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Das Ende

© by Aisling ()
 
Disclaimer: Mir gehört mal wieder gar nix, so schön es auch wäre.
Dank: Wie immer an Birgitt fürs perfekte Beta und ihre Unterstützung.
Anmerkung: Es ist schwierig, dieses Fandom loszulassen, doch irgendwann muss gut sein, damit ich mich anderen Projekten zuwenden kann. - Geschafft habe ich es aber selbst mit dieser Story nicht...
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

Es war vorbei. Nie wieder würde sein Lachen zu hören sein. Er war tot.

In diesen Tagen war es zwar ungewöhnlich, dass ein Toter begraben wurde - normalerweise wurde der Leichnam verbrannt und die Asche in den Wind gestreut -, doch Chris wollte es so. Er brauchte einen Platz, an den er immer wieder zurückkehren konnte, um sich zu erinnern. Und um Edgar nicht zu vergessen.

'Nein, das stimmte nicht.' Chris verbesserte sich in Gedanken. Eddie würde er nie vergessen. Aber er wusste, dass er einen Platz brauchte, um sich an seine Wurzeln zu erinnern. Und dieser alte Friedhof mit seinen Eichenbäumen schien der richtige Platz zu sein.

Über vierzig Jahre waren sie jetzt zusammen gewesen und Chris hatte keinen einzigen Tag bereut. Dann war Eddie im Schlaf gestorben und Chris hatte es erst am nächsten Morgen bemerkt, als er ihn wecken wollte.

Gut, dass ihre Wohnung fast perfekt isoliert war. Sein Schrei, als er Eddies Tod feststellte, hätte sonst sämtliche Nachbarn alarmiert.

Diese lange Zeit zusammen war immer noch zu kurz gewesen.

Und jetzt stand Chris ganz allein vor dem offenen Grab. Außer einigen wenigen Unsterblichen hatten sie keine Freunde mehr. Engin war schon lange tot. Von einem Drogendealer erschossen. Auch Mike war im Dienst gestorben. Klaus lebte zwar noch, war aber an lebenserhaltende Maschinen gefesselt und konnte noch nicht einmal sein Bett verlassen.

Eigentlich sollte er froh sein, dass Eddie dieses Schicksal erspart geblieben und dass er einfach nur eingeschlafen war.

Aber Chris gestand sich ein, egoistisch zu sein. Es wäre ihm lieber gewesen, Eddie zu pflegen, statt ihn jetzt zu beerdigen.

 

"Amen."

Chris schrak aus seinen Gedanken. Der Prediger, der diese kleine Zeremonie abgehalten hatte, wirkte ungeduldig. So trat Chris einen Schritt vor und warf die rote Rose auf den Sarg.

Er wollte sich gar nicht vorstellen, dass Eddie dort drin eingesperrt war.

"Sie müssen Ihren Vater sehr geliebt haben."

Um den Schein zu wahren, hatte er Eddie als seinen Vater ausgegeben. Es tat trotzdem weh, diese Worte zu hören. Er wollte nicht daran erinnert werden, dass er dazu verdammt war, niemals zu altern. Unsterblichkeit war kein Segen, sondern ein Fluch.

Und je mehr Freunde starben, umso mehr haderte er mit seinem Schicksal. Wie sollte er nur ohne Eddie weiterleben?

Das Räuspern des Predigers erinnerte Chris daran, dass er noch auf dessen Frage reagieren musste.

"Ja, das habe ich. Aber jetzt entschuldigen Sie mich bitte."

Mit schnellen Schritten entfernte Chris sich vom Grab. Er war nicht in der Stimmung, um mit einem Fremden zu reden. Er wollte überhaupt nicht reden. Einfach nur weg, in die nächste Bar und vergessen. Aber wie sollte er vergessen, wenn er sich selbst bei so einem Besäufnis ständig an Eddie erinnerte? Allein die Tatsache, dass er immer noch nicht wusste, was nun wirklich in der ersten Nacht gelaufen war...

Kurz bevor er das Friedhofsgelände verließ, spürte er einen Buzz. Sein Schwert hatte Chris zwar dabei - er war nicht so lebensmüde, dass er es vergaß - doch war er definitiv nicht in der Stimmung, um eine Herausforderung anzunehmen.

Doch bevor er die Flucht ergreifen konnte, um den Friedhof unbehelligt auf der anderen Seite zu verlassen, erkannte er Amanda.

Wie hatte sie erfahren, wo sie ihn finden konnte? Chris hatte keinem Unsterblichen mitgeteilt, dass Eddie gestorben war. Selbst seinen Beobachter hatte er schon vor zwei Tagen abgehängt.

Da Chris aus eigener Erfahrung wusste, dass es vor Amanda kein Entkommen gab, ging er ihr entgegen.

Dann stand sie vor ihm, doch entgegen ihrer üblichen Art blieb sie ruhig, sah ihn einfach nur prüfend an. Einen Augenblick später strich sie ihm über die Wange.

"Trost gibt es keinen, Chris. Irgendwann wird der Schmerz geringer werden, aber selbst tausend Jahre reichen nicht aus, um so eine Liebe zu vergessen. Aber es ist kein Grund, sein Leben wegzuschmeißen."

"Ich weiß." Chris' Stimme war leise, fast schon ein Flüstern, und er schämte sich nicht der Tränen, die über sein Gesicht liefen.

"Das Leben geht weiter... irgendwie. Ich muss nur noch herausfinden wie."

"Aber du bist nicht allein."

Ja, damit hatte Amanda Recht. Ob es ausreichte, um die Leere in seinem Herzen zu füllen, würden die nächsten Jahrzehnte zeigen.

 
Ende

 
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