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Nachbrennen© by Aisling ()
Nachdenklich blickte Edgar Sänger auf seinen Freund hinab, der selig schlafend im Bett lag. Edgar war wegen eines dringenden Bedürfnisses aufgestanden und hatte sich anschließend noch etwas zu trinken geholt. Und jetzt war er zu wach, um wieder einschlafen zu können. Eigentlich müsste er total erschlagen sein. Nach einem harten Tag in der Werkstatt hatte Chris ihn auch noch zur MainArena geschleppt, um am Mainufer die Übertragung des Achtelfinalspieles aus München zu erleben. Edgar verzog das Gesicht zu einer Grimasse. Er konnte immer noch nicht verstehen, was Chris an Fußball fand. Und warum es ihn zu wahren Begeisterungstürmen hinriss. Gut, 22 Männer, die hinter einen Ball herliefen, war ein attraktiver Anblick, aber die Regeln waren für Edgar ein Buch mit sieben Siegeln. Dass kein Vogel über das Spielfeld flog, wenn Chris Schwalbe brüllte, hatte er inzwischen kapiert. Aber warum sich alle aufregten, wenn der Schiedsrichter anschließend die gelbe oder gar die rote Karte zückte, verstand Edgar nicht wirklich. Es war doch nur ein Spiel. Aber Chris sah das anders. Die deutsche Fahne hing aus allen Fenstern, selbst sein Auto war mit zwei Fähnchen geschmückt. Er wollte sogar Edgars Alfa mit so einem Teil verschönern und hatte damit fast einen riesengroßen Streit provoziert. Nach einer heftigen Diskussion hatte Chris eingelenkt und das Fähnchen an seinem eigenen Auto angebracht. Jedoch hatte er die Bedingung gestellt, dass Edgar ihn bei den Spielen der deutschen Mannschaft zur MainArena begleitete. So schlimm, wie Edgar es befürchtet hatte, war es nicht gewesen. Und dass es sehr voll war, war ein guter Grund, sich an Chris zu schmiegen. Und mit seinem Freund im Arm hatte Edgar das Spiel fast schon Spaß gemacht. Nur hatte er immer noch nicht verstanden, was ein Abseits bedeutete. Das lag vielleicht daran, dass fünf Leute gleichzeitig versucht hatten, es zu erklären. Die anschließende Feier war okay. Viel Bier, lauter begeisterte Fans, kein Krawall und ein Chris, der sich dazu hinreißen ließ, ihm nicht nur einen Kuss in der Öffentlichkeit zu geben. Chris war auch derjenige gewesen, der dann ganz plötzlich nach Hause wollte und im Taxi seine Finger nicht bei sich behalten konnte. Und als die Haustür hinter ihnen ins Schloss fiel, ließ er auch alle Hemmungen fallen. So wilden und heißen Sex hatte Edgar selten erlebt. Er hatte eben im Spiegel einige Spuren entdeckt und wusste, dass seine Kollegen anzüglich grinsen würden, wenn sie ihn sahen. Aber das machte nichts. Er hatte einen Heidenspaß daran, sich vorzustellen, wie Chris damit klarkommen würde, am Halsansatz eine Bisswunde zu haben. Mike würde sich diese Steilvorlage nicht entgehen lassen.
Ein leises Seufzen brachte Edgar in die Gegenwart. Chris hatte sich im Schlaf umgedreht und an das Kopfkissen geschmiegt. Langsam fühlte Edgar, wie die Müdigkeit zurückkehrte. Er sollte sich wieder ins Bett legen und versuchen einzuschlafen. Er bedauerte nur, dass die Eintracht bei dem einen Mal, wo er Chris ins Waldstadion begleitet hatte, verloren hatte. Hätte er gewusst, dass ein gewonnenes Fußballspiel so eine Wirkung auf seinen Freund hatte, wäre er schon lange Fußballfan geworden. Um das Spiel aus Berlin live mitzuerleben, musste er früher Feierabend machen, aber das war es ihm wert. Dieser Sex war alles wert.
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