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Die Abenteuer des Captain Branford
Defiance
Die Bewährungsprobe: Teil 1, Teil 2
Exeter
Begegnung mit der Vergangenheit: Teil 1, Teil 2
Die neuen Verbündeten: Teil 1, Teil 2
Der Feind auf eigener Seite: Teil 1, Teil 2
Der Fluß, des Blutes: Teil 1, Teil 2
Der Reifeprozess: Teil 1
Die Auserwählten: Teil 1
Monarch
Der Rückzug: Teil 1, Teil 2
Zwischen den Fronten: Teil 1
Kampf für die Freiheit: Teil 1, Teil 2

 
Defiance: Die Bewährungsprobe
Teil 1
© by Ruppert, T.J. ()

 

Disclaimer: Alle Rechte an Elementen, die aus ST-TOS, ST-TNG, ST-DS9 oder ST-Voyager stammen, liegen ausschließlich bei Paramount Pictures. Alle Rechte an Elementen, die von mir selber erfunden wurden, liegen beim Autor.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Startrek-Sektion.

 
Vorgeschichte: Die U.S.S. Defiance ist das neuste Raumschiff der Galaxy-Klasse. Unter dem Kommando von Captain Gregory Waringthon hat es ein Testprogramm absolviert. Nun soll es eine routinemäßige Sternenvermessung im Indrago-Quadranten vornehmen. Als letzter Stabsoffizier kommt Commander Christopher Branford an Bord, der die Position des 1. Offiziers übernimmt.

 


 

"Sind Sie bereit, Sir?" fragte der Transporterchef.

Commander Christopher Branford nickte:"Ja, Chief. Es kann losgehen."

Er betrat die Transporterplattform der U.S.S. Berlin. Das Schiff hatte ihn mitgenommen, um ihn auf der U.S.S. Defiance abzusetzen, auf der er als 1. Offizier von nun an Dienst tun würde.

"Sir, die Defiance befindet sich an unserer Backbordseite. Ihr Transporterchef meldet, sie wären bereit. Wollen wir?"

Branford antwortete:"In Ordnung, Chief. Energie."

Branford fühlte den Transporterstrahl, als er ihn entmaterialisierte.

 

Als er wieder eine normale Umgebung wahrnahm, befand er sich im Transporterraum der Defiance. In dem Raum befanden sich ein Transportertechniker und ein Mann, der eine gelbe Sternenflottenuniform trug. Branford bemerkte, daß er Vulkanier war.

"Commander Branford, ich bin Lieutenant Tarall, der Sicherheitschef. Willkommen an Bord." sprach ihn der Mann an.

Branford verließ die Plattform und näherte sich Tarall. Er wußte, daß Vulkanier keine Berührungen mochten, deshalb verzichtete er darauf, ihm die Hand zu schütteln.

"Ich danke Ihnen, Lieutenant." antwortete Branford.

Tarall musterte ihn, dann deutete er mit einer Handbewegung zur Tür: "Sir, ich bringe Sie zu ihrem Quartier. Wenn Sie mir folgen möchten?"

Branford nickte und folgte ihm.

 

Der Vulkanier führte ihn auf das Deck 8. Sie gingen einen Korridor entlang und blieben vor einer Tür stehen. Tarall öffnete sie mit einer Tastenkombination und betrat den Raum. Branford folgte ihm.

Das Quartier war ziemlich gut ausgestattet, wie Branford empfand. Es gab einen Wohnraum, ein Schlafzimmer, einen kleineren Arbeitsraum und ein Bad. Insgesamt waren es cirka 100 qm. Tarall deutete auf ein Terminal, das auf einem Tisch stand: "Hier, Sir. Berühren Sie die Tastatur mit Ihrer Hand, damit der Computer Ihre Signatur erkennt. Ihr Bild ist schon gespeichert, so daß Sie Ihr Quartier ganz normal betreten können. Ihr Gepäck ist bereits verstaut, Commander."

Branford berührte eine Taste und der Computer bestätigte: "Signatur von Branford, Christopher, Commander S.C. gespeichert." Tarall fuhr fort: "In einer Stunde ist ein Empfang im Gemeinschaftsraum Zehn-Vorne geplant. Alle Stabsoffiziere werden anwesend sein, um Sie kennenzulernen. Ich werde Sie nun verlassen. Wir werden uns später sehen, Sir."

Branford dankte ihm: "Ich danke Ihnen, Lieutenant. Bis später."

Tarall verließ den Raum.

Branford sah sich um. Seine Gepäckstücke waren im Schrank verstaut. Er beschloß, zuerst seine Kleider und sonstigen Utensilien zu verstauen und dann zu duschen.

Branford hatte fertig geduscht und suchte seine Gala-Uniform heraus. Diese Kleidung wurde nur bei besonderen Anlässen getragen. Dies war einer.

Ein Signal zeigte an, daß jemand vor der Tür war.

"Bitte kommen Sie herein." bat Branford.

Die Tür öffnete sich und ein etwas älterer Mann betrat das Quartier. Er hatte schon leicht angegrautes Haar und freundliche, wohlwollende Gesichtszüge. Branford erkannte an den vier Rangabzeichen, daß er Captain war.

"Commander Branford, ich bin Captain Gregory Waringthon. Ich heiße Sie an Bord der Defiance herzlich willkommen."

Branford schüttelte ihm die Hand: "Vielen Dank, Captain. Ich empfinde es als Ehre, an Bord dieses Schiffes zu sein."

Waringthon lächelte: "Ja, es ist etwas Besonderes. Aber nicht nur für Sie, Commander. Ich bin gekommen, um Sie abzuholen. Die anderen Offiziere warten bereits. Kommen Sie?"  

Branford folgte dem Captain auf das Deck 10. Hier befand sich der Gesellschaftsraum "Zehn-Vorne", der als Treffpunkt der Besatzung diente. Branford folgte Waringthon.

Die zweiflüglige Tür öffnete sich und Branford erkannte mit Erleichterung, daß die gesamten Offiziere Gala-Uniformen trugen. Waringthon bat Branford, etwas vorzutreten.

"Ich danke Ihnen für Ihr kommen. Ich möchte Ihnen unseren neuen 1. Offizier vorstellen, Commander Christopher Branford."

Waringthon stellte die Stabsoffiziere einzeln vor.

"Commander, das hier ist unser Chefingenieur, Lt. Commander David Chang."

Chang war ein Eurasier. Branford kannte seine Referenzen. Er hatte entscheidend am Bau der Defiance mitgewirkt. Chang begrüßte ihn freundlich.

Warningthon deutete auf einen jungen Mann, der Branford kaum älter als 25 erschien: "Dies hier ist Lt.jg. Wesley Crusher, unser 2. taktischer Offizier."

Crusher zeigte ein Lächeln: "Willkommen bei uns, Commander."

Branford dankte ihm.

"Und das, Commander, ist Commander Olivia Tanner, unsere Schiffsärztin."

Branford kannte die Halb-Vulkanierin von einer Konferenz auf Vulkan. Er erinnerte sich, daß ihm ihr Vortrag sehr gefallen hatte.

"Commander Tanner, ich bin Ihnen schon einmal begegnet. Auf Vulkan, etwa 3 Jahre zuvor. Sie hielten einen Vortrag vor der diplomatischen Delegation. Ich war damals der Adjudant des Botschafters."

Tanner nickte: "Ja, auch ich erinnere mich. Es war eine sehr interessante Konferenz."

Waringthon fuhr fort: "Und hier haben wir unsere Schiffsberaterin, Counselor Sandra Galen."

Branford konnte es kaum glauben. Er hatte Sandra Galen nicht vorher gesehen, denn sie stand etwas im Hintergrund.

 

Seine Gedanken schweiften zurück, 5 Jahre zurück. Er war Lieutenant auf der U.S.S. Melbourne, einem Schiff der Excelsior-Klasse. Sie befanden sich auf einem eher langweiligen Flug zu dem Planeten Zakdorn, als sie einen Notruf von dem Passagierschiff Trailer erhielten, das zu dem Planeten Styris III unterwegs war. Sie waren mit einem Asteroiden kollidiert und das Schiff war kurz davor, auseinander zu brechen. Branford gehörte dem Außentrupp an, der sich an Bord der Trailer beamte, um die Passagiere zu evakuieren. Es waren beinahe alle gerettet, da fand Branford ein Ehepaar, das noch in seiner Kabine war, da die Tür versperrt war. Branford wollte sofort zurückkehren, aber das Ehepaar teilte ihm mit, daß ihre Tochter noch in dem Schiff war. Sie flehten ihn an, sie zu suchen. Branford wollte die Leute nicht enttäuschen und suchte entgegen der Anweisung seines Vorgesetzten nach dem Mädchen. Er fand sie in einem Gemeinschaftsraum tief im Inneren des Schiffes. Sie lag unter einem Duranium-Träger eingeklemmt. Branford konnte sie nicht allein befreien, er holte noch zwei andere Crewmitglieder hinzu. Es gelang ihnen, das Mädchen zu befreien. Sie wurden zurückgebeamt. Branford wurde von seinem Captain wegen Gehorsamsverweigerung in Arrest genommen. Das Mädchen besuchte ihn täglich. Er erfuhr, daß sie Sandra Galen hieß, 19 Jahre alt war und die Sternenflottenakademie besuchte. Sie war eine Betazoid, was Branford sehr faszinierte. Das Mädchen setzte sich für Branford ein, worauf hin das Verfahren eingestellte wurde. Sandra Galen verließ kurz darauf das Schiff, und Branford sah sie nicht wieder. BIS JETZT. . .

 

"Commander, was ist mit ihnen? Stimmt etwas nicht?" holte Waringthon ihn aus seinen Gedanken.

Branford schüttelte den Kopf.

Sandra lächelte ihn an, so wie damals, als sie stundenlang über alles mögliche redeten.

"Ich freue mich, dich wieder zu sehen, Chris. Unheimlich."

Branford ließ sich dazu hinreißen, sie zu umarmen. Er merkte, daß ihr das nicht unbedingt recht war. Er ließ los, während Waringthon fort fuhr: "Commander, ich möchte ihnen Lt.jg. Kelly Pizoll vorstellen. Sie ist unser Steueroffizier."

Lieutenant Pizoll war eine 26-jährige, blondhaarige Neuseeländerin, die Branford auf Anhieb sympathisch war.

Das Geräusch der öffnenden Tür unterbrach sie. Waringthon drehte sich herum.

"Ah, hier kommt ja unser fehlender Mann. Kommen Sie."

Der Offizier, laut seiner Rangabzeichen Lt. Commander, stellte sich vor Branford und Waringthon hin. Branford spürte einen keineswegs freundlichen Blick.

"Verzeihen sie, Sir. Ich habe mich verspätet." entschuldigte sich der Offizier.

Waringthon schüttelte den Kopf: "Aber nicht doch, es ist gut, daß Sie da sind. Ich möchte Ihnen Commander Christopher Branford vorstellen, unseren neuen 1. Offizier."

Er wandte sich Branford zu: "Commander, das hier ist Lt.Commander James Coburn, unser 1. Einsatzleiter und 2. Offizier."

Branford reichte Coburn die Hand, der jedoch keine Anstalten machte, ihm seine zu reichen. Branford zeigte sich irritiert: "Commander, ist etwas?"

Coburn verzog keine Miene: "Nein, Mr Branford. Ich würde es jedoch vorziehen, Ihnen nicht die Hand zu geben, um Ihnen keinen falschen Eindruck von meiner Einstellung gegenüber Ihnen zu vermitteln."

Waringthon blickte den Einsatzleiter scharf an: "Commander, Ihr Verhalten ist ungehörig. Commander Branford, setzen wir uns." Die Offiziere begaben sich zu Tisch, mit Ausnahme von Coburn.

"Captain, ich würde gerne gehen, wenn Sie erlauben."

Waringthon nickte verärgert. Er wandte sich wieder Branford zu, der sich ziemlich schlecht vorkam: "Machen Sie sich keine Gedanken, Commander. Coburn ist verbittert darüber, daß nicht er befördert wurde. Er hat immerhin schon 15 Dienstjahre hinter sich. Doch er müßte eigentlich auf mich ärgerlich sein, denn ich habe dem Oberkommando davon abgeraten, ihn zum Commander zu befördern."

Branford fragte nach: "Wieso, wenn ich fragen darf?Ich weiß, es geht mich nichts an, dennoch würde ich es gerne wissen."

Waringthon wiegte den Kopf. Dann nickte er: "Nun gut, Commander. Sie kriegen immerhin die Konsequenzen zu spüren, auch wenn das ungerecht ist. Coburn ist kein Kommando-Offizier. Deshalb übertrage ich ihm auch nicht gerne das Kommando über dieses Schiff. Wenn ich von Bord gehe, was selten genung passiert, übernimmt normalerweise Lieutenant Tarall den Befehl. Er hat mein Vertrauen. Dennoch: Sie sind mein 1. Offizier. Ich wollte nur Sie für diese Position haben. Sie sollten mir in allen Situationen beistehen. Verstehen Sie, Commander, ich bin ein Diplomat, kein Kämpfer. Deshalb hielt ich es für wichtig, einen Mann wie Sie an Bord zu haben. Wir werden uns mit diesem Schiff sehr oft im Grenzbereich und damit in Gefahrensituationen bewegen. Ihre Kampftaktiken an der Akademie waren geradezu legendär. Auch ihre wissenschaftlichen Kenntnisse sind überragend. Nun, eigentlich sollte ein Captain alles können, doch wir sind alle nur Menschen. Deshalb hoffe ich, daß Sie mir helfen, wenn es soweit ist."

Branford nickte voller Überzeugung: "Sir, Sie können sich auf mich verlassen. Egal, ob Sie jemals Hilfe brauchen oder was immer Sie entscheiden, ich werde da sein und Sie unterstützen."

Waringthon dankte ihm, dann begaben sie sich zu Tisch. Der Rest des Abend verlief relativ ausgelassen.

 

Branford verließ die Feier drei Stunden später und legte sich in seinem Quartier schlafen.

Der Computer weckte ihn sechs Stunden später, exakt eine halbe Stunde, bevor er seinen Dienst auf der Brücke antreten mußte. Er würde Tarall ablösen. Branford zog seine Standard-Uniform an und verließ das Quartier. Er betrat einen Turbolift und nannte die Hauptbrücke als Ziel.

Als sich die Lifttür öffnete war Branford sehr beeindruckt. Obwohl er schon einmal die Brücke eines Schiffes der Galaxy-Klasse gesehen hatte, war er erneut fasziniert von der Größe und Funktionalität dieses Raumes.

Die Brücke war mit der Minimal-Crew besetzt. Vorne saßen der 2. Einsatzleiter, Lt.jg. Marc LaSalle und Lieutenant Pizoll. Im Kommandosessel saß Lieutenant Tarall, als taktischer Offizier war ein junger Fähnrich im Dienst. Branford war erstaunt, daß er die blaue Uniform der Wissenschaft trug. Branford ging auf Tarall zu und begrüßte ihn.

"Guten Morgen, Lieutenant. Wie ist die Lage?"

Tarall erhob sich: "Alles normal, Sir. Wir haben Kurs auf das Relicta-System gesetzt, Ankunft wird bei Warp 3 in 31, 7 Stunden sein. Die Crew Ihrer Schicht ist bereits eingetroffen, mit Ausnahme von dem taktischen Offizier, Lieutenant Crusher."

Branford nickte: "Danke, Lieutenant. Ich übernehme das Kommando."

Tarall verließ die Brücke. Als der Lift eintraf, stieg Crusher aus. Tarall sagte kein Wort und betrat den Lift.

Der Mann ging zur Konsole des taktischen Offiziers. Er wirkte sichtlich unsicher.

Branford wandte sich zu ihm um: "Guten Morgen, Lieutenant."

Der Angesprochene nickte: "Guten Tag, Commander. Ich möchte. . ."

Branford unterbrach ihn freundlich: "Lieutenant, ich würde sie gerne im Bereitschaftsraum sprechen. Jetzt gleich bitte."

Crusher nickte und folgte Branford in den angrenzenden Raum.

 

Als sich die Türe geschlossen hatte, begann Branford ruhig und freundlich auf Crusher einzureden: "Lieutenant, Sie sind zu spät dran. Ich möchte Sie darauf hinweisen, daß ich das in keinem Fall bei den mir unterstellten Offizieren tolerieren werde. Sie haben hier an Bord eine verantwortungsvolle Position. Vergessen Sie das nie."

Crusher hatte seinen Blick gesenkt: "Tut mir leid, Sir. Es wird nicht wieder vorkommen."

Branford lächelte: "Das denke ich auch, Mr Crusher. Ich habe ihre Akte gelesen. Sie werden sicher Ihren Weg machen. Gewöhnen Sie sich nur das an, was ich Ihnen gesagt habe. Nun sollten wir auf die Brücke zurück."

Crusher blickte ihn dankbar an.

Branford ging mit Crusher auf die Brücke zurück und nahm im Kommandosessel Platz. Er überprüfte die Bewaffnung und die Langstreckensensoren mit Hilfe der Arbeitstation, die neben dem Sitz plaziert war.

 

Unterdessen befand sich Lt. Commander Coburn zusammen mit Lieutenant Tarall in Zehn-Vorne. Sie saßen an einem Tisch genau am Fenster. Coburn hatte sich wie normalerweise einen schottischen Whisky bestellt, den er allerdings nicht vom Replikator bezog. Er mochte es nicht, wenn kein Alkohol darin war.

In Coburn brodelte es. Er konnte diese Demütigung durch den Captain nicht verstehen. Warum hatte er diesen jungen, unerfahrenen Offizier einem langjährigen, treuen Untergebenen wie ihm vorgezogen?

Tarall bemerkte seine schlechte Stimmung: "Commander, was ist mit Ihnen?"

"Ach Tarall, ich ärgere mich nur darüber, daß jetzt ein solches Greenhorn wie dieser Branford als 1. Offizier an Bord ist. Das ist es." gab Coburn zur Antwort.

Der Vulkanier verzog keine Miene. Tarall konnte Menschen recht gut einschätzen, und Coburn war ein offenes Buch für ihn. Er war gekränkt, und das konnte bei einem Charakter wie ihm gefährlich werden.

"Commander, ich finde Ihre Meinung über Mr Branford kommt doch etwas früh. Kennen Sie ihn schon länger?" bemerkte Tarall.

Coburn nahm einen Schluck Whisky und schüttelte den Kopf: "Nein, ich kenne ihn erst, seit er an Bord ist. Aber ich kenne Leute wie ihn. Junge, karriereverrückte Offiziere, die keine Rücksicht auf andere auf dem Weg nach oben nehmen. Glauben Sie mir, diese Leute kenne ich genau."

Tarall hob die Augenbrauen: "Nun, Sie haben sich anscheinend schon so festgelegt."

Coburn blickte ihn ernst an: "Haben Sie etwa eine andere Meinung, Lieutenant?"

"Bis jetzt kenne ich Commander Branford zu kurz, um eine Aussage zu machen. Und ich finde, daß Ihre Voreingenommenheit gegenüber ihm etwas fehl am Platze ist." erwiderte Tarall.

Coburn machte eine abwertende Handbewegung: "Tarall, Sie sind immer so neutral. Das verstehe ich nicht. Ich habe meine Meinung, und zu der stehe ich."

Tarall stand auf: "Ich ebenfalls, Commander. Ich bin keineswegs neutral, ich werde nur kein vorschnelles Urteil fällen."

Er verließ den Raum und ließ Coburn zurück.

 

Branford beendete seine Schicht und übergab die Brücke an Captain Waringthon.

Danach ging er etwas durch das Schiff, um es sich näher anzusehen. Es war reger Betrieb auf den Gängen und Branford hatte teilweise Mühe, sich den Weg zu bahnen. Plötzlich legte ihm jemand die Hand auf die Schulter. Branford drehte sich herum und erkannte Lt. Commander Nella Darin, seine Ex-Freundin. Er war mit ihr vor drei Jahren zusammengewesen, als er auf Vulkan stationiert war. Sie war ein Austauschoffizier und arbeitete an einem Institut ganz in der Nähe. Es hatte sich eine Beziehung entwickelt, und Branford wünschte sich, daß diese noch heute andauerte. Doch Nella wurde auf eigenen Wunsch auf die U.S.S. Enterprise versetzt, was ihr größter Traum war. Ihre beruflichen Ziele standen im Vordergrund. Jetzt war sie wieder in seinem Leben erschienen. Branford blickte sie an. Sie hatte sich kaum verändert. Sie hatte immer noch schulterlange, braune Haare und eine tolle Figur, auch wenn die Uniform sie etwas versteckte. Ihre Gesichtzüge hatten sich ebenfalls kaum verändert, obwohl sie mittlerweile 33 Jahre alt war.

Sie lächelte und umarmte ihn herzlich.

"Ach Chris, schön, dich wiederzusehen. Ich hatte nicht geglaubt, daß das nochmal passiert."

Branford zeigte einen verblüfften Gesichtsausdruck: "Na, ich habe dir doch gesagt, daß ich dich finden werde. Aber Spaß beiseite, was machst du hier?"

Nella schüttelte den Kopf: "Nicht hier, Chris. Komm, ich wollte aufs Holodeck."

 

Branford folgte ihr zum Holodeck. Sie hatte sich ein Bergszenario programmiert. Es war überwältigend. Sie befanden sich auf einem flachen Plateau, das auf dem Gipfel eines 3000 Meter hohen Berges lag.

Nella sah ihn an: "Du wolltest fragen, wieso ich nicht mehr auf der Enterprise bin?"

"Nur, wenn du darüber reden willst, Nella." erwiderte Branford.

Sie lächelte: "Ja, Chris. Nun, es war vor gut einem Jahr. Ich war gerade erst auf die Enterprise gekommen und hatte die Leitung der Stellar-Kartographie übernommen. Ich war sehr zufrieden. Dann begegnete ich dem Captain, Jean-Luc Picard. Er war ein seltsamer Mensch, aber auf seine Art sehr einfühlsam. Wir verliebten uns ineinander. Wir hatten gleiche Interressen, vornehmlich die Musik. Dann wurde wir zu einem Zwischenfall auf den Planeten Bersallis III gerufen. Dort wurde ein Feuersturm entdeckt, der eine Kolonie bedrohte. Wir errichteten Kraftfelder, die den Sturm lange genug aufhalten sollten, bis die Kolonisten gerettet werden konnten. Es war geplant, zum Schiff zurückzukehren, aber wir mußten bleiben, um die Konfiguration des Feldes den veränderten Werten des Sturmes anzupassen. Dann brach der Funkkontakt ab. Wir waren allein und versuchten, uns mit dem Feld zu schützen. Doch vier meiner Leute starben. Ich war verändert. Als wir nach dem Sturm zurückgebeamt werden konnten, sprach ich mit Jean-Luc. Er sagte mir, daß er mich kein einziges Mal mehr in solch eine Mission schicken könnte. Ich sagte ihm, daß er das vielleicht muß. Wir kamen überein, daß es besser wäre, wenn ich meine Versetzung beantrage. Ich wurde auf eine Forschungstation in der Nähe des Planeten Korva IV geschickt, die langweilige Sternenbeobachtungen vornahm. Dort war ich bis vor einem Monat. Dann ließ mich Jean-Luc wissen, daß auf der Defiance ein Wissenschaftsoffizier gebraucht würde. Ich beantragte meine Versetzung, und hier bin ich."

Branford hatte ruhig zugehört. Es fiel ihm schwer, etwa zu sagen. "Nun, Nella. Ich jedenfalls bin froh, daß du hier bist."

Sie lächelte: "Ich ebenfalls, Chris."

 

Währenddessen befand sich Captain Waringthon auf der Brücke. Er saß im Kommandosessel und nahm einen Logbucheintrag vor. Plötzlich wurde ihm schwarz vor Augen. Er kippte nach vorne und rutschte aus dem Sessel.

Lieutenant LaSalle bemerkte es und erhob sich von seinem Sitz.

"Captain, was ist mit Ihnen?Captain!"

Waringthon hob seine Hand: "Nein, es ist nichts, Lieutenant. Bleiben Sie sitzen!"

LaSalle gehorchte nicht. Er ging auf den Captain zu und erkannte, daß er große Probleme hatte, Luft zu bekommen. Er tippte seinen Insignienkommunikator an: "LaSalle an Krankenstation, medizinischer Notfall auf der Brücke!Beeilen Sie sich!"

Keine drei Minuten später war Commander Tanner und zwei Sanitäter da und brachten Waringthon auf die Krankenstation. LaSalle übernahm das Kommando.

 

Branford unterhielt sich mit Nella Darin, als er gerufen wurde: "Tanner an Branford, bitte kommen."

Er aktivierte den Insignienkommunikator: "Hier Branford, Doctor. Was gibt es?"

"Commander, der Captain hatte einen Herzanfall auf der Brücke. Bitte kommen Sie in die Krankenstation." Branford sprang auf und verabschiedete sich von Nella.

 

Als er die Krankenstation betrat, sah er, daß bereits Tarall, Coburn und Sandra Galen anwesend waren. Er begrüßte sie kurz und trat an das Krankenbett.

Waringthon sah ihn und flüsterte: "Gut, daß Sie da sind, Nummer eins. Offensichtlich habe ich mich selbst überschätzt."

"Ja, Sir. Tut mir leid." erwiderte Branford.

Tanner kam hinzu: "Commander, kommen Sie bitte."

Sie führte Branford in ihr Büro und bot ihm einen Platz an.

"Was hat er, Doctor?" fragte Branford.

Sie sah ernst drein: "Sein Herz ist irreperabel geschädigt, Commander. Es ist der wohl schwerste Herzfehler, den ich je gesehen habe. Lange kann er so nicht überleben. Es muß ein Austausch vorgenommen werden. Ich fürchte, wir können das nicht an Bord vornehmen. Wenn sich der Zustand verschlechtert, müssen wir ihn verlegen."

Branford hakte nach: "Wohin, Doctor?Haben Sie eine Idee?"

Sie nickte: "Ja. Auf Sternenbasis 13 befindet sich eines der modernsten Krankenhäuser dieses Sektors. Dort arbeitet als Chefarzt Dr. Ron Pennel, eine Kapazität auf dem Gebiet der Herzchirurgie."

Branford überlegte. Sollte er den Captain auf der Sternenbasis abliefern? Tanner nahm ihm die Entscheidung ab.

"Commander, das Klinikschiff U.S.S. Pasteur befindet sich nur 2,3 Stunden mit Warp 6 entfernt. Es könnte den Captain auf der Sternenbasis absetzen. Ich kenne den Kommandanten, Captain Timothy Green."

Branford stimmte ihr zu: "Gut, Commander. Ich werde Kontakt aufnehmen. Bitte bereiten Sie alles vor."

Er verließ das Büro und unterrichtete Coburn, Galen und Tarall über die Situation.

Coburn widersprach ihm: "Wollen Sie wirklich den Captain auf diese Weise abservieren?Das kann nicht Ihr Ernst sein!" Branford warf ihm einen ernsten Blick zu: "Commander, bitte halten Sie sich mit ihrer Meinung zurück. Ich gehe auf die Brücke, und ich möchte, daß Sie bis auf Counselor Galen auf ihre Stationen gehen. Das wäre alles."

 

Tarall folgte Branford, auch Coburn ging widerwillig mit. Sie suchten die Brücke auf. Tarall löste Crusher ab, Coburn LaSalle. Branford nahm im Kommandosessel Platz. Er blickte zu Tarall auf: "Lieutenant, bitte rufen sie die U.S.S. Pasteur. Sie müßte sich noch im Sektor befinden."

Tarall nickte und betätigte das Kommunikationspult. Ein Signal zeigte, daß ein Funkkontakt aufgebaut wurde.

"Sir, die Pasteur meldet sich." meldete Tarall.

Branford nickte: "Danke. Auf den Schirm, Mr Tarall."

Auf dem Bildschirm erschien der Kommandant der Pasteur, Captain Timothy Green. Er war ein grauhaariger Endvierziger. Er begrüßte Branford sehr freundlich.

"Hier spricht Captain Timothy Green von der U.S.S. Pasteur. Ich grüße Sie."

Branford erhob sich: "Hier ist die U.S.S. Defiance. Ich bin Commander Christopher Branford, der 1. Offizier. Es handelt sich um einen Notfall, Captain."

Green wurde ernster: "Um was handelt es sich, Commander?"

Branford erwiderte: "Unser Captain, Gregory Waringthon, hat einen sehr schweren Herzfehler. Er muß auf die Sternenbasis 13 gebracht werden. Sie fliegen dorthin?"

Green nickte: "Ja. Wir können ihn aufnehmen. Allerdings sollte ihr medizinischer Offizier mich eingehend informieren, Commander. Wir können Sie in 2 Stunden treffen, wenn wir unseren Kurs ändern."

Branford nickte: "In Ordnung, wir werden Sie dann treffen. Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe, Sir. Defiance Ende."

Der Schirm erlosch und zeigte wieder den vor dem Schiff liegenden Raum.

"Lieutenant Pizoll, Rendezvous-Kurs auf die Pasteur, Warp 6. Beschleunigen."

Die Defiance änderte den Kurs und ging auf Warp 6.

Branford wollte nochmal zum Captain.

"Mr Coburn, Sie übernehmen das Kommado. Ich bin in der Krankenstation."

Coburn nickte kaum merklich und stand auf. Branford fühlte seinen feindlichen Blick, war aber zu abgelenkt, um darauf zu reagieren. Er verließ die Brücke.

 

Als er die Krankenstation betrat, wurde er gleich von Dr. Tanner angesprochen: "Commander, machen Sie es bitte kurz. Er braucht viel Ruhe."

Branford nickte und trat an das Bett des Captains.

"Ah, Mr Branford." erkannte Waringthon seinen ersten Offizier.

"Captain, wir werden Sie auf das Klinikschiff Pasteur verlegen, welches Sie auf Sternenbasis 13 abliefern wird. Dort werden Sie operiert werden."

Waringthon flüsterte: "Gut, Commander. Sie übernehmen das Kommando und führen die Sternenvermessung durch. Wie geplant. Tragen Sie das bitte im Logbuch ein."

Branford nickte.

"Und Commander, lassen Sie sich nicht von Coburn einschüchtern. Gehen Sie ihren Weg." fügte er hinzu.

Branford verließ die Krankenstation.

 

Sandra Galen überprüfte nochmal die Uhrzeit. Sie wollte sich um 13. 00 Uhr mit Branford treffen. Und das war vor 10 Minuten. Sie war ungeduldig. Man ließ sie normalerweise nicht warten. Die Tür des Gesellschaftsraumes öffnete sich und Branford betrat den Raum. Er sah Sandra und steuerte ihren Tisch an.

Er machte einen unschuldigen Gesichtsausdruck.

"Bin ich zu spät, Counselor?" fragte er.

Sie funkelte ihn an: "Zu spät?Ja, du bist zu spät, Chris. Setz dich!"

Er kam ihrer Aufforderung nach.

Sie fuhr fort: "Nun, wie gefällt es dir an Bord?"

"Mehr oder minder gut." Er schüttelte den Kopf. "Nein, also gefällt mir gut. Wegen eines Mannes lasse ich mir es nicht vermiesen, Sandra."

Sandra fragte nach: "Coburn?"

Branford sah sie irritiert an: "Wer denn sonst? Er ist ja wohl der Einzige, der mir permanent auf die Nerven fällt."

"Durchhalten, Chris. Du bist stark genug." Sie stockte einen Moment. Branford spürte irgendwie, daß sie seine Gedanken zu lesen versuchte. Er wollte sie etwas ärgern und machte sich einige unsaubere Gedanken.

Sandra lachte: "Chris!Was machst du da?"

Er sah unschuldig drein: "Was denn?"

"Na, eigentlich nichts." antwortete sie.

Branford war zufrieden. Er hatte sie ertappt.

"Sandra, du wolltest meine Gedanken lesen! Glaubst du, ich merke das nicht? Schon früher habe ich es gemerkt. Ich weiß allerdings nicht wie."

Sie fühlte sich ertappt: "Du hast es gemerkt. Kompliment. Du bist eben empathisch, Chris. Du weißt es nur nicht."

Er wollte etwas erwidern, wurde jedoch von einer Stimme aus dem Kommunikator unterbrochen: "Tarall an Branford. Wir nähern uns der Pasteur, Commander."

Branford tippte seinen Kommunikator an: "Verstanden, Lieutenant. Ich komme. Branford Ende."

Er stand auf.

"Tut mir leid, Sandra. Kommst du?"

Sie nickte und folgte ihm.

 

Tarall saß im Kommandosessel, als Branford die Brücke betrat. Er stand auf und erstattete Meldung: "Sir, die Pasteur befindet sich steuerbord neben uns. Doctor Tanner ist bereit, mit dem Captain rüberzubeamen."

Branford nickte: "Danke, Mr Tarall." Er rief den Transporterraum: "Branford an Transporterraum 3, Dr. Tanner bitte melden."

"Hier Tanner, Sir. Wir sind bereit." antwortete Tanner.

"Doctor, beamen Sie rüber. Erklären Sie Captain Green die Lage. Das wäre alles." befahl Branford.

"Commander, der Captain möchte sie nochmal sprechen."

Branford bestätigte: "Captain?"

"Hier Waringthon, Nummer Eins. Machen Sie mit der Mission weiter wie geplant. Und denken Sie an meine Worte."

Branford bestätigte: "Ja, Sir. Gute Besserung, Captain. Ich hoffe, Sie kehren bald an Bord zurück."

"Ich hoffe das auch, Commander. Waringthon Ende."

Der Captain wurde zusammen mit Tanner auf die Pasteur gebeamt.

Die Ärztin kehrte nach fünfzehn Minuten zurück und berichtete, daß es dem Captain den Umständen entsprechend gut ginge.

"Sir, die Pasteur dreht ab und nimmt Kurs auf Sternenbasis 13. Captain Green läßt Grüße ausrichten." meldete LaSalle.

Branford nickte: "Gut. Lieutenant Pizoll, Kurs auf das Relicta-System. Warp 3. Beschleunigen."

Branford stand auf: "Lieutenant Tarall, Sie übernehmen. Ich bin in meinem Quartier.

 

Es war etwa zwei Stunden später. Coburn hatte das Kommando, Sandra Galen, Crusher, LaSalle und Fähnrich Tim Holden, der 2. Steuermann, waren auf der Brücke.

Coburn wandte sich Sandra Galen zu, die neben ihm saß: "Counselor, Sie kennen unseren 1. Offizier anscheinend schon länger. Was halten Sie von ihm?"

Sandra erwiderte vorsichtig: "Nun, er ist ein hervorragender Offizier, außerdem ist er ein guter Freund von mir. Sie haben da offensichtlich einige Vorbehalte, Commander."

Coburn grinste hämisch: "Nun, ich halte gar nichts von ihm. Er ist ein arroganter, karrieregeiler Offizier. So etwas kann ich nicht tolerieren. Oder was meinen Sie, Mr Holden?"

Der junge Fähnrich, der erst seit einem Monat an Bord war, wurde unsicher. Er erwiderte: "Nun, ich konnte mir noch keine Meinung bilden. Deshalb will ich nichts sagen, Sir."

Der 2. Offizier verdrehte die Augen: "Fähnrich, hoffentlich schaffen Sie es vor Ende dieser Mission, sich eine zuzulegen."

LaSalle, der sich noch nie vor Coburn versteckt hatte und ihn auch nicht mochte, mischte sich ein: "Commander, Sie haben sich aber ziemlich auf Ihre Sicht der Dinge beschränkt. Das zeugt nicht unbedingt von Weitsicht."

"Kümmern Sie sich um ihre Pflichten, anstatt hier große Reden zu schwingen, Lieutenant LaSalle." erwiderte Coburn scharf.

LaSalle fluchte innerlich. Er konnte nichts machen, da Coburn sein vorgesetzter Offizier war. Also nickte er.

 

Branford verließ sein Quartier und ging in den Maschinenraum.

Lt. Commander Chang kam ihm entgegen.

"Ah, Commander. Schön, daß Sie mal vorbeischauen." begrüßte er ihn freundlich.

Branford grüßte zurück: "Guten Tag, Mr Chang. Ich wollte mich über die Modifikationen informieren, die Sie vorgenommen haben."

Chang lächelte: "Sicher, kommen Sie." Er deutete auf die Dilithiumkammer: "Wir haben eine Phasenbeschleuniger eingebaut, der die Reaktionszeit um eine Zehntelsekunde verkürzt. Außerdem wurden die Warpspulen ausgewechselt. Die neuen bringen den Vorteil, daß wir die Höchstgeschwindigkeit von 9, 87 etwa zwei Stunden länger halten können."

Branford erwiderte erstaunt: "Eine hervorragende Verbesserung. Kein Wunder, daß Sie beim Bau dieses Schiffes dabei waren."

Chang wurde etwas verlegen: "Nun ja, Commander, ich habe nur einen Teil geleistet. Aber dieses Schiff der Galaxy-Klasse ist schon enorm verbessert worden. Gegenüber der U.S.S. Enterprise wurde die Deflektorkapazität um 20% erhöht. Die Sensoren sind nun in der Lage, über noch größere Entfernungen Objekte zu orten. Sie sind etwa 10% besser als die alten. Waren Sie je an Bord der Enterprise?"

Branford schüttelte den Kopf: "Nein. Ich kenne jedoch den 1. Offizier sehr gut. Commander William Riker war mein Vorgesetzter auf meinem ersten Schiff, der Potemkin. Ich habe jedoch schon seit etwa drei Monaten nichts mehr von ihm gehört."

Chang erwiderte: "Sie sollten sich mal mit Lt. Commander LaForge unterhalten. Er ist der Chefingenieur an Bord der Enterprise." Branford wollte etwas entgegnen, wurde jedoch von Piepsen des Kommunikators unterbrochen. Er erkannte die Stimme von Coburn: "Coburn an Branford. Wir befinden uns auf dem Weg zu dem Relicta-System. Wann haben Sie vor, mich abzulösen?"

Branford erwiderte: "In zehn Minuten, Commander. Branford Ende."

Er verabschiedete sich von Chang und suchte die Brücke auf.

 

Coburn erhob sich aus dem Sessel und erstattete Bericht: "Wir haben immer noch Kurs auf das Relicta-System, Geschwindigkeit Warp 6. Ankunft wird in etwa 10,3 Stunden sein. Alle Systeme normal."

Branford nickte und nahm im Kommandosessel Platz: "Danke, Commander. Ich löse Sie ab." Coburn verließ die Brücke.

"Mr Crusher, führen Sie eine Diagnose der Stufe 3 an den Sensorenphalanxen durch. Ich möchte, wenn wir mit dieser Vermessung beginnen, gut vorbereitet sein."

Crusher nickte und analysierte die Sensorenbänke. Er hatte nach etwa zehn Minuten Klarheit: "Sir, alles in bester Ordnung. Die vorderen und achteren Sensoren arbeiten einwandfrei, ebenso die seitlichen Sensoren. Wir sind bereit."

Branford dankte ihm und wandte sich seinem Bildschirm zu, um die Informationen des Relicta-Systems zu sehen.

"Commander, kann ich Sie im Bereitschaftsraum sprechen?"

Branford wandte sich zu Sandra um, die ihm diese Frage gestellt hatte. Er nickte: "Sicher, Counselor. Kommen Sie."

 

Sandra folgte Branford in den Bereitschaftsraum. Nachdem sich die Tür geschlossen hatte, bat sie ihn, sich zu setzen.

"Sandra, was ist mit dir? Du tust so geheimnisvoll!" bemerkte Branford.

Sie wirkte tatsächlich sehr ernst: "Chris, du mußt etwas unternehmen. Coburn läßt keine Gelegenheit aus, dich schlecht zu machen. Als kommandierender Offizier kannst du das nicht durchgehen lassen. Ich würde vorschlagen, ihn einstweilig von seinen Pflichten zu entbinden."

Branford schüttelte den Kopf: "Nein, Sandra. Dazu ist es noch nicht die Zeit. Ich werde mit ihm erst darüber reden. Ich danke dir für deine Besorgnis."

Sie lächelte: "Du mußt tun, was du für richtig emfindest, Chris."

Branford stand auf und ging auf die Brücke zurück.

Drei Stunden danach war seine Schicht beendet. Er wartete auf Tarall, der ihn ablösen sollte. Der Vulkanier kam pünktlich wie immer. Branford teilte ihm alles mit und verließ die Brücke Richtung "Zehn Vorne".

 

Coburn saß mit einem Lieutenant der Sicherheit an einem Tisch, als Branford den Raum betrat. Coburn beobachtete, wie er zu Nella Darin an den Tisch trat und sich setzte. Er erhob sich und ging zu ihnen hinüber.

Branford sah aus den Augenwinkeln, daß Coburn sich näherte. Er beachtete ihn gar nicht.

"Ach, Commander. Ist Ihre Schicht schon beendet?" fragte Coburn höhnisch.

Branford stand wieder auf: "Ja, Mr Coburn. Ist etwas?"

"Ja, Sir. Wie lange gedenken Sie, uns noch mit ihrer Anwesenheit zu beehren?"

Branford schaute ihn ernst an und flüsterte dann, kaum hörbar für die anderen Anwesenden: "Commander, ich möchte sie gerne unter vier Augen sprechen. Kommen Sie bitte."

 

Coburn folgte Branford widerwillig auf die Brücke, wo er den Bereitschaftsraum betrat. Branford bot ihm einen Stuhl an und setzte sich dann.

"Comannder Coburn, was habe ich Ihnen nur getan?Ich weiß mir keinen Rat mehr."

Coburn war sichtlich genervt: "Sir, Ihre ganze Art ist es, was mich stört. Das ist nicht gut für den Ablauf des Betriebs."

Branford wirkte irritiert: "Weswegen störe ich den Betrieb auf der Defiance?In Ordnung, ich bin der neue Mann an Bord. Ich muß mich beweisen. Sind Sie vielleicht nicht nur deshalb verärgert, weil nicht sie der neue 1. Offizier geworden sind?Ich denke, das ist es wohl."

Coburn war kurz davor auszurasten: "Commander, das ist es nicht. Nur Sie sind ein ziemlich junger Offizier für so einen Posten."

"Aha, da liegt das Problem. Commander, ich bin mir darüber im klaren, daß Sie sieben Jahre älter sind als ich. Aber ich wurde mit dieser Aufgabe betraut, ich wurde von Captain Waringthon ausgewählt. Mr Coburn, Sie sind ein langjähriges Mitglied der Sternenflotte. Sie müssen sich doch nicht jeden Tag beweisen. Ich sehe Sie als eine wertvolles Mitglied dieser Crew an. Aber wenn Sie weiterhin meine Autorität untergraben, werde ich daraus Konsequenzen ziehen. Was das bedeutet, wissen Sie."

Coburn nickte: "Ja, das weiß ich. Commander, ich werde versuchen, mein Verhalten zu ändern."

Branford erhob sich: "In Ordnung, Commander. Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit." Er reichte ihm die Hand. Coburn schlug ein.

Dann verließ er den Raum, in dem Branford zufrieden zurückblieb.

Branford arbeitete anschließend im Bereitschaftsraum weiter, um den besten Flugplan für die Vermessung auszutüfteln.

 

Zehn Stunden später wurde Branford gerufen. Er befand sich in seinem Quartier.

"Branford hier, was gibt es?" antwortete Branford.

"Hier Coburn, Sir. Wir nähern uns dem Relicta-System." meldete der 2. Offizier.

Branford bestätigte: "Verstanden. Ich komme sofort, Commander."

 

Coburn erhob sich aus dem Kommandosessel und nahm im Sessel des Einsatzleiters Platz, als Branford die Brücke betrat.

"Auf Impulsgeschwindigkeit, Lieutenant Pizzol." befahl Branford.

Die Defiance ging auf Unterlichtgeschwindigkeit und trat in das System ein.

"Mr Coburn, scannen Sie bitte die Umgebung."

Coburn inizierte einen Sensorenscann. Er meldete: "Sir, das System besteht aus sieben Planeten, davon möglicherweise zwei Klasse M-Planeten. Diese wären vermutlich der zweite und der dritte Planet."

Branford dankte ihm und rief Nella Darin: "Branford an Darin, Sie können mit der Vermessung beginnen, Commander. Die seitlichen Sensorenphalanxen stehen Ihnen zur Verfügung."

"Hier Darin. Verstanden, Commander. Wir werden vermutlich 3,4 Tage brauchen, bervor wir genaue Daten haben. Darin Ende."

Branford stand auf und ging zu Coburn: "Commander, sind Sie der Ansicht, daß wir uns die zwei Klasse M-Planeten ansehen sollten? Wir haben genügend Zeit."

Coburn nickte: "Könnte interessant werden, Commander. Es ist Ihre Entscheidung, aber ich würde dafür plädieren."

"In Ordnung. Lieutenant, nehmen Sie Kurs auf Relicta II, voller Impuls. Beschleunigen!" befahl Branford.

"Zu Befehl, Sir. Flugzeit acht Minuten bei voller Impulskraft." meldete sein Steueroffizier.

Branford überlegte, ob er seiner Neugier nicht zu sehr nachgab. Dann verwarf er wieder seine Gedanken.

Die Defiance erreichte kurz darauf den zweiten Planeten des Relicta-Systems.

"In Standardorbit einschwenken, Lieutenant. Mr Coburn, scannen Sie Lebensformen?"

Coburn schüttelte den Kopf: "Nein, Sir. Nichts. Aber es ist eine Atmosphäre vorhanden, die menschliches Leben ermöglicht."

Branford rief die Informationen, die Coburn gescannt hatte, auf seinen Bildschirm. Es war erstaunlich. Dieser Planet war der Erde in gewisser Weise ähnlich. Es gab verschiedene Klimazonen, allerdings überwogen die subtropische und die gemäßigte Zone.

"Sehr interessant. Dieser Planet wäre für eine Kolonisierung geeignet, wenn er nicht so nahe an der cardassianischen Grenze liegen würde."

Sandra Galen sah ihn irritiert an: "Mit wem haben Sie gesprochen, Commander?"

Branford lachte verschmitzt: "Mit mir selbst, Counselor. Nichts besonderes."

Die nächsten Stunden waren nicht gerade aufregend. Die Defiance befand sich immer noch im Orbit von Relicta II, der als Mittelpunkt der Vermessung diente.

Branford entschloss sich nach vier Stunden, die Brücke zu verlassen.

"Mr Coburn, sie übernehmen das Kommando. Ich bin in meinem Quartier." informierte Branford seinen 2. Offizier.

"In Ordnung, Sir." antwortete Coburn und nahm im Kommandosessel Platz.

 

Branford suchte sein Quartier auf und bestellte einen Tee beim Replikator. Ein heißer Tee, das war das, was Branford jetzt brauchte.

Er hatte sich keine fünf Minuten ausgeruht, da rief in die Brücke. Er erkannte Tarall: "Sir, wir haben hier eine persönliches Gespräch für Sie. Es ist die U.S.S. Enterprise."

Branford tippte seinen Kommunikator an: "Verstanden, Lieutenant. Stellen Sie das Gespräch durch."

Auf dem Bildschirm erschien ein alter Freund von Branford. Es war Commander William Riker, der 1. Offizier der Enterprise.

"Will, das ist ja eine Überraschung. Ich freue mich, dich zu sehen!" begrüßte ihn Branford.

Riker lächelte: "Hallo, Chris. Herzlichen Glückwunsch zu der neuen Stelle. Du hast es verdient."

"Danke, Will. Bist du zufrieden an Bord der Enterprise?Immerhin hast du schon dreimal das Angebot abgelehnt, ein Schiff zu kommandieren."

Riker wiegte den Kopf: "Ja, zufrieden bin ich. Aber jedesmal, wenn ein solches Angebot kam, war ich gerade nicht in der Verfassung, die Enterprise zu verlassen. Wie geht es Captain Waringthon?"

Branford wurde ernst: "Weißt du es noch nicht, Will?Er hatte Probleme mit dem Herz und wurde nach Sternenbasis 13 gebracht. Wir konnten die Behandlung leider nicht fortführen."

Riker erwiderte: "Tut mir leid. Hast du das Kommando?"

"Ja. Es wird, so wie es aussieht, beinahe zwei Monate dauern, bis er wieder fähig ist, den Dienst aufzunehmen. Wir führen eine Sternenvermessung durch. Nichts besonderes."

Riker lächelte: "Na, du hast ja mit dem Führen des Kommandos keine Probleme. Hat man dir eigentlich schon ein Schiff angeboten?"

Branford nickte: "Ja. Die U.S.S. Victory."

Riker konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen: "Die Victory?!?Na, die ist immerhin fast doppelt so alt wie du!Das wäre eine Beziehung geworden."

"Nein, im Ernst Will. Diesen Posten hier hielt ich für vorteilhafter. Es ist ähnlich wie bei dir, als du damals auf die Enterprise gingst."

Riker nickte: "Ja, genau so. Ich will nicht den Eindruck erwecken, das Gespräch schnell beenden zu wollen, aber meine Schicht beginnt in zehn Minuten. Ich verabschiede mich, kleiner Bruder. Pass auf dich auf."

Branford verabschiedete sich: "Du ebenfalls, Will. Laß wieder von dir hören. Oder vielleicht könnten wir uns mal treffen. Bis dann."

Der Bildschirm erlosch. Das Gespräch hatte Banford gutgetan. Riker war damals zwar sein Vorgesetzter, aber er war eher wie ein großer Bruder. Er wurde von dem Piepen des Kommunikators aus den Gedanken gerissen.

"Commander, hier Coburn. Wir empfangen einen Notruf vom Raumlabor Nallus III. Würden Sie auf die Brücke kommen, Sir?"

Branford sprang auf: "Verstanden. Ich komme."

 

Auf der Brücke herrschte etwas Aufregung. Branford bat alle Stabsoffiziere, in den Konferenzraum zu kommen. Tarall, Galen, Coburn, Pizoll und Chang folgten ihm.

Tarall ergriff das Wort: "Wir empfingen vor wenigen Minuten einen Notruf vom Raumlabor Nallus III. Er brach plötzlich ab, aber wir haben zumindest verstanden, daß ein Schiff sie beschießt und sie geentert werden."

Branford unterbrach ihn: "Was erforscht dieses Labor, Lieutenant?"

"Das Labor beobachtet den Planeten Nallus III, auf dem verschieden Arten von Lebensformen existieren. Es sind fast ausschließlich Exobiologen an Bord."

Coburn fragte nach: "Existiert eine Bewaffnung, Lieutenant?"

Tarall antwortete: "Es gibt eine kleinere Phaserbank, die allerdings nicht viel helfen wird. Die Mitteilung besagte, daß es ein größeres Schiff ist."

Branford fragte weiter: "Konnten sie es identifizieren?"

"Nein, leider nicht. Aber das sind alles Wissenschaftler." erwiderte Tarall.

"Wie ist die Besatzungsstärke, Lieutenant?"

Er antwortete: "Zehn."

Branford schaute in die Runde: "Nun, ich denke, wir sollten uns dem Notruf annehmen. Irgendwelche Einwände?"

Keiner der Offiziere erhob einen Einwand.

"Gut. Gehen wir an die Arbeit. Ich danke ihnen." schloss Branford die Konferenz.

Die Offiziere kehrten auf die Brücke zurück und nahmen ihre Stationen wieder ein. Alles war bereit.

"Lieutenant Pizoll, Kurs auf Raumlabor Nallus III. Warp 9." befahl Branford.

Pizoll bestätigte: "Aye, Sir. Kurs und Geschwindigkeit eingegeben."

"Beschleunigen sie. Wie ist die Flugzeit?"

Coburn antwortete: "16 Minuten mit Warp 9, Sir."

Branford fragte bei Chang nach: "Commander, Sie hatte mir doch kürzlich von Ihren Modifikationen berichtet. Ich denke, wir probieren sie aus."

Chang grinste breit: "Selbstverständlich, Sir. Warp 9,87 ist kein Problem."

Branford nickte Pizoll zu, die daraufhin auf die Höchstgeschwindigkeit erhöhte.

"Ankunft in 14 Minuten, Sir." meldete Coburn.

 

Exakt nach dieser Zeit erreichte die Defiance das Raumlabor. Es war ein relativ kleines, sechseckiges Gebilde mit einem Durchmesser von etwa 80 Metern. Branford stand auf und trat etwas vor: "Auf Impulsgeschwindigkeit. Kreisbahn um die Station, Lieutenant Pizoll." Coburn meldete: "Sir, ich orte neun Lebenszeichen auf der Station. Sie befinden sich alle im unteren Teil." Branford nickte: "In Ordnung. Ich gehe rüber. Tarall, Chang, kommen sie bitte." "Branford an Tanner, melden sie sich im Transporterraum 2." Branford und die zwei Offiziere gingen in den Transporterraum. Er und die anderen Mitglieder des Außenteams steckten die Tricorder und Typ II-Phaser ein, dann betraten sie die Transporterplattform. Der Chief meldete: "Alles bereit, Sir." Branford nickte: "In Ordnung. Energie." Der Transporterstrahl entmateralisierte das Außenteam.

 

In der Station erschienen sie im Kontrollraum. Dieser war verwüstet. Es gab überall Einschläge von Phaserschüssen.

Branford nahm seinen Tricorder aus der Gürteltasche und scannte die Umgebung. Er zeigte die neun Lebensformen an. Branford ging in die Richtung des Signals. Vorher befahl er Chang, die Energieversorgung zu sichern. Tanner und Tarall folgten ihm. Als sie zu einer Tür kamen, zog Branford seinen Phaser und stellte ihn auf Betäubung. Er signalisierte Tarall, die Tür zu öffnen.

Sie stellten sich neben die Tür, als diese aufglitt. Dahinter lagen die Arrestzellen. Das Außenteam betrat den Raum und deaktivierte die Kraftfelder, die die Zellen absperrten. Ein Mann in einer blauen Sternenflottenuniform kam auf ihn zu.

"Guten Tag, Commander. Ich bin Carl Warren, der wissenschaftliche Leiter. Ich danke Ihnen."

Warren wurde unterbrochen von Tanner: "Commander, kommen Sie."

Branford folgte ihr zu einem Nebenraum. Dort lag ein Mann auf dem Boden. Er war offensichtlich von einem Phaser getötet worden.

Eine Frau aus der befreiten Gruppe erkannte ihn und kniete sich neben ihn. Sie weinte nur. Eine andere Frau zog sie weg und nahm sie tröstend in den Arm.

Warren war ebenfalls tief bewegt: "Das ist Lieutenant Ben Andersson. Er hat vermutlich mit einem von denen gekämpft. Dabei wurde er getötet."

Branford führte Warren etwas weg von dem Toten: "Commander, wer waren die? Wissen Sie das?"

Warren erwiderte: "Ich denke, sie gehörten dem Maquis an. Es war eine recht bunt gemischte Truppe."

Branford fragte weiter: "Was wollten diese Leute? Was haben sie mitgenommen?"

Warren sah auf: "Ja! Das ist es! Commander, sie haben aus unserem Reaktor Antimaterie entnommen. Sie brauchten es offensichtlich zum Antrieb des Schiffes."

Branford nickte: "Danke, Commander. Ruhen Sie sich aus. Ich lasse Sie auf die Defiance beamen."

Warren schüttelte den Kopf: "Nein. Wir bleiben hier. Wenn sie uns etwas Antimaterie geben können, werden wir die Energieversorgung aufrechterhalten können. Aber wir müssen die Forschung weiterführen."

Branford verabschiedete sich: "In Ordnung. Ich werde Ihnen einige Techniker schicken, die helfen werden, die Schäden zu reparieren."

Warren bedankte sich und ging wieder zurück in den Raum, wo seine Leute waren. Branford rief Chang zu sich.

"Commander, holen Sie einige Techniker her, um die Schäden zu reparieren. Warren und seine Leute wollen hierbleiben."

Chang nickte: "Jawohl, Sir. Wir werden cirka 20 Minuten brauchen."

Branford dankte ihm und rief Tarall über seinen Kommunikator: "Branford an Tarall, wir lassen einen Sicherheitstrupp hier, um die Wissenschaftler zu schützen."

"Verstanden, Commander." erwiderte Tarall.

 

Branford redete danach noch mit allen Wissenschaftlern, um an Informationen zu kommen. Doch die verstörten Leute konnten keinerlei weitere Angaben machen.

Doctor Tanner kam auf ihn zu: "Commander, ich habe die Wissenschaftler untersucht. Bis auf Lieutenant Andersson sind alle unverletzt. Wollen Sie die Leute wirklich zurücklassen?"

Branford hob die Augenbrauen: "Ich will diese Menschen nicht zurücklassen, Doctor! Das können sie mir glauben, aber Warren will hierbleiben. Dagegen kann ich nichts machen!"

Tanner nickte verständnisvoll: "Ja, das verstehe ich. Nun gut, hier können wir nichts mehr tun."

Branford stimmte ihr zu: "Ja. Wir beamen auf die Defiance zurück." Er tippte seinen Kommunikator an: "Branford an Tarall, wir beamen zurück. Ist Ihre Sicherheitstruppe bereit?"

Tarall meldete sich: "Ist schon herübergebeamt worden, Commander. Wir sind hier fertig. Commander Chang ist schon bei der Arbeit, er braucht noch etwa zehn Minuten."

Branford bestätigte: "Danke, Lieutenant. Wir beamen zurück und lassen Mr Chang und sein Team seine Arbeit beenden. Branford Ende."

Er rief die Defiance: "Branford an Defiance, drei Personen zurückbeamen. Commander Chang und sein Team bleiben noch etwas hier."

Branford, Tarall und Tanner wurden auf die Defiance gebeamt.

 

Im Transporterraum erwartete ihn schon Coburn.

"Sir, wir haben einen Bericht an das Sternenflottenkommando geschickt. Eigentlich müßten wir in wenigen Minuten eine Antwort erhalten."

Branford war erfreut. Coburn hatte die Initiative ergriffen und gehandelt.

"Danke, Commander. Gehen wir auf die Brücke. Mr Tarall." sagte er während er den Tricorder und den Phaser ablegte.

Coburn und Tarall folgten ihm auf die Brücke. Branford nahm im Kommandosessel Platz, Coburn neben ihm.

"Sir, das Sternenflottenkommando ruft uns. Admiral Nogura." berichtete Tarall.

Branford erhob sich: "Auf den Schirm, Lieutenant."

Auf dem Hauptbildschirm erschien der Admiral.

"Ich grüße sie, Commander. Wir haben ihre Mitteilung erhalten. Konnten Sie schon eine Spur finden, wohin das Schiff verschwunden sein könnte?"

Branford mußte verneinen: "Nein, Sir. Wir versuchen, eine Impulskurve des Schiffes zu finden. Bisher jedoch erfolglos."

"Suchen Sie weiter. Wir haben die U.S.S. Endeavor kontaktiert, sie wird Sie unterstützen. Captain Randolph befindet sich etwa 10 Flugstunden entfernt von Ihnen. Sie wird die Augen offenhalten. Ich wünsche Ihnen viel Glück, Commander. Ende."

Branford setzte sich wieder.

"Lieutenant, wie lange braucht Chang noch? Ich will möglichst bald aufbrechen." fragte Branford.

Der Vulkanier erwiderte kühl: "Er ist bereit zum Rüberbeamen. Auf ihren Befehl, Commander."

Branford nickte: "In Ordnung. Danke, Mr Tarall."

Chang und seine vier Mitarbeiter wurden zurückgebeamt.

Branford wandte sich Coburn zu: "Commander, wir müssen diese Impulskurve finden. Sie ist die einzige Spur."

Coburn schaute etwas hilflos drein: "Sir, wir bemühen uns. Es wird noch etwas dauern, aber wir werden sie finden. Glauben Sie wirklich, daß es der Maquis war?"

Branford nickte: "Ja. Wenn es Söldner gewesen wären, hätten sie die Station vernichtet und die Crew getötet. Aber diese Leute waren bemüht, keinen Unschuldigen zu töten. Jedenfalls war der Tod von Lieutenant Andersson nicht beabsichtigt."

Coburn fügte finster hinzu: "Aber einkalkuliert, Sir."

"Ja, da haben Sie recht. Aber wir werden sie finden. Machen Sie weiter, Commander. Ich bin im Bereitschaftsraum."

Coburn nickte: "Aye, Sir."

 

Es dauerte beinahe 40 Minuten bis Branford gerufen wurde. Es war Tarall.

"Commander, wir haben etwas gefunden. Würden sie bitte kommen?"

Branford stand auf und ging auf die Brücke zurück.

Tarall, Coburn und Crusher standen an der hinteren Wissenschaftsstation.

Branford gesellte sich hinzu: "Was haben sie herausgefunden, Lieutenant?"

"Wir haben eine schwache Impulskurve gefunden, Sir. In Richtung 232,124. Sie verliert sich allerdings bald."

Branford grübelte. In der Richtung lag das Allantas-System, ein unbewohntes System mit einem Klasse-M-Planeten. Er rief über den Bildschirm Informationen ab. "Sehen Sie, hier. Das Allantas-System wurde schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr angeflogen worden. Vielleicht haben sie dort eine Art Nachschubbasis." bemerkte Branford.

Coburn nickte: "Das wäre möglich, Sir." Er sah Branford erwartend an.

Dieser bemerkte den Blick: "Commander, setzen Sie Kurs auf das Allantas-System, Warp 7. Sie haben die Brücke."

Coburn gab die notwendigen Befehle, während Branford die Brücke verließ.

 

Nella Darin war gerade dabei, die Impulskurve weiter zu verfolgen, als sich die Tür der Wissenschaftsabteilung öffnete und Branford den Raum betrat. Sie unterbrach ihre Arbeit.

"Chris, was verschafft mir die Ehre deines Besuchs?"

Branford lächelte: "Na, ich wollte mich für mein Verschwinden von gestern entschuldigen."

"Oh, danke, aber ich habe dir schon verziehen. Hast du dich mit Coburn ausgesprochen?" erwiderte Darin.

Branford nickte: "Ja. Wir haben uns sozusagen zusammengerauft. Es läuft mittlerweile recht gut."

Darin schaute ihn etwas schief an: "Ah ja, so ist das. Du bist ja ein diplomatisches Genie!"

"Nella!Wir sind doch alle vernünftige Menschen." entgegnete Branford.

Sie wurde wieder ernster: "Also, ich habe die Impulskurve zurückverfolgt. Das Schiff hat mit 80-prozentiger Sicherheit diesen Kurs eingeschlagen. Allerdings kann ich dir nicht sagen, ob es diesen Kurs weiter verfolgt hat."

Das Zischen der Tür unterbrach sie. LaSalle betrat den Raum.

Darin sprach ihn an: "Was ist, Lieutenant?"

"Ich wollte ihnen helfen, Commander. Vielleicht können wir noch etwas mehr herausfinden." entgegnete LaSalle.

Darin nickte: "Danke, Lieutenant. Das ist eine gute Idee. Ich kann die Hilfe gut gebrauchen."

Branford wandte sich zum Gehen: "Also, das wäre dann alles. Bis später."

Er verließ die Wissenschaftsabteilung und ging in sein Quartier, um etwas zu schlafen.

 

Vier Stunden später wurde er von einer Mitteilung geweckt. Es war Tarall, der das Kommando führte.

"Sir, wir nähern uns dem Allantas-System." meldete der Vulkanier.

Branford streckte sich und bestätigte: "Danke, Mr Tarall. Ich komme sofort."

Er stieg aus dem Bett und zog seine Uniform an und steckte sich den Insignienkommunikator an.

 

Tarall erstattete Branford Bericht, als er die Brücke betrat.

"Sir, wir erreichen das Allantas-System. Wir sind bereit, die Suche aufzunehmen."

Branford setzte sich: "In Ordnung." Er schaltete den Kommunikator ein: "Alle Stabsoffiziere auf der Brücke melden."

Nach und nach erschienen die fehlenden Offiziere. Es waren nur Coburn und Pizoll, die gefehlt hatten. Sie übernahmen ihre Positionen von ihren Vertretern.

"Auf Impulsgeschwindigkeit gehen. Alarmstufe Gelb. Mr Coburn, die Langstreckensensoren einsetzen. Niedrigste Auflösung. Wir brauchen nur eine Ortung, nichts Genaueres."

Coburn scannte wie befohlen. Er meldete: "Sir, kein Schiff in Sensorenreichweite. Ich taste weiter den Fernbereich ab."

Die Defiance setzte einen Kurs in das System hinein. Nach vier Stunden erfolglosem Suchens meldete Coburn: "Sir, ich habe den Klasse-M-Planeten abgetastet. Dort gibt es Subraum-Aktivitäten. Könnte ein Kommunikationssystem sein."

Branford stand auf und ging zu Coburn: "Legen Sie den Planeten auf den Hauptschirm."

Allantas IV war ein Planet mit einer wüstenartigen Oberfläche. Dennoch war er für menschliches Leben geeignet.

"Mr Coburn, können Sie die Oberfläche scannen?" fragte Branford.

Coburn schüttelte den Kopf: "Nein. Es gibt Interferenzen, die unsere Scanner beeinträchtigen. Ich kann nicht feststellen, ob da unten etwas ist oder nicht."

Branford überlegte. Mit einem Außenteam könnte er dort wochenlang suchen. Also kämen nur Shuttles in Frage. Wenn er mehrere Shuttles einsetzte, könnte er in relativ kurzer Zeit Klarheit haben.

"Mr Tarall, lassen Sie vier Shuttles startklar machen. Sie sollen die Oberfläche absuchen. Lassen Sie die besten Piloten in die Shuttlerampe kommen." befahl Branford.

 

Fünfzehn Minuten später starteten die Shuttles auf den Planeten hinunter. Wenig später erhielt er schon Nachricht.

"Commander, das Shuttle "Pike" meldet sich." ließ Tarall wissen.

Branford nickte: "Audio-Kontakt, Mr Tarall."

Der Pilot, Lieutenant Sailer meldete sich: "Commander, ich habe hier eine kleinere Ansiedlung gefunden. Niemand zu sehen, Sir. Ich gebe die Koordinaten durch."

"Verstanden, Lieutenant. Kehren Sie zum Schiff zurück." befahl Branford.

"Mr Tarall, die anderen Shuttles sollen ebenfalls zurückkehren. Stellen Sie einen Sicherheitstrupp von fünf Leuten zusammen. Er wird uns begleiten. Sie, Doctor Tanner und Lt. LaSalle kommen auch mit. Wir treffen uns in Transporterraum 2. Commander Coburn, Sie übernehmen das Kommando."

 

Branford verließ die Brücke und suchte den Transporterraum auf. Tanner und LaSalle warteten schon, ebenfalls das Sicherheitsteam. Branford steckte seinen Typ II-Phaser und den Tricorder ein. Dann betrat er mit Tarall, Tanner und LaSalle die Plattform. Er gab den Befehl und sie wurden entmateralisiert.

Kurz nach ihnen wurde der Sicherheitstrupp runtergebeamt. Sie bewegten sich vorsichtig auf die drei Gebäude zu. Tarall führte zwei Sicherheitsoffiziere um das Gebäude herum. Branford ging mit LaSalle und einem Sicherheitsoffizier direkt darauf zu, im Schutz der Wand. Doctor Tanner und der verbliebene Mann blieben außerhalb in Sicherheit.

Branford war angespannt. In seiner Hand ruhte der Phaser, auf Stufe 3 eingestellt, was Betäuben bedeutete. LaSalle blieb hinter ihm, der Sicherheitsoffizier war neben ihm. Plötzlich schlug ein Phaserschuss ein wenig über ihnen ein. Branford sprang zur Seite, zurück in die Deckung der Mauer. Der Sicherheitsoffizier schaffte es nicht, sich in Sicherheit zu bringen und wurde von einem Phaserschuss in die Brust getroffen. Er schrie und stürzte zu Boden. Branford feuerte zurück, auch LaSalle erwiderte das Feuer. Einer der Angreifer zeigte sich, und Branford betäubte ihn. Die anderen waren anscheinend in dem mittleren Gebäude. Branford tippte seinen Kommunikator an, während LaSalle sich um den Verletzten kümmerte: "Branford an Tarall, nehmen Sie sich das mittlere Gebäude vor. Dort sind die Angreifer." Er wandte sich LaSalle zu: "Was ist mit dem Mann, Lieutenant?"

LaSalle erwiderte: "Kein Problem, Sir. Er ist nur betäubt. Ich habe den Doctor verständigt, sie wird sich um ihn kümmern."

Tarall näherte sich mit seinen zwei Leuten dem Gebäude. Sie schossen mit den Phasern die hintere Tür auf und dann konnten sie die Angreifer ins Kreuzfeuer nehmen. Branford ging mit LaSalle etwas vor und schossen von der anderen Seite in das Gebäude. Nachdem zwei der Angreifer getroffen waren, ergab sich der letzte. Eine Person verließ das Gebäude mit erhobenen Händen. Branford ging zu der Person hin. Taralls Sicherheitsoffiziere hielten sie in Schach. Als Branford die Person ansah, konnte er es kaum glauben.

"Laura, was machst du hier?Bist du von allen guten Geistern verlassen?" fragte Branford erregt.

Die junge Frau erwiderte eingeschüchtert: "Ja, Chris. Ich gehöre dazu. Es ist meine Überzeugung."

Branford konnte es kaum fassen. Laura Banner hatte mit ihm an Bord der U.S.S. Cornwall gedient. Er wußte nicht, daß sie die Flotte verlassen hatte. Aber es wunderte ihn eigentlich gar nicht so sehr, wie er zuerst gedacht hatte. Denn die 27-jährige war schon immer etwas charakterschwach.

"Lieutenant, ich erledige das. Ihre Leute können sich um die anderen Gefangenen kümmern." Branford nahm Laura am Arm und ging mit ihr etwas weg von dem Geschehen. Tarall nahm mit seinen Leuten die betäubten Maquis mit auf das Schiff. Als die letzten Leute den Planeten verlassen hatte, war Branford mit ihr allein.

 

"Wie lange bist du schon bei dem Maquis, Laura?" fragte Branford.

Laura erwiderte leise: "Ein Jahr. Ich hatte Landurlaub auf Deep-Space-Nine, da bin ich desertiert. Ich sah keine Perspektive."

Branford wurde wütend: "Du hattest alle Möglichkeiten. Du hattest schon den Rang eines Lieutenants, du hattest als Steuermann der Victory eine gute Position! Wieso hast du das geopfert? Normalerweise sind Angehörige des Maquis ehemalige Siedler auf Planeten, die an Cardassia gefallen sind. Aber du stammst nicht von so einem Planeten."

Laura senkte ihren Kopf: "Ich weiß, du verstehst das nicht, Chris. Laß uns bitte an Bord des Schiffes gehen."

Branford nickte wütend: "Ja, das machen wir. Über deine Rechte muß ich dich ja nicht aufklären, die kennst du ja bestens." Er tippte seinen Kommunikator an: "Branford an Defiance, zwei Personen hochbeamen."

Als Branford uns seine Gefangene im Transporterraum erschienen, war Lieutenant Tarall auch anwesend.

"Willkommen an Bord, Commander. Soll ich Miss Banner zur Arrestzelle führen?" begrüßte sie der Vulkanier.

Branford schüttele den Kopf: "Nein, danke. Ich erledige das, Lieutenant. Kehren Sie auf die Brücke zurück."

Der Vulkanier nickte und verließ den Raum.

Branford sah Laura an: "Hier entlang bitte."

Er führte Laura durch einige Korridore in den Arrestzellentrakt und betrat mit ihr einen Vorraum, hinter dem eine Arrestzelle lag. Eine Sicherheitswache saß an dem Kontrollpult. Branford deutete Laura an, die Zelle zu betreten.

Ihr trauriger Gesichtsausdruck berührte ihn, aber er ließ sich nichts anmerken. Sie betrat die Zelle und die Wache aktivierte das Kraftfeld.

"Wir werden uns später unterhalten, Laura." sagte Branford und drehte sich um.

Laura blickte ihn bittend an: "Chris, bitte. Laß uns doch miteinander reden!"

Branford erwiderte schlicht: "Später." und verließ den Raum.

 

Tarall arbeitete am taktischen Kontrollpult als Branford die Brücke betrat. Er erstattete Bericht: "Sir, wir haben das Lager durchsucht. Es war jedoch bis auf einige Essensvorräte und das Subraumfunkgerät leer. Offensichtlich wurde das Lager kurz vorher geräumt, aber ich erkannte deutlich, daß es ein Nachschubdepot ist."

Branford hob die Augenbrauen: "Ah, das ist interessant. Wie Commander Warren bemerkte. Sie haben die Antimaterie für ein Schiff gebraucht und haben sich zusätzlich hier mit anderen Vorräten eingedeckt."

Cobrun gesellte sich hinzu: "Nun, das denke ich auch. Aber wir können keine weiteren Impulskurven scannen. Ich hoffe, wir können die Maquis zur Zusammenarbeit bewegen."

Tarall schien wenig zuversichtlich: "Ihre Hoffnung in Ehren, Commander, aber die Maquis dürften wir kaum überzeugen können. Höchstens, wenn wir diese Laura Banner überzeugen können. Sie ist meiner Einschätzung nach die charakterlich am wenigsten gefestigte."

Branford nickte: "In Ordnung. Wir lassen sie noch eine Stunde nachdenken. Mr Tarall, Sie verhören mittlerweile die anderen Maquis. Counselor Galen wird ihnen helfen. Das wäre alles."

Branford wandte sich Crusher zu: "Lieutenant, stellen Sie eine Verbindung zum Sternenflottenkommando her. Legen Sie sie in den Bereitschaftsraum. Mr Coburn, Sie übernehmen das Kommando."

Er verließ die Brücke und nahm im Bereitschaftsraum am Tisch Platz. Auf dem Monitor vor ihm erschien Admiral Nogura.

"Commander, was haben sie erreicht?" fragte Nogura.

Branford erklärte dem Admiral kurz, was sie mittlerweile getan hatten. Er war nicht sonderlich überrascht.

"Setzen Sie ihre Nachforschungen fort, Commander. Die Endeavor hat die Nachforschungen ebenfalls aufgenommen und wird sie unterstützen. Nogura Ende."

Branford kehrte auf die Brücke zurück und nahm im Kommandosessel Platz.

"Permanenten Gelben Alarm, Mr Crusher." befahl Branford.

"Branford an Tarall, wie kommen Sie mit den Maquis voran, Lieutenant?"

Der Sicherheitschef meldete sich: "Augenblick, Commander." Er schloss die Verbindung. Wenig später meldete er sich wieder: "Ich habe nur kurz den Raum verlassen, Commander. Jeder der drei Maquis hat konsequent die Zusammenarbeit verweigert. Auch Zugeständnisse haben sie nicht dazu bewegen können. Ich fürchte, Sie werden mit Miss Banner sprechen müssen, Sir. Sie will mit niemanden sonst verhandeln."

Branford bestätigte: "Verstanden, Lieutenant. Ich gehe zu Miss Banner. Ich danke Ihnen für ihre Bemühungen. Branford Ende."

Er erhob sich und übertrug Coburn das Kommando, als er die Brücke verließ.

 

Laura saß in ihrer Zelle, den Blick zum Boden gerichtet. Als sich die Tür öffnete und Branford den Raum betrat, sah sie auf. Er signalisierte der Wache, den Raum zu verlassen. Dann trat er an die Zelle, deaktivierte das Kraftfeld und betrat die Zelle.

"Was möchtest du, Chris?Glaubst du, ich würde euch helfen?" engegnete sie ihm feinselig.

Branford setzte sich und redete beschwichtigend auf sie ein: "Laura, ich will dir doch helfen. Aber das funktioniert nur, wenn du das ebenfalls möchtest."

Sie blickte ihn mißtrauisch an: "Was könntest du für mich tun?"

"Du wirst wegen Piraterie, illegalen Waffenbesitzes und Widerstand gegen Föderationsbehörden angeklagt. Dich erwartet eine Haftstrafe, Laura. Aber deine Mithilfe entscheidet, wie und wo du diese Strafe absitzt."

Sie zeigte keine sichtbare Reaktion.

"Laura, wir zwei waren doch mal gute Freunde. Wieso ist das für dich alles Vergangenheit? Wieso willst du dir auf einmal nicht mehr von mir helfen lassen."

Laura strich sich ihre langen, braunen Haare aus dem Gesicht. Branford bemerkte, daß sie ein paar Tränen in den Augen hatte. Er nahm ihre Hand.

"Willst du mir helfen, weiteres Blutvergießen zu vermeiden? Bitte!"

Sie nickte kaum merklich und flüsterte: "Okay, Chris. Ich werde dir helfen."

 

Auf Branfords Anweisung und in Absprache mit seinen Stabsoffizieren wurde Laura in ein normales Quartier verlegt, allerdings mit einer Wache vor der Tür.

Eine halbe Stunde später unterhielten sich Branford und Sandra Galen mit Laura Banner.

"Laura, was für ein Schiff benutzt der Maquis?" fragte Branford.

Sie überlegte und antwortete: "Es ist ein altes Föderationsraumschiff, das sie vor einem Jahr aus einem Depot entwendet haben. Es hieß früher "Harford". Ein Schiff der Sojuz-Klasse, daß sie allerdings mit gestohlenen Föderationsersatzteilen modernisiert haben. Es besitzt eine Höchstgeschwindigkeit von beinahe Warp 9. Die Bewaffnung ist ebenfalls nicht mehr orginal, aber dazu kann ich keine Aussage machen. Ich war zweimal an Bord. Einmal haben wir einen Flug zu einer anderen Versorgungsbasis auf Soren I durchgeführt, dabei haben wir Warp 8,5 deutlich überschritten."

Sandra hakte nach: "Wie sieht es mit der Besatzung aus? Wer gehört ihr an?"

"Der Kommandant ist ein Ex-Sternenflottenoffizier namens Frank Duvall. Sie haben sicherlich Informationen über ihn, denn er hat nie über seine Vorgeschichte gesprochen. Ein anderes Mitglied der Mannschaft kenne ich jedoch recht gut. Es ist Anna Beauforth. Sie war früher auf der U.S.S. Berlin und mit mir zusammen auf der Akademie."

Branford nickte: "Das hilft uns sehr. Aber wie sieht es sonst mit ihrem Schiff aus? Hat es irgendwelche Besonderheiten?"

"Ich vermute es. Es ging ein Gerücht um, daß es mit einer besonderen Legierung überzogen ist, welches die Sensoren beeinträchtigt. Dadurch werden sie schwerer zu finden sein." antwortete Laura.

 

Branford beendete das Gespräch und ließ Laura in ihr Quartier bringen. Dann schaute er zusammen mit Sandra nach Informationen über den Kommandanten, Frank Duvall. Auf dem Bildschirm erschienen die Informationen:

 
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Personalverzeichnis der Vereinten Föderation der Planeten
Name:
Rang:
Alter:
gegenwärtiger
Status:
Frank Duvall
Lieutenant Commander
28 Jahre
 
desertiert, Ermittlungen laufen
Karriere: 2361-2365
 
2365-2367
2367-2368
 
2368-2370
2370
Sternenflottenakademie, Abschluss mit Auszeichnung in
taktischer Analyse und Strategie
stationiert auf Deep-Space-Two
stationiert auf der U.S.S. Independence als taktischer
Offizier
stationiert auf der U.S.S. Phoenix als taktischer Offizier
desertiert während eines Landurlaubs auf New Pacifica
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Branford lehnte sich zurück. Das würde eine harte Nuss werden. Wie aus seiner Personalakte hervorging war Duvall ein taktisches Genie, hatte genaugenommen seine gesamte Dienstzeit als Taktischer Offizier gedient.

"Chris, hier kommen die Informationen aus dem Schiffsregister." ließ ihn Sandra wissen." Branford nickte und rief die Informationen auf dem Bildschirm ab:

 
 
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Schiffsregister der Vereinten Föderation der Planeten
Name des Schiffes:
Register-Nummer:
Klasse:
Art:
Indienststellung:
Außerdienststellung:
Bewaffnung:
Höchstgeschwindigkeit:
gegenwärtiger Status:
U.S.S. Harford
N.C.C. 35421
Sojuz
leichter Angriffskreuzer
22. September 2284
10. Dezember 2288
drei Phaserkanonen, zwei Photonentorpedolauncher
Warp 7,5
außer Dienst, wurde 2367 aus dem Überschussdepot auf
Zakdorn entwendet. Gegenwärtig laufen Ermittlungen
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Sandra war überrascht: "Chris, das Schiff war nur vier Jahre alt, als es außer Dienst gestellt wurde. Kannst du dir erklären wieso?"

Branford anwortete: "Ja, ich habe darüber gehört. Im Jahre 2288 wurden alle Schiffe der Sojuz-Klasse außer Dienst gestellt, da diese Schiffe primär für die Aufgabe gebaut wurden, Angriffe durchzuführen. Aber die Föderation war zu dem Zeitpunkt der Auffassung, daß sie keine reinen Kampfschiffe bräuchte, was sicherlich nicht ganz falsch ist. Aber man hätte durchaus diese Schiffe umrüsten können, so daß sie auch andere Aufgaben hätten übernehmen können. Aber der Aufwand, die sechzehn Schiffe der Klasse umzurüsten, war dem Oberkommando damals anscheinend zu hoch. Deshalb wurden sie eingemottet, auch solche Schiffe, die wie die Harford erst wenige Jahre vorher gebaut wurden"

"Was meinst du zu diesen Informationen?" fragte Sandra.

Branford war unentschlossen: "Nun, die über Duvall sind sicherlich sehr hilfreich, aber die über das Schiff können wir getrost vergessen. Das Schiff ist zwar 87 Jahre alt, aber das heißt gar nichts. Der Maquis hat es, wie du gehört hast, modifiziert. Das bedeutet, daß wir annehmen müssen, daß die Höchstgeschwindigkeit, wie Laura erwähnte, höher liegt und das Bewaffnung und Sensorensysteme ebenfalls verbessert wurden."

Sandra nickte: "Und, wie gehen wir vor, Chris?"

"Wir werden erstmal Kurs auf die cardassianische Grenze setzen. Ich habe so ein Gefühl, als wollte der Maquis dorthin."

Branford stand auf und ging auf die Brücke zurück.

"Fähnrich Holden, setzen Sie Kurs 211,153. Warp 4. Mr Tarall, übermitteln Sie der Endeavor unsere Informationen." befahl er.

Der junge Mann betätigte die Konsole und meldete: "Aye, Sir. Kurs gesetzt, Geschwindigkeit programmiert."

Branford nickte: "Beschleunigen Sie, Mr Holden."

Coburn drehte sich um: "Sir, wir fliegen zur cardassianischen Grenze?"

Er war anscheinend beunruhigt.

"Ja, Commander. Es spricht alles dafür, daß sie dorthin wollten."

Sein 2. Offizier nickte: "Jawohl, Sir."

 

Im selben Moment wurde an Bord der U.S.S. Endeavor Sensorenalarm ausgelöst. Captain Jennifer Randolph wandte sich zu ihrem taktischen Offizier um, Lt. Commander Nadja Shavenko.

"Commander, was ist? Haben sie ein Schiff geortet?" fragte Randolph.

Die Russin nickte: "Ja, Captain. In Richtung 311,254. Es ist etwa zehn Minuten Flugzeit mit Warp 7 entfernt."

Randolph überlegte. Konnte es das Maquis-Schiff sein? Sie wollte keine Möglichkeit übersehen: "Mr Cassington, Abfangkurs auf das Schiff mit Warp 8. Beschleunigen."

Ihr Steuermann bestätigte und der Kreuzer der Nebula-Klasse änderte den Kurs.

"Commander, können Sie es indentifizieren?" fragte sie ihren 1. Offizier. Commander Reginald Tallas mußte verneinen: "Nein, Captain. Es stimmt offensichtlich, daß die Außenhaut des Schiffes unsere Sensoren behindert."

Der Einsatzleiter, Lt. Commander Leihenstein, meldete: "Captain, wir treffen in weniger als zwei Minuten auf das Schiff. Gehen wir auf Alarm Gelb?"

Randolph nickte. Die Brücke wurde in Alarmbereitschaft versetzt.

"Sir, das Schiff kommt in Sichtweite." meldete Leihenstein.

Randolph nickte: "Danke. Auf den Schirm, Commander."

Auf dem Hauptbildschirm erschien das Schiff. Es flog hohe Impulsgeschwindigkeit und hatte seinen Kurs geändert, um das System zu verlassen. Erst außerhalb konnten sie auf Warp gehen.

"Auf Impulsgeschwindigkeit, Mr Cassington. Schilde hoch." befahl Randolph.

Das fremde Schiff floh ganz offensichtlich vor der Endeavor.

"Commander, rufen Sie das Schiff."

Shavenko versuchte zweimal, eine Verbindung auszubauen. Doch sie scheiterte.

"Sie antworten nicht, Captain. Ich empfehle, den Traktorstrahl einzusetzen."

"Gut. Aktivieren Sie die Phaser und Torpedobänke, Commander. Alarm Rot. Traktorstrahl auf Ziel, und aktivieren!"

Der Traktorstrahl der Endeavor erfasste das Schiff und hielt es zurück.

Plötzlich eröffnete es das Feuer aus den Phaserbanken. Die Endeavor wurde voll getroffen. Die Erschütterung war stark.

"Schadensbericht, Mr Leihenstein!" rief Captain Randolph.

Der Einsatzleiter koordinierte die Schadensberichte von den Decks, dann erstattete er Meldung: "Schilde halten, Captain. Leichter Schaden an den vorderen Energieleitungen, Traktorstrahl ausgefallen, ansonsten wird aber kein System beeinträchtigt."

Randolph hatte genug: "Phaser auf Ziel einstellen, Niveau 75%. Feuer!"

Die Bugphaserkanonen der Endeavor feuerten einen gebündelten Feuerstoss auf das Schiff. Es wurde backbord getroffen, wobei kleinere Schäden auftraten.

Leihenstein meldete: "Leichte Schäden an den Schilden des Gegners, sind auf 85% gefallen!Der Gegner wendet, Captain!"

Randolph befahl, in Gegenrichtung zu drehen und die Hecktorpedos klar zu machen. Dann war es soweit. Die Endeavor befand sich in bester Schussposition.

"Commander, Doppelsalve aus den hinteren Torpedorohren, Level 5. Feuer!"

Die zwei Hecktorpedolauncher feuerten, doch nur einer traf das Schiff.

"Schilde des Gegners auf 85% stabil, Captain!" meldete Shavenko.

Der Gegner schickte sich an, ebenfalls zu feuern. Er drehte der Endeavor sein Heck zu und schoss zwei Torpdos ab, im Verbund feuerte er noch die Phaser ab.

Die Endeavor wurde von beiden Torpedos und dem Phaserschuss getroffen und beschädigt. Randolph merkte deutlich die Erschütterung. "Captain, Schilde auf 60% gefallen. Der Impulsantrieb verliert Energie!" meldete ihr Einsatzleiter.

"Ausweichmanöver Delta-Sequenz, Voller Impuls, Mr Cassington!" befahl Randolph. Sie wollte ihr Schiff aus der Gefahrenzone bringen, doch die Endeavor steckte noch einen Phasertreffer ein, der die Schilde auf 45% senkte.

"Commander, Phaser auf 50%, Dauerfeuer auf das Schiff! Feuern Sie!"

Ihr taktischer Offizier führte ihren Befehl aus. Das feindliche Schiff wurde getroffen, doch außer, daß die Schilde des Gegners auf 68% gesenkt wurden, ergab die Attacke keinerlei Ergebnisse.

Leihenstein hatte etwas entdeckt: "Captain, ich scanne einen erhöhten Energieausstoss des Warpkerns dieses Schiffes. Die wollen auf Warpgeschwindigkeit gehen!"

Randolph blickte Leihenstein einen Moment an: "Ist der Traktorstrahl einsatzbereit?"

Er schüttelte den Kopf.

"Dann müssen wir es anderst machen. Phaser auf Ziel, Niveau 80%. Feuer frei!"

Shavenko warnte sie: "Captain, das könnte unsere Energieleitungen überlasten!"

"Machen Sie es, Commander. Sofort!" befahl Randolph.

Die Endeavor erzitterte, als die Phaser auf dieser hohen Einstellung feuerten. Das feindliche Schiff wurde schwer getroffen und mußte den Versuch vorläufig aufgeben, auf Warp zu gehen. Jetzt hatte die Endeavor eine perfekte Möglichkeit, das Schiff zu besiegen.

"Die Schilde des Gegners sind auf 40% gefallen!" meldete Shavenko.

"Captain, wir werden gerufen! Es ist das andere Schiff!"

Randolph deutete auf den Bildschirm.

Auf diesem erschien der Kommandant des fremden Schiffes. Er stellte sich vor: "Captain, ich bin Frank Duvall, Kommandant des Maquis-Schiffes Guevara. Stellen sie ihre Angriffsaktionen ein!Umgehend!"

Randolph erhob sich: "Ich bin Captain Jennifer Randolph von der U.S.S. Endeavor. Senken sie ihre Schilde und ergeben sie sich, ansonsten werden wir Sie kampfunfähig machen und Ihr Schiff entern!"

Duvall verzog keine Miene. Er schaltete die Verbindung ab.

"Captain, ich orte ein Schiff, daß sich mit Warpgeschwindigkeit nähert! Es geht jetzt unter Warp!" meldete Leihenstein.

"Können sie es identifizieren?" fragte Randolph.

Leihenstein antwortete: "Es ist ein cardassianischer Kreuzer der Enhanced-Penetrator-Klasse. Er hat Schilde und Waffensysteme aktiviert!"

Der Kreuzer näherte sich den zwei Schiffen. Als er in Phaserreichweite war, nahm er auf einmal die Endeavor unter Feuer.

"Schadensbericht!Wie sieht es aus, Commander?" wollte Randolph wissen.

Leihenstein antwortete: "Schilde auf 50% gefallen, Impulsantrieb auf 60% verringert!"

"Feuer erwidern. Phaser Feuer frei!" rief Randolph.

Die Endeavor feuerte auf die Cardassianer. Der Kreuzer wurde getroffen und schwer beschädigt.

"Die Schilde des Gegners haben in dem achteren Bereich einen Energieausfall!" meldete Shavenko.

"Captain, die Guevara entfernt sich mit Warpgeschwindigkeit. Verdammte Cardassianer!" schrie Leihenstein.

Randolph waren in dem Moment die Cardassianer egal.

"Auf Warp 8,5 gehen. Verfolgungskurs eingeben!Los!"

Die Endeavor beschleunigte und nahm die Verfolgung auf.

"Captain, die Guevara fliegt mit Warp 8,87. Sie entfernt sich von uns. Zwar langsam, aber wir können Sie nicht aufhalten. Die Torpedobänke sind bei dem Beschuss beschädigt worden und sind nicht einsatzbereit!"

Randolph fluchte. Auch deshalb, weil Cassington meldete, daß die Endeavor langsamer würde.

"Randolph an Maschinenraum, was ist los bei Ihnen? Ich brauche Maximal-Energie für den Warpantrieb!"

Der Chefingenieur antwortete: "Captain, wir können nicht auf Warpgeschwindigkeit bleiben! Die Energieversorgungsleitungen wurden beim Kampf beschädigt! Wir brauchen cirka 1.1/2 Stunden, um sie zu reparieren. Tut mir leid."

Randolph setzte sich enttäuscht. Sie hatte die Guevara entkommen lassen. Sie war sehr ehrgeizig und konnte sich nicht so leicht mit Niederlagen abfinden.

"Mr Cassington, setzen sie einen Kurs zurück zu dem cardassianischen Schiff. Ich habe mit den Cardassianern noch etwas zu besprechen."

Als die Endeavor zurück zum Ausgangspunkt kam, war der cardassianische Kreuzer verschwunden. Randolph ließ die Umgebung scannen, aber es war kein Schiff mehr auszumachen. Sie kontaktierte die Defiance, um über den Zwischenfall zu berichten.

 
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