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Heimlichkeiten

© by Ratgirl ()

 

Disclaimer: Die Charaktere dieser Story gehören nicht mir, sondern sind Eigentum von Chris Charter.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der AkteX-Sektion

 
9:03 p. m. J. Edgar Hoover Building

 

Mulder freute sich schon auf seinen wohlverdienten Feierabend. Den ganzen Tag hatte er damit verbracht, der Spur eines angeblichen UFO-Absturzes nachzugehen. Es gab zwar mehrere Zeugen, deren Aussagen waren jedoch sehr widersprüchlich und sie brachten ihn bei seinen Nachforschungen nicht wirklich weiter. Am meisten ärgerte er sich jedoch über Scullys Haltung gegenüber diesem Fall. Er war es zwar gewohnt, dass er mit seinen Theorien bei ihr auf taube Ohren stieß, aber in letzter Zeit schien sie das alles noch weniger zu interessieren. In den letzten Tagen konnte sie es kaum noch erwarten, endlich das Büro verlassen zu können. Ob sie wohl einen neuen Freund hatte, von dem Mulder nichts wusste? Oder noch schlimmer, sie hatte endgültig die Lust an ihrer gemeinsamen Arbeit verloren? Obwohl er über die erste Variante genauso wenig erfreut wäre, wie über die Zweite, schob er seine negativen Gedanken beiseite und verstaute seine Unterlagen in seinem Schreibtisch. Nach diesem anstrengenden Arbeitstag wollte er nur noch nach Hause und sich eines seiner Videos ansehen.

Scully war schon vor einer Stunde gegangen, also hielt ihn in nichts mehr in seinem Büro davon ab, es zu verlassen. Gerade als er den Fahrstuhl anhielt, fiel ihm plötzlich ein, dass er Skinner noch über die bisherigen Ermittlungserfolge aufklären sollte. Ob er sich noch im Gebäude befand? Bestimmt, denn andernfalls wäre er sicher noch persönlich bei ihm vorbeigekommen und sich genauestens über seinen Fall zu informieren. Skinners Sekretärin hatte auch schon längst ihre Arbeit für den heutigen Tag beendet. Gerade als Mulder an Skinners Bürotür anklopfen wollte, ging die Tür auf und heraus kam... "Scully?! Ich dachte sie wären schon vor einer Stunde nach Hause gegangen?" "Mulder, haben Sie mich erschreckt! Ich, tja, also die Sache ist die", stammelte Scully und schwenkte ihren Blick durch den Raum während sie angestrengt nach einer Erklärung suchte, und während sie ihm den Eindruck vermittelte etwas verbergen zu wollen, fragte sie ihn, wohl hauptsächlich um ihn von ihrer Situation ablenken zu wollen, "Und was machen Sie eigentlich noch hier?".

"Kann ich Ihnen bei irgendetwas behilflich sein Agent Mulder?" drang Skinners Stimme an sein Ohr. "Ich wollte Sie nur über den letzten Stand der Ermittlungen aufklären und habe mich nur gewundert Agent Scully hier anzutreffen", antwortete Mulder in der Hoffnung nun endlich die Wahrheit zu erfahren. Skinner unterbrach die Sekunden der Stille, die in Mulders Augen eine Ewigkeit gedauert hatten, "Ich habe Agent Scully gebeten, mich ausnahmsweise ohne Sie aufzusuchen um den Fall von seiner wissenschaftlichen Seite zu betrachten." Mulder fand die Ausrede mehr als billig, das hätten Scully und Skinner mit ihm besprechen können, auch wenn er sicherlich anderer Meinung gewesen wäre. Bis jetzt hatten sie ihre Untersuchungsergebnisse auch immer gemeinsam ihrem Chef vorgetragen, warum sollte sich das auf einmal geändert haben, ohne sein Wissen? Schließlich arbeiteten sie ja auch gemeinsam an dem Fall. Oder hatte Skinner vor, ihn von dieser Sache abzuziehen weil er nicht an seine phantastischen Geschichten glaubte? Nein, Mulder verstand die Welt nicht mehr, all die Heimlichkeiten in letzter Zeit machten ihm mehr zu schaffen als er sich eingestehen wollte. "Ja wenn das so ist, dann werden Sie meine Version ja ohnehin nicht mehr so interessant finden.", sprach Mulder in einem leicht verärgerten Ton und schritt den Gang entlang in Richtung Fahrstuhl. "Mulder, warten Sie", schrie Scully ihm nach, doch Mulder hatte keine Lust sich weitere Lügen anzuhören, trat in den Fahrstuhl und sah zu wie sich die Türe vor Scullys Nase schloss. Er machte keinen Anstalten den Fahrstuhl anzuhalten.

 

 
6:02 a.m. Mulders Appartement

 

Vielleicht sollte er schön langsam aufstehen - um ausnahmsweise einmal pünktlich im Büro zu sein. Aber eigentlich hatte er überhaupt keine Lust sich wieder den ganzen Tag die Lügen seiner Partnerin und seinem Vorgesetzten anhören zu müssen. Was zum Teufel verbargen sie nur vor ihm? Schließlich versuchte er seine negativen Gedanken beiseite zu schieben und verordnete sich selbst eine eiskalte Dusche. Danach würde er sicher wieder klarer denken können. Zeit für ein Frühstück nahm er sich keine mehr, er hatte neuen Mut gefasst, redete sich ein, dass es sich hierbei nur um ein Missverständnis handelt, und konnte es kaum noch erwarten an seinem Arbeitsplatz zu sein.

 

 
8:32 J. Edgar Hoover Building

 

"Guten Morgen Mulder, haben Sie gut geschlafen?" begrüßte Scully ihren Partner. Sie schenkte ihm eines ihrer bezauberndsten Lächeln und versuchte zur gewohnten Tagesordnung überzugehen. Offensichtlich war sie der Meinung, dass sie Mulder keine Rechenschaft darüber schuldig war, was gestern vorgefallen war. Aber Mulder wollte sie nicht so einfach davonkommen lassen. "Nun, wie steht es mit Ihrer wissenschaftlichen Erklärung für den UFO-Absturz? Ich würde auch sehr gerne Ihren Bericht dazu lesen." "Welchen Bericht?", fragte Scully verwundert. "Ich spreche von dem Bericht den Sie gestern Abend Skinner vorbeigebracht hatten. "Ach den, ich, ja, den müsste Skinner noch haben...", stotterte Scully. Während sie sprach wurde Sie immer nervöser und versuchte wie gestern den Blickkontakt zu vermeiden. Sie drehte Mulder den Rücken zu, und tat so, als ob sie das ominöse Schriftstück auf seinem Schreibtisch suchen würde. Dabei stieß sie einen Stapel Akten von um, welcher von nun an den Boden zierte. "Shit", ertönte es aus Scullys Mund. Mulder dachte sich verhört zu haben, konnte es wirklich sein, dass sich dieses Wort im Wortschatz von Scully befand? "Entschuldigen Sie Mulder, das ist heute wohl nicht mein Tag", seufzte Scully und wollte sich auf den Boden knien um die Akten aufzuheben. "Warten Sie, ich mache das schon." sagte Mulder während er um den Schreibtisch herumging und den Sessel beiseite schob um mehr Platz zu haben. Gerade als seine Knie den Boden berührten ging die Tür auf. "Scully, gut dass ich sie hier noch treffe bevor Mulder auftaucht. Sie haben das hier gestern Abend bei mir liegen gelassen" flüsterte Skinner und schwenkte ein kleines Päckchen vor Scullys Nase herum. Mulder glaubte nicht, was er soeben gehört hatte. Nein, es konnte einfach nicht wahr sein. Gut, er wusste dass die beiden etwas zu verbergen hatten, aber doch nicht dass sie ein Verhältnis miteinander hatten. Wenn Scully schon eine Liebesbeziehung mit einem Kollegen anfangen würde, dann wäre wohl er ihre erste Wahl gewesen. Dachte er zumindest. Doch so kann man sich täuschen.

Mulder stand auf und verließ wortlos sein Büro. Scullys und Skinners Blicke trafen sich, keiner brachte ein Wort heraus. "Das tut mir leid, ich wusste nicht dass Agent Mulder schon hier war." versuchte Skinner die Stille zu durchbrechen. "Schön langsam mache ich mich wirklich Sorgen um ihn, es bedrückt ihn, dass wir Heimlichkeiten vor ihm haben", erwiderte Scully, "Ich glaube lange können wir die Sache nicht mehr geheim halten". "Es ist doch nur mehr bis heute Abend, glauben Sie, Sie halten das durch?" "Mir bleibt wohl nichts anderes übrig. O.K. abgemacht, ich fürchte Mulder wird sich heute sowieso nicht mehr hier blicken lassen."

 

 
18:59 Mulders Auto, das vor Scullys Appartement parkt

 

Mulder war den ganzen Tag ziellos umhergefahren. Schließlich hatte er es satt, er konnte nicht länger mit der Gewissheit leben, dass die Frau die er liebte mit seinem Chef liiert war. Er hatte sich fest vorgenommen Scully seine Liebe zu gestehen. Er hätte diesen Schritt schon viel früher wagen sollen, denn vielleicht war es jetzt schon zu spät...

 

 
20:33

 

Das Klingeln seines Handys weckte Mulder auf. Verdammt, er war tatsächlich eingeschlafen. Gott sei Dank brannte immer noch kein Licht in Scullys Wohnung. Wann hört endlich dieses verflixte Telefon auf ihn zu nerven. Mulder hatte keine Lust mit irgendjemand zu sprechen, aber Halt, vielleicht war es ja auch Scully, die ihn anrief. "Mulder." "Hier ist Scully. Gut dass ich Sie endlich erreiche. Es ist etwas schreckliches passiert. Sie müssen sofort in Skinners Büro kommen. Ich muss jetzt Schluss machen, bitte beeilen Sie sich. Ich..."

Mulder startete ohne lang nachzudenken den Motor und brauste davon. Scully war in Gefahr, er musste so schnell wie möglich zu ihr.

 

 
21:02 J. Edgar Hoover Building

 

Mulder sprintete den Gang entlang zu Skinners Büro, riss die Tür auf und...

 

"Überraschung!!!"

 

"Mulder, jetzt solltest du dein Gesicht sehen!" rief Frohike ihm fröhlich entgegen. Scully schritt auf ihn zu. "Happy Birthday Mulder" und überreichte ihm ein kleines Päckchen. "Kommen Sie Mulder, Sie müssen die Torte anschneiden." sagte Skinner.

Mulder konnte es nicht fassen. Das war also der Grund für die Heimlichkeiten - eine Geburtstagsüberraschungsparty. Er hatte vor lauter Sorgen, die ihn die letzten paar Tage geplagt hatten, seinen eigenen Geburtstag vergessen.

"Hey Mulder, was ist. Haben wir mit der Torte nicht Ihren Geschmack getroffen?"

"Nein Scully, Sie haben eine hervorragende Wahl getroffen, aber könnte ich Sie vielleicht ganz kurz unter vier Augen sprechen?"

 

 
21:12 Am Gang vor Skinners Büro

 

"Ich bin ja so ein Idiot. Und ich dachte schon Sie hätten ein Verhältnis mit Skinner. Und dass Sie die Arbeit mit mir aufgeben wollten." sprudelte es nur so aus Mulder heraus.

"Es tut mir leid Mulder. Es war nie meine Absicht Ihre Gefühle zu verletzten. Sie dachten wirklich Skinner und ich hätten..." Weiter kam Scully nicht, denn Mulder war sich sicher, jetzt oder nie. Er beugte sich nach vorne, ganz langsam, bis seine Lippen ihre berührten und küsste sie so leidenschaftlich wie er noch nie eine Frau geküsst hatte.

 

"Wo bleibt ihr denn so lange?" rief Langley. "Oh, Verzeihung, lasst euch nur nicht von mir stören", grinste er und fügte hinzu, "Eine Überraschung kommt wohl selten allein..."

 
Ende

 
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