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Die Abenteuer des Captain Branford
Exeter: Begegnung mit der Vergangenheit Teil 1 © by Ruppert, T.J. ()
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Die Sonne stand hoch über dem einsamen Palmenstrand, der an einer kleinen Lagune lag, deren Wasser durchsichtig zu sein schien. Einige Vögel zwitscherten in diesem Szenario, das friedlicher nicht sein konnte. Branford sah auf die Wasseroberfläche, die fast ruhig war. Er war hier auf dem Holodeck, das wusste er, aber das Schiff schien ihm Lichtjahre entfernt. Hier war er kein Kommandant, sondern einfach nur er selbst. Seine Gedanken schweiften zurück. An seinen großen Erfolg während der Krise an der cardassianischen Grenze, an seine Beförderung und das Angebot, ein eigenes Schiff zu übernehmen. Nun stand er unmittelbar davor. Die U.S.S. Defiance war auf dem Weg zur Erde und das Treffen mit seinem neuen Schiff, der U.S.S. Exeter, rückte in greifbare Nähe. Das Geräusch einer sich öffnenden Türe holte ihn aus seinen Gedanken. Er wendete sich um und sah Nella. Sie ging auf ihn zu und kniete sich neben ihn. "Hallo Chris. Ich hoffe, ich störe dich nicht?" Branford blickte sie einen Moment wortlos an und schüttelte dann den Kopf:"Du störst mich niemals, Nella." Er nahm ihre Hand und küsste sie. Nella kannte Branford viel zu gut, als dass sie seinen Zustand als normal empfand. "Was ist mit dir? Du wirkst abwesend." stellte sie analytisch fest. Branford stand auf und ging hinunter zum Wasser. Er sah hinaus auf den fiktiven Ozean, der ihm so ungeheuer real vorkam. Nella war irritiert. So kannte sie ihren Freund nicht. Er war nie um ein Wort verlegen, aber nun kam er ihr abweisend vor. Ob es an ihr lag? Branford drehte sich herum und sah Nella direkt in die Augen. Wie auf Kommando kam sie zu ihm und er nahm sie in die Arme:"Ja, du magst mit deiner Analyse recht haben. Ich denke über das nach, was ich dir schon einmal gesagt habe." Sie sah ihn ernst an:"Chris, meinst du deine Bedenken wegen unserer Beziehung, wenn du dein Schiff übernimmst?" Branford nickte stumm. "Mach dir keine Gedanken, Chris. Ich werde dir treu bleiben. Vertraust du mir denn nicht?" Er schüttelte den Kopf und erwiderte:"Nein, das ist es nicht. Aber wir werden uns sehr wenig sehen, Nella." Nella strich sich die Haare aus dem Gesicht:"Das wird unsere Liebe nur stärker machen, glaub mir." Die beiden wurden durch das Piepsen des Kommunikators unterbrochen. "Haley an Branford, wir nähern uns der Erde, Sir." Branford erkannte Lieutenant Bill Haley, den 1. Einsatzleiter der Defiance. Er tippte seinen Insignienkommunikator an: "Hier Branford. Ich komme sofort, Lieutenant." Nella schmunzelte: "Die Brücke braucht Sie, Captain." Er küsste sie zum Abschied und verließ den Raum.
Unterdessen trat die Defiance in das Sonnensystem der Erde ein. Lieutenant Haley saß im Kommandosessel, als Steuermann war Fähnrich Holden und als Einsatzleiter Lieutenant LaSalle im Dienst. "Auf Impulskraft gehen, Mister Holden. Legen Sie Kurs an auf die Erde, halber Impuls." befahl Haley. LaSalle meldete: "Sir, wir empfangen eine Mitteilung von der Erdverteidigung. Sie fordern unsere Identifizierung an." Haley nickte: "In Ordnung, Mister LaSalle. Aktivieren Sie die Frequenz zur Erdverteidigung." Ein Signal zeigte an, dass ein Kontakt aufgebaut wurde: "Hier ist die U.S.S. Defiance, NCC-2463-A. Wir erbitten Anfluggenehmigung zur Erde. Ich bin Lieutenant Bill Haley, der 1. Einsatzleiter." Über Audio-Kanäle kam die Antwort: "Defiance, Anfluggenehmigung erteilt. Willkommen zu Hause." "Sir, die Anflugleitung hat uns die Anweisung gegeben, zum Orbitalstützpunkt 1 zu fliegen." meldete LaSalle. Branford betrat im selben Moment die Brücke und hörte diese Meldung. "Sehr gut, Mister LaSalle. Lieutenant Haley, Sie werden die Defiance in den Orbitalstützpunkt steuern." Haley nickte unsicher. Der Orbitalstützpunkt war eine Art Bunker für Großraumschiffe und bot acht Anlegeplätze. Der Anflug und das Andocken innerhalb des Stützpunktes war nicht einfach. Branford setzte sich auf den Platz des 1. Offiziers, während Haley stehen blieb. Auf dem Bildschirm erschien der Stützpunkt. "Mister LaSalle, bitten Sie darum, dass die Raumschotten geöffnet werden." befahl Haley. LaSalle nickte und sendete eine Mitteilung. Die Mitteilung wurde bestätigt und die großen Schotten wurden geöffnet. Die Defiance war etwa 1000 Meter entfernt. "Impulsantrieb aus, Mister Holden. Manövertriebwerke auf halben Vorwärtsschub. Kurs korrigieren, 3 Grad nach Backbord." Das Raumschiff glitt durch die Öffnung in den Stützpunkt hinein. "Mister LaSalle, welche Anlegestelle wurde uns zugewiesen?" fragte Haley. Der Einsatzleiter antwortete: "Dockstelle 3, genau Steuerbord voraus, Sir." Haley nickte: "Danke. Kurs korrigieren auf 290,000. Triebwerke aus." Die Defiance steuerte genau in Reichweite der Verankerungen. Haley befahl Schubumkehr und die Defiance stoppte. Die Verankerung rastete an dem Festverbindungspunkt am Rumpfrücken der Kampfsektion ein. "Systeme auf äußeren Versorgungsmodus umstellen, Schwerkrafterzeugung und Integritätsfeld auf Minimum reduzieren. Vorbereitungen für Deuterium-Übernahme treffen." befahl Haley. Branford nickte zufrieden: "Gute Arbeit, Mister Haley. Sie können nun einen Plan für den Landurlaub ausarbeiten. Wir benötigen nur eine Notbesatzung." Der Einsatzleiter nickte und verließ die Brücke. Als er den Turbolift betrat, kam ihm Coburn entgegen. Sie begrüßten sich kurz, dann näherte sich Coburn Branford. "Guten Morgen, Captain. Gibt es irgendwelche Berichte, wann die Exeter eintrifft?" fragte der 1. Offizier. Branford schüttelte den Kopf: "Nein, Commander. Ich werde in zwei Stunden das Kommando an Sie abtreten und die Defiance verlassen. Ich habe noch zwei Tage Urlaub. Wie man mich informierte wird Captain Waringthon in etwa 20 Stunden eintreffen. Er befindet sich bereits auf dem Weg zur Erde." Commander James Coburn nickte. Er hatte sich in den zwei Monaten, in denen Branford an Bord war, von seinem schärfsten Gegner zu einem seiner besten Offiziere entwickelt. Er nahm im Kommandosessel Platz, während Branford die Brücke verließ.
Die folgende Stunde ging Branford mehr oder minder ziellos durch das Schiff. Anschließend packte er seine Sachen und ließ sie in den Transporterraum bringen.
Branford suchte anschließend die Brücke auf um sich von seinen Offizieren zu verabschieden. Haley führte das Kommando, ansonsten war nur eine Notbesetzung mit Fähnrich Holden und einem weiteren Junior-Offizier im Dienst. "Mister Haley, wo sind denn die anderen Stabsoffiziere? Ich wollte mich verabschieden." fragte Branford leicht irritiert. Der Lieutenant erhob sich: "Ich weiß es nicht, Sir. Ich habe Mister Coburn vor einer halben Stunde abgelöst." Branford hob die Augenbrauen: "Ah ja. Nun gut, Lieutenant. Ich verabschiede mich. Viel Glück weiterhin, Mister Haley. Sie werden schon Ihren Weg machen." Haley lächelte: "Danke, Sir. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrem Schiff. Auf Wiedersehen." Branford und Haley schüttelten sich die Hand, dann verließ er endgültig die Brücke der Defiance. Er betrat den Turbolift und nannte Deck 9 als Ziel. Dort war der Transporterraum 2.
Als sich die Lifttür öffnete, blieb ihm fast die Luft weg. Den ganzen Weg bis zur Tür des Transporterraums standen Crewmitglieder Spalier. Als Branford aus dem Lift stieg, standen sie still. Er ging gemessenen Schrittes in den Transporterraum. Dort warteten seine Stabsoffiziere. Sandra Galen und Wesley Crusher würden ihn begleiten, sie hatten sich ebenfalls bereits eingefunden. Coburn trat etwas vor und überreichte Branford ein Modell der Defiance. "Bitte, Sir. Dies hier soll Sie immer an dieses Schiff erinnern. Sie werden uns sehr fehlen. Auch wenn wir uns am Anfang nicht ganz grün waren." Branford lachte: "Da haben Sie recht, Commander. Aber das ist alles vergessen. Sie sind nun der 2. kommandierende Offizier dieses Schiffes. Machen Sie das Beste daraus." Tarall trat etwas an Branford heran: "Captain, ich wünsche Ihnen alles Gute. Sie werden sicherlich ein guter Captain werden. Nein, Sie sind ja schon einer." Branford war etwas verwundert: "Ist das eine logische Schlussfolgerung,Mister Tarall?" Der Vulkanier verzog keine Miene: "Selbstverständlich, Captain. Nach Analyse aller zur Verfügung stehenden Fakten ist dies der einzig logische Schluss." "Auf jeden Fall bedanke ich mich, Lieutenant. Ihre Fähigkeiten haben mich sehr beeindruckt. Alles Gute." erwiderte Branford. LaSalle, Pizoll und Tanner verabschiedeten sich ebenfalls noch von Branford. Dann betrat er mit Galen und Crusher die Transporterplattform. "Sie übernehmen das Kommando, Nummer 1. Energie." Der Transportertechniker betätigte die Kontrollen und die Drei entmaterialisierten.
Branford und die zwei anderen materialisierten in der Transfersektion des Orbitalstützpunktes. Ihr Gepäck wurde verstaut. Crusher verabschiedete sich: "Sir, ich trete jetzt meinen Urlaub an. Wir sehen uns in drei Tagen auf der Exeter. Auf Wiedersehen. Bis dann,Counselor." Der junge Mann verschwand durch die Tür in das Innere des Stützpunktes. Sandra schaute Branford an: "Nun,Chris? Was wirst du tun?" Er erwiderte: "Ich treffe mich mit Nella in etwa zehn Minuten. Wir werden auf die Erde runterbeamen. Was machst du?" "Nun, ich treffe einige Bekannte in Paris. Wir sehen uns dann." schloss Sandra das Gespräch. Sie drehte sich herum und ging wieder in die Transfersektion. Branford nahm seine Tasche und suchte sein Quartier auf. Die Personalsektion hatte ihm einen relativ kleinen Raum zugewiesen, da er bald wieder abreisen würde. Branford war das egal. Er würde so oder so keine Nacht hier verbringen. Er tauschte seine Uniform gegen eine blaue Hose und ein weißes Hemd. Auf der Erde wollte er als Zivilist unbehelligt bleiben. Ein Signal zeigte an, dass jemand an der Tür war. Branford öffnete die Tür. Es war Nella. Sie trug keine Uniform, sondern hatte einen Rock und einen schwarzen Body an. Sie sah atemberaubend aus. Nella betrat das Quartier und gab Branford zur Begrüßung einen Kuss. "Nella, du siehst umwerfend aus. Bist du bereit runterzubeamen?" Sie nickte: "Ja. Chris, wen willst du besuchen? Lass mich doch nicht so im Ungewissen!" Branford zeigte einen unschuldigen Gesichtsausdruck: "Komm, lass dich überraschen. Auf, wir müssen gehen." Er führte sie in die Transfersektion und gab dem Techniker die Koordinaten. Nella versuchte zu lauschen, konnte aber nichts verstehen. Branford betrat mit ihr die Plattform. Er gab die Anweisung und sie wurden auf die Erde gebeamt.
Sie befanden sich inmitten eines riesigen Waldgebietes, das sie auf den ersten Blick als einen Nationalpark im Norden Amerikas identifizierte. "Willkommen in meiner Heimat, Nella." Sie war beeindruckt. Die Umgebung war einfach bezaubernd schön. Keinerlei Fahrzeuge oder ausgebaute Straßen waren zu erkennen, nur ein Pfad führte durch den Wald. "Chris, wo genau sind wir?" fragte Nella. Branford schmunzelte: "Das hier, meine Liebe, ist der Eaglerock Canyon. Ein weites Tal, dicht bewaldet. Hier lebt mein Vater. Wir müssen nur etwa fünfzehn Minuten in diese Richtung laufen." Er deutete in Richtung eines Sees, der von einem Berg zum anderen reichte. Nella erkannte am Ufer eine Blockhütte und einen Bootssteg. Sie folgte Branford den Pfad hinunter zu der Hütte. Als sie dem Gebäude näher kamen, erkannte sie einen grauhaarigen Mann, der am Bootssteg saß und eine Angel in der Hand hielt. Er hatte sie anscheinend noch nicht bemerkt. Branford näherte sich ihm und sprach ihn an: "Viel gefangen?" Nella war von dieser Begrüßung überrascht. Branford sprach normalerweise recht viel. Der Mann hob seinen Blick nicht von der Wasseroberfläche. Er murmelte: "Nein, nicht sonderlich viel. Sie beißen nicht mehr so wie früher." Er stand auf und sah Branford an: "Schön, dass du das bist, mein Sohn." Branford umarmte ihn. Dann stellte er ihm Nella vor: "Dad, das hier ist Nella Darin. Nella, das ist Joseph Branford, mein Vater." Nella sah ihn an. Joseph Branford hatte ein sehr kantiges, altes Gesicht, das aber um so liebenswerter schien. "Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Mister Branford." begrüßte Nella ihn freundlich. Der alte Mann deutete auf die Hütte: "Lasst uns reingehen, Kinder. Ich habe schon etwas zu essen gemacht. Deine Lieblingsspeise, Christopher. Barsch." Branford konnte seine Freude nicht verbergen: "Barsch! Das habe ich schon sehr lange nicht mehr gegessen." Sein Vater nickte: "Ja. Dieses Replikatorzeug kann einen echten Fisch nicht ersetzen, mein Sohn. Kommt, das Essen wird kalt."
Im Haus war schon der Tisch gedeckt. Nella und Branford setzten sich, während sein Vater das Essen holte. Dieses Mahl hatte Branford gefehlt. Während des Essens wurde nicht viel gesprochen. Als sie fertig waren, schenkte der alte Mann jedem noch eine Bourbon ein. "Wie geht es dir, mein Sohn? Bist du zufrieden mit deinem Job?" Branford erwiderte knapp: "Ja. Ich habe sehr große Freude daran." Der Rest des Abend verlief ruhig. Branfords Vater fragte Nella noch etwas aus, dann ging er schlafen. Branford führte Nella raus auf den Bootsteg. Sie beobachteten den Sonnenuntergang. Nella war schon immer ein romantischer Charakter gewesen. Sie brannte darauf, ihm eine ganz bestimmte Frage zu stellen: "Chris, ich möchte dich etwas Persönliches fragen." Branford sah sie an: "Welche Frage?" Sie schaute ihn an: "Was ist mit deiner Mutter, Chris?" Branford schwieg einen Moment, dann erwiderte er: "Meine Mutter war Captain der U.S.S. Armaro. Dieses Schiff wurde vor fünfundzwanzig Jahren durch einen cardassianischen Kreuzer vernichtet, als sie zu diplomatischen Verhandlungen an der Grenze war. Sie hatten keine Chance, da sie völlig unvorbereitet waren. Es gab keine Überlebenden." Nella war unfähig, etwas zu bemerken. Dann fasste sie sich ein Herz: "Ist das der Grund, weshalb dein Vater dir nicht zu deiner Beförderung gratuliert hat?" Branford nickte stumm: "Ja, so ist es. Er war damals dagegen, dass ich zur Sternenflotte ging. Wir haben beinahe zwei Jahre nicht miteinander gesprochen. Dann trafen wir uns und sprachen uns aus. Wir haben einen Kompromiss geschlossen: Wir klammern das Thema Sternenflotte aus. Er ist seit der Zeit verbittert." Nella nickte: "Ja, das verstehe ich. Wie alt ist dein Vater?" Er erwiderte: "Er ist 72 Jahre. Ich bin sein jüngster Sohn." "Hast du Geschwister?" fragte Nella. Branford nickte: "Ich habe eine Schwester, Claudia. Sie ist mit einem Sternenflottenoffizier verheiratet, der auf der U.S.S. Sutherland dient. Ich hatte einen Bruder. Sein Name war Harrold, er starb während eines Außenteam-Einsatzes seines Schiffes, der U.S.S. Jersey. Er war noch keine 23 Jahre alt. Das hat meinen Vater noch verbitterter gemacht." Seine Freundin nickte verständnisvoll und kuschelte sich an ihn.
Am nächsten Morgen wurden sie von Branfords Vater geweckt. Er hatte für sie Frühstück gemacht. Danach wollte Branford aufbrechen. Dann war es soweit. Branford verabschiedete sich: "Auf Wiedersehen, Dad. Hat mich gefreut, dich zu sehen. Auf bald." Der alte Mann nickte: "Ja, Christopher. Pass auf dich auf." Dann wandte er sich Nella zu: "Es hat mich gefreut Sie kennenzulernen, Nella. Besuchen Sie mich wieder. Auf Wiedersehen." Branford und Nella gingen den Pfad wieder hinauf. Außer Sichweite des Hauses kontaktierte Branford den Transporterraum des Orbitalstützpunktes. Innerhalb weniger Sekunden wurden sie auf den Stützpunkt transferiert.
Nella sah Branford an: "Chris, ich muss auf die Defiance zurück. Ich werde dich vermissen." Branford nahm sie in den Arm und küsste sie: "Ich ebenfalls. Nun geh, Nella. Commander Coburn hat es nicht gern, wenn man ihn warten läßt." Sie lächelte: "Pass auf dich auf, Chris. Wir sehen uns." Nella drehte sich herum und suchte wieder die Transfersektion auf, von der aus sie sich auf die Defiance beamen ließ. Branford stand etwas ratlos herum. Die Exeter war noch nicht eingetroffen und sonst war nichts zu tun. Er hatte eine Idee. Die Einsatzplanung hatte bestimmt Informationen, wann das Schiff zurückkehrte. Er durchquerte einige Korridore und betrat das Kommandozentrum. Ein junger Lieutenant sprach ihn an: "Verzeihen Sie, aber hier ist für Unbefugte der Zutritt verboten." Branford zog seinen Ausweis aus der Tasche und zeigte ihn dem Lieutenant: "Ich bin Captain Christopher Branford. Ich brauche Informationen, wann die U.S.S. Exeter eintrifft." Dem jungen Mann war es sehr peinlich: "Tut mir leid, Sir. Ich werde nachsehen, wo sich das Schiff befindet." Er rief über einen Monitor die Berichte der einzelnen Schiffe ab. "Die U.S.S. Exeter befindet sich derzeit im Orbit des Mars. Lieutenant. Commander Cassels führt einige Test mit dem Impulsantrieb durch." Branford nickte:"Danke, Lieutenant. Sagen Sie, besteht die Möglichkeit, ein Shuttle zu bekommen?" Er war sich unschlüssig: "Einen Moment, Captain." Nach wenigen Augenblicken hatte er Klarheit: "Ja, hier hätten wir ein geeignetes Schiff. Ein Shuttle des Typs 6 wäre frei. Wenn Sie wollen, können Sie es haben." Branford brauchte nicht lange zu überlegen. Er nahm das Angebot an.
Binnen zehn Minuten hatte er seine Uniform angezogen und seine Sachen gepackt. Dann ging er zur Shuttlerampe, wo ihn ein Techniker erwartete. "Guten Tag, Sir. Das Shuttle steht bereit. Es ist aufgetankt und startbereit. Sie werden ohne Probleme den Mars erreichen." Branford dankte ihm und bestieg das Shuttle. Er schloss die Einstiegstür und checkte die Systeme. Als er fertig war, startete er die Triebwerke und bat um Starterlaubnis. Diese wurde ihm umgehend gewährt und er startete. Nach dem Verlassen des Orbitalstützpunktes nahm er Kurs auf Mars. Der Flug erschien Branford unendlich lang. Er fragte die voraussichtliche Flugzeit beim Computer an und bekam 1,2 Stunden als Antwort. Er lehnte sich zurück und schaltete den Autopilot ein. Beinahe wäre er eingeschlafen, aber er riss sich zusammen.
Nach einer Stunde kam der Planet Mars in Sicht. Der "Rote Planet" zeichnete sich deutlich am Horizont ab. Branford schüttelte die Müdigkeit ab und scannte, ob sich Schiffe im Orbit des Planeten befanden. Der Computer zeigte ein etwas kleineres Schiff an, das in einem höheren Orbit den Planeten umkreiste. Auf seine Bitte um Identifikation kam die Antwort "Intrepid-Klasse". Es war die Exeter. Branford rief das Schiff: "U.S.S. Exeter, hier ist Captain Christopher Branford an Bord von Shuttleschiff 2. Ich bitte um Landeerlaubnis." Eine weibliche Stimme erwiderte: "Hier ist die Exeter. Sie haben Landeerlaubnis, Captain." Branford sah sich sein Schiff während des Anfluges an. Es war sehr schlank, mit einem elliptischen Vorderrumpf und einer kleineren Maschinensektion. Seine Schönheit übertraf alle Schiffe, die Branford zuvor gesehen hatte. Er überflog den Vorderrumpf und las die Markierungen: "NCC-2893-A, U.S.S. Exeter." Er steuerte das Shuttle zu der achtern gelegenen Shuttlerampe. Sie öffnete sich und das Shuttle landete mit Hilfe des Leitstrahles automatisch.
Als er das Shuttle verließ, erblickte er einen Mann in einer gelben Sternenflottenuniform, laut den Rangabzeichen ein Lieutenant Commander. Dieser trat vor und lächelte Branford freundlich an: "Captain Branford, ich bin Lieutenant Commander Jake Cassels, Ihr Chefingenieur. Ich heiße Sie an Bord Ihres Schiffes willkommen." Branford reichte ihm die Hand. Er bemerkte den kräftigen Händedruck von Cassels. "Ich danke ihnen, Mister Cassels. Ich freue mich darauf, mit Ihnen zusammenzuarbeiten." Cassels wehrte ab: "Warten Sie ab, wie wir uns zusammenraufen. Aber bitte, nennen Sie mich Jake. Titel sind mir nicht ganz angenehm." Branford nickte: "In Ordnung, Jake. Wie ist der Zustand des Schiffes?" "Ah, Sie wollen gleich anfangen. Nun gut, mir ist es recht. Wir haben noch ein paar Probleme mit dem Impulsantrieb, die wir aber bis zur Indienststellung in den Griff kriegen. Unsere Testreihe ist abgeschlossen, wir kehren innerhalb der nächsten Stunde zur Erde zurück. Übermorgen ist die Indienststellungsfeier." erwiderte der Chefingenieur. Branford fragte nach: "Sind schon irgendwelche Stabsoffiziere an Bord? Ich meine außer Ihnen." Cassels mußte verneinen: "Ich bin der Einzige. Die meisten anderen werden erst nach der Indienststellung an Bord kommen. Wollen Sie gleich das Kommando übernehmen?" Branford schüttelte den Kopf: "Aber nein. Mein Dienst beginnt erst nach der Indienststellung. Sie fliegen das Schiff zur Erde zurück. Ich bin nur Gast." Cassels grinste: "Wie Sie wünschen. Sie dürfen mich trotzdem zur Brücke begleiten." Der Captain schmunzelte innerlich. Cassels war ein witziger Typ. Es würde interessant werden mit ihm. Cassels führte Branford durch einige Korridore zu einem Turbolift, der sie auf die Brücke brachte.
Die Brücke der Exeter war eine Weiterentwicklung der früheren Raumschiffklassen Galaxy und Nebula. In der Mitte befanden sich drei Sitzplätze für den Captain, den 1. Offizier und den Counselor. Davor befanden sich die Kontrollpulte für den Steuermann und den Einsatzleiter. Hinter der Sitzreihe des Captains befanden sich die Stationen für Sicherheit/Taktik, Wissenschaft, Technik und spezielle Operationen. Auf der Brücke war nur eine Notcrew im Dienst. Die Plätze für Steuerung, Einsätze und der Platz des Captains waren von Offizieren besetzt, die gelbe Sternenflottenuniformen trugen. Sie gehörten zur Entwicklungs- und Baugruppe des Schiffes. Cassels stellte Branford die drei Offiziere vor: "Leute, das hier ist der Captain, Christopher Branford." Er deutete auf den im Kommandosessel sitzenden Mann: "Das hier ist Lieutenant Marcus Navaro. Er ist der verantwortliche Ingenieur für die Steuersysteme des Schiffes." Navara stand auf und reichte Branford die Hand: "Willkommen an Bord, Captain. Wir werden alles zu Ihrer Zufriedenheit regeln." Branford nickte: "Vielen Dank, Lieutenant. Dessen bin ich mir sicher." Cassels stellte die anderen Zwei vor: "Das sind Lieutenant Oliver Hammer, der für die Sensorenausrüstung zuständig ist." Branford nickte dem Lieutenant freundlich zu: "Und hier haben wir Fähnrich Andrew Savage, verantwortlich für die spezielle Missionsausrüstung." Branford schaute sich etwas um. "Wieviele Crewmitglieder sind zur Zeit an Bord, Jake?" fragte er. Der Chefingenieur lachte: "Wir haben insgesamt eine Notbesatzung von 18 Mann. Das genügt, um die Exeter sicher zurück zur Erde zu bringen." Der Captain nickte: "Na denn, lassen Sie uns zurück fliegen." Cassels schmunzelte: "Wie Sie wünschen, Captain. Andrew, legen Sie Kurs an auf 121,72. Volle Impulskraft." Der Fähnrich bestätigte den Befehl und manöverierte die Exeter aus dem Orbit. Das Schiff nahm Kurs zur Erde auf. "Flugzeit, Marcus?" fragte Cassels nach. Navaro antwortete ohne Umschweife: "38 Minuten, Sir. Alle Systeme arbeiten normal." Der Chefingenieur war zufrieden. Sein langjähriges Projekt war beendet, die Exeter war bereit für den Einsatz. Das erfüllte ihn mit Stolz. "Ausgezeichnet, Marcus. Das haben wir doch gut hingekriegt, oder?" bemerkte er. Navaro stimmte ihm zu: "In der Tat. Eine sehr schwierige Aufgabe neigt sich dem Ende zu." Branford sah sich etwas um. Das Brückendesign war eine Weiterentwicklung der Brücke der Galaxy-Klasse. "Nun,Captain? Wie gefällt Ihnen die Exeter?" fragte Cassels. Branford hob anerkennnend die Augenbrauen: "Beeindruckend. Wirklich beeindruckend. Sie haben das Schiff gut hingekriegt, Jake. Ich freue mich auf unsere erste Mission." Cassels lachte: "Ich ebenfalls, Captain." Der Flug verlief reibungslos, genau nach der errechneten Zeit erreichte die Exeter die Erde.
"Commander, wir erreichen die Erde. Anflugbefehl zum Orbitalstützpunkt wurde erteilt." meldete Andrew Savage. Cassels nickte: "Danke. Legen Sie Kurs auf den Orbitalstützpunkt an." Die Exeter dockte wie geplant im Stützpunkt an. Ihr gegenüber lag die Defiance. Der Chefingenieur sah Branford an: "Wir können, Captain. Die Indienststellungsfeier findet in zwei Stunden statt. Bis dahin haben wir den Gemeinschaftsraum hergerichtet." Branford fragte nach: "Welche Mitglieder des Sternenflottenkommandos haben sich angekündigt, Jake?" "Soweit ich weiß, kommen Admiral Nogura und Admiral Shanti vom Sternenflottenkommandostab, Sir. Ansonsten wird es eine vergleichsweise kleine Feier." erwiderte Cassels. Navaro bemerkte: "Captain, die Crew wird bereits in einer Stunde eintreffen. Die Quartiere wurden vorbereitet." Der Captain dankte Navaro: "In Ordnung, Mister Navaro. Gehen Sie von Bord?" Navaro nickte: "Ja, Sir. Lieutenant Hammer, Fähnrich Savage und ich werden die Exeter nun verlassen. Wir werden aber der Indienststellungsfeier auf jeden Fall beiwohnen." Die Drei verließen die Brücke. Nun war Branford allein mit Cassels. "Ich werde mein Gepäck holen, Jake. Wir sehen uns." Cassels nickte: "Sicher, Captain. Ich werde nochmal die Systeme überprüfen, damit alles klar geht." Branford ging zum Turbolift und verließ die Brücke Richtung Ausstiegsschott. Dort war bereits seine Habe hingestellt worden. Er nahm sie und suchte sein Quartier auf, welches direkt unter der Brücke lag. Es war besser ausgestattet als sein ehemaliges Quartier auf der Defiance. Er stellte das Gepäck hin und ließ sich in einen Sessel gleiten. Nun war er an Bord des Schiffes, dessen Captain er war.
Eine Stunde später wurde Branford über den Kommunikator gerufen. "Sir, hier Cassels. Ihre Stabsoffiziere treffen nach und nach ein." meldete der Chefingenieur. Branford antwortete: "In Ordnung. Sie sollen sich im Konferenzraum versammeln. Branford Ende." Er steckte sich seinen Insignienkommunikator an und verließ den Raum.
Im Konferenzraum waren bereits die Offiziere versammelt. Sie erhoben sich, als Branford den Raum betrat. "Ich begrüße Sie an Bord der U.S.S. Exeter. Mein Name ist Christopher Branford. Ich freue mich, Sie hier zu haben." Ein schlanker jüngerer Mann trat vor: "Guten Tag, Sir. Ich bin Lieutnant Commander Ian Fogarty, Ihr 1. Offizier." Branford reichte ihm die Hand: "Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit, Commander. Ich habe nur Gutes über Sie gehört." Neben Fogarty stand eine jüngere Frau mit längerem schwarzen Haar. Sie musterte Branford, der ihren Blick bemerkte. "Lieutenant Lara Unas, wie ich annehme?" fragte er. Die junge Frau nickte: "Ja. Ich bin sehr froh, hier an Bord zu sein." Branford nickte: "Ich bin froh, Sie hier zu haben. Mit Ihnen müsste ich nachher nochmal sprechen, Lieutenant. Aber das hat Zeit." Die Tür öffnete sich und Cassels betrat den Raum. Er sah sich die Gesichter an und erkannte Sandra Galen. Er ging auf sie zu und umarmte sie. "Sandra Galen, was treibt dich hierher? Das muss eine Ewigkeit her sein!" Sandra befreite sich lachend: "Du hast dich überhaupt nicht verändert, Jake! Ich bin der Counselor hier!" Cassels lachte: "Wirklich? Das finde ich ja. . . , hervorragend!" Lieutenant Unas kam auf Sandra zu. Sie sagte kein Wort, aber Branford vermutete, dass sie telephatisch kommunizierten. Dann reichte ihr Sandra die Hand: "Ich freue mich, Sie wiederzusehen, Lara." Unas erwiderte: "Es ist schon eine Zeit her, seit wir uns trafen." Branford sah einen Mann in einer blauen Sternenflottenuniform, der etwas abseits stand. Er sprach ihn an: "Doctor Sanders, wie ich annehme?" Der Angesprochene erwiderte: "Ja,Captain. Verzeihen Sie, dass ich mich noch nicht vorgestellt habe." Branford hob abwehrend die Hand: "Kein Problem. Ich habe Ihre Akte eingehend studiert, Doctor. Ich bin sehr beeindruckt." Sanders lächelte: "Danke, Sir. Ich freue mich auf die Herausforderung, die mit diesem Schiff auf mich wartet." Branford nickte und beobachtete einen jungen Mann, der sich ihm näherte. Er stellte sich vor: "Guten Tag Sir, mein Name ist Samuel Jacobs. Ich freue mich, Sie kennenzulernen." "Die Freude liegt auf meiner Seite, Lieutenant." erwiderte Branford. Jacobs lachte: "Ich soll Ihnen Grüße von Commander Mark Keller ausrichten. Er war mein direkter Vorgesetzter auf der U.S.S. Renegade, auf der ich zuvor Dienst tat." "Ich danke Ihnen. Mark ist ein alter Freund von der Akademie. Er ist schon drei Jahre auf der Renegade, oder?" Jacobs nickte: "Ja Sir. Er soll in Kürze das Kommando über die U.S.S. Aurelia übernehmen. Aber das Schiff befindet sich noch in Reparatur im Raumdock Omar II." Der Captain schmunzelte: "Mark hat es verdient. Sein Ehrgeiz ist beispielhaft, Sie haben es wohl auch gespürt." Sein neuer Einsatzleiter stimmte ihm zu: "Ja, so ist es. Der Commander war in der Tat ein sehr ehrgeiziger Offizier, aber er war immer fair. Er wollte mich auf sein neues Schiff mitnehmen, aber ich habe es für besser gehalten, auf die Exeter zu kommen." Branford erwiderte: "Auf jeden Fall freue ich mich auf Ihre Mitarbeit, Mister Jacobs." Die Tür öffnete sich und ein Mann in einer blauen Uniform trat ein. Er stand etwas abseits und betrachtete die Menschen. Branford trat auf ihn zu und reichte ihm die Hand: "Guten Tag. Ich bin Captain Branford. Dürfte ich erfahren, mit wem ich das Vergnügen habe?" Der Mann sah auf: "Ich bin Lieutnant Mike Delany, der Wissenschaftsoffizier. Ich wollte mich bei Ihnen melden, Sir." Branford war erstaunt. Delany war ein recht ruhiger Mensch, ziemlich verschlossen, wie er empfand. "Ich heiße Sie an Bord willkommen, Mister Delany. Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit." Delany blickte zu Boden: "Sir, wenn Sie gestatten, möchte ich mich zurückziehen. Ich bin sehr müde von der Reise." Branford nickte verständnisvoll: "Aber sicher, Lieutenant. Wir sehen uns später." Der Wissenschaftsoffizier verließ den Raum. Fogarty trat auf Branford zu. "Sir, die Gäste warten im Gemeinschaftsraum. Wir sollten gehen." Branford musste seinem 1. Offizier zustimmen. "In Ordnung, Commander. Meine Damen und Herren, wir sollten nun den Gemeinschaftsraum aufsuchen. Kommen Sie bitte."
Die Stabsoffiziere folgten Branford in den zwei Decks tiefer gelegenen Gemeinschaftsraum. Dort war ein Festbankett aufgebaut. Die Offiziere betraten den Raum und setzten sich. Die Gesellschaft bestand aus ausgesuchten Mitgliedern des Sternenflottenkommandos und Angehörigen der Crew. Branford ließ seinen Blick kreisen und erkannte ein bekanntes Gesicht. Es war Captain William Riker, sein ehemaliger Vorgesetzter. Er ging auf ihn zu und sprach ihn an. "Hallo Will. Ich freue mich sehr, dich zu sehen." Riker und Branford umarmten sich. "Herzlichen Glückwunsch, Chris. Du hast deine Beförderung redlich verdient. Dieses Schiff, dein Schiff, ist einfach überwältigend." Branford erwiderte: "Ich hörte, du hattest weniger Glück. Tut mir leid wegen der Enterprise. Sie war ein schönes Schiff." Riker sagte nichts. Branford konnte ihn gut verstehen. Sein Schiff, auf dem er als 1. Offizier diente, war vernichtet worden. "Ja, es ist tragisch. Ich hatte immer gehofft, Captain dieses Schiffes zu werden. Nun ist es zerstört." erwiderte Riker. Sein Freund konnte ihn verstehen: "Lass den Kopf nicht hängen, Will. Du bist auch befördert worden und wirst ein Kommando bekommen. Wie ich hörte, wird ein neues Schiff der Galaxy-Klasse in Dienst gestellt. Na ja, alles ist möglich." Riker lächelte: "Ja, sicher. Aber heute feiern wir die Indienststellung der Exeter. Geh zu deinen Offizieren, Captain. Wir sehen uns später." Der Blick von Branford richtete sich zur Tür, die sich in dem Augenblick öffnete. Er konnten kaum glauben, was er sah. Sein Vater, Joseph Branford, betrat den Raum. Er ging auf ihn zu: "Dad, ich freue mich sehr, dass du gekommen bist. Ich hatte nicht gedacht,dass. . ." Joseph Branford unterbrach ihn: "Mein Sohn, es wird Zeit, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Du hast etwas Großes erreicht, und diesem Augenblick möchte ich beiwohnen. Das ist das Mindeste, was ich tun kann. Aber nun solltest du zu deiner Crew zurück." Branford nickte: "Ja, aber vorher begleite dich zu deinem Platz." Er führte ihn zu einem Stuhl, von dem aus er eine gute Sicht auf alle Plätze hatte. Dann ging er zum Kopf der Tafel und setzte sich neben Fogarty. Admiral Nogura erhob sich. "Meine Damen und Herren, ich heiße sie hier an Bord der Exeter willkommen. Es ist das neueste Schiff der Intrepid-Klasse und ist vornehmlich für Forschungsaufgaben ausgelegt, jedoch als Multimissionsraumschiff konzipiert. Heute wird dieses Schiff offiziell in den Dienst der Sternenflotte gestellt. Und nun möchte ich Ihnen den Kommandanten vorstellen, Captain Christopher Branford." Die Gäste applaudierten, als Branford sich erhob. "Ich danke Ihnen allen. Auch ich möchte Sie herzlich willkommen heißen. Es ist für mich eine besondere Ehre, das Kommando dieses Schiffes zu übernehmen. Ich habe davon geträumt, hier zu stehen, doch nun weiß ich kaum, was ich sagen soll. Eines weiß ich jedoch: Meine Crew und ich werden uns dieser Ehre als würdig erweisen. Danke." Er nahm wieder Platz. Nogura redete noch einige Zeit über den Auftrag, den die Exeter im Allgemeinen hatte, dann wurde gegessen. Während des Essens ließ Branford seinen Blick auf seinem Vater. Er unterhielt sich angeregt mit Admiral Shanti. Das Gespräch dauerte sehr lange, und irgendwann standen beide auf und verließen den Raum. Als sie nach einer halben Stunde noch nicht zurückgekommen waren, suchte Branford nach ihnen. Auf dem Weg traf er Shanti. Sie war eine Frau um die 65, weswegen sein Vater mit ihr auch wohl ein gemeinsames Thema gefunden hatte. "Admiral, ich suche meinen Vater. Haben Sie ihn gesehen?" fragte Branford. Shanti nickte: "Ja. Captain, ich sollte Ihnen etwas sagen. Während unseres Gesprächs habe ich wohl bei Ihrem Vater alte Wunden aufgerissen." Branford war irritiert: "Welche, wenn ich fragen darf?" "Captain, ich kannte Ihre Mutter. Karen Branford war zusammen mit mir auf der Akademie, und auch später trafen wir uns, wann immer es ging. Kurz bevor die Armaro zu ihrer Mission aufbrach, sahen wir uns auf Sternenbasis 13. Ich wusste nicht, wer Ihr Vater war, als wir unser Gespräch anfingen. Es tut mir leid." Branford schüttelte den Kopf: "Nein, es war nicht Ihre Schuld. Sie konnten es nicht wissen." Er schwieg einen Moment: "Admiral, wie war sie? Ich habe diese Frage schon häufig meinem Vater gestellt, aber ich will noch von Ihnen die Antwort wissen." Shanti lächelte: "Karen war großartig. Sie hatte einen umwerfenden Humor und war nie um ein Wort verlegen. Ich sehe da Gemeinsamkeiten zu Ihnen." Branford lachte: "Da mögen Sie recht haben." Er wandte sich zum Gehen: "Entschuldigen Sie mich, ich werde nach meinem Vater suchen." Shanti nickte: "Natürlich, Captain."
Joseph Branford war auf dem Aussichtsdeck. Er saß in einem Sessel und sah durch das Fenster. "Schade, dass wir im Dock sind. Sonst könntest du die Erde sehen. So siehst du nur die Defiance, mein altes Schiff." Sein Vater wandte sich um: "Christopher, du hast mit Admiral Shanti gesprochen?" Er nickte schweigend. "Sie kannte deine Mutter sehr gut. Ich hatte keine Ahnung, dass jemand, den ich vorher noch nie gesehen habe, mir meine Frau so genau beschreibt. Genauer, als ich es hätte tun können. Vielleicht habe ich sie nicht gekannt." Branford setzte sich neben seinen Vater. "Dad, wieso quälst du dich so? Das bringt doch nichts!" Der alte Mann hatte Tränen in den Augen: "Mein Sohn, es ist schmerzlich, seine eigene Frau nicht zu kennen. Und diese Erkenntnis kommt spät. Zu spät." Branford schüttelte den Kopf: "Nein. Mum hat dich geliebt. Das hätte sie nicht getan, wenn sie dich nicht gekannt hätte. Und umgekehrt ist es genauso." Sein Vater blickte aus dem Fenster, als würde er sich für nichts anderes interessieren: "Weißt du, wie lange ich nicht an Bord eines Raumschiffes war?" Er wartete keine Erwiderung ab: "Fünfundzwanzig Jahre nicht. Zum letzten Mal war es auf dem Schiff deiner Mutter. Kurz bevor es mit seiner Crew zerstört wurde." "Dad, der Dienst in der Sternenflotte ist voller Risiken. Mutter wusste das, Harrold wusste das, ich weiß es ebenfalls. Aber wir haben uns dafür entschieden." Joseph Branford legte ihm die Hand auf die Schulter und sah ihn lange an: "Ich weiß es auch, mein Sohn. Ich akzeptiere es. Ich bin stolz auf dich, weil du soviel erreicht hast."
Sie unterhielten sich noch eine Weile, dann begleitete Branford seinen Vater zum Transporterraum. Dort verabschiedeten sie sich voneinander. "Pass auf dich auf,mein Sohn. Komm gesund wieder." Branford umarmte seinen Vater: "Ja, Dad. Schön, dass du da warst." Joseph Branford betrat die Plattform. Er winkte zum Abschied. Sein Sohn aktivierte den Transporter und Joseph Branford verschwand von der Plattform.
Branford ging zurück zum Gemeinschaftsraum. Als er ihn betrat sah er, dass die komplette Stabscrew der Defiance anwesend war. Captain Gregory Waringthon näherte sich ihm. "Ich grüße Sie, Captain Branford. Meinen herzlichen Glückwunsch." Branford erwiderte den Gruß: "Danke, Captain. Ich hoffe, ich kann Ihnen nacheifern." "Das haben Sie schon, Christopher." erwiderte der Captain lächelnd. Im Laufe des weiteren Abends unterhielt sich Branford noch mit seinen ehemaligen Kollegen. Dabei sah er auch, dass irgendwann Lieutenant Kelly Pizoll und sein Chefingenieur, Jake Cassels, verschwunden waren. Also hatte Sandra doch recht gehabt, dachte sich Branford und schmunzelte.
Es war zwei Stunden später. Branford war müde, doch konnte er die Feier nicht vor deren Ende verlassen. Nella Darin setzte sich zu ihm. Sie nahm seine Hand. "Chris, was ist mit dir? Bist du müde?" Branford verdrehte die Augen: "Sieht man das schon? Dann sollte ich gehen." Seine Freundin protestierte: "Du? Wir werden gehen, und zwar gemeinsam." Branford nickte ergeben und erhob sich. Nachdem er sich von allen Gästen verabschiedet hatte, verließ er mit Nella den Raum. Vor der Tür stoppte er. "Wohin gehen wir? Zu dir oder zu mir?" Nella lachte: "Such es dir aus. Mir ist es egal." "In Ordnung. Ich würde gerne auf die Defiance gehen." erwiderte er und zog Nella mit sich.
Am Eingang der Schleuse zur Defiance stand eine Sicherheitsposten. Branford näherte sich ihm und sprach ihn an: "Ich bitte um Erlaubnis, an Bord kommen zu dürfen." Der Mann erwiderte ernst: "Sie haben die Erlaubnis, Captain. Willkommen auf der Defiance." Branford dankte ihm und gemeinsam mit Nella ging er in ihr Quartier. Er konnte sich kaum die Uniform mehr ausziehen, so dass ihm Nella helfen mußte. Als er dann da lag, war er zu nichts mehr fähig. "Nella, ich fürchte, heute Nacht wird es nicht mehr viel werden. Ich bin ziemlich müde." "Gut, Chris. Dann werden wir uns eben schlafen legen. Gute Nacht." erwiderte sie. Sie legte sich neben ihn. Branford grübelte. Dies würde vermutlich ihre letzte Nacht für eine ganze Weile sein. Er überwand sich und tippte Nella an der Schulter an. Sie drehte sich herum und sah ihn aufmerksam an: "Ja,was ist?" Er lächelte breit: "Ich habe es mir anders überlegt." Er nahm sie in die Arme. Nella nickte: "Also gut,Chris. Das finde ich schon besser."
Es war morgens um zehn Uhr. So spät stand Branford normalerweise nicht auf, aber heute war es etwas anderes. Nella lag noch neben ihm. "Coburn an Darin, wo sind Sie, Commander?" ertönte die Stimme des 1. Offiziers. Nella schreckte hoch: "Oh nein, ich habe verschlafen." Branford zuckte mit den Schultern: "Lass gut sein, ich werde mit Commander Coburn sprechen." Sie funkelte ihn mit ihren Augen an: "Nichts da, Captain. Du solltest lieber von Bord gehen, denn wir fliegen in etwa zehn Minuten ab." Jetzt war es Branford, der hektisch wurde. Er zog in aller Eile seine Uniform und seine Stiefel an. Dann verabschiedete er sich von Nella: "Wir bleiben in Verbindung. Das ist ein Versprechen." Sie küsste ihn zur Antwort leidenschaftlich. "Geh jetzt, Chris. Ich halte mein Versprechen ebenfalls."
Branford verließ das Quartier und steuerte, in Gedanken versunken, die Schleuse an, die die Defiance mit der Station verband. Keine Minute zu früh, denn in dem Moment, in dem er die Station betrat, legte die Defiance ab und steuerte auf die Raumschotten zu. Er sah ihr nach, wie sie in den freien Raum glitt. Dann schlossen sich die Schotten wieder und die Defiance war verschwunden.
Branford schlenderte zur Einstiegsschleuse der Exeter und betrat sein Schiff. Die Crew war damit beschäftig, alles zum Abflug klar zu machen. Er durchquerte die Korridore und betrat den Turbolift, der ihn zur Brücke brachte. Als sich die Tür öffnete, sah er, dass die Brückencrew ebenfalls sehr beschäftigt war. Fogarty begrüßte ihn: "Guten Morgen, Captain. Haben Sie gut geschlafen?" Branford erwiderte: "Mehr oder minder gut, Nummer 1. Wie gehen die Vorbereitungen voran?" Sein 1. Offizier hielt ihm ein Datenpad hin: "Hier, Sir. Die letzten Vorräte werden übernommen. Die Crew ist eingetroffen." Branford nickte: "In Ordnung, Commander. Ich löse Sie ab." Fogarty verließ die Brücke. Der Captain sah sich um. Am Steuerpult saß ein jüngerer Offizier, neben ihm stand eine junge, blonde Frau. Sie unterhielten sich angeregt. Branford ging zu ihnen hin und räusperte sich. Die zwei jungen Fähnriche drehten sich herum und nahmen Haltung an. "Stehen sie bequem. Mit wem habe ich die Ehre?" versuchte Branford, die Situation zu entspannen. Die junge Frau stellte sich vor: "Ich bin Jennifer Waringthon, Sir." Branford hob die Augenbrauen: "Ah, Sie sind das also. Ihr Vater hat mir schon etwas von Ihnen erzählt." Sie lächelte: "Sie haben meinen Vater schwer beeindruckt, Sir. Ich freue mich, unter Ihnen zu dienen." Der junge Mann stellte sich ebenfalls vor: "Sir, ich bin Fähnrich Luke McLure. Ich freue mich, Sie kennezulernen." Branford nickte: "Die Freude liegt auf meiner Seite. Nun, haben Sie irgend etwas zu berichten?" Waringthon nickte: "Ja, Sir. Ich habe mit Commander Cassels die Impulstriebwerke überprüft. Die Leistung liegt innerhalb der Normen." McLure fügte hinzu: "Sir, ich habe meinerseits die Sensoren überprüft. Sie arbeiten tadellos. Wir sind bereit, was immer kommen mag." Branford zeigte sich zufrieden: "Ich danke Ihnen. Gehen Sie an Ihre Stationen." Er tippte seinen Insignienkommunikator an: "Branford an Unas, melden Sie sich bitte im Bereitschaftsraum." Unas bestätigte seinen Befehl und meldete sich zwei Minuten später bei ihm.
"Sir, Sie wollten mich sprechen?" Branford drehte sich herum: "Ja, Lieutenant. Sie sollen hier an Bord auch einen großen Teil der Verantwortung tragen. Deshalb ernenne ich Sie hiermit zu meinem 2. Offizier." Unas wusste kaum, was sie sagen sollte: "Ich danke Ihnen, Sir. Ich werde Sie nicht enttäuschen." Branford reichte ihr die Hand: "Meinen Glückwunsch, Lieutenant. Sie werden Ihre Position gut ausfüllen." Lieutenant Unas verließ den Raum und trat ihre Schicht auf der Brücke an.
Vier Stunden später meldete Fogarty über Intercom: "Sir, wir sind zum Abflug bereit." Branford bestätigte: "Danke, Nummer 1. Ich komme."
Auf der Brücke ging es deutlich ruhiger zu. Die Stabscrew bestehend aus Fogarty, Galen, Jacobs, Unas, Delany und Crusher war anwesend. Cassels war im Maschinenraum und bereitete alles zum Abflug vor. Alle blickten gespannt auf Branford. Er ging langsam zum Kommandosessel und nahm Platz. Rechts neben ihm saß Fogarty, links von ihm Sandra Galen. Vor ihm saßen Jacobs und Unas. Die taktische Station lag schräg hinter ihnen, ebenso die wissenschaftliche. "Mister Jacobs, bitten Sie um Starterlaubnis." befahl Branford. Der Einsatzleiter rief die Dockkontrolle, welche den Start freigab. "Maschinenraum, ist alles bereit?" fragte Branford nach. Cassels meldete sich: "Aye, Sir. Wir sind klar zum Start." Branford nickte seinem 1. Offizier zu: "Bringen Sie das Schiff aus dem Dock, Nummer 1." Fogarty befahl ruhig und zielsicher das Schiff aus dem Dock. Branford war erstaunt, wie kühl und sachlich Fogarty das Schiff steuerte. Dann war es vollbracht. Die Exeter befand sich im freien Raum. "Wie ist der Kurs bitte, Captain?" fragte Unas. Branford lächelte: "Setzen Sie Kurs auf 215,010. Halber Impuls voraus." Unas setzte den Kurs und brachte das Schiff auf die Geschwindigkeit. "Sir, wir haben Befehl, innerhalb des Systems zu bleiben. Wir werden bald neue Befehle erhalten." meldete Jacobs. Branford nickte: "Danke, Mister Jacobs. Nummer 1, Sie übernehmen die Brücke. Wenn Sie möchten, fliegen Sie etwas im System herum." Sein 1. Offizier lachte: "Ja, das werden wir wohl tun. Bis später, Sir."
Eineinhalb Stunden später ging Branford in die Offiziersmesse, um etwas zu essen. Sandra Galen saß mit einem Lieutenant an einem Tisch und winkte ihn her. Der Lieutenant erhob sich, als Branford näher trat. "Chris, das hier ist Lieutenant Timothy Baldwell, der 2. taktische Offizier." stellte Sandra den jungen Mann vor. Branford reichte ihm die Hand:"Sehr erfreut, Lieutenant. Bitte, setzen wir uns." "Tim war vorher auf der U.S.S. Enterprise, Chris. Er kennt William Riker sehr gut." Branford hob die Augenbrauen: "Waren Sie noch an Bord, als sie zerstört wurde?" Baldwell nickte: "Ja. Ich hatte schon meinen Versetzungsbescheid bekommen. Dann wurden wir von diesem klingonischen Bird-of-Prey angegriffen. Sie kannten die Modulation der Schilde, deshalb hatten wir keine Chance. Uns gelang es, ihre Tarnvorrichtung auszulösen, wodurch ihre Schilde zusammenbrachen. Dann haben wir sie zerstört. Aber es war für uns zu spät. Der Warpkernbruch stand unmittelbar bevor. Wir trennten die Untertassensektion ab und landeten auf dem nahe liegenden Planeten. Durch den Aufprall wurde die Untertassensektion irreparabel beschädigt." Sie schwiegen einen Augenblick. Dann warf Sandra ein: "Ich muss euch leider verlassen. Bis später." Sie erhob sich und verließ die Messe. Branford und Baldwell aßen relativ schweigend ihr Essen. Mitten während der Mahlzeit meldete sich die Brücke: "Unas an Branford. Wir empfangen eine Mitteilung vom Sternenflottenkommando." Er tippt seinen Kommunikator an: "Ich komme, Lieutenant."
Branford betrat die Brücke. Auf dem Hauptschirm war Admiral Nogura zu sehen. "Captain, die Exeter hat den Auftrag, die Ausgrabungsstätten auf Malor IV zu untersuchen. Zu diesem Zweck wird ein Archäologenteam an Bord kommen. Sie werden sich mit der U.S.S. Lauros in zwanzig Minuten treffen. Die Koordinaten wurden übermittelt. Alles weitere erklärt Ihnen der Chef des Archäologenteams, Doctor Kulos. Viel Glück." Der Schirm erlosch. "Fähnrich, setzen Sie Kurs zu den übermittelten Koordinaten. Warp 3." befahl Branford. Der Steueroffizier beschleunigte das Schiff auf die Geschwindigkeit. Die Mission begann. Branford setzte sich wieder in den Kommandosessel. "Mister Crusher, führen Sie eine Analyse der taktischen Systeme durch. Berichten Sie mir in zehn Minuten." Crusher nickte und begann die Analyse. Sandra sprach ihn an: "Was ist mit Ihnen? Ich fühle, dass Sie sich unwohl fühlen." Branford ließ sich nichts anmerken: "Danke für Ihre Hilfe, Counselor. Aber ich bin nur enttäuscht, dass wir einen solchen relativ unwichtigen Auftrag erhalten." Die Schiffsberaterin zeigte sich überrascht: "Nun, Captain. Das Sternenflottenkommando ist wohl davon überzeugt, dass Sie die Zeit nutzen können, um sich mit der Crew und dem Schiff besser vertraut zu machen." Branford musste sich ein Lächeln verkneifen. Sandra hatte wohl recht. "Sie mögen recht haben, Counselor." erwiderte Branford. Crusher hatte seine Analyse abgeschlossen und erstattete Bericht: "Die Überprüfung ist beendet. Die Phaserkanonen sind voll einsatzfähig, die Leistung liegt praktisch bei 100%. Bei den Torpedos verhält es sich genau so. Nun zu den Passiv-Systemen: Die Schilde und Deflektoren haben teilweise vesagt. Die Leistung der Schilde liegt bei 85%, die Deflektoren operieren bei 90%." Branford stand auf und sah sich die Informationen an der taktischen Station an. "Sagen Sie, kriegen Sie die Leistung auf 100%?" Crusher fühlte die Verpflichtung, die aus dieser Frage hervorging. "Sir, ich werde es versuchen. Ich und meine Leute werden unser Bestes geben." Branford nickte: "In Ordnung,Lieutenant. Ich verlasse mich auf Sie." Der Einsatzleiter Jacobs meldete: "Sir, ein Schiff kommt in Sensorenreichweite. Es ist ein kleinerer Transporter." "Identifizieren Sie es, Lieutenant." befahl Branford. Jacobs rief die Informationen ab: "ID-Signal NCC 51127. Die U.S.S. Lauros, Sir." Crusher ging zu der taktischen Station zurück und meldete:"Wir werden gegrüßt, Sir." Branford deutete auf den Hauptbildschirm. Auf diesem erschien ein jüngerer Mann mit den Rangabzeichen eines Commanders. "Ich grüße sie, Captain. Mein Name ist Commander Mike Lamar, der Kommandant der Lauros. Das Archäologenteam ist bereit zum Rüberbeamen." Branford trat vor: "Ich bin Captain Branford. Wir sind bereit, Commander. Danke für ihre Hilfe." Er aktivierte die Sprechverbindung: "Transporterraum, beamen sie das Team herüber." Fogarty stand auf: "Ich werde den Doctor und sein Team begrüßen. Wenn Sie gestatten, Sir." Branford nickte freundlich: "Gehen Sie nur, Commander."
Der 1. Offizier verließ die Brücke und steuerte den Transporterraum an. Er nickte dem Techniker zu, der die ersten fünf Mitglieder des Teams herüberbeamte. Ein grauhaariger, älterer Mann trat auf Fogarty zu. "Willkommen an Bord der Exeter. Ich bin Lieutenant Commander Ian Fogarty, der 1. Offizier." begrüßte er die fünf. "Danke, Commander. Ich bin Doctor Reginald Kulos, der Leiter des Teams." Er stellte seine Mitarbeiter vor und bat, dass Fogarty ihnen die Quartiere zeigte. Die restlichen fünfzehn Mitglieder des Teams wurden herübergebeamt, dann wurden ihnen von Fogarty die Quartiere gezeigt. Als er sich versichert hatte, dass die Wissenschaftler zufrieden waren, ging er auf die Brücke zurück.
"Und, Nummer 1? Sind Doctor Kulos und sein Team zufrieden?" fragte Branford. Fogarty lächelte breit: "Sicher, Sir. Allerdings, wie für Wissenschaftler üblich, sind sie sehr verschlossen." Branford war nicht überrascht. Dieses Verhalten war ihm bestens bekannt. "In Ordnung. Lieutenant Unas, setzen Sie Kurs auf Malor IV. Warpgeschwindigkeit 4." Die Betazoid führte die Anweisungen aus und meldete: "Alles bereit, Captain." Captain Branford erwiderte: "Beschleunigen Sie, Lieutenant." Das Schiff ging auf Warpgeschwindigkeit und verließ das System. Branford ging zur Wissenschaftsstation und sprach Lieutenant Delany an. "Mister Delany, haben Sie sich schon mit der Situation auf Malor IV befasst?" Der Wissenschaftsoffizier nickte kaum merklich: "Natürlich, Sir. Ich werde den Doctor umfassend unterstützen können, wenn wir Malor IV erreichen." Branfords Interesse stieg: "Wie alt sind die Ruinen nach Ihrer Meinung?" Delany wiegte bedächtig den Kopf: "Nun, nach den neusten Schätzungen sind sie 90. 000 Jahre alt. Als dieses Volk ausstarb, waren sie auf der Stufe des Mittelalters. Diese Ruinen erinnern stark an mittelalterliche Burgen und Schlösser." Branford nickte: "Ja, diese parallele Entwicklung ist uns aus vielen Beispielen bekannt. Ich bin sehr gespannt. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, würde ich Sie gerne auf den Planeten begleiten." Sein Wissenschaftsoffizier zeigte sich erstaunt. Dann nickte er erfreut: "Es würde mich freuen, Sie dabei zu haben, Sir."
Es waren zwei Tage vergangen, in denen sich die Exeter auf dem ereignislosen Flug nach Malor IV befand. Branford war gut in Stimmung und suchte das Holodeck auf. Dort angekommen stellte er enttäuscht fest, dass ein Programm lief. Er wollte schon wieder gehen, da sah er, dass es ein Programm von Jenny Waringthon war. Er drehte sich herum und betrat das Holodeck. Dort war eine Waldlandschaft erschaffen worden. Sie erinnerte stark an einen Wald in England. Das Klopfen von Pferdehufen schreckte Branford auf. Ein prächtiger Schimmel näherte sich. Auf seinem Rücken trug er Jenny Waringthon. "Guten Morgen, Captain. Haben Sie ebenfalls Lust zu reiten?" Branford lächelte: "Nun gut, Fähnrich. Ich habe es zwar schon lange nicht mehr probiert, aber ich denke, ich kann es noch." Er überlegte kurz, dann befahl er dem Computer: "Computer, einen schwarzen Hengst erschaffen. Ein zahmes Gemüt." Vor Branford erschien ein wunderschöner schwarzer Hengst, der sehr ruhig da stand. Branford strich ihm über den Kopf und stieg auf. "Kommen Sie. Reiten wir ein wenig!" rief Waringthon und ritt los. Branford nahm die Zügel in die Hand und ritt hinterher. Die zwei durchquerten das Waldgebiet und kamen zu einer Lichtung. Dort stieg Branford vom Pferd und band es an einem Strauch fest. Waringthon folgte ihm. "Darf ich Ihnen eine persönliche Frage stellen, Sir?" Branford nickte stumm. "Haben Sie sich gut mit meinem Vater verstanden?" fragte Waringthon. Der Captain erwiderte: "Ich will ehrlich sein, Fähnrich. Ich kannte Ihren Vater nicht sehr lange, da erlitt er den Herzanfall. Denoch muß ich sagen, dass ich ihn sehr sympathisch finde." Die junge Frau musste lachen: "Er ist ziemlich umgänglich. Das ist eine seiner liebenswertesten Eigenschaften." Der Captain unterhielt sich noch eine Weile mit seiner jungen Untergebenen. Dann verließ er das Holodeck und übernahm die Brücke.
Es war zwei Stunden später. "Sir, wir empfangen eine Mitteilung von der U.S.S. Defiance. Persönlich an Sie gerichtet." meldete Crusher. Branford nickte und stand auf: "Danke,Lieutenant. Legen Sie sie in meinen Bereitschaftsraum." Der Captain ging durch die seitliche Tür und betrat seinen Bereitschaftsraum. Er aktivierte den Monitor und nahm im Sessel Platz. Auf dem Bildschirm erschien Nella Darin. "Hallo, Chris. Wie geht es dir?" Er lächelte: "Danke gut. Ich habe dich vermisst, Nella. Wo seid ihr?" "Wir halten uns im Raul-System auf und nehmen eine diplomatische Delegation auf, die wir nach Garondon II bringen. Wieder so ein diplomatischer Einsatz!" Branford verzog keine Miene: "Na, an so etwas musst du dich auf einem Schiff wie der Defiance gewöhnen. Dort geht es recht bunt zu." "Da magst du recht haben. Zumindest habe ich jetzt mit meiner Abteilung die Möglichkeit, einige Sachen aufzuarbeiten." Branford unterhielt sich noch eine halbe Stunde mit seiner Freundin, dann ging er in sein Quartier und legte sich schlafen.
Drei Tage später erreichte die Exeter das System. Branford befand sich auf der Brücke und befahl, auf Impulsgeschwindigkeit zu gehen und in einen Orbit einzuschwenken. "Sir, wir haben Malor IV gescannt. Aufgrund der Atmosphäre, die einen Strahlengürtel beinhaltet, können wir unmöglich beamen. Auch können wir die Oberfläche nur unzureichend abtasten." meldete Jacobs. Fogarty machte einen Vorschlag: "Sir, wir könnten drei Shuttles einsetzen, um das Wissenschaftsteam auf den Planeten zu bringen. Insgesamt haben wir dann 24 Sitzplätze." Branford nickte anerkennend: "Gute Idee, Commander." Er wandte sich Crusher zu: "Lieutenant, lassen Sie die drei Shuttles startklar machen. Ich werde die Wissenschaftler begleiten, ebenso Mister Cassels, Mister Delany und Doctor Sanders. Informieren Sie diese Leute bitte. Und sagen Sie Doctor Kulos und seinem Team Bescheid." Fogarty zeigte sich erstaunt: "Sie gehen mit, Captain?" "Ja, Nummer 1. Ich habe das mit Lieutenant Delany abgesprochen. Mein Interesse an diesen Ruinen ist sehr groß." Crusher unterbrach ihn: "Captain, die Shuttles sind startklar. Doctor Kulos und sein Team sowie die restlichen Mitglieder des Außenteams sind auf dem Weg zur Shuttlerampe." Branford erhob sich: "Danke. Commander, Sie übernehmen. Wir melden uns alle 6 Stunden."
Er verließ die Brücke und ging zur Shuttlerampe. Dort warteten bereits die Mitglieder des Außenteams. Nach einer kurzen Begrüßung bestiegen sie die Shuttles. Branford setzte sich neben Cassels in den Copilotensitz. Sein Ingenieur war damit beschäftigt, den Start einzuleiten. Das Hangartor öffnete sich und Cassels beschleunigte das Schiff und flog es aus dem Hangar. Die zwei anderen Schiffe folgten ihm. "Jake, haben Sie schon einen geeigneten Landeplatz gefunden?" fragte Branford. Er nickte: "Ja. Ich habe mit Doctor Kulos einen Platz ausgesucht. Wir erreichen ihn in sieben Minuten."
Cassels steuerte das Shuttle sicher zu dem Landeplatz, der inmitten einer Hügellandschaft lag, die stark an die schottischen Highlands erinnerte. Er setzte das Schiff sicher auf, nach ihm landeten die anderen zwei. Branford öffnete die Luke und stieg aus. Cassels und die anderen sechs folgten ihm. Kulos sah sich faziniert um. Auf einer Anhöhe in der Nähe lag eine alte Burg. Branford tippte seinen Kommunikator an: "Branford an Exeter, bitte melden." Es war kurz ein Rauschen zu hören, dann ertönte die Stimme von Fogarty: "Hier Commander Fogarty, Sir. Empfang ist befriedigend. Wie ist Ihre Lage?" Branford erwiderte: "Alles in Ordnung, Nummer 1. Wir melden uns wieder. Branford Ende." Sanders kam näher. In seiner Hand hielt er einen Tricorder. "Ich habe die Atmosphäre schon vorher gescannt. Sie ist genau so wie auf der Erde. Wir haben nichts zu befürchten." Er steckte das Gerät ein. "Danke, Doctor. Sind Sie an Geschichte interessiert?" Sanders erwiderte: "Nicht unbedingt, Sir. Aber es ist schon beeindruckend, wie sich die Geschichte dieses Planeten entwickelt hat. So viele Gemeinsamkeiten." Branford ging ins Shuttle zurück und zog vier Typ II-Phaser aus einem Schrank. Er verließ das Shuttle wieder und gab Cassels, Sanders und Delany jeweils einen. Dann verstaute er ebenfalls einen in seiner Gürteltasche. Delany sah ihn erstaunt an: "Befürchten Sie Probleme, Sir?" Branford wiegte den Kopf: "Eigentlich nicht, Lieutenant. Aber wir konnten keine genauen Scans des Planeten machen, deshalb halten wir uns lieber an die Vorschriften. Und die besagen Bewaffnung für Außenteams." Inzwischen hatten ein paar Leute einige Zelte aufgestellt, in denen geschlafen und gearbeitet wurde. Branford und das Team gingen früh schlafen, um am nächsten Morgen die Untersuchungen beginnen zu können.
Die Sonne ging auf und weckte das Team auf. Branford war das einfallende Licht unangenehm. Die Sonne des Malor-Systems hatte eine ungewöhnlich starke Strahlung. Jedoch war sie, wie Doctor Sanders versichert hatte, für das Team ungefährlich. Lieutenant Delany kam zu ihm und bot ihm an, mit in eine der Burgen zu gehen. Der Captain war sehr interessiert und folgte Delany und vier anderen Wissenschaftlern in das alte Gemäuer. Das erste, was ihm auffiel, war ein moderiger Geruch, der überall zu sein schien. Delany zog seinen Tricorder heraus und scannte die Mauern. "Faszinierend. Die Mauern sind aus Sandstein. Ein Baustoff, der auf der Erde in diesem Zeitalter ebenfalls benutzt wurde." "Lieutenant, können Sie feststellen, warum die Bevölkerung ausgestorben ist?" fragte Branford. Der Wissenschaftler grübelte: "Wir haben die Vermutung, dass Religionskriege dafür verantwortlich waren. Wir sind jedoch nicht sicher. Aber es gibt hier und da Symbole an den Wänden, die wohl verschiedene Glaubengemeinschaften darstellen. Sehen Sie, hier zum Beispiel." Er deutete auf einen mit roter und blauer Farbe gemalten Kreis mit verschiedenen Schriftzeichen. "Sagen Sie, können Sie diese Schrift entziffern?" Delany mußte verneinen. "Leider nicht, Captain. Wir versuchen jedoch das Muster dieser Sprache herauszufinden."
Branford hörte an diesem Tage ziemlich viel und hatte irgendwann genug. Er verließ die Burg und ging zum Camp zurück. Dort traf er Cassels und Sanders. Sie unterhielten sich. "Captain, setzen Sie sich zu uns. Wir unterhalten uns gerade über unsere Crew und die Zusammenarbeit." Branford kam Cassels' Aufforderung nach und nahm auf einer Kiste Platz. "Und zu welcher Erkenntnis sind Sie gekommen, Jake?" fragte Branford. Sein Chefingenieur lachte: "Nun, ich bin kein Psychologe. Aber im Großen und Ganzen arbeitet die Crew recht gut zusammen. Obwohl es einige Grünschnäbel dabei hat." "Da mögen Sie recht haben. Aber unsere jungen Brückenoffiziere machen sich wirklich gut. Ich bin mit Mister McLure und Miss Waringthon sehr zufrieden." Das fiel ihm ein, dass er sich bei Fogarty melden wollte. Er verabschiedete sich und ging etwas vom Camp weg.
"Branford an Exeter, bitte kommen." Lieutenant Unas meldete sich: "Hier Unas, Captain. Schön, von Ihnen zu hören." Branford erwiderte: "Wie ist die Lage, Lieutenant?" "Alles in Ordnung, Sir. Wir haben den Orbit verkleinert, um vielleicht doch noch Scans von der Oberfläche anstellen zu können. Bisher jedoch ohne Erfolg." Branford beendete das Gespräch: "Ich danke Ihnen, Lieutenant. Branford Ende."
Im Laufe dieses und des nächsten Tage geschah nichts Ungwöhnliches. Das Team untersuchte die Ruinen und zog ein paar hundert Kilometer weiter, wo eine größere Ansammlung Gebäude geortet worden war.
Unterdessen ging an Bord der Exeter alles seinen geregelten Gang. Lieutenant Commander Ian Fogarty lehnte sich im Kommandosessel zurück und trank einen Schluck Kaffee. Am Steuerpult saß Fähnrich Waringthon, als Einsatzleiter war McLure und als taktischer Offizier Lieutenant Crusher im Dienst. Außerdem befand sich noch Sandra Galen auf der Brücke. "Sir, ich empfange ungewöhnliche Subraum-Interferenzen. Es ist mir nicht möglich, den Ursprung zu bestimmen." meldete McLure. Fogarty stellte seine Tasse ab und ging zur Station des Einsatzleiters. Er sah sich den Bildschirm an. "Ich kann es ebenfalls nicht erkennen. Arbeiten die Sensoren einwandfrei?" fragte Fogarty. McLure erwiderte: "Einen Moment, ich checke sie." Er nickte: "Die Sensoren sind in Ordnung, Sir. Es muss da etwas sein, aber ich kann es nicht bestimmen." Fogarty wandte sich Crusher zu: "Lieutenant, können Sie entdecken, aus welcher Richtung diese Signale kommen?" Der taktische Offizier mußte ebenfalls verneinen: "Tut mir leid, Commander. Es ist mir nicht möglich, den Ursprung herauszufinden." Fogarty grübelte. Unter normalen Umständen könnten derartige Signale von einem anderen Schiff kommen. "Mister Crusher, orten Sie irgendwelche Schiffe?" Crusher erwiderte: "Negativ, Sir. Keine Schiffe in Sensorenreichweite." "Fähnrich, erhöhen Sie unseren Orbit. Alarm Gelb." befahl Fogarty. Dieser Zustand bedeutete erhöhte Wachsamkeit. Es vergingen fünfzehn Minuten, in denen nichts besonderes geschah. Dann meldete McLure: "Sir, ich orte ein Schiff, Richtung 127,04. Nähert sich sehr schnell!" Fogarty fragte nach: "Können Sie es identifizieren, Fähnrich?" Er arbeitete hastig und schüttelte den Kopf: "Negativ. Ein Schiff dieser Bauart ist in keiner Kartei verzeichnet." Fogarty wollte keine unötige Hektik aufkommen lassen und verzichtete darauf, die Schilde oder Waffensysteme zu aktivieren. "Aktivieren Sie die Grußfrequenzen, Mister Crusher." befahl Fogarty. Ein Signal zeigte an, dass ein Kontakt aufgebaut wurde. "Hier spricht Lieutenant Commander Ian Fogarty von der U.S.S. Exeter. Wir bitten Sie, sich zu erkennen zu geben." Das fremde Schiff näherte sich. "Sir, Sie aktivieren die Waffensysteme und nehmen die Schilde hoch!" meldete McLure aufgeregt. Fogarty war aufgeschreckt. "Roter Alarm! Schilde hoch, Phaser klar! Manövrieren sie uns aus dem Orbit!" befahl er. Bevor die Exeter die Schilde aufbauen konnte, feuerte das fremde Schiff mit Disruptor-Kanonen auf sie. Die Exeter wurde aus kurzer Distanz schwer getroffen. An der Station des Einsatzleiters explodierte etwas und McLure wurde nach vorne geschleudert. Fogarty sah Crusher an: "Schadensbericht!" Crusher sah besorgt aus: "Energieversorgungsleitungen zu den achteren Torpedos unterbrochen. Impulsantrieb auf 85% verringert." "Ein Sanitätsteam auf die Brücke. Sofort!" schrie der 1. Offizier. Crusher meldete: "Sir, ein zweites Schiff nähert sich aus Richtung 221,03. Gleiche Klassifizierung." "Delta-Ausweichmanöver, halber Impuls! Phaser auf Ziel einstellen mit 80%." befahl Fogarty. Crusher signalisierte, das alles bereit war. Fogarty ballte die Faust: "Feuer!" Der Feuerstoss aus den vorderen Phaserbänken traf das 1. Schiff und zwang es, sich auf den Rückzug zu begeben. "Schilde des Gegners auf 60% gefallen. Sein Impulsantrieb arbeitet nur noch mit 70%!" meldete der taktische Offizier. Das zweite Schiff nahm die Exeter unter Feuer. Es schoss seine Disruptoren und Phaser gleichzeitig ab. Die Exeter wurde von der vollen Wucht getroffen. Durch die Erschütterung wurde die Brückencrew aus den Sitzen geworfen. "Schilde auf 60%, Sir. Warpantrieb ausgefallen." meldete Crusher. Der Einsatzleiter meldete: "Sir, das 1. Schiff nähert sich aus Richtung 300,12." Fogarty nickte: "Kurs 300,12. Voller Impuls." Die Exter stellte sich frontal dem Gegner. "Schnellfeuer aus allen Waffensystemen, Lieutenant! Und los!" Die Exeter feuerte aus allen Phasern und Torpedobänken. Der Feuerstoß traf den Gegner am Bug. Das Schiff wurde auf die Seite geschleudert und explodierte. "Sir, die vorderen Phaserbänke haben einen teilweisen Energieausfall. Sie sind nur noch zu 60% vefügbar." meldete Crusher. Fogarty fluchte: "Versuchen Sie, das zu reparieren. Fähnrich, gehen Sie auf Kurs 189,010. Volle Impulskraft!" Er versuchte, die Exeter auf eine Fluchtkurs zu bringen. Dies scheiterte jedoch. "Sir, der Gegner holt auf. Wir können ihm nicht entkommen!" Fogarty befahl: "Feuer frei aus achteren Waffensystemen. Ausweichmanöver Omega, auf halben Impuls runtergehen!" Die Exeter feuerte mit den verbliebenen Heckphasern, doch der Gegner wurde nicht ernstlich getroffen. Dann nahm er die Exeter erneut unter Feuer. Sie steckte eine Vielzahl von Treffern ein. "Sir, Schilde auf 20%. Impulsantrieb arbeitet nur noch mit 40%." meldete Crusher. "Feuer frei aus allen Waffensystemen. Dauerfeuer!" befahl er. Crusher protestierte: "Sir, wir haben nicht genug Energie für solch eine Aktion!" Fogarty blickte ihn wütend an: "Notenergie an Waffensysteme transferieren. Führen Sie meinen Befehl aus!" Crusher gehorchte und feuerte nochmal. Jedoch ging die Energie bald zu Neige. Er musste das Feuer einstellen. "Setzen Sie einen Notruf ab, Mister Crusher. Priorität 1!" Der Gegner kam näher und feuerte nochmal. Fogarty und der Rest der Brückencrew wollten sich schon darauf vorbereiten zu sterben, doch als die Geschosse einschlugen, trafen sie nur die Maschinensektion. "Sir, wir sind manövrierunfähig! Die wollten uns genau dort treffen!" meldete Crusher. Er fügte hinzu: "Man wollte uns offenbar gar nicht vernichten." Fogarty grübelte. Wer konnte das nur sein? "Sir, wir werden gerufen." Fogarty nickte: "Auf den Schirm." Es erschien eine Kreatur, die Fogarty als einen Mussioaner erkannte. Diese Wesen bewohnten einen Planeten im Außenbereich der Föderation. Dieser war ein Nest für Schmuggler, Piraten und Söldner. Fogarty begriff. "Ich bin Waik Lortak, Kommandant der Tain Ango. Wer immer Sie sind, Commander, Sie werden sich ergeben. Wir kommen an Bord!" Im gleichen Moment materialisierten sich fünf schwerbewaffnete Männer auf der Brücke. Fogarty reagierte schnell. "Computer, Kommandofunktionen deaktivieren, Genehmigung Fogarty, Omega 7!" Der Computer schaltete sämtliche für die Steuerung des Schiffe relevanten Systeme aus. Somit war es nicht mehr möglich, das Schiff zu steuern. Einer der Männer trat vor und erkannte die Lage. "Schalten Sie die Systeme wieder ein! Sofort!" brüllte er. Fogarty verzog keine Miene. Der Mann richtete seinen Phaser auf einen jungen Fähnrich der Wissenschaftsabteilung und feuerte. Der Fähnrich wurde getroffen und stürzte zu Boden. Crusher war sofort bei ihm, schüttelte jedoch den Kopf. Er war tot. "Sie Mörder, ich werde Ihnen. . ." schrie Crusher und wollte auf dein Schützen losgehen. Fogarty herrschte ihn an: "Bleiben Sie ruhig, Mister Crusher. Zurück auf Ihren Posten!" Der Mann trat an Fogarty heran: "Sollen noch mehr Leute sterben?" Er richtete seine Waffe auf Fogarty. In diesem Moment betrat ein humanoider Mann die Brücke und schrie ihn an: "Laß die Waffe stecken, du Idiot! Wenn du ihn tötest, wird niemand mehr die Steuersysteme aktivieren können!" Er stellte sich vor Fogary hin: "Commander, ich bin Steve Bluenek. Ich bin der 1. Offizier der Tain Ango. Sie werden mit zwei Leuten Ihrer Wahl an Bord der Tain Ango gehen. Der Rest Ihrer Crew wird mit den Rettungkapseln von Bord gehen." Fogarty sah sich um: "Ich werde niemand benennen. Wer meldet sich freiwillig?" Sandra Galen und Timothy Baldwell waren die Ersten. Fogarty nickte ihnen zu. "In Ordnung." Bluenek schaltete seine Kommunikator ein: "Bluenek hier. Vier Personen rüberbeamen." Die Vier verschwanden. "Wer ist der ranghöchste Offizier?" fragte ein Söldner. Unas trat vor: "Ich bin Lieutenant Unas, 2. Offizier." Der Söldner lachte: "Gut. Befehlen Sie Ihrer Crew, sich zu den Rettungskapseln zu begeben." Unas schaltete das Interkom ein und gab den Befehl zum Verlassen des Schiffes. Sie wurde mit der restlichen Brückencrew zu den Kapseln gebracht. Zusammen mit Crusher und Waringthon wurde sie in eine Kapsel verfrachtet. Dann legte diese ab. Schon kurz darauf sahen sie, dass das Söldnerschiff die Exeter mit einem Traktorstrahl ankoppelte und aus dem System schleppte. Dann waren sie allein, zusammen mit über zwanzig anderen Rettungskapseln.
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