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Die Macht der Einsamkeit© by Sam23 ()
Er beobachtete sie, wie sie die Arme um ihren Körper schlang und sich die Oberarme rieb, während ihre Augen den Raum absuchten. Es war eigentlich nicht wirklich kalt hier und trotzdem zitterte sie. Vor Erschöpfung. Vor Schmerz. Vielleicht sogar vor Verzweiflung. Jack kannte das Gefühl nur allzu gut. Er schüttelte den Kopf, um die Geister der Vergangenheit, die Erinnerung an zahlreiche Kampfeinsätze in allen Winkeln dieses Planeten zu verscheuchen. Er drehte sich um und blickte zum Stargate. Waren es wirklich nur 14 Tage gewesen? Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Vor zwei Wochen waren sie aufgebrochen eine neue Welt zu erkunden - und direkt in der Hölle gelandet. Vom ersten Tag an wurden sie gejagt, gehetzt, geschlagen und geschunden. Nach einer Woche war das passiert, wovor sich Jack am meisten gefürchtet hatte: Sie waren getrennt worden. Jeder auf sich allein gestellt, hatte versucht den Weg zurück zum Stargate zu finden. Dass es ihnen gelungen war, grenzte an ein Wunder. Er schloss die Augen und atmete tief ein. Zuhause. Sie waren jetzt zuhause und nach einer langen Dusche, einem warmen Essen und mindestens 25 Stunden Schlaf würde die Welt schon besser aussehen. Ja, klar Jack ballte die Hände zu Fäusten und merkte es nicht einmal. Der Schmerz, der sich seinen Weg durch seine Haut bis hinein in seine Seele bahnte, ließ ihn kurz erschaudern. Eine Woche. Eine Woche allein, ohne Kontakt zu anderen Menschen, ohne zu sprechen, ohne Berührung, ohne Lachen ohne ... alles. Kambodscha. Somalia. Irak. Alles schon mal erlebt. Jack biss die Zähne zusammen und machte einen Schritt nach vorne, um die aufkeimende Lähmung abzuschütteln. Erst als er schon in der Tür war, bemerkte er, dass Sam ihm nicht gefolgt war, sondern immer noch im Gateraum stand. "Carter?" "Sir?" "Alles klar?" "Ja, Sir." Jack starrte sie noch einen Moment an, doch dann spürte er, wie sein Kreislauf begann Purzelbäume zu schlagen und beschloss, dass es Zeit war, Doc Fraiser einen Besuch abzustatten, bevor er unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Betonboden machen würde.
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Sam Carter zuckte zusammen, als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel. Dann schloss sie erschöpft die Augen und lehnte ihren schmerzenden Rücken gegen das Holz. Zuhause. Das Klingeln, das das Dauerfeuer aus ihrer Waffe in ihren Ohren hinterlassen hatte, klang langsam ab, aber dafür wurde das komische Gefühl auf ihrer Haut immer schlimmer. Es fühlte sich an, als würden hunderte kleiner Nadeln in ihre Haut eindringen. Sam rieb sich über die Oberarme, wo das Gefühl am schlimmsten war. Solange ihre Hände Kontakt mit ihrer Haut hatten, wurde es ein wenig besser, aber es verschwand nicht wirklich. Sam war sich nicht sicher, was es war, aber es machte sie nervös. Nervös und verzweifelt. Sie wollte nichts weiter als sich ausruhen, schlafen, wieder zu Kräften kommen und doch wusste sie, dass sie jetzt keinen Schlaf finden würde. Unruhig ging sie ins Badezimmer, stand einige Minuten vor der Wanne und überlegte, ob ein Bad helfen würde und ging dann doch wieder zurück ins Wohnzimmer. Sie ließ sich auf das Sofa sinken und schloss die Augen. Sie hatte geglaubt, dass sie sich auf die Stille ihres Hauses gefreut hatte, doch je länger sie hier war, desto seltsamer fühlte sie sich. Sie vermisste das Gemurmel in den Gängen der SGC, das Klappern der Schuhe auf dem Boden, den Geruch nach Kaffee aus der Kantine. Sie vermisste die Menschen. Als Sam die Augen wieder öffnete, bemerkte sie überrascht, dass sie ein Sofakissen im Arm hielt. Sie hatte nicht einmal gemerkt, dass sie es an sich gezogen hatte. Was würde sie dafür geben, jetzt einen Menschen im Arm zu halten. Oder selbst gehalten zu werden. Sam traten die Tränen in die Augen, als eine Welle der Einsamkeit über ihre Seele hinwegrolle. Sie starrte zum Telefon hinüber und die Nummer, die sie wählen wollte, konnte sie bereits vor ihren inneren Augen deutlich sehen. Sie streckte die Hand aus, doch zog sie dann wieder zurück. Wenn sie ihn jetzt anrief, würde er sie für schwach halten und diesen Gedanken konnte Sam nicht ertragen. Ihre Hand krallte sich in den Stoff des Kissens. Eigentlich war es auch egal. Heute Nacht war es egal. Egal wer, egal wo, Hauptsache, sie war nicht allein. Vergessen. Einfach die letzten zwei Wochen vergessen. Wieder lernen, etwas anders zu fühlen als Angst. Etwas anderes zu spüren als Dreck im Gesicht und spitze Steine im Rücken. Vergessen. Wie in Trance stand Sam auf und ging in Richtung Schlafzimmer. Solange sie hier drinnen saß, würde sie alleine sein. Sie musste raus. Es war Samstagabend und die Nacht war noch jung. Irgendwo dort draußen würde sie schon jemanden finden, der ihr helfen würde zu vergessen. Irgendjemanden.
Sie brauchte eine gute Stunde bis sie den ersten Irgendjemand fand. Er hörte auf den Namen Steve, war gut aussehend, etwa in ihrem Alter, groß, sportlich, hatte dunkle kurze Haare und nur Augen für sie. Sam entspannte sich langsam. Sie hatte mehr oder weniger nach dem Zufallsprinzip diesen Laden ausgesucht und gleich einen Volltreffer gelandet. Steve war nicht einfach ein Irgendjemand, er war ein Irgendjemand, der ihr gefallen konnte. Die Unterhaltung war angenehm, voller Gelächter und irgendwann vergaß Sam den Schmerz in ihrem Rücken, das Klingeln in den Ohren und die Müdigkeit, die sie eigentlich in tiefen Schlaf ziehen sollte. "Wow, ich muss es immer wieder sagen. Tolles Outfit", sagte Steve kopfschüttelnd. Sam lachte und winkte ab. "Ach was." "Nein, ehrlich. Das sieht einfach... umwerfend aus." Das war auch die Idee dahinter, dachte Sam, sprach es jedoch nicht laut aus. Sie trug eine enge Jeans und ein rotes Top, das ziemlich viel von der Haut preisgab, die Sam im Moment solche Schmerzen bereitete. Unmerklich strich sie sich wieder über die Oberarme. "Ist dir kalt?" "Nein, es ist... nichts", erwiderte Sam und blickte hastig zu Boden. Steve grinste und plötzlich war seine Hand auf ihrer Hand und Sam sah überrascht auf, denn die einfache Berührung schien das Kribbeln in ihrem Arm zu vertreiben und hinterließ eine angenehme Wärme. "Kann sein, dass ich dich falsch einschätze und jetzt einen Fehler mache, aber ... wollen wir hier verschwinden?" Sam starrte ihn für einen Moment verwirrt an, dann nickte sie langsam. Vergessen. Das hatte sie sich vorgenommen. Heute Nacht würde sie vergessen. "Ja, gehen wir."
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Erst öffnete sich ein Auge. Dann das andere. Es folgte die unausweichliche Frage, warum um alles in der Welt, er die Augen überhaupt geöffnet hatte. Es war mitten in der Nacht. Also eine Zeit, in der die Augen geschlossen sein sollten. Ein Geräusch drang an seine Ohren. Ah, das war der Grund für die Unterbrechung seiner visuellen Auszeit. Grummelnd schob sich Colonel Jack O'Neill aus seinem Bett. Er tastete sich an der Bettkante entlang in Richtung Tür, stolperte dabei über die Turnschuhe, die er am Abend zuvor achtlos im Raum hatte stehen lassen und fluchte. Wer auch immer vor der Tür stand, riskierte gerade sein Leben. Jack fuhr sich mit einer Hand durch die zerzausten Haare und gähnte. Das Klopfen wiederholte sich. "Ich kaufe nichts und will auch nicht über Gott reden!", blaffte Jack automatisch, als er die Tür aufriss. Der finstere Ausdruck auf seinem Gesicht wandelte sich in Besorgnis und Alarm, als er die Gestalt erkannte, die vor seiner Tür stand. "Carter?" "Hey, Sir." "was zum Geier...?" "..mache ich hier mitten in der Nacht? Das wüsste ich selbst gerne", erwiderte Sam ohne ihn anzusehen. Ihr Blick war starr auf den Boden gerichtet. Jack blinzelte verwirrt, fing sich dann aber wieder und deutete ihr einzutreten. "Kommen Sie rein, es ist schweinekalt da draußen." "Ja, Sir."
Sam folgte Jack ins Wohnzimmer und ließ sich auf die Couch sinken. Sie mied noch immer seinen Blick, begann stattdessen am Reißverschluss ihrer Jacke herumzunesteln. Jack, der verzweifelt versuchte seinen Verstand auf Betriebstemperatur zu bringen, nutzte die Gelegenheit sie genauer zu betrachten. Mit einem Mal war er hellwach. Sam trug eine schwarze, enge Jeans und unter ihrer Lederjacke spitzte ein rotes Top hervor, bei dessen Anblick Jack nur beten konnte, dass Sam die Jacke anbehielt, wollte sie ihren CO nicht sabbern sehen. So zieht man sich nicht an, wenn man mitten in der Nacht einen Kollegen besuchen will. So zieht man sich an, wenn man... Ah. Achso. Verdammt. Jack spürte einen Knoten in seinem Magen formen. Sam hörte endlich auf an ihrem Reißverschluss herumzuspielen und Jack beeilte sich seinen Blick woanders hinzuwenden, bevor sie ihn dabei erwischen konnte, wie er sie anstarrte. Er räusperte sich. "Was zu trinken?" Sam schüttelte den Kopf. Jack stand für ein paar Sekunden unschlüssig im Raum, während seine Gedanken Purzelbäume schlugen. Was tat sie hier? Sie war offensichtlich vorher auf einem Date oder einer Party gewesen, was komisch war, denn eigentlich hatte er sie wie den Rest von SG-1 im Tiefschlaf vermutet.
Sie sagte noch immer nichts, starrte stattdessen ins Leere. Jack beschloss die Stille zu brechen. "Carter? Ist irgendwas?" "Ich...", begann Sam, schüttelte dann jedoch den Kopf und sprang plötzlich auf. "Es tut mir Leid, Sir, das war eine ziemlich dumme Idee. Ich bin schon so gut wie weg." Sie wollte an ihm vorbei zur Tür fliehen, doch Jack hielt sie am Arm fest. "Wow, langsam, Major! Auszeit!" Für einen Moment sah es so aus, als wolle sie sich aus seinem Griff befreien, doch dann entspannten sich ihre Muskeln wieder, gaben jeden Widerstand auf und ließen sich von Jack zurück in Richtung Sofa führen. Er drückte sie hinunter auf die weiche Sitzfläche und setzte sich neben sie. "Also? Was ist los?" Sam mied seinen Blick und starrte stumm auf ihre Füße. Jack wartete. Und wartete. Und wartete. Schließlich versuchte er es noch einmal. "Carter? Was ist passiert?" Sam schloss die Augen. "Erinnern Sie sich noch an P5X-674?" Ja klar, das war der nach P5X-673. "PX was?" "Als wir SG-9 befreiten." "Ah, ja ganz gut, warum?" "Auch an die Party danach?" Jack runzelte die Stirn. Worauf zum Teufel wollte sie hinaus? Sam wartete nicht auf seine Antwort und fuhr leise fort. "Als Captain Hold sich an diese definitiv als solche zu erkennende Prostituierte herangeschmissen hat ...?" Wieder wartete sie nicht auf eine Antwort, doch Jack hätte ihr in diesem Moment sowieso keine geben können, denn er war viel zu sehr damit beschäftigt darüber nachzudenken, worauf dieses Gespräch hinauslief. "Daniel war empört und Sie haben versucht ihm zu erklären, was da gerade passierte." Jack musste sich zurückhalten, um nicht in die Hände zu klatschen. Ah, jetzt, jetzt wusste er worum es ging. "Ja, ich erinnere mich. Daniel fragte, warum niemand etwas dagegen unternahm." "Sie sagten ihm, dass Hold kein schlechter Mensch wäre, sondern nur etwas suchte, was er seit Wochen, Monaten nicht mehr gehabt hatte. Kontakt. Körperlichen Kontakt zu einer anderen Person. Nach Wochen in der Hölle, unter Stress und ständig nur darauf bedacht Kontakt jeglicher Art abzuwehren, wollte er endlich wieder fühlen. Die nette Lady schien Hold dafür die schnellste Art zu sein, dieses Verlangen zu stillen, seine Seele wieder zu beruhigen, wieder zu verstehen, dass er keine gefühllose Kampfmaschine, sondern ein Mensch war." "So hab ich das ausgedrückt?", fragte Jack erstaunt. Sam ignorierte ihn und starrte weiter auf ihre Schuhe. "Aber Sie sagten auch, dass es so nicht funktionieren würde. Es würde Holds Bedürfnisse für den Moment stillen, doch am nächsten Morgen würde er sich schlimmer fühlen als zuvor, denn keine dieser Berührungen hätte etwas bedeutet." Jacks Augen trübten sich für eine bittere Erinnerung lang, bevor er den Kopf schüttelte und sich wieder auf Sam konzentrierte. Sie schloss die Augen und flüsterte:"Sie hatten Recht." Und plötzlich begriff er. Keine Party. Ein Date. Ein Date mit Folgen. Ein Date mit irgendeinem Kerl, nur um berührt zu werden, menschlichen Kontakt zu haben, um zu... Jack wollte nicht darüber nachdenken. Sein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Warum zum Teufel hatte er sie heute Nachmittag mit diesem "Ja, Sir" davonkommen lassen? Wenn er nicht gegangen wäre, mit ihr geredet hätte, sie vielleicht einfach in den Arm genommen hätte, vielleicht wäre es genug gewesen und sie wäre nicht mit irgendeinem Kerl ...Jack versuchte den Gedanken nicht zuende zu denken. Doch er wusste auch, dass sein Herz nicht eher Ruhe geben würde, bis es Gewissheit hatte. "Carter, soll das heißen Sie haben...?" Er konnte nicht. Er konnte diese Frage einfach nicht stellen. Nicht ihr. Nicht in dieser Situation. Doch er brauchte es auch nicht zu tun, denn Sam wusste, worauf seine Worte abzielten. Bange Sekunden verstrichen, in denen Jack Sam einfach nur anstarrte, die Fäuste unmerklich geballt. Dann schüttelte sie den Kopf und Jack stieß den Atem aus, von dem er erst jetzt merkte, dass er ihn angehalten hatte. "Nein. Ich meine ja. .." Jacks Herz verkrampfte sich erneut, doch er zwang sich ruhig zu bleiben. Sam zuckte mit den Schultern. "Als ich nach Hause kam, fühlte ich mich so allein und einsam und da ist eine Sicherung durchgebrannt, schätze ich. Ich war in diesem Club - fragen Sie mich bitte nicht, wie ich dort hingekommen bin - und da war er." Sie lachte, ein bitteres, ein trauriges Lachen. "Ich weiß nicht mal mehr, wie er heißt." Sie schüttelte erneut den Kopf. "Als er vorschlug zu gehen sagte ich ja. Als wir an seinem Auto ankamen hat er mich geküsst." Jack schloss die Augen und kämpfte verzweifelt gegen den Schwung Gefühle an, den dieser Satz ihn ihm ausgelöst hatte. Keines davon konnte Sam jetzt gebrauchen. Und er auch nicht, wenn er es sich Recht überlegte. Sam schwieg. Als Jack sich sicher war, dass seine Stimme wenigstens einigermaßen neutral klingen würde, fragte er leise. "Und?" "Ich spürte plötzlich seine Hand unter meinem T-Shirt und im ersten Moment war das Gefühl wunderbar, doch dann, als er die Hand wegzog und mich losließ, um den Wagen aufzuschließen, da starrte ich ihn an und merkte, was ich tat, was ich dabei war zu tun..." Jack sah sie aufmerksam an und wartete ungeduldig darauf, dass sie weitersprach. Sams Hände nestelten wieder am Reißverschluss ihrer Jacke herum. "Ich ekelte mich plötzlich vor mir selbst. Ich hätte niemals gedacht, dass sie so was auch nur in Erwägung ziehen würde. Mich einfach so von irgendeinem x-beliebigen Kerl abschleppen zu lassen. Das ist so ...billig." Ihre Stimme war von Zorn erfüllt und Tränen stiegen in ihren Augen auf. Was sie bestimmt noch zorniger werden lässt, dachte Jack. Er schüttelte den Kopf. "In dieser Situation waren wir alle schon einmal, Carter. Hold, Kowalsky, zur Hölle, ich war selbst ein paar Mal dort. Ich weiß also auch, wovon ich spreche. Es ist nicht Ihre Schuld, okay? Es ist ein Kurzschluss, den der Körper produziert. Das hat nichts mit "billig" oder "schlecht" oder "verrucht" oder sonst was zu tun." Sam hatte den Kopf noch immer gesenkt. "Es fühlt sich aber so an." Jack nickte, wurde sich dann aber bewusst, dass sie die Geste nicht sehen konnte. "Ich weiß. Glauben Sie mir, ich weiß das." Alles in ihm schrie danach zu erfahren, ob sie tatsächlich mit diesem Kerl mitgegangen war, doch er wusste, dass er sich in dieser Unterhaltung nach Sams Tempo richten musste. Sie schwiegen für eine Minute, ehe Sam leise flüsterte. "Ich bin nicht mit ihm mitgegangen. Ich habe ihn einfach stehen lassen und bin so schnell ich konnte zu meinem Wagen gelaufen und hierher gefahren." Jack lächelte erleichtert. "Damit wäre meine Theorie wieder einmal bewiesen." Zum ersten Mal seit Sam sein Haus betreten hatte, sah sie zu ihm auf. Jack zuckte mit den Schultern. "Na ja, dass Sie stärker und klüger sind als wir alle zusammen." Unter anderen Umständen hätte sie sein Kompliment sicher erröten lassen, doch heute ließ es sie nur den Kopf schütteln. "Sie täuschen sich. Das blanke Gegenteil ist der Fall. Ich war dumm und schwach und könnte mich dafür selbst in den Hintern treten." Jack schüttelte den Kopf. "Wofür? Dafür, dass Sie keine Maschine sind? Dass Sie Gefühle haben? Dass sie sich allein gefühlt haben? Carter, wir sind durch die Hölle gegangen und das mehr als einmal. Es ist ein Wunder, dass wir uns überhaupt noch wie normale Menschen benehmen können. Es gibt keinen Grund sich für irgendetwas in den Hintern zu treten." Sam schniefte und murmelte schließlich "Höchstens für diese Aufmachung." Jack lachte leise und stellte erleichtert fest, dass sich ein Lächeln auf ihr müdes und trauriges Gesicht stahl. Er grinste. "Och, ich weiß nicht, also ich habe nichts daran auszusetzen." Er zwinkerte ihr zu. Sam seufzte und ließ sich in die Couch sinken. "Ich schon. Es ist nämlich ziemlich kältedurchlässig." Jack grinste und sprang dann auf. "Sekunde."
Er joggte ins Schlafzimmer und zog die mittlere Schublade seines Schrankes auf. Nach wenigen Sekunden ertasteten seine Hände, was er gesucht hatte und er kehrte ins Wohnzimmer zurück. Sam hatte die Augen geschlossen und ihre Arme um sich selbst gelegt. Jack runzelte für einen Moment die Stirn, in der Befürchtung, dass es hier drin wirklich zu kalt war. Andererseits trug er nur eine Jogginghose und ein T-Shirt und ihm war nicht kalt. "Hier" Sam öffnete die Augen. Jack streckte ihr einen dicken grauen Pullover entgegen, der zwar schon bessere Zeiten gesehen hatte, aber schon von weitem extrem bequem aussah. Sam lächelte. Das war so ziemlich das Süßeste, was er jemals getan hatte. Schweigend griff sie nach dem Pullover und schälte sich aus ihrer Lederjacke. Jack schluckte, als er sah, dass ihr dabei der linke Träger ihres Tops langsam von der Schulter rutschte. Bevor jedoch noch mehr blanke Haut freigegeben wurde und Jack auf der Stelle tot umfallen konnte, streifte sie sich den Pullover über den Kopf. Jack schloss erleichtert die Augen. Als er sie wieder öffnete, stellte er jedoch fest, dass sich trotz des eher extremen Kleiderwechsels das Bild nicht wesentlich verändert hatte. Sie war immer noch so ziemlich die schönste Frau, die er jemals gesehen hatte. Sein Pullover war ihr natürlich viel zu groß, doch das schien Sam nicht weiter zu stören. Sie kuschelte sich in den weichen Stoff hinein und schloss seufzend die Augen. Jack grinste. "Besser?" "Viel besser. Danke, Sir." "Das ist das mindeste. Schließlich bin ich an der Situation nicht ganz unschuldig." Sam sah ihn überrascht an. "Sir?" "Ich hätte es wissen müssen. Ich hätte es verstehen müssen. Besonders, weil ..." Er blickte zu Boden, damit Sam den Schmerz in seinen Augen nicht sehen konnte. Nach einem Moment, als er glaubte, sich wieder unter Kontrolle zu haben, blickte er wieder zu ihr hinüber. "...weil ich mich im Moment ganz genauso fühle wie Sie." Sam starrte ihn verblüfft an. Jack zuckte mit den Schultern. "Irgendwann geht es vorbei. Es tut weh, es ist nicht leicht zu ertragen und für ein paar Tage möchte man aus der Haut fahren. Aber es ist nicht so schlimm wie am Morgen in einem fremdem Bett aufzuwachen, neben einer Person, die einem nichts bedeutet und der man vermutlich auch nichts bedeutet." Jack seufzte und versuchte ein aufmunterndes Lächeln aufzusetzen, als er bemerkte, dass Sams Augen sich vor Trauer verdunkelten. "Und es gibt keinen anderen Weg?", fragte sie, ohne ihn anzusehen. Jack zuckte mit den Schultern. "Na ja, diejenigen, die eine Familie haben, werden dieses Gefühl schnell wieder los. Eine Umarmung der Tochter oder eine Kuss vom Ehepartner oder Freund oder ein aufmunterndes Schulterklopfen von Dad helfen da Wunder." Sam schnaubte und sprang wütend vom Sofa auf. "Toll. Dad ist Lichtjahre entfernt. Die Tok'ra werden ihn kaum zur Erde lassen, nur um seine Tochter einmal kurz zu drücken." Jack lachte leise. "Oh, ich denke, Jacob würde einen Weg finden." Sam lächelte, doch es erreichte nicht ihre Augen. Jack schüttelte den Kopf. Innerlich und äußerlich. Das war's. Er würde keine Sekunde länger mehr zusehen, wie sie sich quälte.
"Komm her." "Was?" "Komm her" Jack streckte die Arme aus und zog Sam an sich, ehe sie reagieren konnte. Im ersten Moment war sie verkrampft, doch dann spürte er, wie sie sich langsam entspannte und tiefer in seine Umarmung glitt. Sie vergrub ihr Gesicht an seinem Hals und Jack spürte, wie ein Zittern durch ihren Körper ging, als er genau das bekam, wonach er so dringend verlangte. Nähe. Kontakt. Zuneigung. Langsam und sanft begann er über ihren Rücken zu streichen. Als Antwort darauf schlang Sam die Arme um seinen Hals. Jack schloss die Augen, als sich ein Gefühl von Wärme in seinem Inneren ausbreitete. Er hatte es für sie getan, doch plötzlich begriff er, dass er diese Umarmung genauso dringend nötig hatte wie Sam. Lange standen sie einfach nur da und hielten einander. Sams Hände glitten sanft auf seinem Rücken auf und ab, beinahe synchron mit seinen eigenen. Sanft, zärtlich, sich jeder einzelnen Bewegung bewusst. Jack vergrub sein Gesicht in ihrem Haar, atmete den frischen Duft ihres Haarshampoos ein und seufzte leise. Plötzlich hielt Sam in ihren Bewegungen inne und begann sich aus seiner Umarmung zu lösen. Jack konnte gerade noch ein Winseln unterdrücken, dass durch den plötzlichen Verlust an Körperkontakt in ihm aufstieg. Sie wich ein Stück von ihm zurück, aber nicht weit genug, dass es einer Flucht glich.
Sam schloss die Augen und versuchte, sich klar zu werden, ob es nun gut oder schlecht war, dass sie seine Hände immer noch auf ihrem Rücken spüren konnte, obwohl er sie längst nicht mehr berührte. Sie blinzelte als sie eine Bewegung spürte. Jack hatte die kurze Distanz, die sie zwischen sich und ihn gebracht hatte überwunden, doch er berührte sie nicht. Stattdessen sah er sie ernst an, so ernst, wie sie ihn selten erlebt hatte. "Besser?" Sam nickte schweigend und senkte den Kopf, als ihr langsam bewusst wurde, wie schwach sie ihm in diesem Moment vorkommen musste. Sam schämte sich dafür. "Hey." Sie spürte seine Hand an ihrem Kinn, als er sanft ihren Kopf hob, so dass sie ihn ansehen musste. Der ernste Gesichtsausdruck war immer noch da. "Das ist alles nur kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil. Und wann immer Sie dieses Gefühl haben aus der Haut zu fahren und Dad oder Cassie oder Janet nicht greifbar sind, dann kommen Sie zu mir, ist das klar? Denn dazu sind Freunde da." Seine Worte brachen den Damm, rissen die letzten Mauern ein, befreiten einen ganzen Schwall an Gefühlen aus dem Gefängnis tief in ihrer Seele. Mit einem Schluchzen warf sie sich in seine Arme, presste die Augen fest zusammen und schlang die Arme um seinen Körper. Sie spürte, wie er sie an sich zog, ihr Haar küsste, ihren Rücken streichelte und ihr sanft zuflüsterte, dass alles wieder gut werden würde, dass er hier war und dass er sie halten würde, so lange sie es brauchte. "Gott, Sir, es tut so weh", stieß sie zwischen zwei Schluchzern hervor. "Ich weiß, Carter, ich weiß", flüsterte er und trotz ihres eigenen Schmerzes, nahm sie doch das Zittern in seiner Stimme wahr. Es war nur ganz schwach und jemand anderer als Sam hätte es sicher nicht einmal bemerkt. Ihre Tränen versiegten, als das Bedürfnis größer wurde, seine Pein zu lindern. Sie löste sich von einer Brust und sah zu ihm auf. Für den Bruchteil einer Sekunde konnte sie den Schmerz sehen, den sie in seiner Stimme gehört hatte, doch dann hatte er sich wieder unter Kontrolle. Seine rechte Hand strich sanft über ihre Wange und wischte eine letzte Träne von ihrer Haut. Sams Hand legte sich über seine und Jack blinzelte überrascht. "Das gleiche gilt auch umgekehrt, Sir." Für eine Sekunde sah er sie verwirrt an, nicht sicher, was sie damit meinte. Dann begriff er. Gott, womit hatte er es verdient, so einen Menschen wie Sam zu kennen? Egal was mit ihr gerade geschah, sie war immer für alle anderen da. Für ihn da. Er lächelte und senkte die Hand. Sams nutzte die Gelegenheit ihre Hand in seine zu schieben. Beide sahen für einen Moment auf ihre Hände. Dann fragte Sam leise. "Wie ...?" Jack schüttelte den Kopf. "Wenn es schlimm wird? So schlimm, dass mir jeder Millimeter Haut schmerzt? So schlimm, dass ich mit Absicht fester auftrete, damit mein Knie weh tut, nur um etwas anderes zu spüren als dieses Brennen auf der Haut?" Sam zog es das Herz zusammen und sie drückte seine Hand. Jacks Blick war ins Leere gerichtet, verloren in der Erinnerung an zahllose einsame Tage und noch einsamere Nächte. "Wenn es so schlimm wurde, hab ich die Tür abgesperrt, den Schlüssel unters Kissen gelegt und mich in eine Ecke gesetzt, bis es vorbei war." Sam schloss die Augen, seine Worte schnürten ihr die Kehle zu. Jack starrte an Sam vorbei ins Leere oder in die Vergangenheit, sie war sich da nicht sicher. Ihre Hand hielt noch immer die seine. Vorsichtig löste sie sich aus seinem Griff, nur um Sekunden später seine Wange zu berühren. Die Bewegung hatte den gewünschten Effekt: Jack blinzelte und sein Blick kehrte ins hier und jetzt zurück. Er drehte den Kopf um sie anzusehen und lehnte dabei wie zufällig nur noch tiefer in ihre Berührung hinein. Er sagte kein Wort, sah sie nur aus großen dunklen Augen an. Nichts an diesen Augen wies in diesem Moment auf den sarkastischen, abgeklärten Soldaten hin, der er noch vor wenigen Stunden gewesen war. Sams Herz machte einen Sprung, als sie erkannte, dass er - ob mit Absicht oder nicht - alle Schranken hatte fallen lassen. Unsicherheit, Hoffung, Angst, Einsamkeit, aber auch Dankbarkeit, Vertrauen und ein Gefühl, das allein für sie reserviert war. All das konnte sie in seinem Blick lesen. Gott, er hatte mehr durchgemacht, als jeder andere Mensch, den sie kannte. Es erstaunte sie immer wieder, wie er es geschafft hatte, nach all dem immer noch er selbst zu sein. Immer noch so viel Gefühl in sich zu tragen. Sam war sich nicht bewusst, was sie tat, bis sie merkte, dass sie sich nach vorne beugte. Ihre Hand ruhte immer noch auf seiner Wange, zog ihn jedoch gleichzeitig sanft in ihre Richtung. Sam schloss die Augen, als ihre Lippen die seinen berührten. Der Kuss war so sanft, dass Sam fast davon überzeugt war, dass Jack, wenn sie die Augen wieder öffnen würde, immer noch ein Stück von ihr entfernt stehen und sie verwirrt anstarren würde. Doch dann spürte sie die Hand, die langsam an ihrem Hals entlang glitt und in ihrem Nacken zum stillstand kam. Spürte, wie seine Lippen den Druck auf die ihren verstärkten, ohne dabei irgendetwas zu fordern, sondern vielmehr als müsse auch er sich erst beweisen, dass das hier wirklich geschah. Der Kuss endete so sanft wie er begonnen hatte und Sam hielt die Augen fest geschlossen, während sie versuchte, diesen Moment festzuhalten. Seine Hand ruhte noch immer in ihrem Nacken und sandte angenehme Wärme ihren gesamten Rücken hinunter. Sams Hand, die noch immer auf seiner Wange lag, wanderte seinen Hals entlang, bis sie seinen Nacken erreicht hatte. Sam seufzte still, als er dem ersten einen zweiten Kuss folgen ließ und diesmal bestand kein Zweifel daran, dass das hier die Realität war. Sie verstärkte den Druck auf seine Lippen und Jack erwiderte ihren Vorstoß seinerseits damit seine Hand von ihrem Nacken zu lösen, sanft an ihrer Seite heruntergleiten zu lassen und ihre Taille zu umfassen. Mit beiden Händen zog er sie näher zu sich heran. Sam schlang die Arme um seinen Hals, während ihre Lippen sich teilten und sie ihm bereitwillig Einlass gewährte. Hitze raste durch ihren Körper als der Kuss tiefer wurde, als seine Hände über ihren Rücken glitten, während die ihren seinen Nacken sanft streichelten. Nach einer scheinbaren Ewigkeit lösten sie sich voneinander und Sam musste sich daran erinnern bewusst zu atmen, wenn sie nicht ersticken wollte. Ihr Herz schlug bis in den Hals und obwohl ihr klar war, dass sie eigentlich sofort und auf der Stelle das Weite suchen sollte, weigerten sich ihre Hände beharrlich ihren Ruheplatz an seinem Nacken zu verlassen. Die Augen immer noch geschlossen, lauschte sie in die Stille, darauf gefasst, ihn sagen zu hören, dass das hier falsch war. Doch alles, was an ihre Ohren drang, war sein Atem und der ihre und das leise Geräusch des einsetzenden Regens. Plötzlich lag seine Stirn an ihrer Stirn und die Geste war so sanft und intim, dass Sam am liebsten geweint hätte. Und plötzlich verstand sie. Das war der Unterschied. Was auch immer heute Nacht geschah oder auch nicht geschah, es hatte eine Bedeutung. Eine Bedeutung die weit über körperliche Berührung hinausging. Diesen Moment würde sie nie wieder im Leben vergessen. Ebenso wenig wie den nächsten.
Jacks Hand rutschte an ihrer Taille entlang, er versuchte sich zu zwingen sie loszulassen, etwas Abstand zu schaffen, denn das hier war zu weit gegangen, viel zu weit um es als simples Trostspenden in Zeiten der Not zu bezeichnen. Er konzentrierte sich darauf, seine Hand von dem Pullover zu lösen. Die Hand rutschte tiefer, nicht willens den Kontakt abrupt abzubrechen. Und in dem Moment, als sie es tun wollte, geschah es. Seine Finger, bereits auf dem Weg weg von ihrem derzeitigen Pfad, berührten plötzlich nicht mehr den weichen Stoff des Pullovers, sondern den Körper, den er eigentlich hätte bedecken sollen. Ein heißes Kribbeln raste durch Jacks Arm hinauf in seinen Körper und er schloss die Augen, um den Ansturm der Gefühle, die diese einfache Berührung ausgelöst hatte, zu bewältigen. Er war unfähig seine Hand von Sams Körper zu lösen, gefangen in der Hitze und dem Verlangen, das ihn plötzlich durchflutete. Die Hand begann sich zu bewegen, tiefer unter den Pullover hinunter, sanft über nackte Haut streichend. Sein Herz pochte beinahe schmerzhaft in seiner Brust, als er Sam leise keuchen hörte und ein Zittern durch ihren Körper lief.
Seine sanfte Berührung hinterließ ein heißes Kribbeln auf ihrer Haut, das sich bis in ihre Magengrube fortsetzte und ihren Atem schneller gehen ließ. Die Augen immer noch geschlossen, verlor sich Sam in seiner Berührung, während seine Hand langsam unter dem Pullover über ihren Bauch wanderte. Sams eigene Hände machten sich selbstständig, suchten nach dem Rand seines T-Shirts und schlüpften binnen Sekunden darunter. Sie spürte, wie Jack die Muskeln anspannte, als ihre Finger über seinen Bauch strichen und weiter nach oben wanderten, langsam seine breite Brust erkundeten, wie sie es sich in zahllosen Nächten gewünscht und vorgestellt hatte. Er keuchte leise und dann waren seine Lippen plötzlich wieder auf ihren, fest und gleichzeitig weich, fordernd und doch gleichzeitig willens alles zu geben. Sam stöhnte leise, als seine Zunge in ihren Mund vorstieß, während seine zweite Hand dem Weg der ersten unter den Pullover folgte. Immer tiefer und tiefer verlor sie sich in ihrem Verlangen, seine Lippen, seine Zunge, seine Hände riefen in ihr Gefühle hoch, die sie in dieser Intensität vielleicht noch nie gespürt hatte. Sam packte den Saum seines T-Shirts und zog es hoch. Für den kurzen Moment, den es dauerte, das T-Shirt über seinen Kopf zu ziehen, trennten sich ihre Lippen, nur um dann in einer noch innigeren Berührung wieder zusammenzufinden. Sams Hände wanderten frei über seinen nackten Oberkörper, erkundeten jeden Zentimeter seiner Haut, ließen ihn unter ihrer sanften Berührung immer wieder erschauern.
Jack beschloss, dass es an der Zeit war gleichzuziehen. Er packte den Pullover und das Top, das Sam immer noch darunter trug gleich dazu und befreite sie von den Kleidungsstücken. Im gleichen Moment öffnete er die Augen und das Bild, das sich ihm bot, ließ ihn schwindlig werden. Sam stand neben ihm, die Augen geschlossen, die Wangen gerötet. Sie trug nur noch einen einfachen schwarzen BH, der jedoch mehr freigab als Jack jemals auch nur gehofft hatte zu sehen. Ihre Brust hob und senkte sich schnell und hart. Jack schluckte. Sam, die seine Berührung vermisste, öffnete die Augen. Jack hielt den Atem an. Ihre blauen Augen waren dunkel vor Verlangen. Verlangen nach ihm. Jack konnte die Tragweite dieser Tatsache nicht einmal ansatzweise fassen. "Jack?" Ihre Stimme war nicht mehr als ein Flüstern, doch ihr Klang streichelte sanft Jacks Seele, die sich so sehr danach gesehnt hatte, von ihr gerufen und berührt zu werden. Für einen Moment war sein Verlangen betäubt von einem unbändigen Gefühl der Liebe und Dankbarkeit. Jack zog sie an sich, schlang die Arme um ihren Körper und vergrub sein Gesicht an ihrer Halsbeuge, während ein tiefer Seufzer seine Kehle verließ.
Sams anfängliche Verwirrung über den plötzlichen Gefühlswechsel legte sich schlagartig, als sie begriff, was ihn ausgelöst hatte. Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen drehte sie ihren Kopf, bis ihr Mund an seinem Ohr lag. "Jack." Sie hauchte einen Kuss auf sein Ohr und begann mit ihren Lippen den Weg seinen Hals hinunter zu erkunden. Jack schloss die Augen, als eine neue, noch größere Welle des Verlangens seinen Körper überflutete. Seine Hände wanderten sanft streichelnd ihren Rücken hinauf über ihre Schultern und ihre Arme hinunter. An den Handgelenken hielt er einen Moment inne, ehe sich seine Hände um ihre schlossen, die Finger ineinander verflochten. Sam überwand die wenigen Zentimeter, die sie noch voneinander trennten, als sich ihre Lippen von seinem Hals lösten. Das Feuer in seinem Inneren loderte hell auf, als sich ihre Körper berührten, Haut an Haut rieb und ihre Hände, die über seinen Rücken strichen schließlich in die hinteren Taschen seiner Hose glitten und mit sanftem Druck streichelten. Es war fast mehr als er ertragen konnte. Jack stöhnte, als ihre Lippen sich auf die seinen pressten und ihre Zunge den Weg in seinen Mund fand. Der Kuss war leidenschaftlich und lang und der einzige Grund, warum er schließlich endete, war das Verlangen ihrer beider Lungen nach Sauerstoff. Schwer atmend standen sie aneinandergeschmiegt in der Mitte des Raumes, ihre Stirn an seine gelehnt, die Augen geschlossen. "Sam?" Er wusste, dass er die Frage jetzt stellen musste, doch er traute seiner Stimme die Aufgabe in seiner augenblicklichen Verfassung nicht zu. Sams Hände glitten aus seinen Hosentaschen und schlossen sich um seine Hände. Er hatte gehofft diese Antwort zu erhalten. Jack machte einen Schritt zurück und unterdrückte den Impuls ein enttäuschtes Stöhnen auszustoßen, als er den Körperkontakt zu Sam verlor. Hand in Hand legten sie schweigend die wenigen Meter bis zu Jacks Schlafzimmer zurück. Vor der Tür blieb Jack noch einmal stehen und blickte sie ernst an. Wieder brauchte es keine Worte, zu erklären, was ihn bewegte. Die Entscheidung lag bei ihr und wie immer sie ausfiel, er würde sie akzeptieren. Sam lächelte, erneut erstaunt über die Sanftheit, die sie zwar stets hinter diesen wunderbaren braunen Augen vermutet, doch nur allzu selten zu Gesicht bekommen hatte. Sie löste ihre rechte Hand aus seiner und drückte langsam die Tür auf. Sie schwang auf und Sam und Jack folgten ihr mit ihren Augen, beide bewusst, wie viel Symbolkraft in dieser einfachen Bewegung steckte.
Jack zog Sam an sich und küsste sie sanft, während seine Hände über ihren Rücken strichen und fast beiläufig den Verschluss ihres BHs öffneten. Das Kleidungsstück flatterte geräuschlos auf den Boden. Sam schloss die Augen, als ihr Rücken die kühlen Laken berührten und ihre Sinne den Geruch, der einfach nur Jack war in jeder Faser des Lakens und Kissens wahrnahmen. Sie spürte wie sich die Matratze bewegte, als er sich neben sie legte, sein Atem plötzlich heiß an ihrem Hals und seine Hände auf ihrem Körper. Sie strichen über die weiche Haut in kleinen Kreisen, bewegten sich höher und höher ihren Körper hinauf. Sam presste die Augen fester zusammen, als die Hitze seiner Berührung sie erzittern ließ. Nicht lange und seine Lippen folgten dem Pfad, den seine Hände zuvor genommen hatten. Mit federleichten Küssen arbeitete er sich ihren Körper hinauf. Sam vergrub eine Hand in seinem Haar und die andere in dem Bettlaken, ein hoffnungsloser Versuch ein Ventil für die Gefühle zu finden, die seine Berührungen in ihr auslösten. Langsam und sanft liebkoste er sie, ihr lauter und schneller Atem für ihn beinahe stimulierender als eine Berührung. Beinahe. Sams Hände waren plötzlich auf seinem Rücken, zeichneten die Muskeln in seinen Schultern nach, wanderten seinen Körper hinab und pressten seinen Unterleib gegen den ihren. Jack stöhnte bei dieser Berührung auf und seine Lippen ließen von ihr ab. Sam nutzte seine kurze Hilflosigkeit, um ihre Positionen umzukehren. Jack keuchte überrascht auf, als er sich plötzlich auf dem Rücken wiederfand, Sam, die gerade noch in seinen Armen gelegen hatte, plötzlich über ihm. Sie grinste ihn kurz an und Jack spürte, wie sich ein ähnlicher Ausdruck in sein Gesicht stahl. Doch der Schalk, der in seinen Augen saß, flüchtete im gleichen Moment, als ihre Lippen auf seine Brust trafen und eine mehr als angenehme Wärme hinterließen, an jeder Stelle, an der sie ihn berührten. Jack schloss die Augen und drehte hilflos den Kopf zur Seite, als Sams Hände unter den Bund seiner Jogginghose schlüpften und das Toben in seinen Lenden beinahe schmerzhaft wurde. Wie Jack seine Hose loswurde und wie sich Sam ihrer Jeans entledigt hatte, wusste er hinterher nicht mehr. Für einen Moment war sie verschwunden gewesen und dann waren ihre Lippen und Hände zurück auf seinem Körper und Jack griff plötzlich keuchend nach ihrer Hand, um sie an eine etwas weniger empfindliche Stelle zu manövrieren, doch Sam ließ sich nicht beirren. Jack warf den Kopf zurück und keuchte hilflos. "Gott, Sam...." Er wollte einen weiteren Versuch unternehmen, ihre Hand wegzuziehen, doch seine Arme waren aus Gummi und ließen sich keinen Millimeter bewegen. Hilflos ihrer Berührung ausgeliefert schloss Jack die Augen und hoffte, dass seine Black Ops Ausbildung ihm auch in dieser Situation in Sachen Selbstbeherrschung helfen würde. Nach einer scheinbaren Ewigkeit in einem Strudel aus Hitze und Verlangen ließ Sam von ihm ab und in der Sekunde, als ihre Hände seinen Körper verließen, öffnete er die Augen, packte ihre Arme und mit einer einzigen sanften und doch kraftvollen Bewegung drückte er sie auf die Matratze. Bevor Sam auch nur die Chance hatte zu reagieren, waren seine Lippen an ihrem Hals und seine sanften Küsse an Hals und Nacken ließen sie erschaudern. Sie merkte kaum, wie seine Hände ihr den schwarzen Slip von den Hüften zogen. Sam keuchte, als sich seine Lippen von ihrem Hals abwärts bewegten, immer weiter ihren Körper hinunter und dann kurz vor ihrem scheinbaren Ziel wieder nach oben. Sam wollte vor Frustration aufstöhnen, doch dann strich seine Hand über die Innenseite ihres linken Schenkels und sie keuchte, als er sie endlich dort berührte, wo das Verlangen am Größten war. Sam drückte mit einem Stöhnen den Kopf tiefer in das Kissen. Ihr Atem ging inzwischen stoßweise und in ihrem Unterleib begann sich die Hitze zusammenzuballen. Unbewusst drückte sie ihr Becken in Richtung seiner Hand. Er brachte sie fast um den Verstand. "Jack, bitte..." Jack zitterte innerlich wie äußerlich, als er das Verlangen in ihrer Stimme hörte. Er schob seinen Körper über ihren und fing ihre Lippen mit den seinen ein. Als der Kuss endete, öffnete Sam die Augen und hielt den Atem an, als das erste, was sie sah, ihr eigenes Verlangen war, dass sich in seinen Augen spiegelte. Für einen Moment hielten sie beide inne, so als müssten sie sich erst wirklich darüber klar werden, dass das hier kein Traum war. Dann bewegte sich Jack und Sam schloss die Augen, als er in sie eindrang, langsam und doch kraftvoll. Gott, fühlte sich das gut an. Gut und richtig. Ihre Hände umfassten seine Schultern, zogen ihn für einen weiteren Kuss zu sich hinunter. Als Jack begann sich in ihr zu bewegen floh jeder bewusste Gedanke aus Sams Verstand. Alles, was sie noch wahrnahm, waren die Gefühle, die dieser Mann in ihr auslöste, das Kribbeln und Ziehen in ihrem Unterleib und ihr heftiger Atem, der sich mit seinem vermischte. Ihre Bewegungen wurden schneller und als Jacks Lippen flüchtig über ihren Hals strichen, als er zwischen Keuchen und Stöhnen ihren Namen flüsterte, begann die Welt um Sam sich aufzulösen und sie fiel in den tiefen Strudel aus Ekstase, Hitze und Gefühl. Mit seinem Namen auf ihren Lippen ließ sie sich fallen und er folgte ihr nur Sekunden später, als ihn Gefühle von einer Intensität überrollten, die er noch nie zuvor gespürt hatte. Sam strich ihm sanft über den Rücken, bis die letzten Wellen der Ekstase verebbt waren und sein Körper sich entspannte. Sie genoss es, sein ganzes Gewicht auf sich zu spüren und zog ihn noch näher an sich heran. Jack ruhte einige Momente in ihrer Umarmung, dann begann er sich zu drehen und zog Sam mit sich, bis sie in seinen Armen lag. Jack stubste sie sanft mit der Nase an. "Hey." "Selber hey." "Alles klar?" Sie lächelte sanft und diesmal konnte Jack das Lächeln in den Tiefen ihrer blauen Augen sehen, ehe sie die Lider schloss und den Kopf an seiner Schulter vergrub. "Bestens", murmelte Sam, während sie langsam in den Schlaf hinüberglitt, mit dem vollen Wissen, dass der Schmerz auf ihrer Haut und in ihrer Seele nicht am nächsten Morgen und vielleicht sogar niemals wieder zurückkehren würde.
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