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Blutrausch© by Natascha/Norynia ()
"Merkwürdig." Sam ließ ihren Blick über das Gelände schweifen und sah sich noch einmal kurz zum Stargate um, bevor sie sich einige Schritte davon entfernte und neben Jack trat. Dieser hatte inzwischen seine Taschenlampe herausgekramt und damit begonnen, die nähere Umgebung abzuleuchten. "Können Sie sich das erklären?" "Was?" "Dass es dunkel ist." Jack hob seinen Arm und streifte den Ärmel seiner Uniform nach hinten, um einen Blick auf die Uhr werfen zu können. Er knipste das blaue Licht an und stellte fest, dass er sich doch nicht geirrt hatte. "Mittagszeit." "Genau das meinte ich, Sir. Es ist noch nicht einmal drei Uhr und trotzdem schon dunkel." "Wann haben wir die Sonde durchgeschickt?" "Um 1200." "Und da war es noch hell?" "Ja, Sir." Jack sah sich zu dem Rest seines Teams um. Teal'c stand mit fester Miene am Stargate und zog eine Augenbraue nach oben. Daniel dagegen hatte sich schon gefährlich weit von der kleinen Gruppe getrennt und suchte nach Artefakten, Technologien oder einer Zivilisation, so wie er es immer tat. Die Tatsache, dass es dunkel war, schien ihn dabei wenig zu stören. Mit der kleinen Armee-Taschenlampe in der Hand, suchte er den Boden und den Waldrand ab. "Daniel!" Nachdem der junge Wissenschaftler nicht reagierte, wies Jack Sam mit einem Handwink an, die Stellung beizubehalten und machte sich nun ebenfalls mit schnellen Schritten auf den Weg in Richtung Wald. Daniel bemerkte seine Anwesenheit erst, als der Colonel ihn von hinten gepackt und mit einem Ruck in die andere Richtung gerissen hatte. "Jack...was machst du...?" "Ich habe deine Extratouren langsam satt! Das nächste Mal fragst du, verstanden?!?" "Warum?" "Warum?" Jack blieb stehen und sah Daniel mit zusammengekniffenen Augen an. "Damit ich Bescheid weiß und es dir verbieten kann!" Er ließ Daniel los und griff nach seinem Rucksack, den er nach ihrer Ankunft auf dem Weg abgelegt hatte. Er zog eine Plane, Stäbe, Heringe, einen Hammer und eine kleine Standleuchte hervor. "Wir sollten unser Lager in der Nähe des Stargates aufschlagen, bis es wieder hell wird."beantwortete er die fragenden Blicke seiner Mannschaft. "Sir, es ist..." "Kurz vor 1500, ich weiß." Ohne sich durch diese Aussage beirren zu lassen, baute er das Zweimann-Zelt auf. Die anderen folgten seinem Beispiel zögernd, während Teal'c Holz sammeln ging.
Der Jaffa lief am Waldrand entlang und suchte nach Brennholz. Das schien es hier im Überfluss zu geben, überall häuften sich vertrocknete Äste. Teal'c sah nach oben. Keine Blätter an den Bäumen, keine Nadeln, nichts. Die Bäume waren tot. Was wohl mit der dauernden Finsternis zusammenhing. Es schien hier mehr Nacht als Tag zu sein. Das überlebte keine Pflanze. Nach einer Weile ließ er seinen Blick wieder nach unten gleiten. Er wollte zu seinem Team zurückkehren, als er ein Rascheln hörte. In seiner Nähe schien sich etwas zu bewegen, doch er konnte nichts sehen. Er horchte noch eine Weile, doch nichts tat sich. Vielleicht war es ein Tier gewesen, oder er hatte sich dieses Geräusch nur eingebildet. Er lief noch ein Stück weiter in den Wald hinein, doch es blieb still. Schließlich gab er es auf und kehrte zurück.
"Fertig." Sam erhob sich aus ihrer gebückten Haltung und strich sich die blonden Strähnen aus dem Gesicht. Ihr Blick fiel auf Daniels Zelt. Eine eher wackelige Konstruktion, die ziemlich schief da stand und wirkte, als würde sie bei der kleinsten Berührung in sich zusammen fallen. "Soll ich dir helfen Daniel?" "Was?" der junge Wissenschaftler krabbelte um das Zelt herum und sah Sam fragend an. "Wieso?" "Naja...es..." "Steht!" "Ja, aber so wie es aussieht nicht mehr lange." "Meinst du?" Sam nickte. Daniel entlief ein leidiges Seufzen, ehe er aufstand und sich selbst ein Urteil bildete. "Okay." Sam musste schmunzeln. Daniel war zwar ein Meister für Sprachen und Kulturen, doch vom Campen hatte er wirklich keine Ahnung. Es war jedesmal dasselbe.
Jack hatte sich seine MP und eine Taschenlampe geschnappt und damit begonnen, die Umgebung zu sichern. Doch er entfernte sich nur soweit, dass er immer noch einen guten Blick auf das Lager hatte. Es war still, kalt, dunkel. Einfach öde. Am liebsten hätte er die Zelte wieder abgebaut und sich auf den Weg nach Hause gemacht, doch der Auftrag lautete, sich 24 Stunden hier aufzuhalten und erst dann zurückzukehren oder Nachricht zu geben. "Ich werd's überleben." Er begann zu pfeifen. Zuerst war es nur eine erfundene Melodie. Doch nach ein paar Sekunden kam sie ihm bekannt vor. Er überlegte, wo er sie schon einmal gehört hatte, als er auf Teal'c stieß. "Du pfeifst Urgo's Lied, O Neill?" "Urgo's Li...oh...du meinst dieses Row row row?" "Das ist korrekt." "Hab ich gar nicht gemerkt." Urgo. Dieser italienische Tenor, der sich in ihren Köpfen eingenistet hatte. Das war eine verrückte Zeit gewesen. Jack wurde immer noch schlecht, wenn er daran dachte, was für Mengen von Joghurt er damals verschlungen hatte. Und dabei konnte er Joghurt nicht leiden. Während Jack total in Gedanken versunken in die Ferne zu blicken schien, warf Teal'c ihm einen verwunderten Blick zu, ehe er sich auf den Weg zum Lager machte. Jack schaute ihm noch kurz nach und setzte dann seinen Rundgang fort.
"Hast du's?" "Nein, es geht nicht rein!" "Es muss in das Loch!" "Das weiß ich auch." "Dann steck's rein!" "Es geht aber nicht!" "Mach fester!" "Ich drück schon so fest ich kann!" "Ramm es so richtig rein!" "Was glaubst, du was ich die ganze Zeit versuche?" "Lass mich mal." "Sam, ich mach das schon." "Du bekommst es doch nicht hin!" "Wir können es ja mal zusammen versuchen." "Okay." "Du nimmst es oben und ich drück von unten." "Auf drei! Eins...Zwei...Drei!" "Es geht nicht!" "Noch mal mit Anlauf!" "Okay, rammen wir das Teil in das verdammte Loch!" "Und los!" "Ist es drin?" "Ich weiß nicht, wo ist die Taschenlampe?" "Hier." "Jep, es ist drin. Das wäre geschafft." Sam und Daniel krabbelten rückwärts aus dem Zelt. Empfangen wurden sie von Teal'c, der sie mit fester Miene und hochgezogener Augenbraue betrachtete. "Was?" Daniel streifte sich über seine Uniform und sah den Jaffa fragend an. "Was habt ihr da drin gemacht?" "Wir hatten ein kleines Problem mit der Zeltstange, wieso?" "Nichts, Doktor Jackson." Sam hatte ihren Kopf von Daniel weggedreht und versuchte krampfhaft das Lachen zu unterdrücken. Man konnte nur grunzende Geräusche wahrnehmen, die verrieten, dass Sam nicht mehr lange standhalten würde. Daniel sah zu ihr herüber und zog die Augenbrauen zusammen. "Warum lachst du?" Der Blick des Majors glitt nach oben. Nach dem sie ihrem Kollegen drei Sekunden schweigend angesehen hatte, explodierte sie förmlich von innen heraus und brach in schallendes Gelächter aus. Daniels Blick wurde immer fragender, als Sam sich erneut und mit Tränen in den Augen von ihm abwandte und zu Teal'c schwankte, um ihm beim Aufbau des Lagerfeuers zu helfen. "Muss ich das jetzt verstehen?" Daniel wartete vergeblich auf eine Antwort, denn Sam war im Moment nicht in der Lage, um auch nur einen klaren Satz hervor zu bringen.
Neben ihm raschelte etwas. Jack durchleuchtete das Unterholz, konnte jedoch nichts finden. Er wollte weitergehen, als er es wieder hörte. Er ging nun einen Schritt weiter in den Wald hinein und sah sich um. Nichts. Er wollte wieder gehen, als er es erneut vernahm, dieses Rascheln. Irgendetwas schien hier zu sein, oder irgendjemand? Er lies den Schein der Lampe um sich schweifen, als er laute Geräusche hörte, die vom Lager kamen. Es hörte sich an wie ein Lachen. Carters Lachen. Jack hatte sie noch nie so aus vollem Halse lachen gehört. Er sah zum Lager rüber, das von dem hellen Licht des Lagerfeuers erhellt wurde. Er beobachtete sein Team und sah nicht, was sich gerade im Schein seiner Taschenlampe zum Absprung bereit machte.
"Jetzt sag schon, was ist so lustig?" "Ich kann nicht." "Sam!" Die junge Frau war nun seitlich zu Boden gegangen und krümmte sich vor lachen. Daniel war am verzweifeln. Er bekam das Gefühl nicht los, dass es etwas mit ihm zu tun hatte. Jedesmal wenn Sam wieder ansprechbar war und er nachhackte, ging das Treiben wieder von vorne los. Er hatte sie noch nie so erlebt. Teal'c dagegen verzog keine Miene. Er hatte die Beine verschränkt und meditierte. Eine große Hilfe für den ratlosen Wissenschaftler, der resigniert in das Feuer sah und darauf wartete, dass Sam sich beruhigen würde. Dann würde er sie wieder fragen, um dann mitansehen zu müssen, wie sie erneut in schallendes Gelächter ausbrechen würde.
Jack setzte sich ihm gegenüber. Daniel hatte ihn nicht kommen gehört. Und wenn er einen Blick auf Sam warf, die sich die Tränen aus dem Gesicht wischte, war auch klar warum. "Und, was gefunden?" Daniel sah Jack erwartungsvoll an. Den einzigen Menschen, von dem er hoffte, mit ihm ein halbwegs vernünftiges Gespräch führen zu können. Doch Jack reagierte nicht. Er saß da und starrte in die Flammen, während er langsam seinen Hals abtastete. "Jack?" Keine Reaktion. Daniel sah zu Sam, der das Lachen beim Anblick des Colonels vergangen war. Auch Teal'c sah seinen Freund mit hochgezogenen Augenbrauen an. "O'Neill?" Jacks Blick schweifte wie in Zeitlupe an seinem Team vorbei, ehe er bei Teal'c stoppte. "Alles in Ordnung." Die anderen sahen sich fragend an, bevor auch sie ihre Blicke abwendeten und damit begannen, die Essensrationen zu verteilen. Jack rührte sich nicht. Seine Hand verweilte an seiner Wunde, die er an seinem Hals ertastet hatte. Zwei kleine Einkerbungen, die das Gebiet um sich herum völlig taub gemacht hatten. Die Kälte daraus ging über seine Finger und schlich seinen Arm entlang, bis hin zu seiner Schulter. Es breitete sich langsam in seinem Körper aus und ließ für wenige Sekunden alles erstarren. Doch Jack fror nicht. Er fühlte sich seltsam und doch irgendwie normal. Seine Gedanken kreisten um das, was gerade passiert war und sich aus seiner Erinnerung löschte. Er starrte durch das Feuer hindurch auf Sams Hände, die gerade einen Apfel schälten. Er wusste nicht warum, doch er konnte seinen Blick nicht mehr davon abwenden. Sein Hals war steif und seine Augen auf einen Punkt gerichtet, ohne dass er etwas dagegen tun konnte. Die anderen bemerkten das nicht. Sie waren ganz mit sich selbst beschäftigt.
"Verdammt!" Sam ließ das kleine Messer fallen und hielt sich die schmerzende Hand. Blut tropfte von ihrem Finger auf die dunkle Erde und verfärbte den grünen Apfel. Jack starrte auf die kleine Wunde. Das Rot stach in seine Augen, wie ein übergroßes Warnsignal und machte ein unglaubliches Verlangen in ihm breit. Sein Körper wollte über die Flammen springen und diesem Verlangen nachgeben, während sein Verstand verzweifelt versuchte dagegen anzukämpfen. Jeder Tropfen, der in die Erde sickerte, tat ihm weh, machte ihn schier wahnsinnig. Wie gern wäre er jetzt dieses Stückchen Erde, das die lebenserhaltende Flüssigkeit in sich aufsog und verschwinden ließ. Es war ihm, als würde sie ihn auslachen. Dafür, dass er unfähig war, sich zu bewegen. Dafür, dass er unfähig war zu handeln. Dafür, dass in ihm ein Krieg tobte, den er nicht beeinflussen konnte. Er wusste nicht warum, oder weshalb. Er wusste nur, dass jede weitere Sekunde an diesem Ort gefährlich war, seinen Geist zum ersticken brachte und seine Seele auffraß.
"Sir?" Sam hatte den Blick ihres Vorgesetzten bemerkt und ein seltsames Gefühl machte sich in ihr breit. Er sah sie so komisch an. Mit diesem leeren Blick. Aus ihrem Rucksack zog sie ein Pflaster hervor und klebte es um ihren Finger. Das Rot war verschwunden, wurde bedeckt und war nun nicht mehr auszumachen. Die Starre löste sich und ließ einen kalten Schauer frei, der durch seinen Körper strömte. Mit einem Satz war Jack aufgesprungen und verließ die kleine Gruppe. Daniel wollte ihm folgen, doch er winkte ab. "Es ist alles in Ordnung." Er sagte es ohne jegliche Emotion, ohne beschwichtigenden Tonfall, der diese Aussage glaubwürdiger gemacht hätte. Er drehte sich dabei nicht einmal um, sondern verschwand in seinem Zelt und zog mit zitternden Händen den Reißverschluss zu.
Teal'c verschränkte die Beine und schloss die Augen. "Wir sollten ihn allein lassen. Ich werde hier Wache halten," war das Einzige, was er dazu zu sagen hatte. Auch Sam beschloss Jack vorerst in Ruhe zu lassen. Sie tat es allerdings nicht, weil sie der Meinung war, dass es das Richtige wäre, sondern weil sie Angst hatte. Angst vor ihrem Colonel, vor ihrem Freund und um das verarbeiten zu können, wollte sie selbst allein sein.
Die Minuten die vergingen, kamen Jack wie Stunden vor. Um ihn herum war alles still. So furchtbar still. Sein Mund war trocken und sein Hals kratzte. Sein Körper animierte ihn aufzustehen, sein Verstand zwang ihn liegenzubleiben. Er starrte auf das zulaufende Ende der Zeltdecke und zählte die Nähte. Sein Sehvermögen hatte sich unnatürlich stark verschärft, genauso wie seine Ohren. Er hörte alles im Umkreis von 100 Metern, als ob es direkt neben ihm wäre. Es war stockdunkel, doch für seine Augen taghell. Jegliche Bewegung war ohne Anstrengung, ohne Kraftaufwand. Er fühlte sich, als könne er 10 Kilometer rennen, ohne auch nur einen Schweißtropfen zu verlieren. Alles war plötzlich anders und doch kam es ihm normal vor. Auch wenn er wußte, dass es nicht so war. Seine Erinnerung ging soweit zurück, dass er am Waldrand stand und sein Team beobachtete. Dann war dort ein schwarzes Loch und das Nächste, was er sah, war wie er am Boden lag und schwer atmete. Dazwischen musste irgendetwas passiert sein. Etwas, das sein Leben in eine Seitenstraße gelenkt hatte, die sich als Sackgasse heraustellte. Etwas, vor dem er sich fürchtete ohne zu wissen was es war.
"Daniel, schläfst du schon?" "Jetzt nicht mehr." Müde blinzelte der junge Wissenschaftler in den trüben Schein, der kleinen Taschenlampe, den Sam ihm entgegenhielt. "Ich mache mir Sorgen um den Colonel." "Wer tut das nicht?" "Irgendetwas stimmt nicht. Ich habe so ein komisches Gefühl." "Goa'uld?" "Nein. Ich weiß auch nicht. Er war so abwesend." "Ist er noch in seinem Zelt?" "Ich denke schon." "Soll ich mit ihm reden?" "Halt mich bitte nicht für verrückt, aber ich glaube..." Sie sah in Daniels fragende Augen, die verdeutlichten, dass Daniel nicht wusste, auf was sie hinauswollte. Er schien ihre Befürchtung nicht zu teilen. Vielleicht bildete sich auch nur ein, dass von dem Colonel eine Gefahr ausging. Vielleicht sollte sie einfach eine Nacht darüber schlafen. Am nächsten Morgen sieht bekanntlich alles anders aus. Warum nicht auch in diesem Fall?
Sie verabschiedete sich von Daniel, über dessen Kopf sich ein riesiges Fragezeichen zu bewegen schien und machte sich auf den Weg in ihr Zelt. Gerade als sie den Reisverschluss zuziehen wollte, wurde die Plane beiseite gezogen und Sam konnte Jacks Gesicht erkennen, das sich durch die auffällig blasse Hautfarbe, aus der Dunkelheit abzeichnete. "Sir?" "Darf ich reinkommen?" Noch ehe Sam etwas erwidern konnte, hatte der Colonel bereits neben ihr platzgenommen.
Sein Verstand hatte den Kampf verloren. Er war zwar immer noch da, schaffte es aber nicht mehr, Herr der Situation zu werden und musste sich daher geschlagen geben. Nun saß er neben Sam. Sie waren allein und Jack ahnte, was nun passieren würde. Er wollte es nicht, er wollte ihr nicht weh tun, doch er schaffte es auch nicht zu gehen und sie so vor ihm zu schützen. Er wollte ihr erzählen, was er fühlte, dass er Angst hatte, dass er gefährlich war. Doch die Worte verhallten in seinem Innern und raus kam etwas völlig anderes. "Wie geht es Ihrem Finger?" "Besser, Sir. Danke." "Sie wundern sich bestimmt, was vorhin mit mir los war." "Um ehrlich zu sein, ich mache mir große Sorgen um Sie." "Nicht nötig." "Sir?" "Mir geht es hervorragend." Er setzte ein Lächeln auf, von dem er sicher war, dass es Sam überzeugen würde. Auch wenn er am liebsten losgeschrien hätte. Er hatte keine Kontrolle mehr über sich. Er wurde von einem Instinkt gelenkt, den er nicht kannte, geschweige denn beherrschen konnte. "Aber es ist schön zu wissen, dass ich Ihnen doch nicht so egal bin." "Sir, ich denke..." "Nein Sam, jetzt rede ich! Ich kann so nicht weitermachen. Ich kann nicht weiterhin so tun, als wäre alles in Ordnung. Die Gefühle, die ich für dich empfinde, sind zu stark, als dass ich sie weiter verbergen könnte." "Colonel, das..." "Ich denke 'Jack' wäre jetzt angebrachter Sam." Sein Gesicht näherte sich langsam ihrem. Seine Hand strich durch ihr Haar, doch als er sie küssen wollte, drehte sie ihren Kopf weg und hielt seine Hand auf Abstand. "Sir, das ist keine gute Idee." "Warum nicht?" "Es ist gegen die Vorschriften." "Scheiß auf die Vorschriften!" "Sir, es ist nicht richtig!" "Und was ist dann deiner Meinung nach richtig? Dass wir so tun, als wäre alles okay? Dass wir so weiterleben wie bisher und das unterdrücken, was uns zu Menschen macht?" "Sie sollten in Ihr Zelt zurückgehen." "Sollte ich das?" Er sah ihr fest in die Augen. Er konnte ihre Sorge sehen. Ihre Angst. Er wollte gehen, doch sein Verlangen ließ ihn nicht. Fesselte ihn an diesen Ort, bis er nachgeben würde, um das auszuführen, was nun seine Bestimmung war. "Ich werde gehen." Er nahm ihre Hand und drehte die Innenfläche nach oben. "aber..." Seine Lippen näherten sich ihrer Hand, während er sie immer noch mit seinem Blick fixierte. "Vorher muss ich noch etwas erledigen."
Ein greller Schrei riss Daniel aus seinem Gelegenheitsschlaf. Sofort war er aufgesprungen und ins Freie gestürmt, wobei er beinahe das ganze Zelt mitgenommen hätte. Nahezu gleichzeitig traf er mit Teal'c am Ort des Geschehens ein. Der Eingang wurde aufgerissen und Sam kletterte ihnen entgegen. Ihre Hand war blutüberströmt und aus ihrem Gesicht sprach die Angst. Daniel hatte sofort nach ihr gegriffen und sie herausgezogen, als Jack aus dem Zelt sprang und die beiden zu Boden riss. Sein Gesicht hatte jegliche Farbe verloren und seine Pupillen hatten sich auf ein Minimum verkleinert. Ehe Jack mit seinem Vorhaben weitermachen konnte, wurde er von Teal'c gepackt und weggezogen. Daniel richtete sich vorsichtig auf und beobachtete, wie der Jaffa den Colonel zu Boden zwang und in Schach hielt. "Was ist passiert?" "Er hat mich gebissen." "Er hat WAS?" Sam sah zu dem jungen Wissenschaftler auf und machte mit ihrem Blick deutlich, dass sie genausso wenig wie er wusste, was hier vor sich ging. Jack lag schweratmend auf dem Boden, das Gewicht des Jaffa im Rücken und machte keinerlei Anstalten mehr, sich zu wehren. "Es tut mir leid Sam."flüsterte er leise "Es tut mir leid."
Janet war gerade auf dem Weg in die Krankenstation, als der Alarm ertönte. Sie überlegte welches SG-Team zurückerwartet wurde, während sie kehrt machte und zum Kontrollraum ging. General Hammond begrüßte sie mit einem leichten Nicken, ehe er seinen Blick wieder auf das Stargate richtete, dessen Ereignishorizont sich gerade geöffnet hatte. SG-1 stolperte auf die Rampe. Bis dahin noch nichts Ungewöhnliches. Erst beim Anblick von Teal'c und Jack wurde der General stutzig. Die Hände des Colonels waren auf dem Rücken festgebunden und Teal'c hatte seine Stabwaffe auf ihn gerichtet. "Was ist passiert?" "Sir, Colonel O'Neill hat mich angegriffen!" General Hammond und Doktor Fraiser warfen sich ratlose Blicke zu, ehe sie den Kontrollraum mit hastigen Schritten verließen, um SG-1 in die Krankenstation zu begleiten.
Jack wurde auf eines der freien Betten gesetzt. Als Janet seine Augen ableuchten wollte, zuckte er zusammen und riss seinen Kopf zur Seite, um dem grellen Strahl auszuweichen. "Extrem lichtempfindlich." war Janets kurze Bemerkung, ehe sie fortfuhr. Nach jedem weiteren Test wurde ihr Gesicht immer blasser. Einige Untersuchungen wiederholte sie, um dann festzustellen, dass sie sich nicht geirrt hatte. Nach ihrer Behandlung stand Sam, zusammen mit Daniel und Teal'c etwas abseits und beobachtete das Treiben um den Colonel, wie Janet ständig mit dem Kopf schüttelte und einige Geräte mehrmals austauschte. Keiner wusste in diesem Moment was los war, doch alle machten sich große Sorgen. Nach intensiver Untersuchung stand Janet mit verschränkten Armen und blassem Gesicht vor Jack. Sie schüttelte immer noch mit dem Kopf, während sie den Colonel betrachte und wischte sich den Schweiß von der Stirn. "Ich weiß nicht so recht wie ich es ihnen sagen soll. Sie...naja sie..." "Werde ich sterben?" "Nein." "Gut." Janets Augen blickten Jack traurig an. Im ersten Moment konnte sie die Erleichterung in seinem Gesicht sehen. Und dann kam wieder dieser fragende, unwissende Blick, der deutlich machte, dass er verunsichert war. Sie konnte immer noch nicht glauben, was bei der Untersuchung rausgekommen war. Schon beim ersten Test war es klar gewesen, und doch konnte sie es nicht wahrhaben. Es war unmöglich, und doch schien es Tatsache zu sein. Sie suchte nach geeigneten Worten, aber gab es dafür überhaupt welche? Nach einigem hin und her beschloss sie, es ihm gerade heraus und ohne Umschweife mitten ins Gesicht zu sagen.
"Sie sind bereits tot, Colonel."
Teil 2
Es war dunkel im Zimmer. Nur der Fernseher warf ein trübes Licht in den Raum. Neben ihm stapelten sich Massen von Videos und Büchern. Jack konnte Bücher nicht ausstehen. Das war schon zu seinen Schulzeiten so gewesen und daran hatte sich bis jetzt auch nichts geändert. Also beschäftigte er sich vorerst mit den Videos. Kinofilme, Dokumentationen, eben alles, was Daniel über Vampire auftreiben konnte. Sie hatten nicht lange gebraucht, um auf diesen Verdacht zu kommen. Es wies alles darauf hin. Die Blässe in Jacks Gesicht, die Lichtempfindlichkeit, die nun mehr ausgeprägten Eckzähne, der Durst nach Blut und nicht zuletzt seine Wunde am Hals. Anfangs hatten sie Jack mit Blutkonserven versorgt, bis Janet Angst um ihren Bestand bekam und keiner mehr freiwillig spenden wollte. Jetzt hatten sie damit begonnen, ihm alle acht Stunden rote Blutkörperchen zu spritzen. Mit Erfolg. Das Verlangen verschwand, doch der Hunger blieb. Bei jeder Gelegenheit stopfte sich Jack mit irgendetwas Essbarem voll, mit dem Resultat, dass er sich danach übergeben musste. Sein Körper nahm die Nahrung nicht an. Konnte sie nicht verarbeiten. Also begnügte er sich mit Bier und Wiskey, um einigermaßen den Tag zu überstehen.
Es klopfte an der Tür. Jack reagierte nicht. Es war ihm egal, ob er allein war oder nicht. Und wenn es wichtig war, würden sie so oder so reinkommen. Er wartete eine Weile, doch nichts tat sich. Schließlich murmelte er ein "herein" und öffnete die nächste Flasche Bier. Die Tür wurde vorsichtig aufgeschoben und Sam kam zum Vorschein. Zögernd schloss sie die Tür wieder und wollte nach dem Lichtschalter greifen, als Jack sie zurückhielt. "Wissen Sie, ich hab's nicht so mit Licht." "Entschuldigung, Sir." Sie setzte sich auf einen freien Platz neben ihn und starrte zu Boden. Sie wusste nicht so recht, was sie sagen sollte. Sie hatten schon so einiges zusammen überstanden, doch diese Situation war neu. Jack war der Erste, der das Wort ergriff, um das Schweigen zu brechen, das nur durch das schallende Geräusch des Fernsehers unterbrochen wurde. "Und, wie geht es Ihnen?" "Gut, danke." "Und Ihrer Hand?" "Was?" "Keine Angst, ich habe nicht vor Sie wieder zu beißen." Wieder wurde es still im Zimmer. Irgendwie hingen sie an einem Thema fest, über das sie am liebsten nicht reden würden. An einer Wahrheit, die sich nicht ertrugen und an einer Tatsache, der sie nicht ausweichen konnten. "Und?" "Und was?" "Wie ist es, neben einem Toten zu sitzen?" "Sir, ich..." "Komisch oder?" "Ja, Sir." Jack nahm eine Flasche Bier und reichte sie zu Sam, die jedoch ablehnte. "Ich bin im Dienst." "Stimmt ja...wissen Sie, das vergisst man, wenn man den ganzen Tag rumsitzt und nichts tut." "Aber Sie tun doch etwas." "Und was?" Sam zeigte auf den Fernseher. "Sie informieren sich." "Die einzige Erkenntnis, die ich bis jetzt bekommen habe, ist, dass es wohl am sichersten wäre, wenn man das SGC mit Pfählen und Knoblauch ausstatten würde." Ein leichtes Schmunzeln machte sich in Sams Gesicht breit. Egal in welcher Situation der Colonel sich befand, sein Sarkasmus begleitete ihn. So war der Jack den sie kannte. Den sie mochte und in diesem Moment so sehr vermisste. "Darf ich Ihnen eine Frage stellen?" "Sicher Carter, nur zu." "Als Sie bei mir im Zelt waren, ich meine bevor Sie mich gebissen haben..." "Entschuldigung noch mal dafür." "Schon gut...also bevor das passiert ist, als wir uns mehr oder weniger unterhalten haben...haben Sie das ernst gemeint?" "Was?" "Das, was sie über Ihre Gefühle für mich gesagt haben." Jack löste sich von dem Fernseher und sah Sam an. Sah ihr in die großen blauen Augen, die unter ihren blonden Haaren herausstachen und ihn fixiert hatten. Er konnte aus ihnen lesen. Was sie dachte, gehört hatte und hören wollte. Was sie fühlte. Von dem einen auf den nächsten Moment riss er sich los und nahm einen großen Schluck aus seiner Flasche. "Das habe ich nur gesagt, um an ihr Blut zu kommen, Major" "Oh." "Enttäuscht?" "Nein, Sir." Sagte sie nun mit fester Stimme, während sie sich in ihrem Sitz aufbaute. "Es ist richtig so." "Wenn Sie meinen." Für Sam wurde klar, dass dieses Gespräch zu Ende war. Es verlief im Sand und hatte keinen Sinn mehr. Während der Colonel sich wieder ganz seinen Videos gewidmet hatte, richtete sie sich langsam auf und ging hinaus. Nicht ohne noch mal einen Blick auf Jack zu werfen. Sie stand wohl noch einige Minuten so da, ehe sie sich löste und den Raum verließ. Als die Tür einrastete sank Jack in seinem Sitz zusammen und warf die Flasche in die nächste Ecke. Er war nicht ganz ehrlich zu ihr gewesen, aber es war sicher besser so.
"Was machst du, Daniel Jackson?" "Ich? Ich lese." "Um O'Neill zu helfen?" "Ja." "Hast du schon etwas gefunden?" "Nein, noch nicht." Der Jaffa verweilte noch etwas neben dem jungen Wissenschaftler, bevor er sich abwandte und das Büro verließ. Daniel blätterte die restlichen Seiten durch und ließ das Buch zurück auf den Schreibtisch fallen. Er nahm seine Brille ab und rieb sich müde die Augen, als sein Blick auf ein anderes, aufgeschlagenes Buch fiel. Langsam zog er es zu sich heran und betrachtete das Bild. Auf der linken Seite standen Vampire mit schrecklich entstellten Gesichtern und gebleckten Zähnen. Auf der rechten Seite standen Menschen. Hoch in der Mitte trohnte ein Wesen mit gelben Augen, umringt von einer Schlange und darunter eine Art goldener Sarg. Daniel hatte dieses Bild noch nie gesehen. Er begann den Text darunter zu lesen, der Ursprung und Geschichte des Bildes erläuterte.
Die Toten dürsteten nach Blut. Sie brachen wie eine Seuche über die Menschheit herein und drohten diese zu vernichten. Die Lebenden waren dem Untergang geweiht, doch einem göttlichen Wesen gelang es, die Toten zu bekehren. Es brachte mit sich einen goldenen Sarg, der es vollbrachte die Wesen der Nacht zurück an den Tag zu führen, um so die Welt zu retten. Eines Tages verschwand das göttliche Wesen in seinem prächtigen Luftschiff und nahm viele Geheilte mit sich. Die Toten wurden fortan Wesen des Lichts, die kein Blut mehr rauben mussten, um zu existieren.
Daniel las sich diese Zeilen mehrmals durch und betrachtete dabei immer wieder das Bild. "Warum ist mir das nicht gleich eingefallen?!?" Er ließ einen markerschütternden Freudenschrei los und stürmte in den Gang hinaus. Mehrmals wäre er fast mit einigen Soldaten kollidiert, schaffte es aber dennoch immer im letzten Moment auszuweichen und so heil vor General Hammonds Büro anzukommen.
Janet saß an ihrem Schreibtisch. Immer wieder las sie sich ihre Aufzeichnungen durch, als Sam die Krankenstation betrat. "Was tust du?" "Ich schau mir die Ergebnisse der letzten Untersuchung an." "Von Jack?" "Von Colonel O'Neill." Janet sah ihre Freundin mit einem schemenhaften Grinsen an. "Colonel O'Neill, natürlich." Sam spürte wie die Röte in ihrem Gesicht aufstieg und setzte die Unterhaltung hastig fort, um davon abzulenken. "Unglaublich, oder?" "Ja, aber leider wahr." "Schon einen Weg gefunden, ihm zu helfen?" "Nein. Die Medizin ist noch nicht so weit, Tote wieder zum Leben zu erwecken." Sam nickte. Es war dumm gewesen anzunehmen, dass Janet etwas für ihn tun konnte. Denn wenn es eine Möglichkeit gäbe, wäre sie bekannt und Sam hätte nicht fragen müssen. "Immerhin wäre somit bestätigt, dass es Vampire gibt." "Aber das man es so herausfinden musste." "Ich mache mir solche Vorwürfe." "Was?" Janet sah ihre Freundin und Kollegin überrascht an. "Warum solltest du dir Vorwürfe machen müssen?" "Ich weiß nicht. Ich denke immer, dass es da einen Weg gab, um es zu verhindern und ich die Chance nicht genutzt habe." "Unsinn!" Der Doktor stand auf und sah Sam streng an. "Keiner ist Schuld! Und keiner hätte das verhindern können! Such die Fehler nicht immer bei dir, du kannst nichts dafür! Wichtig ist jetzt, dass wir für den Colonel da sind und versuchen, ihm zu helfen, verstanden!?!" Sam nickte. "Hier." Janet zog eine Tafel Schokolade aus ihrem Kittel und reichte sie Sam. "Ein bisschen Nervennahrung hat noch niemandem geschadet."
"97, 98, 99, 100..." Jeder Zahl folgte ein Wurf mit dem kleinen Ball in Richtung Wand. Die runde Konstruktion prallte an dem kalten Stahl ab und fand seinen Weg zurück zu seinem Werfer. Jack hatte Kopfschmerzen von dieser ständigen Fernsehschauerei bekommen. Und die Bücher würde er erst anrühren, wenn sein Leben davon abhinge. Obwohl...so konnte man das nicht sagen. Er war ja bereits tot. Das vergaß Jack hin und wieder, denn unter 'tot' stellte er sich etwas anderes vor. Tot war, wenn man mit einem Zettel am großen Zeh in der Laichenkammer lag und auf das Begräbnis wartete. Tot war, wenn alles um einen herum schwarz wurde und man das helle Licht sah. Tot war, wenn die Zeit auf Erden vorbei war. Tor war...es gab so viele Definitionen dafür, dass Jack ewig so hätte weitermachen können. Doch eines war ihm auf Anhieb klar, tot war nicht, als blutsaugendes Etwas in der Gegend herum zu rennen!
Er war wütend. Wütend über sich, über diese verdammte Mission. Er schlug den Ball mit voller Wucht gegen die Wand. Dieser prallte ab, flog gegen eine andere Wand und traf schließlich die Überwachungskamera. "Autsch." Jack zuckte zusammen und sammelte seinen Ball wieder ein, als die Tür aufgerissen wurde. Daniel und General Hammond betraten den Raum und trafen auf einen sichtlich überraschten Jack. "Hey, das mit der Kamera war keine Absicht, halb so wild. Das kriegt man doch wieder hin." "Kamera?" Daniel sah seinen Freund fragend an. Dieser ahnte, dass der plötzliche Besuch einen anderen Grund hatte und verbarg den kleinen Ball schnell hinter seinem Rücken, während er das Thema wechselte. "Okay...was gibt's?" "Colonel O'Neill." der General war vorgetreten und lächelte Jack aufmunternd an. "Wir haben soeben ein Briefing einberufen. Wir sind hier um Sie abzuholen." "Briefing?" Jack zog fragend die Augenbrauen zusammen. "Für was?" "Nun, Colonel. Dr. Jackson hat einen Weg gefunden, Ihnen zu helfen!"
"Doctor Fraiser, Doctor Jackson, Major Carter, Teal'c, Colonel O'Neill. Da wir nun vollzählig sind, können wir ja anfangen." Alle saßen gespannt auf ihren Plätzen und starrten auf die weiße Wand, die durch den Schein des Projektors erhellt wurde. Daniel war noch am sortieren seiner Aufzeichnungen, während Jack es sich in seinem Stuhl gemütlich gemacht und eine Sonnenbrille aufgesetzt hatte. Die Helligkeit brannte in seinen Augen, also versteckte er sie hinter den schwarzen Gläsern, um das Geschehen an der Wand verfolgen zu können. Daniel war aufgeregt. Seine Hände zitterten und hatten leichte Schwierigkeiten, die Folie gerade auf den Projektor zu bekommen. Er stellte das Profil größer und zeigte auf die Wand, während er sprach. "Es scheint hier vor vielen Jahren schon Vampire gegeben zu haben. Aus diesem Text lässt sich schließen, dass die Goa'uld nicht nur zu Zeiten der Ägypter, sondern auch lange Zeit später noch einmal auf der Erde waren." Daniel sprach ohne Punkt und Komma, so dass die übrigen Anwesenden Probleme hatten, ihm zu folgen. Doch dadurch ließ er sich nicht beirren, er wollte ihnen seine Entdeckung erläutern, also machte er weiter. "Ich kann nicht sagen, um welchen Goa'uld es sich hier handelt, aber Tatsache ist, dass er die Vampire heilen konnte. Ich meine, dass er aus ihnen wieder Menschen gemacht hat." "Wie hat er das angestellt?" Jack hatte sich nun gerade hingesetzt und sah Daniel fragend an. Soweit man dies durch die dunkle Sonnenbrille sehen konnte. "Das Bild." Daniel zeigte wieder auf die projizierte Folie. "Hier ist von einem goldenen Sarg die Rede. Da es sich um einen Goa'uld handelt, der ihn mitbrachte, war es wohl ein..." "Sarkophag!" vollendete Sam den Satz. "Warum sind wir nicht gleich darauf gekommen? Ein Sarkophag kann Tote wieder zum Leben erwecken! Bei Colonel O'Neill ist dieser Zustand zwar übernatürlich, doch ist es durch die physikalische Struktur und der Anatomie..." "Ich leg mich da rein und der Alptraum ist vorbei, ja!?!" Jack hatte sich nach vorne gelehnt und die Augenbrauen hochgezogen, als er Sam unterbrach. Dieses Technobabbel würde ihn eines Tages noch wahnsinnig machen. Warum hatten Wissenschaftler die Angewohnheit, alles so umständlich auszudrücken, wenn es auch einfach ging? Sam nickte. "Ja, Sir." "Na dann...worauf warten wir noch?" "Jack, ein kleines Problem gibt es da noch." "Ich wüsste nicht welches." "Wo bekommen wir einen Sarkophag her?" Jack stockte einen Augenblick. In seiner Euphorie hatte er nicht daran gedacht. Sein Blick viel auf Sam, die gleich abwehrend die Hände hob. "Die Tok'ra kommen nicht in Frage. Sie besitzen keinen Sarkophag, da sie ihn nie anwenden würden." "Na klasse!" Jack sank in seinen Stuhl zurück und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. "Jetzt, wo wir ihre Hilfe gebrauchen könnten, können sie uns nicht helfen und warum nicht? Weil der Sarkophag böse Goa'uld Technologie ist. Mein Gott, ich meine...die Tok'ra hätten doch auch Vorteile von so einem Ding! Sie hätten weniger Verluste, würden länger Leben...was soll das!?!" "Colonel, wie es aussieht, ist der Sarkophag für das aggressive Verhalten der Goa'uld verantwortlich. Wenn die Tok'ra ihn einsetzen würden, bestünde die Gefahr, dass sie wieder zu den Goa'uld überwechseln. Wir haben ja auch gesehen, was nur ein paar Sitzungen mit Daniel angestellt haben!" "Oh ja, das haben wir." Bestätigte Daniel mit leiser Stimme, während Janet das Wort ergriff. "Der Sarkophag gleicht einer Droge, die zwar eine heilende und lebensverlängernde Wirkung hat, aber auch aggressiv und abhängig macht." "Okay, okay!" Jack hob beschwichtigend die Hände und blickte in die Runde. "Ich hab's verstanden! Und was machen wir jetzt?" Alle sahen sich an. Sie dachten das gleiche, sagten es aber nicht. Es gab tatsächlich nur eine Möglichkeit, um an einen Sarkophag zu kommen. Kein sehr angenehmer Weg, doch der einzige. Daniel hatte sich auf einen freien Platz gesetzt und den Projektor abgeschaltet. Als keiner mehr etwas sagte, war er schließlich derjenige, der aussprach, was zu tun war, auch wenn es bereits alle wussten und nur nicht sagen wollten. "Wir müssen uns auf die Suche nach den Goa'ulds machen!"
Der Ereignishorizont öffnete sich. Nachdem die Fontäne durch den Raum geschossen war, hatte sie sich im innern des Rings gesammelt und strahlte ihnen entgegen. Jack ging wirres Zeug im Kopf umher. Nicht über die bevorstehende Mission, nicht über das, was jetzt wohl kommen würde. Nein, er fragte sich, ob man die Masse im Gate-Innern wohl essen konnte. Gut, sie war nicht rot, aber sie war zähflüssig und sah aus wie blauer Wackelpudding. Jack lief das Wasser im Mund zusammen. Der Hunger verwirrte seine Gedanken. Als sie die Rampe emporstiegen verweilte er noch kurz vor dem schimmernden Horizont, ehe er mit weit geöffnetem Mund hindurchtrat. 'Nichts', war das erste, was er dachte, als er auf der anderen Seite ankam. Wäre auch zu schön gewesen, endlich etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Das nächste, was ihm auffiel, waren die drei Jaffa, die wohl das Stargate bewacht hatten und sie nun mit aktivierten Stabwaffen begrüßten. Langsam legte Jack seine Waffe zu Boden, während er seinen Leuten unbemerkt Handzeichen gab. Als die Jaffa näher kamen, um sie abzuführen, riss SG-1 seine Waffen wieder hoch und feuerte auf den Feind. Die Sache ging schneller über die Bühne, als Jack gedacht hätte. Die überwältigten Männer zerrten sie in den Wald hinein. Falls weitere Wachen eintreffen würden, mussten sie nicht gleich wissen, dass Besuch eingetroffen war.
Während die anderen sich langsam durch das Unterholz kämpften, verweilte Jack noch einen Moment. Einer der Jaffa schien noch zu leben. Jack konnte den Herzschlag hören. Das Verlangen war groß, der Wille schwach und so gab er schließlich nach. Jack schaute sich noch einmal kurz um, um sicher zu gehen, dass ihn niemand beobachtete, ehe er seinen Mund aufriss und seine Zähne im Hals des Jaffa's versenkte.
Die warme Flüssigkeit, die seinen Mund füllte, gab ihm dieses erlösende, gute Gefühl. Nach jedem weiteren Schluck fühlte er sich stärker, zeigte ihm, dass etwas in ihm noch lebte. Die Welt begann sich langsam zu drehen und ein angenehmer Wind fuhr über seinen Nacken, während dieses Glücksgefühl in ihm aufstieg. Jack ließ erst von seinem Opfer ab, als kein Blut mehr floss und er nur noch das kalte, leblose Fleisch, um seine Zähne spürte. "Oh mein Gott." Er ließ sich nach hinten fallen und fuhr sich mit zitternden Händen durch die Haare. Er wischte sich den Mund ab und kramte einen kleinen Spiegel aus seiner Ausrüstung, um nachzusehen, ob das Blut weg war. Doch Jack konnte nichts sehen. Gar nichts. Nicht einmal sich selbst. Er hatte vergessen, dass er in seinem gegenwärtigen Zustand kein Spiegelbild besaß. Hastig stand er auf, um sich auf den Weg zu machen, als Sam plötzlich vor ihm stand. "Wie lange stehen Sie schon hier?" "Noch nicht so lang, Sir." "Was haben Sie ge..." Er stockte. In Sams Blick konnte er sehen, dass sie sehr wohl wußte, was er gerade getan hatte. Jack strich sich leicht verlegen über seine Uniform, als Sam ein Taschentuch aus ihrer Weste zog und vorsichtig die letzten Spuren der Mahlzeit beseitigte. Für einen Moment sahen sich beide fest in die Augen. Mit den Blicken kamen die Erinnerungen und mit den Erinnerungen kam die Angst. Sam wandte sich ab und folgte dem Rest des Teams. Wie Jack, der hoffte, dass dieser Alptraum endlich ein Ende nehmen würde. Dass er Sam wieder gegenüber stehen konnte, ohne dieses Verlangen zu spüren, das sie töten würde, ohne dass er etwas dagegen tun konnte.
Das Goa'uld Schiff lag in einem tiefen Tal, umringt von dichtem Wald. Wohin man auch sah, überall wimmelte es nur so von Jaffas. "Da kommen wir nicht so einfach vorbei." War Daniels nüchterne Erkenntnis. "Wir warten." Sam ließ ihren Rucksack zu Boden sinken und setzte sich. Ihre jetzige Position war sicher und bot einen guten Überblick. "Wie lange warten wir?" Jack machte es sich auf dem warmen Waldboden gemütlich und sah den Major fragend an. "Bis es dunkel ist." "Bringt das was?" "Colonel?" "Ich meine nur. Ich dachte immer diese Würmer könnten im dunkeln sehen, sie wissen schon...diese 'Glüh' Geschichte." Sam musste schmunzeln. "Lassen wir es darauf ankommen!" "Mir wäre es lieber, wenn wir gleich los gehen!" "Tun wir aber nicht." "Und warum nicht?" "Bei allem nötigen Respekt, Sir. General Hammond hat mir das Kommando dieser Mission zugeteilt und ich halte es für besser, wenn wir warten!" "Wenn Sie meinen..." "Was dagegen?" "Nein, nein!" Jack hob abwehrend die Hände. "Ich habe alle Zeit der Welt." Er legte sich längs auf den Boden und schloss die Augen. Vielleicht hatte Sam ja Recht. Vielleicht lag der Vorteil wirklich in der Dunkelheit. Ob Tag oder Nacht, das machte für Jack keinen Unterschied mehr. Wenigstens wäre er dann für einige Stunden die Sonnenbrille los, die ständig seine Nase herunterrutschte.
Der Tag neigte sich dem Ende zu. Die Sonne verschwand langsam hinter dem Horizont und färbte den Himmel in ein leichtes Rot. Jack hatte sich auf einem kleinen Felsen niedergelassen und betrachtete den Sonnenuntergang. Auch wenn es durch die verdunkelten Gläser der Sonnenbrille nur halb so schön war, wie gewohnt. "Wissen Sie was ich mich frage?" Sam schreckte zusammen. Sie hätte nicht gedacht, dass der Colonel ihr Kommen bemerkt hatte. Zögernd kam sie näher, während sie antwortete: "Nein, Sir." Jack streckte seinen Arm aus. "Ist noch alles dran. Nichts verbrannt, also doch nur ein Mythos, dass Vampire keine Sonne vertragen." "Anscheinend." Jack nickte. "Hätte ich auf P3Y...wie auch immer, besser aufgepasst, könnten wir uns das hier sparen." "Oder wenn ich besser aufgepasst hätte." "Sie?" "Ja, Sir." "Das scheint wohl ein Tick von uns zu sein. Wir geben uns immer die Schuld, wenn dem anderen etwas passiert ist." "Vielleicht liegt es daran, dass wir nicht nur Kollegen sind. Wir sind eher so etwas wie eine kleine Familie." "Ein Jaffa mit einem Wurm zwischen seinen Eingeweiden. Ein euphorischer Ägyptologe, dessen Lebensaufgabe darin besteht zu niesen und Steine zu suchen..." "Artefakte, Sir." "Jetzt fangen Sie auch schon so an." Beiden fuhr ein Lächeln durchs Gesicht. "Und dann noch Sie und ich. Wissen sie Carter, wir sind uns sehr ähnlich." "Sir?" "Wir leben für die Arbeit. Auch wenn Sie es ein bisschen übertreiben, aber dennoch stellen wir alles hinter diese Arbeit...ich habe mal irgendwo gelesen, dass so was ungesund sein soll. Was denken Sie?" "Wir arbeiten Tag und Nacht. Haben nur wenig Freizeit. Bringen uns oft in Lebensgefahr und haben unser Hauptnahrungsmittel auf Kaffee reduziert...ja ich denke wir leben ungesund." Jack musste lachen. Dieses Gespräch mit seinem Major war irgendwie befreiend. Er hatte sich schon lang nicht mehr so mit ihr unterhalten. Oder hatte er es überhaupt jemals? Er hatte in diesem Moment das Gefühl, er könnte ihr alles anvertrauen und doch tat er es nicht. Keine Ahnung warum. "Sagen Sie Carter, haben Sie auch sowas wie aufgestaute Gefühle, die Sie am liebsten endlich mal rauslassen würden?" "Natürlich." "Und hätten Sie die Möglichkeit dazu?" "Nein." "Jetzt haben wir wieder etwas gemeinsam, ich nämlich auch nicht." "Warum nicht?" Jack antwortete nicht. Er wollte nicht. Er konnte nicht. Es lag ihm auf der Zunge und doch verließ es nicht seinen Mund. Allein durch die Tatsache, dass dafür einer von ihnen das Militär verlassen müsste. Sein Leben komplett umstellen müsste. Die Sache wurde ihm plötzlich zu intim, obwohl er damit angefangen hatte. Nun sollte er es bereuen. Jack sah hoch zum Himmel und entdeckte die ersten Sterne, die nun ihre Plätze am Firmament eingenommen hatten und auf sie hinuntersahen. "Schön oder?" Sam war seinem Blick gefolgt und nickte stumm. Jack konnte es nicht sehen und doch wusste er, dass sie ihm zustimmte. "Als Charlie noch lebte, haben wir uns oft zusammen die Sterne angesehen." Er richtete sich langsam auf und sah Sam an, die so verloren zwischen diesen riesigen Bäumen wirkte. Er trat näher an sie heran und es sah aus, als würden sich ihre Nasenspitzen jeden Moment berühren. Sie waren sich in diesem Moment so nah und doch schien es, als stünde zwischen ihnen eine Mauer, die es erst zu überwinden galt. Vielleicht wären sie noch drübergeklettert. Vielleicht wären sie noch weiter gegangen. Jack wusste es nicht. Auf jeden Fall kam es nicht dazu, denn Daniel stand plötzlich neben ihnen und räusperte sich. Ihre Blicke trennten sich und waren nun auf den jungen Wissenschaftler gerichtet. "Ich denke, wir sollten uns bereithalten." Jack nickte und ging schweigend an Daniel vorbei. Sam folgte ihm. So stand Daniel schließlich allein da und zog die Augenbrauen fragend zusammen. Eigentlich war er nur froh, dass Jack nicht wieder zugebissen hatte. Bald würde alles wieder gut werden...hoffte er zumindest. Und damit war er nicht allein.
Das Tal wurde nun mehr von einem dämmrigen Licht erhellt, das von dem Raumschiff zu kommen schien. SG-1 hatte sich bis auf wenige hundert Meter herangepirscht und wartete auf den richtigen Moment. Falls es diesen überhaupt gab. Die Jaffa Wachen hatten sich nicht reduziert, im Gegenteil, es waren sogar noch welche hinzugekommen. "Soll ich versuchen mich durchzubeißen?" "Apophis wird nicht erfreut sein." "Teal'c, woher willst du wissen, dass es sich hier um Apophis handelt?" "Das Stirnzeichen." "Das kannst du von hier aus sehen?" "Ich habe es an den Wachen am Stargate gesehen." Jack überlegte. Er hatte nicht darauf geachtet. Langsam umkreisten sie das Schiff, verließen jedoch nicht den schützenden Wald, in dem sie sich bis jetzt vor dem Feind verstecken konnten. "Ob sie die Leichen gefunden haben?" "Vielleicht." Jack hatte sich fest auf den Boden gepreßt und beobachtete die Patrouillen, die im Abstand von zehn Metern auf und ab liefen. Es wurde langsam eng. Jack spürte, dass seine letzte Mahlzeit aufgebraucht war und er sich nicht mehr lange im Zaum halten konnte. "Geht es Ihnen gut, Colonel?" Sam hatte das leichte Zittern ihres Kollegen bemerkt und hoffte nur, dass es nicht die Reaktion auf etwas war, das sie im Moment absolut nicht gebrauchen konnten. Jack wollte ihr noch antworten, als sie hinter sich das schnappende Geräusch aktivierter Stabwaffen hörten. Langsam drehten sie sich um und stellten fest, dass sie von Apophis's Jaffa Wachen umzingelt worden waren, die zum Schlag ausholten und das Team somit auf schmerzhafte Weise in das Land der Träume schickten.
Als Jack langsam wieder zu sich kam, sah er Sams besorgtes Gesicht und spürte ihre Hand, die ihm sanft über das Haar strich. "Colonel?" "Ja?" "Wie geht es Ihnen?" "Ich fühle mich, als hätte mir jemand den Schädel eingeschlagen." "Hat nicht mehr viel gefehlt." Mühsam richtete er sich auf und sah sich in ihrer Zelle um. "Wo sind die anderen?" "Ich weiß es nicht." "Sie wissen es nicht?" "Als ich aufwachte, waren nur Sie hier." Sam setzte sich neben Jack und lehnte sich an die Wand. Es war kalt, doch Sam vermied es, die Nähe des Colonels zu suchen. Sie hatte Bedenken, dass er es falsch auffassen könnte. Es wurde wieder still. Keiner sagte mehr etwas, als Jack plötzlich aufsprang und mit voller Wucht gegen die harte Stahltür schlug. Er wollte raus, einfach nur weg. Sein Zustand wurde für Sam immer bedrohlicher und er hatte Angst die Kontrolle über sich zu verlieren.
Daniel krümmte sich vor Schmerzen auf dem Boden. Er hatte doch tatsächlich angenommen, Apophis davon überzeugen zu können, dass er ihnen half. Doch dieser dankte seine Bemühungen, mit einem Schlag einer seiner Jaffa Wachen. "Ihr Tau'ri seid so einfältig." Ein zufriedenes Grinsen machte sich in seinem Gesicht breit, als er den Jaffa den Befehl gab, den Menschen abzuführen. "Ich werde dafür sorgen, dass ihr es bereut und auch der Shol'va Teal'c wird sich nicht ewig vor mir verstecken können!"
Tief im Wald hörte man das gehetzte Keuchen eines Mannes, der aus dem Schiff fliehen konnte und sich nun auf den Weg gemacht hatte, seinen Freunden zu helfen. Er wußte, dass er gegen die Übermacht der Goa'uld nichts ausrichten konnte, daher hatte er beschlossen ins SGC zurückzukehren, um Verstärkung zu holen. Er baute darauf, dass seine Freunde so lange durchhalten würden und er hoffte, dass sich keine neuen Wachen am Stargate postiert hatten.
"Colonel, ich...was soll ich tun?" "Bleiben Sie dort, wo Sie sind!" Jack hatte sich in eine Ecke am anderen Ende der Zelle verzogen und die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Er begann hastig vor und zurück zu wiegen, ohne dabei auch nur einen Ton von sich zu geben. Sam hatte sich weitestgehend von ihrem Kollegen entfernt und beobachtete ihn. Sie wußte, was los war, und sie hatte Angst, davor, dass Jack sich nicht weiter dagegen wehren könnte, dass das Verlangen die Kontrolle erlangte und er nicht mehr aufzuhalten war, bis er bekommen hatte, was er brauchte. Sam war die einzige Person in diesem Raum, die seinen Hunger stillen konnte, jedoch ihr Leben dafür lassen müßte. Die Spritze mit den roten Blutkörperchen, hatte man ihr zusammen mit dem Rucksack weggenommen, während sie bewußtlos gewesen waren. In diesem Moment wünschte sie sich, sie hätte sie sich an den Körper getackert.
Sie musste mit ansehen, wie der Zustand des Colonels sich verschlimmerte. Wie seine Glieder sich verkrampften und ihm mit diesem Schmerz zum nachgeben zwingen wollten. "Nein, nein, nein!" Stieß er hervor und schlug sich dabei jedesmal auf den Kopf. Er schaffte es nicht, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, sich abzulenken. Er sah wieder dieses Bild vor sich, als er vor dem Feuer saß und Sam sich in den Finger geschnitten hatte. Er schmeckte wieder das warme Blut des Jaffa auf seiner Zunge und er spürte wieder dieses atemberaubend schöne Gefühl, als er seinem Verlangen nachgegeben hatte. "OH MEIN GOTT!" Er schrie es so laut, dass Sam in ihrer Ecke zusammenzuckte und dachte, ihr Herz hätte vor Schreck aufgehört zu schlagen. Dann wurde es wieder still. Jack saß nun gerade und bewegte sich nicht mehr. Sam wußte nicht, was sie davon halten sollte. Tief in ihrem Innern hoffte sie, dass der Spuk ein Ende genommen hatte, doch etwas in ihrem Kopf sagte ihr, dass dies der Anfang vom Ende war.
Sie war wie erstarrt, als Jack plötzlich vor ihr stand. Sie konnte nicht einmal schreien, als er sich zu ihr hinunter kniete und ihren Kopf zur Seite riß. Sie konnte seinen verzweifelten Gesichtsausdruck erkennen, die Tränen in seinen Augen. Auch ihr lief eine Träne über die Wange, als der Schmerz ihren Körper lähmte und alles um sie herum schwarz wurde.
Teil 3
Die Leere in ihrem Blick kroch in seinen Körper und ließ sein Herz erstarren. Er hatte es nicht gewollt. Wirklich nicht. Und er würde alles dafür geben, dies ungeschehen zu machen. Die Zeit zurückzudrehen, doch das konnte er nicht. Sein Blick verweilte auf ihrem Gesicht. Auf den blassen Lippen, den strähnigen blonden Haaren. "Das muß die Hölle sein."dachte er bei sich, denn dieser Anblick war schlimmer als alles, was er bisher erleben mußte. Es kam dem Tod seines Sohnes gleich, oder war es schlimmer? War er es nicht diesmal gewesen, der gehandelt und einem jungen Leben ein Ende bereitet hatte? Er schluckte. Was habe ich getan? Die Antwort lag neben ihm und doch fragte er nach dem Sinn, aber es gab keinen. Dieser Tod war sinnlos gewesen, wie sein eigener davor es schon war. Sams Augen hatten ihren Glanz verloren, dieses wunderschöne Blau, in dem er sich früher spiegeln konnte. Sie waren noch feucht, die Tränen glänzten noch auf ihrer Wange und begannen zu trocknen. Jack zögerte einen Moment, dann beugte er sich vor und berührte mit seinen Lippen ihre Haut. Küßte vorsichtig die salzige Flüssigkeit weg und bedeckte das weiße Gesicht mit seinen Lippen. Er hielt kurz inne und sah ihr in die Augen, die immer noch so traurig blickten, wie in dem Moment, als er über sie hergefallen war. "Es tut mir so leid." Flüsterte er leise, ehe er dem Druck auf seiner Brust nachgab und sich nach hinten schieben ließ. "Wie konntest du nur?" Sam richtete sich auf und lehnte sich gegen die Wand, ehe sie aufsprang und Jack ins Gesicht schrie. "Wie konntest du mir das antun!?!" "Ich..." Er brach ab. Sah wieder in ihre leeren Augen, die so viel Schmerz und Enttäuschung empfanden. Diese Augen, die das gesehen hatten, was bisher nicht einmal vergleichbar in ihren schlimmsten Alpträumen vorgekommen war. "Ich wollte es nicht tun." "Aber du hast es getan!" "Ich weiß." Sam wollte noch etwas erwidern. Ihm etwas ins Gesicht schreien, das ihn gebrochen, das ihm den Schmerz zurückgegeben hätte, den sie im Moment empfand. Doch sie tat es nicht, konnte es nicht. Denn sie wußte, dass er sich im Moment genauso fühlte, wie sie. Wenn nicht noch schlechter. Den Haß, den sie sich eingebildet hatte für den Colonel zu empfinden, wich und diese Kälte kroch wieder empor. Dieses Gefühl der endlosen Leere und Sinnlosigkeit.
General Hammond staunte nicht schlecht, als er Teal'c auf der Rampe erblickte. Doch irgendwie hatte er etwas in dieser Richtung geahnt. "Was ist passiert?" "Wir wurden von Apophis' Leuten gefangengenommen. Ich war der Einzige, der sich retten konnte, die anderen sind auf seinem Schiff." "Sie brauchen Verstärkung." "Das ist korrekt, General Hammond." Teal'c sagte es in seiner bekannten emotionslosen Art, dennoch wußten beide, dass es für den Rest von SG-1 nicht gut aussah. Es dauerte keine 10 Minuten, bis SG-2 und SG-7 sich im Stargateraum versammelt hatten. Alle vorbereitet auf den großen Kampf, der ihnen voraussichtlich bevorstand. "Ich wünsche ihnen viel Glück." Teal'c zog eine Augenbraue nach oben und sah den General an. "Ich denke nicht, dass Glück allein sie befreien kann." "Aber es ist sicherlich eine Hilfe." Der General lächelte leicht, als er seine Teams verabschiedete. Er konnte nur hoffen, dass alles glatt ging.
Sie saßen da und schwiegen sich an. Die ganze Zeit. Die ganzen wenigen Minuten, die ihnen wie Stunden vorgekommen waren. Jack wußte nicht, was er sagen sollte. Er wollte ihr helfen, doch er wußte nicht wie. Sam war eine Kämpfernatur, eine ungewöhnlich starke Frau, doch auch sie schien mit dieser Situation überfordert zu sein. Er wollte zu einer Erklärung ansetzen, doch Sam winkte ab. "Bitte, erzähl mir jetzt nicht wieder wie leid es dir tut. Ich kann es nicht mehr hören!" Sie erschrak über ihre eigene Aussage. Sie hatte sich noch nie so aggressiv erlebt. Ob es an dieser Vampir-Geschichte lag, oder daran, dass sie so enttäuscht worden war. Das man ihr Vertrauen mit Füßen getreten hatte. Sie wußte es nicht genau, doch alles hing miteinander zusammen. So irgendwie. "Was geht in einem vor, wenn man so etwas tut?" Jack sah langsam zu hier rüber. Er wußte nicht was sie hören wollte, was sie sich vorstellte. Hatte sie überhaupt eine Vorstellung davon? Nein. Und vielleicht war es besser so, auch wenn sie ihn dann nicht verstand, sich nicht in ihn hineinversetzen konnte. "Gar nichts." "Gar nichts?" Jack nickte. "Gar nichts." Das war's? Mehr hatte Jack nicht dazu zu sagen? Sam konnte es nicht fassen, sie hatte mehr erwartet. Viel mehr. Eine Erklärung, eine Erläuterung. Etwas, damit sie verstehen konnte, damit sie ihn verstehen konnte. Müde fuhr sie sich durchs Gesicht und erschrak über die Kälte, die sie spürte. Sie sah Jack wieder mit diesen leeren Augen an. Mit diesem verzweifelten Blick. Jack sah nicht zurück, er löste sich und starrte auf einen imaginären Punkt, irgendwo zwischen seinen Füßen. Auf einen Punkt, an dem er Sam nicht in die Augen sehen mußte. Dieser Blick sagte nichts und doch so viel und Jack hatte Angst, dass er ihn zu Grunde richten würde.
"Bitte, sachte...hey!" Daniel hatte alle Mühe bei dieser Schubserei auf den Beinen zu bleiben. Dennoch war es besser, als geschlagen zu werden. Einer der Jaffa fuchtelte hastig an der Zellentür rum und öffnete sie. Der andere stieß Daniel mit voller Wucht hinein, so dass dieser sehr unsanft landete und sich einen Aufschrei nicht verkneifen konnte. Nachdem die Jaffa wieder verschwunden waren, setzte sich Daniel langsam hin und sah sich um. "Mein Gott, bin ich froh euch..." Weiter kam er nicht. Seine Stimme versagte bei Sams Anblick. Er sah nach rechts und nach links, von einem zum anderen, immer wieder, bis es beiden sichtlich zu viel wurde und sie nahezu gleichzeitig, Daniel anhielten, endlich damit aufzuhören. "Was...Jack?" Jacks Blick hatte sich wieder auf seinen geliebten imaginären Punkt gerichtet, während er nur leicht nickte. "Ja, Daniel." Die Hände des jungen Wissenschaftlers vergruben sich in seinen Haaren und glitten bis zu seinem Nacken hinunter. Die erschreckende Erkenntnis, dass es Sam nun auch erwischt hatte, stellte sich immer weiter in den Hintergrund, als er feststellte, dass er sich nun sozusagen in der Höhle des Löwen befand. Er war nun der einzige Sterbliche in diesem Raum und kam sich vor wie die Notration. "Jack?" "Ja?" "Sam?" "Daniel?" "Nur um das gleich klarzustellen...ihr habt nicht vor in der nächsten Zeit...ich meine..." "Ich nicht." Sam betonte das Ich so deutlich wie es ging und sah Jack dabei an. Dieser wußte es. Sehr wohl sogar, doch er versuchte zu ignorieren, auch wenn der stechende Schmerz in seinem Herzen, dass zu verhindern versuchte. "Ich auch nicht, Daniel." Flüsterte er leise, ehe er sich auf der dünnen Strohschicht ausbreitete und die Augen schloß. Er wollte nichts mehr sehen, alles ignorieren, vergessen und vergeben. Sich selbst vergeben. Und auch, wenn er es nicht konnte, war es besser, als in diese Augen zu sehen, die er getötet hatte und die ihn jetzt zu vernichten drohten.
Rechte Flanke. Linke Flanke. Geradeaus. Liegen bleiben. Die Handzeichen flogen und die elf Soldaten brachten sich in Position. Die MPs fest im Anschlag und die Helme auf ihren Köpfen gepreßt warten sie auf weitere Befehle. "Gibt es bei diesem Ding einen Hintereingang?" "Nein." "Sicher?" "Ja." Colonel Makepeace nickte leicht und wendete sich dann wieder dem Geschehen im Tal zu. Bei einem direkten Angriff wären die im Moment anwesenden Wachen leicht zu überwältigen, doch es war unklar wie viele sich im Schiff befanden. Das ganze musste schnell und lautlos über die Bühne gehen, damit sie nicht die absolute Aufmerksamkeit auf sich zogen. "Na dann wollen wir mal." Der Colonel wollte die Hand heben, doch Teal'c hielt ihn fest. "Wir warten." "Was?" Makepeace sah den Jaffa erstaunt an. Was um alles in der Welt hatte er vor? Sie waren hier hergekommen, um SG-1 da raus zu holen und jetzt sollten sie hier liegen bleiben und warten? "Was soll das?" Tealc antwortete nicht, sondern warf dem Colonel einen Blick zu, der verdeutlichen sollte, dass er sich seiner Sache sicher war. Makepeace nahm dies widerwillig zur Kenntnis und tat nichts. Er vertraute dem Jaffa, ob es ihm paßte oder nicht.
Die große Tür öffnete sich und bot nun Einlaß in den prächtigen Thronsaal des Raumschiffes. Der Jaffa, der den Raum betrat, wirkte nahezu lächerlich vor dieser Kulisse. Mit festen Schritten kam er näher und ging vor seinem Gott auf die Knie, während dieser sich in seinem Thron aufbaute und fragend zu seinem Leibeigenen hinunter sah, der den Kopf gesenkt hatte und zu Boden starrte. "Mein Herr, es ist uns nicht gelungen den Verräter Teal'c zu finden. Es scheint, als wäre er wie vom Erdboden verschluckt." "Lächerlich!" Donnerte Apophis hinunter und man konnte die Wut erkennen, die sich in seinem Gesicht abzeichnete. "Er kann nicht so einfach verschwunden sein!" "Mein Herr, wir konnten ihn nicht finden." "Du meinst, ihr wolltet ihn nicht finden!" "Mein Herr?" Der junge Mann sah seinen Gott mit großen Augen an und es schien, als wäre er noch kleiner geworden, im Vergleich zu der Größe des Raumes. "Es erbost mich zutiefst zu sehen, dass sich weitere Verräter unter meinen Reihen befinden!" Seine Hand schnellte durch die Luft und gab den Wachen den Befehl zu handeln. Diese stürmten sofort auf den verstörten Jaffa zu und rissen ihn in die Höhe. "Ihr wißt, was zu tun ist." Apophis wendete sich von dem Geschehen ab und ignorierte die verzweifelten Angstschreie des jungen Mannes. Er streifte das glänzende Handmodul über seine Hand und strich nahezu liebevoll über die orangene Halbkugel, die aus der Mitte ragte. "Es ist nur eine Frage der Zeit, dann werde ich auch dich bekommen Shova. Ich habe deine Freunde und du würdest sie nicht im Stich lassen." Ein höhnisches Lachen erfüllte den Raum, so dass man es auf den Gängen hören konnte und alle Jaffa innerlich zusammenzucken ließ.
Es war ein seltsames Bild, das die drei Gefangenen einem boten. Jeder hatte sich in einen anderen Teil der Zelle verzogen. Alle hatten Angst dem anderen zu nahe zu kommen, da sie nicht wußten, was passieren würde. Daniel traf es wohl am Schlimmsten. Jede Sekunde hoffte er, dass seine Freunde nicht auf ihn losgehen würden. Jede Sekunde fürchtete er um sein Leben, da er wußte, dass Sam und Jack irgendwann die Kontrolle verlieren und über ihn herfallen könnten. Die anderen hatten ein ganz anderes Problem. Jetzt wo beide das gleiche Schicksal teilten, erfüllte eine ungewöhnlich starke Spannung den Raum. Die Anziehungskraft war enorm und sie wußten nicht, was geschehen würde, wenn sie nachgaben. Für einige Momente kam es ihnen vor, als wären sie allein, als bestünde die Welt nur noch aus ihnen. Und um so stärker dieses Gefühl wurde, desto fester preßten sie sich in ihre Ecken. Versuchten sich abzulenken, immer darauf bedacht, Daniel zu ignorieren, um diese Gedanken abzuschütteln, diesen Drang, der zwar für einige Zeit befriedigt war, jedoch im Angesicht des bestehenden Angebots, Verlangen auslöste. Sie durften es nicht tun. Keiner von beiden. Nicht auch noch Daniel. Der junge Wissenschaftler beobachtete seine Freunde still. Die Sache begann langsam seinen Horizont zu übersteigen. Alle zehn Minuten schickte er ein Stoßgebet zum Himmel, dass die Wachen ihn holen und wieder zu Apophis bringen würden. Alles war im Moment besser, als an diesem Ort gefangen zu sein. Sein Blick fiel auf Sam. Auf ihr weißes Gesicht. Wie eine zerbrechliche Porzellanpuppe und doch so Furcht einflößend. Die leblosen Augen, der blutrote Mund, die spitzen Eckzähne, die er dahinter vermutete. Sie hatten sich beide so verändert und was noch schlimmer war, er hatte Angst vor ihnen, vor seinen besten Freunden. Sie waren keine wirklichen Menschen mehr, Unsterbliche, lebende Tote, Monster. Und sie waren gefährlich. Apophis wußte es doch. Zumindest Jacks Veränderung. Warum hatte er ihn hierher zurückbringen lassen? Wollte er, dass sie so wurden? Mit Sam war es nun schon geschehen und auch er würde bald ein Opfer ihrer Gier werden, der sie sich nicht widersetzen konnten.
Metallisch klingende Schritte hallten auf den Gängen wider. Die Tür wurde aufgerissen und zwei Männer kamen in den Raum. Der junge Wissenschaftler traute seinen Augen nicht. Mögen seine Gebete wirklich erhört worden sein? Er wußte es nicht, denn die Jaffa sagten zunächst nichts, sondern standen nur schweigend mitten in der Zelle und sahen sich um. Wieder traf ihn ihr Blick und diesmal sprach er Bände. Er verdeutlichte, was in diesem Moment in Sam vor sich ging. Was sie dachte, dass sie sich fürchtete und ekelte. Nicht vor ihm, sondern vor sich selbst. Vor dem, was sie gleich tun würde, ohne es zu wollen. Ihm ging es nicht anders, aber er versuchte es zu verdrängen. Doch das andere Ich war stärker, so wie die ganze Zeit zuvor. Wie hätte es auch anders sein sollen? Innerlich weinte sie, das wußte er und er litt mit ihr. Wie in Trance erhob sie sich langsam und trat auf die Wachen zu. Diese schienen keine Bedrohung in der blonden Frau zu sehen. "Großer Fehler."dachte Jack noch bei sich, als er ebenfalls aufstand, um ihr beizustehen. Erst jetzt reagierten die Wachen, doch da war es schon zu spät. Mit einer ungeahnten Kraft wurden sie zu Boden gedrückt und waren starr vor Schreck, als der Schmerz durch ihren Körper fuhr. Sam ging wirres Zeug im Kopf umher. Den Blick immer noch fest auf Jack gerichtet, kniete sie da und versenkte ihre Zähne im Hals des Jaffa. Sie konnte nicht glauben, was sie da gerade tat. Konnte es nicht verstehen, aber auch nicht aufhalten. Ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr, als dieses wunderbare, beruhigende Gefühl in ihr Aufstieg. Jack erwiderte den Blick. Sie verstand ihn nun, das konnte er deutlich erkennen. Sie spürte keine Enttäuschung mehr, keine Wut, jedoch Trauer. In ihm zog sich alles zusammen. Er hätte nie gedacht, dass es einmal so weit kommen würde. Dass er Sam dasselbe antun würde, was ihm wiederfahren war. Und es tat ihm weh, so unendlich weh, das mit ansehen zu müssen.
"Tealc?" "Nein,"Colonel Makepeace. "Woher willst du wissen, was ich eben sagen wollte?" Tealc zog eine Augenbraue nach oben, neigte den Kopf leicht und sah langsam zu dem Colonel rüber, der mit dem Rücken auf dem Boden lag und die Arme hinter dem Kopf verschränkt hatte. "Weil du die ganze Zeit dasselbe fragst." "Oh." Makepeace wippte mit den Füßen und betrachtete den Sternenhimmel. Sie lagen nun schon gute drei Stunden auf der Lauer und warteten darauf, zuzuschlagen. Doch Makepeace hatte noch keinen Befehl zum Angriff gegeben. Er wartete auf Teal'c, der sich in der ganzen Zeit, die sie nun hier waren, nicht vom Fleck bewegt hatte und stumm in das Tal blickte.
Die Anzahl der Gänge waren enorm. Daniel hatte keine Ahnung, in welcher Richtung der Thronsaal lag. Er folgte einfach seinen Freunden, die zielstrebig durch die Korridore schlichen. Bisher konnten sie den Wachen aus dem Weg gehen, doch auch wenn sie vereinzelt auf einen gestoßen wären, hätten sie keine Probleme gehabt, diesen zu überwältigen. Der junge Wissenschaftler drehte sich immer wieder um, um sicher zu gehen, dass sich ihnen niemand von hinten näherte. Ein Fehler, denn als er seine Aufmerksamkeit wieder dem Geschehen vor sich widmete, stand er vor drei abzweigenden Gängen. Und das Schlimmste daran war, er konnte Sam und Jack nicht mehr sehen.
"Jack?" "Mh?" "Daniel ist weg." "Er ist WAS?" Jack hatte sich umgedreht und ließ seinen Blick durch den Gang schweifen. "Wo zum Teufel ist er hin?" Die junge Frau zuckte nur mit den Schultern und drehte sich nun ebenfalls in die Richtung, von der sie gekommen waren. "Wir müssen ihn suchen." "Wie ich das hasse..." Er schreckte zusammen, als er die Schritte mehrerer Jaffa wahrnahm. Sie kamen aus der anderen Richtung und näherten sich schnell. Sofort hatte er nach Sam gegriffen und sie hinter eine Zweitwand gezogen. Ihren Körper an seinen gepreßt, Nasenspitze an Nasenspitze verharrten sie in ihrem Versteck. Und auch, als die Wachen sich wieder entfernt hatten, rührten sie sich nicht vom Fleck. Auf einmal war sie wieder da, diese Anziehungskraft und noch ehe sie registrierten, was geschah, hatten sich ihre Lippen fest aufeinander gepreßt und ihre Arme den Körper des anderen umschlungen.
"Jack? Sam?" Es kam keine Antwort. Daniel war sich nun endgültig sicher, sich in diesem verdammten Schiff verlaufen zu haben. Alles sah gleich aus. Jeder Gang schien derselbe zu sein und war wohl doch ein anderer. "Das kann ja heiter werden." Murmelte er vor sich hin, als er vor einer Abzweigung stand. Der eine Weg führte nach links, der andere nach rechts, aber welcher war jetzt der richtige?
Ihre Küsse wurden immer heftiger, die Leidenschaft schien sie zu übermannen und machte jeden Versuch sich zu trennen, unmöglich. Wie im Fieber zerrten sie an ihren Kleidern und strichen sich über die nackte Haut, die sich darunter auftat. Jack hatte Sam zu Boden gerissen und unter sich begraben. Seine Küsse bedeckten ihren erhitzten Körper und glitten über ihre Brüste, ihren Bauch, bis hin zu ihren Lenden. Keiner von beiden konnten einen klaren Gedanken fassen, beide mussten den Gefühlen nachgeben, die so anders waren, als alles, was sie in ihrer gemeinsamen Zwangslage bisher erlebt hatten. Diesem Gefühl, das sie um den Verstand brachte und ihre Sinne verrückt spielen ließ.
Ein paar mal hatte er schon darüber nachgedacht, sich irgendwo hinzusetzen und zu warten, bis man ihn fand. Er irrte nun schon eine halbe Ewigkeit durch dieses Schiff und hatte seine Leute noch immer nicht gefunden, geschweige denn den Thronsaal. Es war wie verhext und Daniel hatte das Gefühl, als würde ihm alle aus dem Weg gehen, ohne es zu Wissen. Gelangweilt schlenderte er weiter, als er leise Geräusche hinter einer der Wände hörte. Langsam tastete er sich vorwärts, bis er eine Zwischenwand entdeckte. Er schlich sich um die Ecke und hätte beim Anblick, der sich ihm bot, fast laut losgeschrien. Für einige Sekunden stand er nur da und sagte nichts. Die Worte lagen ihm auf der Zunge, verließen jedoch nicht seinen Mund.
Sam und Jack lagen wild ringend am Boden. Feine Blutsträhnen bedeckten sie und flossen über die bebenden Körper. Dort, wo Schweiß und Blut sich mischten bissen sie erneut zu, hörten den leisen Schmerzensschrei des anderen und fuhren fort. Sam hatte ihre Fingernägel in Jacks Rücken gekrallt und ließ zu, dass sie sich langsam in das weiche Fleisch bohrten. Mit einem Ruck riß sie dünne, aber tiefe Striemen in den Körper des Mannes und jauchzte dabei jedesmal befriedigt auf. Von ihren Lippen tropfte Blut, bahnte sich seinen Weg über das Kinn, um sich dann auf dem erhitzten Körpern niederzulassen. Für Daniel glich es einem Kampf ums nackte Überleben, das, was für seine Freunde ein Liebesspiel war, ohne Rücksicht auf Verluste. Er ging einige Schritte zurück und trat um die Ecke. Sie hatten ihn nicht bemerkt und vielleicht war es auch besser so. Seine Freunde waren in einen Blutrausch verfallen und er wußte nicht, was sie tun würden, wenn sie ihn entdecken.
Es war verrückt, nein, es war Wahnsinn. Überall diese Schmerzen, das brennende Gefühl auf seiner Haut, in seinem Körper. Und schon wieder tat er ihr weh, doch diesmal schien es ihr zu gefallen, so wie ihm. Überall das klebrige Blut, der Geruch ihres Schweißes, der wie feiner Nebel über ihnen lag. Immer wieder die leisen Schreie, die Attacken und wieder Schmerzen.
Er konnte später nicht mehr sagen, wie lange er dort gesessen und darauf gewartet hatte, was passieren würde. Er wußte nur, dass es sehr lange gewesen war. Jack war irgendwann neben ihn getreten und folgte seinem Blick auf die gegenüberliegende Wand. Daniel sagte nichts, fand keine Worte, für das, was er gesehen hatte. Jack wußte das. Er hatte die Anwesenheit eines Dritten gespürt und es doch nicht geschafft, sich von Sam loszureißen. Wahrscheinlich hätten sie nie aufgehört, wenn die Schmerzen nicht so unerträglich geworden wären. Auch Tote schienen noch ihre Grenzen zu haben, selbst wenn sie viel weiter gesteckt waren, als bei einem normalen Menschen.
Erst jetzt wurde Daniel bewußt, welche weiteren Veränderungen aufgetreten waren. Okay, sie waren Monster vor denen er sich fürchtete und sie würden ihn höchstwahrscheinlich bald töten, wenn sie nicht rechtzeitig zum Sarkophag kamen, aber da war noch was. Macht. Sie waren mit ungeahnten Kräften ausgestattet worden. Weitaus stärker als alles andere, was er kannte. Sie hatten die Möglichkeit, sich dauerhaft gegen jeden Goa'uld zu behaupten und das zu zweit. Ein Vorteil, aber zu welchem Preis? Ein Leben, als unwirkliche Kreatur, ständig auf Nahrungssuche, mordend. Daniel stand auf zwei Seiten. Einerseits wollte er seine Freunde zurück. Den Jack und die Sam, die er einmal kennengelernt hatte. Andererseits bildeten sie nun eine perfekte Vernichtungsmaschine gegen die Goa'uld.
Leise schlichen sie um die Ecke und sahen sich um. Keine Jaffa, das hatten sie nicht erwartet. Jack wagte sich in den Thronsaal hinein und stellte fest, dass sie allein waren. Das einzige, was er sah, war der Sarkophag, der am Ende des Saales stand und ihnen entgegenstrahlte. "Na dann wollen wir mal." Mit einem kurzen Handgriff hatte Sam die goldene Konstruktion aktiviert, die nun langsam, ihre Flügelartigen klappen öffnete und ihr Einlaß gewährte. Sie zögerte. Sah Jack hilfesuchend an. Beiden schoss wohl in diesem Moment dasselbe durch den Kopf.
Der junge Wissenschaftler stand etwas abseits und beobachtete. Er war sich nicht sicher, was er davon halten sollte, doch es war ersichtlich, dass seine Freunde im Zwiespalt ihrer Gefühle standen. Nur noch ein Schritt. Nur noch wenige Augenblicke und sie würden wieder die werden, die sie einmal waren. Menschen. Ganz normale Menschen, mit ganz normalen Gefühlen, ganz normalen Kraftreserven. Schwach im Vergleich zu diesem Moment. Und wieder hatte Daniel Angst. Für ihre Ziele neue Opfer akzeptieren zu müssen. Der Preis war hoch und keiner war sich sicher, ob er ihn bezahlen wollte. Würden sie dann jemals wieder ins SGC zurückkehren können? Sie waren eine Bedrohung für jeden Menschen und er wußte, dass er es niemals lebend zurück in die Basis schaffen würde. Die ankommenden Wachen hatten ihm unabsichtlich noch eine Schonfrist zugeteilt. Doch auch die würde bald vorbei sein.
Jack hatte es abgewogen. Vorteil und Nachteil. Immer wieder. Die ganze Zeit. Und er war zu einem Entschluss gekommen. Er war für das Leben seiner Leute verantwortlich, und um dieses würde er sich gefälligst auch kümmern. Auch wenn er sich fast an seine Fähigkeiten gewöhnt und daran gefallen gefunden hatte. Bevor sich Sam wieder abgewandt hatte, hatte Jack sie umarmt und ihr einen Kuß auf die Lippen gedrückt. Er hätte ewig so weitermachen können, doch er wußte auch, dass sie dazu keine Zeit hatten. Er stieß Sam wieder von sich weg und hievte sie mit einem Ruck in den Sarkophag, der sich bald darauf schloß.
Der Colonel hatte die Arme am Rande des Gebildes abgestützt und sein Gesicht in seinen Händen vergraben. Er dachte daran, was sie auf dieser gemeinsamen Mission alles erlebt hatten. An die Momente, an denen er sich aufgegeben hatte, an die Momente voller Trauer und Enttäuschung und an die Momente, an denen er seinen Körper für sich bestimmen ließ. Er hätte gern verstanden, was er alles getan hatte. Was sie getan hatten. Doch auf eine Antwort auf seine Fragen würde er wohl vergebens warten. Er würde das Geheimnis ihres Daseins wohl nie herausfinden, und vielleicht war es auch besser so. Ein Ruck fuhr durch seinen Körper. Sofort hatte er einen Satz nach hinten gemacht, als sich der Sarkophag wieder öffnete und Sam herauskletterte. Langsam tastete sie ihr Gesicht ab, um festzustellen ob es funktioniert hatte. Jack wußte es auch so. Sie waren wieder da. Diese glänzenden, blauen Augen, in denen er sich früher spiegeln konnte. Und er würde es bald wieder können, denn jetzt war er an der Reihe in sein altes Leben zurückzukehren, wenn er es auch mit gemischten Gefühlen tat. Er nickte seinen Freunden noch einmal aufmunternd zu, ehe er in die Goa'uld Technologie stieg.
Ein Lächeln fuhr durch Daniels Gesicht. Dennoch zögerte er, als Sam auf ihn zu trat und die Hände auf seine Schultern legte. "Alles wieder in Ordnung." Antwortete sie auf seine unausgesprochene Frage und legte die Arme um ihn. Der junge Mann erwiderte diese Geste. Es schien doch noch Wunder zu geben. Er hatte sich umsonst Sorgen gemacht, alles kam wieder ins Gleichgewicht, der Alptraum war zu Ende.
"Wie rührend." Die Augen des Goa'uld glühten und die orangene Halbkugel blitzte auf, als er sie den beiden entgegenhielt. Sein Plan war gescheitert, Teal'c war nicht aufgetaucht, doch das hinderte ihn nicht daran, dem Leben seiner versammelten Feinde ein Ende zu setzten. Die Waffe nun auf Sam gerichtet, wurde der Energiestoß freigesetzt und schnellte durch den Raum. Noch ehe der Major regieren konnte, hatte Daniel sie zur Seite gestoßen und wurde von der Kraft des Handmoduls gegen die Wand geschleudert. "Daniel!" Sam wollte nach ihm sehen, als Apophis höhnisch zu lachen begann. "Du bist die Nächste!" Wetterte er in den Raum, als Jack sich aus dem Sarkophag erhob. Die blonde Frau drehte sich irritiert zu ihm um. Er war doch gerade erst hinein gegangen, wie konnte das sein? Er sprang aus der Technologie und trat neben Sam, die ihn immer noch verstört musterte. "Jack." Flüsterte sie leise, als sie begriff, dass der Sarkophag noch keine Gelegenheit zur Heilung bekommen hatte. Er erwiderte ihren Blick. Ihm war klar, was er da gerade getan hatte, aber was hätte er denn sonst tun sollen? Seelenruhig zu sehen, wie seine Freunde starben? Wer war er denn, dass er über ihr Leben entscheiden durfte? Außerdem hatte er in diesem Zustand einen Vorteil. Seine übernatürliche Kraft, die ihm helfen würde, Sam und Daniel zu retten. Danach würde er immer noch die Gelegenheit bekommen, wieder ein Mensch zu werden, ganz bestimmt! Seine Augen blitzten gefährlich auf, als er mit einer ungeahnten Geschwindigkeit auf den falschen Gott zu raste. Der sah nur noch, wie die wenigen Leibeigenen, die ihn begleitet hatten, zu Boden gingen und er gegen die harte Wand gepreßt wurde. Die Hände, die sich um seinen Hals gelegt hatten, schnürten ihm die Kehle zu und machten es ihm fast unmöglich, zu atmen. Seine Augen weiteten sich unter diesem Griff, was Jack erfreut belächelte. So gefiel es ihm. Apophis in seiner Hand, jetzt konnte er mit ihm machen, was er wollte. Ihn töten, oder auf die barbarischde Weise foltern. Er hatte die Macht und dieses Gefühl gefiel ihm von Minute zu Minute besser. "Na, wie gefällt dir das?" Spottete er gehässig und ließ ihn unter seinem nahezu vereisten Blick zusammenzucken. "Das Leiden steht dir, du solltest dich sehen!" Er riß ihn in die Höhe und sah zu, wie die Füße des Goa'uld haltlos in der Luft baumelten und sein Gesicht eine leicht bläuliche Färbung bekam. "Das ist dein Ende." Zischte er noch, ehe er seine gesamte Energie in seine Hände fahren ließ und Apophis' Lunge zerquetschte. Dieser versuchte noch verzweifelt sich zu befreien, musste jedoch feststellen, dass er diesem Wesen unterlegen war. Und so verschwand das Licht in seinen Augen, wie seine Selbstsicherheit zuvor. Nur noch einmal schaffte er es, die Hand zu heben und einen erneuten Energiestoß des Handmoduls freizusetzen. Jack hatte sich zu sehr auf die Vernichtung des Schlangenkopfes konzentriert, so dass er zu spät reagierte. Mit dem Tod von Apophis wurde auch seiner besiegelt. Energieblitzte zuckten über die Materie des Sarkophags und ließen nur eine verschmorte, dampfende Ansicht dessen zurück. Jack löste seinen Griff und ließ den falschen Gott zu Boden krachen.
Ihm war unklar, wie das passieren konnte. "Jetzt ist alles vorbei,"schoß es Jack durch den Kopf, als er rekonstruierte, was gerade vorgefallen war. Verzweiflung machte sich in ihm breit und befiel seinen Körper wie eine Krankheit, die ihn zugrunde richten wollte. Immer noch das weiße Gesicht. Immer noch die kalten, leeren Augen. Immer noch ein Monster.
Der Lärm hatte einige Wachen angelockt, wohl so ziemlich alle, die sich noch im Raumschiff befanden. Mit aktivierten Stabwaffen kamen sie hinein gestürmt und bedrohten SG-1, das nun keine Möglichkeit mehr zur Flucht hatte. Selbst Jack wurde mit dieser Menge nicht fertig und musste sich widerwillig beugen. "Sie werden uns töten. Wenigstens sterbe ich nicht durch die Hand meines besten Freundes," schoss es Daniel noch durch den Kopf, doch so weit kam es nicht. Daniel hörte das laute Knattern von Maschinengewehren, das durch den Raum schallte. Ein heilloses durcheinander von MP Kugeln und Energiebällen flog durch die Luft, die immer dünner zu werden schien und den Sauerstoff von sich stieß. Jemand griff nach ihm und zog ihn in die Höhe. Er konnte nicht sehen wer es war. Dichter Nebel hatte sich vor seinem inneren Auge gesammelt, doch er spürte, dass es Jack sein musste. Anders hätte er sich die plötzlich auftretende Kälte nicht erklären können.
Im Schutz der Menge flüchteten Jack, Sam und der von ihm geschulterte Daniel hinaus in die Dunkelheit, die sie zu verschlucken schien. Die anderen folgten, wenn auch langsamer. Sam schaffte es kaum, mit dem Colonel Schritt zu halten und stoppte, als sie weit genug von Apophis' Raumschiff weg waren und sie bemerkte, das ihnen niemand folgte. "Warum hast du das getan?" Jack antwortete nicht, sondern blieb ebenfalls stehen und sah in die Richtung, in der das Stargate lag. Er konnte Makepeace und seine Leute hören. Sie waren noch weit weg, doch für seine Ohren nah genug. "Wir sollten das Stargate aktivieren, die anderen sind auch gleich da." "Warum, Jack?" Wiederholte sie nun fordernder, während sie zu ihm aufholte. Doch er antwortete wieder nicht und ging weiter, langsamer, zögernder, aber er ging und vermied es Sam dabei anzusehen. Doch ihre Blicke durchbohrten ihn und ließen sich nicht ignorieren. Schließlich gab er es auf, alle Kräfte der Welt kamen nicht gegen eine Samantha Carter an, die ihn verzweifelt musterte und den Tränen nahe stand. "Er hätte euch getötet." Flüsterte er leise. "Euer Leben ist wertvoller als meines. Wir werden wieder einen Weg finden, wir dürfen nur nicht aufgeben." "Bist du dir da so sicher?" Sie sah zu, wie er das Stargate aktivierte und sich nach den anderen umsah, die nun langsam aus dem Tal kamen und atemlos den Hügel erklimmten. "Noch ist nicht aller Tage Abend." Erwiderte er und sah zum Horizont, wo sich die Sonne in einem warmen Rot, ihren Weg zum Himmel bahnte.
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