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Die Rache des Vanilleeis

© by Beverly ()
 
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In den ganzen Jahren, die Greg Sanders nun schon für das CSI Las Vegas arbeitete, hatte er bereits viele eigenartige Situationen erlebt. Er hatte mumifizierte Skelette aus Hausfundamenten herausgemeisselt, hatte Grissom beobachtet, wie er bei einer Made eine Autopsie durchführte und hatte beobachten müssen, wie ein Irrer seinen Kollegen lebendig begraben hatte.

Doch das, was er im Moment erlebte, sprengte sogar seine ansonsten nach oben offene Greg-Sanders-Ungewöhnlichkeits-Skala. Mit weit aufgerissenen Augen kam Nick in Catherines Büro gestürmt, in dem der junge CSI Level 1 stand und sich mit dem Kopiergerät seiner Kollegin herum ärgerte. Mit lautem Knall warf Nick die Tür hinter sich ins Schloss, drehte den Schlüssel zweimal herum und lehnte sich dann keuchend dagegen. Plötzlich stieß er mit heiserer Stimme hervor: "Wir werden sterben! Komm, lass uns Sex haben."

"Was?"

Im Prinzip entsprach der letzte Teil des Satzes einem schon lange heimlich gehegten Wunsch des jungen Mannes, doch er konnte sich nicht daran erinnern, dass im Zusammenhang damit in irgendeinem seiner Träume der Satz 'Wir werden sterben!' gefallen war. So starrte er den anderen Mann nur irritiert an und fragte sich unwillkürlich, ob er in ein Paralleluniversum gefallen war. Greg versuchte für kurze Zeit den Teil mit dem Sex zur Seite zu lassen und konzentrierte sich auf den ersten Teil.

"Wie meinst du das... wir werden sterben?"

"Erinnerst du dich noch an die Leute, die den Copy-Shop vor zwei Jahren überfallen haben? Sie sind jetzt raus aus dem Knast und wollen sich an uns rächen. Sie sind ins Labor eingedrungen und haben Gil und den Rest als Geiseln genommen. Sie wollen alle töten, wenn wir nicht sofort Sex miteinander haben."

Nun stieß Nick sich von der Tür ab und schlich langsam auf Greg zu. Seine Bewegungen waren geschmeidig, katzengleich. Mit wenigen Schritten stand er vor Greg, starrte ihm in die Augen und langsam, ganz langsam, um ihm Zeit zu geben auszuweichen, wenn er das wollte, näherte sich Nick ihm.

Und plötzlich lehnte er sich die letzten Zentimeter vor und küsste Greg. Es war alles, was Greg sich jemals vorgestellt hatte...nein...eigentlich war es noch viel, viel mehr. Nicks Lippen waren weich, sanft und dennoch fordernd. Sie pressten sich auf Gregs und als er spürte, wie die weiche Zunge des anderen Mannes bittend über seine Lippen strich, hörte Greg auf zu denken...denken wurde sowieso überbewertet.

Greg erwiderte den Kuss mit ganzem Herzen und ohne sich dessen bewusst zu sein, schlang er seine Arme um den Hals des anderen Mannes. Warum hatte er eigentlich auf einmal das Gefühl, dass jetzt irgendwo Geigen spielen müssten? Dass jetzt eigentlich ein Feuerwerk explodieren müsste? Und als er die Augen schloss, sah er das Feuerwerk plötzlich, hörte die Geigen...ein ganzes Orchester spielte in seinem Kopf, trug in fort, in schwindelnde Höhen und ließ ihn vergessen, dass das Büro seiner ehemaligen Chefin eigentlich ein völlig ungeeigneter Ort war, um sich von einem Kollegen verführen zu lassen.

Aber dieser Kollege war Nick...Gregs lebender feuchter Traum. Der einzige Mann, der es je geschafft hatte, Greg sprachlos zu machen. Und der einzige Mann, dem sich Greg ohne zu zögern sofort hingeben würde.

Als er Nicks Hand an seinem Gürtel spürte, verabschiedete sich auch seine letzte noch funktionierende Gehirnzelle und mit einem tiefen Stöhnen ließ Greg den Kopf nach hinten fallen.

Seine Hose wurde von erfahrenen Händen nach unten gezogen und seine Shorts folgten nur Sekunden später. Greg traute sich nicht, nach unten zu sehen, als er warmen Atem an seiner Männlichkeit spürte...zu groß war die Angst, dass er dann sofort kommen würde. Doch als er Nicks Zunge an seinem Glied spürte, konnte er nicht anders...er stieß blindlings und ohne zu Zögern zu. Immer wieder, tiefer und tiefer in Nicks heißen, feuchten Mund, der ihn ohne Probleme aufnahm. Als er kam, hatte er das Gefühl, zu zerspringen. Sein Orgasmus kam aus seinem tiefsten Innerem, riss sein ganzes vernünftiges Denken mit sich und ließ ihn zitternd und bebend zurück. Als er langsam wieder zu sich fand, hielt Nick ihn in den Armen und küsst ihn liebevoll.

"Und jetzt?" flüsterte Greg an seinem Mund. Nick zuckte nur sorglos mit den Schultern. Greg zog den Kopf ein wenig zurück, überrascht darüber, daß der ältere Mann sich so gar nicht für die Geiselnahme zu interessieren schien. Doch Nicks Mund, der sich schon wieder fest auf seinen presste, ließ sein Gehirn wieder zu Brei werden. Langsam wanderten die weichen Lippen über seine Wange zu seinem Ohr. Dann spürte er seinen heißen Atem an seinem Ohr und ein geflüstertes, "Es wird noch viel besser, Greggo..."

Ein Schauer lief dem jungen Mann über den Rücken und schamlos drückte er sich noch enger an den muskulösen Körper seines Kollegen. "Noch besser?" keuchte Greg. "Wie kann es denn noch besser werden?"

Mit einem maliziösen Lächeln im Gesicht umfasste Nick sanft das Genick des jüngeren Mannes und drehte seinen Kopf Richtung Tür. Und Gregs Kinnlade sackte Richtung Boden.

In der Tür stand Conrad Ecklie, nackt und eindeutig erregt. Lächelnd kam Conrad näher, kniete neben Greg auf dem Boden nieder und hauchte, "Wir werden viel Spaß haben, Sanders..."

 

Mit einem lauten Schrei fuhr Greg hoch, schweißgebadet und mit heftig klopfendem Herzen. Panisch sah er sich um und registrierte nach ein paar Momenten erleichtert, dass er in seinem eigenen Bett lag. Mit zitternden Fingern griff er nach einem Glas Wasser, das auf seinem Nachttisch stand und trank einen Schluck.

Es dauerte ein bißchen, bis sein Herzschlag sich wieder normalisiert hatte. Mit einem Seufzer legte er sich in sein Kissen zurück. Seine Mutter hatte doch Recht gehabt, war sein letzter Gedanke, bevor er wieder einschlief. Er sollte so kurz vor dem ins Bett gehen kein Vanilleeis mit heißen Himbeeren mehr essen.

 
Ende

 
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