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Reasons© by Beverly ()
Gil Grissom starrte noch immer blicklos auf die Stelle, an der noch Sekunden zuvor Sara gestanden war, als Warrick plötzlich in sein Blickfeld trat. "Griss, hast du mal `ne Sekunde Zeit?" "Huh?" Es dauerte einige Sekunden, bis Gil Warrick bewusst wahrnahm, dann nickte er. Warrick trat ein und setzte sich Gil gegenüber. "Was gibt es, Warrick?" "Es geht um Nick." Nick? Als er ihn das letzte mal gesehen hatte war er in Ordnung gewesen. Richtig? Richtig. "Warum?" Warrick sah Gil direkt in die Augen. Er war immer sehr offen Gil gegenüber, eine Eigenschaft, die der ältere Mann sehr schätzte. Allerdings hatte er das unbestimmte Gefühl, dass ihm nicht gefallen würde, was er gleich zu hören kriegen würde. "Er ist stinksauer, weil Sara den DB solo machen durfte." Gil seufzte. Ja, das konnte er sich vorstellen. Nick war alles andere als glücklich gewesen, dass Sara, die noch dazu an ihrem freien Tag gekommen war, den Tod des Teenagers alleine bearbeiten durfte. Während er, Nick, wieder einmal mit Warrick zusammen arbeiten musste. "Ich habe meine Gründe," sagte er nur, in der Hoffnung, dass Warrick dass Thema damit fallen lassen würde. Doch das tat er natürlich nicht. "Was für Gründe?" Gil lehnte sich leicht nach vorne, faltete seine Hände vor sich auf dem Tisch und sah Warrick an. Ja, er hatte seine Gründe. Aber sollte er sie ihm sagen? Konnte er ihm vertrauen? Vertrauen war hier nicht das Problem. Er konnte es einfach nicht. Konnte nicht über seinen Schatten springen. So schüttelte er nur leicht den Kopf. "Das ist hier nicht relevant." Warrick runzelte die Stirn. "Ich finde das verdammt relevant, Griss." "Warum?" Warrick stand auf, trat vor den Schreibtisch und stützte sich vor Gil auf, beinahe Nase an Nase mit dem älteren Mann. "Weil ich das Gefühl habe, das wir Nick verlieren könnten, wenn du so weitermachst, Gil. Wenn du ihm nicht allmählich etwas Verantwortung überträgst, wird er irgendwann für jemanden arbeiten wollen, der das tut." Gil schluckte und fand sich plötzlich außerstande, weiterhin in diese intensiven, grünen Augen zu blicken. "Ich glaube nicht, dass ich dir meine Gründe erklären muss, Warrick. Sonst noch etwas?" Warricks Stirnrunzeln vertiefte sich und er richtete sich wieder auf. "Okay. Du willst es mir nicht sagen. Das respektier ich. Aber ich versteh dich nicht, Mann. Überleg dir gut, was du tust." Gil nickte. Mit einem kurzen Nicken wandte Warrick sich wieder zur Tür. "Wir sehen uns dann morgen, Griss." "Gute Nacht, Warrick." Gil sah Warrick noch lange nach, auch als er ihn schon nicht mehr sehen konnte.
Gründe. Natürlich hatte er seine Gründe. Doch diese Gründe konnte er Warrick nicht sagen. Und Nick erst recht nicht. Der Hauptgrund war ebenso einfach, wie beschämend. Angst. Er hatte Angst. Angst um Nicky. SEINEN Nicky. Noch immer schreckte er nachts von Zeit zu Zeit hoch, weil er Amy Hendler wieder vor sich gesehen hatte, die Waffe auf Nick gerichtet. Doch dieses mal war er nicht noch einmal umgekehrt und Amy hatte Nick getötet. In seinem Traum fand er Nick erst Stunden später, die gebrochenen Augen anklagend auf Gil gerichtet. Oder die Sache mit dem Stalker, Nigel Crane. Das Loch in der Decke, Nick im Krankenhaus, so viel Schmerz, so viele Verletzungen. Immer dann, wenn Nick allein war. Er schien das Unglück förmlich anzuziehen. Ganz anders als Sara, die manchmal so biestig war, dass sogar das Unglück einen großen Bogen um sie zu machen schien. Sie hatte die nötigen Nerven, mit fast jeder Situation fertig zu werden. Nick war sensibler, einfühlsamer. Also ließ er ihn nicht mehr allein. So einfach war das. In diesem Moment sah er, wie Nick die Halle durchquerte. Er hatte seine Sonnenbrille in einer Hand und alberte mit Greg herum. Gil lächelte, ein kleines, trauriges Lächeln. Er liebte Nick so sehr, dass es fast körperlich weh tat. Und er wollte ihn beschützen. Ihn in Sicherheit wissen. Vielleicht würde Nick in hassen, weil er ihn nicht verstand. Vielleicht würde er sich weiterhin bei Warrick beschweren. Und vielleicht würde er sogar irgendwann den Job wechseln. Aber solange er hier war, hier bei Gil in seinem Labor, konnte Gil auf ihn aufpassen. Für ihn da sein. Mit einem Seufzer wandte er sich ab und ging zurück zu seinem Schreibtisch. Und verpasste so, dass Nick sich in genau diesem Moment nach ihm umdrehte und liebevoll lächelte.
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