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Die Hoffnung starb zuletzt© by Natascha/Norynia ()
Er verstand nicht, was mit ihm passierte. Es war, als wäre er verhext, verflucht. Er hatte keine Kontrolle mehr über seinen Körper. Er konnte nur zusehen, wie er Dinge tat, die ihm niemals in den Sinn gekommen wären und immer absurder wurden. Er wünschte sich, dass es wieder so werden würde, wie am Anfang, dass er auf einmal aufwachen würde und sich an nichts erinnern konnte, was in der Zeit seiner Abwesenheit passiert war. Sicher war es ihm unangenehm gewesen mit Sachen konfrontiert zu werden, an die er sich nicht mehr erinnern konnte. Doch waren diese Blackouts ein Segen im Vergleich zu dem, was er jetzt erleben musste. Alles mitansehen zu müssen und nichts dagegen tun zu können. Er wußte nicht wie und warum dieses Ding in ihm noch leben konnte. Aber er wußte, dass es weg musste, raus aus seinem Körper. Nur wie? Welche Möglichkeiten gab es denn für ihn? Er konnte nichts tun, er konnte nur ertragen und das brachte ihn fast um den Verstand. Er war eine Kämpfernatur. Er hatte in seinem Leben so einiges überstehen müssen, doch er hatte es immer geschafft. Jetzt war es anders. Seine jahrelange Kampferfahrung schien nichts mehr zu nützten. Der Feind war in ihm, und er war mächtiger als er selbst. Er hatte Angst, schreckliche Angst. Und zwar vor sich selbst. Vor dem, was er tat und nicht aufhalten konnte. Er hatte Angst um seine Freunde, um die Menschen im SGC. Er hatte schon einen Menschen getötet und einige verletzt. Und er wußte nicht, wie weit dieses Ding in ihm noch gehen würde. Wie weit er noch gehen würde. Seine Freunde sahen nun in ihm diesen Goa'uld. Aber er war doch immer noch da, irgendwo in diesem Körper. Er konnte nichts tun, die Dinge nicht aufhalten. Er musste weg von hier, weg von der Erde, um nicht noch mehr Schaden anzurichten. Er hätte auf Chulak merken müssen, dass etwas nicht stimmte, doch das hat er nicht. Er hatte alle in Gefahr gebracht, durch seine Nachlässigkeit und das machte ihm zu schaffen. Er gab sich die Schuld, sich ganz allein. Ohne dabei in Erwägung zu ziehen, dass es jedem anderen ebenso hätte gehen können. Aber dies war nicht der Fall. Es war ihm passiert, nur ihm und er gab sich die Schuld. Die Schuld an allem, was nun passiert war. Er dachte die ganze Zeit darüber nach, was hätte sein können und was nun war. Er dachte an das Vergangene und das Gegenwärtige. Er fand einfach keine Lösung aus dieser Misere, aus dieser misslichen Situation. Er kam immer wieder zu dem selben Entschluß. Er musste weg. Einfach nur weg, aber wie? Er wollte die Augen schließen, einfach nichts mehr sehen. Alles ignorieren. Aber es ging nicht. Es lag nicht mehr in seiner Macht. Er wollte sich umdrehen und einfach nur davon rennen, aber auch dies war ihm nicht vergönnt. Er stand nun im Kontrollraum, vor dem Computer und gab 7 ihm unbekannte Symbole in den Rechner ein. 'Es aktiviert das Gate' schoß es ihm durch den Kopf. Er wußte, sie würden versuchen ihn aufzuhalten, aber er wußte auch, dass es das Beste war, das hätte kommen können. Wenn er weg war, war er keine Gefahr mehr für den Stützpunkt. Vielleicht würde er eines Tages einen Weg finden zu entkommen. Vielleicht würde man ihn eines Tages retten...vielleicht. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Er rannte hinunter in den Stargate-Raum. Was heißt er, es. Er sah nur zu. Er nahm es war. Er wußte nicht wohin es gehen würde, mit was er konfrontiert werden würde und was er noch mit ansehen müsste. Er wußte nur das er weg ging. Weg von der Erde. Und obwohl er das nicht wollte, war es die einzige Lösung, die anderen zu schützten, zu retten, vor ihm. Er wollte weinen, er wollte seinen Schmerz ausdrücken, doch er konnte nicht. In ihm staute sich alles zusammen bis er glaubte explodieren zu müssen. Er öffnete die Tür zum Stargate-Raum, doch es schien nicht weiter zu gehen. Der Jaffa, den sie von Chulak mitgebracht hatten, stellte sich ihm in den Weg. 'Verdammt, mach das du da weg kommst' fluchte er in seinem Innern. Er sah, wie er auf Teal'c losging, mit ihm zu ringen begann. 'Nun lass mich gehen' schrie er so laut er konnte. Doch aus seinem Mund kam kein Ton. Er spürte, wie ihm die Luft wegblieb und schaute verzweifelt in die Augen des Jaffa. Er war so nah am Stargate, ja sogar schon fast auf der anderen Seite, doch der Goa'uld der ihn lenkte, schaffte es nicht sich aus Teal'cs Griff zu befreien. Er hörte plötzlich Stimmen. Sie waren leise und eigentlich nicht hörbar, doch er konnte sie wahrnehmen. Sie mussten aus dem Kontrollraum kommen. Die kugelsichere Scheibe und der Sicherheitswall dämpften den Schall, so dass er sie kaum verstand. Und doch konnte er eine Stimme identifizieren. Jack...sein Freund. Er wollte aufspringen, zu ihm gehen und ihm sagen, dass alles in Ordnung wäre. Er wollte aufwachen aus diesem Traum, doch es ging nicht. Es war real. Es war alles real und geschehen. Er konnte es nicht ändern, auch wenn er wollte. Es lag nicht an ihm und doch redete er sich die Schuld immer wieder ein. Er japste nach Luft und sah seinem Gegenüber fest in die Augen. Teal'c schien Mühe zu haben, gegen ihn anzukommen. Es war ein erbitterter Kampf. Und er hoffte nur, dass es bald zu Ende sein würde. Er tauchte ein in das Wurmloch und wurde auch gleich wieder zurückgezerrt. Sie rangen beide um ihr Leben. Sie wußten, dass für einen das Ende kommen musste, damit der andere überlebte . Er spürte die kalte Masse des Ereignisshorizonts auf seinem Rücken, seinen Schultern. Er spürte wie sein Körper immer noch kämpfte, obwohl er längst aufgegeben hatte. Der Sicherheitswall fuhr nach oben und er hörte wieder die Stimmen aus dem Kontrollraum. Jacks Stimme. "Teal'c, halt ihn noch fest....das Tor schließen JETZT!" 'Jetzt ist es vorbei, alles vorbei. Keine Rettung mehr, kein Leiden mehr.' war das Letzte an das er dachte, bevor um ihn alles schwarz wurde um ihn dann mit diesem grellen Licht zu blenden, in das er trat. Es war zu Ende. Jegliche Hoffnung begraben. Denn die Hoffnung starb zuletzt.
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