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Gooooood Morning, Atlantis!

© by Jimaine ()
 
Disclaimer: Alle Rechte gehören MGM, Cooper/Wright und ACME Shark Inc. Keine Profite werden hiermit gemacht, denn nichts gehört mir... (legt heimlich den Tschechen auf den Kopierer und versteckt hinterher Original im Schrank)
Als die Musen sich langweilten, überlegten sie sich, es könnte eine nette Idee sein, das Lautsprechersystem mal anders zu nutzen und dann einen Ausflug mit dem Ford Apophis zu machen. Der jetzt ja Super tankt. To use Carson's words "Cheeky little buggers". Verflucht. Ich wollte das mit dem Humor doch sein lassen...die Backstreet Boys- Erwähnung ist allein für Atti und Birgitt. Ein weiterer Humor-Ausbruch, während im Hinterkopf der Trinity-Fallout gärt.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

Mit dem Piepen des Weckers war die Nacht offiziell vorbei.

Fünf vor Sechs.

Was hier auf Atlantis natürlich ohne jede Bedeutung war, aber für die Erstellung eines Kalenders oder einer Form von Zeiteinteilung hatte ihnen bislang die Zeit gefehlt. Viele Dinge wurden nebensächlich, wenn man unter der Bedrohung eines übermächtigen Gegners lebte und jede Gehirnzelle damit beschäftigt war, eine Verteidigung auszutüfteln. Dr. Rodney McKays Gehirnzellen wachten nach der gestrigen Verausgabung nur widerwillig auf. Er sollte sich endlich Carsons Rat zu Herzen nehmen, mehr als vier Stunden am Stück zu schlafen, aber kurz vor Mitternacht war ihm beim Zähneputzen diese zündende Idee gekommen, wie sie den Energieverlust der ZPMs um 4% zu mindern könnten, indem sie eine Feedback- Schleife generierten. Zehn Minuten später hatte er mit einer Thermoskanne Kaffee unterm Arm an Zelenkas Tür geklopft und zwar solange, bis dieser sich ergab und im Halbschlaf, die Brille schräg auf der Nase und ungekämmt hinter ihm her ins Labor schlurfte.

Drei Stunden später waren sie fertig gewesen, wenn auch nur mit geringem Fortschritt.

Und jetzt war es fünf vor Sechs...und obendrein Mittwoch. "Oh Scheiße", stöhnte er ins Kissen und zog die Decke bis über den Kopf. Es war Mittwoch. *Mittwoch*! Das bedeutete, daß in wenigen Minuten einmal mehr zwei Stunden der Hölle begannen, zwei Stunden, in denen es kein Entkommen gab vor *ihm*... Warum hatte er bloß abgelehnt, als Teyla ihn fragte, ob er sie begleiten wolle, wenn sie das Volk der Temmoner besuchte? Zuzuhören wie sie um Salat und Getreide feilschte war allemal besser als das, was ihm hier heute bevorstand...und wer konnte sagen, ob in den Ruinen, die laut Teyla auf Temmon existierten, nicht vielleicht etwas Interessantes zu finden war? Kein ZPM, soviel war sicher, aber etwas anderes, das für einige Stunden seine Aufmerksamkeit fesseln konnte. Er wäre schon mit einem Dosenöffner zufrieden.

 

***********
 

Major John Sheppard rieb sich die Augen und blinzelte. Er war wach, oh, er war *so* wach, und er war bereit! Nur noch siebzig Sekunden.

Sechzig....

Seine Finger schwebten über der Konsole. Die Grundidee war ihnen während eines Filmeabends auf dem Balkon von Dr. Becketts Quartier gekommen und ausnahmsweise hatte niemand den Versuch unternommen, Ford den Mund zu verbieten oder ihm die Lorbeeren streitig zu machen. Vermutlich waren sie einfach zu fixiert auf die Probleme, die ihre Tage ausfüllten und ihnen den Schlaf raubten, daß sie eine solche Unterhaltung mit offenen Armen begrüßten. Dr. Beckett befand es als ideale Methode, Streß abzubauen und die Sozialstruktur von Atlantis zu verstärken. Dr. Weir hatte nicht lange gezögert, der Sache ihren Segen zu geben.

Zwanzig Sekunden...

Es hatte nicht lange gedauert, bis sie sodann in die Tat umgesetzt worden war. Zwar hatten viele Leute sich beschwert und gegrummelt, weil sie 'Zeit für einen solchen Nonsens' aufwenden mußten, aber sie hatten sich schnell vom Enthusiasmus der "Rädelsführer", um Dr. Weir zu zitieren, anstecken lassen. Nach nun fünf Wochen waren sie mit vollem Eifer dabei und übertrafen sich mit ihren Beiträgen; es tat ihm fast leid, eine Auswahl treffen zu müssen und den Rest auf später zu vertrösten.

Zehn Sekunden...

Egal, was McKay sagte und wie sehr er sich querstellte, das Projekt war ein Erfolg auf der ganzen Linie! Nur weshalb Rodney sich bislang standhaft weigerte, selbst einmal hier zu sitzen, konnte Sheppard nicht begreifen. Er liebte es, zwei Stunden lang die Verantwortung abzustreifen und einfach nur - Ah, er war live auf Sendung!

"Gooooooooooooood Morning, Atlantis!"

 

**********
 

Mittwochmorgen war inzwischen zu einem geflügelten Wort geworden. Mittwochmorgen bedeutete gute Laune und ausführliche Informationen über die Dinge, die von allgemeinem Interesse waren. Auch bekamen die Leute, die nicht in der offiziellen Nachrichtenkette standen, auf diesem Wege Wissenswertes mit, was sich innerhalb der letzten Tage ereignet hatte, egal ob es sich dabei um den neuentdeckten Antiker - Whirlpool oder erste Erfolge der Athosianer bei der Bierherstellung handelte. Die Moderation erfolgte auf freiwilliger Basis, aber die Regel war, daß jeder irgendwann einmal dran war. Selbst Teyla hatte bereits eine vormittagsfüllende Sendung moderiert... im Gegensatz zu McKay, der immer neue Ausreden erfand, um ja keinen Fuß in das kleine Studio zu setzen. Jeder, der wollte, durfte es versuchen, aber es war John Sheppard, der sich den Mittwochmorgen erobert hatte und am Mikro ein ganz besonderes Talent demonstrierte, ungeachtet der Prophezeiungen eines ambitionierten Aiden Ford, daß er ihn bald auf Rang 2 der Beliebtheitsskala verdrängt haben würde.

"Die Mission auf M4H-4993 am Montag verlief relativ normal... hervorragend geeignet für ein Bergsteigerabenteuer, allerdings auch nur, wenn man Extremsportler ist und schon erste Erfahrungen im Himalaya sammeln konnte. Dem Pegasus-Cousin des Yeti sind wir leider nicht begegnet, dafür einigen Einheimischen, die uns zwar überhaupt nichts von Nutzen liefern können, aber es lohnt sich, sie zu besuchen. Ihre Parties sind der absolute Wahnsinn... Und damit zum ersten Titel des Tages. 'It's My Life'. Mit bestem Gruß an Dr. Nakao, und ich kann mich Jon Bon Jovi nur anschließen: Durchhalten, Miko! Ich weiß, Dr. McKay wird für seinen Charme niemals Preise gewinnen und eine Dampfwalze hat größere Chancen auf den Titel Mr. Sensibel als er, aber das gestern war auch für seine Verhältnisse ziemlich gemein. Seien Sie beruhigt, es wird bereits an Gegenmaßnahmen gearbeitet."

 

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In der Messe tauschte eine Gruppe Wissenschaftler über ihrem Frühstück Blicke aus, die dem Trupp Marines am Nachbartisch eiskalte Schauer über den Rücken jagten.

 

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"Jaaaaaa, der gute Jon ist einfach nicht totzukriegen. Ein bißchen wie ein Wraith in der Hinsicht, nur besseraussehend. Als nächstes ein paar Worte bezüglich der Mission übermorgen nach - Sekunde, muß selbst kurz nachsehen - M1T-8559: mir wurde aus verläßlicher Quelle berichtet, daß die Bewohner etwas anbauen, das einem guten Darjeeling sehr nahe kommt. Also, ihr Teetrinker, laßt euch etwas einfallen, das wir ihnen im Tausch anbieten können - da Dr. Zelenkas Destille noch keinen Überschuß produziert, der sich vermarkten läßt, und Dr. Weir mir strikt verboten hat, noch mal irgend jemandem C4 anzubieten, brauche ich Al-ter- na-ti-ven! Ansonsten heißt es bald ausschließlich athosianischer Getreidekaffee für uns...und wenn Dr. McKays Reaktion darauf ein Vorgeschmack ist, dürfte das niemandem zusagen. Bis dahin allerdings erstmal Mike & the Mechanics mit 'Another Cup of Coffee'..."

 

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Im Kontrollzentrum - von McKay OPS genannt, eine angemessene Star Trek-Referenz, wie er behauptete - hielt Peter Grodin auf halbem Weg zu Dr. Weirs Büro inne und lauschte, um dann belustigt den Kopf zu schütteln. Diese ganze Radio-Geschichte hatte einen erheblichen Unterhaltungsfaktor, mußte er zugeben. Lenkte zwar etwas von der Arbeit ab, aber zwei Stunden alle paar Tage waren nicht dramatisch... und es war ja nicht so als hätte er übermäßig viel zu tun. Gerade wollte er weitergehen, da fiel ihm etwas an der Tasse in seiner Hand auf und er machte auf dem Absatz kehrt. Oh, er wurde nachlässig! Ein solcher Fehler konnte ihn seinen Job kosten. Wirklich unverzeihlich! Er hatte wahrlich vergessen, Milch in Elizabeths Kaffee zu tun.

 

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"Das waren Mike & the Mechanics mit 'Another Cup of Coffee'...und ich genieße gerade meine erste Tasse des Tages. Herzlichen Dank, Lieutenant Ford. Außer dem Kaffee hat er mir noch den Wetterbericht auf den Tisch gelegt, und diesen möchte ich gleich an euch weitergeben. Das Wetter für Donnerstag, den 17. Februar 2005...beziehungsweise nach dem letzten Kalenderentwurf, der meiner Meinung deutlich macht, daß die mit unserer neuen atlantischen Zeiteinteilung betrauten Leute ersetzt werden sollten, weil sie den Verstand verlieren: Antifreitag, den 39. Tag der südwärts ziehenden violetten Garnelenschwärme." Er räusperte sich kurz und fuhr dann fort, "Auf dem Festland im Nordwesten vormittags vereinzelte Schauer, in der späteren Tageshälfte dann auflockernde Bewölkung bei Temperaturen um die 18 Grad Celsius. Im nördlichen Landesinneren und an der Ostküste ganztags trocken bei mäßiger Bewölkung und Temperaturen zwischen 15 bis 20 Grad Celsius tagsüber und 10 Grad Celsius während der Nacht. Die Vorsage für die athosianische Siedlung ist gut, milde 21 Grad und kein Niederschlag, nur sind zum Wochenende hin die Tiefausläufer aus dem Nordenwesten zu erwarten. Halling, die Wäsche kann also fürs erste auf der Leine bleiben. Im Süden in Äquatornähe nichts Neues seit der letzten Sendung, es herrscht das übliche Monsunklima: Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad Celsius, hohe Luftfeuchtigkeit und nachmittags heftige Regenschauer. Auf Atlantis...nun, hier ist das Wetter so, wie ihr es haben wollt. Aber ich werde etwas dagegen tun, nämlich mit dem nächsten Lied...'It's Raining Men' von den Weather Girls!"

 

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Etwas über eine Stunde war vergangen, als Sheppard die Barenaked Ladies auf den letzten Noten herunterdrehte und mit ungebremstem Elan verkündete, " Bevor wir mit dem Buchbasar beginnen, hier noch ganz schnell die von euch schon sehnsüchtig erwarteten Ergebnisse der anonymen Abstimmung von letzter Woche sind da. Faszinierend, Leute, wirklich faszinierend. Auf die Frage, was ihr am meisten vermißt, haben 67% entweder mit Sex oder Pornofilme geantwortet. Der Telefonsex fällt vermutlich irgendwo dazwischen... und ich brauche wohl nicht zu erwähnen, wie froh ich bin, daß ich nicht weiß, von wem die Antworten sind. Aber weiter zum Buchbasar. Ich bin überrascht, wie viele Leute seit dem Beginn dieser Radio-Sache den üblichen Weg über das Netzwerkforum vermeiden und diese wöchentliche Tauschbörse nutzen. Jeder kann live während der Sendung einen Wunsch äußern, und hoffentlich wird er noch innerhalb des gleichen Tages erfüllt. In der Leitung haben wir... Sergeant Bates. Hallo, Bates, bitte sprechen Sie. Sie sind auf Sendung."

"Guten Morgen, Major. Und guten Morgen, Atlantis. Ahm, also, ich bin mit dem Clive Cussler fertig und gebe ihn gerne weiter. Aber ich hätte ganz gerne einen Ersatz... ich habe herausgefunden, daß mir Bücher, ahm, doch ziemlich liegen, ganz egal was alle von mir behaupten... Hat jemand vielleicht was von Tom Clancy mitgebracht? Ich habe gehört, er soll ganz gut sein."

"Vor allem umfangreich." Sheppard schüttelte den Kopf, froh, daß Bates ihn nicht sehen konnte. "Ich hoffe für Sie, daß jemand Clancy mehr liebt als seine Familie, Sergeant, denn ein Clancy-Wälzer läßt keinen Platz mehr für Fotos und anderes! Aber lassen Sie uns abwarten, vielleicht haben Sie ja Glück."

"Danke, Sir."

"Keine Ursache. Und hier haben wir..."

"Dr. Kusanagi, Major", ertönte eine wohlklingende Frauenstimme, leicht außer Atem.

"Willkommen auf Sendung, Doktor - habe ich Sie gerade unter der Dusche weggeholt?"

"Nein, ich jage gerade Speedy... er hat sich an meiner Nougatschokolade vergriffen!"

"Ah." Nur mit Mühe konnte Sheppard sein Lachen herunterschlucken. "Speedy weiß halt, was gut ist. Und daß er es inzwischen bis in die Räume der Anthropologie geschafft hat, zeigt auch eine ausgeprägte Reiselust."

"Wenn ich ihn erwische, reist er so schnell nirgendwo mehr hin", schwor Kusanagi voller Inbrunst.

"Werte Hörer und Hörerinnen, seit drei Sendungen ist er ein Dauerbrenner. Speedy, der Mäuserich, der vor über einer Woche aus Dr. Becketts Labor entwischt ist und sich seitdem munter durch Atlantis nagt. Ihre Meinung ist gefragt. Auf Kanal 4 nimmt Lieutenant Ford die Stimmen entgegen. Wird Speedy einen weiteren Tag auf freiem Fuß bleiben, ja oder nein? Aber Sie wollten einen Lesewunsch äußern, Doktor."

"Ja, und zwar würde ich gerne wissen, ob jemand den vierten und fünften Harry Potter mitgebracht hat...gerne auch als pdf-Datei. Ich habe sie zu Hause auf dem Regal stehen, aber lieber doch was anderes eingepackt."

"Harry Potter, ihr habt es gehört. Wer Dr. Kusanagi eine Freude machen will, wendet sich bitte direkt an sie. Nett mit Ihnen geredet zu haben und beste Grüße an Speedy." Grinsend wandte er sich zu Ford um. "Wir hier im Studio sind natürlich gänzlich unparteiisch und favorisieren weder Mensch noch Maus. Auch wenn es zugegeben sehr unterhaltsam war, gestandene Männer mit Kampferfahrung auf die Stühle springen zu sehen, als sich Speedy am Montagmorgen in die Messe verirrte. Wenn das die Wraith wüßten... Aber zurück zum Programm. Leute, ein zusätzlicher Punkt für unseren Wunschzettel ans SGC: Harry Potter Band 6! Gleich nach - und hier gebe ich nur Meinungen wieder, es ist nicht meine eigene - Star Wars Episode 3, allen neuen Filmen mit Robert de Niro, Sean Bean, Brad Pitt und Cate Blanchett. Na, ich weiß nicht, ich könnte mich eher für Jodie Foster begeistern. Desweiteren mit Nicole Kidman, Angelina Jolie, Kevin Spacey, Orlando Bloom - Kavanagh, leugnen ist zwecklos! - und und und. Warum lege ich nicht eine allgemein zugängliche Liste an, damit jeder, dem was einfällt, es gleich aufschreiben kann? Mache ich einfach mal. Bis dahin aber erstmal ein Klassiker, The Police und 'Roxanne'..."

 

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Speedy die Maus schaffte es noch vor Ende des Liedes Dr. Kusanagis Zugriff zu entkommen - wie es 87% der Leute vorausgesagt hatten - und begann enthusiastisch mit der Erkundung eines vollgepackten Lagerraums.

 

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"The Police, immer wieder schön. Und ich staune jedes Mal aufs Neue, was ihr so alles an Musik mitgebracht habt. Von Aimee Mann bis ZZ-Top ist alles vertreten. Ein paar Exoten sind auch dabei und...sollten wohl besser nicht erwähnt werden, denn wenn ich öffentlich verrate, wer Erasure ins Netz gestellt hat, wache ich morgen mit einem Pferdekopf im Bett auf. Aber gleich weiter im Text. Und ich habe niemand anderen als unseren beliebten Chefmediziner Carson Beckett in der Leitung."

"Major."

"Carson, Sie klingen etwas niedergeschlagen. Was ist los?"

"Das hört man?" "Sie sind doppelt so schwer zu verstehen, ja."

"Es ist nur...ach, ich will niemanden mit meinen persönlichen Problemen belasten." Jeder Hörer, selbst die, deren Muttersprache Englisch waren, verstand bestenfalls 'niemanden' und 'persönlichen', der Rest ging in den rollenden akustischen Tälern unter.

"Die persönlichen Probleme unseres Chefmediziners gehen alle etwas an", entschied Sheppard kurzerhand.

"Es ist nur...meine Mum hat heute Geburtstag. Ich war bislang immer zu ihrem Geburtstag zu Hause. Und ich kann ihr noch nicht einmal eine Karte schreiben."

"Solange wie das Stargate-Programm inzwischen läuft - und nach all den gemachten Erfahrungen - hat im SGC sicher jemand einen entsprechenden Vermerk in seinem Outlook und hat ihr einen Gruß zukommen lassen." Unterzeichnet von General O'Neill. Mit Blumen. Nicht wirklich. Aber was sollte er sagen? Carson leiden zu sehen - gerade wenn es um seine Mutter ging - könnte vermutlich selbst einen Genii dazu bringen, ihn in den Arm nehmen zu wollen.

"Daran glauben Sie doch selbst nicht, Major."

Nicht wirklich, da hatte Beckett vollkommen Recht. "Tut mir leid, Carson. Aber wir können nichts tun als hoffen, daß sie jemanden hat, mit dem sie diesen Tag verbringt und etwas Freude hat, obwohl ihr Sohn nicht dasein kann. Und wir können uns bemühen, unseren Hausarzt etwas aufzuheitern, ihm Gesellschaft zu leisten..."

"Sich ein paar Lieder für ihn wünschen, die nicht nur aus lautem Gewummer bestehen, sondern tatsächlich eine Melodie haben", fügte Beckett hinzu. "Aye, das wäre nett. Aber vermutlich auch zuviel verlangt."

"Warten Sie ab, Doc. Es gibt hier genügend Leute, die Ihnen Gefallen schulden. Oh, und was darf's lesetechnisch sein?"'

"Stephen King wäre ein ausgezeichneter Anfang. Oder wenn jemand G.R.R. Martin mitgenommen hat, dann auch gerne das. Ich habe schließlich Zugang zu allem, was mir das Lesen schmerzfreier gestaltet. Und ich möchte Kate Heightmeyer um Verzeihung bitten, daß ich das Michael Crichton eBook, das sie mir gegeben hatte, unwiederbringlich gelöscht habe, obwohl ich erst zur Hälfte durch war. Zum Wohle der Allgemeinheit. Nach dem Ärger mit dem Nanovirus wird sich mit Sicherheit niemand dazu aufraffen können, 'Prey' zu lesen. Ohnehin eine Enttäuschung, das Buch."

Sheppard sah hinüber zu Ford, der mit den Schultern zuckte, dann aufmerksam in seinen Kopfhörer lauschte und nach einem Nicken einen Daumen hochhielt. "Da kommt auch schon der erste Hörerwunsch, weshalb wir Dr. Beckett mit etwas Musik aus der Heimat verabschieden können. Er ist ebenfalls mit Single Malt getauft worden und spielt Gitarre wie ein Gott... Mark Knopfler mit 'What It Is'."

 

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Im Hangar löste der Titel einen wilden Streit unter mehreren musikbegeisterten Geologen aus, die gerade mit Sergeant Stackhouse zu einem Ausflug zum Festland aufbrechen wollten. Der einzige Geophysiker in der Gruppe stahl sich heimlich davon, als die Diskussion, ob nun Eric Clapton, Carlos Santana oder Mark Knopfler besser sei, nicht aufhören wollte. Er konnte seine Zeit besser nutzen. Und außerdem stand er sowieso auf Country.

 

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"Hier sind wir wieder bei 'Good Morning, Atlantis', ich bin John Sheppard, und bei mir im Studio habe ich nun einen Gast. Denn - ihr alle wißt es schon - es ist wieder Zeit für die beliebten Zwölf- Fragen-Interviews! Neben mir sitzt Dr. Peter Grodin. Willkommen, Doktor, schön Sie hier zu haben."

"Danke, Major. Ich freue mich hier zu sein."

"Ja, ich freue mich auch, daß Elizabeth Sie für eine halbe Stunde entbehren kann. Nun, Dr. Grodin, Sie kennen die Fragen...Sie wissen, worauf Sie sich einlassen. Die Fragen dienen dazu, den Leuten von Atlantis ein besseres Bild von ihren Mitmenschen zu geben. Durch kleine, persönliche Informationen, die aus einem Vorgesetzten, dem Mitarbeiter, mit dem man nur oberflächliche Unterhaltungen führt, weil man nichts von ihm weiß, eine Person macht."

"Das weiß ich."

"In Ordnung. Dann wollen wir doch gleich mal loslegen und den Bewohnern von Atlantis Dr. Peter Grodin etwas näherbringen. Wenn Sie jetzt im Rückblick noch einmal packen würden, welchen Gegenstand würden Sie dann auf jeden Fall einpacken?"

"Mehrere weinrote T-Shirts. Man hat mir neulich gesagt, daß mir die Farbe gut stände."

"Das tut sie auch. Was war der letzte Film, den Sie im Kino gesehen haben?"

"Ich hab' den Titel vergessen...irgendwas mit George Clooney..."

"Ein Mann mit Geschmack. Ihr Lieblingsessen?"

"Thai-Hühnchencurry in Kokosmilchsauce mit viel Paprika und Chili."

"Ah, Sie haben's also gerne scharf, hm? Wer hat Ihnen Ihren ersten Kuß gegeben?"

"Tom McCarthy, um ehrlich zu sein...Urlaub in Australien mit meinen Eltern. Ich war neun." Ein Seufzer folgte. "Ich ging schwimmen, bin fast ertrunken, er hat mich rausgezogen und wiederbelebt. Nun, das war halt sein Job als Rettungsschwimmer."

"Und ganz Atlantis macht sich plötzlich wieder Hoffnungen. Perfekte Überleitung zur nächsten Frage. Kommen wir zum seltsamsten Ort, an dem Sie je Sex hatten?"

"Das war, hm, in einem Büro in der Mittagspause auf einem Kopierer."

"Sie erstaunen mich, Doktor! Und was war Ihre Reaktion auf die Existenz des Stargate?"

"Nun, ob man das als Reaktion bezeichnen kann... Star- was? Gefolgt von 'Hey, kann ich Ihren MI6-Ausweis noch einmal sehen?'"

"Ihre Lieblingsmusik?"

"Major, als rechte Hand, Erinnerungshilfe und unersetzliche Perle von Dr. Weir habe ich keinen Anspruch auf einen eigenen Musikgeschmack. Aber wenn ich ihn hätte, würde ich sagen Salsa. Ich habe früher sogar erfolgreich Tanzturniere bestritten. Und ich mag Tori Amos und Garbage."

"Was wir ja auch alles im Programm haben. Wenn Sie einen Moment in Ihrer Vergangenheit wiederholen könnten, welcher wäre das?"

"Meinen letzten Geburtstag. Dr. Weir hat eine Party für mich organisiert. Ja, ich würde meinen letzten Geburtstag wählen... schließlich weiß ich nicht, wie viele ich noch haben werde."

"Kommen wir zu Frage Nr. 9: Der schlimmste Job, den Sie je machen mußten?"

"Oh", lachte Grodin, "da muß ich das erste Studienjahr erwähnen, als ich bei Starbucks jobbte, um mir ein Zimmer in einer WG leisten zu können. London ist ein teures Pflaster... Der Job bei British Aerospace war danach ein echter Aufstieg."

"Kann ich mir vorstellen. Wenn Sie einen Tag frei hätten, was würden Sie tun?"

"Erst ein gemütliches Frühstück im Bett, dann Dr. Afonso eine Revanche beim Squash geben und den Rest der Zeit im Labor verbringen, um alle daran zu erinnern, daß ich auch einen akademischen Grad mein Eigen nenne."

"Als könnten wir das je vergessen", log Sheppard. Einen akademischen Grad...worin? Kaffeemaschinenbau? "Frage Nr. 11 ist relativ banal: Wie trinken Sie Ihren Kaffee?"

"Halb-halb und ohne Zucker."

"Die wichtigste Frage kommt wie immer zum Schluß. Sie haben nur noch fünf Minuten zu leben, was würden Sie tun?"

"Darüber mache ich mir Gedanken, wenn es soweit ist", antwortete der andere Mann mit einem entwaffnenden Lächeln.

"Herzlichen Dank, Dr. Peter Grodin. Ich darf daran erinnern, wir wollten diesen Programmpunkt schon streichen, aber nachdem letzte Woche Aiden Ford mit einem neuerstellten, aufgepeppten Fragenkatalog solch durchschlagenden Erfolg bei Dr. Zelenka hatte - hat jemand Dr. Z seitdem wieder gesehen? - und die ganze Stadt unlängst mitfiebern konnte, als der Gast unserer heutigen Sendung unter Einsatz seines Lebens versuchte, Sergeant Norman Bates seine dunkelsten Geheimnisse zu entlocken - Sergeant, ich kann Sie übrigens beruhigen, ich habe etwas aufgetrieben, das zumindest aussieht wie ein Antiker - Waschsalon! - können wir in der nächsten Sendung unseren allseits beliebten Expeditions- und Hausarzt begrüßen. Dr. Carson Beckett. Ah, und apropos Dr. Beckett. Die Idee vom 'Atlantis für Carson Beckett- Tag' scheint anzukommen. Noch ein Lied für Carson, mit Gruß von seinem gesammelten Team, das ihn bittet, nicht mehr ganz so trübsinnig durch die Gegend zu laufen und seine Mitmenschen zu deprimieren. - Runrig und...hm, das kann ich ja gar nicht aussprechen. Vermutlich Gälisch. Nein, das spiele ich nicht. Lieber den nächsten Titel in dem Verzeichnis...der da wäre 'Alba'."

 

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Die ersten Takte genügten, um Carson Beckett in Tränen ausbrechen zu lassen. Glücklicherweise gehörten Papiertaschentücher zu den Gegenständen, an denen in der Krankenstation kein Mangel herrschte.

 

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"Radio Atlantis, meine Damen und Herren, Soldaten und Wissenschaftler aller Art, der Sender mit dem besten Musikprogramm in der Pegasus- Galaxis. Ihr wollt es, wir spielen es - vorausgesetzt, irgend jemand hat es mitgebracht und in das mp3-Archiv eingestellt. Keine Musikrichtung kommt bei uns zu kurz. Und hier ist auch schon der nächste Titel..."

 

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Dr. Elizabeth Weir biß die Zähne zusammen und wünschte sich ein Paar Ohrstöpsel, damit sie sich ganz auf den Bericht konzentrieren konnte. Aber stattdessen wippte sie mit einem Fuß im Takt mit und, Himmel, ertappte sich dabei, wie sie mitsummte. Das konnte ja nicht angehen! "Dr. Weir an Dr. Grodin."

"Hier ist Grodin."

"Peter, ich weiß, Sie sind schon wieder auf dem Rückweg...aber könnten Sie mir von der Krankenstation etwas Aspirin und Ohropax mitbringen?"

"Selbstverständlich."

"Danke." Was würde sie nur ohne Peter tun?

 

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"Ah, und das war soeben 'I Want It That Way' von den Backstreet Boys. Und ich werde nicht verraten, wer dafür verantwortlich ist, sonst gibt es Tote. Und davor hatten wir einen Oldie but Goldie - 'Love Potion No. 9'. Dr. Kavanagh, wenn Sie zuhören, das wäre doch endlich einmal eine sinnvolle Verwendung Ihrer Zeit, oder? Daran könnten Sie arbeiten und sich vielleicht sogar den Dank einiger Leute verdienen. Das heißt, wenn Dr. Beckett Ihren Rüssel für geheilt erklärt und Sie wieder sprechen können. Ein Rat für die Zukunft: Streitigkeiten unter Kollegen sind normal und bei einer IQ-Konzentration wie im Wissenschaftslabor von Atlantis ist es nachvollziehbar, daß sie öfters als normal vorkommen. Aber jeder hätte Ihnen mehr Verstand zugetraut als in Ermangelung von fundierten Beweisen - was jeder von Ihnen inzwischen gewohnt ist - Dr. Zelenka mit einer *solchen* Äußerung zu kommen! Beleidigungen jeder Art wären akzeptabel gewesen, er hätte wahrscheinlich nicht mal mit der Wimper gezuckt, wenn Sie ihm unterstellt hätten, er würde unter Teilchenphysik die Wissenschaft von LEGO verstehen. Aber 'WM- Viertelfinale 2004' war ein Schlag unterhalb der Gürtellinie. Lassen Sie sich das eine Lehre sein, die blauen Linien ihrer Mitmenschen nicht zu überschreiten. Was mich zu Ihrem Musikwunsch bringt... 'Don't You Want Me' von The Human League. Ehrlich, Ihre Vorlieben fangen an, mich zu beunruhigen! ACDC ging noch, aber *das*... Doch wir erfüllen auch Ihre Wünsche...zumindest im Musikbereich. 'Don't You Want Me'...und direkt im Anschluß 'One' von Alanis Morissette, die mich fast überzeugt hat, daß offenbar alles Gute wahrhaftig aus Kanada oder Schottland kommt. Und wenn Dr. McKay zuhört: Rodney, das ist das erste und letzte Mal, daß diese Worte über meine Lippen kommen. Daraus wird keine Gewohnheit."

 

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Über Rodney McKays Gesicht huschte dennoch ein zufriedenes Lächeln und er fing an, sein Mittagessen auszupacken.

 

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"Ah, es ist jedes Mal das gleiche. Tempus fugit, vor allem, wenn man Spaß hat. Meine Sendezeit neigt sich dem Ende zu und bevor ich mich verabschiede, ein paar Worte in eigener Sache." Er räusperte sich. "Die Person, die mir kürzlich diese aufwendig verschlüsselte E- Mail zukommen ließ...ich denke, fragliche Person weiß, daß ich sie meine. Die Person also, die mir diese Nachricht schickte, die sich nicht zurückverfolgen ließ und sich beim Versuch, sie zu drucken, prompt löschte, zusammen mit dem restlichen Inhalt meines Eingangsfaches. Herzlichen Dank dafür, übrigens. Also eben diese Person, die mir Highschool-Jahrbuchbilder von Dr. McKay angeboten hat, möchte ich hiermit fragen: zu welchem Preis und wo soll die Übergabe stattfinden?"

 

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Das Thunfischsandwich schlug auf der Laptop-Tastatur auf, Krümel und Salatfetzen rieselten zwischen die Tasten, und der wutschnaubende Konsument stürmte mit wehendem Kittel aus dem Labor. Auf der anderen Raumseite reagierte Zelenka umgehend. "Uh...Major Sheppard..."

 

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"Werte Hörer und Hörerinnen, soeben erreichte mich die dringende Meldung, daß Hurricane Rodney Kurs auf das RA-Studio genommen hat. Ich mache daher an dieser Stelle eine kurze Pause und spiele mehrere Titel am Stück, angefangen mit einem meiner persönlichen Favoriten, 'Bat Out Of Hell' von Meat Loaf, gefolgt von 'Such a Shame' und 'Help!' Falls ich anschließend nicht wieder da bin, übernimmt Aiden Ford für mich und spielt in memoriam mindestens einen Song von Johnny Cash pro Sendung. Viel Spaß..." Damit brach er ab, startete die Musik und sprintete in einem Tempo davon, das jeden olympischen Läufer neidisch gemacht hätte.

 

*****
 

Zwei Tage später... "Das war John Hiatt mit 'Something Wild'." Carson Beckett hob die Hand vor den Mund und gähnte leise. Er hatte heute nicht moderieren wollen, theoretisch sollte Corporal Malone hier sitzen, aber Dr. Weir hatte sie mit SGA-2 auf eine Mission geschickt...soweit er sich erinnern konnte, ging es um Aufnahme von diplomatischen Beziehungen und eine gigantische Bibliothek, an der diverse Wissenschaftler brennend interessiert waren. "Wie jeden Freitag nun die wöchentliche MRE-Statistik. Und in dem Zusammenhang zu den Ergebnissen von der Umfrage, die Lieutenant Ford am Montag gestartet hat: Frisch oder fertig? Dr. Zelenkas Antwort wurde von dieser Umfrage ausgeschlossen, da ich kein Tschechisch kann und Dr. Lukeš mir die Übersetzung verweigerte, mit dem Kommentar, sie wolle niemanden in Schwierigkeiten bringen, nur weil er seine Meinung sagte. Offenbar schmeckt es ihr auch nicht immer so wie es sollte... Sieht so aus als müßten wir unsere Bemühungen weiter verstärken. Aber bis dahin..." Er pausierte kurz für zusätzlichen dramatischen Effekt. "Gewonnen hat diese Woche das Hähnchen mit Thai-Sauce und gelbem Reis. Höchstwahrscheinlich nur wegen dem Päckchen Vanille-Cappuccino, das dem Menü beiliegt. Auf dem zweiten Platz...die Schweinerippchen in BBQ-Sauce. Hmm. Und auf Platz drei...Tortellini in Käsesauce. Mag daran liegen, daß die Spaghetti Bolognese seit Montag alle sind. Mehr von eurem sich sorgenden Chefarzt zum Thema nach QUEEN und 'Bohemian Rhapsody' mit Gruß an Dr. Zelenka...wir sollten Abende wie letzte Woche bei Gelegenheit wiederholen, Radek. Allerdings ohne den Alkohol. Und mit anspruchsvolleren Filmen."

 

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In einer anderen Sektion der Stadt erlaubte sich der Angesprochene ein stilles Lächeln. Der Abend hatte enormen Unterhaltungswert gehabt. Nachdem er herausgefunden hatte, daß sie nicht nur über ein hochentwickeltes System interner Sensoren verfügten, sondern besagtes System - und diese Entdeckung hatte er noch mit keinem seiner Kollegen geteilt - dem Nutzer die Option einer audiovisuellen Überwachung ausgesuchter Abschnitte von Atlantis bot. Hauptsächlich kritischer Bereiche wie dem Gate-Kontrollraum, aller Knotenpunkte der Energieversorgung, dem Jumper-Hangar... Aber mit den nötigen Feineinstellungen konnte man einen Blick in so ziemlich jeden beliebigen Korridor und Raum werfen. Privatquartiere eingeschlossen. Und er hatte sich den Spaß gemacht, das System so zu programmieren, daß es eine Woche lang mit zwanzig Kameras aufzeichnete. Aus dem Material war ein vier Stunden langer, musikalisch hinterlegter Zusammenschnitt geworden, der bei 'America's Funniest Home Videos' konkurrenzlos gewesen wäre. Unter Alkoholeinfluß war selbst Kavanagh beim Zähneputzen unfreiwillig komisch - was auch an der Bugs-Bunny- Zahnbürste gelegen haben mochte - und Carson hatte anschließend verkündet, daß er *nie* wieder sehen wolle, was Sergeant Bates für Unterwäsche trug. Nun, vielleicht könnte er ihn ja trotzdem an den Aufzeichnungen letzter Nacht interessieren. In der Krankenstation passierte eine Menge, von dem der verantwortliche Arzt nichts wußte. Er stand auf, richtete eine Ausrede an seine Kollegen, und machte sich auf zum nächstgelegenen Transporter. Irgendwie verspürte er das dringende Bedürfnis nach einer kalten Dusche.

 

*********
 

"So, da bin ich wieder. An dieser Stelle möchte ich alle abermals an ein gesundes Eßverhalten, ausreichende Bewegung, Streßabbau und die für nächste Woche angesetzten Impfungen zu erinnern. Nicht alle Leute kommen so regelmäßig bei mir vorbei wie gewisse Physiker. Rodney, ich hoffe, ich langweile Sie nicht allzu sehr...aber das haben Sie sich selbst zuzuschreiben. Major Sheppard durch halb Atlantis zu jagen, durch noch unerforschte Sektionen, von denen einige noch Sturmschäden aufweisen, gilt nicht als Sport und ist nicht besonders ratsam. Sie können froh sein, daß der Major Sie gehört hat und die Treppe außerdem in der Nähe eines Transporters war." Die Treppe und ein Sturz dieselbe hinunter. Zumindest war das McKays Unfallbeschreibung gewesen und angesichts der blauen Flecken und der blutenden Platzwunde direkt über dem zuschwellenden linken Auge hatte er an der Aussage nicht gezweifelt. Ob der Tatsache, daß McKay am Fuß der Treppe im Wasser gelandet war - genau gesagt in knietiefem, abgestandenem Meerwasser voller faulender Algen - hatte er aber darauf bestanden, den protestierenden Physiker nach fünf Stichen und einem Eisbeutel für achtundvierzig Stunden in der Krankenstation zu behalten. Zwar verkündete Rodney, daß es ihm blendend ginge, herzlichen Dank und das sei doch alles gar nicht nötig, doch wollte Carson das Risiko einer Infektion der Wunde ausschließen und verordnete eine ganze Serie Antibiotika, intravenös, alle zwei Stunden. Rodneys Verwünschungen waren von der Wortwahl her mit jeder Stunde kreativer geworden.

"Auf dem Impfplan stehen unter anderem Tetanus, Polio, Mumps und Diphtherie...und wenn ich die Zeit habe, mich mit den lokalen Äquivalenten auseinanderzusetzen, werdet ihr es als erste erfahren. Bis dahin gebe ich euch das, was ich zur Verfügung habe. Ich warte auf euer zahlreiches Erscheinen. Auch die, die Angst vor Nadeln haben. Ja, es ist lästig, ein Arzt weiß das genauso wie seine Patienten. Aber ich mache ungern einen Befehl daraus." Er überlegte kurz, ob er den nächsten Punkt ansprechen sollte, und entschied sich dafür. Schließlich betraf diese Angelegenheit sie alle. "Außerdem eine kleine Beschwerde: Materialschwund in der Krankenstation. Ich bringe das Thema deshalb zur Sprache, weil ich letzte Nacht noch nach meinem Patienten sehen wollte und eine furchtbare Unordnung im Regal vorfand. Aufgerissene Kartons, der Inhalt mehrerer Container war über den Boden verstreut... Wenigstens hat er meinen Patienten nicht geweckt." Was an ein Wunder grenzte, denn es mußte relativ geräuschvoll vonstatten gegangen sein. "Ich will ja gar nicht so genau wissen, was ihr mit dem Zeug treibt...aber gleich eine ganze Packung...hey, die Worte 'begrenzter Vorrat' gelten für alles. Auch für besagtes...ahm, Gel. Und manchmal brauche ich das Zeug auch...für meine Arbeit. Aber genug der Ermahnungen. Wir machen weiter mit dem Programm. Zu Gast im Studio habe ich heute gleich zwei Personen, Major John Sheppard *und* Dr. Elizabeth Weir. Willkommen. Dr. Weir, endlich haben Sie es einrichten können, in dieser Sendung zu erscheinen."

"Ja, Carson, mein Terminplan ist immer sehr voll. Meetings...Memos schreiben...bedeutungsvolle Worte an Teams richten, die zu einer Mission aufbrechen...das alles ist noch gar nicht schlimm. Der wahre Streß ist, zwischendrin noch Zeit finden für Yoga, Peters exzellenten Kaffee, Patiencen, eine neue Haarfarbe und meine Maniküre...aber ich will nicht klagen. Fangen Sie an, wir stehen Ihnen zur Verfügung."

"Wie Sie wünschen, Dr. Weir. Also, wenn Sie jetzt im Rückblick auf unsere bisherige Zeit hier noch einmal packen könnten, welchen Gegenstand würden Sie dann auf jeden Fall einpacken?"

Sheppard nickte seiner Vorgesetzten zu. "Ladies first, Elizabeth."

"Danke, Major. Meinen Lockenstab. Und Sie?"

"Mit großer Wahrscheinlichkeit mein Skateboard - die Gänge hier sind ziemlich lang."

Carson lehnte sich in seinem Stuhl zurück und schlug die Beine übereinander. "Aber dann hätten Sie hoffentlich auch die Schutzausrüstung eingepackt, nicht wahr? Schädelbruch ist eine unangenehme Sache, Junge. Was war der letzte Film, den Sie im Kino gesehen haben?

"Ich gehe so selten ins Kino. Simon hat mich allerdings kurz bevor ich in die Antarktis abreiste, in dieses kleine Programmkino mitgenommen, wo in einem Saal als einziger Film "Casablanca" das ganze Jahr lang läuft."

"Klingt gemütlich. Was wir in McMurdo hatten, würde ich nicht als Kino bezeichnen...die Pinguine draußen waren meist interessanter", gab Sheppard zu. "Aber zuletzt zeigten Sie dort die Kinofassung von "Rückkehr des Königs" - ich hätte gerne die Special Extended Edition davon gesehen."

"Verraten Sie uns Ihr Lieblingsessen? Nur damit wir wissen, womit man Ihnen eine Freude machen könnte."

"Auch wenn ich bezweifele, daß jemand die Zutaten zur Verfügung hat...es ist Barolo-Schmorbraten. Simon ist ein fantastischer Koch. Am Herd ist er unschlagbar."

Ein kurzer und schmerzhafter Gedanke an seine Mutter ließ Carson schlucken. "Beneidenswert. Major?"

"Mein Geschmack ist eher simpel. Der Nudelauflauf meiner Tante. Auch habe ich neulich dieses furchtbare Verlangen nach einem richtig *guten* Whopper gehabt..."

"Nun werden wir etwas persönlicher. Ihr erster Kuß, Dr. Weir?" Die Frage war ihm sichtlich unangenehm.

"Darren Royce...im Kindergarten. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte ich ihn noch am selben Tag geheiratet."

"Annie Levinson...mein erstes Jahr an der Highschool...und jetzt kommt der seltsamste Ort, an dem wir je Sex hatten, nicht wahr?" Er hielt kurz inne und berichtigte sich schnell, "Natürlich nicht *wir* wie in 'wir beide zusammen'."

Weir hob eine pikierte Augenbraue. "Darauf werde ich nicht antworten."

"Völliges Verständnis. Verzeihung, Dr. Weir, Sie wissen, ich habe diese Fragen nicht zusammengestellt! Nächste Frage. Was war Ihre Reaktion -"

"Aber ich werde antworten: Auf einer Liege in der Krankenstation."

Doch Carson war bereits bei der nächsten Frage. "Ihre Reaktion auf die Existenz des Stargate?"

"Also die Geschichte könnte etwas länger dauern", begann Weir und blickte Sheppard hilfeheischend an.

"Ich weiß nicht, ob die Zeit dafür ausreicht. Ich denke, es genügt, wenn der Major antwortet."

"Und ich frage mich, wieso Sie mich das eigentlich fragen. Sie waren doch dabei, Doc. Sie haben es mir selbst gesagt! In der Antarktis-Basis!"

"Ah...aye, richtig. Wir vergleichen mit den Reaktionen der zuvor befragten Personen."

<"Cool. Aber auch völlig logisch. Hätte ich ja selbst drauf kommen können. Warum ist mir das nicht eingefallen? Was soll das heißen, ich habe nur ein virtuelles Modell zur Verfügung?">

"Rodney klingt ziemlich enttäuscht, aber vergleichen wir einmal mit meiner Wenigkeit...ich darf dazu sagen, daß ich nicht sonderlich stolz bin darauf, aber die Person, die mich informierte, sah nicht sehr vertrauenseinflößend aus..."

<"Schon in Ordnung, Junge, bleiben Sie still sitzen, schlucken Sie das hier, und ich hole eine Schwester, dann bringen wir Sie ganz schnell zurück in ihre Anstalt.">

"Skeptisch aber begeisterungsfähig, weshalb wir ihn auch alle mögen: Dr. Zelenka, Ladies und Gentlemen..."

<"Ah, sagen Sie nichts: ist russische Erfindung? Nein? Exzellent. Meinen Sie, ich könnte mir Baupläne mal ansehen?">

"Als nächstes die Reaktion unseres allseits beliebten Dr. Kavanagh."

<"Ich habe Besseres zu tun als Ihnen zuzuhören! Ich betreibe ernsthafte Wissenschaft!">

"Wo wir ihm alle zustimmen müssen. Reichlich abgebrüht dagegen unser Sicherheitschef...Sergeant Bates..."

<"Okay. Gibt es für solche Einsätze eine zusätzliche Gefahrenzulage?">

"Und zuguterletzt meine Lieblingsreaktion...so frisch und natürlich... Aiden Ford..."

<"Wow!">

"Genau, wow. Weiter mit Frage Nr. 7. Ihre Lieblingsmusik, Major?" Ein unbeteiligter Zuhörer könnte meinen, er wollte möglichst schnell mit diesem Programmteil fertig werden. Was durchaus der Wahrheit entsprach.

"Johnny Cash, natürlich. An manchen Tagen lasse ich auch noch Billy Joel und Eric Clapton gelten."

Weir brauchte etwas länger, bevor sie antwortete, "Bach. Eher klassisch. Allerdings habe ich über die letzten Monate Gefallen an Dire Straits gefunden, was daran liegen mag, daß ich des öfteren in der Krankenstation vorbeischaue und Sie die Musik auf Dauerschleife laufen lassen, und außerdem -"

Weiter kam sie nicht, denn in diesem Moment erreichte Sheppards vorletzte Antwort Becketts Gehirn und er schnappte empört nach Luft. "Moment, Junge, was war das eben? IN MEINER KRANKENSTATION? Auf welcher Liege? Major!"

"Hey", verteidigte sich Sheppard, "ich dachte, schonungslose Ehrlichkeit sei der Sinn und Zweck dieser Sendung."

"Es gibt so was wie zuviel Ehrlichkeit..." Mit größter Willenskraft ging Beckett zur nächsten Frage über, um kein peinliches Schweigen entstehen zu lassen. Später. Er würde sich später mit John Sheppard und seinen Indiskretionen befassen. "Wenn Sie einen Moment in Ihrer Vergangenheit wiederholen könnten, welcher wäre das?"

"Als ich für diese Mission ausgewählt wurde", antwortete Weir voller Überzeugung und war gelinde überrascht, als sie sich Sheppards Katze-nach- dem-Kanarienvogel-Grinsen gewahr wurde. Und hier hatte sie gedacht, der Major hätte sich einen Scherz erlaubt. Offensichtlich war es mal wieder an der Zeit für eine ihrer bewährt-gefürchteten Ansprachen. Wraith hin oder her, es gab Dinge, die gehörten sich einfach nicht. Einmal mehr verspürte sie den Wunsch, Colonel Sumner wäre noch am Leben, um Sheppard moralischen Kompaß wieder etwas "einzunorden"; ihr gelang es ja offenbar nicht.

"Letzte Nacht", gab Sheppard Auskunft.

Wenn doch nur *irgend* jemand über dem Rang eines Major anwesend wäre! Bemerkenswert wie schnell Beckett seine Fassung wiedererlangt hatte...aber das war schließlich eine Sache, die sie sehr an Carson Beckett schätzte: seine Professionalität und die Fähigkeit, ungeachtet der Umstände das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren und dabei noch Ruhe auszustrahlen. Allein wenn es um die Bedienung von Antiker-Technologie und speziell dem Fliegen eines Jumpers ging, verwandelte sich Carson in ein zitterndes Nervenbündel.

"Erzählen Sie den Hörern von dem schlimmsten Job, den Sie je machen mußten?"

Da dachte Weir nicht lange nach, die Antwort war offensichtlich. "Da war eine Konferenz während der Balkan-Krise, wo mich gerne jemand hätte vertreten können. Neun Tage des Grauens...."

"Ich kenne das Gefühl. Hatte ich so ziemlich jeden Tag in Afghanistan." Unruhig rutschte Sheppard auf seinem Stuhl herum. Atlantis hatte auch so seine Tiefpunkte, aber noch keinen, der auf seiner persönlichen Skala an das untere Ende heranreichte. Eher das exakte Gegenteil. Verflucht, letzte Nacht war - das selige Grinsen kehrte auf sein Gesicht zurück - extrem gut gewesen. "Nächste Frage, Doc."

"Ah, sicher. Also, wenn Sie einen Tag frei hätten, was würden Sie tun?"

Hier war es Weir, die sich mit einem sehnsüchtigen Lächeln zurücklehnte. "Ein Buch lesen, meine Nägel machen und Dr. Lukeš fragen, ob sie mir die Haare schneidet."

Beckett murmelte ein "Aha" und rieb sich das Kinn. Hörbares Stoppelgeknister. Vielleicht sollte er sich heute die Zeit nehmen, den normalen "Schatten"-Zustand wieder herzustellen. "Ich hatte schon des öfteren mal fragen wollen, mich aber nie getraut. So häufig wie Sie die Frisur und Haartönung wechseln, müssen Sie jemanden haben..." Öffentlich aussprechen wollte er es nicht, aber er könnte auch einmal wieder einen vernünftigen Schnitt vertragen...vielleicht sogar ein paar blonde Highlights riskieren...

"Dr. Lukeš hat ursprünglich eine Friseurlehre gemacht - ihre Eltern meinten, sie solle 'was Handfestes' lernen - und so erst nachträglich die Schule abgeschlossen und studiert."

"Mit Erfolg, wie wir alle wissen. Dennoch hat sie inzwischen einen recht großen Kundenstamm, dank unserem Tauschhandelssystem." Er würde sich überlegen müssen, was er anzubieten hatte. Zigaretten hatte er keine und der verbliebene Oban war reserviert für den nächsten Fernsehabend, an dem er die wunderbare Welt des Eishockey erklärt bekommen sollte - persönlich sah er da keine Erfolgsaussichten, aber einen Versuch war es wert. Radek konnte sehr überzeugend sein. Und nach ein paar Gläsern könnte er ihm dann vielleicht entlocken, wie er seine Haare bislang vor Kamm und Schere seiner Kollegin gerettet hatte. Neugierig war Carson ja schon. "Und Sie, Major?" Die Frage hätte er sich sparen können. Mit zusammengebissenen Zähnen begegnete er Weirs Blick, aus dem geteiltes Leid sprach.

Sheppards Mund lief auf Automatik. "Das gleiche wie letzte Nacht. Nur viel, viel öfter."

Und wenn Sheppard nicht gleich aufhörte, würde Elizabeth "John Sheppard auf einem anderen Planeten aussetzen" ihrer To-Do-Liste hinzufügen!

Auf der Konsole neben Carsons Platz begann eine Anzeige hell und aufdringlich zu blinken.

"Wie trinken Sie Ihren Kaffee?"

"Milch, etwas Süßstoff", antwortete sie. "Aber Peter macht mir neuerdings einen wunderbaren Cappuccino, dagegen ist normaler Kaffee Spülwasser. Ich glaube, er besorgt sich frische Milch für den Schaum, aber er verrät mir nicht woher."

"Schwarz, ein Stück Zucker. Hauptsache Kaffee." Mit einem Fingerzeig richtete Sheppard Becketts Aufmerksamkeit auf das blinkende Licht. "Wollen Sie nicht rangehen, Doc?"

"Gleich. Vorher noch die allerletzte Frage, dann haben Sie - und ich - es hinter sich. Sie haben nur noch fünf Minuten zu leben, was würden Sie tun?"

"Mich von all den Menschen verabschieden, die mir wichtig sind." Noch wie sie überlegte, ob sie Sheppard in diese Kategorie einbeziehen sollte, antwortete dieser und sie entschied sich für ein 'abwarten, bis es soweit ist'.

"Das gleiche wie letzte Nacht. Nur schneller."

Also ein deutliches 'Nein' zu der Frage von eben. Zu viele Informationen. Ob er etwas gegen einen Kurzurlaub bei den Genii hätte? Sie würde sogar persönlich die Adresse anwählen. Und seiner Gesichtsfarbe nach zu urteilen teilte Carson ihre Meinung. Offenbar stand dem Fragenkatalog dieser Sendung eine erneute Revision bevor. "Moment, hier kommt gerade ein Anruf rein... Radio Atlantis, Sie sind auf Sendung."

"Das weiß ich, danke, Carson."

Der Arzt biß sich auf die Unterlippe und schloß kurz die Augen. Zwar konnte Elizabeth nicht von den Lippen ablesen, doch war sie sich sicher, daß er ein stummes Gebet gen Himmel schickte. Herr gib' mir Kraft... "Rodney. Womit kann Ihre letzten Stunden in der Krankenstation versüßen?"

"Oh...ich versuche mich noch zu entscheiden zwischen 'I Shot the Sheppard' von Eric Clapton und 'Justice In the Barrel' von Bon Jovi."

"Rodney", mahnte Carson, doch der zahme Ton verfehlte seine Wirkung völlig. Ungebremst wetterte McKay weiter, "Und richten Sie bitte einem gewissen Major aus, daß ich, wenn er nicht gleich sein vorlautes Mundwerk hält, mir die Kanüle aus dem Arm reiße und persönlich dafür sorgen werde, daß seine Dusche auf ewig eiskalt sein wird. Auch hoffe ich, daß er länger den Atem anhalten kann als bisher mir gegenüber demonstriert, denn er wird seine Football-Videos vom Meeresboden zurückholen müssen."

Weirs Kopfschmerzen verdoppelten sich. Diese Bilder hätte sie jetzt wirklich nicht gebraucht. Viel zu viele Informationen. Sie würde sich einmal mehr an Teyla wenden müssen. Die Athosianerin verfügte über ein beachtliches kräuterkundliches Wissen, das sie in der von ihr moderierten Sendung vor drei Wochen ausgiebig demonstriert hatte, und alle Frauen in Atlantis würden ihr auf ewig dankbar sein, daß sie einige Tage im Monat für sie erträglicher gemacht hatte. Und ihr Mittel zur Entfernung von Grasflecken wirkte Wunder, wie die Marines erfreut festgestellt hatten; Inspektionen und Musterungen, selten wie Sheppard sie vornahm, verliefen nun weitaus entspannter. Glücklicherweise schaltete sich Carson ein, bevor sie etwas sagen mußte.

"Wäre es Ihnen recht, wenn ich besagten Major zu Ihnen schicke, damit er Ihnen hilft, zu Ihrem Quartier zu gelangen?"

Kurzes Schweigen und dann ein mißtrauisches, "Soll das heißen, Sie wollen mich entlassen?"

"Etwas früher als geplant, aber ja, Sie können gehen." Da es anscheinend die einzige Möglichkeit war, zwei Probleme gleichzeitig zu lösen... Er wollte nicht riskieren, daß Dr. Weirs Blutdruck kritische Werte erreichte. Sein eigener Hormonpegel machte ihm schon genug Sorgen, aber da wußte er bereits ein Gegenmittel: Dr. Biros Autopsieberichte. Die Frau hatte entschieden zuviel Spaß mit einer Knochensäge.

Sheppard sprang auf die Füße. "Bin schon unterwegs. Bis später, Elizabeth. Carson. Gute Sendung."

Für einen Arzt gelang Carson ein bemerkenswert bedrohlicher "mörderischer Blick".

"Halb Vier, John. Nicht viertel vor Vier oder zwanzig vor. 1530." Weir hoffte inständig, gleich eine Tasse frisch gebrühten Kaffee auf ihrem Schreibtisch vorzufinden. Und daß die Unterlagen für die besagte Besprechung bereits überarbeitet und verteilt worden waren. Außerdem, überlegte sie, hatte sie schon seit Wochen das Thema Fensterputzen ansprechen wollen. Aber da hatte sie keinerlei Bedenken - solche Dinge erledigten sich wundersamerweise von selbst. Als Sheppard aus der Tür hinaus war, vergrub sie das Gesicht in den Händen und stöhnte. Dieser Tag war schon jetzt viel zu lang...und sie könnte jetzt so sehr auf eine Runde richtigen guten...

Carson atmete zweimal tief durch und verkündete dann, "Das war Major John Sheppard, liebe Hörer und Hörerinnen, herzlichen Dank und noch einen schönen Tag. Den er garantiert haben wird. Dem Rest von Atlantis - und Ihnen, Dr. Weir - wünsche ich einen ebensolchen. Es war mir einmal mehr ein großes Vergnügen, euch durch den Vormittag begleitet zu haben. Die nächste Sendung wird dann Sergeant Christopher moderieren. Dies ist Radio Atlantis und wir beschließen diese Sendung mit einer persönlichen Auswahl von mir, extra zu diesem Anlaß: R.E.M und 'It's The End Of The World As We Know It'..."

Nur vom 'and I feel fine' waren sie noch weit entfernt.

 
Ende

 
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