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Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

© by Birgitt ()
 
Disclaimer: Ich besitze keinerlei Rechte an den Charakteren und den Ereignissen aus Highlander: The Series. Diese Rechte gehören Davis-Panzer Productions, Inc. und Gétéve. Ich beabsichtige in keiner Weise, diese Rechte zu beschneiden. Zwar besitze ich die Rechte an dieser Geschichte, habe aber keine Intention, durch sie materielle Vorteile zu erlangen.
Inspiration/Bunny-Ursprung: der Vorname des Kronos-Darstellers, Valentine Pelka
Widmung: Dank für die Endabnahme geht an Aisling!
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

Kronos hatte schlechte Laune. Zur Abwechslung war es nicht nur Teil des Images, das er mit großem Aufwand pflegte. Er hatte wirklich und wahrhaftig schlechte Laune. Der Ärger, den er verspürte, ging ihm durch und durch, hatte sich seines Herzens und seiner Seele bemächtigt.

Gestern war ein höllischer Tag gewesen. Fast alles hatte in einer Katastrophe geendet. Der übliche morgendliche Raubzug auf Dörfer und Rinderherden war einfach nur tödlich langweilig gewesen. Alte Tiere, noch ältere Menschen. Hatte so gar keinen Spaß gebracht. Und hatte mit dem obligatorischen Streit zwischen Caspian und Silas geendet, die sich sogar für Kuhscheiße umbringen würden.

Methos brauchte die beiden Idioten lebend, um einen widerspenstigen Sklaven besonders kreativ foltern zu können: Schließlich konnte man schlecht "guter Reiter, irrer Reiter" ohne Silas und Caspian spielen, oder? Er war dazwischen gegangen und erstochen worden. Aus Versehen, hatte Caspian beteuert. Aber wer würde ihm das abnehmen?

Nach seiner Widerauferstehung war Methos ins Grübeln verfallen: Über seine Existenz im Allgemeinen und über das Leben bei den Reitern im Speziellen. Kronos hatte versucht, mit ihm darüber zu reden, aber sie hatten sich nur gestritten. Schließlich hatte Kronos Methos angebrüllt, er sollte sich gefälligst aus den kindischen Spielchen von Caspian und Silas raushalten, wenn es darum ging, zu töten ohne getötet zu werden.

Kronos befürchtete das Schlimmste: Die Bruderschaft würde zerbrechen. Der Gedanke hatte ihn die ganze Nacht wachgehalten. Und er war entsprechend besorgt, übermüdet und mit den Nerven am Ende. So ging es keinesfalls weiter. Er war der Anführer dieses Haufens, er musste etwas unternehmen!

 

Nachdem er mit dem Kopf mehrmals gegen den härtesten Zeltpfosten, der zu finden war, geschlagen hatte, verzog sich sein Gesicht zu einer Grimasse. Ja, das konnte funktionieren. Er versammelte seine Lieblingssklaven um sich und instruierte sie, entschlossen, den ersten, der zu lachen wagte, eigenhändig aufzuschlitzen. Aber sie kannten ihn gut genug, um ihre Gesichtszüge unter Kontrolle zu halten. Sie zogen ab, um den Befehlen nachzugehen, ohne einen der ihren bei Kronos' berühmt- berüchtigen Wutanfällen zu verlieren.

Zur Mittagszeit bestellte Kronos seine Brüder in sein Zelt, bot ihnen Wein und Bier an, gekühlt und in den wertvollsten Trinkgefäßen. Er bat sie, Platz zu nehmen, und lächelte, wartete darauf, dass seine Sklaven auftauchten. Methos begann, sich am Rücken zu kratzen, und ließ sich von Silas helfen, der sich die Stellen vornahm, an die Methos nicht rankam. Caspian brummelte vor sich hin.

"Was hast du gesagt?" Kronos lächelte immer noch und machte eine - wie er hoffte - ermutigende Handbewegung.

"Was soll das alles hier? Noch so'ne blöde Idee von Hirnie?" Er nickte in Methos' Richtung und sein abfälliger Ton ließ Silas aufspringen.

"Wage es nicht, ihn zu belei-"

"Verdammt nochmal - hört auf damit!", donnerte Kronos, und die anderen starrten ihn an. "Das hat sich nicht Methos ausgedacht, sondern ich. Ich meine, ich habe euch eingeladen, um euch zu sagen, wie sehr ich euch liebe und respektiere. Wie froh ich bin, euch gefunden zu haben", schrie er. Das brachte sie zum Schweigen. Methos verharrte in einer ziemlich unbequemen Stellung und schluckte. Silas' Mund stand weit offen und die Insekten, die in dem glutheißen Zelt herumschwirrten, fanden leichten Zugang. Und Caspian fummelte an seinem Schwert, hatte wohl die Absicht, den Dämon zu erschlagen, der offensichtlich von Kronos Besitz ergriffen hatte.

"Ich meine es ernst! Seht uns an. Wir sind die Herren der gesamten bekannten Welt. Die Ausgeburt des Bösen und der Macht. Ich hatte das Gefühl, ich müsste euch das mal sagen. Mögen wir auch ab und zu streiten, tief innen drin wissen wir doch, dass wir uns brauchen und lieben. Ihr stimmt mir doch zu?"

Den dreien blieb die Antwort erspart, da eine ganze Horde von Sklaven in das Zelt einfiel. "Ahhh, hier kommen eure Geschenke. Das hier, Methos, ist für dich!"

Zwei Sklaven traten vor, trugen einen großen Korb, der mit Kunstwerken aller Art angefüllt war. Eine Auswahl aus Kronos' privater Sammlung, Kunstwerke, von denen Kronos wusste, dass Methos sie gerne betrachtete und anfasste. Und dazu eine Auswahl frischer Früchte, selten in dieser Gegend und für diese Jahreszeit.

Methos griff danach, hielt plötzlich inne. "Sie sind vergiftet, nicht wahr?"

Kronos schüttelte enttäuscht den Kopf. Aber er hatte ja noch zwei Chancen, dass sein Plan funktionierte. Zumindest teilweise. Er nickte einem weiteren Sklaven zu und der zerrte ein außergewöhnlich schönes Mädchen hinter sich her. Eine Jungfrau, gefangen genommen bei ihrem letzten erfolgreichen Überfall. Ihr Anblick allein hatte Caspian vor Lust zittern lassen, aber Kronos hatte natürlich die erste Wahl gehabt und sie sich für sein eigenes Vergnügen reserviert. Aber bisher hatte er sie noch nicht angerührt.

"Caspian - sie gehört jetzt dir!" Er lächelte seinen Gefährten an, der aussah, als würde er sich augenblicklich auf die Sklavin stürzen wollen. Aber dann sah Caspian zu Methos, der sich geweigert hatte, seine Geschenke auch nur anzufassen, und jetzt den Kopf schüttelte. Caspian begann, die spärliche Kleidung des Mädchens und ihren Körper abzusuchen.

"Ich weiß, wie geschickt du bist, wenn es um versteckte Klingen geht, Kronos. Du legst mich nicht rein!"

Kronos seufzte. "Silas - du bist meine letzte Hoffnung. Das ist für dich." Er befahl einem weiteren Sklaven vorzutreten. Der trug einen schwarz-weißen Welpen auf dem Arm. Silas hatte sich schon lange ein Zelttier gewünscht und Kronos hatte bisher immer abgelehnt, da es sie enorm behindern würde. Silas griff das Tier, liebkoste es begeistert, brach dann plötzlich in einen Hustenanfall aus. Ein paar Augenblicke später kamen kräftige Nieser dazu.

Die Tränen liefen ihm die Wangen runter und er funkelte Kronos an, ließ das Hundebaby zu Boden fallen. "Du Teufel - du hast es verhext!"

Kronos stöhnte, vergrub sein Gesicht in den Händen. Es schien, als würde seine Idee einige Zeit brauchen, um sich als eine vielgeliebte Tradition durchzusetzen. Für die Bronzezeit war es jedenfalls ein glatter Reinfall!

 
Ende

 
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