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Astronomy

© by Natascha/Norynia ()

 

Disclaimer: Alle Charaktere und sämtliche Rechte an SG 1 gehören MGM/UA, World Gekko Corp. Und Double Secret Production. Diese Fanfic wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen. Archivierung nur mit Erlaubnis des Autors.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Stargate-Sektion.

 

Für jeden kommt einmal die Zeit, in der er sich zurückzieht, um nur für sich zu sein. Um sich über einige Dinge klar zu werden, die im hektischen Alltag keine Beachtung finden.

Für Jack war es soweit. Auch wenn er es nie für möglich gehalten hätte, so gab es doch Gefühle tief in seinem Innern, die er nirgends zuordnen konnte, geschweige denn verstand.

Und gerade nach dieser stressigen Zeit, waren sie um so stärker geworden.

Er hatte alle Zelte abgebrochen und war ohne ein Wort zu seinen Kollegen nach Hause gefahren. Nur General Hammond wusste bescheid. Die anderen sollten es durch ihn bald erfahren. Jack wusste, dass es so nicht richtig war, doch er wusste auch, wenn er seinen Urlaub angekündigt hätte, hätte er sich einigen Fragen stellen müssen auf die er zur Zeit keine Antwort fand. Er wusste ja selbst nicht was das sollte.

Er dachte, ein wenig Ruhe würde ihm gut tun. Doch nach nur wenigen Stunden in seinem Haus, schienen die Wände ihn erdrücken zu wollen. Langsam kamen sie immer näher und machten den Anschein, als versuchten sie zu verhindern, dass er die Wahrheit erkannte.

Wollte er die Wahrheit überhaupt erkennen? Würde er sie denn ertragen? In diesem Moment wusste er es noch nicht.

 

Er kletterte die kleine Holztreppe hoch, auf seinen Aussichtspunkt und ließ sich auf dem alten Klappstuhl nieder. Ein Stern nach dem anderen erschien auf dem Firmament und strahlte zu ihm hinunter.

Wie oft hatte er hier schon gesessen und sie beobachtet? Wie oft schon über das Vergangene und das Gegenwärtige nachgedacht.

Und auch diesmal war er deswegen wieder hier. Es kam ihm manchmal vor, als würden die leuchtenden Himmelskörper mit ihm reden. Ihm das zuflüstern, was er wissen wollte. Bisher hatte er sie nicht verstehen können, hatten sie ihm jedoch auf längere Sicht hin geholfen, zu akzeptieren. Den Tod seines Sohnes, die Trennung seiner Frau, den Tod von...Charlie.

 

Die Sterne hatten ihm damals geholfen nicht mehr gegen das Wissen anzukämpfen, dass sein bester Freund ihm genommen wurde. Er lernte damit zu leben, es hinzunehmen, zu vergessen. Zu vergessen, dass er es damals war, der ihn getötet hatte.

Sicher, er war nicht der einzige Beteiligte gewesen und es geschah zu Gunsten des Stargate-Programms. Aber war er es nicht gewesen, der den Befehl gegeben hatte, das Stargate zu schließen, als Teile von Kawalskys Körper sich noch im Ereignishorizont befanden? Doch. Und so sehr sich Jack auch wünschte die Zeit zurückdrehen zu können, so wusste er doch, dass er wieder so handeln würde, müsste. Sein Leben bestand nun darin, alles hinter seine Arbeit, das SGC zu stellen, egal wie schwer es ihm fiel. Sein Leben gehörte dem Staat, den Menschen die dort lebten, denjenigen, die jede Nacht ahnungslos zum Himmel blickten, ohne zu wissen, welche Gefahren dort in der Ferne auf sie lauerten. Er gehörte zu den Menschen, die dazu da waren, diese Gefahren von der Erde fern zu halten, genau so wie Charlie damals. Er war ein Teil des Großen Ganzen gewesen und musste für den Schutz der anderen sterben.

 

Nun, nach all den Monaten, den Jahren, in denen Jack glaubte verdrängt zu haben, was ihn damals noch so gequält hatte, stand er plötzlich wieder vor ihm. Quicklebendig, mit diesen braunen Augen, die, wenn er wollte, jeden in ihren Bann ziehen konnten und nahezu jegliche Art klar zu denken, abschalteten.

Jahrelang dieses Gefühl, jahrelang dieses Verdrängen und noch immer war er diesen Augen nicht gewachsen gewesen.

Doch Kawalsky schien nicht zu wissen, welche Wirkung er auf ihn hatte, konnte es nicht wissen. Er war ein anderer. Die ein und dieselbe Person und doch aus einer anderen Welt, deren Oberfläche dieselbe war, wie ihre und doch einen fast völlig anderen Hintergrund besaß.

Und es tat Jack weh, so an die schmerzliche Vergangenheit erinnert zu werden, die aus den tiefen seines Innern wieder hervorquoll und sein Herz verdunkelte.

Doch die Anwesenheit des anderen Kawalsky befreite ihn von diesen Erinnerungen. Jack glaubte eine neue Chance bekommen zu haben. Einen neuen Anfang. Und dann kam doch alles anders als erwartet. Jack hätte für Charlie alles getan. Allein für die Illusion ihn wieder zu haben. Und so half er ihm und der zweiten Sam auch, ihre, die andere Welt, zu retten. Vor der totalen Zerstörung der Goa'uld zu bewahren, ehe es zu spät war. Dass sie es tatsächlich schaffen würden, hätte er nicht für möglich gehalten. Doch durch die Zusammenarbeit der beiden Sams und der Hilfe der Asgard wurde auch dies möglich.

Für Jack wurde klar, das seine Zeit mit dem Major begrenzt war, unmittelbar dann, als er sich von ihm verabschieden musste. Und auch wenn man sich versprach, sich in jeder Lebenslage zur Seite zu stehen und sich zu helfen, war die Chance doch gering, sich in der unendlichen Anzahl von möglichen Realitäten jemals wieder zu finden. Vielleicht einen anderen Kawalsky, aber nicht mehr denselben. Zu wissen, das es zig Welten gab, in denen Charlie noch lebte, war bitter, wenn er bedachte, dass man ihn ihm hier genommen hatte. Wenn man sich mit den Goa'uld anlegt, ist wohl kaum zu vermeiden, dass sie auch in das eigene Leben eingriffen. Ob es ihm passte oder nicht.

 

Sein Blick schweifte über die kristallklare Nacht, die sich wie ein Tuch über diesen Teil der Welt gelegt hatte und zur Ruhe rief.

Vielleicht gab es ja irgendwo dort draußen eine Welt, in der ein Jack sich über seine Gefühle im klaren war.

Vielleicht lag dort draußen auch die Wahrheit, nach der er suchte und er hatte sie bisher einfach noch nicht finden können.

Er wusste es nicht genau, doch er wusste, dass auch für ihn eine Zeit kommen würde, in der er es erkennen und das Rätsel lösen würde. Und vielleicht war es dann ein sogenannter Charles Kawalsky der ihm dabei half.

 
Ende

 
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