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Nur geträumt

© by Beverly ()
 
Disclaimer: Wenn es mir gehören würde, wäre Ryan noch immer ein Streifenhörnchen und Speed da wo er hingehört...in Horatio's Bed...Büro, meinte, sorry...in Horatio's Büro.
A/N: Mal ehrlich..."Lost son" konnte man SO doch nicht stehen lassen, oder? Ich habe mich der Folge angenommen und ein alternatives Ende gestrickt. Ich hoffe, es gefällt dem einen oder der anderen.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

"Alles in Ordnung, Horatio?"

Alexx klang besorgt, als sie nach der Beerdigung zu Horatio trat und sacht eine Hand auf seinen Arm legte. Für einen Moment lang sah er sie schweigend an. In Ordnung? Nein, nichts war in Ordnung. Speed lag tot in einem Sarg, blass, so erschreckend blass...wie konnte da irgendetwas in Ordnung sein?

Er schüttelte den Kopf und sah in Alexx' dunkle Augen. Nichts. Gar nichts war in Ordnung. Er versuchte, etwas zu sagen, doch die Worte, die er aussprechen wollte, waren irgendwo außerhalb seiner Reichweite.

Plötzlich sah er Speed. Er tauchte ohne Vorwarnung hinter Alexx auf und lachte. Sein wunderschönes und oh - so - seltenes Lachen. Horatio starrte ihn an. Starrte tief in diese wunderschönen braunen Augen, die er nie mehr zu sehen geglaubt hatte. Er streckte seine Hand nach ihm aus, wollte ihn berühren.

Und fasste ins Leere. Taumelte.

Auf einmal war Eric da, fing ihn auf, stützte ihn, hielt ihn fest.

"Was ist los, H? Bist du gestolpert?"

Er sah auf zu dem jungen Kubaner, der über das ganze Gesicht grinste. Warum grinsten alle? Lachten? Sogar Calleigh, die gerade noch bittere Tränen über Speeds Sarg vergossen hatte, strahlte jetzt bereits wieder wie der junge Morgen.

Was war los? Er drehte sich wieder zu Alexx um, doch sie war fort. Ohne sich umzudrehen griff er nach Eric und...griff erneut ins Leere. Er drehte sich um. Auch Eric war plötzlich weg. Calleigh, Speed, Stetler, es war keiner mehr da.

Nur noch der Sarg stand alleine auf dem Friedhof. Zögernd schritt Horatio auf ihn zu, darauf gefasst, die Leiche von Speed dort vorzufinden. Doch der Sarg war leer.

Mit einem Japsen taumelte Horatio zurück, genau in die Arme eines Mannes der hinter ihm stand. Er fuhr herum und starrte in Speeds Gesicht. Und auf einmal war seine Stimme wieder da.

"Ich wollte dir helfen, Speed." krächzte er, "Aber ich hab versagt. Du bist tot. Und ich wollte dich doch retten..."

"Das hast du, H. Ich bin nicht tot. Sieh genau hin." Mit einem sanften Schubs drehte Speed H um und ließ ihn erneut in den Sarg blicken. Er war nicht mehr leer. Jetzt lag einer der Gangster drin, die auf Speed und ihn geschossen hatten. Er drehte sich wieder zu Speed zurück und ein Schrei erstarb in seiner Kehle. Ein großer roter Fleck breitete sich auf Speeds weißem Hemd aus. Und er begann zu schreien...

...und schrie, und schrie, bis er plötzlich zwei Arme um sich spürte, die ihn festhielten. Und eine schmerzlich vertraute Stimme, die seinen Namen rief, immer und immer wieder.

"H. H, was ist los? Horatio! Babe, komm wach auf. H, du machst mir langsam Angst. Horatio, nun mach schon..."

Und mit einem letzten Keuchen erwachte Horatio ganz. Er riss die Augen auf und starrte ins Dunkel seines Schlafzimmers. Er keuchte, sein Herz raste und Schweiß lief seinen Körper hinab. Mit zitternden Händen bedeckte er sein Gesicht.

Es war nur ein Traum gewesen. Er holte tief Luft, hielt sie ein paar Sekunden an und ließ sie dann langsam wieder ab.

"Besser?"

Horatio fuhr herum als er eine sanfte Stimme dicht an seinem Ohr hörte. "Speed." keuchte er.

"Der einzig Wahre!" grinste der jüngere Mann zurück, doch langsam verblasste das Grinsen und wurde von einem Stirnrunzeln verdrängt. "H? Bist du okay?"

"Aber...du...ich...die Beerdigung..." stotterte Horatio verwirrt. Ein Lächeln huschte über Tims Züge und liebevoll nahm er den bebenden Körper des älteren Mannes in den Arm.

"Mann, was für ein Alptraum. Ich dachte eigentlich das hätten wir hinter uns. Hast du wieder von dem Fall mit dem verlorenen Sohn geträumt?"

Horatio nickte und langsam kam die Erinnerung wieder zurück, kämpfte sich durch sein schlafverwirrtes Gehirn langsam an die Oberfläche zurück. Speed war damals nicht gestorben. Seine Waffe hatte zwar eine Ladehemmung gehabt, doch dank seiner schnellen Reflexe war es ihm gelungen, sich auf den Boden zu werfen und so dem Schlimmsten zu entgehen. Lediglich ein Querschläger hatte ihn gestreift. Doch das Wichtigste war...Speed war nicht gestorben.

 

Schon während er noch im Krankenhaus lag, hatte Horatio ihm seine Gefühle gestanden...wenn auch nicht ganz freiwillig. Denn eigentlich hatte er gedacht, dass Speed tief und fest schlief, im Griff all der Beruhigungsmittel, die sie ihm verabreicht hatten. Doch er hatte nur vor sich hingedöst und als Horatio leise die Tür geöffnet hatte und sich dann auf Zehenspitzen hineingeschlichen hatte, hatte er sich schlafend gestellt. Überzeugt, dass Speed schlief, hatte Horatio ihm sein Herz ausgeschüttet, hatte ihm von seinen Gefühlen erzählt und als er sich hinabgebeugt hatte, um dem vermeintlich schlafenden Mann einen Kuss zu geben, hatte Speed den überraschten älteren Mann zu sich herabgezogen und ihn richtig geküsst.

Und so hatte es angefangen.

Anfangs kamen die Alpträume beinahe jede Nacht und weckten beide Männer. Dann ließen sie langsam nach. Jedoch wenn sie kamen, erschütterten sie Horatio bis ins Innerste. Und meistens dauerte es wenigstens eine halbe Stunde bis er sich soweit beruhigt hatte, dass Speed ihn erreichen konnte und er sich wieder daran erinnerte, dass Speed NICHT tot war.

Jetzt lag er in Speeds Armen, lauschte seinem Herzschlag und war endlich wach genug, dass er wieder wusste, dass Speed nicht tot war, sondern hier bei ihm.

"Es war so...so real. Für einen Moment dachte ich wirklich, dass du tot wärst."

Der Griff um Horatio festigte sich für einen kurzen Moment.

"Ich bin hier. Bei dir." murmelte Speed.

"Ich weiß. Ich weiß..." flüsterte Horatio zurück. Für einen Moment lauschte er dem kräftigen und Gott sei Dank lebendigen Herzschlag seines Geliebten. Er holte tief und zitternd Luft und schloss wieder seine Augen.

Es dauerte noch eine ganze Weile bis er endlich wieder einschlafen konnte. Er wusste, dass die Alpträume noch eine Weile wiederkommen würden. Er wusste, dass ihm und Speed noch so manche schlaflose Nacht bevorstand. Aber er wusste auch, dass er mit Speed an seiner Seite damit fertig werden würde.

Er war nicht allein. Und mit dieser Sicherheit kuschelte er sich noch etwas dichter an den schlanken Körper seines Geliebten und schlief endlich wieder ein.

 
Ende

 
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