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Voldemorts grausamster Fluch© by Tatjana ()
Bei Merlin, ich frage mich, was er uns antun wird.
Es wird ihn nicht interessieren, daß wir nur Schüler auf Hogwarts sind. Er wird uns sogar dafür loben, daß wir bereits seit fast vier Jahren zu seinen Anhängern gehören. Es wird ihn nicht interessieren, daß unserer Bewegungsfreiheit Grenzen gesetzt sind. Er wird uns stolz erzählen, was wir bereits alles in seinem Namen vollbracht haben. Es wird ihn nicht interessieren, daß wir keinerlei Mittel zur Verfügung haben. Er wird uns sagen, daß er uns etwas mitgegeben hat, was Geld überflüssig macht.
Er wird von all unseren großen Taten berichten. Jede einzelne, noch so blutige Kleinigkeit wird er sich und uns und all den anderen wieder ins Gedächtnis rufen, und jede einzelne Silbe davon wird ihm wie ein teurer Wein schmecken und ihn berauschen, doch wird ihn das nicht gnädig stimmen. Er wird über unser Versagen nicht hinwegsehen und uns bestrafen. Schwer bestrafen, vermute ich. Er ist heute in genau der richtigen Stimmung, um ein paar seiner geliebten Todesser zu töten. Und wenn er damit ein Exempel statuieren kann, wird ihm das nur recht sein.
Ich bin froh darüber, meine Gedanken vor ihm verbergen zu können. Es wäre doch sehr unangenehm, wenn er wüßte, wieviel Angst ich habe. Ich hoffe, Malfoy fällt eine verdammt gute Ausrede ein, die ihn gnädig stimmt. ? Soweit dies sein Charakter zuläßt.
Da sitzt er: erhaben und großkotzig in seiner pechschwarzen Robe und ich kann es förmlich in seinem Kopf arbeiten sehen. Pläne, was er uns alles antun kann. Was uns am meisten quälen wird. Ein Fluch schmerzhafter als der andere. Warum hab ich mich darauf nur eingelassen?
"Was sollen wir mit ihnen tun?" Die Stimme des Dunklen Lords grollt und in der Tat: Er hört sich ein wenig amüsiert an. Natürlich hat er Lucius? Worten nicht geglaubt, doch erzürnt scheint er auch nicht zu sein. Als hätte er unser Versagen vorausgeahnt. Sidow, der Idiot! Klar, daß der einer der ersten ist, der sich in den Vordergrund spielen muß! Als ob ihm das Pluspunkte einbringen täte, dieser Armleuchter! Was faselt er denn da von einem blauen Vibrator, dem er ein Eigenleben und anschließend einem Muggel angeflucht hatte? Ja klar, ein anderes Niveau kann man von dir auch nicht erwarten!! Preswick. Ja, wirklich ulkig, uns zu töten und als Geister mit dem Schild "Ich bin nicht tot!" in einem Muggelkinderhort spuken zu lassen! Ich lach mich tot! Haha!
Goyle sieht aus, als würde er sich gleich naßmachen. Tja, vor dem Dunklen Lord helfen ihm seine Muskeln auch nichts, die er sonst so gerne in Lucius? Dienste stellt. Etwas mehr Hirn hätte ihm nicht geschadet, aber na ja...Dieser Volltrottel kann froh sein, daß es hier so dunkel ist! Als die Sirenen losgingen hat dieses Riesenbaby vor Angst das Flattern gekriegt und wollte mit uns disapparieren. Hat ja auch geklappt. Gut, daß er nur dreieinhalb Meter vom Ausgangsort mitten in einen preisgekrönten Rosenstrauch reingeraten ist... Kann ja mal passieren! Oh Mann, ich glaub, ich krieg? die Krise!
Unzählige Vorschläge schwirren durch die Nachtluft, einer bekloppter als der andere. Nun, zu unserem Glück scheint keiner davon Voldemort zu gefallen, denn er lehnt immer noch in unveränderter Position in dem hohen Lehnstuhl, den er zum Thron erkoren hat, und lauscht. Zu seinen Füßen sitzt Desdemona und schmeichelt mit ihrer Wange seine Hand. Seit sie sich uns angeschlossen hat, macht sie auf mich immer den Eindruck eines kleinen Hundes, der um die Aufmerksamkeit und Liebe seines Herrn bettelt. Und er läßt es sich nur zu gerne gefallen wie sie ihn becirct! Hätte nie gedacht, daß eine Ravenclaw einmal so tief sinken könnte. Wahrscheinlich sollte ich mich für diese Gedanken schämen, denn ich war nicht unmaßgeblich daran beteiligt, daß sie dort sitzt, aber ich kann mich nicht einmal zu Mitleid durchringen. Dann sehe ich immer ihr Gesicht vor meinem Geiste, wenn sie ihre Wange in die Hand des Lords schmiegt: dieses glückliche Lächeln, die geschlossenen Augen... Ich muß einen Schauer unterdrücken.
"Und hat meine treueste und mit Abstand schönste Anhängerin auch einen Vorschlag?"
Desdemonas Blick richtet sich auf uns, als würde sie einen Augenblick lang überlegen. Ich kann erkennen, wie es in ihren Augen anfängt boshaft zu funkeln, dann erhebt sie sich geschmeidig und tritt hinter ihren Lord. Sie beugt sich über seine Schulter. Keinen Blick läßt sie von uns, während sie ihm etwas zuflüstert. Schlangengleich bewegt sie sich um den Stuhl herum, bis sie ihre vorherige Position wieder eingenommen hat. Einen Moment herrscht Stille, dann bricht schallendes Gelächter aus Voldemort heraus.
"Köstlich!" ruft er aus. "Köstlich! Meine Liebe, das ist der beste Vorschlag, den ich seit langem gehört habe!" Er bricht ab und ich spüre seinen Blick auf uns ruhen. Fest und unnahbar. "Du hast ganz recht, meine Liebe..." raunt er leise, doch seine Stimme erreicht auch den letzten von uns und bereitet ihm eine Gänsehaut. "... Warum sollte ich mich damit zufriedengeben, sie nur Minuten lang gequält zu sehen, wenn ihre Leiden ein ganzes Leben lang anhalten können? Ganz recht, ganz recht...."
Das letzte, was ich sehe, ist der orangefarbene Blitz aus seinem Zauberstab.
* * *
Mit einem Seufzen läßt Severus die beiden Haarsträhnen fallen, die er mit Daumen und Zeigefinger an jeder Seite seines Kopfes hochgehalten hatte und die wieder wie schwarzgefärbtes Sauerkraut um sein Gesicht herum fielen. Was hatte er nicht alles versucht!? Shampoos, Spülungen, Hausmittelchen, Zauberei, Flüche, doch nichts hatte ihn je von den fettigen Strähnen befreien können. Wahrlich, dies war Voldemorts grausamster Fluch gewesen!
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