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"So, hier steckst du also. Ich habe dich schon gesucht." Jim trat in das kleine, selten genutzte Labor, das sich hinter dem Haupt-Physik-Labor befand und meist als Lagerraum diente. Er umrundete einen Stapel kleinerer Behälter, die offensichtlich Proben von ihrer letzten Landemission enthielten. Spock hatte einen geöffneten Container vor sich stehen, doch sein Blick war an die Wand gerichtet. Als Kirk sich ihm näherte, drehte sich der Vulkanier langsam um. "Captain", erwiderte er, seine Stimme ausdruckslos. Jim ließ sich auf der Schreibtischkante nieder. "So förmlich?", meinte er. "Was ist los?" Keine Antwort. "Ich habe dich beim Essen vermisst. Du hättest wirklich dabei sein sollen, als Pille..." "Ich bin sicher, ihr habt euch auch ohne mich amüsiert", unterbrach ihn der Vulkanier eisig. Kirk griff nach seiner Schulter und drehte Spock samt Stuhl zu sich herum. "Moment mal, was ist los?" Ohne hinzusehen, griff Spock nach dem elektronischen Block, der neben dem geöffneten Behälter lag und aktivierte eine bestimmte Seite und schob ihn dem Menschen hin. Jim warf einen Blick darauf - es war eine Kopie des gleichen reißerischen Artikels, der ihm bereits von McCoy unter die Nase gehalten worden war. "Was ist damit?", meinte er. "Du findest das also in Ordnung?", erkundigte sich Spock scharf. Der Mensch zuckte mit den Schultern. "Es ist doch nur die Wahrheit. Ich verstehe nicht..." Spock stand ruckartig auf und wandte sich von ihm ab. "Richtig - du verstehst nichts." "Moment. Was genau ist das Problem? Niemand wird ernst nehmen, was in dieser Zeitung steht. Ich habe es Pille gesagt, aber es war sowieso geplant, dass wir ihn einweihen." Jim rutschte von der Schreibtischkante und folgte dem Vulkanier. Spock drehte sich zu ihm um. Und zum ersten Mal, seit sie sich kannten, sah Jim Ärger in den dunklen Augen schwelen. Unwillkürlich wich er einen Schritt zurück, leckte sich nervös über die Lippen. Irgend etwas lief hier ganz furchtbar schief... "Ich hatte dich gebeten, unsere Beziehung diskret zu behandeln, Jim. Und du kennst auch den Grund dafür. Es ist meine Aufgabe, meinen Clan von der Wahl meines Partners zu informieren. Und als Schlagzeile in einem... Boulevardblatt... zu erscheinen, ist sicherlich nicht der geeignete Weg dafür. Ist dir klar, was du damit angerichtet hast?" "Einen Moment, bitte", warf Jim ein, selbst ersten Ärger fühlend. Er hatte sich auf einen gemeinsamen Abend gefreut und Spock kanzelte ihn statt dessen wie einen Schuljungen ab. "Ich habe gar nichts getan. Schließlich habe ich keine Nachricht an dieses - wie sagtest du so schön? - Boulvevardblatt geschickt, um unsere Beziehung öffentlich bekannt zu geben." Spock wandte sich erneut von ihm ab, seinen momentanen Verlust an Kontrolle bereuend... und stellte bitter fest, dass dies einen erneuten Kontrollverlust darstellte. Er wich von diesen Gedanken zurück. "Kannst du dir vorstellen, wie Sarek darauf regieren wird?" Jim musterte die nach unten gesackten Schultern seines Geliebten und seine Wut verflog. Er trat zu Spock und legte die Arme um die schmale Taille des Vulkaniers. Und Spock ließ es zu. "Nein", erwiderte er. "Wie wird er denn reagieren?" "Jim, du nimmst das nicht ernst." Den Kopf schüttelnd, presste Jim sein Gesicht in Spocks Haar und atmete tief ein. "Ich nehme dich ernst. Aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass wir aufgrund dieses Artikels irgendwelche Schwierigkeiten bekommen könnten. Zumindest keine, die größer wären als die, die ich hatte dich zu verführen..." "Jim..." Spock drehte sich in seiner Umarmung um und sah ihn an. "Ich kann mich nicht erinnern, dir viel Widerstand entgegen gesetzt zu haben, nachdem ich mir über meine Gefühle klar geworden war." Jim zog ihn noch näher zu sich und spürte erleichtert, wie Spock seine Umarmung erwiderte. "Du hast mich ein halbes Jahr am ausgestreckten Arm verhungern lassen...", flüsterte er. "Ich habe nichts solches get..." Jim verschloss ihm den Mund. Als er sich von den schmalen Lippen löste, presste er die Stirn gegen die des Vulkaniers. "Was immer sein wird, wir stehen das gemeinsam durch", sagte er leise. "Wäre doch gelacht - wir haben schließlich nichts verbotenes getan." Er ließ seine Hände über Spocks Rücken gleiten und stellte erfreut fest, dass die Anspannung daraus verschwunden war. "Und weißt du... eigentlich hätte ich gar nichts dagegen... dich gleich noch einmal zu verführen..." Seine Hände stahlen sich unter den Saum von Spocks Uniformoberteil, als sich ihre Lippen fanden. Kirk wich zurück, bis er an die Wand hinter sich stieß und Spock sich an ihn schmiegte. Als sich eine bereits beträchtliche Erektion gegen seinen Schritt presste, wusste er, dass zumindest für diese Nacht jede Schlagzeile vergessen war...
"Captain?" Uhuras Stimme stoppte ihn, als er zwei Tage später McCoys Büro verließ. "Nyota, was machen Sie hier? Alles in Ordnung?" Sie lächelte. "Wir möchten Ihnen danken." "Wir?", wiederholte Jim verständnislos. In diesem Moment trat Christine Chapel neben den Kommunikationsoffizier der Enterprise und nahm die Hand der anderen Frau. "Wir haben den Artikel gelesen. Es war sehr mutig von Ihnen, Ihre Beziehung öffentlich bekannt zu geben", meinte die Krankenschwester. Jim war es leid, ständig diese Meinung zu korrigieren. Diesmal kam er erst gar nicht zu einer Antwort, denn Uhura sprach weiter. "Wir haben uns lange unterhalten. Und irgendwann dabei ist uns klargeworden, dass wir eigentlich mehr als Freundschaft füreinander empfinden. Nur hatte keine von uns den Mut, es auszusprechen." Die beiden Frauen wechselten einen Blick. "Wir lieben uns. Und es war der Artikel über Sie und Spock, der uns den Mut gegeben hat, uns unsere Gefühle einzugestehen." Uhura beugte sich vor und küsste ihren überraschten Captain auf die Wange. "Wir dachten, Sie sollten das wissen." Christine drückte seine Hand und lächelte. "Wir wünschen Ihnen und Mr. Spock alles Gute. Bitte sagen Sie ihm das." "Natürlich. Werde ich." Aber als Jim antwortete, waren die beiden bereits verschwunden und hatten ihn auf dem Korridor stehen lassen.
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