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Wozu sind Freunde schließlich da?

© by Lady Charena (), November 2000

 

Disclaimer: Paramount/Viacom gehört Star Trek und alles, was ich mir hier borgte. Die Story ist mein und reine Fanfiction - ich beabsichtige weder, damit Geld zu verdienen, noch irgendwelche Rechte zu verletzen. Wer unter 18 ist, bzw. sich am Inhalt dieser Story stören könnte, sieht sich bitte anderswo für passendere Unterhaltung um.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Star Trek-Sektion.

 

Das Haus war groß und gut erhalten. Es stand selten leer - ein Teil der Familie fand sich immer wieder hier zusammen. Doch eine Woche lang würde es allein ihr Reich sein. Vor Silvester ließ sich die liebe Verwandtschaft (hoffentlich) nicht blicken.

Nach einem letzten Kontrollblick durch den festlich geschmückten Raum beschloss Dr. Leonard McCoy, ins Bett zu gehen. Morgen früh würden Scotty, Jim und Spock eintreffen.

 

* * *

 

"Natürlich hat das Haus mehrere Gästezimmer." McCoy verschränkte kampflustig die Arme vor der Brust und musterte seinen Captain. "Aber ich hatte keine Zeit, die auch noch vorzubereiten."

Jim Kirk wirkte nicht sonderlich begeistert über die bestehenden Arrangements.

"Was ist los mit dir? Man könnte meinen, es ist das erste Mal, dass du dir ein Zimmer mit Spock teilst. Auf dem Schiff seid ihr ja auch praktisch unzertrennlich."

Jim hob abwehrend die Hände und lächelte. "Okay, schon gut. Es war nur eine Frage." Er stellte sein kaum angerührtes Glas ab und stand auf. "Ich sehe mal nach Spock. Wir wollten Schach spielen."

 

* * *

 

Aus einer Ecke des Raumes kam ein missbilligendes Räuspern. "Haben sie sich gestritten?"

McCoy grinste. "Du weißt doch, dass Vulkanier sich nicht streiten." Er nahm die Flasche, die auf dem Tisch stand und ließ sich mit ihr neben dem Ingenieur auf dem Sofa nieder.

"Ich bin mir nicht ganz sicher, was los ist", meinte er, während er ihre Gläser auffüllte. "Zwei Wochen lang habe ich mir überlegt, wie ich Spock dazu bringen könnte, Weihnachten mit uns unlogischen Menschen zu verbringen - und dann lädt er sich praktisch selbst ein. Dafür musste ich Jim förmlich hierher zerren." Kopfschüttelnd nahm er einen Schluck.

Er seufzte, als Scotty begann, die Anspannung aus seinen Nackenmuskeln zu massieren.

"Könnte es meinetwegen sein, Len?", fragte der Schotte leise. "Vielleicht..."

"Unsinn", unterbrach ihn McCoy. Er wandte den Kopf und küsste ihn. "Wieso sollte es ihn hier stören und nicht auf dem Schiff?"

Er drehte sich zurück und Scott nahm seine Massage wieder auf. "Nein, es ist irgend etwas anderes. Es ist wegen Spock. Ich dachte schon..." Gedankenverloren brach er ab, starrte auf das Glas in seinen Händen.

"Du dachtest?"

"Das Jim endlich darüber hinweggekommen ist."

"Len, du sprichst in Rätseln. Worüber soll er hinweggekommen sein?"

Mit einem Seufzen stellte McCoy sein Glas ab und lehnte sich in Scotty's Umarmung zurück. "Das ist eine Geschichte, zu der ich etwas weiter ausholen muss."

"Wir haben Zeit, oder? Und sind ungestört. Wenn die beiden Schach spielen, werden wir sie heute ohnehin nicht mehr zu Gesicht bekommen."

Es war einen Moment still, dann nickte der Arzt. "Unser guter Captain hat hart an seinem Ruf als Frauenheld gearbeitet", begann er leise. "Aber kaum jemand weiß, dass Jim während seiner Zeit an der Akademie fast zwei Jahre lang mit einem Mann zusammenlebte..."

"Doch nicht etwa mit Gary Mitchell?", unterbrach ihn der Schotte.

Leonard drehte den Kopf, um ihn verblüfft anzusehen. "Wie kommst du auf die Idee? Nein, es war nicht Mitchell." Er schnaubte verächtlich. "Das hätte gerade noch gefehlt. Nein, sein Name war Ben..."

"Finney?? Benjamin Finney?"

Mit einem Ruck setzte sich McCoy auf und drehte sich zu seinem Geliebten um. "Willst du vielleicht weitererzählen?", fragte er ironisch.

Scotty hob abwehrend die Hände. "Schon gut, ich halte ja den Mund. Komm' wieder her."

Leonard grinste und nahm seinen vorigen Platz wieder ein, die Arme des Ingenieurs um seine Taille legend.

"Es war nicht Ben Finney. Einfach nur Ben, mehr weiß ich von ihm auch nicht. Er war Jim's erste große Liebe und auch Student an der Akademie." Er stockte kurz, geistesabwesend die Hände des Ingenieurs streichelnd. "Offensichtlich sollte das etwas richtig festes zwischen den beiden werden", fuhr er schließlich fort."

"Was ist passiert?", fragte der Schotte nach einer Weile leise, als McCoy nicht weitersprach.

"Ben hat sich das Leben genommen", erwiderte der Arzt sehr, sehr leise.

Scotty verengte unwillkürlich die Arme um ihn. "Warum?", erkundigte er sich.

"Pyrrhoneuritis."

Er hörte den Schotten scharf Atem holen. "Len, das ist die gleiche Krankheit..."

"Ja. Die gleiche Krankheit, an der auch mein Vater gestorben ist. Ein Heilmittel wurde erst spät entdeckt. Zu spät für meinen Vater. Und um Jahre zu spät für Jim's Ben." Ohne hinzusehen, griff er nach seinem Glas auf dem Tisch und leerte es in einem Zug.

"Das Anfangsstadium ist leicht geheim zu halten", sprach er schließlich weiter. "Es gab bereits Medikamente, die die Krankheit verlangsamten. Aber als es sich nicht mehr geheim halten ließ..." Er spielte mit dem leeren Glas.

"Sie verbrachten das Wochenende gemeinsam bei Jim's Mutter. Er legte Jim einen Brief aufs Kopfkissen, verabschiedete sich von Mrs. Kirk und sagte, er wolle spazieren gehen."

Scotty nahm ihm das leere Glas aus der Hand, aber er registrierte es kaum. "Als er gegen Abend nicht zurückkam... haben sie ihn gesucht. Jim hat ihn gefunden." McCoy holte tief Luft, sprach aber dann nicht weiter.

Es war eine Zeitlang sehr still.

"Und er hat danach nie wieder...?"

Der Arzt zuckte mit den Schultern. "Ich weiß es nicht. Seine Karriere war ihm später immer das Wichtigste. Und über seine Erfolge bei Frauen brauche ich dir nichts zu erzählen."

Er löste sich aus Scotty's Umarmung, setzte sich auf und griff nach der Flasche, um ihre Gläser aufzufüllen.

"Und warum meintest du, es wäre jetzt anders?"

McCoy runzelte die Stirn. "Spock", meinte er einfach und leerte sein Glas. "Dieser angeblich ach-so-emotionslose Vulkanier ist näher an Jim herangekommen, als er es jemals irgendjemand zuvor erlaubt hat. Sogar mehr als ich."

"Es ist nicht schwer zu sehen, dass zwischen den beiden etwas läuft."

Der Arzt stellte sein Glas mit einem Klicken auf den Tisch zurück. "Das ist es eben. Nichts läuft. Das sie ineinander verliebt sind, weiß offenbar das ganze Schiff - nur die beiden nicht."

"Und deswegen hast du sie in ein Gästezimmer einquartiert?"

Er zuckte mit den Schultern. "Nicht gerade eine blendende Idee, ich weiß. Aber sie sind zumindest schon einmal in einem Bett." Er hob den Kopf, als langsam eine Hand über seinen Rücken glitt.

"Die Idee mit dem Bett klingt auf jeden Fall nicht schlecht. Was hältst du davon, wenn wir jetzt deines ausprobieren?"

 

* * *

 

"Kannst du nicht schlafen?"

McCoy drehte sich nicht um, sondern sah weiter aus dem Fenster. "Nein", erwiderte er schließlich. "Unser Gespräch heute Abend hat zu viele Erinnerungen geweckt."

Das leise Tappen bloßer Füße auf dem alten Holzboden und einen Moment später kamen zwei Arme um seine Schultern. "Len..."

"Wir müssen irgend etwas unternehmen. Das mit den beiden kann so nicht weitergehen." McCoy's Ton machte klar, dass er nicht über 'seine' Erinnerungen sprechen wollte.

"Und wie stellst du dir das vor?"

Eine Hand glitt langsam tiefer, über McCoy's Brust. Fingerspitzen spielten mit rasch hart werdenden Brustwarzen und entlockten ihm ein leises Stöhnen. "Ich weiß noch nicht...", murmelte er und presste sich enger an den Körper hinter sich.

"Komm' zurück ins Bett, Len. Es ist kalt."

"Ja? Mir ist nicht..." Mehr konnte er nicht mehr sagen, als ihm der Mund verschlossen und er in Richtung Bett dirigiert wurde.

Leonard ließ sich zurückfallen und zog Scotty in seine Arme. Keiner der beiden nahm die Kälte wahr, als sie einander berührten, küssten, erregten. Lippen, Zungen, Finger... die miteinander spielten, wetteiferten, tasteten, liebkosten, nippten und kosteten. Die einzigen Geräusche in der nächtlichen Stille das schwere Atmen der beiden Männer, leises Stöhnen und dann und wann ein geflüstertes Wort.

 

* * *

 

In die Dunkelheit starrend, bis er weiße Punkte zu sehen glaubte, lauschte er auf die Geräusche aus dem Nebenraum. Seine Finger in die Laken gekrallt, was er noch nicht einmal bemerkte.

Als es still wurde, entspannte er sich langsam wieder. Doch der Schlaf blieb weiterhin gerade außerhalb seiner Reichweite.

Dafür war er erregt...

"Captain?"

Die leise Stimme riss ihn aus seinen düsteren Betrachtungen und er zuckte zusammen.

"Ja, Spock", erwiderte er.

Zunächst keine Antwort, nur ein Rascheln, als der Vulkanier sich ihm zuwandte. "Captain, ich..."

"Spock - wir haben Urlaub. Wir teilen uns ein Bett. Wäre es unter diesen Umständen nicht angebrachter, wenn Sie mich Jim nennen?", unterbrach ihn Kirk.

Ein Moment Stille und er begann sich zu fragen, ob er vielleicht etwas zu harsch geklungen hatte...

"Jim", fuhr Spock ungerührt fort. "Sie scheinen diesen Urlaub nicht sehr zu... genießen." Das letzte Wort kam eher zögernd über seine Lippen, als wäre er sich nicht absolut sicher, ob es das richtige sei.

Jim wandte den Kopf nach dem Vulkanier, doch er konnte nur seine Umrisse erkennen. "Ich...", begann er, brach jedoch abrupt ab. "Es ist spät, Spock", fuhr er leise fort. "Wir sollten schlafen. Pille hat für morgen eine Unmenge an Vorbereitungen geplant."

"Natürlich." Er konnte den seltsamen Unterton in Spocks Stimme nicht benennen... "Gute Nacht."

"Schlafen Sie gut, Spock."

Dann Stille. Jim lag lange wach. Er lauschte auf das leises Geräusch von Spocks Atem, genoss die Wärme, die der nahe Körper des Vulkaniers abstrahlte.

 

* * *

 

Jim lachte, bis er keine Luft mehr bekam. Er kicherte noch immer vor sich hin, als ihn Spock kurzerhand wieder auf die Beine stellte und damit begann, den Schnee aus seiner Kleidung zu klopfen. Erst als der Vulkanier einen Handschuh abstreifte, um auch aus dem Gesicht des Menschen den Schnee zu entfernen, wurde er plötzlich sehr ernst. Seine Augen weiteten sich, als Spock mit den Fingerspitzen sanft die Schneeflocken von seiner Wange wischte.

"Spock, das ist nicht nötig..."

Der Vulkanier ließ sich von dem geflüsterten Einwand nicht beirren. Seine Fingerspitzen streiften die Schläfe des Menschen nur, die widerspenstige Locke aus Jims Stirn zurückstreichend, als er einen Schneeklumpen aus dem hellen Haar entfernte.

"Spock, bitte nicht..."

Warme Fingerspitzen zeichneten die Kontur seiner Lippen nach. Jim griff nach der Hand des Vulkaniers, hielt sie fest. Er blickte in ruhige, dunkle Augen, die in ihn hinsehen zu schienen... zuviel sahen... viel zuviel.

Spock beugte sich vor. "Jim...", flüsterte er.

Diese eine Wort genügte, um den Bann zu brechen, der sich um sie gelegt zu haben schien. Abrupt ließ er Spocks Hand los, wich einen Schritt zurück.

"Danke", erwiderte er. "Es geht schon wieder. Sie sollten den Handschuh wieder anziehen, es ist kalt." Jim konnte selbst hören, dass seine Stimme viel zu hektisch klang, zu angestrengt fröhlich. "Ich passe das nächste Mal besser auf, wohin ich trete."

Ein Schatten glitt über das Gesicht des Vulkaniers, dann senkte er den Kopf und zog seinen Handschuh wieder an, bevor er sich schweigend daran machte, das verstreute Holz aufzusammeln.

Jim sah ihm einen Moment zu, seine Lippen bewegten sich als wolle er etwas sagen... vielleicht "Es tut mir leid" - aber er drehte sich wortlos um und verschwand ins Haus, um trockene Kleidung anzuziehen.

 

* * *

 

"Verdammt." Der Fluch war leise gewesen, doch nicht unbemerkt geblieben.

"Was ist?", Scotty hob den Kopf von dem Buch, das er aus der McCoy'schen Familienbibliothek ausgewählt hatte und sah zu seinem Geliebten, der am Fenster stand.

McCoy drehte sich um. "Ich schwöre dir, Spock war gerade im Begriff, Jim zu küssen."

"Und?"

"Jim hat gekniffen." Frustriert schlug er mit der Faust in die Handfläche. "Das kann doch nicht so weitergehen. Ich werde mit ihm sprechen."

 

* * *

 

Jim hob den Kopf, als sich die Tür öffnete. Er saß auf dem Bett. Als er den Arzt sah, ließ er die Hände sinken, in denen er bis vor einem Moment noch sein Gesicht verborgen hatte und lächelte.

"Pille." Er griff nach einer abgetragenen Jeans und schlüpfte hinein. "Ich bin über eine Wurzel gestolpert, die unter dem Schnee war. Ich zieh' nur rasch trockene Klamotten an, dann helfe ich Spock wieder mit dem Holz." Er kam auf die Beine und nahm seine Jacke, die sich glücklicherweise als wasserdicht erwiesen hatte.

"Jim, warte." McCoy griff nach seinem Arm, als er an ihm vorbei wollte. Er blickte in braune Augen, die seinen nach einem Moment auswichen. "Was ist mit dir los?", fragte er eindringlich.

"Los?", wiederholte Kirk. "Sollte irgend etwas mit mir los sein?"

"Das frage ich dich. Diese kleine Szene mit Spock gerade..."

Mit einem Ruck befreite sich Kirk aus seinem Griff. Er wurde zuerst blass, dann rot. "Verdammt, Pille. Spionierst du uns jetzt etwa schon nach?" Er wandte sich von dem Arzt ab und öffnete die Tür.

"Spiel nicht mit ihm."

Jim zögerte. "Wie meinst du das?", fragte er nach einem Moment, die Augen geschlossen.

"Spock liebt dich.

Kirk schloss langsam die Tür wieder. Er drehte sich jedoch nicht um. "Er ist ein Mann."

McCoy schnaubte verächtlich. "Erzähl' mir etwas neues."

"Er ist Vulkanier."

"Interessant."

"Ich liebe ihn nicht."

"Lügner."

Jim drehte sich um und starrte den Arzt sprachlos an.

 

* * *

 

Es war angenehm warm. Spock hielt die Hände näher an die Flammen des offenen Kamins, nachdem er Holz nachgelegt hatte. Nachdenklich starrte er ins Feuer, an Jims Reaktion im Garten denkend.

Ein Holzscheit zerbarst in einem Funkenschauer - einige davon landeten auf seinen Fingern. Mit einem leisen Laut zog er erschrocken die Hände weg und setzte sich auf die Fersen zurück.

"Mr. Spock?"

Der Vulkanier hob den Kopf und sah zu dem Schotten auf, der zu ihm getreten war. Es war Zeichen seiner Eingenommenheit, dass er nicht bemerkt hatte, dass er sich nicht alleine im Wohnzimmer aufhielt.

Scotty wechselte das Buch von einer Hand in die andere. Er kannte den Vulkanier schon, seit der als junger Lieutenant auf die Enterprise gekommen war. Hatte ihn von einem unsicheren, mit seinen Emotionen kämpfenden, steifen Offizier zu einem selbstsicheren, kontrollierten Mann heranwachsen sehen, der die zweite Hälfte eines legendären Kommandoteams bildete. Doch wie die meisten kannte er nur, was Spock erlaubte, von sich zu sehen. Er war unschlüssig, wie er beginnen sollte.

"Es geht mich natürlich nichts an, aber der Captain und Sie...", begann er schließlich.

Spock wandte den Blick wieder in die Flammen. "Ja?", erwiderte er ruhig.

"Vielleicht sollten Sie einfach mit ihm sprechen." Keine Antwort. "Ich weiß, wovon ich rede. Hätte ich nicht den Mut gefunden, Leonard anzusprechen, wären wohl jeder von uns noch immer allein."

Der Vulkanier neigte den Kopf, doch er erwiderte nichts. Nach einem Moment legte der Schotte das Buch auf einen nahen Tisch und ließ ihn allein.

 

* * *

 

Einige Zeit später öffnete sich die Tür erneut. Spock musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, dass sein Captain den Raum betreten hatte. Er hob den Kopf, als er flüchtig eine Hand an seiner Schulter fühlte.

"Es tut mir leid, Spock." Dunkle Augen musterten ihn eindringlich und er wandte erneut den Blick ab. "Ich... im Garten..."

Der Vulkanier griff nach der Hand des Menschen. Den sonst so selbstsicheren und furchtlosen Captain eines Starships hilflos stottern zu sehen, beunruhigte ihn sehr. "Jim, es ist ohne Bedeutung", erwiderte er leise. In einer eleganten, fließenden Bewegung kam er auf die Beine und wandte sich zum Gehen. "Es gibt nichts, für das Sie sich entschuldigen müssten."

"Spock."

Er verharrte in der Tür. "Bitte entschuldigen Sie mich, Captain, ich möchte..."

"Spock. Sie stehen unter einem Mistelzweig." Spock sah nach oben, drehte sich dann langsam um, als sich ihm der Mensch näherte. "Du weißt, was das bedeutet."

Der Vulkanier blieb wie erstarrt stehen, plötzlich atemlos, als Jim zögernd die Hand hob, seine Wange berührte.

"Spock, ich..."

Schmale Lippen schnitten ihm das Wort ab.

 

* * *

 

Diesmal waren es zwei Pärchen, die sich um den bunt geschmückten Weihnachtsbaum zusammenfanden. McCoy hatte von irgendwoher einige Aufnahmen traditioneller Musik aufgetrieben, die leise im Hintergrund lief.

Der Arzt sah über den Rand seines Glases hinweg zu, wie Spock aufstand, die Hand nach Jim ausstreckte und ihn auf die Beine zog. Die beiden machten es sich auf dem dicken Teppich vor dem Kamin bequem. Der Vulkanier ließ sich hinter dem Menschen mit gekreuzten Beinen nieder und begann damit, seine Schultern zu massieren. Nach einer Weile lehnte sich Jim in die Berührung zurück und erlaubte Spock, die Arme um seine Taille zu legen. Der Vulkanier beugte sich vor und flüsterte etwas in sein Ohr, was Jim dazu brachte, zu lachen. Er wandte den Kopf und küsste Spock auf die Schläfe.

Mit einem sehr zufriedenen Grinsen leerte McCoy sein Glas und wandte dann den Kopf, um in Scotty's Gesicht exakt das gleiche Grinsen zu finden.

"Ich denke, die beiden haben es geschafft. Mit einem kräftigen Schubs in die richtige Richtung", meinte er leise.

"Dafür sind Freunde schließlich da", erwiderte der Schotte.

 

* * *

 

Heiße Lippen glitten langsam an seinem Hals entlang, spürten den wild schlagenden Puls unter der dünnen Haut auf. Jim stöhnte leise, der Vulkanier trieb ihn in den Wahnsinn. Spock hatte kaum mehr getan, als ihn zu küssen und er fand sich bereits gefährlich nahe daran, zu kommen.

"Entspann' dich." Die Worte vibrierten an seinem Hals. "Lass' mich dich lieben..." Alles, was er zustande brachte, war ein schwaches Nicken, als Spock sich seinen Weg über die glatte Brust küsste. Lippen schlossen sich um eine bereits harte Brustwarze und Jim schnappte nach Luft. Überall, wo Spock ihn berührte, schienen seine Nerven in Flammen aufzugehen, seine Haut prickelte. Er flocht seine Finger in das seidene, schwarze Haar, etwas nach dem er sich schon lange gesehnt hatte, ohne es sich je einzugestehen.

Er hielt das nicht länger aus. "Spock...", flüsterte er. "Bitte."

Der Vulkanier hob den Kopf - und lächelte. Nur eine leichte Krümmung seiner Mundwinkel, doch Jim musste sich auf die Unterlippe beißen.

Spock leckte sich die Lippen und befreite sich dann sanft aus Kirks Griff. Seine Hände schlossen sich um die Hüften des Menschen, um ihn ruhig zu halten, als seine Zungenspitze über den Kopf von Jims Erektion glitt. Er schloss die Lippen darum, presste die Spitze seiner Zunge in den kleinen Schlitz.

Jim schrie erstickt auf, sich instinktiv der Berührung entgegenwölbend. Er ballte eine Hand zur Faust, drückte sie gegen seine Lippen. Die andere glitt unablässig durch Spocks Haar, streichelte sein Ohr, seine Wange.

Spock benetzte einen Finger mit Speichel, schob eine Hand zwischen sich bereitwillig öffnenden Beine und strich über die Öffnung zu Jims Körper. Den Menschen mit einem Arm um seine Taille ruhighaltend, begann er den Muskel sanft zu massieren, zu entspannen. Er ließ Jims Glied tiefer in seinen Mund gleiten, als er begann, leichten Druck auszuüben. Sein Finger glitt in die enge Öffnung - Jim schrie auf, er spürte keinen Schmerz, als er die Zähne in seine Faust grub, und kam. Seine Finger krallten sich in Spocks Haar.

Der Vulkanier schluckte die salzige Flüssigkeit, leckte jeden Tropfen von dem erschlaffenden Glied, als er vorsichtig seinen Finger zurückzog. Er hob den Kopf und musterte das entspannte Gesicht des Menschen. Jim öffnete die Augen und lächelte. Spock beugte sich über ihn und küsste ihn. Als Jim beide Arme um seine Taille schlang, um ihn enger an sich zu ziehen, spürte er die Erektion des Vulkaniers an seiner Seite. "Was hältst du davon...", flüsterte er, sein Mund dicht an Spocks Lippen. "Wenn ich dir dein erstes Weihnachtsgeschenk gebe?"

"Soweit ich weiß, werden Geschenke... traditionell erst am Weihnachtsmorgen ausgepackt." Spocks Stimme klang etwas undeutlich, als er versuchte, gleichzeitig zu sprechen und Jim zu küssen.

"Dann stell' dir einfach vor, es ist Morgen..." Jim schloss beide Hände um Spocks Gesicht und sah ihn an. "Ich will dich", sagte er leise. "Ich will dich in mir spüren. Okay?"

Spock schloss einen Moment die Augen und nickte dann. Und als er die Augen wieder öffnete, waren sie tiefschwarz. Er zog sich aus Jims Umarmung zurück, setzte sich auf und beobachtete, wie Jim die Tube mit Gleitgel aus einer Schublade holte.

Ihre Blicke begegneten sich, als er sie Spock in die Hand drückte. Dann legte Jim sich wieder zurück, die Beine angezogen und gespreizt. Der Vulkanier kniete sich dazwischen.

Langsam begann er, Jim vorzubereiten. Während er vorsichtig mit einem Finger in ihn eindrang, glitt seine andere Hand über jeden Zentimeter Haut, den er erreichen konnte, tastend, lernend, liebkosend. Sein Blick hing an Jims Gesicht.

Als er einen zweiten Finger in enge Öffnung einführte, stützte er sich auf seine zweite Hand, beugte sich über Jim und küsste ihn. Sein Aufstöhnen, als kühle Finger sich um seine Erektion schlossen, erstickte in Jims Mund. Ein dritter Finger, lockernd, öffnend. Jim presste sich seiner Berührung entgegen, er war bereits wieder voll erregt.

Er drehte den Kopf zur Seite, um Luft zu holen. "Das genügt, Spock", flüsterte er heiser. "Das ist genug."

Spock setzte sich langsam auf, holte tief Luft. Dann griff er mit einer Hand, ohne die Bewegung seiner Finger zu stoppen, erneut nach der Tube und trug mehr Gel auf seine Erektion auf. Dann kniete er sich wieder zwischen Jims Beine, hob ihn auf seine Oberschenkel und half ihm die Beine locker um seine Taille zu arrangieren. Vorsichtig zog er seine Finger zurück und platzierte dafür den Kopf seines Gliedes an der Öffnung zu Jims Körper. Er hob den Kopf und suchte Jims Blick.

Der Mensch streckte die Hand nach ihm aus. Und als Spock danach griff, lächelte er. "Jetzt", flüsterte er. Und als Spock langsam in ihn eindrang, "Ich liebe dich."

Und dann waren keine Worte mehr zwischen ihnen notwendig. Sie fanden ihren Rhythmus mit solcher Leichtigkeit, als wären sie schon seit Jahren Liebhaber.

 

* * *

 

Jim zog den Vulkanier eng an sich, küsste ihn, wobei seine Lippen irgendwo zwischen Haaransatz und Augenbraue auf Spocks Stirn landete und lächelte. "Fröhliche Weihnachten, Mr. Spock...", murmelte er, bevor er einschlief.

 
Ende

 
Du bist der 1857. Leser dieser Geschichte.