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Hausputz

© by Natascha/Norynia ()

 

Disclaimer: Alle Charaktere und sämtliche Rechte an SG 1 gehören MGM/UA, World Gekko Corp. Und Double Secret Production. Diese Fanfic wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeiten zu Lebenden und Toten Personen ist zufällig und nicht beabsichtigt.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Stargate-Sektion.
Antwort auf den Listentreffenchallenge 2001

 

"Saustall," war Kawalskys knappe Bemerkung über den Anblick, der ihm geboten wurde.

"Ich habe dich nicht gebeten her zu kommen und mir zu helfen."

"Hey, wenn du mir sagst, dass du dein freies Wochenende mit aufräumen verbringst, kann ich doch nicht nach Hause fahren und nichts tun."

"Kannst du nicht?"

"Nein."

"Und warum nicht?"

Jack hatte die Arme in die Hüften gestemmt und seinen Freund mit hochgezogenen Augenbrauen gemustert. Diesem war das sichtlich unangenehm, da er mit solch einer Frage nicht gerechnet hatte und dementsprechend keine Antwort fand.

"Weil...ich dein Freund bin?"

Klasse Kawalsky, was besseres fällt dir nicht ein?

"Klingt einleuchtend."

Jack ließ seinen Blick durch das Wohnzimmer schweifen und überlegte, wo er anfangen sollte. Schließlich entschied er sich für den Fußboden, auf dem jeder Tritt einem Gang auf einem Drahtseil ähnelte.

Hübsche Rückansicht, dachte Kawalsky, als Jack sich hinunterbeugte, um einige Teller aufzuheben.

Moment...hübsche Rückenansicht? Mensch Kawalsky, was ist denn in dich gefahren? Der Major drehte sich um und versuchte sich nützlich zu machen. Sich abzulenken, doch er konnte nicht vermeiden, dass sein Blick immer wieder an Jacks Hintern hängenblieb, der sich aus der straffen Jeans wölbte und ihm wie ein Vollmond entgegenstrahlte. Herkules würde vor Neid erblassen!

Du bist nicht du selbst, schoß es ihm durch den Kopf, als er einen leeren Danone Becher in der Hand hielt, an dessen Rand sich schon schimmliger Flaum ausgebreitet hatte.

"Wann warst du eigentlich das letzte mal zu Hause?", fragte er seinen Freund, der herumwirbelte und ihn überrascht ansah. Dann entdeckte er den Joghurtbecher und konnte sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen.

"Lange her."

Kawalsky nickte bestätigend und sah sich nach dem Mülleimer um, über dessen Rand unzählige Bierflaschen quollen und auf den ersten Blick ersichtlich machten, dass da kein Platz mehr war.

Seufzend knotete er die Tüte zusammen und ging zur Tür.

"Ich bring das mal eben raus.", murmelte er noch und ging hinaus. An der Mülltonne wurde er erst einmal von unzähligen Fliegen begrüßt, die sich gierig um den Joghurtbecher sammelten. Kawalsky beobachtete das ganze stumm, ehe er den Deckel anhob und sich des Mülls entlastete. Er wußte nicht warum, aber Insekten hatten schon immer eine ungeheure Begeisterung in ihm geweckt. Es hatte mit dem Fangen von Libellen angefangen, als er noch klein war, und nie wirklich geendet. Vor allem die Geschwindigkeit, in der sie mit den Flügeln schlugen, um in der Luft zu bleiben, begeisterte ihn. Michael Flatley schaffte es nur 38x in der Sekunde mit dem Fuß zu zucken und kam nicht hoch. Vielleicht wenn er sich ein wenig anstrengen würde. Dann wäre er der erste fliegende Mensch ohne technische Hilfsmittel.

 

Betont langsam schlenderte er wieder zurück ins Haus und stieß dort in Gedanken versunken mit Jack zusammen, der ihm entgegenkam.

"Wollte sehen, wo du bleibst.", knurrte der trocken und drehte sich wieder weg.

Der hat ja 'ne Laune. Kawalsky fuhr sich durch das kurze, dunkelbraune Haar und ging zurück ins Wohnzimmer. Wirklich viel hatte sich nicht geändert.

"Saustall," wiederholte er leise, so dass Jack es nicht hören und sich ärgern konnte.

In einem Zug schob er den Dreck auf einen Haufen, der hauptsächlich aus Papierschiffchen und Packungsresten bestand, und stopfte ihn in eine große Tüte, die Jack ihm beiläufig gereicht hatte.

Auch ein kaputtes Videoband war darunter.

Robin Hood "Helden in Strumpfhosen".

Kawalsky begann unabsichtlich zu kichern. Der Gedanke war zu schön. Jack mit Bier vor dem Fernseher. Ein Mann in grünen Strumpfhosen, der durch das Bild sprang. Herrlich!

 

Ein lauter Schrei, gefolgt von unzähligen Schimpfwörtern drang aus der Küche. Sofort war der Major aufgesprungen, um nachzusehen, was passiert war und wieder konnte er sich ein kichern nicht verkneifen.

Jack dagegen drehte sich mit zusammen gezogenen Augenbrauen zu ihm um und zeigte ihm damit nur allzu deutlich, was er davon hielt.

Im der Spüle tümpelte ein überschwemmter Toaster um sein Leben, was Jack nicht gerade fröhlich stimmte.

Wütend schnickte er das Wasser von seinen Händen und riß dabei den kleinen goldenen Apfel von der Ablage, der auf diesen Schreck seiner Funktion nachkam und laut zu klingeln begann.

Jack trat ihn gegen die Wand und sah zu, wie die kleine Uhr in ihre Einzelteile zersprang. Ein Problem weniger. Nur ordentlicher wurde es hier dadurch nicht.

 

Hör auf zu lachen, befahl Kawalsky sich selbst, doch irgendwie konnte er nicht auf sich hören. Schließlich sank er zu Boden und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Herrlich!

"Ja ja, sehr witzig!"

Der ältere Mann verließ den Raum und setzte sich an seinen Schreibtisch.

"Alles Mist!", fluchte er und warf einige Bücher zu Boden.

Kawalsky hob sie auf und las die Inhaltsangaben durch. Er hatte nur zu oft erlebt, wie Jack Sachen wegwarf, über deren Besitz er sich gefreut hätte.

Eines dieser Werke, mit einem gelben Umschlag gebunden, hatte es ihm besonders angetan. Der Titel sagte ihm nichts und hinten stand nur, dass es sich um einen Spionage-Krimi handelte. Auf einem Schrottplatz wird eine Leiche in einem Bus entdeckt. Nun galt es die Frage zu klären, wie sie dort hin kam und vor allem wie sie gestorben war. Herrlich!

 

Nach diesem ganze Wirrwarr von Aufräumen und Chaos verbreiten, stand die nächste Mission auf dem Plan.

Das Schlafzimmer.

Kawalsky konnte sich nicht erklären warum. Doch dieser Ort schien in magisch anzuziehen. Wenn er nur daran dachte, wie Jack hier Nachts, spärlich bekleidet...

STOP! Schrie er sich selbst an. Jack - dein Freund - ein MANN!

Er drehte sich zu ihm um und beobachtete seinen verzweifelten Versuch, die Schranktür zu zumachen, bevor ihm der Schwall von Klamotten wieder entgegenfiel.

Und wieder konnte er nur mit dem Kopf schütteln. Er stellte sich neben ihn, ließ alles auf den Boden fallen und hob dann alles wieder einzeln auf, um es sorgfältig zusammen zulegen und standesgemäß in den Regalen zu verstauen.

"Wo hast du das denn gelernt?"

"Mädcheninternat.", grinste Kawalsky und beendete seine Arbeit. Jack hatte sich derweilen auf dem ungemachten Bett niedergelassen und alle viere von sich gestreckt. Was ein Anblick. Herrlich!

Irgendwann konnte der Major schließlich nicht anders und legte sich daneben. Spürte den Körper des anderen an seinem und konnte sich einen leisen Seufzer nicht verkneifen.

Jack musterte ihn daraufhin fragend und legte seinen Arm um ihn.

"Anstrengend das aufräumen, mh?"

"Ja.", bestätigte der jüngere, obwohl er damit etwas ganz anderes meinte.

 
Ende

 
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