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ERleichterung

© by Aisling () und Birgitt ()
 
Disclaimer: Alle Charaktere und sämtliche Rechte an SG 1 gehören MGM/UA, World Gekko Corp. Und Double Secret Production. Diese Fanfic wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeiten zu Lebenden und Toten Personen ist zufällig und nicht beabsichtigt. Alle weiteren Charaktere sind Eigentum des Autors.
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Eidesstattliche Erklärung der Autoren: Diese Story wurde ohne Missbrauch jeglicher Art von Drogen geschrieben. Abgesehen natürlich von den körpereigenen.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

,Starrt mich nicht so an. Starrt mich nicht so an. Verdammt, könnt ihr nicht endlich abhauen?'

Warum gab es in der Antarktis keinen Baum, keinen Strauch? Nein, wenn ein Mann mal ein dringendes Geschäft erledigen musste, dann kamen direkt Horden von Pinguinen, um ihn zu beobachten.

,Für die nächste Expedition beantrage ich mobile Toilettenhäuser. Oder wenn das zuviel verlangt ist, dann will ich wenigstens einen tragbaren Busch haben, der nimmt im Marschgepäck nicht soviel Platz weg, wenn ich ihn geschickt zusammenfalte.'

Aber das half im Moment überhaupt nicht. Die Pinguinfamilien - mindestens fünf Mütter mit ihren Babys standen vor ihm und schauten zu.

,Wo sind die Eisbären, wenn man sie braucht? Nein, der wird sich bestimmt nur zu den Pinguinen setzen und auch zusehen. Dabei gibt es doch gar nichts zu gucken.'

McKay kam sich vor wie in einem Zoo, nur, dass er das Tier war. Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis er sich endlich doch erleichtern konnte.

Ein leises Aufstöhnen begleitete das Plätschern. Doch er hatte keine Lust mehr, ein Herz in den Schnee zu pinkeln. Für den Namen Sam hätte es eh' nicht mehr gereicht.

Als McKay anschließend sein bestes Stück wieder warm einpacken wollte, stellte er entsetzt fest, dass die Farbe nicht mehr so ganz stimmte. Es war blau angelaufen.

,Dabei waren es weder Eiswürfel noch Lego-Steine.'

"McKay! Wo bleiben Sie denn? Wir müssen zurück zur Basis."

Ein Blick über die Schulter zeigte, dass seine Teamgenossen schon ungeduldig auf ihn warteten. Er stopfte seinen kleinen Freund hastig in die Thermounterhose und beeilte sich, den anderen zu folgen.

 

Wieder in seinem Quartier begab sich McKay direkt ins Badezimmer, zog sich aus und musterte kritisch seinen Schwanz. Er war immer noch blau.

,Oh mein Gott, bitte sag', dass das nicht wahr ist. Mit erfrorenen Fingern oder Zehen habe ich ja gerechnet, aber nicht, dass ER abfriert.'

Was sollte er jetzt tun? Hoffentlich gab es in einem seiner medizinischen Fachbücher einen Hinweis, wie er das Problem diskret beseitigen konnte, denn damit würde er garantiert nicht zum Arzt gehen - schon gar nicht zu einem Doktor, den er kaum kannte und der vielleicht sogar mit nach Atlantis kommen würde. Nein, so einen peinlichen Auftritt würde es nicht geben.

 

Doch eine Stunde später gab McKay auf. Selbst Baden in warmem Wasser hatte nicht geholfen. ER war immer noch viel zu klein und blau. Was wäre, wenn er Durchblutungsstörungen bekommen würde? Nicht, dass er eine feste Beziehung hatte, aber noch nicht einmal mehr mit dem Gedanken spielen zu können, wäre schon Belastung genug.

Allzeit bereit war doch das Pfadfindermotto - seinen Eltern hatte er ein schreckliches Jahr bei diesem Verein zu verdanken gehabt.

Vielleicht war es doch keine so schlechte Idee, die Krankenstation aufzusuchen, schließlich gab es doch das Arztgeheimnis und nur einer würde von dieser Verletzung erfahren.

Er beschloss zu warten, bis die Nachtschicht Dienst hatte. Dann würde er hoffentlich mit dem Arzt unter vier Augen sein.

 

Um kurz nach elf stand er vor der Tür der Notaufnahme und hob seine Hand, zögerte, ließ den Arm sinken, kratzte all seinen Mut zusammen und klopfte dann doch an.

,Da musst du jetzt durch. Kein Ausweg, sonst erleidet mein kleiner Freund doch noch einen dauerhaften Schaden... Scheiß Pinguine.'

Ausgerechnet Carson Beckett öffnete die Tür - der Mann, der Antiker-Gene hatte und sie nicht nutzen wollte. Und natürlich genau der Arzt, der auch mit nach Atlantis kommen würde.

"Guten Abend, Dr. McKay. Darf man fragen, was Ihnen heute wieder passiert ist? Lassen Sie mich raten: Sie reagieren allergisch auf das Basilikum, das es heute in der Suppe gab."

Und genau der Mann, der ihn, Rodney McKay, für einen Hypochonder hielt. Dabei stimmte das gar nicht. Bisher hatte McKay immer einen sehr triftigen Grund gehabt, die Krankenstation aufzusuchen - auch wenn der Arzt es immer als ,Kleinigkeit' abtat.

"Nein, das ist es nicht. Lassen Sie mich rein, dann erfahren Sie was los ist."

"Ach, wissen Sie, die letzte Möglichkeit bei Ihren Problemen ist eine Amputation des betroffenen Körperteils."

,Alles nur das nicht.'

"Entschuldigen Sie, ich glaube, ich habe mich in der Tür geirrt."

McKay wollte sich schon umdrehen und gehen, als er von Beckett am Arm festgehalten wird.

"Kommen Sie, das war doch nur ein Scherz. Sie sind doch sonst nicht so empfindlich."

"Was soll das ,sonst' bitte bedeuten? Ich war bisher erst fünf Mal auf der Krankenstation!"

"Innerhalb von zehn Tagen, McKay. Wenn alle so oft das Gefühl hätten, krank zu werden, dann müssten wir mindestens drei zusätzliche Ärzte einstellen, um den Ansturm zu bewältigen."

Währenddessen wurde McKay von Beckett zu einer Liege dirigiert und mit sanfter Gewalt gezwungen, sich hinzusetzen. Beckett zog sich einen Hocker heran.

"Und nun erzählen Sie mir, wo der Schuh denn drückt."

"Er drückt nicht, ER ist klein und blau."

"Bitte?"

Warum mussten Ärzte solche Probleme haben, ihn zu verstehen? Er hatte doch gerade klar und deutlich gesagt, was los war. Und wie sollte er eine so delikate Angelegenheit anders formulieren?

"Was ist passiert, McKay? Vielleicht fangen wir damit von vorne an, damit ich Sie verstehen kann."

Hatte der Arzt wirklich einen genervten Seufzer von sich gegeben?

"Wir hatten heute eine Außenmission. Und sollten prüfen, ob es vielleicht doch noch irgendwelche Artefakte außerhalb der Basis gibt. Ich hatte vorher schon gesagt, dass das nicht der Fall ist, aber nein, sie konnten nicht auf mich hören."

McKay seufzte, ja, man hatte - wie schon so oft - wirklich nicht auf seinen guten Rat gehört.

"Gut, das habe ich soweit verstanden. Aber was hat das mit Ihrer Anwesenheit in der Notaufnahme zu tun?"

"Es ist doch ganz einfach: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um."

"Aber Sie leben ja noch."

"Das habe ich aber nicht meinen Teamkollegen zu verdanken. Beinahe hätte mich der Eisbär..."

"Welcher Eisbär?"

"Der die Pinguine hätte verjagen sollen", kam auch prompt McKays Antwort.

"Warten Sie bitte einen Moment, ich bin sofort wieder da."

Bevor McKay etwas sagen konnte, war Beckett schon verschwunden und kam sehr schnell wieder zurück. Gleichzeitig reichte er ihm ein Röhrchen.

"Pusten Sie bitte dort hinein."

"Ich bin nicht betrunken! Was denken Sie von mir?"

"Nur das Beste, Dr. McKay, nur das Beste. Und Sie werden mir jetzt kurz und knapp erzählen, was wirklich passiert ist, sonst werde ich veranlassen, dass Sie nicht mit nach Atlantis können."

Das durfte der Arzt nicht, nein, niemand würde ihn daran hindern können, nach Atlantis zu gehen.

"Mir ist beim Pinkeln mein Schwanz abgefroren."

Das war hoffentlich kurz genug. Hatte er gerade wirklich Schwanz gesagt? Egal, jede elegantere Formulierung hätte länger gedauert.

"Und Sie wollen ein Genie sein!"

"Medizin ist nicht mein Spezialgebiet. Und versuchen Sie doch mal zu pinkeln, wenn weit und breit kein Strauch zu sehen ist und zig Pinguine zuschauen."

"Pusten Sie."

Damit hielt Beckett ihm das Röhrchen erneut hin. Doch McKay schlug es ärgerlich zur Seite.

"Ich bin nicht betrunken. Das können Sie mir glauben. Und ich bin auch nur zu Ihnen gekommen, weil ich mir um IHN Sorgen mache."

Ein verdächtiges Glucksen kam aus Becketts Mund. Lachte der Arzt ihn etwa aus? Kümmerten ihn die Sorgen seines Patienten nicht?

"Das finde ich gar nicht lustig. Als Arzt sollten Sie professionell genug sein, um Abstand zu wahren. Und warum kümmern Sie sich nicht um IHN? Es geht hier um meine Fortpflanzung. Wollen Sie, dass es keine zukünftigen Genies geben wird?"

Es dauerte einen Moment, dann wurde Becketts Gesicht ausdruckslos.

"Okay, dann zeigen Sie IHN mir."

McKay schluckte, schluckte noch einmal. Musste er sich wirklich ausziehen? Hatten die Pinguine nicht schon genug gesehen? Wenn er wirklich Hilfe haben wollte, dann durfte er jetzt nicht zögern.

"Gut, ich hoffe nur, dass es bei einer äußeren Untersuchung bleibt. Oder muss das rektal untersucht werden?"

"Medizin ist wirklich nicht ihr Spezialgebiet. Ich würde doch nie von hinten an so eine delikate Angelegenheit herangehen."

Nein, er wollte sich jetzt definitiv nicht vorstellen, wie Beckett an seinem Allerwertesten rumfummelte. Ganz langsam zog McKay deswegen seine Hose runter. Die Unterwäsche hatte er gar nicht erst angezogen.

"So verschämt, wie Sie sich gerade hingesetzt haben, kann ich nicht sehen, ob Sie sich Erfrierungen geholt haben. Können Sie bitte aufstehen?"

Die Folter wollte kein Ende nehmen. McKay folgte der Aufforderung. Gleichzeitig schloss er seine Augen. Er wollte einfach nicht sehen, wie Beckett darauf reagieren würde. Die Erniedrigung war zu groß.

Gott sei Dank sagte der Arzt keinen Ton, sondern schien IHN einfach nur zu betrachten. Die Röte stieg McKay ins Gesicht. War es etwa so schrecklich? Gab es keine Chance, IHN zu retten? Musste vielleicht doch amputiert werden?

"Sagen Sie mir ruhig die Wahrheit. Ich werde es verkraften können."

"Ich muss Ihnen bedauerlicher Weise mitteilen, dass-"

"Oh, Gott! Ich habe es geahnt."

,Ich werde die schlechte Nachricht wie ein Mann ertragen - solange ich noch einer bin.'

Deswegen öffnete er die Augen und sah Beckett an. Wie konnte dieser in einer solchen Situation lachen?

"McKay! Jetzt beruhigen Sie sich. Aber ich dachte mir, dass es für einen Hypochonder eine schlechte Nachricht ist, dass er gesund ist. Gut, ER ist etwas klein. Das scheint bei Ihnen wohl nicht normal zu sein, aber gehen Sie ins Bett, schlafen Sie und wenn Sie morgen früh zur Toilette gehen, werden Sie feststellen, dass ER wieder seine normale Größe erreicht hat. Und jetzt ziehen Sie sich bitte an. Auch wenn ich Bereitschaftsdienst habe, möchte ich doch noch einige Stunden schlafen."

Eigentlich sollte McKay sich darüber ärgern, wie herablassend er von Beckett behandelt wurde, doch seine Erleichterung, dass ER keinen dauerhaften Schaden erlitten hatte, überwog.

Deswegen zog er sich schnell an und begab sich zum Ausgang. Doch bevor er herausging, wurde er von Beckett zurückgerufen.

"Ach, Dr. McKay!"

"Ja, bitte?"

"Falls Sie in dieser Nacht doch noch einmal hier auftauchen werden, dann bekommen Sie Ihre rektale Untersuchung. Ist das klar?"

,Wie konnte er so etwas nur denken?'

Doch er zog es vor zu schweigen. Noch hatte Beckett sich keine Notizen gemacht und McKay wollte alles, nur keinen Eintrag über diesen Vorfall in seinen Akten.

Es wäre wohl eine gute Strategie, die Krankenstation in den nächsten Tagen zu meiden. Notfalls würde er auf die Medikamente zurückgreifen, die er eigentlich nach Atlantis mitnehmen würde. Leise zog McKay die Tür hinter sich zu.

 
Ende

 
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