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Die Abenteuer des Captain Branford
Defiance: Die Bewährungsprobe Teil 2 © by Ruppert, T.J. ()
Inzwischen hatte die Defiance die Hälfte der Strecke zur cardassianischen Grenze zurückgelegt. "Sir, die Endeavor meldet sich. Nachricht der Priorität 1!" ließ Tarall seinen Commander wissen. Branford nickte:"Auf den Hauptschirm, Lieutenant." Captain Jennifer Randolph kannte Branford schon seit fünf Jahren, als sie sich bei einem Außenteam-Einsatz kennenlernten. Sie beeindruckte ihn schon damals durch ihre Zielstrebigkeit, Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen. Außerdem war sie eine gutaussehende Frau, die es verstand, ihre Weiblichkeit mit der Position eines Captains zu verbinden. "Ich grüße Sie, Chris. Ich habe schlechte Nachrichten." begann Randolph das Gespräch. "Was ist denn vorgefallen, Jennifer? Haben Sie das Maquis-Schiff geortet?" fragte Branford. Sie nickte nachdenklich:"Ja, das haben wir. Wir haben mit ihm gekämpft und einige Schäden weggesteckt. Aber dann griff uns ein cardassianischer Kreuzer an, und das Maquis-Schiff entkam. Es war schneller als wir. Das stimmt mit ihren Berichten überein." "Ja, das hatten wir befürchtet. Was ist mit den Cardassianern?" Randolph zuckte unwissend mit den Schultern:"Nun, wir haben sie nicht mehr geortet, seit wir das Maquis-Schiff verfolgt hatten. Aber den Kurs des Maquis-Schiffes konnten wir mit den Langstreckensensoren verfolgen. Er lag bei 325, 163. Wir haben sie vor 17 Minuten verloren. Wir fliegen mit Impulskraft Richtung cardassianischer Grenze, allerdings werden wir noch eine Stunde brauchen, um den Warpantrieb wiederherzustellen." Branford entgegnete:"Das ist schon eine Menge. Wir werden sie abfangen. Jennifer, ich danke Ihnen." Randolph verabschiedete sich:"Alles Gute, Chris. Randolph Ende." "Kurs 325, 163, Warp 9, 5. Beschleunigen." befahl Branford. Die Defiance änderte den Kurs und steuerte das Miranda-System an, in dessen Richtung das Maquis-Schiff geflogen war.
Branford übergab das Kommando an Tarall und suchte Laura in ihrem Quartier auf. Sie stand vor dem Spiegel und trocknete sich die Haare. "Hey, du siehst ja immer noch wirklich toll aus!" Laura zuckte zusammen:"Chris, erschreck mich nie wieder so!" Branford sah sie an:"Tut mir leid. Ich möchte mit dir über den Maquis sprechen." Sie nickte und bot ihm einen Platz an. "Was möchtest du wissen, Chris?" Er wirkte unsicher:"Nun, ich bin mir nicht sicher, ob du uns helfen kannst. Die Endeavor ist in einen Kampf mit der Guevara verwickelt worden. Die Guevara entkam, als ein cardassianischer Kreuzer in den Kampf eingriff. Sie flohen in Richtung cardassianische Grenze." Laura dachte einen Moment nach, grübelte. Dann rief sie:"Ja, natürlich! Das ist es!" Branford fragte nach:"Was?Was ist dir eingefallen?" Sie zeigte sich triumphierend:"Sie wollen zu der cardassianischen Raumstation Tral Elek. Der Maquis hat sichere Informationen, daß es sich um eine Nachschubbasis handelt, die für einen Angriff auf die äußeren Sektoren der Föderation benutzt werden soll." Branford rief über den Bildschirm Informationen über die Station ab. "Also laut Bericht unseres Geheimdienstes ist sie eine Handelstation für den Außenhandel des cardassianischen Reiches. Bewohnerzahl:1600 Zivilisten, 150 Militärs." Laura schüttelte energisch den Kopf:"Nein, Chris. Das ist ein Vorwand, um diese Station aus dem Blickfeld zu ziehen!" Branford war sich der Informationen nicht mehr ganz sicher. Zu Vieles deutete auf diese Möglichkeit hin. "Was denkst du Chris?" riß ihn Laura aus seinen Gedanken. Er wirkte sehr nachdenklich. "Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, Laura. Aber wir gehen dieser Sache nach." Er tippte seinen Kommunikator an:"Lieutenant Pizoll, nehmen Sie Kurs auf die cardassianische Station Tral Elek, Warp 7." "Verstanden, Commander." antwortete Pizoll. Er erhob sich:"Laura, möchtest du mit auf die Brücke?" Sie sah ihn dankbar an und nickte. "Dann komm, wir haben eine Menge zu tun."
Unterdessen hatte es die Crew der Endeavor geschafft, den Warpantrieb wiederherzustellen. Captain Randolph war zufrieden. "Mr Cassington, gehen sie auf Warp 7. Kurs beibehalten." befahl Randolph. Nach wenigen Minuten Fluges ertönte ein Sensorenalarm. "Captain, ich habe ein Schiff geortet, Richtung 212, 112. Enfernung 8 Minuten mit Warp 7." meldete Shavenko. "Können sie es identifizieren, Commander?" Sie nickte:"Ja, es ist der cardassianische Kreuzer, der uns angegriffen hat. Seine Warp-Signatur ist die gleiche." Randolph fühlte einen Hauch von Befriedigung. Nun konnte sie die Cardassianer zur Rechenschaft ziehen. "Abfangkurs auf den Kreuzer, Mr Cassington. Alarm Rot, Schilde und Phaser aktivieren!" befahl sie. Der Kreuzer versuchte, ihnen zu entkommen. Er drehte ab und flüchtete mit Warp 7, 5. "Sie können uns nicht enkommen, Captain. Wir könnten sie mit zwei Photonentorpedos zwingen, auf Impuls zu gehen." schlug Leihenstein vor. Randolph grübelte. Sollte sie den Kreuzer stoppen? Sie verwarf eventuelle Zweifel. Schließlich hatte er sie angegriffen. "Torpedos klar, Level 5. Auf Ziel einstellen, Commander." befahl Randolph. Ihr taktischer Offizier stellte die Torpedos ein und meldete:"Alles bereit, Captain." Sie nickte:"Feuer!" Die zwei Torpedos schlugen auf dem Kreuzer ein, der daraufhin auf Impulsgeschwindigkeit gehen mußte. Sofort, nachdem er langsamer geworden war, steuerte er eine Verteidigungsposition an. "Der Kreuzer aktiviert die Waffensysteme, Captain." meldete Leihenstein. Randolph erhob sich. "Auf Impuls gehen. Phaser klar zum Gefecht. Einstellung 70%, Ziel auf Maschinen, Waffen und Schilde begrenzen. Feuer!" befahl Randolph energisch. Der Feuerstoß aus den vorderen Phaserbanken traf den Kreuzer voll. "Schilde des Gegners brechen zusammen, sein Impulsantrieb verliert Energie!" meldete Shavenko triumphierend. "Captain, wir werden von dem Kreuzer gerufen." Randolph befahl, die Nachricht auf den Bildschirm zu legen. Der Kommandant des Kreuzers erschien. "Ich bin Gal Macet, Kommandant des cardassianischen Kreuzers Traiger." begann er das Gespräch. Randolph erwiderte energisch:"Ich bin Captain Jennifer Randolph von der U.S.S. Endeavor. Sie befinden sich im Raum der Föderation und haben uns außerdem angegriffen. Wir erwarten eine ausreichende Erklärung!" Gal Macet verzog keine Miene:"Entschuldigen Sie, aber wir suchen ein Maquis-Schiff, das im Verdacht steht, cardassianische Einrichtungen anzugreifen. Für den Angriff entschuldigen wir uns in aller Form. Es war eine Verwechslung." Randolph konnte es nicht fassen. "Eine ziemlich einfallslose Ausrede, Gal Macet. Ich warne Sie, nochmal so etwas zu versuchen. Sie werden den Raum der Föderation sofort verlassen. Wir begleiten Sie zur Grenze. Randolph Ende." erwiderte Randolph. Die Traiger setzte Kurs auf die Grenze und die Endeavor folgte ihr.
Branford hatte wenig später eine Mitteilung von der Endeavor erhalten, die ihren Kampf mit dem cardassianischen Kreuzer schilderte. "Das habe ich befürchtet, Sir. Die Cardassianer werden keine Ruhe geben, bis sie die Guevara gefunden haben. Wir sollten schnell handeln, Commander." kommentierte Coburn den Zwischenfall. Branford mußte ihm zustimmen:"Ich gebe ihnen recht, Mr Coburn. Je schneller wir dieses Schiff finden, desto schneller werden die Cardassianer Ruhe geben." Er wandte sich Lieutenant Pizoll zu:"Wann erreichen wir die Station Tral Elek, Lieutenant?" Pizoll erwiderte:"In 29 Minuten, Commander. Die Grenze liegt 14 Minuten entfernt." Tarall gab zu bedenken:"Sir, es würde zu erheblichen Problemen führen, wenn wir die Guevara nicht vor der Grenze abfangen können." Der Commander wußte nur zu gut, was es bedeuten würde, wenn es der Defiance nicht gelingen würde, sie vorher abzufangen. "Lieutenant, auf Warp 9,87 beschleunigen. Wir müssen die Guevara vorher abfangen." Zehn Minuten später meldete Tarall:"Sir, ich habe ein Schiff geortet, Richtung 217,321. Enfernung fünf Minuten mit derzeitiger Geschwindigkeit." Branford fragte:"Was ist es für ein Schiff, Lieutenant?" "Es ist die Guevara. Wir haben die Warp-Signatur von der Endeavor übermittelt bekommen." antwortete der vulkanische Sicherheitsoffizier. Branford befahl, auf Abfangkurs zu gehen. "Wir werden sie in vier Minuten erreichen, Sir. Noch vor der Grenze." meldete Tarall. Die Defiance näherte sich mit voller Kraft dem Maquis-Schiff. "Alarmstufe Rot!Aktivieren sie die Schilde, Phaser und Torpedos klarmachen!" befahl Branford. "Die Guevara fliegt mit Warp 8,6. Sie nähert sich der Grenze." meldete Coburn. Branford sah Tarall an:"Rufen sie die Guevara, Lieutenant." Der Sicherheitschef versuchte eine Verbindung aufzubauen, aber er scheiterte:"Sir, die Guevara meldet sich nicht. Sie ignorieren uns." Branford war nachdenklich. Nun würde er sie gewaltsam stoppen müssen. "Ändern sie den Kurs, Lieutenant. Setzen sie die Defiance vor die Guevara." befahl er. Die Defiance überholte die Guevara und zwang sie, den Kurs zu ändern. "Sir, die Guevara fällt unter Warp. Sie aktivieren die Waffen und die Schilde!" meldete Tarall. "Auf Impuls gehen. Taktische Analyse, Mr Tarall." Der Vulkanier legte die taktische Analyse auf den Hauptschirm. "Sir, die Guevara ist uns waffenmäßig unterlegen. Sie können allerdings schneller manöverieren, Commander." analysierte der Vulkanier. Die Guevara steuerte in eine Angriffsposition und eröffnete das Feuer mit den Phasern. Die Defiance erhielt vier Treffer. "Schadensbericht, Mr Tarall!" befahl Branford. Der Vulkanier erwiderte kühl:"Schilde halten, Commander. Keine Schäden." Branford reichte es:"Nun, wir sollten unsere Stimme erheben. Phaser auf Ziel einstellen, Lieutenant. Einstellung 90%." Der Vulkanier meldete:"Alles bereit, Sir." Branford gab den Feuerbefehl. Der Feuerstoß aus den vorderen Phaserbänken traf die Guevara voll. Sie steuerte daraufhin in eine defensive Position. "Sir, die Schilde des Gegner sind auf 70% gefallen. Teilweises Energieversagen des Impulsantriebes." meldete Coburn. "Lieutenant, Ziele auf Maschinen und Schilde begrenzen. Feuerbereitschaft!" Die Guevara feuerte drei Torpedos ab, die die Defiance steuerbord trafen. "Maschinenraum an Brücke, Steuerbord Energieversorgung ausgefallen." meldete Chang. "Die Steuerbord-Schilde sind ausgefallen, Commander. Empfehle Defensiv-Manöver." meldete Coburn. Branford nickte:"In Ordnung. Lieutenant Pizoll, Delta-Ausweichmanöver. Voller Impuls!" Die Defiance zog sich aus der Reichweite der Waffen der Guevara zurück. Diese versuchte, das Weite zu suchen. "Torpedos klar, falls sie auf Warp gehen. Schussfolge mit wechselnder Frequenz, Lieutenant. Feuer!" befahl. Die Schussfolge bestand aus mehreren Phaserschüssen und zwei Torpedos. Die Guevara konnte zwei Schüssen ausweichen, wurde aber von der Mehrzahl getroffen. "Sir, die Schilde der Guevara brechen zusammen! Ihr Warpantrieb ist ausgefallen, der Impulsantrieb ist auf Minimum." meldete Coburn. "Sehr gut. Mr Tarall, rufen sie die Guevara." befahl Branford. Ein Signal zeigte an, daß ein Kontakt aufgebaut wurde. Auf dem Bildschirm erschien der Kommandant. "Föderationsschiff, hier spricht Frank Duvall, Kommandant des Maquis-Schiffes Guevara." Branford erhob sich:"Mr Duvall, ich bin Commander Christopher Branford von der U.S.S. Defiance. Bereiten Sie sich darauf vor, geentert zu werden!" Duvall nickte:"Einverstanden, Commander. Wir werden keinen Widerstand mehr leisten." Branford nickte:"Verbindung Ende." Er wandte sich Coburn zu:"Mr Coburn, Sie übernehmen das Kommando. Lieutenant Tarall, Sie stellen ein Enterkommando zusammen. Wir treffen uns in fünf Minuten in Transporterraum 1." Branford verließ mit Tarall die Brücke und suchte den Transporterraum auf. Dort war das Enterkommando versammelt. Es waren 25 Angehörige des Sicherheitsdienstes, allesamt schwer bewaffnet mit Typ II-Phasern und Typ III-Phasergewehren. Branford betrat mit der ersten Gruppe von fünf Leuten die Plattform. Er wies den Transporterchef an, sie auf die Brücke der Guevara zu beamen. Die restlichen Leute sollten an verschiedenen Positionen des Schiffes plaziert werden. Der Transporterstrahl erfasste sie und ließ sie auf der Brücke wieder materalisieren.
Es waren sechs Leute auf der Brücke. Branford wies seine Leute an, die Tür zu sichern. Der Kommandant erhob sich aus seinem Sessel und kam auf ihn zu. Er reichte ihm die Hand:"Commander, hiermit übergebe ich Ihnen mein Schiff." Branford nickte:"Captain, ich nehme Sie und Ihre Besatzung fest. Sie haben sich der Piraterie, des Widerstandes gegen Föderationsbehörden und der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht." Duvall leugnete nichts:"Ich gebe es zu, Commander. Der Tod des Wissenschaftlers tut mit sehr leid." Ein Sicherheitsoffizier kam zu Branford:"Sir, die anderen Teams melden, sie haben das Schiff gesichert. Wir können die Crew auf die Defiance beamen." Branford nickte und ließ die Sicherheitsleute weitermachen. "Commander, ich habe eine Bitte. Ich weiß, daß ich für Sie eine Gesetzlose bin, aber die Cardassianer haben wieder etwas vor. Die Station Tral Elek wird täglich von drei Frachtern angeflogen. Das kann nicht nur zur normalen Versorgung sein. Bitte unternehmen Sie etwas." sagte eine junge Frau, die neben Duvall stand. Branford sah sie an:"Wie ist Ihr Name, bitte?" Die junge Frau antwortete:"Ich bin Anna Beauforth, Commander." "Ah, Miss Beauforth. Ich habe schon von Ihnen gehört. Hören Sie, ich kann ihnen nichts versprechen." erwiderte Branford. Sie nickte deprimiert.
Branford ließ sich mit Beauforth und Duvall auf die Defiance beamen. Dort gingen sie zum Konferenzraum, begleitet von zwei Sicherheitswachen und Sandra Galen. "Mr Duvall, weswegen sind Sie der Annahme, daß Tral Elek ein militärischer Stützpunkt ist?" fragte Galen. Duvall antwortete:"Wir haben Informationen, daß die Frachter, die die Station anfliegen, Militärgüter und Soldaten transportieren. Außerdem ist die Zahl dieser Transporte erstaunlich groß." Seine Begleiterin, Anna Beauforth, fügte hinzu:"Außerdem wurden mehrere Maquis-Patroullien angegriffen, obwohl es in dieser Gegend offensichtlich keinen Militärstützpunkt gibt. Es waren jedesmal cardassianische Kreuzer." Branford nickte:"In Ordnung. Wir werden diese Angelegenheit mit dem Sternenflottenkommando besprechen." Er sah die zwei Wachen an:"Bringen Sie Mr Duvall und Miss Beauforth in die Arrestzelle. Das wäre alles."
Branford stand auf und suchte die Brücke auf. "Alarm Rot beenden. Mr Tarall, nehmen Sie Kontakt zum Sternenflottenkommando auf." befahl Branford. Ein Kontakt wurde aufgebaut. Auf dem Bildschirm erschien Admiral Nogura. Branford begrüßte ihn:"Admiral, ich wollte mit Ihnen etwas besprechen. Der Kommandant des Maquis-Schiffes hat mir mitgeteilt, daß die cardassianische Raumstation Tral Elek ein militärischer Versorgungshafen ist. Und. . ." Nogura unterbrach ihn freundlich:"Commander, wir haben ähnliche Informationen bekommen. Wir stufen die Lage als sehr ernst ein." Branford stimmte ihm zu:"Ja, Sir. Welche Anweisungen haben Sie für mich?" Der Admiral blickte ihn ernst an:"Commander, Sie werden in der Nähe der Station in Position gehen und die ganze Sache überwachen. Bleiben Sie im Föderationsraum. Das wäre alles. Nogura Ende." Der Bildschirm erlosch. Coburn drehte sich zu Branford um:"Sir, in der Nähe der Grenze, im optimalen Sensorbereich, befindet sich ein Meteornebel. Dieser würde uns Schutz bieten und wir könnten so ungesehen die Station überwachen." Branford nickte:"Eine gute Idee, Commander. Lieutenant Pizoll, sobald wir die restlichen Maquis an Bord gebeamt haben, setzen Sie Kurs auf diesen Nebel. Warp 8."
15 Minuten später waren alle Maquis an Bord. Die Defiance setzte Kurs auf den Meteornebel. Branford fragte nach:"Wie lange brauchen wir zum dem Meteornebel?" "25 Minuten, Commander. Wir halten Warp 8." antwortete Coburn. Branford setzte sich und studierte die Sensorenberichte. Die Defiance erreichte genau wie berechnet den Meteornebel. "Analysieren Sie den Nebel, Mr Coburn." befahl Branford. Der Einsatzleiter nahm mit Hilfe der vorderen Sensorenpalette eine Analyse vor. "Sir, der Nebel wird uns vor der Entdeckung eine Weile schützen. Trotz der Bestandteile dieses Nebels können wir die Umgebung der Station gut überwachen. Zudem können wir innerhalb von sieben Minuten die Grenze mit Warp 9 erreichen, falls es nötig sein sollte." Branford nickte anerkennend:"Danke, Commander. Lieutenant Pizoll, fliegen Sie uns rein. Ein Viertel Impuls." Die Defiance trat in den Meteornebel ein. Dutzende von kleineren Meteoriten trafen das Schiff. "Lieutenant, reicht der Navigationsdeflektor aus, um uns zu schützen?" fragte Coburn den Sicherheitschef. Der nickte:"Ja, Commander. Er reicht aus, um die Defiance vor den kleineren Meteoriten zu schützen. Wenn es notwendig sein sollte, können wir die Schilde aktivieren." Branford erhob sich:"Beginnen Sie mit der Überwachung der Station, Commander. Permanenten Gelben Alarm!" Er übergab die Brücke an Coburn und verließ die Brücke.
In "Zehn-Vorne" wartete Nella Darin auf Branford. Er kam wie immer zu spät. Sein unschuldiger Gesichtsausdruck erweichte aber Nellas Herz, so daß sie ihn nicht zur Rechenschaft zog. "Hallo Nella, die Verspätung tut mir leid." grinste Branford fadenscheinig. Sie konnte ihm einfach nicht böse sein. Das war schon damals so, als sie noch ein Paar waren. "Nimm Platz, Chris. Was war denn so wichtig?" Er wurde ernst:"Wir haben mit dem Scannen begonnen, und da habe ich. . ." "Laß gut sein. Ist ja im Prinzip egal, weswegen du mich hast warten lassen." unterbrach sie ihn. Er lächelte. Nella hatte sie nicht verändert und das war gut so. "Schön, daß du mir verzeihst. Tut mir leid, daß wir deinem wissenschaftlichen Tatendrang Einhalt gebieten müssen, aber die Sensorenphalanxen werden für die Kontrolle der Station gebraucht." Sie wußte nicht so recht, wie sie ihm sagen sollte, daß sie immer noch etwas für ihn empfand. "Mach dir keine Gedanken, Chris. So können wir zumindest einige Sachen aufarbeiten." überspielte sie ihre Unsicherheit. Sie schwiegen sich für eine Weile an, dann nahm sich Nella ein Herz. "Chris, könnten wir woanders hingehen? Ich fühle mich hier unwohl." Branford nickte:"Okay, gehen wir. Vielleicht ins Arboretum?" Sie lächelte und stand auf.
Das Arboretum, eine Art botanischer Garten, war zu dieser Zeit leer. Nella und Branford setzten sich an einen kleine Springbrunnen. Er war sich nicht sicher. Wollte sie ihm etwas sagen? Sie blickte auf den Boden, unfähig, etwas von sich zu geben. Branford berührte mit der Hand ihr Kinn und zwang sie, ihn anzusehen. "Was ist mit dir, Nella? Hast du irgend etwas?" Sie blickte ihn mit ihren rehbraunen Augen lange an, dann erwiderte sie:"Chris, ich muß dir etwas sagen. Ich habe nie aufgehört, dich zu lieben. Alles, was zwischen uns war, hat niemals aufgehört. Ich habe dich damals verletzt, als ich meine Karriereziele in den Vordergrund stellte. Das will ich nie wieder tun." Sie beugte sich nach vorne und küßte ihn leidenschaftlich. Branford erwiderte ihre Zuneigung. "Ich bin froh, daß du es mir gesagt hast. Ehrlich gesagt, ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, es fehlt etwas, als du nicht mehr da warst." Sie nahm seine Hand:"Danke, Chris."
Branford und Nella verbrachten die Nacht gemeinsam in Nellas Quartier. Als Branford morgens aufwachte, lag er allein im Bett. Er sah sich erstaunt um, aber Nella war nirgends zu sehen. "Computer, wo ist Lt. Commander Darin?" fragte er. Der gab zur Antwort:"Lt. Commander Darin befindet sich auf der Brücke." Er seufzte. Sie hatte doch wieder ihren Pflichteifer bekommen. Branford stand auf und zog sich die Uniform an und steckte sich seine Insignienkommunikator an. Dann verließ er das Quartier und steuerte die Brücke an.
Als er sie betrat, sah er Nella an der achteren Wissenschaftsstation arbeiten. Er ging zu ihr. "Guten Morgen Commander." begrüßte er sie formell. Sie erwiderte den Gruß. Es war zwar ungewöhnlich, aber im Dienst hatten sie sich zu siezen und mit dem Rang anzureden. Es war ihr auch egal, denn sie war wieder mit ihm zusammen. Das war alles, was zählte. Tarall hatte das Kommando, an der taktischen Station arbeitete Lieutenant Crusher. Branford ging zu ihm hin und informierte sich über die Resultate. "Mr Crusher, was haben die Scans ergeben?" Er erwiderte:"Sir, bisher haben wir drei Frachter geortet, die die Station ansteuerten. Wir konnten allerdings nicht die Ladung oder die Ausrüstung scannen, da die Schiffe von einem Hochenergie-Subraumfeld umgeben sind." Branford hob die Augenbrauen:"Ah, das ist ja interessant. Also haben die Cardassianer etwas zu verbergen. Danke, Mr Crusher." Branford war von der akribischen Arbeitsweise des jungen Lieutenants beeindruckt. Er machte sich gut. Branford ging hinunter zum Kommandosessel. Tarall erhob sich und überließ Branford das Kommando. Er setzte sich und las sich die Sensorenberichte durch.
Es vergingen zwei weitere Tage, in denen noch sieben weitere solcher Frachter geortet wurden. Dann geschah es. Es war 3.00 Uhr morgens, Branford hatte das Kommando, die Stabsbrückencrew, bestehend aus Tarall, Pizoll, Coburn und Galen befand sich auf der Brücke. "Sir, ich orte mehrere cardassianische Kriegsschiffe, die sich aus Richtung 227,71 nähern. Sie werden in 29,5 Stunden die Grenze erreichen. " meldete Tarall. Branford fragte nach:"Lieutenant, wie viele Schiffe sind es?" "Mindestens zehn bis zwölf, Commander." erwiderte der Vulkanier. Branford fluchte innerlich. Das war der Grund. "Commander, welche Föderations-Schiffe befinden sich in relativer Nähe zu uns, so daß sie vor den Cardassianern bei uns sein können?" fragte Branford seinen Einsatzleiter.
Der rief kurz die Standortberichte ab, dann erwiderte er:"Sir, die Endeavor, die Crazy Horse, die Victory und die Narwhal
Branford grübelte. Die cardassianischen Schiffe waren vermutlich Kreuzer der Enhanced-Penetrator-Klasse. Die Defiance und die Endeavor waren diesen Kreuzern waffenmäßig überlegen, aber die Crazy Horse und die Victory waren relativ veraltete Fregatten der Constellation-Klasse. Allenfalls die Narwahl "Commander, benachrichtigen Sie diese Schiffe, daß sie zu uns stoßen sollen. Teilen Sie ihnen die Situation mit." befahl Branford. Coburn nickte und führte die Anweisung aus.
Im Laufe des Tages trafen die Schiffe ein. Als letztes kam die Crazy Horse. Sie hatte Maschinenprobleme auf dem Flug gehabt. Coburn unterrichtete Branford davon, daß alle Schiffe im Nebel versammelt wären. Auch über die Probleme verlor er einige Worte. Branford nickte:"Das hatte ich befürchtet, Commander. Diese Fregatten sind eben sehr alt. Ich schlage vor, wir halten sie etwas im Hintergrund." "Sir, die Kriegsschiffe sind noch zehn Minuten entfernt. Alle Schiffe sind bereit." meldete Coburn. "Danke, Commander. Lieutenant, nehmen Sie Kurs aus dem Nebel hinaus. Signalisieren Sie den anderen Schiffen uns zu folgen." befahl Branford. Die Defiance verließ in enger Formation mit den anderen Schiffen den Meteornebel. Die Schiffe bezogen Stellung an der Grenze. "Sir, die cardassianischen Schiffe nähern sich. Sie verlangsamen ihren Anflug, Commander." meldete Tarall. "Alarm Rot, Schilde aktivieren. Stellen sie eine Verbindung zu dem Führungsschiff her." befahl Branford. Tarall versuchte, einen Funkkontakt aufzubauen. Es funktionierte nicht. "Sir, die Cardassianer weigern sich, mit uns zu kommunizieren." meldete der Vulkanier. Branford erhob sich. "Halten Sie die Frequenz offen." Die Cardassianer mußten nur zuhören:"Cardassianisches Schiff, hier spricht Commander Christopher Branford von der U.S.S. Defiance. Ihre Anwesenheit an der Grenze ist ein kriegerischer Akt. Wir werden das nicht tolerieren!" Es kam keine Antwort. Stattdessen beschleunigte eines der Schiffe und überquerte die Grenze. Es flog auf die Crazy Horse zu, die einen Warnschuss abgab, um ihn zu stoppen. "Sir, die Crazy Horse hat den cardassianischen Kreuzer beschossen. Er fliegt weiter!" meldete Coburn. Branford stand auf:"Abfangkurs setzen, voller Impuls. Phaser klar zum Gefecht!" Die Defiance holte den Kreuzer ein, der der Crazy Horse entwischt war. "Rufen Sie den Kreuzer und warnen sie ihn, daß wir feuern werden! Mir reicht es so langsam!" rief Branford. Tarall rief den Kreuzer, der jedoch die Nachricht ignorierte. "Phaser auf 60% einstellen, Ziel erfassen!" befahl Branford. Tarall stellte die Phaser ein und nickte:"Alles bereit, Sir." "Feuer, Lieutenant!" ordnete Branford an. Die Defiance feuerte die vordere Phaserbank ab. Der Kreuzer wurde hart getroffen und änderte den Kurs. Er nahm eine Offensivposition ein und erwiderte das Feuer. Die Schüsse trafen die Defiance. "Schilde halten, Sir." meldete Coburn. Branford hatte nun genug:"Phaser auf 80%, Feuer frei!" Der Feuerstoß war nun erheblich stärker und der Kreuzer geriet merklich in Schräglage. Er kehrte in den cardassianischen Raum zurück. "Die wollten offensichtlich nur unsere Entschlossenheit testen. Nun werden sie hoffentlich mit uns reden." Branford stimmte Coburn zu:"Das glaube ich auch, Commander." Wenig später zeigte es sich, daß sie recht hatten. "Wir werden gegrüßt, Sir." meldete Tarall. Branford nickte:"Auf den Schirm, Lieutenant." Auf dem Hauptbildschirm erschien der Kommandant des Führungsschiffes. "Ich bin Gal Macet, Kommandant des Kreuzers Traiger. Spreche ich mit Commander Branford?" Branford ging drei Schritte nach vorne:"Ja, ich bin Commander Branford. Gal Macet, Sie haben einen agressiven Akt begangen. Wir erwarten, daß Sie sich zurückziehen!" Der Cardassianer verzog keine Miene:"Commander, sie werden unsere Manöverübung doch nicht als Angriff gewertet haben. Das fände ich. . ." Branford unterbrach ihn energisch:"Gal Macet, ich werde nicht länger ihre Provokationen tolerieren!Ziehen sie sich umgehend zurück." Gal Macet erwiderte:"Ich bitte Sie, Commander! Ich denke, daß sie überreagieren. Es ist der cardassianischen Flotte doch wohl erlaubt, einige notwendige Übungen abzuhalten." Branford zeigte sein bestes Pokerface:"Gal Macet, falls Sie versuchen sollten, die Grenze zu passieren, werden wir Sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. Und falls Sie noch länger eine so großen Kampfverband an der Grenze halten, könnte sich die Föderation überlegen, den Vertrag mit dem cardassianischen Reich zu lösen. Überlegen Sie es sich!" Er wandte sich um:"Verbindung beenden!" Der Bildschirm erlosch. Coburn war etwas skeptisch:"Sir, meinen Sie, es war richtig, ihm all das an den Kopf zu werfen?" Branford nickte:"Ja, Mr Coburn. Die Cardassianer sind eine Rasse, die man hin und wieder in ihre Schranken weisen muß. Das hier ist so eine Situation."
Wenig später bestätigte sich Branfords These. "Sir, die Traiger meldet sich." Branford deutete auf den Schirm. Gal Macet erschien wieder. "Commander, wir entschuldigen uns. Wir werden den Verband auflösen und zurückziehen." Branford erwiderte:"Verstanden." Er schwieg kurz:"Gal Macet, da wäre noch etwas." Der Cardassianer hob den Kopf:"Ja bitte, Commander?" "Ich würde Ihnen raten, so etwas nicht nochmal zu versuchen. Diese Provokationen schaden dem Verhältnis zwischen der Föderation und dem cardassianischen Reich. Riskieren Sie das nicht! Branford Ende." schloss Branford das Gespräch. "Sir, die Cardassianer lösen den Verband auf und ziehen sich zurück. Sie hatten Erfolg mit ihrer Taktik!" ließ Coburn den Commander wissen. Branford war zufrieden:"Es hat geklappt. Aber das hätte auch anderst ausgehen können, Mr Coburn. Ich bin nunmal kein Diplomat." Coburn lächelte:"Ja, Sir. Aber Sie sind ein Kämpfer. Ein verdammt guter hinzu noch." Commander Branford drehte sich herum und setzte sich. "Lieutenant Tarall, kontaktieren Sie das Sternenflottenkommando und berichten Sie, was passiert ist. Erbitten Sie Anweisungen." Es dauerte eine halbe Stunde, dann wurden sie vom Sternenflottenkommando gerufen. Es war Admiral Nogura. "Commander Branford, ich richte Ihnen den herzlichen Glückwunsch des Sternenflottenkommandos aus. Sie haben die Situation sehr gut gelöst." Branford fühlte einen gewissen Stolz:"Danke, Sir. Die Crew hat sehr gute Arbeit geleistet. Wir sind alle sehr froh, daß dieser Konflikt bereinigt ist." Nogura lächelte:"Nun, Commander, Ihr Einsatz hat bewiesen, daß Sie Führungsqualitäten besitzen. Wir werden das honorieren. Ihre Anweisungen lauten wie folgt: Setzen Sie Kurs auf Sternenbasis 27. Dort werden sie speziell neue Instruktionen erhalten. Das wäre alles. Nogura Ende." Der Schirm erlosch. "Lieutenant Pizoll, setzen sie Kurs auf Sternenbasis 27, Warp 4. Lieutenant Tarall, sie übernehmen." befahl Branford.
Coburn folgte Branford, als er die Brücke verließ. Die beiden suchten gemeinsam "Zehn-Vorne" auf. Sie bestellten sich je einen Wodka und setzten sich. Branford wollte es genau wissen:"Mr Coburn, ich würde Ihnen gerne eine Frage stellen." Der 2. Offizier nickte:"Sicher, Commander." "Habe ich meine Qualifikation bewiesen? Es würde mich interessieren." fragte Branford. Coburn antwortete nicht sofort. Er überlegte und erwiderte dann:"Sir, Sie sehen das falsch. Sie waren zwar ein neuer Offizier an Bord, mußten mir oder der Besatzung aber nichts beweisen. Aber Sie haben das Vertrauen der Crew erworben. Ich habe Ihnen Unrecht getan. Das tut mir nun leid." Branford hob die Hand:"Ach was. Sie fühlten sich zurückgesetzt. Das vielleicht zu Recht. Machen Sie sich keine Gedanken, Commander."
Die Defiance brauchte insgesamt 23 Stunden, um die Sternenbasis zu erreichen. Als das geschah, war Branford gerade im Bett. Er wurde von der Brücke gerufen:"Coburn an Branford, wir nähern uns Sternenbasis 27, Sir." Branford bestätigte:"Danke, Commander, ich komme sofort." Er stand auf, zog sich an und suchte die Brücke auf. Die Defiance hatte schon auf Impuls verlangsamt. "Sir, hier kommt eine Nachricht. Admiral Nogura wird in Kürze an Bord beamen!" meldete Crusher. Branford nickte:"Danke. In Standardorbit einschwenken, Lieutenant Pizoll." Er wandte sich Coburn zu:"Commander, kommen Sie bitte. Wir empfangen den Admiral. Lieutenant Pizoll, Sie haben die Brücke." Kelly Pizoll war erstaunt:"Danke, Sir." Sie erhob sich und nahm im Kommandosessel Platz, während Fähnrich Holden die Steuerstation übernahm. Branford und Coburn verließen die Brücke und suchten den Transporterraum auf.
Der Transporterchef informierte sie, daß der Admiral bereit wäre, rüberzubeamen. Branford nickte:"In Ordnung. Energie." Der Transporterstrahl materalisierte den Admiral. Nogura war ein grauhaariger Endfünfziger. "Willkommen an Bord, Admiral. Dies hier ist der 2. Offizier, Lt. Commander Coburn." begrüßte Branford den hohen Gast. Er verließ die Plattform und reichte Branford und Coburn die Hand. "Danke, Commander. Ich bin sehr glücklich, an Bord der Defiance zu sein. Ein sehr schönes Schiff." Coburn nickte:"Ja, das ist richtig." Der Admiral entgegnete:"Commander, ich möchte mit Ihnen unter vier Augen sprechen. Entschuldigen Sie uns bitte, Mr Coburn." Coburn verstand und verließ den Raum. Nogura und Branford gingen zur Brücke und von dort in den Bereitschaftsraum.
Branford bot Nogura eine Platz an. "Admiral, Sie tun ziemlich geheimnisvoll. Um was geht es?" fragte Branford. Der Admiral entgegnete:"Commander, ich habe vorhin nicht umsonst nach der Defiance gefragt. Wären Sie bereit, das Schiff zu verlassen?" Branford schluckte. Was meinte der Admiral? Er zögerte und antwortete nicht. "Nun, Commander?" hakte der Admiral nach. Branford erwiderte unsicher:"Verlassen? Wohin bitte?" Nogura lächelte:"Auf ein anderes Schiff. Auf ihr Schiff, Captain." Branford fragte nach:"Ich will nicht aufdringlich sein, Sir. Aber welches Schiff meinen Sie?" "Ist Ihnen die neue Intrepid-Klasse bekannt?" stellte Nogura eine Gegenfrage. Branford kannte diese Klasse. Es war ein völlig neues Modell, ein Multimissions-Forschungsraumschiff. Ein Schiff, daß zwar erheblich kleiner als die Defiance war, aber viele Neuerungen aufwies, wie etwa bioneurale Schaltkreise und die Fähigkeit, auf Planeten zu landen. Es war für seine Größe außerordentlich gut bewaffnet. "Ja, Sir. Diese Klasse ist mir bekannt." antwortete Branford. Nogura fuhr fort:"Ein neues Schiff dieser Klasse wird in Kürze in Dienst gestellt. Im Moment befindet es sich auf der McKinley-Erdstation und ist kurz vor der Fertigstellung. Sie wurden ausgewählt, das Kommando zu übernehmen." Branford konnte es kaum glauben. Er hatte bisher unglaubliche Sachen über dieses Schiff gehört. Außerdem, das Kommando über ein brandneues Schiff zu übernehmen, das war der Traum aller zukünftiger Captains. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll, Sir. Ich danke Ihnen." Nogura erhob sich:"Sie haben es sich verdient. Die Indienststellung ist gegen Ende Oktober. Sie haben also noch Zeit, die Mannschaft zusammenzustellen. Der Großteil ist schon bestimmt, aber Ihre Stabsoffiziere können Sie selbstverständlich selber bestimmen. Bis es soweit ist, werden sie weiter die Defiance kommandieren. Wie ich hörte, braucht Captain Waringthon noch Ruhe. Zumindest noch zwei Monate. Also, kontaktieren Sie das Personalbüro, um sich eine Liste der infragekommenden Offiziere zusenden zu lassen. Ich wünsche Ihnen viel Glück, Captain. Ach ja, hier sind Ihre Abzeichen." Der Admiral legte ein rundes, goldenes Abzeichen auf den Tisch. Branford nahm es und fügte es den anderen drei hinzu, die schon an seinem Kragen waren. "Alles Gute nochmal, Captain. Auf Wiedersehen." verabschiedete sich Nogura. Branford fiel noch etwas ein:"Sir, einen Moment noch. Es ist wegen der Maquis. Sie haben uns sehr geholfen. Dies sollte berücksichtigt werden, wenn sie bestraft werden." Nogura nickte:"Sicher, Captain. Dies werden wir berücksichtigen." Er verließ den Raum. Branford konnte sein Glück kaum fassen. Er verabredete sich erstmal mit Nella, um das zu feiern.
Zwanzig Minuten später wurden die Maquis auf die Sternenbasis gebeamt. Branford verabschiedete sich von Laura. "Also, ich wünsche dir viel Glück, Laura. Du schaffst das schon." gab Branford ihr zu verstehen. Sie war niedergeschlagen:"Ja. Ich hoffe, ich werde das." Branford nahm ihre Hand und tröstete sie:"Hey, du kriegst wahrscheinlich Bewährung. Wir bleiben in Verbindung." Tarall unterbach sie:"Sir, es wird Zeit." Branford nickte:"Natürlich, Lieutenant." Laura betrat die Plattform. "Energie." befahl Branford, woraufhin Laura auf die Sternenbasis gebeamt wurde. Tarall stand neben Branford. Er bemerkte die vier Rangabzeichen. "Ich beglückwünsche Sie, Captain." Branford dankte ihm:"Vielen Dank, Lieutenant. Gehen wir auf die Brücke."
Als Branford die Brücke betrat, erhoben sich die Stabsoffiziere und applaudierten. Sie wußten schon Bescheid. Branford war gerührt und wußte nicht so recht, was er sagen sollte. "Ich danke Ihnen allen. Wir haben alle Anteil an dem Erfolg dieser Mission. Das sollten wir nicht vergessen." Sein Steueroffizier sah ihn an. "Welchen Kurs bitte, Captain?" fragte Pizoll. Branford setzte sich:"Kurs auf das Relicta-System. Warp 4." Coburn fragte nach:"Sir, setzen wir die Sternenvermessung fort?" Branford nickte:"So ist es, Commander. Wir haben noch eine Menge zu tun."
Er führte noch eine Stunde das Kommando, dann übergab er die Brücke an Coburn und traf Nella Darin im Arboretum. Als er den botanischen Garten betrat, saß Nella bereits an dem Springbrunnen. Er näherte sich ihr von hinten und umarmte sie stürmisch. Sie hatte nicht damit gerechnet und schrie:"Hey, Chris, was soll das?" Sie drehte sich herum und küßte ihn. "Herzlichen Glückwunsch, Captain." Branford setzte sich:"Danke dir. Es tut mir aber leid, daß diese Beförderung mich zwingt, das Schiff zu verlassen." Sie hob die Augenbrauen:"Das Schiff verlassen? Wohin?" Branford erwiderte:"Ich werde das Kommando über ein neues Schiff der Intrepid-Klasse übernehmen. Es wird aber erst Ende Oktober in Dienst gestellt. Es hat noch nicht einmal einen Namen." Sie wirkte traurig:"Wir haben uns kaum wiedergefunden, Chris, da mußt du schon wieder gehen." Branford strich ihr durch die Haare:"Nella, noch ist es nicht soweit. Genießen wir die restliche Zeit." Sie lächelte und küßte ihn.
Unterdessen hatte die Defiance das Relicta-System erreicht und nahm die Sternenvermessung wieder auf. Coburn führte das Kommando, während Branford im Bereitschaftsraum mit Sandra Galen die Personallisten durchsah, um die Crew für das neue Schiff auszuwählen. Er sah sich gerade eine Liste mit Kandidaten für den Posten des 1. Offiziers durch. Ein Mann war dabei sehr interessant. Sein Name war Ian Fogarty. Branford wies Sandra auf ihn hin:"Sandra, dieser hier ist sehr interessant. 27 Jahre alt, Abschluss mit Auszeichnung in Wahrscheinlichkeitsberechnung und Exobiologie. Außerdem ein guter Diplomat. Er war Adjudant des Föderationsbotschafters auf dem klingonischen Heimatplaneten. Und das zu einer Zeit, als die Beziehungen noch nicht so gut waren." Sie sah sich die Informationen an:"Ah, Ian Fogarty. Den kenne ich von einer Konferenz auf Altair III. Er war damals an Bord der U.S.S. Lexington und hatte zuvor im klingonischen Bürgerkrieg mit diesem Schiff erfolgreich die Einmischung der Romulaner verhindert. Damals gab es zuwenig Personal, und er übernahm das Kommando und war erfolgreich. Er könnte sehr wertvoll werden, Chris." Branford nickte:"Ich werden ihn auswählen. Er ist der beste Kandidat für den Posten. In Ordnung, das hätten wir." Sandra fuhr fort:"Der nächste Posten wäre der des 1. Steuermanns." Branford deutete auf den Bildschirm. "Hier, ich habe mir schon einige Kandidaten angesehen." Sandra sah sich die Leute an und erwiderte:"Chris, diese Lieutenant Lara Unas kenne ich. Sie war mit mir auf der Akademie. Ihre Qualitäten, ein Raumschiff zu steuern, sind weitreichend bekannt." Branford fragte nach:"Eine Betazoid, Sandra?" Sie lächelte:"Ja, Captain. Du wolltest doch meine Meinung hören?" Er nickte:"Ja. Ich muß sagen, sie wäre wohl der geeignete Steuermann. Wir nehmen sie." Sandra fuhr fort:"Der nächste Posten ist der des Counselors." Branford grinste. Er hatte etwas vor. "Sandra, die Liste habe ich mir schon angesehen. Keiner der zur Verfügung stehenden Leute genügt mir." Sie stutzte:"Weswegen? Es sind einige gute Leute dabei, Chris." Branford schüttelte den Kopf:"Weil keiner von ihnen ein Betazoide ist. Ich möchte aber so jemand haben." Sandra sah ihm in die Augen:"Es steht aber kein Betazoide zur Verfügung. Du wirst dich mit jemand anderem begnügen müssen." Er verneinte:"Nein. Du stehst zur Verfügung. Ich will dich." Sie war überrascht:"Ich? Wieso stehe ich zur Verfügung?" Branford erwiderte:"Ich habe mit Captain Waringthon gesprochen. Er hat eingewilligt. Deine Zustimmung vorrausgesetzt." Sie überlegte einen Moment und Branford fürchtete schon, sie würde ablehnen. "Ich willige ein, Chris. Ich komme auf dein Schiff." Branford reichte ihr die Hand:"Dann auf gute Zusammenarbeit, Counselor. Ich freue mich." Er sah sich die Kandidaten für den Posten des Taktischen Offiziers an. Je weiter er kam, desto weniger gefielen ihm die Leute. "Das sind alles entweder Leute, die vorher auf Sternenbasen gedient haben und nicht den Einsatz auf einem Schiff gewohnt sind, oder Leute, die jahrelang nur Patrouillen geflogen haben. Keiner hat mit einem größeren Schiff und dessen Waffensystem Erfahrung." Sandra mußte ihm zustimmen:"Du hast recht. Na, dieser Lieutenant Pete Laurence ist noch der beste für den Job." Branford schüttelte den Kopf:"Nein, ich kenne den Mann. Der ist wirklich komplett unfähig. Sein derzeitiger Kommandant an Bord der U.S.S. Sutherland hat mir berichtet, daß er ihn lieber heute als morgen in die Wüste schicken würde. Ich habe eine andere Idee, Sandra." Er tippte seinen Kommunikator an:"Branford an Crusher, bitte melden sie sich im Bereitschaftsraum." Sandra war etwas skeptisch:"Meinst du, du tust das Richtige?" Branford antwortete nicht. Ein Signal zeigte an, daß jemand vor der Tür war. Diese öffnete sich auf den Befehl Branfords und Crusher trat ein. "Lieutenant, setzen Sie sich bitte." gegrüßte ihn Branford. "Mr Crusher, der Grund, weswegen ich Sie hergebeten habe, ist folgender: Ich suche für mein neues Schiff einen taktischen Offizier. Ich habe mir gedacht, Sie wären der Richtige. Natürlich nur, wenn Sie es wollen." Der junge Mann konnte sein Glück kaum fassen. "Selbstverständlich bin ich bereit, Sir. Ich fühle mich sehr geehrt." antwortete Crusher. Branford erhob sich und reichte ihm die Hand:"Dann willkommen an Bord, Mr Crusher. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit. Sie können auf ihre Station zurückgehen." Crusher erhob sich und verließ den Raum. Als sich die Tür geschlossen hatte, wandte sich Branford Sandra zu:"Ich verstehe deine Vorbehalte. Aber ist dir bekannt, daß dieser Crusher schon vor seiner Zeit auf der Akademie den Rang eines Lieutenants ehrenhalber hatte? Das war, als er auf der Enterprise war." Sie staunte:"Das war mich nicht bekannt, Chris. Aber da war dieser Zwischenfall auf der Akademie, bei dem ein Kadett umkam." Branford kannte diese Geschichte:"Ja, das ist mir bekannt. Es war ein Fehler von ihm, aber seine Fähigkeiten sind unbestreitbar. Nun kann er sie beweisen. Ich gebe ihm diese Chance." Sie nickte:"In Ordnung. Mr Crusher wird sich deines Vertrauens hoffentlich würdig erweisen." Sie ging nochmal die Listen durch. Da fiel ihr etwas auf. "Chris, sieh dir das mal an." Er sah auf den Schirm:"Was denn?Ach, du meinst die zweite Brückencrew. Die wurde ja schon bestimmt." "Ja, genau. Hier, der Posten des 2. Steuermanns. Lies dir mal die Akte durch." erwiderte sie. Branford sah sich die Akte an:
Branford sah Sandra an:"Jennifer Waringthon. Das ist doch nicht etwa. . ." Sie vollendete den Satz:". . . die Tochter des Captains?Doch, genau das ist sie. Sie hat die Akademie dieses Jahr abgeschlossen und wartet auf ihre Versetzung. Aber bei der Zuteilung zu diesem neuen Schiff hat ihr Vater ihr kein bißchen geholfen. Sie hat sich das selbst verdient, wie du an ihrem Abschluss sehen kannst." Er nickte und sah sich die andere Zweitbesetzung an. Da waren der 2. Einsatzleiter, Luke McLure, und der 2. taktische Offizier, Timothy Baldwell. "Dieser McLure und diese Waringthon, da haben wir einen Kindergarten als Zweitbesetzung, Sandra. Von diesem Baldwell habe ich bisher nur Gutes gehört. Er hat ebenfalls schon an verschiedenen größeren Missionen teilgenommen, darunter war auch ein Kampf mit zwei Ferengi-Kreuzern, bei dem sein Schiff, die U.S.S. Akagi, verloren ging. Der hat Erfahrung, das gefällt mir. Aber die zwei anderen sind noch hellgrün hinter den Ohren." Sandra stieß ihn an:"Aber Chris, was ist denn auf einmal mit dir? Waringthon und auch dieser McLure sind beides Leute, die hervorragende Abschlüsse haben. Nun sind sie auf dieses Schiff abkommandiert worden, um praktische Erfahrung zu bekommen. Du wirst es ihnen schon beibringen." Er stöhnte und lächelte danach:"Na ja, wir werden sehen. Auf jeden Fall ist es bestimmt eine Herausforderung, diesen zwei Akadmieratten etwas beizubringen."
Sandra hatte sich die anderen Positionen angesehen:"Hier, auf diesen Offizier freue ich mich." Sie rief die Akte ab:
Branford war beeindruckt. Aber eine Sache interessierte ihn:"Sandra, hier steht, er wäre 30 Jahre nach menschlichem Ermessen. Was für einer Rasse gehört er an?" Sie lächelte:"Er ist Halb-Klingone, Chris." Branford stutze:"Halb-Klingone? Das ist etwas sehr ungewöhnliches! Aber offensichtlich nicht das einzige. Er war direkt nach der Akademie schon Lieutenant und stellvertretender Chefingenieur der U.S.S. Miranda. Und er ist der Planungschef der Maschinensektion des Schiffes, von dem er der Chefingenieur werden wird. Ich bin mir sicher, er wird ein sehr wertvolles Mitglied der Crew sein." Branford konnte seiner Neugier keinen Einhalt gebieten. Er rief ein Bild von Cassels ab. Man konnte hier und da erkennen, daß er nicht humanoid war. An seinem Kopf und seinen Gesichtszügen. Branford brannte darauf, ihn kennenzulernen. Sandra sah sich das Foto ebenfalls an:"Jake ist ein ungewöhnlich ausgeglichener Mensch. Ich meine dafür, daß er klingonisches Blut in sich hat. Aber hin und wieder bricht sein Temperament durch. Außerdem hat er eine Schwäche." Branford sah sie interessiert an:"Und die wäre?" Sandra lachte:"Er hat die gleiche Schwäche wie du, Chris. Frauen. Jake ist jemand, der keine Gelegenheit ausläßt, um zu flirten." "Kennst du ihn schon länger?" fragte Branford. Sie nickte:"Ja. Ich war mit ihm auf der Sanford, während ich noch offiziell auf der Akademie war. Diese halbe Jahr genügte vollauf, um ihn kennenzulernen. Er ist dir ähnlich, Chris. Du wirst gut mit ihm auskommen." "Das hoffe ich. Denn auch wenn nur hin und wieder sein Temperament durchbricht, reicht das schon." erwiderte er. Er sah sich die zwei letzten verbleibenden Posten an. Es waren die des 1. Einsatzleiters und die des Schiffarztes. "Also, für den Posten des Einsatzleiters habe ich gedacht, nehmen wir diesen Lt. Samuel Jacobs." Sandra gab zu bedenken:"Chris, diesen Posten würde ich mir gut überlegen. Er ist immerhin dein 2. Offizier." Branford stimmte ihm zu:"Nein. Dieses Amt wird Lieutenant Unas übernehmen. Sie hat da sicherlich mehr Erfahrung. Aber Mr Jacobs ist der absolut richtige Mann für den Job." Er wandte sich wieder dem Bildschirm zu:"Nun, dann hätten wir noch einen freien Posten. Den des Schiffarztes. Hier brauche ich deine Hilfe." "In Ordnung. Also, ich würde diesen hier vorschlagen. Doctor Frank Sanders." erwiderte sie. Branford sah ihn sich an:"Gut. Er war zuvor auf der U.S.S. Zhukov. Mit diesem Schiff hat er vier Jahre die Grenzregionen erforscht. Er hat genügend Erfahrung. Zuvor war er auf verschiedenen Außenposten und hat sich dort weitergebildet. Er ist der Beste für diesen Job." Ansonsten waren alle Posten besetzt. Der Wissenschaftsoffizier war ebenfalls schon bestimmt. Sein Name war Mike Delany, er war 34 Jahre alt und ein wahrer Experte für fremdartige Rassen und Kulturen. "Chris, wer wird dich eigentlich ersetzen, wenn du gehst? Steht das schon fest?" fragte Sandra. Branford grübelte. Es war eigentlich gar kein geeigneter Offizier da. Gut, man könnte einige jüngere Lieutenants befördern, aber ein Schiff wie die Defiance würde einen sehr guten Mann als 1. Offizier brauchen. Ja, so ein Mann war eigentlich doch vorhanden. Coburn. "Danke, Sandra. Das wärs für's erste. Wir sehen uns später." verabschiedete er sich von dem Counselor. Sie nickte und verließ den Raum. "Branford an Tarall, stellen Sie einen Kontakt zur Sternenbasis 13 her. Ich möchte den Captain sprechen." Tarall stellte die Verbindung her:"Ich lege das Gespräch in Ihren Raum, Sir." Auf dem Schirm erschien Waringthon, der in seinem Krankenbett lag. "Ich grüße sie, Captain Branford. Meinen herzlichen Glückwunsch. Nur tut es mir leid, daß ich dadurch gar keine Gelegenheit hatte, Sie als 1. Offizier zu erleben." Branford lächelte:"Danke. Mein Aufenthalt an Bord der Defiance war kurz, aber erlebnisreich. Daran werde ich mich erinnern." Waringthon nickte:"Weswegen wollten Sie mich sprechen?" "Sir, es geht darum, Ihren neuen 1. Offizier auszuwählen." entgegnete Branford. Waringthon fragte:"Weswegen? Haben Sie einen Vorschlag?" "Ja. Ich denke, sie sollten diesmal Commander Coburn nicht übergehen. Er hat während dieser Mission echte Kommandoqualitäten entwickelt. Das sollte honoriert werden." Der Captain war erstaunt:"Wirklich? Bisher konnte ich das bei Coburn nie feststellen. Aber offensichtlich hatten Sie mehr Glück mit ihm als ich. Ich werde es mir überlegen. Und noch was: Die Versetzungen von Miss Galen und Mr Crusher habe ich nur genehmigt, weil ich weiß, daß Sie bei Ihnen gut aufgehoben sind." Branford dankte ihm:"Ich hoffe, ich kann ihr Vertrauen erfüllen. Und ich freue mich darauf, Ihre Tochter an Bord zu haben." Waringthon erwiderte:"Passen Sie auf sie auf, Mr Branford. Ich wünsche Ihnen viel Glück." Der Bildschirm erlosch.
Im Laufe der nächsten zwei Wochen vermaß die Defiance das Relicta-System und zwei angrenzende Systeme. Am 15. Tag, Branford war mit seiner Stabscrew auf der Brücke, kam eine Meldung vom Sternenflottenkommando. "Sir, die Mitteilung ist für Mr Coburn bestimmt." meldete Tarall. Branford nickte:"Mr Coburn, möchten Sie im Bereitschaftsraum mit dem Sternenflottenkommando sprechen?" Der Einsatzleiter nickte und erhob sich:"Ja, danke, Sir." Er ging in den Bereitschaftsraum. Branford ahnte, worum es geht. Als Coburn zurückkam, strahlte er über's ganze Gesicht. "Ich bin mit sofortiger Wirkung zum Commander befördert worden. Ich werde Mr Branford als 1. Offizier ersetzen!" teilte er mit. Branford erhob sich und reichte ihm die Hand, in der er das Rangabzeichen hielt:"Hier, Commander. Heften Sie es sich an." Coburn nahm es und heftete es sich anstelle des leeren Knopfes an. "Ich danke Ihnen, Sir. Ich weiß, Sie haben für mich ein gutes Wort eingelegt." Branford schüttelte den Kopf:"Ach was, Commander. Sie haben es sich verdient." Er drehte sich herum:"Ach, und ziehen Sie die rote Uniform an. Dann wäre alles perfekt." Coburn lächelte:"Wenn Sie erlauben, Sir, dann werde ich mich kurz umziehen." Branford nickte:"Gestattet. Ihr Ersatz, Lieutenant Bill Haley von der Repulse, wird in 9,6 Stunden an Bord kommen. Die Repulse wird uns dann treffen." Coburn verließ die Brücke und kehrte wenig später zurück. Er hatte die rote Kommandouniform an. "Gut, Commander. Sie übernehmen das Kommando. Ich bin in meinem Quartier." Coburn nahm im Kommandosessel Platz:"Zu Befehl, Sir."
Branford verbrachte einige schöne Stunden mit Nella. Es tat ihm zwar sehr weh, daß er die Defiance und damit sie verließ, aber er mußte es tun. Diese Gelegenheit würde nie wieder kommen. Sie machten gerade einen Spaziergang durch das Arboretum, da piepste Branfords Kommunikator:"Brücke an Branford, hier Coburn." Er tippte seinen Insignienkommunikator an:"Hier Branford, Commander. Was gibt es?" Coburn erwiderte:"Sir, die Repulse befindet sich steuerbord neben uns. Lieutenant Haley ist bereit zum Rüberbeamen." "Bestätigt, Commander. Ich hole ihn im Transporterraum 3 ab. Branford Ende." Er küßte Nella und verabschiedete sich:"Wir sehen uns, Nella. Bis bald." Branford ging schnellen Schrittes zum Transporterraum 3.
Der Transportertechniker informierte ihn, daß Haley bereit zum Beamen war. "Also dann, Chief. Beamen Sie ihn rüber." befahl Branford. Der Techniker betätigte die Kontrollen und Haley erschien auf der Plattform. Branford trat vor und begrüßte ihn:"Lieutenant Haley, ich bin Captain Christopher Branford. Willkommen an Bord." Er reichte ihm die Hand. Haley, ein sympathisch wirkender junger Mann, der Anfang 30 war, schlug ein und erwiderte:"Vielen Dank, Sir. Ich freue mich sehr, an Bord Ihres Schiffes zu sein." Branford wehrte ab:"Lieutenant, ich bin zwar Captain, aber erst seit kurzem. Der Kommandant, Captain Gregory Waringthon, ist zur Zeit in Rehabilitation auf Sternenbasis 13. Bis zu seiner Rückkehr habe ich das Kommando. Dann werde ich auf mein eigenes Schiff gehen. Aber bis dahin haben wir noch gut 2 Monate Zeit. Auf jeden Fall bin ich froh, Sie hier zu haben. Wenn Sie Ihre Sachen verstaut haben, melden Sie sich bei Commander Coburn. Er wird Sie einweisen. Nochmal, willkommen an Bord." Branford befahl dem Techniker, Lieutenant Haley sein Quartier zu zeigen. Dann verabschiedete er sich.
Zwanzig Minuten später, Branford war auf der Brücke, traf eine Nachricht ein. "Wir empfangen eine Nachricht vom Sternenflottenkommando, Captain. Demnach sollen wir zu Deep-Space-Nine fliegen und Nachschub für Quallor II übernehmen." meldete Tarall. Coburn, der neben Branford saß, blickte wenig begeistert drein:"Ein Transportflug. Das wird nicht besonders interessant, Captain." Branford mußte ihn zustimmen:"Das haben sie recht, Commander. Lieutenant, bestätigen Sie den Befehl." Er wandte sich Fähnrich Holden zu:"Fähnrich, setzen Sie Kurs auf Deep-Space-Nine. Warp 5." Der Steueroffizier nickte und änderte den Kurs. "Wie lange werden wir brauchen, Mr Haley?" fragte Coburn den neuen Einsatzleiter. Er rief die Informationen ab:"7 Stunden, 32 Minuten, Sir." Branford überlegte einen Moment. Er wollte mit Nella sprechen. "Sie übernehmen die Brücke, Nummer eins." sagte er, während er aufstand. Coburns Blick war der Stolz zu entnehmen, den er empfand, als Branford ihn so nannte. "Zu Befehl, Sir." antwortete er.
Branford verließ die Brücke und ging Richtung Maschinenraum. Dort war Nella laut Auskunft des Computers. Als Branford den Raum betrat, sah er, daß sie mit Chang an einem Terminal stand. Chang bemerkte Branford als erster:"Guten Tag, Captain. Was führt Sie her?" Branford erwiderte:"Ich wollte mit Commander Darin sprechen." Der Eurasier war diskret genug, sich diplomatisch zurückzuziehen:"Ich habe noch in meinem Büro zu tun." Er ging in sein Büro und ließ Darin und Branford allein. "Und, Chris? Was ist?" fragte sie. Er lächelte:"Kann ich dich sprechen, Nella?" "Sicher, Chris. Gehen wir in mein Quartier?" Branford nickte:"Einverstanden." Die Zwei gingen schweigend bis zu Nellas Quartier. Branford nahm Platz. "Chris, ist irgend etwas mit dir?" fragte sie und blickte ihn an. Er schwieg für einen Moment. "Ja, ich habe etwas. Ich werde die Defiance verlassen. Eigentlich sollte ich mich freuen, darauf, daß ich ein eigenes Schiff bekomme. Aber so ist es nicht." Sie nickte verständnisvoll:"Ich verstehe dich, Chris." Sie ging zu ihm hin und setzte sich auf seinen Schoß. Er legte den Arm um sie und küßte sie. "Aber, du mußt entscheiden, was du willst. Wir haben uns verloren und uns wiedergefunden. Als wir uns damals getrennt haben, war es wegen meiner beruflichen Ziele. Jetzt sind es deine." Er sah in eine entfernte Ecke:"Ich bin irgendwie zerissen, Nella. Verfolge ich meine Karriereziele, so verliere ich dich höchstwahrscheinlich." Einen Moment lang schwiegen beide. Dann nahm sich Nella ein Herz:"Chris, deine Entscheidung ist nicht die Entscheidung zwischen deinem Schiff und mir. Ich werde dir treu sein, auch wenn du die Defiance verläßt. Dessen kannst du dir sicher sein!" Er lächelte:"Ich bin dir sehr dankbar, Nella. Wir werden uns trotzdem oft sehen. Nur schade, daß mein Schiff schon einen Wissenschaftsoffizier hat." Nella schüttelte den Kopf:"Das wäre nicht gut, Chris. Ich habe das schon mal erlebt. Mein Partner und mein oberster Vorgesetzter, das funktioniert nicht." Branford verstand sie gut. Die Wunde saß noch zu tief.
Es war einige Stunden später. Branford hatte die Zeit völlig vergessen. "Brücke an Branford, wir nähern uns Deep-Space-Nine, Captain." meldete sich Coburn. Branford tastete nach seinem Kommunikator. Er fand ihn und schaltete ihn ein:"Hier Branford, Commander. Ich komme sofort. Gehen Sie auf halbe Impulskraft für Anflug. Ende." Er sah Nella neben sich liegen. Sie schlief noch, und er wollte sie nicht aufwecken. Er zog sich leise an und verließ das Quartier Richtung Brücke.
Als sich die Turbolifttür vor Branford öffnete, erkannte er, daß sie schon sehr nah an der Raumstation waren. Er nahm im Kommandosessel Platz. "Sir, Deep-Space-Nine meldet sich." teilte Tarall mit. Branford nickte:"Auf den Schirm." Auf dem Hauptbildschirm erschien eine junge Frau von etwa 27 Jahren. Nach ihrem Aussehen zu urteilen, war sie humanoid. "Captain, ich bin Lieutenant Dax. Wir haben die Versorgungsgüter bereitgestellt. Sie sind berechtigt, an Dockstation 1 anzulegen." Branford erwiderte:"Lieutenant, ich bin Captain Christopher Branford. Wir sind bereit. Vielen Dank." Mit einem Zeichen signalisierte er Tarall, die Verbindung zu beenden. "Klar zum Andocken. Impulsantrieb aus, Manövrierdüsen auf Langsam voraus. Kurs 242,000." befahl Branford. Die Defiance glitt langsam an den Dockpylon heran. Es war nicht gerade einfach, das riesige Schiff an die Station zu docken. "Wir nähern uns dem Pylon, Sir. Befindet sich genau über unserem Rumpfrücken." meldete Haley. Branford nickte:"Verstanden. Triebwerke aus, alle Stationen klar zum Andocken." Die Defiance verlangsamte und schwebte über dem Pylon. Der fuhr aus und koppelte an die äußeren Verbindungspunkte der Defiance an, die auf dem Rücken der Kampfsektion lagen. "Wir haben angedockt, Sir. Luftschleusen sind bereit. Druckausgleich wurde vorgenommen." meldete Haley. Branford erhob sich:"Danke, Lieutenant. Systeme auf äußeren Versorgungsmodus umstellen. Trägheitsdämpfer und Schwerkrafterzeugung auf normalem Niveau belassen. Das wäre alles. Commander Coburn, sie überwachen das Verladen der Nachschubgüter. Ich treffe mich mit einem alten Bekannten. Sie übernehmen das Kommando."
Branford verließ die Brücke und ging in Richtung Luftschleuse. Der Druckausgleich war bereits vorgenommen und Branford betrat die Station. Deep-Space-Nine war keine Föderations-Einrichtung. Die Sternenflotte hatte die Nutzungserlaubnis von der bajoranischen Regierung bekommen, die die Station ihr eigen nannte. Aber der Kommandant war ein Sternenflottenoffizier, Commander Benjamin Sisko. Er war ein Freund von Branford. Ihn wollte er nun besuchen. Er fragte sich durch, bekam aber jedesmal eine andere Auskunft. Dann erblickte er einen Mann in einer blauen Sternenflottenuniform. Er ging auf ihn zu und sprach ihn an:"Verzeihen Sie, aber ich suche Commander Sisko." Der Offizier erwiderte freundlich:"Ah, Sie müssen Captain Branford sein. Kommen Sie, ich will in die Kommandozentrale."
Branford folgte dem jungen Offizier zu einem Turbolift, der sie auf die Kommandozentrale, die hoch oben auf der Station lag, brachte. Als sich die Lifttür öffnete, wurde Branford freudig begrüßt. "Chris, schön, dich zu sehen! Wie geht es dir?" Branford lächelte. Commander Benjamin Sisko war schon immer ein sehr emotionaler Mensch gewesen. Er schüttelte ihm die Hand. "Danke gut, Ben. Ich freue mich über diesen kurzen Aufenthalt." erwiderte Branford. Sisko blickte zu der jungen Frau, die vorher mit Branford gesprochen hatte:"Lieutenant, Sie übernehmen." Er klopfte Branford auf die Schulter:"Komm mit, ich zeige dir die Station." Während der folgenden zwei Stunden führte ihn Sisko durch die Station. Es war ein sehr lebhafter Platz, an dem sich viele verschiedene Rassen tummelten. Branford erblickte auch einige Cardassianer. Er sprach Sisko leise an:"Ben, habt ihr häufiger cardassianische Gäste?" "Nein, eigentlich nicht. Diese dort gehören einem Handelsschiff. Wegen ihnen sind meine Sicherheitsoffiziere in höchster Alarmbereitschaft. Wir mußten schon einige Schlägereien schlichten." erwiderte Sisko. Branford verstand seinen alten Freund gut. Auf dieser Station, auf der so viele verschiedene Rassen zusammen kamen, war es schwer, Ordnung zu halten. Sisko führte ihn in eine Bar und bestellte zwei Drinks. "Chris, wann wird denn dein Schiff fertiggestellt sein?" Branford nippte etwas an seinem Getränk und erwiderte:"Es wird wahrscheinlich noch eineinhalb bis zwei Monate dauern. Aber was anderes, was ist das?" Sisko grinste:"Romulanisches Ale!" Branford war wiederum erstaunt. Dieses Getränk war in der Föderation eigentlich kaum zu bekommen. "Hier gibt es anscheinend alles, Ben. Selbst dieses Zeug hier!" erwiderte Branford. Er wurde vom Piepsen seines Kommunikators unterbrochen. "Defiance an Branford, Coburn hier. Sir, wir haben die Versorgungsgüter übernommen und sind bereit zum Abflug." Branford tippte seine Insignienkommunikator an:"Verstanden, Commander. Ich komme sofort." Er erhob sich und schüttelte Sisko die Hand:"Also, Ben. Hat mich gefreut, dich wiederzusehen. Ich muß leider gehen." Sisko erwiderte:"Pass auf dich auf, Chris. Auf bald." Branford verließ die Bar und kehrte auf die Defiance zurück.
Auf der Brücke erstattete Coburn Bericht:"Sir, wir sind bereit zum Abflug. Alle Güter wurden verstaut." Branford setzte sich in den Kommandosessel:"Danke, Commander. Fähnrich, Manövriertriebwerke auf halben Vorwärtsschub. Verbindungen zur Station lösen. Alle Systeme auf Reiseflugmodus umstellen." Der Dockpylon zog sich zurück und die Defiance glitt von der Station weg. In einiger Entfernung befahl Branford, auf volle Impulskraft zu gehen. "Mr Coburn, Sie übernehmen. Wenn wir aus dem System herraus sind, auf Warp 4 gehen. Ich bin im Bereitschaftsraum." Er verbrachte die nächste Stunde damit, sich die technischen Daten der Intrepid-Klasse anzusehen. Dann meldete sich Coburn:"Sir, wir empfangen eine Mitteilung vom Sternenflottenkommando. Sie ist für Sie bestimmt." Branford stand auf und ging auf die Brücke. Auf dem aktivierten Hauptbildschirm erschien Flottenadmiral Shanti. "Captain Branford, ich grüße Sie." Branford erwiderte den Gruß und fragte nach dem Grund für ihren Funkspruch. "Wir haben für Ihr Schiff den Namen bestimmt. Das war Grund genug, mit Ihnen zu sprechen." Er war nervös. Welchen Namen hatte sich das Sternenflottenkommando für dieses Schiff ausgesucht? "Ihr neues Schiff wird U.S.S. Exeter heißen, Registriernummer NCC-2893-A. Die Indienststellung wird voraussichtlich am 23. Oktober erfolgen. Derzeit testet ihr zukünftiger Chefingenieur das Schiff im Sektor 001. Sie werden weiterhin das Kommando auf der Defiance führen. Nachdem Sie diesen Flug durchgeführt haben, werden Sie einen Auftrag erhalten, der Sie bis zum Termin der Indienststellung beschäftigen wird. Dann wird auch die Crew der Defiance Landurlaub auf der Erde bekommen. Somit werden Sie Gelegenheit haben, die Exeter bei ihrer Indienststellung zu begleiten." Branford nickte:"Ich danke Ihnen, Admiral. Branford Ende." Der Schirm erlosch. "Exeter, ein schöner Name. Einer mit Tradition." bemerkte Sandra Galen. Branford stimmte ihr zu:"Ja. Das letzte Schiff mit diesem Namen wurde als Wrack treibend im Orbit des Planeten Omega IV entdeckt. Die gesamte Crew war einem bakteriologischen Krieg zum Opfer gefallen. Sie hatten versucht, den Bewohnern dieses Planeten zu helfen und starben dabei. Wir werden mit diesem Schiff versuchen, diesen Namen in Erinnerung zu erhalten." Branford hoffte, daß es so sein würde. Er lehnte sich zurück und stellte sich sein neues Schiff vor.
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