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How

© by Mari Shipper ()

 

Disclaimer: Bla bla, sie gehören nicht mir. Klar, ich würde sie gerne besitzen, aber wenn dem so wäre, dann würdet ihr das hier nicht lesen, sondern schön schnulzenhaft inszeniert im TV sehen. Mit wundervoller Musik von den Cranberries oder auch von Moby untermalt... *schwärm*
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der AkteX-Sektion.
Anmerkung: Ich bin voller Stolz, da dies meine erste Story ist, die im Internet veröffentlicht wird. Danken möchte ich all denen, die mir als Philes & Shippers zur Seite gestanden haben und die mich zu dem Menschen machten, der ich heute bin und somit diese Story schreiben konnte.

 

Das Apartment ist dunkel, nur spärlich beleuchtet. Wahrscheinlich würde die Helligkeit in ihren Augen weh tun, brennen. Wie die Erkenntnis darüber schmerzt, daß sie alleine auf Ihrer Couch in ihrem Apartment hockt.

 

Ich sehe sie von hier oben, höre, was sie denkt, spüre, was sie fühlt. SIE lassen es zu, da SIE wissen, welche Verbindung zwischen uns herrscht, und vergleichen diese mit IHRER eigenen psychischen Zusammengehörigkeit.

SIE scheinen dennoch nicht ganz zu verstehen, daß ich zurück will. Ich den Schmerz bei ihrem Anblick nicht länger ertragen kann. Würde ich sie nicht sehen können, wäre ich bestimmt schon längst durchgedreht. Nicht zu wissen, ob es ihr gut geht. Ob sie nicht gerade in ein Verhängnis rennt, aber das würde sie sowieso nicht tun. Scully ist nicht wie ich.

Das kann ich gut bestätigen: Ich war ohne Scully unterwegs und nun bin ich zwischen Mond und Erde bei IHNEN gefangen. Andere würden sagen, ich war zur falschen Zeit am falschen Ort. Versteht mich nicht falsch, bitte! SIE gehören zu den Guten. SIE missbrauchen uns nicht, so wie es vielleicht die Regierung der Menschheit ständig weismachen wollte. Natürlich existieren auch diese, aber SIE sind es nicht. SIE führen keine Experimente mit uns durch, quälen uns nicht, SIE stellen uns nur Fragen, starren uns mit IHREN großen, schwarzen und neugierigen Augen an und behandeln uns gut.

 

SIE kommen. Ich höre IHRE Frage klar und deutlich in meinem Kopf. Ich sollte antworten, will aber nicht. SIE wissen sowieso schon die Antwort. Wenn SIE wenigstens gut im Übersetzen der menschlichen Körpersprache wären, bräuchten SIE nicht ständig in den Köpfen IHRER Gäste zu forschen. Zu buddeln.

Von all denen, die hier auf die endlosen Fragen der Außerirdischen warten, genieße ich als Einziger einen guten Status. SIE wissen es und es fasziniert SIE. Es ist seltsam, wenn ich mir in mein Gedächtnis rufe, daß ich für DIE wie eine Art Verwandter wirke.

 

Dann kommt immer der Ekel. Ich frage mich, ob es überhaupt noch nützlich ist, zurück zu wollen. Scully würde es wahrscheinlich nicht verstehen. Daß ich selbst durch mein stetiges Glauben und die Suche nach diesen Außerirdischen zu einem von IHNEN wurde. Bin ich denn noch ein vollwertiger Mensch? Ich weiß es nicht. Ich sollte hier bleiben. Vor dem Syndikat und ihren furchtbaren Tests einfach weglaufen. Feige bin ich geworden. Wahrscheinlich würden DIE mich sowieso nicht gehen lassen, ich bin ja viel zu interessant für SIE. Ich werde Scully das nicht antun wollen. Von hier oben kann ich wie ein Engel über sie wachen. Ist doch besser, als wenn ich sie immerzu mit meinen wilden Theorien von einer gefährlichen Situation in die nächste scheuche.

 

"NEIN!"

"Was?"

Habt ihr schon mal jemanden so richtig angestarrt? Ich tue es gerade. War das jetzt nur in meinem Kopf oder nahmen meine Ohren dieses Wort wirklich wahr? Sollten SIE wirklich sprechen können? Oder sind diese Geheimnisse nur für mich bestimmt?

"Was NEIN?"

"DENK NICHT SO ETWAS!"

Ich sag' am besten gar nichts, warte einfach, was er mir noch erzählen möchte. Und... ich sollte mal hier die Fragen stellen. Ich glaube jedoch, daß ich nur stumm da stehen werde, weil mich DIESE Augen nahezu hypnotisieren. Hey, ich bin einer von IHNEN, sozusagen zumindest, das dürfen DIE doch nicht tun.

"DU MUSST ZURÜCK!"

"Ihr wollt mich gehen lassen?"

Ha, ich habe eine Frage gestellt. Sollte sich der Spieß letztendlich nun doch gedreht haben?

"DU MUSST!"

"Ich... ich muß also?! Warum?"

Normale Menschen in meiner momentanen Lage würden sich jetzt wahrscheinlich bettelnd vor IHREN Füßen werfen, weil sie von hier verschwinden wollen und um Gnade hoffen. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, was ich will.

Nun starrt ER mich an. Habe ich nun meine einzige Chance auf eine Rückkehr verspielt? Weil ich das Warum nicht weiß?

"Du weisst die Antwort schon! Frag nicht weiter! Verspiele deine Möglichkeiten nicht! Kehr zurück und erfülle deine Aufgabe! Alleine kann sie das nicht tun! Und wenn du jetzt aufgibst, gewinnen die!"

Den Spruch kenne ich. Und SIE haben recht, irgendwie weiß ich, was ich zu tun habe. Ich brauche sie nur anzusehen und im tiefsten Inneren meiner Selbst weiß ich es. Ja, den Spruch kenne ich wirklich und jedem, der diese Worte je hören konnte, haben sie Kraft gegeben für die künftigen Kämpfe.

Sollte es denn wahrhaftig möglich sein, dass sich hinter dieser unscheinbaren außerirdisch-organischen Schicht ein mundähnlicher Hohlraum verbirgt, der es fähig werden läßt, daß SIE mit mir sprechen können, daß ich IHRE Worte akustisch mit meinen Ohren aufnehmen kann?

 

"Hey, aber was muß ich denn tun, wenn es soweit ist?"

"Frage die Mutter, dann den Retter und zum Schluss dich selbst! Das Licht wird dir den Weg weisen."

 

Die Mutter? Sie, meine Scully. Sie ist so alleine. Wenn ich sie nur ansehe, katapultiert sich mein Puls in einen rasanten Geschwindigkeitsrausch und meine Augen werden feucht, ziehen so die neugierigen Blicke von IHNEN auf sich. Ich muß zu ihr, ich will zu ihr. Bei ihr sein, wenn sie unter den Schmerzen der Geburtswehen ein unschuldiges, süßes Baby zur Welt bringt - den Retter der Menschheit, bestückt mit den besten Voraussetzungen zum Überleben einer Alien-Invasion, gegeben von ihr und mir. Passiert durch eine Na-...!

 

"Geh jetzt!"

Schade, gerade jetzt, wo es so richtig schön wurde. Wollen die nicht wissen, wie wundervoll eine Zusammenkunft zweier Liebender sein kann? Anscheinend nicht.

"Viel Glück!"

"Wie?"

"AUGEN ZU UND DURCH!"

 

Sein Lächeln, welches ich eigentlich sowie so nicht sehen kann, könnte er sich sparen. Ich habe eine scheiß Angst. Soll ich denn jetzt etwa aus dem Fenster springen, ohne Fallschirm und doppelten Boden, und unter mir die volle Schönheit meiner Heimaterde? Ungewiss meiner Zukunft!

 

"KOMM!"

"Beam me down, Scotty!"

 

Es ist ein wundervoller Gedanke wieder nach Hause zu können. Zu wissen, dass man alle seine Freunde wieder in die Arme schließen kann. In mir steigen unerwartet Schmetterlinge im Bauch auf. Ich brauche nur an Scully zu denken und mich daran erinnern, welche Schönheiten mir die Erde bietet und schon habe ich keine Angst mehr vor der Zukunft. Oh Heimat, ich komme!

Aber was ist, wenn mich die mir so vertraute Umgebung nicht mehr haben will? Wenn sie mich schon längst vergessen hat? Wie soll es dann weitergehen? Was soll ich machen, wenn Scully nunmehr meine Gegenwart ablehnt? Wie soll es dann weitergehen? Aaaaaaaarrrggghhhhhh, ich verfluche diese Angst.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Scully sich von mir abwendet, sobald sie mich sieht. Sie kennt meinen Wert. Ich bin der Erfüller einer ihrer größten Wünsche. Ob sie mich vielleicht heiraten möchte? Vielleicht! Ihre Mom wies sie schon darauf hin. Ich werde sie fragen, wenn die Zeit reif genug ist. Oh Scully, meine Dana, ich liebe dich!

 

"IST LIEBE FÜR EUCH SO WICHTIG?"

SIE hören nicht mal auf zu fragen, selbst wenn SIE sich gerade kläglich dabei abbemühen, vorwärts zu kommen.

"Ich denke, ohne Liebe, gäbe es für EUCH keinen Grund mich überhaupt zurückzuschicken."

"WIRKLICH? DENKST DU NICHT, ES WAR DIE VERWANDTSCHAFT EURER SEELEN UND DIE ERBLICHE STRUKTURIERUNG EURER SELBST, DIE ES MÖGLICH MACHTE? HAST DU NIE DAS GEFÜHL GEHABT, DIE MACHT ZWISCHEN EUCH SEI VIEL STÄRKER ALS ES DIE LIEBE HÄTTE JE SEIN KÖNNEN? DENKST DU TATSÄCHLICH, ALLEIN DIE LIEBE HATTE ES GESCHAFFT, DASS EINE FÜR UNFRUCHTBAR GEGLAUBTE DANA SCULLY PLÖTZLICH SCHWANGER WIRD, WEGEN NUR EINER NACHT MIT DIR?"

"Wie?!"

 

Vor langer Zeit hatten Scully und ich einen Fall gehabt, in der es um einen Kultglauben und an die Macht des Karmas ging. Damals haben wir beide erfahren, dass wir uns schon auf früheren Leben her kannten, dass wir in jedem vorhergehenden Leben eine spezielle Verbindung zueinander hatten. Und in diesem Leben auch. Eine so starke und sehnsüchtige Verbindung. Ich glaube, mir ist aufgefallen, dass unsere Seelen bisher keine Liebenden waren - Vater und Sohn, Offizier und Soldat, Mutter und Sohn, aber nie Mann und Frau. Ob sich unsere Seelen nach solch einer Verbindung sehnten? Ist das der Grund für unsere tiefe, gemeinsame Liebe oder das, was darüber hinaus geht, wofür es noch keine Beschreibung gibt?

 

"Wow!"

Aber was meint er mit 'Erbliche Strukturierung'?

 

Scully wurde entführt, überlebte die Infizierung von Müll, Abfall in ihrem Blut - ihr Körper wirkt nun so als eine Art Selbstimpfschutz - sie bekam den Krebs - überlebte ihn auch - ihr Körper kennt nun den Krebs und sie gilt als unsterblich; haben SIE gesagt, dass sie das wäre. Klar, am Anfang war das schon hart. Ich weiß nur nicht, ob ich es glauben soll. Wahrscheinlich weiß Scully selbst nichts davon.

Dann die Biene, die 2. Entführung, die Infizierung mit dem schwarzen Öl, in ihr wäre beinahe ein Alien herangewachsen, doch sie bekam den Impfstoff injiziert. Sie hat all das überlebt.

Und ich? Das schwarze Öl war auch in meinem Blut und ich bekam ebenfalls die Impfung, mein Glaube an Aliens ließ mich auf eine gewisse Art und Weise selbst zu einem werden. Wie konnte ich sonst die Gedanken anderer hören?

 

Wir sind Menschen, verwandte Seelen, die Kontakt hatten...

Aber wie ist es nun möglich gewesen, wenn sogar die künstliche Befruchtung fehlschlug... Hab ich etwa Supersperma und Scully trägt so was wie die Nanotechnologie in sich, die neue Eizellen aufbauen und BOOOOOM soll es dann geklappt haben??? Wie nur??? Wie? In einer Nacht. In einer einzigen Nacht der Intimität!?

"VIEL GLÜCK!"

"Geht es jetzt los?"

 

ER nickt freundlich, SEINE Augen glitzern plötzlich. Und ich denke an sie, an meine Dana Scully.

 

* * * * *

 

Sterne ziehen an mir vorbei. Ich komme mir wie ein kleiner Komet vor, der auf die Erde zurast. Ich spüre nichts. Keine Kälte. Keine Dunkelheit. Ich empfinde nicht mal Sauerstoffmangel. Nur Freude. Unermessliche Freude. Und je mehr die Erde mein Blickfeld ausfüllt, desto größer wird das Glücksgefühl.

 
Ende

 
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