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Giles versus Dracula© by Kathrin (Little Shakespeare) ()
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Verträumt grinsend, humpelte Giles mit verklärtem Blick gemächlich zu seiner Wohnung. Die ganze Fahrt über waren alle witzelnden Sprüche von Buffy und Riley an ihm abgeprallt, eine Reaktion aus Schutz vor peinlichem berührt sein und nachwirkend empfundener Euphorie. Selbst Xanders Gejammer ließ ihn in diesem Augenblick völlig kalt, ebenso wie alles um ihn herum. Keine Gedanken an das Vergangene - keine Gedanken an das Bevorstehende. Sein Geist stand förmlich neben seinem Körper und er genoss den nachhaltig anhaltenden, empfundenen Schwebezustand in vollen Zügen. Sogar die Tatsache, der Legende Dracula gegenübergestanden und sie besiegten zu haben, war ihm nur halb bewusst. Einzig und allein die verführenden Berührungen seiner Gespielinnen saßen in seinem Kopf und Gliedern fest, beflügelten seine einsame Seele und berauschten den Verstand während er später die Erinnerungen und Empfindungen in seinem Tagebuch verewigte.
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...Nie und nimmer hätte ich daran zu glauben gewagt... Doch selbst ich gewinne noch neue Erkenntnisse über bestimmte Dinge, die mich verwirren. Bisher habe ich nie recht gewusst, was Shakespeare meinte, als er Hamlet sagen liess:
"Schreibtafel her, ich muss's mir's niederschreiben!"
Doch in diesem Moment, da ich mich fühle, als sei mein Körper samt Verstand in eine andere Zeitepoche versetzt und völlig aus den Fugen geraten - als sei jener Schock eingetreten, der einen durch die eigene Begierde willenlos werden lässt und in das eigene Verderben führen muss - wende ich mich meinem Tagebuch zu. Es ist ein schwacher und der einzig, wahre Versuch um Ruhe zu erlagen, um mit Hilfe genauer Eintragungen einen Weg zu finden es zu verdauen, denn noch zu unwirklich - unfassbar erscheint es mir....
Wir befanden uns auf der Suche, fanden ein Schloss was ich zuvor noch nie an diesem Ort sah. Dieses Schloss, welches nicht an diese Stelle, nicht in diese Welt gehörte - was eine besondere Faszination ausübte und beinahe zu meinem Verhängnis wurde. Ich erinnere mich verschwommen und doch auch genau...
...Ich lehnte mich gegen eine Tür, stieß sie auf und verlor den Boden unter
den Füßen. Hart spürte ich den Aufprall, Staub in meine Nase fahren, das
Rutschen der Brille auf der Nase. Welch' Tollpatsch schallte Langsam drehte ich mich um. Ich war nicht allein.
Wundervolle Geschöpfe - die mir aus Erzählungen und Büchern vertrauten waren - die berüchtigten Gespielinnen des Grafen, die wie ich bisher immer dachte, nur ein Mythos seien. Ich glaubte, als ich sie sah, es sei nur ein Traum. Ein Traum aus dem ich wohl gleich erwachen würde, doch als das Licht des Flures sie von hinten beschien, warfen sie keine Schatten. Sie kamen zu mir - tatsächlich zu mir - sahen mich - wirklich mich - eine Weile an und tuschelten miteinander. Zwei von ihnen waren dunkelhaarig, hatten hohe Nasen wie mir schon durch viele Bilder bekannt. Dunkle, stechende Augen, die im Gegensatz zu überlieferten Aufzeichnungen in Wirklichkeit fast rot wirkten. Die andere war blond - oder nein doch nicht? So weit ich weiß, hätte sie das eigentlich sein sollen, aber nein - auch sie war...? Wobei, welche Rolle spielt schon die Farbe ihrer Haare? Doch ihr Gesicht - es kam mir irgendwie bekannt vor, und zwar in Zusammenhang mit einer Angst, einer verborgenen und verdrängten Sehnsucht, die ich geträumt und schon lange verdrängt hatte, an die ich mich in diesem Augenblick jedoch nicht erinnern wollte und konnte. Alle strahlten mich an, mit blendend weißen Zähnen, die mir wie Perlen entgegen blitzen und gegen das tiefe Rot ihrer vollen Lippen abhoben. Sie strahlten etwas aus, was mir Unbehagen und Angst, aber auch gleichzeitig Sehnen und Verlangen bereitete. Ich spürte an meinem Körper eine verrückte, brennende Begierde. Eine Gier die darum bettelte von ihnen berührt und geküsst zu werden. Es ist nicht gut, das niederzuschreiben, falls es womöglich eines Tages jemand Fremden oder sogar Buffy unter die Augen kommen und ihr Zweifel bescheren sollte, aber es ist die Wahrheit und das offene Eingeständnis meiner eigenen Schwäche - dem Verlangen meines Körpers nach Berührung. Ich hörte sie miteinander flüsterten und dann lachen - kein natürliches, aber doch ein verführerisches, hartes Lachen, als könnte es niemals wirklich über die weichen Lippen eines Menschen gelangen. Es war wie der unerträgliche, prickelnde Klang eines mit Wasser gefüllten Glases, wenn geschickte Finger den Rand umspielten. Das blonde Mädchen - ja doch ich erinnere mich wieder, sie war tatsächlich blond - spielte an meinem Handgelenk und saugte sich daran fest, während eine der dunkelhaarigen, sich mit ihrem verführerisch, roten Kleid und festen Oberschenkeln direkt auf mich setzte und die andere meinen Hals samt Ohrläppchen erkundete. Oh-uh-ah... was für ein Gefühl - betäubend, sinnlich, kitzlig - schööön... kaum wirklich und schon gar nicht zu beschreiben. Es war mir nicht möglich einen klaren Gedanken zu fassen, geschweige mein Herz zu beruhigen oder den Atem gleichmäßig zu halten. Ich war ihnen haltlos - wehrlos - schutzlos ausgeliefert und hörte nur verschwommen ihre Stimmen flüstern. "Er ist attraktiv und stark; es sind für uns alle Küsse da." Worte die mich verwirrten, mir doch auch gleichzeitig schmeichelten und dazu beitrugen ihnen meinen Körper auszuliefern.
Ich versuchte mich aufzurichten und lag gleichzeitig wie versteinert, als gierige Hände mein Hemd zerrissen. In quälend freudiger Erwartung folgten meine Augen streichelnd, kratzenden - jeden Zentimeter Haut erforschenden Fingern. Ich fühlte das Gewicht und die bewusst, geschmeidigen Bewegungen der einen dunkelhaarigen Schönheit auf mir, als das andere blonde Mädchen sich über mich beugend neben mir auf die Knie sank. Beide weideten sich wahrhaftig von der Fingerspitze bis zu den Zehen an mir. Abwechselnd fühlte ich ihre Lippen, ihre Zungen und Zähne auf meiner Haut, während ich gleichzeitig den kühlen Atem der dritten im Bunde ganz nah an meinem Hals und Ohr spürte konnte.
Vorsätzliche Wollust, die zugleich erregend und abstoßend war, erfüllte den Raum und ließ mich immer willenloser, gieriger nach ihren Berührungen werden. Ich öffnete die geschlossenen Augen und blickte in eines ihrer begehrenden Gesichter, sah wie sie sich die roten Lippen wie ein Tier feucht leckte und die scharfen, weißen Zähne hervor schimmerten. Es war wie ein Rausch als sie den Kopf immer tiefer, näher zu mir senkte und ihre Lippen von meinem Mund weiter hinab, über mein Kinn bis gerade auf meine Kehle wandern ließ. Meine Finger suchten vergebens nach Halt im staubig, harten Boden als sie auch schon ergriffen und sanft knabbernd, mit kleinen Bissen liebkost wurden. Die Lippen an meiner Kehle hielten währenddessen inne und ich hörte das Geräusch einer Zunge, die über Zähne und Lippen leckte und fühlte erneut den mich heiß und kalt treffenden Hauch ihres Atems an meinem Hals. Gleichzeitig spürte ich tiefer einen winzig, schmerzlich, betörenden Biss in meiner Zehe. Kalte Finger die verborgene Stellen erkundeten und in pulsierender Erregung meine Lenden beinahe zum explodieren brachten, aber doch gleichzeitig wussten das es erst der Anfang des Spiels war. Wild schlug mein Herz gegen die Brust und rauschte das Blut durch die Adern als die Lippen an meinem Hals begannen, die Haut an meiner Kehle zum prickeln zu bringen. Ein kitzelndes, immer näher kommendes Gefühl, das die Erwartung auf etwas Unbeschreibliches kaum auszuhalten vermochte. Dann spürte ich die sanfte, bebende Berührung der Lippen auf der überempfindlichen Haut meiner Kehle, mein eigenes freudig, erwartendes - nicht mehr zu unterdrückendes Zittern und die harten Eindrücke zweier scharfer Zähne, welche sanft über meine Haut glitten und dann innehielten. Ich schloss die Augen, wollte sterben in diesem Augenblick, wollte nie mehr aufwachen und wartete - wartete mit pochendem Herzen...
Doch in diesem Augenblick vernahm ich ein Geräusch. Eine Stimme rief meinen Namen und ein Gefühl übler Ernüchterung durchschoss mich. Ich war mir der Gegenwart Rileys und meiner Rettung vor diesen grauenhaften, zerstörerischen Geschöpften bewusst, auch wenn mein willenloser Körper sich schmerzlich dagegen wehrte und auch sie sich mit enttäuschten Fauchen sträubten. Als ich klarer die Augen öffnete, sah ich einen Pflock an meiner Seite zu Boden gehen, doch ich ließ ihn liegen, war als Mann nicht in der Lage diesen Geschöpfen etwas zu tun, auch wenn es als Wächter meine Pflicht gewesen wäre. Nur schwerlich - körperlich widerstrebend - konnte ich sie von mir scheuchen, mich aufrichten und mich an der mir gereichten Hand nach oben - zurück in die Wirklichkeit - ziehen. Mein Schuh - mein fehlender Schuh - war der einzig klare Gedanke zu dem ich in diesem Moment fähig war. Ein triftiger Grund - ein süchtiges Verlangen zurück zu springen und dem Begonnenen ein Ende zu bereiten. Doch es war zu spät und vorbei - ein berauschend, sinnlicher Augenblick des menschlichen Verlangens - ein Erleben der eigenen Schwäche - ein falscher Glaube wirklich zu wissen was ich tat...
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