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Trauer© by Beverly ()
"Alles in Ordnung, Horatio?" Alexx klang besorgt, als sie nach der Beerdigung zu Horatio trat und sacht eine Hand auf seinen Arm legte. Für einen Moment lang sah er sie schweigend an. In Ordnung? Nein, nichts war in Ordnung. Gerade sie müsste das doch am besten wissen. Speed lag tot in einem Sarg, blass, so erschreckend blass...wie konnte da irgendetwas in Ordnung sein? "Ja. Ja, danke, Alexx. Ich komm schon klar. Kümmerst du dich um Calleigh, bitte? Sie braucht jetzt jemanden." Er versuchte zu lächeln, zumindest ein wenig. Um sie zu beruhigen. Um ihr zu zeigen, dass er in der Lage war weiterzumachen. Um mit seinem Schmerz endlich alleine zu sein. Um ENDLICH für seinen Schmerz Zeit zu haben. Sie sah ihn noch einen Moment prüfend an, dann umarmte sie ihn kurz und ging hinüber zu Calleigh. Die blonde Waffenexpertin starrte in Speeds Grab. Tränen liefen über ihre Wangen. Eric stand hilflos neben ihr, einen Arm um ihre Schultern gelegt und versuchte sie zu trösten. Horatio sah, wie die Lippen des Cubaner sich bewegten, auch wenn er zu weit weg stand, um zu verstehen, was er sagte. Eric weinte. Auch wenn er und Speed sich immer gekabbelt hatten, waren sie doch gute Freunde gewesen und immer füreinander da gewesen. Und irgendwie beneidete Horatio die anderen, die in der Lage waren, das zu tun, was er nicht konnte. Weinen. Weinen, um Tim Speedle. Warum konnte er, Horatio Caine nicht um Tim Speedle weinen? Er hatte ihn doch geliebt. So sehr geliebt... Er drehte sich um, weg vom offenen Grab, weg von seinen Kollegen, von Speeds Eltern, setzte seine Sonnenbrille auf und ging zu seinem Auto. Er stieg ein und startete den Wagen. Irgendwann fand er sich vor seinem Haus wieder, ohne zu wissen wie genau er dort hingekommen war. Er blieb sitzen, starrte blicklos vor sich auf sein Lenkrad, auf seine Hände, die das Lenkrad umklammerten. Fest, so fest, dass seine Knöchel weiß hervortraten. Sließlich seufzte er tief auf und löste seine Hände vom Lenkrad. Er stellte den Motor ab, stieg aus, ging in sein Haus und legte den Schlüssel auf seinen üblichen Platz. Dann zog er sein Jackett aus, hängte es an die Garderobe und ging hinüber zu seinem Schrank. Er nahm eine Flasche Scotch aus dem obersten Regal, ein Glass und goss sich einen großen Schluck ein. Plötzlich erkannte er, wie normal die ganze Situation war. Wie entsetzlich, nervenzerfetzend, herzzerreißend normal. Und mit einem Wutschrei warf er das volle Glas mit Wucht an die Wand, wo es mit einem befriedigenden *klirr* in tausend Scherben zersprang. Es zersprang. Genauso wie sein Leben zersprungen war, in dem Moment, in dem Tim Speedle in seinen Armen gestorben war.
Und plötzlich fiel sein Blick auf die Tüte, in die Alexx Tims Kleidung gepackt hatte. Er hatte darum gebeten, sie mitnehmen zu können. Langsam ging er hinüber und zog Tims blutverschmiertes Hemd heraus und vergrub sein Gesicht darin. Im Material hing noch immer der einzigartige Duft von Speed, eine Mischung aus seinem After-Shave und der frischen Luft, die seine Kleidung beim Motorradfahren immer durchströmte. Und da traf es ihn. Traf ihn mit aller Gewalt. Tim. War. Tot. Endlich sickerte die Tatsache in sein Bewusstsein. Und endlich, endlich kamen die Tränen. Schluchzend brach Horatio Caine zusammen, umklammerte Tims Hemd und ließ seinen Tränen freien Lauf.
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