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2002© by Sam23 ()
Colonel Jack O'Neill seufzte und starrte den Mann, der ihm gegenüber saß mit einem frustrierten Gesichtsausdruck an. "Whoa, Danny, langsam. Das ist eine Party! Du sollst hier relaxen. Spaß haben!" Dr. Daniel Jackson blinzelte verwirrt. "Aber Jack... ich habe Spaß." Jack rollte mit den Augen und schüttelte den Kopf. "Kann dem Kerl bitte jemand erklären was Spaß ist?", fragte er. Jack deutete auf die Frau neben ihm, die gerade einen Schluck von ihrem Bier nahm. "Da, siehst du? Sogar Carter hat Spaß. Und wenn sie aufhören kann zu arbeiten, dann kannst du das auch." "Ich arbeite doch gar nicht." Daniels Verwirrung wuchs. "Wer hat was von Arbeit gesagt? Ich wollte nur darauf hinweisen, dass..." "AH!!" Jack wedelte mit den Händen vor Daniels Gesicht herum und brachte ihn damit zum Schweigen. "Du tust es schon wieder! Kein darauf hinweisen, dass, kein annehmen dass, kein theoretisieren oder konkretisieren! Und das ist ein Befehl, verstanden?" "Du kannst mir nicht befehlen, einen Satz umzuformulieren." "Aber ich kann dir befehlen die Klappe zu halten." Major Sam Carter musste sich das Lachen verkneifen. Sie grinste breit. Jack und Daniel waren wieder einmal in Höchstform heute Abend. Sam sah sich um. Die Uhr über dem Tresen zeigte, dass es noch 30 Minuten bis Mitternacht waren. Es war fast soweit. Sams Blick schweifte durch den überfüllten Raum. Die komplette Crew des SCG schien auf dieser Sylvesterparty zu sein - und alle schienen ihren Spaß zu haben. Sam entdeckte Janet Fraiser in einer Ecke, die sich mit einem hübschen jungen Captain unterhielt. Nicht weit entfernt stand General Hammond und lachte gerade lauthals über einen Witz, den Simmons ihm erzählt hatte. Es war komisch den General in Zivil zu sehen, aber Sam beschloss, dass der Anblick ihr gefiel. Jemand berührte ihren Arm. Sam drehte den Kopf und blickte in Jack O'Neills fröhliches Gesicht. Er lächelte. "Da ist jemand, der wirklich Spaß hat", stellte Jack fest und gestikulierte in Richtung des Generals. Sam nickte und erwiderte das Lächeln. "Ja, er scheint ziemlich relaxt heute." "Genau wie Sie." Sam blinzelte und legte den Kopf schräg. "Und was soll das jetzt bitte heißen?" Jack zuckte mit den Schultern. "Sie wissen schon. Sie waren in letzter Zeit ziemlich ... angespannt, wenn Sie so wollen." "Also ich würde sagen, wenn man bedenkt, wie viel Arbeit ich hatte, war ich immer noch ziemlich relaxt." Jack schnaufte abfällig. "Ja, klar. Und ich habe gerade eine Million Dollar gewonnen", erwiderte er ironisch. "Hey!" Als Antwort auf seinen Kommentar boxte Sam ihn in die Schulter. Er lachte und schüttelte den Kopf. JETZT war sie wirklich entspannt. Andernfalls hätte sie sich das niemals getraut. Und da war noch etwas, das Jack aufgefallen war: Sie hatte ihn in den letzten zehn Minuten nicht einmal Sir genannt. Das war nun wirklich ein gutes Zeichen. Sie wandte sich um zu Daniel, der ihr eine Frage stellte. Jack sah sie an. Gott, sie war so umwerfend, wenn sie einem dieses Lächeln schenkte, dachte Jack. Er warf einen kurzen Blick zur Tanzfläche, auf der es von Paaren nur so wimmelte. Normalerweise war er kein großer Tänzer, aber heute dachte er, es könnte Spaß machen. Die Musik war nicht schlecht. Jack blickte zurück zu Sam. Sie bemühte sich Daniel zuzuhören, aber Jack sah, dass sie eigentlich nur darauf wartete, dieses Gespräch über alte Inschriften und noch ältere Steine beenden zu können. Jack schob seinen Stuhl zurück, stand auf und griff nach Sams Arm. "Sorry, Danny, aber es sieht so aus, als müsste ich Carter vor deinem Gebrabbel retten." Ehe Daniel auch nur protestierten konnte, hatte Jack Sam von ihrem Stuhl hochgezogen und dirigierte sie in Richtung Tanzfläche. Sam drehte sich kurz zu Daniel um, zuckte entschuldigend mit den Schultern und stolperte hinter Jack her. Mit einer Eleganz, von der Sam niemals vermutet hatte, dass Jack O'Neill sie besitzen würde, zog er sie in seine Arme und sie tanzten. Sam lächelte ihn glücklich an und zwinkerte. "Danke für die Rettung, Sir, aber ich hätte mich schon selbst wehren können." "Ich weiß, aber ich konnte mit die Gelegenheit einfach nicht entgehen lassen, wenigstens einmal den Ritter in der schimmernden Rüstung zu spielen." Sam lachte und er zwinkerte ihr grinsend zu. Sam konnte seine Hand an ihrer Hüfte fühlen. Er zog sie näher zu sich heran. Gott, das ist ein Traum, der wahr wird, dachte Sam. Sam ließ es zu, dass er sie eng an sich zog, legte ihren Kopf an seine Schulter und schlang die Arme um seinen Hals. Wie gut, dass er genau diesen Moment gewählt hatte, sie zum Tanzen aufzufordern. Aus den Boxen wehte ein Liebeslied zu ihnen herüber. "Crash and burn" von Savage garden, registrierte ein Teil von Sam. Der andere Teil war voll und ganz auf den Mann in ihren Armen konzentriert. Sie wusste, dass Jack lächelte, auch wenn sie sein Gesicht nicht sehen konnte. Sam schloss ihre Augen und versuchte diesen perfekten Moment, den sie gerade mit ihm teilte für immer festzuhalten. Sie wollte nie wieder vergessen, wie es sich anfühlte ihm so nahe zu sein. Plötzlich hörte sie ihn mit sanfter Stimme flüstern. "Das hier ist perfekt." "Ja, das ist es", antwortete sie und Jack zog sie noch ein Stück enger an sich heran. Er seufzte. "Weißt du was?" "Was?" "Es ist gut zu wissen, dass es noch da ist." Dem konnte Sam nur zustimmen. Während der letzten Monate, ach was, während des letzten Jahres hatten sie so krampfhaft versuchte ihre Gefühle zu verstecken, dass Sam bereits befürchtet hatte, sie nie wiederfinden zu können. Aber dieser Moment war der Beweis dafür, dass ihre Gefühle noch da und sehr lebendig waren. Sie seufzte, als sie fühlte, wie Jack ihr zärtlich über den Rücken strich. Das war der perfekte Moment.
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Daniel beobachtete seine beiden Freunde auf der Tanzfläche und lächelte. Mann, die beiden sahen wunderbar zusammen aus. Er schielte hinüber zu Teal'c und bemerkte, dass er ebenfalls das Paar auf der Tanzfläche beobachtete. "Die sehen toll zusammen aus, nicht wahr, Teal'c?" "Wahrhaftig, das tun sie, DanielJackson." Daniel legte den Kopf schräg. "Weißt du was? Warum geben wir ihnen nicht ein wenig Privatsphäre" Teal'c zog eine Augenbraue hoch. "Ich meine", erklärte Daniel. "Warum stehen wir nicht auf und gesellen uns vielleicht zu SG4 da drüben?" "Das werden wir", antwortete Teal'c und stand auf.
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Nach drei weiteren Songs, von denen der letzte ein sehr schneller, sehr heißer Mambo gewesen war, stolperten Sam und Jack zurück zu ihrem Tisch. Sie waren beide ein wenig außer Atem und mussten sich vor Lachen gegenseitig stützen, um nicht zu fallen. Jack wischte sich die Tränen aus den Augen und sah sich um. "Hey, wo sind denn die anderen?" "Keine Ahnung, vielleicht tanzen?" Die Bemerkung ließ Jack O'Neill erneut in Lachen ausbrechen. "Ich stelle mir gerade vor, wie Daniel und Teal'c tanzen. Das muss ein Anblick sein..." "Ja und Teal'c führt. Wetten?" Sam kicherte. Sie fühlte sich so wohl, vollkommen im Einklang mit sich und der Welt um sie herum. Sie konnte sich kaum erinnern, wann ihr dass das letzte Mal so gegangen war. Dann bemerkte sie, dass Jack sie anstarrte. "Was?" "Gar nichts.", erwiderte Jack, ohne den Blick von ihr zu nehmen. Sam fühlte, dass sie drohte rot zu werden, aber es störte sie nicht. Ein Gedanke nahm in ihrem Bewusstsein Gestalt an. Heute Nacht ist es mir egal. Heute Nacht geht es nicht um Regeln und Vorschriften, sondern um Spaß und Freundschaft und Tanzen und ... Und dann verschwand jeder Gedanke aus ihrem Bewusstsein, als ihr Blick seinen traf. Sie sahen einander an und der Kontakt war so intensiv, dass Sam jedes Gefühl für Zeit und Raum verlor. Die Stimmen um sie herum wurden immer leiser, bis nichts mehr in ihrem Universum existierte als der Mann, der neben ihr saß. Sam fühlte, wie seine Hand die ihre suchte und sanft drückte. In dieser Berührung lag ein Versprechen, dass Sams Herz schneller schlagen ließ. Er wollte gerade etwas sagen, doch plötzlich änderte sich sein Gesichtsausdruck und er ließ hastig ihre Hand los.
"Und wie geht es Ihnen beiden heute Abend?", fragte eine vertraute Stimme. Sam sah in die Richtung, in die Jack mit einer Mischung aus Ärger und Schuld blickte. Der General stand neben ihrem Tisch. Sam fluchte innerlich. Warum? Warum? Warum? Von allen Leuten hier im Raum, warum hatte er ausgerechnet sie jetzt ansprechen müssen? Sam fühlte eine Welle der Angst über sich hereinbrechen. Hatte er sie tanzen gesehen? Natürlich hatte er das! Sam wollte laut fluchen. Es war nicht fair! Sie hatten nichts Verbotenes getan. Sie hatten diese paar Minuten des Glücks verdient! Warum musste der General ihnen das wieder nehmen? Langsam, Sam, vielleicht will er nur Small-Talk machen und es hat gar nichts damit zu tun, sagte sie sich, aber überzeugt war sie davon ganz und gar nicht. Sie schielte zu Jack hinüber. Er wirkte genauso alarmiert wie sie. Er räusperte sich und gestikulierte dem General sich zu setzen. "Äh, Sir, warum nehmen Sie nicht ein paar Minuten bei uns Platz?" "Danke, Colonel." Hammond setzte sich. Jack starrte auf den Tisch, Sam auf die Uhr an der Wand. Zehn Minuten bis Mitternacht. Sie vermied es Jack oder den General direkt anzublicken, aus Angst, dass man ihr ihre Gefühle ansehen würde. Die Stille am Tisch wurde immer unangenehmer. ONeill räusperte sich erneut. Der General faltete die Hände und lächelte. "Haben Sie schon gehört? Captain Perkins verlässt uns." "Äh, nein, Sir, warum?", fragte Jack und versuchte dabei so gut es ging interessiert zu klingen. Wie es aussah, war der General wirklich nur auf Small-Talk aus. "Nun, sie hat sich wohl in den Austauschoffizier aus Washington verliebt." Aus den Augenwinkeln sah Jack Sam zusammenzucken. "Sie hat was?" fragte Jack und versuchte dabei krampfhaft nicht zu Sam hinüber zu sehen. Der General nickte. "Das hat sie mir erzählt. Anscheinend sind die beiden schon seit sechs Monaten zusammen, inklusive der Zeit, in der sie im gleichen Team waren." "Was Sie nicht sagen", erwiderte Jack unsicher. Ihm gefiel gar nicht, in welche Richtung sich das Gespräch entwickelte. Dem General schien nicht aufzufallen wie nervös Sam und Jack plötzlich waren. Er lächelte: "Sie bekommt ein Kind und ich soll das Pate sein, stellen Sie sich das mal vor. Und ich freue mich sehr darauf." Jack blinzelte. Hammond schien nicht wütend zu sein. Jack warf Sam einen hilfesuchenden Blick zu, doch sie sah nicht in seine Richtung. Als Jack seine Aufmerksamkeit wieder auf den General lenkte, fragte er vorsichtig: "Also macht es Ihnen nichts aus, Sir? Ich meine, dass sie eine Beziehung hatten? Und im gleichen Team waren? Ich meine, die Vorschriften ..." Jack verstummte. Sams Herz schlug plötzlich so hart gegen ihren Brustkorb, das es schmerzte. Der General lächelte und schüttelte den Kopf. "Ich werde Ihnen etwas verraten, Jack. Sehen Sie sich um. Was sehen Sie?" Jack zuckte mit den Schultern "Sir?" "Die Leute sind glücklich, Jack. Und das ist es, was mir wichtig ist. Dass die Leute, die unter mir dienen, glücklich sind." Hammond lächelte, dann wurde er plötzlich ernst und blickte von Jack zu Sam und wieder zurück. "Und solange es keinen negativen Einfluss auf ihre Arbeit hat, will ich gar nicht wissen, wo dieses Glück herkommt. Haben wir uns verstanden?" Und damit stand er auf, grinste die beiden verblüfft dreinschauenden Offiziere an und verschwand in der Menge.
Jack stieß den angehaltenen Atem aus. Sam starrte ihn an. Er starrte Sam an. Dann blinzelte er. "Was zum Teufel war das?" "Keine Ahnung" "Hat er gerade gesagt, was ich denke, dass er gesagt hat? "Keine Ahnung." "Hey, Sie sind hier das Genie. Also?" Sam schüttelte den Kopf. "Ich bin sicher, er wollte nur..." Jack seufzte und kratze sich am Kopf. "Ja, glaube ich auch. Er wollte nur Konversation betreiben. Das war nicht auf uns gemünzt." Sie sahen sich schweigend an. Dann flüsterte Sam: "Sind Sie sicher?" "Sind Sie es?" "Eine Minute noch, Leute" Janet rannte an ihrem Tisch vorbei. "Wo steckt Daniel? Ich muss doch jemanden um Mitternacht küssen!" Jack sah Sam an. Sam sah Jack an. Dann flüsterte er. "Nichts wie raus hier."
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Die Luft draußen war schneidend kalt. Jack schloss die Tür hinter ihnen, doch sie konnten immer noch die Stimmen und das Gelächter ihrer Freunde und Kameraden hören, die innen darauf warteten, dass es Mitternacht wurde. Sam schüttelte fassungslos ihren Kopf. "Wenn er gemeint hat, was wir denken, dass er gemeint hat..." "Yup.", stimmte Jack ihr zu griff nach ihrer Hand. Er drückte sie sanft und wartete geduldig darauf, dass sie ihn anblickte. Sam hob schließlich den Kopf. Sie sah ihm in die Augen, ihrem kommandieren Offizier, ihrem Freund, dem Mann, den sie liebte. Drinnen zählte die Menge die letzten Sekunden bis Mitternacht herunter. "Fünf, vier, drei,..." Jacks Hand berührte ihre Wange und er trat näher an sie heran. Seine Stirn berührte ihre und Sam schloss die Augen. Er war ihr so nahe, so nahe, wie er ihr niemals zuvor gewesen war. Sie konnte seinen Atem hören und spürte wie ihr Herz schneller schlug. "zwei, eins, Frohes Neues Jahr!" Seine Lippen berührten die ihren und Sam schlang die Arme um seinen Hals. Der leise Seufzer, den sie ausstieß, schien ihr seit ihrer ersten Begegnung in der Kehle gesteckt zu haben und machte sich jetzt endlich Luft. Jack vertiefte den Kuss und teilte ihre Lippen. Ihre Zungen trafen sich in einer leidenschaftlichen Umarmung und Sam zitterte. Ihre Knie wurden weich, als er sie noch näher an sich heran zog, eine Hand an ihrer Hüfte, die andere vergraben in ihrem Haar. Sie waren sich so nah in diesem Moment, dass Sam plötzlich nicht mehr wusste, wo er endete und sie begann. Als der Kuss endete, war das neue Jahr bereits drei Minuten alt. Beide atmeten schnell, ohne den Blick voneinander zu nehmen. Dann schielte Jack plötzlich auf seine Uhr. Als er wieder aufsah, streichelte er sanft ihre Wange. "2002. Ziemlich gutes Jahr bis jetzt, denkst du nicht auch?" Sam lächelte ihn an und lehnte ihre Stirn gegen seine. "Das Beste. Frohes neues Jahr, Jack." "Frohes neues Jahr, Sam."
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