Der Sinn des Lebens.
Hunderte, Tausende von Philosophen suchten ihr ganzes Leben lang nach der Antwort.
Der Antwort auf die Frage.
Dem Sinn des Lebens.
Aber sie fanden sie nicht.
Trotz ihrer jahrelangen Suche blieb ihnen die Antwort verwehrt.
Wie sollten sie auch eine Antwort finden?
Wie konnten sie in 60, 70 oder vielleicht auch 80 Jahren eine Antwort erwarten, wenn er sie nach 5000 Jahren noch nicht gefunden hatte!?
Er seufzte und setzte sich auf.
Er war müde.
Die Last der letzten Jahrtausende zog an seinen Schultern.
Er wollte nicht mehr.
Er wollte einfach nicht mehr.
Es war zuviel.
Warum?
Warum lebte er 5000 Jahre?
Wieso konnte er nicht sterben, so wie jeder andere auch?
Doch er konnte sterben.
Er musste nur in einem Kampf einen absichtlichen Fehler machen.
Einen kleinen Tritt zur falschen Seite.
Ein leichtes vorgetäuschtes Ausrutschen auf nassem Boden.
Ein kleiner Fehler in einem der vielen Kämpfe, die sein ganzes Leben begleiteten.
Vielleicht sollte er genau das tun!?
Ein kleiner Fehler und frei sein.
Frei von all den Pflichten und Zwängen.
Frei von all den Kämpfen um das Überleben.
Frei von all den Schuldgefühlen die langsam aber sicher seine Seele auffraßen.
Plötzlich schien der Tod so erlösend zu sein.
Er war verlockend.
Er rief nach ihm.
Nach seiner Seele.
Seinem Geist.
Einfach Sterben.
Er lockte mit Freiheit.
Mit Seelenfrieden.
Mit dem Nichts.
Einfach friedlich sterben.
Was war der Sinn des Lebens?
Was war der Sinn seines Lebens?
Was hielt ihn noch auf dieser Erde.
In dieser Zeit.
In dieser Realität.
Dieser Dimension.
Er wusste es nicht.
Sterben.
Einfach friedlich einschlafen und nie wieder aufwachen.
Warum?
Seit so vielen Jahren immer die gleiche Frage.
Die Tür ging auf und sie trat hinein.
Sie lächelte ihn an.
Ihre grünen Augen strahlten ihm entgegen.
Ihr rotes Haar, das sie zu einem Pferdeschwanz trug, leuchtete wie Feuer in dem roten Licht der untergehenden Sonne, das durch das Fenster schien.
Und ihm war die Antwort bewusst, nach der er schon so lange suchte.
Er lebte für sie.
Für diese Frau.
Für diese Göttin, wie sie ihm in seinen Augen erschien.
Er lebte für die Liebe.
Sie war es, die ihn immer wieder antrieb.
Sie war es, die ihm immer wieder zu verstehen gab zu leben.
Sie.
Die Liebe.
Ende
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