Zurück
 

I wish I had an angel

© by Counselor ()

 

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.
Geschrieben für den Fanfiction Paradies Adventskalender 2004
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)

 

Ruhe. Frieden. Dunkelheit. Leere.

 

Ein heftiges Klopfen an der Tür riss Jack O'Neill aus seiner Lethargie. Irritiert blinzelte er einige Male und beschloss dann, nicht zu reagieren. Es klopfte erneut. Lauter. Aufdringlicher. Jack ließ die Füße von der Sofalehne gleiten und setzte sich auf. Wer, zur Hölle, würde sich erdreisten, ihn zu stören? Von seinem Team sicher niemand. Er hatte Teal'c, Daniel und Sam eindringlich klar gemacht, dass er dieses Jahr auf Überraschungen sehr gut verzichten konnte und, dass die weihnachtlichen Depressionen allein ihm gehörten. Blieb eigentlich nur...

"Jack? JACK!!!", ertönte auch prompt eine ihm wohlbekannte Stimme vor der Tür. "Los, mach schon auf. Ich weiß, dass du da bist. Jack?"

"Ignorier ihn einfach", flüsterte Jack zu sich selbst, "dann verschwindet er."

"Jack! Ich geh' hier nicht weg!", kam es wie als Antwort von draußen.

O'Neill kannte Frank Parker inzwischen gut genug, um zu wissen, dass der Kerl es fertig bringen würde, die ganze Nacht klopfend und rufend vor der Hütte zu verbringen. Er seufzte. Es blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als Frank kurz hereinzulassen. Unmotiviert erhob Jack sich vom Sofa, ging zur Tür und öffnete. "Was willst du hier?"

"Welch herzliche Begrüßung!", konstatierte Parker, der es fertig brachte, sich auf wundersame Weise durch den engen Türspalt zu quetschen. Er schubste mit der einen Hand Jack beiseite und zog mit der anderen einen kleinen Tannenbaum über die Schwelle. "Hab' ich's mir doch gedacht. Kein Weihnachtsbaum! Jack, schäm dich. Wo bleibt der Geist von Weihnachten? - Und schweinekalt ist es hier drin. Hey, ich hab' mich doch nicht stundenlang durch den Tiefschnee gekämpft, um mir hier den Arsch abzufrieren!"

 

Jack, überwältigt vom Redeschwall und der ungezügelten Energie seines Gegenübers, schlurfte schweigend zurück zum Sofa und setzte sich. Während er sich mit der Hand über sein unrasiertes Kinn strich, beobachtete er Parker dabei, wie dieser das Kaminfeuer in Gang brachte und den Tannenbaum aufstellte. Natürlich hielt der Kerl auch dabei nicht die Klappe.

"...und dann hat Donovan mir seinen Jeep geliehen, besser gesagt, ich hab' mir seinen Jeep geborgt. - Muss mal kurz raus, es fehlt noch was", sagte Parker mit einem aufmunternden Lächeln und flitzte einige Male voll beladen zwischen Auto und Hütte hin und her.

Teilnahmslos betrachtete Jack die Sachen, die Frank vor ihm auftürmte, bis sein Blick an einem Korb mit goldenen Äpfeln hängen blieb. "Wer soll die denn alle essen?"

"Die sind nicht zum essen, die sind Dekoration! Wer isst denn schon sechs Äpfel auf einmal, noch dazu goldene? Höchstens jemand mit Verstopfung. Hast du Verstopfung? Nein. Also!", leierte Frank herunter, während er einen großen Topf in die kleine Küche trug. Auf Jacks fragenden Gesichtsausdruck hin, erklärte er: "Russischer Weihnachtspunsch. Geheimrezept von Olga."

Während Jack ein Stück Richtung Kamin rückte - seit wann war ihm so kalt? - begann Parker damit, den Baum zu schmücken. Innerhalb kurzer Zeit blitzte und blinkte es inmitten des Grüns. "Fantastisch, oder?" Frank grinste selbstzufrieden. "Ich wette, niemand außer uns schmückt seinen Baum mit goldenen Äpfeln! Jetzt noch die kleinen Pyramiden..."

"Pyramiden?"

"Ja, tolle Idee, nicht? Hab ich zufällig in einem kleinen Laden entdeckt. Die hatten allen möglichen Krimskram dort. Du weißt schon, diese kleinen Star Trek und Star Wars Raumschiffe, Action-Figuren, hey, die hatten sogar Thor in Gummi."

"WAS?"

"Natürlich wissen sie nicht, dass es Thor verdammt ähnlich sieht, sie nennen es 'Roswell-Alien' - ich hab' ihn aber trotzdem nicht gekauft. Wer weiß, ob der kleine, graue Kerl es uns nicht übel nähme, wenn wir ihn als Gummiversion oben auf die Tannenbaumspitze setzten!", sprach es und verschwand in der Küche, um kurz darauf mit zwei Bechern heißem, weihnachtlichen Duft verbreitenden Punsch wieder aufzutauchen. Er drückte Jack einen Becher in die Hand, setzte sich neben ihn und kramte eine Keksdose zwischen seinen Mitbringseln hervor. "Selbstgebacken!", erklärte er stolz.

Misstrauisch beäugte Jack das Gebäck. "Was sind denn da für komische Muster drauf?"

"Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, aber weißt du, wie schwierig das ist, mit Zuckerguss zu malen? Ich stand hinterher mindestens 15 Minuten unter der Dusche! - Okay.", erläuterte er nach einem Blick auf Jacks hochgezogene Augenbrauen. "Es sind die Zeichen der Systemlords."

O'Neills Mundwinkel zuckten. "Was?"

"Die einen haben's auf der Stirn, wir haben's auf den Plätzchen!"

"Oh Gott, bist du durchgeknallt!", rief Jack, der sich nicht mehr beherrschen konnte und laut loslachte. Langsam kehrte die Wärme in seinen Körper zurück. Er nahm einen Schluck Punsch, spürte deutlich die Präsenz seines Freundes neben sich und fühlte mit Erleichterung, wie die Schatten auf seiner Seele verblassten. "Danke." Er war sich sicher, dass Frank verstand.

"Niemand mit einer Vergangenheit, wie wir sie haben, sollte an solchen Feiertagen alleine sein und die melancholischen Tiefs ohne Hilfe durchstehen müssen!", sagte Parker leise.

"Ich weiß!", murmelte Jack.

"Aber du tust es immer wieder!", tadelte Frank.

"Anscheinend hat jemand 'da oben' ein Auge auf mich - und dich geschickt", gab Jack zu.

Parker grinste verschmitzt. "Eigentlich wollte ich mich passend zur Gelegenheit als Weihnachtsengel verkleiden, aber, weißt du, blond steht mir einfach nicht!"

Jack gab Frank einen kameradschaftlichen Stups in die Seite und genoss den Augenblick.

 

Ruhe. Frieden. Licht. Wärme. Freundschaft.

PEACE, JOY AND LOVE TO EVERYONE.

 
Ende

 
Du bist der 1269. Leser dieser Geschichte.