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Zwischen den Welten© by Natascha/Norynia ()
"Und, haben sie etwas gefunden Major?" "Nein Colonel, noch keine Anzeichen für Leben. Aber vielleicht haben wir nicht genug Geduld." Jack sah sie verständnislos an "Nicht genug Geduld?!?" wiederholte er ihre Worte "Wir lungern hier schon seit über acht Stunden rum, und haben nichts, aber auch gar nichts gefunden, was auch nur irgendwie auf Leben schließen ließe, ich habe ihnen nur so viel Zeit gegeben, weil sie mich darum gebeten haben, und sie wollen mir erzählen, ich hätte keine Geduld?!?" Er drehte sich um und stapfte wütend den Weg zurück, von dem sie gekommen waren. Sam holte zu ihm auf und versuchte, ihn umzustimmen "Colonel, bei allem nötigen Respekt, die Sonde hat eindeutig Bewegung wahrgenommen, vielleicht verstecken sie sich vor uns." Jack drehte sich ruckartig um, er schaute sich sein Team ganz genau an, zuerst die Wissenschaftlerin Major Carter, dann den Anthropologen Dr. Jackson und schließlich den Jaffa Teal'c. "Okay" begann er langsam und versuchte sich weitestgehend zurückzuhalten, "Vielleicht hat sich hier etwas bewegt, irgendwann, irgendwo. Aber bitte schaut euch doch einmal um! Wo bitte soll sich hier etwas verstecken, könnt ihr mir das mal sagen?" Er machte eine ausschweifende Handbewegung und alle sahen sie sich um, er hatte ja recht, überall nichts als Sand, Steine und kleine Felsen, nirgendwo bewegte sich irgendetwas, noch nicht einmal ein Windhauch war zu spüren. "Nur weil die Sonde Bewegungen festgestellt hat, muss das noch lange nicht heißen, dass hier etwas lebendiges existieren muss! Carter, haben sie ihre Erdproben entnommen?" "Ja Sir, aber..." "Und sie Daniel, haben sie sich ein paar von diesen Steinen eingepackt?" "Ja Sir." "Na super, dann haben ja alle, was sie wollten, und jetzt zurück, wir gehen nach Hause!" Sam wußte, dass alle weiteren Versuche, den Colonel umzustimmen, zwecklos wären, also folgten sie ihm widerwillig. Obwohl sie nur zu gern noch etwas hiergeblieben wäre. Dieser Planet war etwas besonderes, auch wenn es nicht so aussah. Sie konnte es spüren und das gab ihr zu denken.
Schweigend liefen sie zurück, der Weg schien kein Ende zu nehmen und die Sonne schien erbarmungslos auf das Team nieder, was die Sache nicht gerade einfacher machte. Jack blieb stehen und wischte sich erschöpft die Schweißtropfen von der Stirn, "Wie weit ist es noch Carter?" "Eigentlich müssten wir schon längst da sein Colonel!" "Und wo ist dann das Stargate?" "Ich weiß es nicht Sir." "Sie wissen es nicht?!?" Er drehte zu Sam um, doch da war plötzlich niemand mehr, sein ganzes Team war plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. "Hey Leute was soll das? Wo seid ihr?" Er drehte sich langsam im Kreis, doch es war niemand zu sehen. Er lief ein Stück zurück, doch das war unnötig, es war nichts vorhanden, was ihm die Sicht hätte versperren können. Um ihn herum nichts außer einer endlosen Wüste. Er suchte den Boden nach Fallen ab, doch auch diese Suche blieb erfolglos. "Major Carter, Daniel, Teal'c wo seid ihr?!?" er schrie, so laut er konnte, doch nichts rührte sich, es war wie verhext. Jack wurde unruhig. Irgendetwas stimmte hier nicht, aber was? Er wollte sich allein weiter auf die Suche nach dem Stargate machen, um Verstärkung zu holen, doch so weit er auch lief, er konnte es einfach nicht finden. Es wurde immer heißer, eine zweite Sonne war aufgegangen und der Tag schien nicht enden zu wollen, obwohl sie schon so lang hier waren. Unaufhaltsam taumelte er weiter, er musste einfach etwas tun, er musste Hilfe holen. Doch so sehr er sich auch bemühte, konnte er nicht verhindern, dass er immer müder wurde und seine Beine immer schwerer. Er wollte sich noch einen kleinen Felsen suchen, um sich darauf auszuruhen, als er stolperte. Er schaffte es noch sich abzustützen, doch er war zu schwach, so dass er an Ort und Stelle einschlief.
"Was ist passiert?" Sam schaute auf ihre Meßinstrumente, es schien alles in Ordnung zu sein, aber wo waren dann die anderen? Sie schaute in alle Richtungen, konnte aber niemanden entdecken. Sie rief nach ihren Leuten, doch es kam keine Antwort, das machte Sam langsam Angst. Sie schien plötzlich allein zu sein und wusste nicht, was sie tun sollte. Kein Team, kein Stargate, es war beängstigend und Sam fragte sich nur, was passiert war. "Hallo Sam." Sie drehte sich um und blieb erschrocken stehen, "Mum?" "Ja mein Schatz, ich bin es!" "Aber das ist unmöglich!" Sam musterte die Person, die ihrer Mutter so sehr glich, ausgiebig. "Aber ich bin es." Sie lächelte Sam an und strich ihr über die Wange. "So viel Zeit ist vergangen." Sie nahm Sams Hand, "Komm, lass uns nach Hause gehen." Sam riss sich los und wollte weglaufen, doch anstatt sich fortzubewegen, stolperte sie aus unerklärlichen Gründen. Es war ihr nicht möglich aufzustehen und so versuchte sie verzweifelt, sich auf allen Vieren fortzubewegen. So sehr sie sich auch verausgabte, kam sie nicht weiter, es war, als ob sie jemand an den Füßen zurückziehen würde, doch da war nichts "Was ist mit mir los?" Cathlyn streckte die Hand nach ihrer Tochter aus und lächelte sie freundlich an, "Du bist verwirrt. Komm mit mir, es wird alles wieder gut." Sam griff nach der Hand und richtete sich wieder auf. Und jetzt konnte sie auch wieder laufen, doch wie sie feststellen musste nur in die Richtung dieser Gestalt hin, nicht von ihr weg. Als Cathlyn in die Wüste hinein lief, blieb Sam vorerst zurück, doch nach einer Weile folgte sie ihr. Sam war wie benebelt, was brachte sie nur dazu, dieser Erscheinung hinter her zu laufen? Sie war auf einmal wie willenlos. Nach einer Weile hatte sie zu Cathlyn aufgeholt und musterte sie neugierig. Zurück konnte sie nicht, also versuchte sie, das beste daraus zu machen und die Gelegenheit zu nutzen herauszufinden, was sie erwarten würde. "Alles zu seiner Zeit." Hatte Cathlyn nur geantwortet. Sam blickte um sich, sie hoffte irgendwo ihre Freunde zu finden, doch außer der Gestalt konnte sie niemanden entdecken. "Ist mein Team auch dort, wo wir jetzt hingehen?" "Ja sie sind auch dort." Sam war erleichtert, zwar hatte sie keine Antworten auf ihre Fragen erhalten, doch wenigstens hatte sie die Gewissheit, die anderen wieder sehen.
Als er wieder aufwachte, hatte er schreckliche Kopfschmerzen. Er setzte sich langsam auf und trank erst einmal etwas, um die aufsteigende Übelkeit zu bekämpfen. Es fiel im schwer, sich daran zu erinnern, was passiert war, und noch schwerer, sich damit abzufinden, dass er keine Ahnung hatte, was er jetzt tun sollte. Er hatte sich schon oft allein zurechtfinden müssen. Nicht umsonst hatte er damals in seiner Ausbildung als bester beim Überlebenstraining abgeschnitten, doch das hier war etwas anderes. Auch wenn er es nicht akzeptieren wollte, er war vollkommen ratlos und das machte ihm große Sorgen. Er entschloss sich schließlich aufzustehen und seinen Weg, wohin er ihn auch führen sollte, fortzusetzen, als er zwei kleine Füße vor sich sah. Er blickte nach oben und traute seinen Augen nicht. Da stand Charly vor ihm, zumindest sah er aus wie Charly. Jack richtete sich langsam auf und musterte den kleinen blonden Jungen erstaunt. "Hallo Daddy." Jack stand da, völlig erschöpft und machte sich klar, dass er durch die Hitze halluzinierte. "Ich werde hier noch verrückt! Jetzt sehe ich Tote." Er wich einen Schritt zurück und kniff die Augen zusammen. Doch als er die Augen wieder öffnete, war die Gestalt nicht verschwunden im Gegenteil, sie hielt jetzt sogar seine Hand. "Was bist du?" "Ich bin es, Charly." "Das ist unmöglich, du kannst nicht Charly sein!" "Aber Daddy," der Kleine sah Jack mit großen Augen an, "Du brauchst keine Angst zu haben, es ist alles in Ordnung, komm!" Er zog Jack hinter sich her in die Wüste hinein. "Wo gehen wir hin?" "Wir gehen nach Hause Daddy." "Nach Hause?" Innerlich wehrte sich Jack dagegen mitzugehen, doch er konnte sich nicht losreißen und zurückrennen. Er war zu erschöpft und selbst wenn er könnte, irgendetwas fesselte ihn, und er konnte sich nicht erklären, was es war.
Es war ein weiter Weg. Sam war erschöpft und kam nur noch langsam vorwärts, nur ihrer Mutter war nichts anzumerken. "Wie weit ist es noch?" Sie blieb stehen, um zu verschnaufen und sah sich erwartungsvoll um, doch ihre Umgebung hatte sich nicht verändert. Es war immer noch alles so trostlos und leer. "Wir sind gleich da, nur noch ein paar Meter." Sam schüttelte mit dem Kopf, "Aber wenn es nur noch ein paar Meter sind, dann müsste man doch etwas..." Sie wurde von einem ohrenbetäubenden Lärm unterbrochen. Es glich einer Explosion oder großen Geröllmassen, die aufeinander prallten. Wie aus dem Nichts errichtete sich ein riesiges palastähnliches Gebäude. Es war gigantischer als jeder Goa'uld Palast, gigantischer als jedes Raumschiff, das Sam je zuvor gesehen hatte, es war einfach unvorstellbar. "Aber wie...?" Cathlyn ging einen Schritt vor und zeigte auf das Gebäude, das nun seine endgültige Größe angenommen hatte. "Dort ist unser Zuhause, ich sagte doch, wir sind gleich da." Sam war ratlos. Bis vor kurzem war dort noch nichts zu sehen und jetzt auf einmal...es war verrückt. Sam verstand die Welt nicht mehr, doch das tat sie schon, als ihre Mutter auf einmal vor ihr stand. Nicht, dass sie nicht glücklich war, sie zu sehen, doch sie konnte sich nicht erklären, wie das alles möglich war. Es kam ihr vor, wie ein seltsamer Traum, doch dafür war es wieder zu real. Sie liefen zu einem großen Tor, das aus Naquada gebaut zu sein schien. Es war einfach unglaublich. Cathlyn ging zu einer orangefarbenen Kugel, die neben dem verschlossenen Eingang in der Wand eingebaut war. Sie legte ihre Hand darauf und brachte es somit zum glühen. Mit einem lauten Knall sprang das Tor nach innen auf und bot Sam und ihrer Mutter nun Einlass. Sie kamen in einen großen, dunklen Raum. Kein Sonnenstrahl drang hinein, obwohl das Tor noch offen war. Als es sich schloss, wurde alles hell, und sie befanden sich in einem endlosen Gang mit Unmengen von Türen auf jeder Seite. Sie liefen weiter, Sam konnte auf jeder Tür Namen lesen. Namen, die sie nicht kannte, die ihr nichts sagten. "Mum, wo sind wir hier?" "Zu Hause." "Zu Hause?" Sam ging durch die Tür, die ihre Mutter geöffnet hatte, und blieb erstaunt stehen. "Das...das ist unser Haus!" Sam war begeistert und sah sich um, es war wirklich wie damals, als sie noch als vollständige Familie zusammen lebten. Cathlyn nahm ihre Tochter in den Arm, "Ich bin so glücklich, dass du zu mir gefunden hast!" "Das war reiner Zufall Mum. Wir konnten nicht ahnen, was uns hier erwarten würde." "Du hast mich gefunden." "Ja" Sam löste sich aus der Umarmung, "Aber ich weiß nicht, wie das hier möglich ist!" "Alle Verblichenen kommen eines Tages hierher." "Die Verblichenen?" Sam sah ihre Mutter mit großen Augen an, "Aber Mum, ich bin nicht tot!"
"Charly, was ist das hier alles?" "Das ist unser zu Hause!" "Ja das sehe ich, aber was befindet sich hinter diesen anderen Türen?" "Das ist die Heimat der anderen." "Der anderen?" "Ja, jeder, der hierher kommt, lebt weiter in seinem alten Zuhause, so wie er es verlassen hat. Wenn ihm seine Angehörigen dann eines Tages folgen, werden sie mit ihm dort leben." "Das heißt, dass mein Team jetzt auch hinter einer dieser Türen ist?" Jack setzte sich auf die Wohnzimmercouch, dieses geblümte Ding, das er noch nie ausstehen konnte, nur seiner Frau zuliebe hatte er es ertragen...damals. "Ich war lange allein hier, aber jetzt bist du ja da!" Charly setzte sich neben seinen Vater und strahlte ihn an. Jack lächelte zurück, zumindest versuchte er es, doch es wollte ihm nicht so recht gelingen. Die Lage war zu verwirrend und beschäftigte ihn zu sehr, um auch nur noch einen halbwegs klaren Gedanken fassen zu können. "Ich glaube, du machst dir falsche Hoffnungen, ich werde nicht hierbleiben können." Charly sah seinen Vater verständnislos an. "Das verstehe ich nicht." "Ich muss wieder zurück zur Erde, die werden sich Sorgen machen, wenn ich so einfach wegbleibe!" "Du und deine Freunde gehören jetzt zu uns, ihr könnt nicht einfach wieder gehen!" Jack schüttelte den Kopf. "Du verstehst nicht, ich bin doch noch nicht..." Er stockte einen Moment und sah seinen Sohn traurig an. "...Tot? Ach Daddy," Charly sah seinen Vater mitleidig an. "Ich dachte, du wüßtest es schon." Jack sah ihn verwundert an. "Wissen? Was denn? Seit ich hier bin, weiß ich gar nichts mehr." "Du bist jetzt auch tot, Daddy!" "Nein!" Jack sprang auf und fuhr sich durch die Haare, "Das kann nicht sein!" "Es kann, ich würde es dir so gern erklären, aber es ist verboten, darüber zu reden." Er ging auf seinen Vater zu und umklammerte seine Hand. "Eines Tages wirst du wissen, wie und warum!" "Ich weiß nicht, ob ich so lang warten kann." "Du musst," Charly ging zurück und setzte sich wieder, er winkte seinen Vater heran, es ihm gleich zu tun und fuhr fort, "so wie wir alle!"
"Wir können nicht tot sein!" Sam sah ihre Mutter verwirrt an. "Aber es ist so, nur Tote kommen hierher, egal auf welchem Weg, es ist einfach so!" Cathlyn nahm ihre Tochter in den Arm, "es tut mir so leid!" "Konnten wir deshalb das Stargate nicht sehen? Weil wir tot sind?" Cathlyn nickte, "So ist es!" Sam war verzweifelt, der Gedanke daran, dass sie nun alle tot waren, setzte sich schmerzhaft in ihr fest. Sie würde ihren Vater nie wieder sehen, und Martouf, das SGC. Einfach alles, was ihr auf der Erde etwas bedeutet hatte. Es war furchtbar und stimmte Sam sehr traurig. Auch dass sie ihre Mutter nun wieder bei sich hatte, hellte ihr Gemüt nicht wieder auf. Was würde nun aus ihnen werden?
Eigentlich hätte Daniel über die Nachricht, die ihm seine Frau überbrachte, geschockt sein müssen. Aber ganz im Gegenteil, er war irgendwie glücklich. Er war bei seiner Frau und das war alles, was er brauchte und was er sich immer gewünscht hatte. Es gab in diesem Moment nichts, was er auf der Erde vermissen würde, denn er hatte seine Sha're wieder, und das war mehr, als er auf der Erde jemals gehabt hätte. Es war so, wie in ihrer gemeinsamen Zeit auf Abydos, als wäre er nie fortgegangen! Er ging im Zelt umher, ohne sie auch nur einmal aus den Augen zu lassen, und stellte fest, dass sich nichts verändert hatte. Außer dass sie vollkommen allein waren, doch daran störte er sich nicht. "Woran denkst du Liebster?" Sha're war seinen Blicken gefolgt und beobachtete die Zufriedenheit, die ihr Mann ausstrahlte. "Ich denke daran, wie glücklich ich jetzt bin!" Er streichelte über ihre Wange, über ihr wunderschönes Gesicht, das er so sehr vermisst hatte, das er schon längst verloren zu haben schien. So viel Zeit war vergangen, nachdem Apophis sie ihm wegnahm und zu einem Goa'uld machte. Soviel verlorene Zeit. "Ich bin auch sehr glücklich, dass du endlich wieder bei mir bist!" Sie lächelte und Daniel lächelte zurück. "Meine geliebte Sha're, mein Herz."
"Du hast dich also mit den Tau'ri verbündet?" "Das ist korrekt." Teal'cs Vater schüttelte mit dem Kopf, "Wenn ich es damals zu Lebzeiten gehört hätte, hätte ich dich verstoßen, mein Sohn, doch hier kann mein Symbiont nicht mehr über mich herrschen und so bewundere ich deinen Mut und deine Tapferkeit!" Teal'c nickte leicht. "Danke Vater." "Eigentlich freue ich mich, dich bei mir zu haben, doch nach dem, was du mir über eure Taten berichtet hast, halte ich es für einen großen Verlust, euch hier zu wissen!" Er ging umher und betrachtete seinen Sohn ausgiebig. "Du bist stark geworden mein Sohn, du machst deinem Namen alle Ehre. Es tut gut, das zu sehen!" Er ging zu einem kleinen Tisch, der in der Mitte des Raumes stand, und nahm ein kleines Gerät in die Hand, das Teal'c noch nie zuvor gesehen hatte. "Hier mein Sohn," er gab es Teal'c, der es neugierig betrachtete, "Es wird dich zu den Tau'ri bringen, die mit dir hier eintrafen, auch wenn ich mit dir nicht darüber reden darf, möchte ich dir doch wenigstens sagen, dass ich mir wünsche, dass ihr einen Weg zurück findet!" Teal'c sah seinen Vater fragend an, "Gibt es den denn?" "Durchaus, aber jetzt schließe die Augen und glaube an die Macht dieses Gerätes, es wird euch große Dienste erweisen!" Teal'c schloß zögernd die Augen und stellte sich sein Team vor, jedes einzelne Gesicht. Das Gerät in seiner Hand begann zu glühen und setzte eine Energie frei, die Teal'c zuvor nicht für möglich gehalten hätte. Als er spürte, wie die Wärme des Gerätes nachließ, öffnete er langsam die Augen und fand sich in einem großen hellerleuchteten Raum wieder, und er war nicht allein. SG-1 war wieder komplett!
"Was war das?" "Ich weiß es auch nicht, Colonel, Daniel?" Daniel schüttelte den Kopf, auch er konnte sich die Umstände ihres plötzlichen Zusammentreffens nicht erklären. Teal'c erklärte seinem Team in seiner korrekten sachlichen Art die Möglichkeiten des Gerätes, das ihm sein Vater gegeben hatte, soweit er darin involviert war. Daniel betrachtete die neue Technologie ausgiebig und war begeistert von seiner Funktion. Erst Jack brachte ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. "Könnte mir einer von euch vielleicht mal sagen, was wir jetzt machen sollen?" Er blickte in die Runde in drei ratlose Gesichter. "Und ich dachte immer, ich wäre der einzige, der bei so etwas von nichts Ahnung hat..." murmelte er leicht enttäuscht vor sich hin. "So wie es aussieht, ist das hier der Ort, wo die Menschen nach ihrem Tod leben." "Also so etwas wie der Himmel?" Jack sah Sam fragend an. "Das scheint er zu sein." "Aber was zum Teufel machen wir dann hier?" "Ähm Jack..." "Was Daniel?" Er räusperte sich, "Ich glaube nicht, dass das Wort Teufel hier so angebracht wäre, wenn es das ist, was wir als Himmel kennen." Jack verdrehte genervt die Augen. "Okay, also was zum Geier machen wir hier?" Er wandte sich an Daniel. "So besser?" Daniel nickte leicht und musste ein wenig schmunzeln, was Jack argwöhnisch beobachtete. "Also Colonel," meldete sich Sam wieder zu Wort, "so wie es aussieht, sind wir jetzt ebenfalls..." "...tot? Ja ich weiß, aber wie?" Daniel hatte sich von dem kleinen Teleportiergerät gelöst und mischte sich nun in das Gespräch ein. "Es liegt wahrscheinlich am Stargate." Jack sah seinen Kollegen verwirrt an, "Am Stargate?" "Ganz recht Jack, es sieht so aus, als ob es jeden der hindurch geht, sozusagen tötet. Dieser Planet ist dafür geschaffen worden und so haben wir es nicht bemerkt und lebten unserer Meinung nach weiter." Er holte tief Luft, "Daher können wir das Gate nicht sehen, damit wir nicht zurückgehen können, um anderen davon zu erzählen. Die Toten hätten keine Ruhe mehr, da logischerweise jeder nach seinen Angehörigen suchen würde. Das wiederum würde das Gleichgewicht durcheinander bringen!" "Gleichgewicht? Sowas wie Ying und Yang?" "Äh...ja Jack so ungefähr." "Heißt das, wenn wir durch das Stargate zurückkehren könnten, dann wären wir auch wieder lebendig?" "Ja Sir, aber es ist unmöglich, wenn wir es nicht sehen können. Wie sollen wir es denn da draußen finden?" "So etwas will ich nicht hören Carter! Nichts ist unmöglich, wir haben es schon so oft geschafft, unseren Hintern zu retten, dann schaffen wir das hier auch...irgendwie..." Jack war irgendwie selbst nicht von dem überzeugt, was er da gerade gesagt hatte, aber es war ihr einziger Strohhalm, daran zu glauben, dass es einen Weg zurück gibt. Das schlimmste, was sie machen konnten, war aufzugeben. "Wäre es denn so schlimm hierzubleiben?" Daniel wurde nervös. Es fiel ihm schwer, seine Gefühle in Worte zu fassen. "Sha're ist hier, nicht wahr?" Daniel nickte. "Hör mal zu, Daniel." Jack ging auf seinen Freund zu und sah ihn aufmunternd an. "Ich weiß, was du fühlst, wir alle haben hier Menschen, an denen wir hängen, aber es ist zu früh. Wir gehören nicht hier her." Daniel schaute betroffen zu Boden, er wußte, dass es die Wahrheit war, doch der Gedanke, Sha're wieder zu verlassen, zerbrach ihm fast das Herz. "Ich bin jahrelang nur durch das Stargate gegangen, um sie zu finden und als sie mir genommen wurde, hatte ich die Hoffnung aufgegeben, sie jemals wiederzusehen!" Er machte eine kurze Pause. "Hier habe ich diese Möglichkeit, und nirgends sonst!" Er ging zu Teal'c und legte seine Hand auf das Teleportiergerät. "Ich werde hier bleiben, so oder so!" Das waren seine letzten Worte, bevor er wieder verschwand und seine Kollegen zurückließ.
"Das...das kann er doch nicht..." "So wie es aussieht, kann er, Colonel!" Er schüttelte mit dem Kopf, "Teal'c sag doch auch mal etwas!" "Was soll ich dazu sagen, O'Neill?" "Danke, du hast mir sehr geholfen!" Teal'c zog seine Augenbraue nach oben und sah Jack fragend an. "Colonel, wie Daniel schon sagte, er hat hier alles, wonach er immer gesucht hat. Er hat Sha're." "Ja ich weiß, aber ich kann das nicht einfach so zulassen!" Er schwieg einen Moment und griff dann nach dem Gerät, das Teal'c noch immer fest umschloß, "Holen wir ihn zurück!" "Colonel!" Sam zog ihn zurück und hielt ihn mit aller Kraft fest, "Lassen wir ihn vorerst allein. Er muss sich erst einmal mit dieser neuen Situation zurechtfinden. Es ist zwecklos ihn jetzt umzustimmen!" Sie einigten sich, vorerst getrennt bei ihren Leuten nach Informationen zu suchen, sie würden sich wieder zusammenfinden, wenn jemand etwas nützliches herausgefunden hatte. "Lassen wir uns Zeit dabei." hatte Jack noch gesagt, "wir wissen nicht, wie sie reagieren, wenn sie herausfinden, dass wir einen Weg nach draußen suchen!...Und Carter!" "Ja Sir?" "Daniel nehmen wir mit!"
Sam überlegte lange, wie sie ihrer Mutter Informationen entlocken könnte. Sie hatte keine Ahnung, wie sie anfangen sollte, denn sie wußte, dass über die Themen, über die sie Informationen brauchte, hier nicht gesprochen werden durfte. Um in Ruhe das Teleportiergerät erforschen zu können -was mit den gegeben Mitteln nicht sehr einfach war- zog sie sich immer wieder auf den Dachboden zurück. Das hatte sie schon als Kind getan, wenn sie ungestört sein wollte, und ihre Mutter wußte das. Die Tage gingen nur so dahin und Sam war mit ihren Forschungen noch keinen Schritt weiter gekommen. So sehr sie auch versuchte zu improvisieren, es brachte einfach nichts, jegliche Mühen schienen umsonst. Sie war langsam aber sicher am verzweifeln, auch die Gespräche mit ihrer Mutter hatten bisher noch keine Früchte getragen. Sie war kurz davor, dieses Ding in die nächste Ecke zu schmeißen und für immer zu vergessen, als ihre Mutter an ihr vorbeilief. "Wo gehst du hin?" "Oh, ich gehe ein wenig auf dem Planeten spazieren, möchtest du vielleicht mitkommen?" "Du gehst auf dem Planeten...spazieren?" Cathlyn nickte. "Ja, also kommst du nun mit oder nicht?" "Äh, nein...nein danke. Viel Spaß Mum!" Cathlyn lächelte leicht verwirrt und machte sich auf den Weg nach unten. Sam wollte mit der Vernichtung dieses Gerätes fortfahren, als sie plötzlich ein Gefühl verspürte, das einem Blitzschlag glich. Es kam ihr vor, als hätte sie auf einmal den totalen Durchblick und die Antwort auf all ihre Fragen. Sie hielt das kleine blau-goldene Gerät, das sie bis vor kurzem noch verwünscht hatte, fest in der Hand und trommelte auf der Stelle ihr Team zusammen. Erst jetzt fiel ihr auf, wie sehr sie ihre Freunde vermisst hatte, nach über zwei Wochen des Wartens... Sam traute ihren Augen kaum, Jack stand tatsächlich in Unterwäsche vor ihr. Sie erschrak so sehr darüber, dass sie das Teleportiergerät fallen ließ. Teal'c zog beim Anblick des Colonel verwundert seine Augenbraue hoch und Daniel bekam sich vor Lachen kaum noch ein. Jack stand nur da und schaute in die vollkommen unterschiedlichen Gesichter seines Teams. "Ich wollte mich gerade duschen, da muss man logischerweise seine Klamotten ausziehen, ist das denn so schlimm?" Er schaute zu Sam, die sich mittlerweile wieder gefangen hatte, und ihr TG wieder aufhob. "Was wäre passiert, wenn ich nackt gewesen wäre, Carter? Wären sie dann in Ohnmacht gefallen?" Nun war es Jack, der lachte, auch Daniel musste schmunzeln, nur Sam stand da mit gesenktem Kopf, um ihre aufsteigende Röte zu verbergen. Es war ihr furchtbar peinlich und sie hatte sie nicht zusammengeholt, um sich auslachen zu lachen. "Nun Sir!" Sam sprach ziemlich laut, um das Gelächter zu unterbrechen und sich Gehör zu verschaffen, was selbst Jack stutzig machte. "Ich denke, ich habe einen Weg gefunden, uns zurück auf die Erde zu bringen, Sir!" "Denken sie nur, oder sind sie sich sicher?" "Ich bin mir sicher, Sir!" "Und wie soll das gehen?" "Mit dem TG..." "...welches TG?" "Ich meine dieses Teleportiergerät hier Sir!" "Ach so...ja...wo waren wir doch gleich stehengeblieben?" Sam war etwas genervt und nahm sich nun fest vor, sich nicht mehr unterbrechen zu lassen. "Wir können uns mit den TG's zum Stargate teleportieren lassen. Wir werden das Gate zwar nicht sehen, aber wir müssten es fühlen können. Ich werde versuchen die richtigen Koordinaten zu ertasten und uns somit wieder nach Hause wählen!" Jack wußte nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Die Möglichkeit, wieder auf die Erde zu kommen, schien zum Greifen nahe, aber ob es wirklich klappen konnte? Außerdem hatte er sich schon fast daran gewöhnt, den Tag mit seinem Sohn zu verbringen, den er all die Jahre so sehr vermisst hatte. Teal'c schien es nicht anders zu gehen, auch Sam kam beim Anblick der anderen ins Grübeln.
"Wir müssen uns jetzt zusammenreißen!" Sam sah ihre Freunde ernst an, "wir gehören einfach nicht hierher, unsere Zeit ist noch nicht gekommen!" "Sie haben ja recht, Carter, aber fällt es ihnen denn gar nicht schwer wieder zu gehen?" "Doch, aber ich liebe das Leben zu sehr...und ich vermisse meinen Vater!" Eine bedrückende Stille brach ein, jeder stand da und wußte nicht, was er jetzt sagen sollte. Jeder wußte, was zu tun war, doch keiner wollte es wirklich aussprechen. "Wie ihr ja schon wißt, braucht ihr nicht mit mir zu rechnen. Ich werde hier bleiben!" Mit diesen Worten teleportierte Daniel sich wieder zurück zu seiner Frau. Jack hatte gehofft, ihn umstimmen zu können, doch die Entscheidung fiel ihm ja selbst schwer und so konnte er Daniel verstehen. Auch wenn ihn der Gedanke mißfiel, sich von ihm trennen zu müssen. "Dann in einer Stunde am Gate." Er ging auf Sam zu und legte sein Hand auf das TG, Teal'c tat es ihm gleich. Jack nickte seinem Major zu und somit kehrten sie zu ihren Leuten zurück. Es fiel ihnen schwer zu wissen sich verabschieden zu müssen, und sie konnten nur hoffen, an der Rückreise nicht gehindert zu werden.
Wieder zurück, packte Sam sofort ihre Sachen zusammen und suchte nach ihrer Mutter, konnte sie aber nirgends finden. Sie schien noch nicht von ihrem Wüstenspaziergang zurück zu sein und das stimmte Sam sehr traurig. Sie hätte sich so gern persönlich von ihr verabschiedet, aber vielleicht war es besser so. Sie sah sich ein letztes Mal um. Sie würde es vermissen, wenn sie wieder in ihrem kleinen Labor sitzen würde, allein mit ihren Untersuchungen und diesem ganzen Papierkram, Nacht für Nacht. Und sie würde ihre Mutter vermissen. Sie hatte ihr halbes Leben ohne sie verbringen müssen, und jetzt wo sie wieder bei ihr war, um das Versäumte nachzuholen, war es nun Sam, die ihre Mutter verließ. Schweren Herzens ging sie hinunter, das letzte Mal. Die Stunde war nun schon fast um und es war Zeit, sich auf den Heimweg zu machen.
Es waren nur Bruchteile von Sekunden, bis Sam sich bei Jack und Teal'c wiederfand. Doch sie waren nicht allein. Nur ein oder zwei Meter entfernt standen Cathlyn, Charly, Sha're, Daniel und auch Teal'cs Vater. "Wir haben auf euch gewartet." Cathlyn ging auf ihre Tochter zu und strich ihr über das blonde, seidige Haar. Sie sah ihre Tochter traurig an. "Es ist sehr schade, dass ihr uns verlassen wollt nach dieser schönen Zeit, die wir zusammen hatten, aber es musste wohl so kommen!" Sie umarmte ihre Tochter, "Grüße deinen Vater und deinen Bruder von mir." "Das werde ich, Mum." Eine Träne lief über ihre Wange und sie begann leise zu schluchzen. "Ich werde dich vermissen, Mum!" "Ich dich auch, mein Schatz....ich dich auch!" Zögernd ließ sie ihre Tochter los. Sam tastete sich zum DHD und suchte nach den richtigen Symbolen.
"Sha're, willst du wirklich nicht mitkommen?" Sie strich ihrem Liebsten sanft über die Wange und sah ihm tief in die Augen. "Ich gehöre hierher, aber du solltest wieder zurückkehren. Wir werden uns wiedersehen! Dann, wenn die Zeit gekommen ist." Daniel nickte, er umarmte seine Frau noch einmal von ganzem Herzen und er wußte, dass es das letzte Mal für sehr lange Zeit sein würde. "Es fällt mir so schwer!" "Ich weiß, mir geht es nicht anders. Aber Daniel...." sie küßte ihren Mann und hielt fest seine Hand, "...ich werde hier sein, wenn du wiederkommst!"
"Colonel O'Neill, könnte ich sie einen Moment sprechen?" "Natürlich." Cathlyn nahm ihn zur Seite. "Sam hat mir sehr viel von ihnen erzählt und nun, da ihr wieder geht, möchte ich sie um einen großen Gefallen bitten." Sie sah ihn eindringlich an. "Passen sie auf meine Tochter auf, lassen sie nicht zu, dass ihr etwas passiert!" Jack lächelte leicht und nickte "Das werde ich, versprochen!"
Sam hatte es geschafft, sie konnte jetzt nur noch hoffen, dass sie die richtigen Koordinaten eingegeben hatte, die jetzt eine nach der anderen am Stargatering einrasteten. Daniel gesellte sich zu ihnen. "Daniel, ich..." "Bitte Jack, das hier fällt mir nicht gerade leicht, also lassen sie uns das hier einfach so schnell wie möglich beenden, okay?" "Okay." Jack war glücklich darüber, Daniel wieder mit an Bord zu haben, er hatte ehrlich gesagt schon nicht mehr an einen Sinneswandel geglaubt und sich schon fast mit seinem Verlust abgefunden. Nun war es soweit, das Stargate öffnete sich und SG-1 stieg den kleinen Hügel zum Ereignishorizont hinauf.
Sam drehte sich noch einmal zu ihrer Mutter um, die ihr liebevoll zulächelte, bevor sie das TP aktivierte und mit den anderen verschwand. Erneut liefen Sam einige Tränen über ihr Gesicht, während sie immer noch auf die Stelle sah, an der bis vor wenigen Sekunden noch ihre Mutter stand. Jack gesellte sich zu ihr und folgte ihrem Blick. Er legte sanft seine Hand auf ihre Schulter und drückte sie leicht an sich. "Du wirst sie wiedersehen." "Ja, das werde ich...eines Tages." Er lächelte ihr aufmunternd zu und auch Sam konnte sich nun ein Schmunzeln nicht verkneifen, als sie schließlich zusammen mit dem Colonel durch das Stargate ging. Zurück auf die Erde und es war ein gutes Gefühl, denn sie wußte, dass es so richtig war!
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