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Frühlingsfieber

© by Lady Charena ()

 

Disclaimer: Paramount/Viacom gehört Star Trek und alles, was ich mir hier borgte. Die Story ist mein, und Fanfiction - ich beabsichtige weder, damit Geld zu verdienen, noch irgendwelche Rechte zu verletzen. Wer unter 18 ist, bzw. sich am Inhalt dieser Story stören könnte, sieht sich bitte anderswo nach passenderer Unterhaltung um.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Star Trek-Sektion.
Antwort auf den Mai-Challenge 2001

 

"Na, es war doch eine gute Idee, dich von deinem Schreibtisch wegzulocken, meinst du nicht? Spürst du nicht auch dieses herrliche Kribbeln im Bauch?"

Braune Augen, in denen winzige goldene Flecken tanzten, strahlten Spock verliebt an. Und vielleicht waren sogar Vulkanier nicht ganz immun gegen Frühlingsgefühle. Zumindest dieser hier nicht. Zwar spürte er keine Anomalitäten im angesprochenen Körperteil, aber den gänzlich unvulkanischen Drang, zu lächeln...

Bevor Spock antworten konnte, stürmte Tommy auf sie zu und warf sich seinem Daddy in die Arme. Jim hob ihn hoch und wirbelte ihn durch die Luft, was der Vierjährige mit begeistertem Geschrei quittierte.

Stolz und Liebe schimmerten in dunklen Augen, als der Vulkanier sein Bondmate und ihren gemeinsamen Sohn betrachtete.

Jim stellte seinen Sprössling lachend wieder auf seine eigenen Beine und nahm ihn an die Hand. "Wo hast du deinen Ball gelassen?", fragte er leicht außer Atem.

Tommy zuckte eher gleichgültig mit den Schultern. "Weiß nicht..." Er löste sich von Jims Hand und stürmte davon.

Jim beugte sich vor und küsste sein Bondmate. "Danke, dass du mitgekommen bist." Er griff spielerisch nach dem Henkel des Korbes, den Spock trug. "Lass' mich mal sehen, was Gina uns fuer das Picknick eingepackt hat."

"Nichts da. Du wirst warten können."

Kirk verzog das Gesicht. Es war nicht fair, wenn man seine eigenen Worte gegen ihn verwendete... "Wo ist Sara?", fragte er, während sie weiter dem Pfad durch den Park folgten.

"Sie wollte auf der großen Wiese Blumen pflücken."

Ein paar Schritte von ihnen entfernt hatte Tommy seinen Ball wiedergefunden und balgte sich nun mit Bones, ihrem Hund, um seinen Besitz.

"Was hältst du davon, wenn wir unser Picknick dort machen?", schlug Jim vor.

"Wenn du möchtest."

Jim zog einen Schmollmund ueber diese wenig begeistert klingende Antwort.

"Jetzt tu' nicht so, als hätten wir dich gegen deinen Willen hierher geschleppt."

Spock blieb stehen. "Jim, ich möchte dich nur daran erinnern, dass wir bereits unangenehme Erfahrungen mit Picknicks gemacht haben. Zum Beispiel, dass Ameisen sie ebenfalls lieben?"

"Pah!" Die Arme vor der Brust verschränkt stoppte Jim ebenfalls. Er wandte seinem Bondmate den Rücken zu und bemerkte zum ersten Mal die beiden Frauen, die ihnen in einigem Abstand zu folgen schienen...

Unsinn. Obwohl, er hatte den Eindruck, zumindest eine der beiden schon einmal gesehen zu haben. Er wusste nur nicht, wo... Sie war offensichtlich in ein Gespräch mit ihrer Begleiterin - einer Vulkanierin? - vertieft, die sich eifrig Notizen machte. Sie trugen ebenfalls einen Korb bei sich.

Jim wandte sich wieder seinem Bondmate zu. "Ameisen gehören eben zu jedem richtigen Picknick. Außerdem ist es Tradition, den Frühling mit einem Ausflug und Essen im Freien zu feiern."

"Eine 'menschliche' Tradition?", erkundigte sich Spock etwas spitz.

"Ja. Und eine Kirk'sche obendrein", gab Jim beleidigt zurück. "Du bist wirklich ein Spielverderber, weißt du das, Spock? Mach' nur so weiter, verdirb' uns den schönen Tag."

 

Der Vulkanier seufzte leise. Die beiden Frauen gingen an ihnen vorbei, scheinbar ohne sie mehr als eines flüchtigen Blickes zu würdigen. Spock wartete einen Moment, bis sie außer Hörweite waren, dann trat er zu seinem Bondmate. "Es tut mir leid, t'hy'la. Ich möchte dir diesen Tag nicht verderben. Aber gelegentlich... neigen deine Ideen dazu, äußerst unangenehme Folgen zu haben", erklaerte er. "Erinnerst du dich an den Ausschlag, den ich drei Tage lang hatte, nachdem du beschlossen hattest, mich ausgerechnet auf einem Ameisenhügel zu verführen?"

Jim kicherte. Er hängte sich bei seinem Bondmate ein und sie gingen langsam weiter.

"Die Ameisen fanden es leider keineswegs amüsant", bemerkte Spock. "Sie haben uns angegriffen."

"Aber das ist doch jetzt kein Problem. Ich habe eine Decke mit - und ich werde mir diesmal den Boden gründlich ansehen, bevor ich dich verführe." Jim grinste, als sich die Ohrenspitzen seines Bondmates grünlich verfürbten. "Alles grün macht der Mai", sang' er - sehr laut und sehr falsch...

"Jim!!"

"Was denn?"

Sie schlenderten an den beiden Frauen vorbei, die offensichtlich angehalten hatten, um eine der Blumen in den Rabatten längs des Weges näher zu betrachten.

"Du hast sicher viele lobenswerte Eigenschaften, Jim. Doch Singen ist offensichtlich keine davon."

Jim strahlte. "Danke, mein Schatz", erwiderte er kichernd. Als Spock ihn daraufhin verblüfft ansah, lachte er, bis ihm die Trä,nen in die Augen traten...

 

* * *

 

Aufgeregtes Bellen veranlasste sie dazu, sich umzudrehen. Bones stürmte auf die beiden zu, dicht gefolgt von Tommy, der den Ball unter den Arm geklemmt hatte. Ergeben schloss Spock die Augen, als der Hund ausgelassen an ihm hochsprang und dabei Schmutzspuren auf seiner Hose hinterließ.

Tommy streckte seine Ärmchen aus. "Daddy - tragen."

"Natuerlich, Schätzchen." Jim hob ihn hoch und setzte sich seinen Sprössling auf die Schultern. Er verzog das Gesicht, als Tommy mit Begeisterung - und beiden Händen - in sein Haar griff, um sich festzuhalten.

Spock legte den Hund sicherheitshalber an die Leine. Er fragte sich, was noch alles passieren würde, bevor sie die Picknickwiese erreichten...

 

* * *

 

"Tommy, hast du deine Schwester gesehen?", fragte Jim, als sie die Wiese erreichten. Nirgendwo eine Spur von der Siebenjährigen.

Der Kleine schüttelte den Kopf und strampelte mit den Beinen. "Sara ist doof", verkündete er.

"Tommy, das sagt man nicht", tadelte Spock ihn automatisch. Er blickte zu dem Gebüsch, das die Wiese vom Rest des Parks abteilte. Von dort löste sich nämlich nun eine Gestalt aus den Schatten und überquerte langsam den Rasen. Sara. Sie balancierte irgend etwas in beiden Händen.

Spock ging ihr entgegen, um zu sehen, was sie da hatte.

"Darf ich es behalten?", fragte sie. "Bitte, Vater."

"Sara, wo hast du dieses Tier her? Das ist ein junges Eichhörnchen, das kannst du auf keinen Fall behalten."

Sie presste es so fest an sich, dass das Tier protestierend quietschte. "Ich will es aber haben", erklärte sie trotzig. "Ich habe es gefunden. Es kann in meinem Zimmer wohnen." Ihr Mund verzog sich schmollend - so ganz wie ihr Daddy...

Spock ging vor ihr in die Hocke. "Sara, Liebes. Dieses Eichhörnchen lebt hier im Park. Es wuerde sich in unserem Haus - in deinem Zimmer - niemals wohlfuehlen. Und es ist noch sehr jung. Sicherlich ist hier irgendwo seine Familie. Sie werden es vermissen. Verstehst du das nicht?"

Seine Tochter musterte ihn und zog die Stirn in nachdenkliche Falten. "Wirklich?", fragte sie.

"Ja." Spock strich ihr übers Haar. "Bring' es bitte dorthin zurück, wo du es gefunden hast."

Sara nickte - und in diesem Moment trat Jim zu ihnen. Tommy und den Hund hatte er zur Bewachung des Picknickkorbes zurückgelassen. "Was hast du denn da?", erkundigte er sich neugierig. "Oh, ist das süß." Er streckte die Hand aus.

"Nicht, Jim!", warnte Spock, doch sein Bondmate hörte nicht.

Er streichelte das Eichhörnchen, das sich wohl von ihm bedroht fühlte - es fauchte und biss Jim dann kräftig in den Daumen.

"Aua!" Mit einem Fluch riss Jim seine Hand zurück. "Bring' dieses Biest auf der Stelle dorthin zurück, wo du es her hast. Das Ding ist ja gemeingefährlich."

Saras dunkle Augen füllten sich mit Traenen. "Du bist gemein", schrie sie und rannte davon.

Spock warf seinem Bondmate einen "musste-das-nun-wieder-sein?"-Blick zu und folgte ihr. Gemeinsam setzten sie das Eichhörnchen auf einen niederen Ast, von wo es sofort in den Schutz der Baumkrone verschwand. Als es nicht mehr zu sehen war, kehrten sie zu den anderen zurück.

 

* * *

 

Tommy hatte die Zeit inzwischen gut genützt. Er hatte den Picknickkorb geplündert - wobei ihn natürlich der als Hund getarnte Vielfraß Bones nach besten Kräften unterstützt hatte...

Als Spock mit Sara zu ihnen zurückkehrte, warf Jim einen Blick auf ihr trauriges Gesicht und breitete die Arme aus. Sara kam in seine Umarmung und ließ sich trösten. Währenddessen übernahm Spock mal wieder den bösen Part und stellte Tommy ob des verwüsteten Picknickkorbes zur Rede. Der machte auch eine angemessen zerknirschte Miene - die allerdings von Bones übertroffen wurde. Nur der eifrig wedelnde Schwanz passte so gar nicht zur Aura des reuigen Sünders, die er mit hängenden Ohren verbreitete...

Schließlich zogen Kind und Hund ab, um mit dem Ball zu toben, während nun die anderen drei sich an den Resten des Picknicks bedienten. Glücklichweise gehörte ihre Haushaltshilfe Gina zu der Sorte Perlen, die immer für zehn Personen einpackte...

 

Nach dem Essen gesellte sich Sara zu ihrem Bruder - und sofort entbrannte ein Streit um den Ball. Der von Bones völlig unparteiisch entschieden wurde... der Hund schnappte sich das Spielzeug und sauste damit davon. Die beiden Kinder hinterher.

"Aber in Sichtweite bleiben! Hört ihr mich?", rief Kirk ihnen nach.

 

Jim seufzte und legte den Kopf in Spocks Schoß. "Ist das schön hier. Wir müssen unbedingt öfter herkommen." Er streckte die Hand aus, legte sie in den Nacken seines Bondmates und beugte ihn zu sich herab, um ihn zu küssen. "Hmmm... jetzt ist es perfekt", murmelte er, dicht an Spocks Lippen. Die andere Hand schob er unter die Tunika des Vulkaniers.

"Jim, nicht hier...", mehr konnte er nicht sagen, als ihm sein Bondmate erneut den Mund verschloss...

"Warum nicht?", schnurrte Kirk, als er ihn freigab. "Das muss der Frühling sein. Alles um uns grünt und blüht."

"Aber die Kinder, wir können doch nicht..." Ein Finger auf seinen Lippen stoppte ihn.

"Und ob." Jim setzte sich auf. "Sara? Komm' mal zu mir, Schätzchen."

Als sie ankam, hatte sie eine Blume in der Hand. Sie ließ sich zwischen den beiden auf den Boden plumpsen. "Wie heißt die?", fragte sie und streckte sie Spock entgegen. Der Vulkanier sah sich die Blüte genau an - und musste dann zu seiner Verlegenheit eingestehen, dass er es nicht wusste...

Er sah Jim mit einer hochgezogenen Augenbraue an. Der erstickte beinahe an seinem unterdrueckten Kichern. "Schaetzchen, dein doch-nicht-allwissender Vater und ich machen einen kleinen Ausflug. Pass' schön auf deinen Bruder auf. Wir sind bald zurück. Und wenn irgend etwas ist, dann ruf' einfach. Wir sind in der Nähe."

Mit diesen Worten stand er auf und zog sein - ausgesprochen wenig widerstrebendes - Bondmate in Richtung des Gebüsches, wo Sara früher das Eichhörnchen gefunden hatte.

 

* * *

 

"Summ... summ..." Andrej stellte eindrucksvoll seine Fähigkeit, eine Biene zu imitieren, unter Beweis. Seine Eltern, die ihm mit seiner kleinen Schwester Mascha auf dem Arm folgten, waren in eine Diskussion vertieft.

Abrupt blieb Chekov stehen. "Das ist doch Sara", meinte er. "Und da hinten sind Tommy und der Hund."

Sulu stimmte ihm zu. "Richtig. Aber ich sehe den Admiral und Mr. Spock nirgendwo."

"Sie sind bestimmt in der Nähe."

Andrej machte nicht viele Umstände. Er rannte einfach zu Sara und nahm ihr den Ball weg. Die gab alle damenhafte Zurückhaltung auf und verfolgte ihn. Das Wort, mit dem sie ihn titulierte, hatte sie bestimmt nicht von ihrem Vater gelernt...

"Und du hattest schon Sorge, sie würden sich auf einem Spaziergang im Park langweilen", meinte Pavel lachend zu seinem Partner. Er stellte Mascha auf die Erde. "Na, moechtest du vielleicht ein wenig mit Tommy spielen?" Die Vierjährige wirkte zwar nicht allzu begeistert, packte aber ihre Lieblingspuppe fester und überquerte die Wiese, wo sie sich zu Tommy gesellte.

Pavel lehnte sich gegen einen der Bäume, die die Wiese säumten. "Ist das nicht ein herrlicher Tag?", meinte er. "Wie ein Tag in..." Er konnte den Satz nicht beenden, denn Sulu verschloss ihm in diesem Moment den Mund.

 

* * *

 

"Verflixt, du bist hier der geniale Ingenieur. Kannst du nicht etwas erfinden, das verhindert, dass die Räder des Sportwagens ständig im Kies stecken bleiben?"

Ein weiteres Paar näherte sich der Wiese. Dieser Ort war offensichtlich doch nicht so abgelegen, wie Jim sich das gedacht hatte.

Die beiden schoben mit einiger Mühe einen Zwillingssportwagen, in dem ihr Nachwuchs sicher verwahrt wurde. McCoy blieb stehen und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er entdeckte auch als Erster das engumschlungene Pärchen im Schatten des Baumes und stieß seinen Partner an. "Sag' mal, träum' ich? Das da drüben sind doch Pavel und Sulu?"

Scotty sah in die angegebene Richtung. "Ja", bestaetigte er. "Und da sind die Kinder. Sara und Tommy sind auch dabei."

"Dann frage ich mich, wo Jim und Spock sind. Vor allem Jim lässt die Kinder doch normalerweise nicht aus den Augen." McCoy sah sich um, dann blieb sein Blick wieder an dem Paerchen hängen, das ihre Anwesenheit offensichtlich noch gar nicht bemerkt hatte. "Eigentlich eine gute Idee", murmelte er - und zog seinen Partner an sich, um ihn zu küssen.

Die beiden wurden allerdings abrupt unterbrochen, als die Kinder mit dem Ball auf die Wiese zurueckstürmten. Bones umsprang sie bellend.

Am Rand des Gebüschs tauchten nun Jim und Spock auf, angelockt von dem Radau. Sie wirkten beide etwas zerzaust und Jim hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht.

Die Zwillinge wollten natürlich mitmachen. Duncan hatte es schon halb geschafft, sich aus dem Geschirr, das ihn eigentlich an Ort und Stelle halten sollte, zu befreien. Scotty erwischte ihn gerade noch, strahlte aber mit väterlichem Stolz über den Einfaltsreichtum seines Sprösslings. Natürlich wollte Scarlett nun auch aus dem Sportwagen und auf dem Arm ihres Vaters. McCoy nahm sie hoch.

"Ah, da habt ihr also gesteckt?", begrüßte er Jim und Spock.

Nur Sulu und Chekov ließen sich nicht stören. An einen der Bäume gelehnt küssten sie sich hingebungsvoll.

 

* * *

 

Niemand bemerkte, dass sie nicht so ganz allein waren.

Die beiden Frauen sahen sich an. "Fruehlingsfieber", sagten sie wie aus einem Mund. Dann begann die eine zu kichern und die Vulkanierin hob eine Augenbraue.

 
Ende

 
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