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Gaststars

© by Sam23 ()
 
Disclaimer: Nope. Nix meins, alles MGM seins
Author's note: Gewidmet allen, die jemals auf einer Convention waren, aber ganz im Speziellen Gerry, Marc, Manuel, Steffi, Sylvi, Manu, Sandra, Jenny, Chrissy, Silvia und der restlichen Chaos-Truppe *knuddel
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Jack O'Neill blinzelte. Das Licht, in das er blickte, war viel zu hell für seinen Geschmack. Stöhnend schloss er die Augen. Schlaf. Schlaf war eine gute Idee. Aber etwas sagte ihm, dass Schlaf etwas war, was er im Augenblick wirklich nicht bekommen würde. Jack hörte Schritte und spürte den Boden vibrieren. Den Boden? Jack öffnete seine Augen und starrte an die Decke. Die Decke? Oh, großartig! Er musste bewusstlos geworden sein. Das war jetzt wirklich peinlich. Jack rappelte sich auf und ignorierte dabei den scharfen Schmerz in seinem Kopf. Er versuchte sich daran zu erinnern, was geschehen war, bevor er ausgeknockt worden war. Sie waren auf dem Weg nach P4Xwasauchimmer gewesen. Sie waren durch das Stargate getreten und - das nächste, was er wusste, war, dass er hier wieder zu sich gekommen war. Jack sah sich um und seine Augen weiteten sich in ungläubigem Staunen. Er stand in der Mitte einer Herrentoilette. Einer sehr sehr realistischen Herrentoilette.

"Was zum Geier...?"

 

Plötzlich ging die Tür auf und ein junger Mann trat in den Raum. Jack sah ihn an, immer noch mit einer gehörigen Portion Verwirrung in seinem Gesicht. Der junge Mann stoppte abrupt ab, als er Jack sah und er starrte ihn an. Der junge Mann schien ihn zu erkennen, aber Jack war sich hundertprozentig sicher, dass er den Jungen noch nie zuvor gesehen hatte.

"Oh, Entschuldigung, ich wusste nicht, dass Sie hier sind", stotterte der Junge. Jack zog die Augenbrauen hoch.

"Würde es dir etwas ausmachen, mir zu erklären, wie du hättest wissen sollen, dass ich hier bin?", antwortete Jack verwirrt.

Der Junge wurde knallrot im Gesicht und schüttelte den Kopf. "Oh, natürlich. Das war ziemlich blöd von mir. Jetzt denken Sie sicher, dass ich dumm bin, oder?"

Jack sagte nicht, was er dachte, sondern antwortete stattdessen:

"Natürlich nicht. Ich wette, du bist ein cleverer Kerl."

Der junge Mann strahlte vor Stolz und hastig fummelte er in seiner Jackentasche herum, fluchte leise, blickte Jack entschuldigend an, rannte hastig zu einer der Toiletten und tauchte dann mit einem Stück Toilettenpapier in der Hand wieder auf.

"Ich weiß, ich sollte nicht fragen, aber... könnten Sie mir das unterschreiben?

Jack war verwirrt.

"Unterschreiben?"

"Ja."

"Warum?"

Jetzt war es der junge Mann, der Jack verwirrt anblickte. "Naja, Sie wissen schon, ich möchte so gerne ein Autogramm von Ihnen, aber Sie geben ja nicht viele und deshalb kann ich es mir nicht leisten, eines zu kaufen und na ja, es wäre einfach großartig, wenn Sie mir eins geben könnten."

Jacks Geduld war fast am Ende. Er wusste nicht wo er war, er wusste nicht, wo die anderen waren und er wusste ganz sicher nicht, worüber der Kerl da eigentlich sprach. Aber er konnte in den Augen seines Gegenübers sehen, dass er diesen Raum nicht verlassen würde, falls er nicht nachgeben würde. Jack hatte keine Zeit zu diskutieren.

"Okay."

Seufzend nahm er das Stück Papier, kritzelte "schönen Tag noch" darauf, drückte es dem jungen Mann in die Hand und stürmte aus dem Raum. Der Junge blieb stumm stehen, ein breites Grinsen auf seinem Gesicht.

 

Major Samantha Carter drückte sich an die Wand. Zum Glück hatte sie den Unas entdeckt, bevor er sie gesehen hatte. Jetzt stand sie reglos in einer Ecke und versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Okay, also war ein Unas hier. Diese Erkenntnis allein bereitete ihr kein Kopfzerbrechen, aber HIER schien eine Art Hotel zu sein. Also was tat ein Unas in einem Hotel? Und warum hatte er noch nicht die Einrichtung auseinander genommen? Der Unas sah etwas gelangweilt aus und schlenderte langsam den Korridor hinunter in Sams Richtung. Sam hielt den Atem an. Er konnte sie immer noch nicht sehen. Der Unas blieb vor einem Getränkeautomaten stehen und blickte ihn neugierig an. Sam beobachtete das Ganze mit Sorge. Sicher hatte die Kreatur so eine Maschine noch nie im Leben gesehen und das Brummen der Kühlung musste ein unangenehmes Geräusch für den Unas sein, also...

Sam blinzelte.

Der Unas hatte plötzlich eine Münze in der Hand, warf sie in den Schlitz, wählte eine Cola Light und wartete geduldig darauf, dass die Maschine seine ausgesuchte Ware ausspuckte. Ein Unas der Cola Light trinkt? Sam glaubte für eine Sekunde, ihre Synapsen würden kollabieren. Ihr Verstand konnte das Bild, das ihm ihre Augen übermittelten einfach nicht verarbeiten. Sam blickte hilfesuchend zum Himmel: "Hilfe? Irgendjemand?"

 

Daniel Jackson fühlte sich unwohl. Er ging einen Gang hinunter und hielt nach seinen Freunden Ausschau. Soweit Daniel es beurteilen konnte, befanden sie sich auf einem Planeten, der in etwa das gleiche Evolutions-Level wie die Erde besaß. Sie waren anscheinend in einer Art Hotel gelandet, wie Daniel aus den Nummern an den Türen und den vereinzelt herumstehenden Gepäckstücken schloss. Daniel war fasziniert. Dieses Volk benutzte die selben Ziffern wie die Menschen auf der Erde. Daniel war ganz auf seine Entdeckung konzentriert gewesen, bevor er seine "Schatten" entdeckte. Sie versuchten sich zu verstecken, jedes Mal, wenn er sich umdrehte, aber es gelang ihnen meistens nur bedingt. "Sie" waren drei junge Frauen um die 20. Naja, vielleicht auch etwas jünger, wenn man bedachte, wie sie sich benahmen. Daniel konnte sie kichern hören und einige Male erwischte er sie dabei, wie sie ihn in Ehrfurcht anstarrten. Er hatte versucht mit ihnen zu reden, aber sie hatte nur gekreischt und sich wieder versteckt. Also beschloss Daniel, sie einfach zu ignorieren. Doch das war gar nicht so leicht.

" Oh Gott, der ist so süß. Ich hätte nie gedacht, dass der Kerl so süß sein würde."

"Ich wusste es schon immer."

"Ich hätte ihn mir größer vorgestellt."

"Wen kümmert seine Größe? Schau dir diese Augen an! Ich wette, in denen kann man sich verlieren..."

Daniel wurde rot. Sie sprachen über ihn, als wäre er eine Art Rockstar. Daniel war irritiert. Diese Mädchen schienen ihn zu kennen, was jedoch überhaupt nicht möglich war. Daniel drehte sich um.

"Äh, meine Damen..."

Bevor er auch nur die Möglichkeit hatte, seinen Satz zu beenden, waren sie wieder verschwunden.

 

Teal'c zog eine Augenbraue hoch. Sehr hoch. Das war sehr seltsam. Er blickte eine Gruppe junger Leute an, die alle Uniformen trugen. Und er sah die Aufnäher an den Uniformen: SG4, SG12, aber hauptsächlich SG1. Teal'c hatte keinen von ihnen jemals zuvor gesehen und falls SG1 auf ein Duzend Mitglieder aufgestockt worden wäre, wäre es ihm sicher aufgefallen. Es gab nicht, was Teal'c nicht auffiel. Zwei "Mitglieder" von SG1 näherten sich ihm.

"Hi"

"Ihr gehört nicht zu SG1", kommentierte Teal'c. Die beiden sahen sich an.

"Cool."

"Ist die Temperatur in diesem Gebäude zu niedrig für euch?"

Die beiden begannen zu lachen.

"Oh Mann, Chris, du bist echt der Größte!"

"Mein Name ist nicht Chris."

Die beiden forderten ihre Kameraden auf, näher zu treten und bald war Teal'c von einem duzend Leuten umringt. Der Anführer der Gruppe grinste und sagte in einem sehr seltsamen Tonfall: "Tut mir leid. Ich meinte natürlich: TEAL'C."

"Woher kennst du meinen Namen", erkundigte sich Teal'c misstrauisch.

 

*************
 

Jack seufzte. Endlich hatte er ein bekanntes Gesicht in der Menge entdeckt. Er fühlte sich ziemlich unwohl, denn egal wo er hinkam, überall starrten die Leute ihn an. Jack war diese Art der Aufmerksamkeit unangenehm, besonders weil er nicht wusste, warum er sie überhaupt erhielt. Seine Hose war nicht offen, er hatte nachgesehen. Dreimal. Also was war es? Er sah, dass die Leute Carter genauso anstarrten, aber entweder schien sie es nicht zu bemerken oder es schien ihr nichts auszumachen. Endlich erreichte er sie und berührte ihre Schulter, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Als sie sich umdrehte, runzelte Jack die Stirn.

"Was ist mit Ihrer Uniform passiert?"

Sie runzelte ebenfalls die Stirn, legte den Kopf schief und lächelte: "Naja, mal eine Gegenfrage: Was ist mit deiner Jeans und deinem Pullover passiert?"

"Hä?"

Sie lachte und deutete auf seine Uniform. "Also wirklich, denkst du nicht, das geht ein bisschen zu weit?"

"Bitte?"

Sie lachte und verschränkte die Arme vor der Brust. Ein Teil von Jack - der kleine Teil, der nicht verwirrt war wie die Hölle - bemerkte staunend wie wunderschön sie war. Und so...glücklich, zufrieden. Er hatte sie schon lange nicht mehr so gesehen. Plötzlich sah sie ihn verwirrt an.

"Bist du okay?", fragte sie.

"Ja, warum?"

"Du siehst verwirrt aus."

"Tue ich nicht."

"Oh doch, das tust du."

"Carter!"

"Wow, jetzt machst du mir Angst, hör auf damit, okay?"

"Womit aufhören?"

"Mich so zu nennen."

"Aber das ist doch Ihr Name, oder nicht?"

Sie seufzte und rollte mit den Augen. "Ja, klar, was auch immer Sie sagen, COLONEL. Oh, übrigens, hast du Chris gesehen?"

"Wer ist Chris?"

"Du weißt schon: Großer Kerl, Glatze, lächelt viel . . .na, klingelt's da?"

"Nicht wirklich, aber haben Sie Daniel oder Teal'c gesehen?"

Sie lachte und legte ihm eine Hand auf die Schulter.

"Weißt du was? Warum legst du dich nicht ein wenig hin? Das muss der Jet-Lag sein, der dir noch zu schaffen macht."

Und damit drehte sie sich um. Als Jack schließlich ein verwirrtes "Was?" über die Lippen brachte, war sie schon in der Menge verschwunden.

 

*************
 

Sam glaubte langsam aber sicher verrückt zu werden. Der Cola-trinkende Unas war nicht das einzig seltsame gewesen, das sie in den letzten 15 Minuten gesehen hatte - ihr waren noch ein rauchender Nox, ein Asgard in Jeans und Sweatshirt und ein weiblicher Goa'uld mit einer Handtasche unter die Augen gekommen. Langsam vermutete Sam, dass sie in Wahrheit ohnmächtig war und dass hier alles ein verrückter Traum war. Der Goa'uld trat zu dem rauchenden Nox, der gerade auf seine Armbanduhr blickte. Die beiden wechselten ein paar Worte und lachten.

"Was geht ab?", fragte plötzlich eine vertraute Stimme hinter ihr.

Sam zuckte heftig zusammen und hätte fast vor Schreck aufgeschrieen.

"Upsi, tut mir Leid, alles okay?"

"Ja, Sir, Sie haben mich nur ein wenig erschreckt, das ist alles."

"Äh, na ja, jetzt bin ich derjenige der erschrocken ist, Sweety."

"Was?"

Colonel O'Neill deutete auf ihre Kleidung. "Ich weiß, du hast hier tierisch Spaß und du hast diese Leute sehr sehr gerne, aber ich hätte nie gedacht, dass sie dich überreden können, das hier zu tragen. Ich denke, du bist froh, wenn du mal nicht in den Stiefeln stecken musst."

"Was?"

"Das frage ich dich. Was ist hier los?"

"Colonel?"

"Hör auf rumzualbern und komm lieber mit. Ich hab tierisch Hunger, wie wär's mit Mittagessen?"

Sam blinzelte. Er trug Zivilkleidung. Jeans und einen engen schwarzen Pullover. God, er sah verdammt gut aus, dachte Sam. Auch wieder so ein Hinweis, dass das hier ein Traum sein musste. Colonel O'Neill, der sie plötzlich duzte, Zivilklamotten trug, sie so verdammt sexy anlächelte und sie auch noch zum Mittagessen einlud. Yup, definitiv ein Traum. Aber Sam entschied, dass ihr dieser Traum wesentlich besser gefiel als der Teil mit dem rauchenden Nox und so folgte sie ihm ohne zu widersprechen.

 

***************
 

Teal'c betrat den Raum und blieb erstaunt stehen. Er sah Hunderte Gestalten, Jaffa, Nox, Asgard und einige andere Rassen und rund 400 Offiziere, die alle vor einer Bühne saßen. Die meisten von ihnen hatten Maschinen in den Händen, die O'Neill einmal als Fotoapparate bezeichnet hatte. Plötzlich rissen alle ihre Kameras hoch und Blitze zuckten durch den Raum. Die Leute begannen zu schreien und zu klatschen und sprangen von ihren Sitzen auf. Teal'c versuchte einen besseren Blick auf das Geschehen zu erhaschen und bewegte sich ein wenig weiter in den Raum. Plötzlich sah er eine Gestalt auf der Bühne. Eine Gestalt, die ihm äußerst bekannt vorkam.

"DanielJackson", murmelte Teal'c. Sein Freund winkte der Menge grinsend zu.

"Hi zusammen!"

Die Schreie wurden lauter. Daniel schien es zu genießen, denn er lächelte und winkte dem Publikum fröhlich zu. Als das Rufen und das Klatschen aufhörte, setzte er sich auf einen Stuhl, der auf der Bühne stand.

"Okay, legen wir los - wer hat eine Frage?"

Ein blondes Mädchen stand auf und rief: "Ist es wahr, dass du Lexa heiraten wirst?"

Teal'c hob eine Augenbraue. DanielJackson hatte keine Gefährtin. DanielJackson kannte nicht einmal jemanden mit dem Namen Lexa.

Ein junger Mann stand als nächster auf.

"Sprichst du wirklich ein Duzend Sprachen?"

"Ich wünschte es wäre so. Das wäre sicher cool, aber um die Wahrheit zu sagen: Ich bin ein richtiger Versager, was Sprachen angeht. Erinnert ihr euch an die Folge, in der SG1 ins Jahr 1969 zurückreiste? Es hat mich zwei Tage gekostet, diese beiden kleinen deutschen Sätze zu lernen."

Teal'c war verwirrt. DanielJackson gab hier geheime Informationen preis. Einfach so. Vor all diesen Leuten. Teal'c beschloss, dass Daniel unter dem Einfluss eines Virus oder einer Gehirnkontroll-Maschine stehen musste.

"Würdest du für uns singen? Bitte! Vielleicht row, row, row your boat?"

Als DanielJackson anfing zu singen und die Menge einstimmte, wusste Teal'c, dass es Zeit war etwas zu unternehmen.

 

***********
 

"Jack!"

Daniel seufzte vor Erleichterung als er seinen Freund am Ende des Korridors entdeckte.

"Daniel! Was ist hier los? Wo sind wir?"

"Ich bin mir nicht sicher, aber diese Kultur scheint unserer eigenen sehr, sehr ähnlich zu sein. Sie benutzen sogar unser Zahlensystem. Ich frage mich, was wir sonst noch gemeinsam haben."

"Teenager", antwortete Jack trocken, als er das kichernde Trio junger Frauen entdeckte. Daniel warf einen verwirrten Blick auf die drei.

"Äh, ja. Einfach nicht beachten. Die sind harmlos."

"Wenn Sie das sagen."

Daniel schüttelte den Kopf. "Wo sind die anderen?"

"Oh, die müssten hier irgendwo sein. Ich hab Carter vor ein paar Minuten gehen, aber sie hat sich irgendwie komisch benommen und dann hab ich sie wieder aus den Augen verloren. Oh, übrigens: Kennen Sie einen gewissen Chris?"

"Nein, warum?"

"Nur so."

 

************
 

Sam Carter starrte ihren CO an. Er studierte die Speisekarte und pfiff dabei vergnügt vor sich hin. Als er die Karte wieder auf den Tisch legte, kniff er die Augen zusammen.

"Was?"

"Sir, denken Sie nicht wir sollten Daniel und Teal'c suchen? Ich meine, ich habe einen Unas gesehen. Außerdem konnte ich nirgends ein Tor finden. Wir müssen das Stargate suchen."

Er legte den Kopf schräg. "Bitte?"

"Sir!"

"Amanda? Alles in Ordnung? Das ist nicht mehr komisch."

Und dann wusste Sam plötzlich, was hier nicht in Ordnung war. Parallel-Universum. Das musste es sein. Deshalb war hier alles vertraut und doch anders. Sie waren wieder einmal in ein Parallel-Universum geraten. Sam beschloss das Spiel mitzuspielen, um soviel wie möglich über ihre Alter Egos in dieser Realität herauszufinden.

"Okay, okay, ich höre ja schon auf. Tut mir leid, das muss wohl..."

"Vermutlich Schlafmangel. Ich hab gehört du hast die ganze Nacht mit meinem Fan-Club durchgefeiert. Ich hoffe nur, du hast den Mädels nicht allzu viele Geheimnisse über mich verraten."

"Oh, nein, keine Angst."

"Jetzt habe ich Angst", witzelte er und blinzelte ihr zu. "Wie gefällt es dir bisher?"

"Was?"

"Die Convention. Ich muss dir sagen, ich wollte eigentlich wirklich nicht gehen, aber hey - warum habt ihr mir nie erzählt, wie viel Spaß das Ganze hier macht? Das ist echt lustig. Und die Leute sind einfach großartig. Aber da ist eine Sache, die du mir mal erklären musst."

"Und die wäre?"

"Warum wollen die einen immer zum Singen bringen?"

 

**************
 

"Äh, Leute?"

Jack O'Neill und Daniel Jackson drehten sich um. Sam Carter kam auf die beiden zugerannt. Jack runzelte die Stirn, dann grinste er.

"Hey, Carter! Wie ich sehe haben Sie sich wieder umgezogen. Bin froh, Sie wiederzuhaben, auch wenn Sie echt spitze in den Klamotten ausgesehen haben."

"Äh, Sir, das war ich nicht, denke ich."

"Was?"

"Sie haben mit jemandem gesprochen, der wie ich aussah, oder?"

"Was meinen Sie damit? Das waren Sie!"

"Ja, nein, na ja, irgendwie.."

Daniel schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn und stöhnte.

"Oh nein, nicht schon wieder."

Jack blickte von einem zum anderen: "Hätte einer von euch vielleicht mal die Güte, mir zu verraten, was das hier... oh , Sekunde. Ich glaube ich hab's. Parallel-Universum?"

"Ja, Sir. Aber dieses hier unterscheidet sich gewaltig von unserem - oder denen, die wir bisher entdeckt haben. Sie haben kein Stargate. Naja, kein echtes Stargate wenigstens. Stargate ist hier nur eine Fernseh-Serie."

"Eine Fernseh-Serie?", fragte Daniel.

"Ich hoffe doch eine erfolgreiche", erwiderte Jack.

"Naja, ja. Schon. Wir sind hier auf einer sogenannten Convention, wo sich Fans der Show treffen."

"Sie meinen wie diese Star Trek Fanatiker? Mit Uniform und spitzen Ohren und allem drum und dran?"

"Ja, nur das hier keine Klingonen rumlaufen, sondern Nox und Jaffa und Unas..."

"Das verstehe ich nicht. Warum sich wie ein Unas verkleiden? Die Kerle sind häßlich wie die Nacht ..."

Sam ignorierte ihn und fuhr fort. "Ich hatte gerade Lunch mit Ihnen, Sir. Ich meine mit Ihnen in dieser Realität. Nur dass sie hier nicht Sie sind, sondern Rick..."

Jack rieb sich über die Augen: "Carter! Sie bescheren mir hier echt große Kopfschmerzen!"

"Äh, Entschuldigung? Rick, Michael, Amanda?"

Die drei drehten sich um und blickten in das strahlende Gesicht einer jungen Frau in Militärklamotten. Jack legte den Kopf schief.

"Ich bin so ein großer Fan der Show, ehrlich. Ich hatte gehofft, dass ich ein Foto mit Ihnen machen kann."

Daniel und Sam tauschten einen überraschten Blick aus, aber Jack grinste nur breit.

"Ja, klar, wie heißt du denn?"

"Sandy."

"Nun, Sandy, das ist überhaupt kein Problem."

"Oh, danke!"

Während Sandy ihren Freund mit der Kamera herüberzerrte, lehnte sich Jack näher an Sam heran und grinste breit. "Lächeln, Major. Sie sind jetzt berühmt."

 

***************
 

Teal'c war sich bewusst, dass ihn jeder im Raum anstarrte. Er hatte eigentlich geplant, die Bühne unentdeckt zu erreichen, aber das war inzwischen keine Option mehr, als mehr und mehr Köpfe sich in seine Richtung wandten. DanielJackson schien der einzige zu sein, der nicht bemerkte, dass sich Teal'c der Bühne näherte, da er gerade eine wichtige - und natürlich wiederum geheime - Information über das Stargate an einen dünnen Alien mit einer Brille weitergab. Normalerweise hätte dieser Anblick ein Hochrutschen von Teal'c Augenbraue nach sich ziehen müssen, aber Teal'c hatte wichtigere Dinge zu tun. Als er die Bühne fast erreicht hatte, begann die Menge zu johlen und zu klatschen. DanielJackson sah endlich in seine Richtung, blinzelte, blickte auf seine Uhr und grinste dann.

"Hey Chris! Du bist zu früh dran, ich hab noch 40 Minuten Zeit!"

Teal'c antwortete nicht. Offensichtlich hatte DanielJackson Halluzinationen und deshalb machte es keinen Sinn, ihn direkt anzusprechen. Teal'c suchte den Raum ab. Diese seltsamen Wesen blickten zu DanielJackson auf und Teal'c versuchte die Möglichkeit einzuschätzen, Daniel von der Bühne zu schaffen, ohne sich den Zorn seiner Anhänger zuzuziehen. Die Chancen standen nicht gut.

DanielJackson grinste ihn immer noch an und winkte einem jungen Mann zu, der am Bühnenrand kauerte.

"Hey, Mann, bring doch noch ein Mikrophon her. Chris scheint unseren kleinen Chat hier unterstützen zu wollen."

Teal'c sprang auf die Bühne und blickte auf die tobende Menge. Imposant, dachte er.

 

***********
 

"Okay, dann müssen wir jetzt Teal'c und einen Weg hier raus finden", sagte Jack. Sie hatten sich in eine kleine Kammer zurückgezogen, nachdem sie gezwungen worden waren, ein Duzend Autogramme zu unterschreiben und für zahllose Fotos zu posieren. Jack hatte das Gefühl, dass er nie wieder richtig sehen können würde. Er war blind. Für immer. Kleine Lichtblitze tanzten noch immer vor seinen Augen und Reiben schien das Ganze nur noch schlimmer zu machen.

"Müssen wir wirklich da raus?"

"Ich würde auch lieber hier bleiben. Warum um alles in der Welt, will mich jeder hier umarmen?"

"Naja, das ist doch wirklich offensichtlich ...", grinste Jack.

"Und wer ist diese Lexa von der alle reden?", fragte Daniel, der Jacks Bemerkung ignoriert hatte.

Jack schüttelte den Kopf: "Campers, ich weiß es ist hart, aber wir müssen hier raus."

Die verließen den Raum und waren sofort von Fans umringt. Einer von ihnen blickte Jack an und sagte.

"Da ist etwas, was ich mich schon lange gefragt habe: Wie fühlt es sich an - ich meine, nach MacGyver - so einen dummen Kerl wie Jack O'Neill zu spielen?"

"Hey! Ich bin nicht dumm!", protestierte Jack.

Sam kicherte und Daniel trat vor Jack, bevor dieser ernsthaft darüber nachdenken konnte, dem Jungen etwas anzutun.

"Oh, er hat sich schnell daran gewöhnt, glaube mir", feixte Daniel.

 

*********
 

"Also Chris, sind diese Leute nicht wunderbar!"

"In der Tat."

Die Menge johlte vergnügt. "Sag noch was als Teal'c, Chris!"

"Ich kenne kein Individuum mit dem Namen Chris."

Der Raum war mit heiterem Gelächter erfüllt. Teal'c zog eine Augenbraue hoch, was die Menge nur noch veranlasste lauter zu lachen. Sie feuerten ihn lautstark an. Teal'c beschloss die Gelegenheit zu nutzen und Daniel anzusprechen.

"DanielJackson, ich glaube, dein Urteilsvermögen ist getrübt."

"Was? Sag das noch mal."

"Folge mir."

"Aber Chris! Ich muss noch einige Fragen beantworten, wir können nicht abhauen."

"Folge mir."

Und damit ergriff Teal'c den Arm des Mannes, den er für seinen Freund DanielJackson hielt. Michael Shanks starrte den Mann, den er für seinen Freund Chris Judge hielt, verblüfft an.

 

***************
 

"Oh Mann, wir stecken in der Tinte", murmelte Jack als er sah wie Teal'c nach dem Schauspieler griff. Daniel starrte seinen Doppelgänger neugierig an.

"Junge, der sieht wirklich gut aus. Vielleicht sollte ich mir auch so eine Lederjacke zulegen, was meint ihr?"

Jack ignorierte ihn.

"Daniel, Sie warten draußen, während Carter und ich Teal'c holen", befahl Jack und sprintete los. Sam folgte ihm dicht auf und die beiden sprangen auf die Bühne.

Die Menge drehte durch.

Jack schrie gegen den ohrenbetäubenden Lärm an. "Teal'c! Das ist nicht Daniel! Lass ihn los! Wir müssen weg hier!"

Teal'c ließ den verwirrten Michael Shanks los und nickte.

"Äh, Leute, was ist hier eigentlich los?" Jack lächelte Michael Shanks an und zuckte mit den Schultern. "Zu wenig Schlaf, wir bringen ihn in sein Zimmer. Bis später."

"Das war knapp", seufzte Jack als sie den Raum verlassen hatten. Als die Türen hinter ihnen zufielen, konnten sie Michael Shanks lachen hören.

"Was hab ich euch gesagt? Mit solchen Freunden wird einem nie langweilig, die sind immer für eine Überraschung gut."

 

**********
 

Daniel sah seine Freunde auf sich zulaufen und seufzte. Endlich waren sie alle wieder zusammen.

"Was jetzt?"

"Keine Ahnung", sagte Sam.

Jack zuckte mit den Schultern: "Wir suchen das Stargate?"

"Bloß, das es hier keines gibt", erwiderte Daniel.

"Doch, es gibt eines!", entgegnete Sam aufgeregt.

"Carter?"

"Sie haben ein Stargate. Kein echtes, aber wenn es in dieser Realität kein Echtes gibt, vielleicht ist dann ein unechtes alles, was wir brauchen."

"Das ergibt für mich überhaupt keinen Sinn, aber das bedeutet meistens, dass Sie Recht haben. Also? Wo ist es?"

"Im Raum der Kunstausstellung."

"Wo, bitte?"

"Rick hat davon gesprochen."

Jack runzelte die Stirn. "Rick? Sie nennen ihn Rick?"

"Los, gehen wir!"

 

************
 

"Ich weiß ja nicht, Carter..." Jack schüttelte den Kopf. Daniel runzelte die Stirn. Teal'c zog eine Augenbraue hoch.

"Ich weiß, das sieht nach nicht viel aus, aber . . ."

"Carter, das ist Plastik!"

"Ich weiß, aber . . ."

"Da sind sie! Ich hab dir doch gesagt, dass ich sie gesehen habe! Marty, hast du die Kamera dabei?!"

"Oh Gott, nicht schon wieder", murmelte Jack und wurde von einem gleißend hellen Blitzlicht geblendet.

 

**********
 

Das erste, was Jack bemerkte, war, dass es still war. Bis auf ein leises, sehr vertrautes Brummen. Jack öffnete die Augen und starrte auf die grauen Wände des Torraums.

Er riss die Arme hoch. "Yes! Oh Yes! Sind alle noch da?"

"Ja, Sir", antwortete Sam und rieb sich die Augen.

"Wow, das war ja seltsam", murmelte Daniel.

"In der Tat."

General Hammond rannte auf sie zu. "SG1, dem Himmel sei dank! Sie waren verschollen! Wo zum Teufel haben Sie gesteckt?"

"Bei der leidenschaftlichsten Meute im ganzen Universum, Sir."

 
Ende

 
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