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Der Urlaubsantrag

© by Counselor () und Jeherion ()
 
Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.
Antwort auf den 'Ich war jung und brauchte das Geld'-Challenge
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

Jack O'Neill schob die leere Kaffeetasse beiseite und blätterte erneut durch den vor ihm liegenden Papierstapel. Materialanforderungen landeten in Körbchen A, Missionsberichte in Körbchen B, während Rundschreiben aus dem Pentagon ungelesen in Körbchen C, sprich den Papierkorb, wanderten. Zur Not konnte er immer noch Major Davis fragen, was es Neues gab. Obwohl er sich bereits seit dem Vormittag durch die Papierflut kämpfte, schien der Stapel einfach nicht kleiner werden zu wollen.

"Werde General", murmelte O'Neill missmutig, "Gehe in das Büro. Begib dich direkt dorthin. Gehe nicht durch das Stargate oder zum Angeln. Ziehe nicht 2.000 Dollar ein, sondern langweile dich und warte darauf, dass deine Freunde zu Besuch kommen."

Es klopfte und im selben Moment steckte Sergeant Walter Harriman den Kopf zur Tür herein. "Sir?"

"Walter, mein Freund!" O'Neill lehnte sich zurück und breitete die Arme aus. "Was gibt es? Tok'ra? Goa'uld? Replikatoren? Oder eine andere Katastrophe? Ich nehme alles außer Papierkram."

"Alles in Ordnung, Sir?", fragte Walter, der skeptisch das Chaos auf dem Schreibtisch beäugte. "Ich kann auch später wiederkommen."

"Hier geblieben!" O'Neill winkte Walter zu sich heran. "Ich kann eine Abwechslung gut gebrauchen. Also, was haben Sie für mich? Was Spannendes? Was zum Spielen? Schokolade?"

"Nein, Sir."

"Und?", O'Neill beugte sich zur Seite und versuchte zu erspähen, was Walter hinter seinem Rücken verbarg.

"Mein Urlaubsantrag, Sir", antwortete Walter und legte das entsprechende Formular vor O'Neill auf den Schreibtisch.

"Ich sagte ,Kein Papierkram'!"

"Sie müssen nur unterschreiben, Sir."

O'Neill schnitt eine Grimasse, ergriff das Blatt und hielt es sich dicht vor das Gesicht.

 

Geduldig stand Walter vor dem Schreibtisch und wartete auf O'Neills nächste Reaktion. Als diese ausblieb, räusperte er sich leise.

O'Neill lugte über den Papierrand. "Walter?"

"Sir?"

"Was?"

"Die Unterschrift, Sir"

"Sind Sie sich sicher, dass ich damit weder eine Waschmaschine kaufe, noch die Patenschaft für einen Tok'ra übernehme?"

"Ganz sicher, Sir", bestätigte Walter.

O'Neill seufzte, legte den Antrag zurück auf den Tisch und griff nach seinem Kugelschreiber. Dann stutzte er. "MO-ment."

Walter schien völlig unbeeindruckt von O'Neills tadelndem Blick. "Sir?"

"Vier Wochen?"

"Korrekt, Sir."

"Walter, Sie wissen doch, dass ich Ihnen höchstens zwei Wochen genehmigen kann."

"Sie könnten eine Ausnahme machen, Sir."

"Und warum sollte ich das tun, WALTER?"

"Weil ich schon sehr lange keinen Urlaub mehr hatte, Sir."

"Zwei Wochen, Walter, keinen Tag mehr."

"Tut mir leid, Sir, ich hatte gehofft, das nicht tun zu müssen", sagte Walter und reichte O'Neill einen Briefumschlag.

O'Neill starrte irritiert auf das Kuvert, drehte und wendete es, um es dann zögernd zu öffnen. "Walter, hören Sie.", setzte er an und verstummte abrupt, als er nicht die erwartete Kündigung sondern ein Foto heraus zog.

"Ja, Sir?"

"WALTER!!!!" O'Neill sprang förmlich aus dem Stuhl, marschierte um den Schreibtisch und baute sich unmittelbar vor Walter auf. "Wo haben Sie das her?"

"Keine Sorge, Sir, ich versichere Ihnen, es ist ein Einzelexemplar. Sie können es haben. Für nur eine Unterschrift."

"Walter, das ist Erpressung!" O'Neill stand nun so nah vor ihm, dass sich ihre Nasenspitzen fast berührten.

Walter wich keinen Millimeter zurück. "Sir, ich brauche diesen Urlaub."

"Ja ja, und ich war jung und brauchte das Geld", brummte O'Neill und trat einen Schritt zurück.

"Es gab Geld dafür, Sir?"

"Nein, aber mir fällt keine bessere Ausrede ein."

"Mein Urlaubsantrag, Sir?", hakte Walter nach.

O'Neill straffte die Schultern und ging zum Angriff über. "Ich könnte die zensierten Bilder der letzten Weihnachtsfeier versehentlich in der Kantine liegen lassen, Walter."

"Und ich könnte eventuell auch mit drei Wochen Urlaub auskommen, Sir."

"Wie schön, dass wir uns einig sind." O'Neill drehte sich zum Schreibtisch um, änderte den Urlaubsantrag und setzte seine Unterschrift darunter.

"Vielen Dank." Zufrieden schnappte sich Walter das Formular. "Eine Frage noch, Sir."

"Ja, Walter?"

"Was haben Sie denn für den 1. Platz beim MacGyver-Lookalike-Contest bekommen? Ein Schweizer Taschenmesser?"

"Walter?"

"Ja, Sir?"

"RAUS!!!"

 
Ende

 
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