keine Chance.

Wenn Charlie noch am Leben wäre, dann hätte auch Jack sein Haus ins hellste Licht gebadet, aber ohne den Jungen....

 

Das Klingeln seines Handys schreckte Jack auf. Es war Sam, die ihn informierte, dass sie bei ihrem aktuellen Forschungsprojekt den Durchbruch geschafft hatte.

Aber hatte sie es nicht schon bei der Besprechung erwähnt? Jack war sich da nicht sicher, er war auch beim Briefing zu sehr in Gedanken gewesen.

Da er immer noch in seinem Auto saß, wimmelte er sie ab und ging in sein Haus. Es war dunkel und ohne irgendwelche Weihnachtsbeleuchtung.

Nachdem er die Tür geöffnet hatte, ging Jack beinah wieder rückwärts raus. Es herrschte das absolute Chaos. Kleidungsstücke lagen neben leeren Bierdosen und halbleeren Pizzaschachteln. Jack war sich nicht bewusst gewesen, in der letzten Zeit so nachlässig gewesen zu sein. Beschloss aber, nicht eher Ruhe zu geben und aufzuräumen, bis zumindest das Wohnzimmer in einem bewohnbaren Zustand war.

Mitternacht war schon lange vorbei, als er endlich ins Bett kam. Vorsorglich stellte Jack seinen Wecker auf acht Uhr. Bis die Bande bei ihm einfiel, musste er nicht nur Küche und Bad sauber machen, sondern auch noch für ausreichenden Getränkevorrat und den Braten sorgen.

Um punkt acht, tat der Wecker auch seine Dienste. Sehr zu Jacks Verdruss. Er war versucht, sich noch einmal umzudrehen, aber der Gedanke an das Chaos, das noch in der Küche herrschte, trieb ihn doch aus dem Bett.

Auf den Weg nach unten fiel sein Blick auf den Kaminsims. Dort standen nicht nur Bilder vom SG1, sondern auch Fotos von Charlie. Sein Junge. Jack wollte es eigentlich nicht, doch dann stand er wieder vor den Bildern und träumte von damals.

 

Bis Teal'c um kurz nach neun anrief. Er wollte nur wissen, wann sie sich treffen würden. Jack war ein klein wenig irritiert, es war gar nicht Teal'cs Art, sich nicht mehr an einen Termin zu erinnern , sagte ihm aber, dass er um sechs Uhr da sein sollte.

Mit Gewalt riss er sich von den Bildern los und kümmerte sich um die Hausarbeit. Zwischendurch fuhr er einkaufen und holte auch den Braten ab, den er bei einem Catering-Service bestellt hatte.

Auf dem Rückweg stellte er fest, dass ein Nachbar dabei war, ein Rentiergespann im Garten zu montieren. Dieser heftige Wettkampf, der auf der Straße herrschte, lockte ein Grinsen auf Jacks Gesicht. Manche Leute übertrieben es schon ein wenig.

 

Um fünf Uhr war er mit allen Vorbereitungen fertig. Die Wohnung war sauber, das Bier lag im Kühlschrank und der Braten war im Ofen. Jack machte aber noch einen Kontrollgang, ob er auch nichts übersehen hatte, und blieb wieder vorm Kamin stehen. Eigentlich wollte er nur ein Feuer anmachen, doch dann ertappte er sich dabei, wieder auf die Fotos zu starren.

Bevor er eins in die Hand nehmen konnte, klingelte es an der Haustür. Als Jack öffnete, stand Sam vor ihm, voll beladen mit Grünzeug und Lichterketten.

Protest war zwecklos, und so wurde er von Sam herumkommandiert und seine Wohnung bekam ein weihnachtliches Outfit. Und als sie auch noch eine CD mit Weihnachtsliedern auflegte, da wurde Jack warm ums Herz. Und dann trafen auch Daniel und Teal'c ein.

Um zehn Uhr war die Essenschlacht geschlagen und alle Geschenke ausgepackt. Sie hatten viel gelacht und sich Anekdoten von Einsätzen erzählt.

Als Jack zwischendurch Holz nachlegte, da fiel sein Blick wieder auf Charlies Foto. Es tat immer noch weh, aber irgendwie hatte das Zusammensein mit seinen Freunden bewirkt, dass er nicht mehr die Sehnsucht hatte, sich in der Vergangenheit zu verlieren.

Und als es dann auch noch anfing zu schneien und sie gemeinsam aus dem Fenster schauten und schweigend den Tanz der Flocken beobachteten, da überlegte Jack, ob er nicht doch draußen einen geschmückten und beleuchteten Weihnachtsbaum hinstellen sollte. Aber nur einen ganz kleinen. Damit die Nachbarn gar nicht erst auf die Idee kamen, dass er sich an dem Wettbewerb beteiligen würde.

 
Ende

 
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