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Fußball

© by Sam80853 ()
 
Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Diese Story ist Fanfiction und verfolgt keinerlei kommerzielle Zwecke.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

Ray kommt aus der Küche, in der rechten Hand eine Flasche Bier und der linken eine Tasse Tee für Fraser.

Sein Freund und Partner sitzt auf Rays Couch - ausnahmsweise steckt er mal nicht in seiner Uniform sondern in Jeans und Flanellhemd. Er ist vornübergebeugt, sein Blick gespannt auf den Fernseher gerichtet.

ESPN ist eingestellt; Bilder eines Spiels, das Ray nur wage bekannt vorkommt, flackern über den Bildschirm. Zwei Teams - eines in blauen T-Shirts und das andere in weißen - jagen einem Ball hinterher.

"Hey Benny", Ray ruft mit der Bierflasche auf den Bildschirm deutend. "Was'n das?"

Fraser räuspert sich, peinlich berührt darüber erwischt worden zu sein, Fernzuschauen, der Welt größtes Kommunikationshindernis.

"Fußball, Ray", antwortet Fraser. "Oder wie die US-Amerikaner sagen würden: Soccer."

"Wirklich?" Ray seufzt sarkastisch.

Es ist ja nicht als hätte er nie davon gehört, es interessiert ihn nur nicht wirklich. Nicht wie Baseball oder Eishockey.

"Ich meinte eher, warum du so gefesselt auf die Mattscheibe starrst." Ray grinst. "Keine Besen, kein Eis. Nicht mal Schlittschuhe."

Fraser errötet leicht und streicht nervös über seinen Kragen.

"Ich bin nicht ... ich ... Ray, Fußball ist eine sehr interessante Sportart", Fraser entspannt sich sichtlich. Offensichtlich hat er bekanntes Territorium erreicht. "Wusstest du schon, Ray, dass Fußball der meist gespielte Sport auf der Welt ist? Die frühste Dokumentation über diese Art von Ballspiel fand bereits 1500 v.Chr. statt, Ray. Die Chinesen spielten eine Form von Fußball - Cuju - bereist zu Zeiten der Qin Dynastie..."

"Freak", Ray unterbricht den Wortschwall seines Freundes, reicht Fraser seine Tasse Tee bevor er sich auf der Couch niederlässt.

"Danke vielmals, Ray."

"Wer spielt?"

"Das ist das Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft zwischen dem Gastgeber Deutschland und Italien", Fraser setzt zu einer erneuten umfangreichen Erklärung an und Ray sollte ihn stoppen, jetzt gleich, aber er hört Frasers Stimme viel zu gern, um ihn zu bremsen. "Du musst wissen, Ray, dass die deutsche Mannschaft nur sehr wenig Unterstützung im eigenen Land erfahren hat bevor diese Turnier begann. Kurz vor Start wollte man sogar den Bundestrainer, Jürgen Klinsmann, Ray, entlassen. Doch jetzt ..., " Fraser deutet auf den Bildschirm wo die Kamera gerade die Massen im Stadium einblendet und Ray bekommt ein Gefühl davon, was wirklich vor Ort vorgeht.

Friedlich feiernde Fans, ihre Nationalflagge auf den Wangen. Überhaupt kann man kaum irgendwo hinblicken ohne auf die Farben Schwarz-Rot-Gold zu treffen.

"Okay, lass uns dein Fußballspiel ansehen."

"Danke!"

 

Ray hat keine Ahnung, ob das Spiel wirklich so spannend ist oder ob Frasers Ungezwungenheit mitreißend ist. Zusammen blicken sie gespannt auf den Bildschirm, rufen Vorschläge und stöhnen über Entscheidungen, die sie ganz sicher anders gemacht hätten.

Es ist ein gutes Spiel - Italien dominiert in der ersten Halbzeit und Fraser erklärt, dass die Deutschen wahrscheinlich etwas von der italienischen Taktik überrascht worden sind, denn normalerweise spielen die Italiener eher defensiv, stehen tief in ihrer eigenen Abwehr und warten auf den Fehler des Gegners. Aber die Deutschen werden stärker nach der Pause, reißen das Spiel an sich und es sieht so aus, als würden die Italiener bereits ermüden.

Ray ist genauso gefangen im Geschehen wie Fraser. Er mag den kleinen flinken auf der rechten Seite - sein Name ist Odonkor, sagt Fraser. Auch der kleine auf der linken, der mit dem bandagierten Arm, Lahm, macht ein tolles Spiel, findet Ray und was zum Teufel hat er heute nur mit den Kleinen?

Rays Bier ist lange vergessen. Ebenso Frasers Tee, der unberührt und inzwischen erkaltet auf dem Tisch steht, als der Schiedsrichter das Spiel plötzlich abpfeift.

"Oh Mann," seufzt Fraser und atmet tief durch.

"Was? Was jetzt?" Ray ist durcheinander, fühlt sich irgendwie betrogen. "Niemand hat gewonnen."

"Das bedeutet Verlängerung, Ray", Fraser erklärt und lehnt sich zurück. "Zweimal 15 Minuten und wenn dann noch immer keine Entscheidung gefallen ist ... Elfmeterschießen."

"Oh Mann."

 

Während dieser kleinen Spielunterbrechung hat Ray kurz Zeit, einen näheren Blick auf seinen Freund neben sich zu werfen.

Frasers Gesicht ist leicht gerötet von der ganzen Aufregung, sein Haar durcheinander und leicht verschwitzt. Kein Mountie, nur ein einfacher Mann. Und er wirkt menschlich - menschlicher als gewöhnlich - als könne man ihn erreichen, berühren und Rays Hand bewegt sich von selbst auf Fraser zu. Berührt ihn fast, wenn Fraser sich plötzlich dem Bildschirm entgegenlehnt und somit andeutet, dass das Spiel weitergeht.

Mist, Ray flucht innerlich, seine Hand wieder am angestammten Platz, auf seinem eigenen Knie.

 

Viel bekommt Ray von der Verlängerung nicht mit, sein Blick ist fest auf Fraser gerichtet, auf dessen Gesicht, verzogen mal in Anspannung, mal in Aufregung und dann in Schmerz abzeichnet als Italien plötzlich in Führung geht.

"Du hast gewonnen", Fraser flüstert fast als, er die Ausschalttaste an der Fernbedienung betätigt.

"Hab ich nicht", Ray widerspricht sofort, nicht wirklich wissend wovon Fraser überhaupt spricht.

"Hast du doch! Italien hat 2:0 gewonnen, Ray."

"Ich bin nicht Italien, Benny!"

"Aber in der momentanen Ausübung deines Berufes als Undercoverpolizist bist du Italiener und deshalb ..."

"Du spinnt!"

Fraser muss wirklich völlig fertig über das verlorene Spiel sein um so unrational zu argumentieren.

"'tschuldige, Benny, " Ray lächelt leicht. "Beim nächsten Mal dürft ihr uns schlagen, versprochen!"

"Vielen Dank, Ray", nun lächelt auch Fraser, den Blick auf das ebenfalls lächelnde Gesicht seines Freundes gerichtet. "Das ist sehr zuvorkommend von dir."

"Ich bin halt ein zuvorkommender Mensch."

"Das bist zu wirklich", entgegnet Fraser zustimmend, sein Blick noch immer fest auf Ray gerichtet, der Rays Herz bis zum Hals schlagen lässt.

"Benny?" Ray fragt zögerlich als Fraser sich ihm langsam nähert, sein Blick nun auf Ray Mund gerichtet.

"Ja?"

"Wie könnten unsere eigene Verlängerung einleiten", schlägt er vor. "Wenn du einverstanden bist?"

"Das ist eine wirklich gute Idee, Ray!"

"Großartig", ist alles, was Ray noch zustanden bringt bevor sich Frasers Mund über seinen senkt.

 
Ende

 
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