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Ein Geschenk für Annika© by Atti (), 12.12.2000
Lautlos bewegte er sich durch das Schiff. Schließlich durfte er die beiden Kinder, die er zu beschenken hatte nicht enttäuschen. Auch im Delta-Quadranten hatte er als Weihnachtsmann seine Pflicht zu erfüllen. Die Kabine der Wildmans hatte er schnell gefunden. Hier mußte das eine Kind sein, Naomi. Er schritt durch die Tür, unhörbar, fast wie ein Geist. Da hing ja auch der Strumpf. Ein Lächeln glitt über die Züge des Weihnachtsmannes, als er seine Geschenke dort ablud.
Jetzt hatte er nur noch ein einziges Geschenk. Irgendwie sah dieses Geschenk anders aus als alle anderen, die er heute verteilt hatte.... Es war eine Puppe - eine von der Art, wie sie schon lange aus der Mode waren. Daran befestigt ein Anhänger "Für unseren kleinen Schatz von Mom und Dad." Nachdenklich betrachtete der Weihnachtsmann das Geschenk... Er hatte es schon so lange bei sich eingelagert, aber nie die Hoffnung aufgegeben, es einmal dem Kind geben zu können, für das es gedacht war... der kleinen Annika Hansen. Aber bei den Borg gab es keinen Weihnachtsmann. Nein, ihn hatten sie nicht assimiliert. Aber jetzt, das wußte er, war Annika keine Borg mehr. Vermutlich war sie auch kein Kind mehr - aber dieses Geschenk stand ihr zu und er war fest entschlossen, es ihr zu bringen.
Jetzt mußte er diese Annika nur noch finden. Also machte sich der Weihnachtsmann auf den Weg und las die Schilder an allen Kabinentüren auf dem Schiff, weit und breit keine Annika Hansen. Wenn er doch nur mit diesen Computern umgehen könnte, dann hätte er sie bestimmt schon gefunden, ärgerte er sich. Es blieb ihm also nichts weiter übrig, als ein Besatzungsmitglied zu fragen, aber wen? Naomi konnte er doch jetzt nicht wecken, mitten in der Nacht. Es mußte eine andere Lösung geben. Tuvok? - Der ließ ihn bestimmt einsperren. Janeway? - Die würde ihn allerhöchstens für eine merkwürdige Erscheinung halten und erforschen wollen. Chakotay? - Den würde er wohl nur als Rentier überzeugen können. Torres? - Wenn sie immer noch so aggressiv war wie früher, nein danke. Paris? - Würde ihn bestimmt nur verspotten. Kim? - Ja, er war sehr hilfsbereit, aber leider.... glaubte er schon seit Jahren nicht mehr an ihn.
Seufzend erkannte der Weihnachtsmann, daß offensichtlich wirklich Naomi seine einzige Rettung sein würde. Er begab sich also wieder zu der Kabine der Wildmans und glitt lautlos an Naomis Bett. "Naomi, Kind, wach auf!" flüsterte er. Naomi schlug die Augen auf und wollte schreien, als sie den alten Mann mit dem langen weißen Bart und der roten Jacke an ihrem Bett erblickte, aber der Weihnachtsmann hielt ihr vorsichtshalber den Mund zu. "Psst. Ich bin's, der Weihnachtsmann, und ich brauche dringend Deine Hilfe." Auf den zweiten Blick erkannte Naomi den Weihnachtsmann nun auch. "Dich gibt's wirklich. Ich hab's ja gewußt!" strahlte sie freudig. "Naomi, ich habe hier noch ein Geschenk und finde das Kind nicht, für das es bestimmt ist. Du kennst doch alle hier auf dem Schiff, nicht?" Stolz warf sich Naomi in die Brust. "Natürlich. Ich bin schließlich die Assistentin des Captains." "Diese Puppe ist für Annika Hansen. Weißt Du, wo ich sie finde?" "Annika? Kenne ich nicht!" antwortete Naomi bestimmt. Der Weihnachtsmann ließ den Kopf hängen. Sollte seine Mission fehlschlagen? "Weißt Du, sie war so lange Borg, und...." "Ach, Du meinst Seven..... Komm, ich bringe Dich zu ihr." "Nein, sag' mir nur, wo ich sie finden kann, dann mußt Du wieder schlafen." Naomi beschrieb dem Weihnachtsmann den Weg ganz genau. Dieser strich ihr zum Abschied über den Kopf und Naomi fiel sofort wieder in einen tiefen Schlaf. "Danke, mein liebes Kind."
Lautlos machte sich der Weihnachtsmann wieder auf den Weg und fand Seven diesmal ohne Probleme. Am Fuße des Borg-Alkovens stellte er die Puppe ab und lächelte zufrieden in sich hinein. Seine Mission im Deltaquadranten war dieses Jahr erfüllt.
* * * * *
Am nächsten Morgen lief Naomi statt zu ihren Geschenken als erstes zu Seven, die neben ihrem Alkoven stand und fassungslos auf die Puppe in ihrer Hand blickte. "Die ist vom Weihnachtsmann", sprudelte es aus Naomi heraus. Seven blickte skeptisch auf das Kind hinab. "Es gibt ihn wirklich. Ich habe ihn heute nacht getroffen und mußte ihm erklären, wie er zu Dir kommt." Jetzt überwältigte Naomi aber doch die Neugier auf Ihre eigenen Geschenke. Sie drehte sich um und flitzte aus dem Frachtraum. "Danke, Naomi Wildman", sagte Seven nur leise.
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