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Krieg und Liebe© by Tara TP ()
Tom war mittlerweile erwacht. Trotzdem herrschte eine Totenstille in dem kleinen Zimmer. B'Elanna saß noch immer auf ihren Ellenbogen gestützt auf dem Stuhl und es schien, als träumte sie mit offenen Augen. Tom lag noch auf dem Bett, hatte die Arme unter seinem Kopf verschränkt und starrte zur Decke. (So kann das doch nicht weitergehen! Entweder B'Elanna sagt etwas, oder ich tue das. Und dieses Mal werde ich keine Ausrede gelten lassen!) Als Tom sich aufrichtete, wachte B'Elanna aus ihren Tagträumen auf und sah Tom, der inzwischen ganz aufgestanden war, fragend an. "Was ist los Tom?" "Das ist doch lächerlich B'Elanna! Wir müssen jetzt endlich über letzte Nacht reden!" "Tom, wir..." Bevor B'Elanna weiter sprechen konnte, wurde sie durch ein lautes Klopfen unterbrochen, daß schon beinahe so klang, als würde jemand mit Gewalt gegen die Tür hämmern. B'Elanna stand von ihrem Stuhl auf und sie und Tom sahen sich irritiert an. "Milmaj ist zu früh, sie wollte uns erst in einer Dreiviertelstunde abholen." "Es sei denn, es ist gar nicht Milmaj." Plötzlich wurde die Tür aufgetreten und einige bewaffnete Xaor kamen herein. "Was ist los? Warum sind sie bewaffnet?", fragte Tom beunruhigt. "Sie werden jetzt in ein Gefängnis gebracht.", antwortete einer der Männer. "Wenn Sie Widerstand leisten, sind wir gezwungen, Gewalt anzuwenden." "Warum werden wir eingesperrt, was haben wir getan?" "Betrachten Sie sich als Kriegsgefangene." "Kriegsgefangene? Wir führen keinen Krieg mit Ihnen." "Sie sind Verbündete der Zuil. Das bedeutet, daß Sie Krieg mit uns führen." "Aber wir sind keine..." "Genug jetzt!" Der Xaor hob seine Waffe und schoß auf Tom, der bewußtlos zu Boden fiel. "Tom!", schrie B'Elanna und als sie zu ihm wollte, wurde sie festgehalten und auf sie wurde ebenfalls geschossen.
Langsam öffnete B'Elanna ihre Augen. Alles war noch etwas verschwommen und ihr Kopf tat ihr weh. Sie befand sich in einer Zelle, die nicht besonders groß war. Es befand sich nicht einmal ein Bett in der Zelle, absolut gar nichts, bis auf B'Elanna und eine alten Öllampe, deren schwaches Licht den Raum ein wenig erhellte. In der rechten Wand befand sich ein kleines Fenster, welches mit rostigen Gitterstäben gesichert war. B'Elanna tastete nach ihrem Kommunikator, doch man hatte ihn ihr abgenommen. Nach einer Weile konnte sie wieder klar sehen und versuchte vorsichtig aufzustehen, obwohl ihr noch ziemlich schwindelig war. Plötzlich hörte sie leise Laute, die aus dem Fenster in der Wand kamen. Als B'Elanna genauer hinhörte, konnte sie ihren Namen verstehen. "Tom? Tom, sind Sie es?" B'Elanna ging zu dem Loch und als sie hindurch sah, entdeckte sie tatsächlich Tom, der in einer ähnlich kleinen und leeren Zelle an der Wand saß. "Tom, wie geht es Ihnen?" "Es ging mir schon besser. Und Ihnen?" "Mir auch. Was ist passiert?" "Das Letzte, an das ich mich erinnern kann, ist, daß ich betäubt wurde und dann hier mit Kopfschmerzen aufgewacht bin." "(Gut, daß er meinen besorgten Schrei nicht mitbekommen hat.) Wie lange sind Sie schon wach?" "Schon eine Weile. Ich habe schon versucht, das Gitter zwischen unseren Zellen zu entfernen und habe mich dabei verletzt." Tom hob seinen rechten Unterarm und öffnete seinen improvisierten Verband aus dem Rest seines Ärmels. Auf dem Arm befand sich ein ungefähr fünf Zentimeter langer Schnitt. Die Wunde schien tief zu sein und blutete noch etwas. "Das muß desinfiziert und verbunden werden, sonst bekommen Sie noch eine Blutvergiftung! Haben Sie schon nach einem Wärter oder jemand anderem gerufen?" "Ein paar Mal, es kam aber niemand." Tom lächelte. "Passen Sie auf Lieutenant, es könnte fast so klingen, als würden Sie sich um mich sorgen." "Oh, klang es so, das war nicht beabsichtigt, glauben Sie mir!" Obwohl B'Elanna das mit größter Ernsthaftigkeit sagen wollte, mußte sie lächeln, als Tom sie mit seinen blauen Augen anlächelte. "Sie sind jetzt in einer Zwickmühle Lieutenant." "Ach ja? Und warum?" "Weil wir jetzt sehr, sehr viel Zeit zum reden haben!" "Wir sollten uns lieber darum kümmern, hier raus zu kommen!" "Schon wieder eine Ausrede!" "Das ist keine Ausrede! Wir müssen die Voyager warnen, schließlich bereiten sich die Xaor auf einen Krieg gegen uns vor!" "Wie wollen wir sie warnen, ohne Kommunikator und in ein Gefängnis eingesperrt? Es ist eine Ausrede!" "Nein, es ist... gut, es ist eine Ausrede." "Na also! So, da wir das jetzt endlich geklärt haben, wie soll es in unserer... Beziehung jetzt weitergehen?" "Tom, wir waren beide betrunken! Wir wußten nicht, was wir taten!" "Sind Sie sich da so sicher?" "Was... was wollen Sie damit sagen?" "Kommen Sie B'Elanna, wir wissen beide, daß zwischen uns schon lange mehr ist, als nur Freundschaft." "Da sprechen Sie nur für sich, ich..." "Wieso leugnen Sie es ständig?" "Ich leugne gar nichts, es ist mein Ernst!" "Oh natürlich und daß Sie mich bei Ihrem Pon Farr als Gefährten gewählt haben, das war ein reiner Zufall, nicht wahr?" "Ja, das war es auch. Wären Sie nicht dabei gewesen, hätte ich jemand anderen gewählt." "Ja, klar. Und als ich und Tuvok eine Fortsetzung zu 'Rebellion Alpha' geschrieben haben, da hätten Sie es auch zu Tuvok gesagt, daß Sie mehr Liebe und Leidenschaft in der Story haben wollten, wenn ich nicht dabei gewesen wäre?" "Passen Sie auf Paris, wir werden ersticken, wenn Ihr großes Ego weiterhin soviel Sauerstoff verbraucht." "Sie versuchen schon wieder, das Thema zu wechseln!" "Das tue ich nicht!" Ein lautes Alarmgeräusch unterbrach die beiden in ihrem Streit. "Was ist das?", fragte Tom. "Ich weiß es nicht, aber ich glaube, ich höre jemanden kommen." B'Elanna ging zu der Tür und sah durch das ebenfalls mit Gitterstäben gesicherte Fenster, daß tatsächlich jemand kam. "Hey, Sie!", rief B'Elanna. "Wir brauchen hier Hilfe!" Der Mann reagierte und kam zu B'Elanna an das Fenster. "Was ist denn?" "Lieutenant Paris hat sich verletzt und benötigt medizinische Betreuung!" "Tut mir leid, aber wir ziehen in den Krieg und können niemanden entbehren." "Gut, dann geben Sie mir wenigstens etwas zum Desinfizieren und einen Verband und lassen Sie mich zu ihm in die Zelle!" "Sie können etwas Wasser und ein Stück Stoff zum Verbinden haben, mehr haben wir nicht." "Na schön, beeilen sie sich. Die Wunde hat sich bei den rostigen Stäben bestimmt schon entzündet!" Der Xaor ging wieder und B'Elanna setzte sich an die Wand, lehnte ihren Kopf zurück und schloß die Augen. Wenn Tom wirklich Fieber und eine Blutvergiftung bekommen sollte, hatte sie keine Ahnung was sie zu tun hatte.
"Wir sind in Rufweite Captain." "Rufen Sie sie!" Harry tippte auf seiner Konsole und kurze Zeit später ertönte ein lautes Piepen. "Sie antworten uns." "Auf den Schirm!" Krofkar erschien auf dem Schirm. Er lächelte nicht, wie sie es gewohnt waren, sondern schaute ziemlich ernst, so wie ein Kind, dem man gerade sein Spielzeug weggenommen hat. "Captain Janeway, was wollen Sie noch hier? Wenn Sie einen Krieg wollen, meine Flotte ist kampfbereit." "Captain, vor uns enttarnen sich 117 Schiffe der Xaor.", meldete Tuvok. "Mr. Krofkar, wir..." "Legat Krofkar, Captain, Legat." "Nun gut, Legat Krofkar, wir wollen keinen Krieg, wir möchten nur Lieutenant Torres und Paris zurück." "Das ist leider unmöglich. Da die Voyager sich mit den Zuil verbündet hat, sind die Beiden Kriegsgefangene." "Wir sind keine Verbündete der Zuil!" (Und wieder das gleiche Spiel.) "Ach nein? Und warum haben Sie dann ihre Flotte mitgebracht?" "Unsere Flotte?" "Geben sie sich keine Mühe. Sagen Sie Nergnu, wir hätten unsere Sensoren verbessert." "Aber wir haben nichts mit Nergnu..." "Leben Sie wohl Kathryn. Es ist schade, daß es so enden mußte, ich mochte Sie wirklich gerne!" Noch bevor Captain Janeway etwas sagen konnte, beendete Krofkar die Verbindung. "Harry, von was für einer Flotte hat Krofkar gesprochen? Registrieren sie etwas?" "Nein, durch ihre Tarnvorrichtung sind ihre Schiffe für unsere Sensoren praktisch unsichtbar." "Können Sie wenigstens Tom und B'Elanna erfassen?" "Nein, sie haben eine Art Kraftfeld um ihr Gefängnis errichtet." "Ich schätze wir..." "Captain, Nergnus Flotte enttarnt sich hinter uns. Es sind 121 Schiffe und ihre Waffen sind aktiviert. Auch die Xaor aktivieren jetzt ihre Waffen.", unterbrach Tuvok. "Commander Chakotay, gehen Sie an die Conn und bringen sie uns schnell hier weg!" Kaum saß Chakotay an der Conn, da eröffneten die Zuil das Feuer. Zuerst trafen sie nur Schiffe der Xaor, doch als diese zurück feuerten, wurde auch die Voyager getroffen. "Schilde sind bei 57%, Tendenz fallend." "Der Warpantrieb ist ausgefallen, ich muß versuchen, uns hier mit Impulsantrieb heraus zu fliegen." Wieder wurde die Voyager getroffen und einige Plasmaleitungen explodierten. "Schilde bei 34%, es gibt Schäden auf den Decks 5 und 9. Soll ich das Feuer erwidern?" "Nein, ich möchte nicht, daß sie denken, wir hätten uns auf irgendeine Seite geschlagen! Wenn wir Glück haben, sind die Xaor und die Zuil so mit sich beschäftigt, daß sie uns vergessen." "Captain, die Zuil beschießen den Planeten! Wenn sie noch weiter schießen, zerstören sie das Kraftfeld und wir können Tom und B'Elanna an Bord beamen." "Endlich mal eine gute Nachricht! Chakotay, wie lange dauert es noch, bis wir das Schußgebiet verlassen haben?" Wieder explodierten Konsolen. Die Voyager stand mittlerweile unter Dauerbeschuß. "Nicht mehr lange. Wir müßten gleich draußen sein." "Schilde sind bei 12%. Es gibt 11 Verletzte, fünf davon schwer." Plötzlich wurde die Voyager stärker erschüttert als zuvor und es gab auf der gesamten Brücke kleinere Explosionen. Alles war durch die Explosionen so hell, daß man kaum etwas erkennen konnte. Endlich wurde es ruhiger und es gab nur noch kleinere Erschütterungen. "Wir sind außer Waffenreichweite. Wir werden nicht verfolgt." Alle atmeten tief durch, doch dann entdeckte Harry Tara, die schwer verletzt vor der Wissenschaftsstation auf dem Boden lag. "Nein!", rief Harry und rannte sofort zu ihr. Er legte seine Hand an ihren Hals, um zu fühlen, ob sie noch Pulsschlag hatte. Er war zwar schwach, aber vorhanden. "Tuvok, beamen sie uns sofort auf die Krankenstation!" "Die Transporter sind ausgefallen." Dem Verzweifeln nahe, hob Harry Tara hoch und trug sie auf seinen Armen in den Turbolift. Dann mußte er die Krankenstation eben zu Fuß erreichen.
B'Elannas Befürchtungen hatten sich bewahrheitet, Tom hatte eine Blutvergiftung und hohes Fieber. B'Elanna hatte keine Erklärung, für die ungewöhnlich schnelle Fortschreitung der Symptome und wie sich seine Wunde so schnell entzünden konnte, aber darüber machte sie sich in diesem Moment auch keine Gedanken. Der Versuch, die Wunde mit dem wenigen, leicht verdreckten Wasser zu säubern, war gescheitert. Wenigstens hatte man es B'Elanna gestattet, in Toms Zelle zu kommen, so daß sie sich um ihn kümmern konnte. Tom saß an der Wand und hatte sich in die dünne Decke gewickelt, die man gütigerweise für ihn entbehren konnte. B'Elanna hatte sich neben ihn gesetzt und versuchte, ihm gut zuzureden. "Kommen Sie schon Tom, Sie werden sich doch davon nicht unterkriegen lassen!" "Sie werden von mir enttäuscht sein, aber ich schätze, das werde ich doch." "Halten Sie durch! Die Voyager wird uns hier herausholen, bevor es soweit kommt!" (Oh Gott, das glaube ich ja selber nicht!) "Seit wann sind Sie so optimistisch? Machen Sie sich etwa tatsächlich Sorgen um mich?" "(Am besten ich gebe es einfach zu, wozu sollte ich mir jetzt noch Gedanken über die Folgen machen?) Ja, allerdings!" Tom war ziemlich überrascht von B'Elannas plötzlichem Geständnis. "Vorsicht Lieutenant, Sie könnten..." Tom begann schrecklich zu zittern und konnte nicht weiterreden. "Was ist, was haben Sie?" "Es... es ist so schrecklich kalt!" "Kommen Sie her, ich werde versuchen Sie zu wärmen." B'Elanna half Tom, sich so zu drehen, daß er sich über ihre Beine legen konnte und sie seinen Kopf im Arm hielt. Er zog seine Beine an, um Wärme zu sparen und sah, wie er so in B'Elannas Armen lag, ein wenig wie ein kleines Kind aus, das von seiner Mutter in den Arm genommen wird, weil es Bauchschmerzen hat. Er fror noch immer stark und zitterte heftig. Trotzdem bemühte er sich noch, weiter zu reden. "Ich habe zwar immer darauf hingearbeitet, daß Sie irgendwann in meinen Armen liegen, aber so herum gefällt es mir auch sehr gut!" (Ich sollte nicht versuchen, witzig zu sein.) "Sie sollten nicht soviel reden Paris!" B'Elanna wagte ein kleines Lächeln, doch es fiel ihr in dieser Situation äußerst schwer. "Ich hätte nicht gedacht, daß ich einmal so ende." "Tom, Sie werden nicht sterben, verstanden?" "Machen Sie mir und sich nichts vor, ich werde sterben!" Dem konnte B'Elanna nichts entgegensetzen, sie wußte, daß es stimmte. "Wissen Sie B'Elanna, es gibt noch so viele Dinge, die ich hätte tun oder sagen sollen." "Was meinen Sie?" "Ich habe so viele Dinge getan, die ich bedauere getan zu haben. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlecht, daß ich dieses vergeudete und bedauernswerte Leben jetzt abschließe." Dieser Satz hatte B'Elanna in Rage gebracht. "Tom, wenn Sie noch einmal so etwas sagen, werde ich Ihnen das Genick brechen, bevor Sie an einer Blutvergiftung sterben! Vielleicht haben Sie ja Dinge in der Vergangenheit getan, auf die sie nicht unbedingt stolz sein können, aber Sie haben sich geändert. Auf der Voyager haben Sie Verantwortungsgefühl bewiesen, Loyalität und Sie haben Freunde gefunden, für die Sie sich einsetzen und die sich für Sie einsetzen! Ihr Leben ist nicht vergeudet und es ist vor allem noch nicht bereit, abgeschlossen zu werden!" B'Elanna beruhigte sich wieder und es war einen Moment lang still. "Danke!", brachte Tom schließlich heraus. "Wofür?" "Dafür, was Sie eben gesagt haben! Ihre Meinung ist mir besonders wichtig und ich bin froh, daß ich jetzt mit Ihnen hier bin!" Tom dachte kurz nach. "Wissen Sie B'Elanna, ich habe einmal gelogen und wäre daran fast zu Grunde gegangen. Diesen Fehler will ich nicht noch einmal machen und... Ihnen die Wahrheit sagen." "Was... was meinen Sie damit?" "B'Elanna ich... ich liebe dich!" Kaum hatte Tom das gesagt, fing er wieder stärker an zu zittern, verdrehte die Augen und wurde ohnmächtig. "Tom,", rief B'Elanna "Wach auf! Bitte!" Sie schüttelte ihn und schlug ihm mit der Hand leicht gegen die Wange. Sie spürte, wie sich Tränen in ihren Augen bildeten. "Tom, verdammt, du kannst mich doch jetzt nicht alleine lassen! Ich... ich liebe dich doch auch!" Sie zog Tom zu sich und konnte ihre Tränen nicht zurückhalten. Plötzlich verschwamm alles vor ihren Augen und sie begriff; sie wurden an Bord der Voyager gebeamt.
B'Elanna fand sich auf der Krankenstation wieder. Sofort kam medizinisches Personal auf sie zu, die ihr Tom aus dem Arm nahmen und ihn zu einem gerade frei gewordenen Biobett trugen. Der größte Teil der durch den Kampf Verletzten, war bereits verarztet und wieder entlassen worden. Harry kam auf B'Elanna zu und half ihr auf die Beine. Schnell wischte sie sich ihre Tränen aus dem Gesicht. "B'Elanna, schön, daß Sie wieder da sind! Ist mit Ihnen alles in Ordnung?" "Wie meinen Sie das?" (Sieht man mir meine Verzweiflung so sehr an?) "Ich meine, ob Sie verletzt sind?!" "Oh, nein, das bin ich nicht, danke. Aber warum sind Sie hier?" Harry sah hinüber zu dem Operationstisch, wo der Doktor und Kes gerade Tara operierten. "Sie schwebt in Lebensgefahr. Wir sind in einen Kampf geraten, dabei ist sie verletzt worden." Nun kam auch Captain Janeway auf die Krankenstation geeilt. "B'Elanna, wie geht es Ihnen?" "Es geht mir gut." "Und wie geht es Tom?" "Er hat eine Blutvergiftung. Er wird gerade behandelt." Janeway wandte sich zu Harry. "Was ist mit Fähnrich Loyess? Gab es eine Veränderung?" "Nein, ihr Zustand ist unverändert." Janeway nickte betroffen und ging dann zu dem Mann, der gerade Tom behandelte und redete mit ihm. Wenig später kam sie zurück zu B'Elanna und Harry. "Tom wird wieder gesund. Er wird bald wieder in Ordnung sein." B'Elanna atmete innerlich auf. "Sie beide müssen leider mitkommen, ich habe ein Briefing einberufen, um zu entscheiden, was wir als nächstes unternehmen werden." Beide nickten. Harry warf noch einmal einen Blick zu Tara und folgte dann Janeway und B'Elanna zum Konferenzraum.
Als Janeway, Harry und B'Elanna den Konferenzraum betraten, waren Tuvok und Chakotay bereits anwesend. B'Elanna und Harry setzten sich auf die freien Plätze, auf der rechten Seite des großen Tisches. Captain Janeway blieb stehen und sah sich in dem, im Gegensatz zu anderen Räumen, wenig verwüsteten Raum um. "Dieser Krieg hat schon viel zu viele Opfer gefordert. Es wird Zeit, daß wir ihn beenden, denn von selbst werden die Xaor und die Zuil kaum Frieden schließen." "Was schlagen Sie vor?", fragte Chakotay mißtrauisch. "Wir haben unser Glück bisher bei den Xaor und den Zuil versucht und beide Völker sind uns nicht gerade entgegengekommen." Janeway atmete tief durch und machte dabei ein Gesicht, als würde sie gleich etwas sagen, das ihr selbst mißfallen würde. "Wir haben bis jetzt einen wesentlichen Faktor dieses Krieges außen vor gelassen. Die Yeyt." Erschrockenheit und Mißbilligung zeichnete sich in den Gesichtern der anderen Personen in diesem Raum ab.
"Captain, das kann nicht ihr Ernst sein!", "Doch, das ist mein voller Ernst. Wenn wir diesen Krieg nicht beenden, dann tut es niemand." "Ich muß Commander Chakotay unterstützen Captain. Die Voyager wurde stark beschädigt, einen weiteren Kampf werden wir nicht überstehen." "Tuvok, es ist mir klar, daß es riskant ist, aber schauen sie sich doch mal um! Die Voyager ist beschädigt, auf der Krankenstation schwebt jemand in Lebensgefahr, ... ich bin nicht bereit, weitere Opfer zu tolerieren. Ich habe meine Entscheidung getroffen, also entweder Sie unterstützen mich und wir haben eine Chance diesen Krieg zu beenden oder Sie weigern sich und wir sind Schuld am Tod von unzähligen Xaor und Zuil und werden vielleicht sogar selbst zerstört werden. Also, wie entscheiden Sie sich?" Alle zögerten eine Weile, bis Chakotay schließlich aussprach, was alle dachten. "Also gut, versuchen wir unser Glück bei den Yeyt." Überzeugt klang er nicht. Janeway lächelte beruhigt und freute sich über die Unterstützung ihrer Crew. "Sehr schön. Es wird schwer werden, die Yeyt zu finden, denn laut Krofkar weiß niemand, wo sie sich aufhalten. B'Elanna überlegte einen Moment und erinnerte sich dann an die Karte, die sie in Krofkars Büro zufällig gesehen hatte. "Captain, ich glaube, ich weiß wie wir zu den Yeyt kommen. Als Tom und ich in Krofkars Büro waren, haben wir eine Karte dieser Region gesehen, welche er vor uns geheimhalten wollte. In ihr waren sowohl die Gebiete der Zuil, als auch die der Yeyt eingezeichnet." Janeway ging zu der flackernden Konsole an der linken Wand und rief eine Karte der Region auf. "Wo waren diese Gebiete B'Elanna?" B'Elanna stand auf und ging ebenfalls zu der Konsole. Sie mußte einen Moment überlegen, um sich an die genauen Positionen zu erinnern. Schließlich zeigte sie auf ein Gebiet, welches sich nicht sehr weit von Xaorus entfernt befand. "Hier befindet sich das naheliegendste Gebiet." "Sehr gut. Wir werden aufbrechen sobald..." "MHN an Janeway.", unterbrach sie die Stimme des Doktors. "Janeway hier!" "Ich habe soeben die Operation an Fähnrich Loyess beendet." "Wird sie wieder gesund werden?" "Das weiß ich nicht. Sie ist in ein Koma gefallen. Ich weiß nicht, wann oder ob sie wieder aufwachen wird." "Verstanden. Melden Sie sich, wenn es etwas Neues gibt. Janeway Ende." Sie wandte sich wieder den Führungsoffizieren zu. "Wir werden aufbrechen, sobald der Warpantrieb und die Schilde wieder voll funktionstätig sind. Wegtreten!"
Harry Kim stand vor einer Konsole vor dem Warpkern und versuchte den Warpantrieb wieder in Funktion zu bekommen. Doch seine Gedanken waren bei Tara und er konnte sich nicht konzentrieren. (Das ist mal wieder typisch Harry Kim! Jedesmal wenn ich mich wirklich verliebe, passiert etwas, was alles wieder zerstört. Ich wünschte, ich hätte ihr noch gesagt, wie sehr ich sie liebe. Falls sie stirbt, weiß ich nicht, was ich tun soll.) "Harry?" B'Elanna stand plötzlich neben ihm. "Ist alles okay?" "Was? Ja, ja es ist alles okay, danke." "Sind Sie sich wirklich sicher?" (Ich klinge wie ein Counselor!) "Es ist nur... (soll ich ihr wirklich sagen, was los ist?) ich habe letzte Nacht nicht sehr viel geschlafen und kann mich nicht richtig konzentrieren." "Erzählen Sie das jemand anderem Harry! Sie sind besorgt wegen Fähnrich Loyess, nicht wahr?" "Ja, aber woher..." "Ich kenne Sie nun mal zu gut! Sie wird wieder gesund, ganz bestimmt!" "Sie sagen das so einfach." Harry wandte sich von B'Elanna ab und stützte sich mit beiden Händen auf die Konsole. "Kommen Sie, bei Liebespaaren wie Ihnen gibt es doch immer ein Happy-End!" "Und was ist, wenn dieses Mal das Happy-End ausbleibt? Wer sagt mir, daß wirklich alles gut wird?" "Niemand. Sie können nur hoffen!" "Und beten." "Und beten. Sagen Sie, warum stehen Sie hier eigentlich noch herum? Gehen Sie sofort auf die Krankenstation Fähnrich, das ist ein Befehl!" "Aber ich muß hier helfen, den Warpantrieb wieder in Betrieb zu bekommen, damit wir endlich aufbrechen können! Ich kann nicht einfach gehen." "Sie sind mir hier keine große Hilfe Harry. Außerdem sind wir so gut wie fertig." "Aber..." "Gehen Sie schon, los!" Harry lächelte B'Elanna dankbar an. "Ja Ma'am!" Harry drehte sich um und wollte gerade gehen, als er Captain Janeway bemerkte, die geradewegs auf die Beiden zukam. "C...Captain, was möchten sie denn hier?" (Oh nein, daß klang ja furchtbar unfreundlich!) "Keine Angst Fähnrich, ich werde sofort wieder gehen! Ich wollte mich nur erkundigen, wann uns wieder Warp zur Verfügung steht." Sie richtete ihren Blick auf B'Elanna, die angestrengt versuchte, ihr Lächeln zu unterdrücken. "Wir haben die Reparaturen so gut wie abgeschlossen. In ungefähr einer halben Stunde können wir aufbrechen." "Sehr gut." Sie wandte sich wieder Harry zu. "Fähnrich Kim, wenn Sie hier nicht benötigt werden, habe ich noch eine Aufgabe für sie." Harry sah flehend zu B'Elanna, die sofort reagierte. "Harry geht es nicht so gut. Ich schätze, er wird wohl einige Zeit auf der Krankenstation verbringen müssen. Ich habe mich bereit erklärt, seine Aufgaben zu übernehmen." Janeway schmunzelte kurz und wurde dann wieder ernst. "Ich verstehe. Da dies ja ein Notfall ist, werden Sie diese Aufgabe übernehmen. Lieutenant Paris wurde zwar in sein Quartier entlassen, er darf aber noch nicht aufstehen. Sie werden sich um ihn kümmern, bis wir die Yeyt erreicht haben." "(Das hat mir gerade noch gefehlt! Wieso muß mir immer so etwas passieren) Ja Captain. Ich werde mich zu ihm begeben, sobald ich meine Arbeit hier beendet habe." Janeway nickte und verließ den Maschinenraum wieder. "Danke B'Elanna!" "Sie schulden mir etwas Harry!" (Ich wünschte, ich hätte es nicht gemacht!) "Ach ja, tue ich das?" Harry grinste und ließ die völlig verdutzte B'Elanna stehen, um sich auf den Weg zur Krankenstation zu machen.
Als Harry auf die Krankenstation kam, war es wieder leer, wie gewöhnlich. Nur Tara lag noch bewußtlos auf dem Biobett am anderen Ende des Raumes und als Harry seine Aufmerksamkeit von ihr abgewandt hatte, bemerkte er Kes, die im Büro des Doktors stand. Kes hatte Harry bereits bemerkt und kam aus dem Büro auf Harry zu. "Oh Harry, gut, daß sie da sind!" "Wieso, was ist passiert?" (Es ist bestimmt etwas Schreckliches passiert.) "Ich muß dringend zu Neelix ins Casino und ich wollte Fähnrich Loyess hier nicht alleine lassen. Könnten Sie hier kurz aufpassen?" "Natürlich." "Vielen Dank, ich bin auch sofort wieder da und wenn etwas sein sollte, der Doktor hat sich deaktiviert." "In Ordnung. Lassen Sie sich nur Zeit!" Kes lächelte und verließ dann eilig die Krankenstation. Harry richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Tara. Er ging langsam auf sie zu, nahm sich einen Stuhl, der neben einem anderen Biobett stand und stellte ihn neben das Bett, auf dem Tara lag. Er setzte sich und nahm Taras linke Hand. Sie war ganz kalt und das machte ihm Angst. Ihre Hände waren oft kalt, doch es beunruhigte Harry trotzdem. "Tara, ich weiß, du kannst mich nicht hören, aber ich werde trotzdem mit dir reden. Es gibt mir das Gefühl, du wärst jetzt bei mir. Ich mußte schon die ganze Zeit an dich denken. Der Warpantrieb ist ausgefallen und ich hätte eigentlich bei den Reparaturen helfen müssen, aber ich konnte mich nicht konzentrieren. B'Elanna hat meine Arbeit übernommen, welche auch die Sonderaufgabe einschließt, sich um Tom kümmern zu müssen. Er darf noch nicht aufstehen, er hatte eine Blutvergiftung. Ich hoffe, die Beiden hören endlich auf, diese Spielchen zu spielen. Sie lieben sich und das weiß auch jeder, nur sie nicht. Ich wünschte wirklich, du wärst jetzt bei mir und würdest mit mir reden. Weißt du, ich liebe dich nämlich wirklich sehr Tara Loyess und für den mehr als unwahrscheinlichen Zufall, daß du mich hörst, bitte ich dich inständig, wache wieder auf, du fehlst mir!" Vorsichtig streichelte Harry Taras Wange und küßte sie sanft. Harry wurde klar, daß er den Gedanken, daß sie nie wieder aufwachen würde, nicht mehr ausschließen konnte.
B'Elanna hatte zwar versucht, sich so lange wie möglich im Maschinenraum zu beschäftigen, aber sie kam um ihre Aufgabe, sich um Tom zu kümmern, nicht herum. Sie atmete noch einmal tief durch und tippte dann auf die Fläche des Türmelders neben der Tür. Als niemand antwortete, öffnete sie die Tür manuell. Vorsichtig wagte B'Elanna ein paar Schritte herein. Sein Quartier war ziemlich dunkel und als sich B'Elannas Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, erkannte sie, daß Tom auf seinem Bett lag und schlief. Sie beschloß später wiederzukommen und wollte gerade das Quartier wieder verlassen, als sie plötzlich hinter sich Toms Stimme vernahm. Sie drehte sich wieder um und sah, daß Tom tatsächlich aufgewacht war und sie mit seinen, in der halben Dunkelheit leuchtenden, blauen Augen anschaute. "B'Elanna, was machen Sie denn hier?" "(Sie?) Ich... ich soll mich um sie kümmern, bis wir die Yeyt erreicht haben. Ein Befehl des Captains." "Die Yeyt?" "Das ist eine lange Geschichte. Haben Sie etwas dagegen, wenn ich das Licht auf normale Stärke stelle?" "Tun Sie sich keinen Zwang an." "Computer, normale Beleuchtung." Der Raum wurde hell erleuchtet und Tom mußte sich im ersten Moment die Hände vor die Augen halten, weil es ihn so blendete. "Der Doc sagte mir, daß Harry meine Krankenschwester spielen würde, warum sind Sie dann hier?" "Harry hatte keine Zeit, er ist auf der Krankenstation." "Auf der Krankenstation?" "Bei Tara Loyess, sie liegt im Koma und stirbt wahrscheinlich." "Oh, das muß ziemlich schwer für ihn sein!" "Allerdings. Und wieso hat der Doktor Sie in ihr Quartier entlassen und nicht auf der Krankenstation behalten?" "Er meinte, es könne sein, daß wir demnächst wieder jede Menge Patienten haben, da wäre ich nur im Weg." "Und, brauchen Sie etwas?" "Außer Gesellschaft nichts." "(Jetzt ist der richtige Moment zum Reden.) Tom... wir sollten reden." "Sie meinen... über letzte Nacht?" "(Letzte Nacht? Was spielt die denn jetzt noch für eine Rolle?) Nein, ich meinte eigentlich über heute... im Gefängnis." "B'Elanna, ich lag im Fieber... ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was passiert ist." "Was? Sie... Sie können sich an nichts mehr erinnern? An gar nichts?" (Oh nein.) "Ich weiß nur noch, wie man Sie in meine Zelle gelassen hat und Sie versucht haben, meine Wunde zu säubern. Aber danach ist nichts mehr, tut mir leid. Was... was ist denn passiert?" "Oh... äh..., gar nichts, nichts von Bedeutung." (Du hast mir nur gesagt, daß du mich liebst.) "Wirklich?" "Ja, es... es ist nichts passiert, gar nichts. Brauchen Sie jetzt noch etwas oder kann ich gehen?" "Ja, mir ist gerade noch etwas eingefallen, der Doc sagte irgendwas von einem Medikament, das ich nehmen soll. Hätten Sie wohl die Güte, es mir zu holen?" "Wenn es sein muß." "Und wissen Sie, wenn Sie gerade so hilfsbereit sind, ich bin schrecklich verspannt. Eine kleine Massage wäre nett." "Passen Sie auf Paris, sonst sind Sie schneller wieder auf der Krankenstation, als Sie denken!" "Drohen Sie mir etwa Lieutenant?" "Nein, ich weise Sie bloß auf die Tatsachen hin." Toms Grinsen brachte B'Elanna auch zu einem kleinen Lächeln, doch sie versuchte es sofort wieder zu unterdrücken. "Ich werde jetzt zum Doktor gehen. Ich bin sofort wieder da." "Lassen Sie mich nicht zu lange warten." Mit einem künstlich giftigen Blick schaute B'Elanna noch einmal zu Tom und verließ dann sein Quartier.
Noch immer verärgert über Toms Gedächtnisverlust, betrat B'Elanna die Krankenstation. Sie hatte erwartet, Harry anzutreffen, doch die Krankenstation war leer. "Computer, MHN aktivieren." "Bitte nennen Sie die Art des medizinischen Notfalls!" Neben B'Elanna erschien der Doktor. "Kein Notfall, ich will nur das Medikament für Tom abholen. Wo ist denn Harry?" "Fähnrich Kim ist in sein Quartier gegangen. Er sagte, er wolle alleine sein. Warten Sie hier, ich werde ihnen das Hypospray gleich bringen." B'Elanna nickte und der Doktor verschwand in seinem Büro. Als B'Elanna sich umdrehte, fiel ihre Aufmerksamkeit auf Tara Loyess. B'Elanna sah zum Doktor, der das Hypospray vorbereitete und da sie noch warten mußte, ging sie zu dem Biobett Taras und setzte sich auf den Stuhl, den Harry zuvor dorthin gestellt hatte. "Wissen Sie Tara, ich kenne Sie so gut wie gar nicht und ich weiß auch nicht, warum ich ausgerechnet zu Ihnen gehe, aber Sie haben mir angeboten, daß ich zu Ihnen kommen kann, wenn ich reden will. Vielleicht liegt es auch bloß daran, daß Sie mich nicht hören können und mir nicht ihre Meinung sagen können. Tom lag im Fieber, als wir auf Xaorus im Gefängnis saßen und er hat mir seine Liebe gestanden. Nur leider kann er sich an nichts mehr erinnern und ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll. Oh Gott, das ist wirklich lächerlich, ich erzähle einer aufdringlichen, bewußtlosen Betazoidin, die ich nicht mal richtig kenne, meine Probleme. Da sehen Sie, wie verzweifelt ich bin! Sie haben Glück, Sie haben Harry und er liebt Sie wirklich sehr." "Sie können das Hypospray jetzt mitnehmen.", erklang eine Stimme hinter B'Elanna. B'Elanna stand wieder von dem Stuhl auf und ging zum Doktor, der vor dem Ausgang der Krankenstation auf sie wartete. "Sagen Sie Doktor, hebt dieses Medikament auch Toms Gedächtnisverlust wieder auf?" "Gedächtnisverlust?" "Ja, Tom kann sich nicht mehr an die Zeit im Gefängnis, die er im Fieber lag, erinnern." "Das ist völlig unmöglich. Mr. Paris hat keinerlei Gedächtnisverluste erlitten. Er kann sich noch an alles erinnern." "Sind Sie sich wirklich vollkommen sicher?" (Der kann was erleben!) "Natürlich bin ich mir sicher, sonst hätte ich es nicht gesagt." "Vielen Dank, Sie waren mir eine große Hilfe!" "Nichts zu danken. Kommen Sie jederzeit wieder." B'Elanna nahm das Hypospray und verließ die Krankenstation eilig. Sie hatte keine Ahnung, ob sie verärgert oder erleichtert sein sollte.
Wieder stand B'Elanna vor Toms Quartier und sie hatte wieder keine Ahnung, was sie machen sollte. (So einfach werde ich ihn nicht davonkommen lassen! Es würde nichts bringen, ihn anzuschreien. Nein, ich werde mir etwas Anderes einfallen lassen müssen. Ich muß versuchen, ihn irgendwie auszutricksen.) B'Elanna betätigte den Türmelder und dieses Mal erhielt sie eine Reaktion. Tom rief sie herein und die Tür öffnete sich. Tom lag noch immer in seinem Bett und richtete sich auf, als er B'Elanna sah. "Hier ist Ihr Hypospray." "Danke." Er klopfte mit seiner Hand auf die Bettkante neben sich. "Setzen Sie sich, ich kann Gesellschaft gut gebrauchen." B'Elanna folgte seiner Anweisung und setzte sich neben ihn auf sein Bett. "Soll ich Sie immer noch massieren?" Tom war äußerst überrascht. "Wenn es Ihnen nichts ausmacht!" "Legen Sie sich auf den Bauch." "Aber brechen Sie mir ja keine Knochen!" "(Oh, da wäre ich mir nicht so sicher!) Natürlich nicht." Tom legte sich, wie B'Elanna es ihm gesagt hatte, auf den Bauch und B'Elanna begann, ihn zu massieren. "Ach Tom, wann bekomme ich denn die Replikatorrationen wieder, die Sie mir schulden?" "(Wow, sie massiert wirklich unglaublich gut.) Was für Replikatorrationen?" "Als wir im Gefängnis waren, haben Sie mir gestanden, daß Sie sich vor ein paar Wochen drei Replikatorrationen von mir geliehen haben, und daß Sie sie mir noch schulden." (Jetzt habe ich ihn!) "Das habe ich nie gesagt!" Kaum hatte Tom das gesagt, wurde B'Elannas Griff deutlich fester. "Ah, was soll das, Sie tun mir weh!" "Ich dachte, Sie können sich an nichts mehr erinnern?!" B'Elanna hörte augenblicklich auf zu massieren, blieb aber auf der Bettkante sitzen. Tom drehte sich wieder um und setze sich aufrecht hin. "Na schön, ich habe dich angelogen und?" "Und? (Jetzt wieder 'du'?) Du hast mir gesagt, daß du mich liebst und hast dann so getan, als hättest du es vergessen! Wenn du es nicht ernst meintest, daß du mich liebst, warum hast du es dann gesagt? Sollte ich noch deine letzte Eroberung werden, bevor du stirbst?" "Jetzt reg' dich wieder ab! Du willst wissen, warum ich so getan habe, als hätte ich alles vergessen, gut, ich werde es dir sagen. Ich hatte Angst, okay? Ich hatte Angst wegen deiner Reaktion, ich hatte Angst, du würdest mich zurückweisen und ich hätte damit unsere Freundschaft zerstört, denn... ich meinte es so, ich liebe dich. Und jetzt schrei und brüll, soviel du willst, ich habe..." B'Elanna zog ihn an seinem Schlafanzugkragen zu sich und küßte ihn. Tom legte seine Hände auf ihren Hals und zog sie weiter runter, so daß sie über ihm auf dem Bett lag. B'Elanna merkte, daß die Sache außer Kontrolle geriet und riß sich vorsichtig los. "Tom wir... wir sollten vorerst nicht weiter gehen." "Warum nicht?" "Du hattest gerade eine Blutvergiftung und darfst noch nicht einmal aufstehen! Denkst du nicht, daß dich das etwas zu sehr... anstrengen würde?" "Soweit ich weiß, ist Bewegung gut für den Kreislauf." Er versuchte sie erneut zu küssen, doch B'Elanna zog ihren Kopf zurück. "Aus dir sprechen deine Hormone, nicht dein Verstand! Ich denke, wir sollten es vorerst dabei belassen." B'Elanna wollte aufstehen, doch Tom zog sie zu sich zurück und küßte sie wieder. "B'Elanna, so wie ich das verstanden habe, bist du doch hier, um dich um mich zu kümmern." "Ich werde Harry herschicken." (Lange kann ich nicht mehr widerstehen!) "Aber was ich im Moment brauche, kann ich nicht von Harry bekommen! Außerdem, aufstehen werde ich ja nicht!" (Aus mir sprechen wirklich meine Hormone!) "Gutes Argument!", flüsterte sie und hörte auf sich zu sträuben, ließ sich küssen und kletterte zu Tom auf sein Bett. Anscheinend wurde nicht nur Tom von seinen Hormonen geleitet.
Nachdem die Voyager vor einer Stunde aufgebrochen war, hatten sie endlich das Gebiet der Yeyt erreicht. Kurz vor der Überquerung der Grenze hielt die Voyager, da außer Tuvok und Chakotay keiner der Führungsoffiziere anwesend war. Nachdem Chakotay die Führungsoffiziere auf die Brücke gerufen hatte, kam als erstes Captain Janeway aus ihrem Bereitschaftsraum und nach einer Zeit kamen auch Harry und B'Elanna auf die Brücke. "B'Elanna, wie geht es Tom?", fragte Captain Janeway interessiert. "Es... es geht ihm schon wesentlich besser. Ich würde sagen, er ist in bester... körperlicher... Verfassung." "Das freut mich. Harry, scannen Sie die Umgebung. Werden irgendwo Schiffe angezeigt?" "Nein, aber wenn die Yeyt ebenfalls über diese Tarnvorrichtung verfügen, sind sie für unsere Sensoren sowieso unsichtbar." "Ich verstehe. Nun, wir können hier aber auch nicht warten, bis wir zufällig auf eines ihrer Schiffe treffen. Commander Chakotay, fliegen Sie uns in ihren Raum, ein Viertel Impuls." Chakotay, der an Toms Platz an der Conn saß, schien nicht besonders glücklich über diesen Befehl zu sein, befolgte ihn jedoch. Plötzlich erklang ein lautes Piepsen von Harrys Station. "Captain, vor uns erscheinen gerade vier Schiffe und... das ist merkwürdig!" "Was ist denn?" "Entweder die Schiffe der Yeyt unterscheiden sich ziemlich von denen der Xaor und der Zuil oder es sind keine Schiffe der Yeyt!" "Keine Schiffe der Yeyt? B'Elanna, ist es möglich, daß Sie sich vertan haben?" "Nein Captain, das ist definitiv das Gebiet der Yeyt." "Harry, sind ihre Waffen aktiviert?" "Aus irgend einem Grund ist es mir nicht möglich, ihre Schiffe zu scannen, ich kann es nicht sagen!" "Aktivieren Sie für alle Fälle die Schilde." "Wir werden gerufen." "Auf den Schirm!" "Es ist nur Audio!" "Dann lassen sie hören!" Erst etwas rauschend, dann immer klarer werdend, erklang die Stimme einer Frau. "Fremdes Raumschiff, sie sind in unseren Raum geflogen, entfernen Sie sich oder wir sind gezwungen, Gewalt anzuwenden!" "Wir hatten nicht vor in ihren Raum einzudringen, wir hofften nur, die Yeyt hier anzutreffen. Wissen Sie, wo wir sie finden können?" "Was wollen Sie von den Yeyt?" "Wir möchten mit ihnen über den Krieg zwischen den Xaor und den Zuil sprechen." Es war einen Moment lang still. "Sie haben die Verbindung unterbrochen.", sagte Harry plötzlich. "Die Schiffe verschwinden wieder, ohne... ohne dabei eine Energiesignatur zu hinterlassen! Dafür enttarnt sich ein einzelnes Schiff, dessen Spezifikationen mit denen der Xaor und Zuil Schiffe übereinstimmen." (Langsam hab ich genug von dieser Tarnvorrichtung!) "Dies sind definitiv Yeyt.", schlußfolgerte Janeway. "Es ruft uns." "Auf den Schirm!" Es erschien eine Frau, deren Erscheinungsbild sich nicht wesentlich von dem der anderen Xaor oder Zuil Frauen unterschied. "Ich bin Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager." "Ich bin Yal Filpor, Ministerin für Kriegsangelegenheiten der Yeyt. Ich weiß bereits, wer Sie sind Captain! Ihr Ruf eilt Ihnen voraus! Es heißt, Sie möchten Frieden zwischen unseren Völkern stiften." "Das ist richtig. Wir haben diesen erneuten Krieg, wenn auch unfreiwillig, verursacht und jetzt sind wir an der Reihe, ihn auch wieder zu beenden. Wir hatten auf Ihre Unterstützung gehofft." "Und die haben Sie auch. Entschuldigen Sie das kleine Täuschungsmanöver eben, man weiß nie, auf wen man trifft!" "Wessen Schiffe waren das?" "Sie sind holographisch erzeugt. So muß sich immer nur ein Schiff der Yeyt an der Grenze befinden und keine ganze Flotte. Wir legen Wert darauf, unentdeckt zu bleiben." "Es tut mir leid, falls wir Sie gestört haben!" "Sie müssen sich nicht entschuldigen! Wir hatten sogar darauf gehofft, daß Sie uns aufsuchen, denn wir unterstützen wie gesagt ebenfalls den Frieden." "Was ist mit der Trilithiumbombe, die auf dem Frachter der Xaor explodiert ist? Man sagte uns, Sie seien dafür verantwortlich!" "Die Zuil suchen immer nur jemanden, dem sie die Schuld in die Schuhe schieben können! Und wenn es nicht die Xaor sind, dann eben wir! Wir wollten diesen Krieg schon vor ewigen Zeiten beenden." "Warum haben Sie dann noch nicht versucht, Frieden zu stiften?" "Wenn zwei Völker einen zerstören wollen? Das wäre nicht besonders weise!" "Man sagte uns, Sie würden über extrem verstärkte Waffen verfügen!" "Das sind nur Gerüchte! Die Zuil sind einfach zu paranoisch, deshalb erfinden sie Geschichten über uns. Wenn Sie Friedensverhandlungen führen wollen, stelle ich Ihnen gerne unsere Flotte als Schutz zur Verfügung!" "Vielen Dank, daß ist sehr entgegenkommend. Wir kamen nur knapp aus den Kämpfen heraus." "Wie viele Schiffe sind zur Zeit in die Kämpfe verwickelt?" "Vor der Schlacht waren es 117 Schiffe der Xaor und 121 der Zuil, doch sie kämpfen bereits eine ganze Weile, wir müssen uns beeilen!" "238 Schiffe? Wie sind Sie da nur lebendig herausgekommen?" "Mit viel Glück!" "Gut, ich sehe, die Zeit drängt. Am besten, Sie fliegen schon voraus und versuchen, wenn möglich, mit Krofkar und Nergnu zu sprechen und wir kommen so schnell wie möglich nach, ich muß erst unsere Flotte hier herrufen." "Einverstanden. Wie bald können wir mir Ihnen rechnen?" "Ungefähr zehn Minuten nach Ihnen, wahrscheinlich noch etwas länger." "In Ordnung, wir machen uns sofort auf den Weg. Wir sehen uns in eineinhalb Stunden!" Filpor lächelte Janeway noch einmal an und dann unterbrach Harry die Verbindung. Janeway schien zufrieden über dieses Abkommen zu sein und doch hatte sie einen Hauch von Beunruhigung in ihrem Blick. "Setzen sie einen Kurs nach Xaorus, Warp 7." "Captain,", sagte Chakotay und drehte sich zu ihr um "halten Sie es wirklich für richtig, sich mit den Yeyt einzulassen?" "Ich wüßte nicht warum nicht! Sie verfolgen anscheinend das gleiche Ziel wie wir und sie stellen uns ihre Flotte zum Schutz zur Verfügung. Ich denke, daß wir ihnen trauen können." "Ja Ma'am.", sagte Chakotay und drehte sich wieder zu seiner Konsole. Jeder bemerkte, daß Janeway ihn nicht überzeugt hatte. "Lieutenant Torres, Sie können sich jetzt wieder um Lieutenant Paris kümmern. Kommen Sie aber in einer Stunde wieder!" Janeway war sichtlich über Chakotay verärgert. "Verstanden." (Na und ob ich mich um ihn kümmern werde!) B'Elanna stand von ihrer Station auf und ging zum Turbolift. Janeway bemerkte, wie Harry ihr geknickt hinterher sah und hatte Erbarmen. "Fähnrich Kim, ich habe gehört, Sie würden sich nicht besonders gut fühlen! Am besten Sie gehen auf die Krankenstation!" Harry grinste dankbar. "Ja Ma'am, vielen Dank!" Harry folgte B'Elanna in den Turbolift und sie verschwanden hinter den sich schließenden Türen.
Tom versuchte gerade, ziemlich unbeholfen, von seinem Bett zu seinem Tisch zu gehen, als B'Elanna sein Quartier betrat. "Tom, du darfst noch nicht aufstehen!" "Doch, der Doc hat mich eben kontaktet und mir mitgeteilt, daß ich mich ein wenig bewegen soll, um den Kreislauf anzukurbeln. Und wie du siehst, mache ich sogar schon Fortschritte. Ich habe mich schon vom Bett, zum Stuhl, bis hin zum Tisch vorgearbeitet!" "Wieso gibt er dir nicht einfach ein Hypospray für deinen Kreislauf?" "Er meint, man muß nicht gleich wegen allem ein Hypospray bekommen. Außerdem brauche ich so noch weiter meine Krankenschwester!" Er grinste und setzte sich auf einen der Stühle, die bei seinem Tisch standen. "Wie ist es bei den Yeyt gelaufen?" "Sehr gut. Sie werden uns unterstützen und uns ihre Flotte als Schutz zur Verfügung stellen." "Du klingst nicht sehr begeistert." "Ich weiß nicht, ich traue ihnen nicht. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu mißtrauisch." "Das wird es sein. Denn, welchen Grund hätten die Yeyt, uns zu hintergehen?" "Oh, da gibt es bestimmt genug! Aber laß uns jetzt von etwas anderem reden. Wann bist du wieder diensttauglich?" "Da ich ja heute schon aufstehen kann, schätze ich morgen! Ich soll nachher noch einmal beim Doc erscheinen, um mich untersuchen zu lassen. Ich habe aber auch durchaus nichts dagegen, mich von dir verwöhnen zu lassen!" "Das glaube ich dir!" "Weißt du, der Doc meinte du könntest mir vielleicht auch zu etwas... Bewegung verhelfen!" "Tom! Es ist gerade mal eine halbe Stunde her, daß wir... du weiß schon." "Also B'Elanna, wer hat denn von so etwas gesprochen?! (Außer mir...) Ich dachte eigentlich an einen Spaziergang oder etwas in der Art!" "Denkst du, daß du dafür auch wieder fit genug bist?" "B'Elanna, nachdem ich fit genug war für Sex mit dir, werde ich einen Spaziergang wohl auch noch überstehen! Du mußt mir nur vielleicht aufhelfen und mich stützen!" B'Elanna ging zu Tom und wollte ihm gerade von seinem Stuhl aufhelfen, als er sie zu sich auf seinen Schoß zog und sie küßte. Nach einer Zeit, konnte B'Elanna sich wieder losreißen. "Wir... wir sollten uns besser auf den Weg machen." Sie stand wieder auf und wollte gerade in Richtung Tür gehen, als Tom sie von hinten festhielt, sie über die Schulter warf und sie, in keiner Weise mehr unbeholfen, zu seinem Bett trug, auf welches er sie auch absetzte. "Also das, Lieutenant Paris, verstehen sie unter einem Spaziergang!" "Und ich dachte immer, klingonische Frauen seien in so etwas unermüdlich, du etwa nicht?" B'Elanna winkte ihn näher an sich heran und als er nahe genug war, biß sie ihn in die Wange und zog ihn zu sich auf das Bett. Letztendlich war es für Tom der definitive Beweis, daß B'Elanna genauso unermüdlich war, wie die anderen klingonischen Frauen.
B'Elanna erwachte aus einem Traum und brauchte einen Moment, bis sie wieder wußte, wo sie war. Sie lag mit dem Rücken zu Tom, der seine Arme um sie geschlungen hatte. Sie drehte sich langsam um und kuschelte sich an ihn. Davon war er definitiv aufgewacht, denn B'Elanna spürte, wie seine Hand langsam ihren Rücken hoch streichelte. B'Elanna hob ihren Kopf, um in sein Gesicht schauen zu können. Er hatte die Augen geöffnet und starrte in die Luft. Ihr Biß hatte eine kleine Wunde hinterlassen. B'Elanna streckte sich und legte ihre Arme um seinen Hals. Tom schaute ihr in die Augen und strich über ihre Wange. "Hey du.", flüsterte Tom und küßte sie. "Wie lange bist du schon wach?", wünschte B'Elanna zu wissen. "Ein paar Minuten." "Wie spät ist es?" "16:00 Uhr, soweit ich weiß." "Was?" B'Elanna riß sich aus der zärtlichen Umarmung und schreckte auf. "Ich muß in einer Viertelstunde im Maschinenraum sein!" "Kannst du dich nicht vertreten lassen?" Er zog sie wieder zurück auf das Bett. "Wohl kaum, wir fliegen ins Kriegsgebiet!" Wieder richtete sie sich auf. "Na schön, wenn's sein muß. Aber die Viertelstunde bleibst du noch hier, nicht wahr?" "Natürlich!" Tom richtete sich nun ebenfalls auf, legte seine Hand auf ihre Wange und küßte B'Elanna. Diese ließ es aber nicht zu mehr kommen, beendete den Kuß und stand mitsamt Decke vom Bett auf. "Ich bleibe hier, aber angezogen!" "Spielverderberin!" Tom holte sich seinen Bademantel und zog diesen über, während B'Elanna ihre Sachen zusammensuchte. "Es ist eine Ironie, nicht wahr?", begann sie schließlich wieder zu sprechen. "Was?" "Na ja, gestern beschließen wir noch, daß unsere Beziehung rein freundschaftlicher Natur ist und jetzt sind wir bereits das dritte Mal an diesem Tag nebeneinander aufgewacht." "Du hast beschlossen, daß unsere Beziehung rein freundschaftlich sein sollte, wäre es nach mir gegangen, wären wir schon lange da gewesen, wo wir jetzt sind!" "Ja, natürlich!" "Versuch ja nicht, es abzustreiten, denn es ist die Wahrheit!" B'Elanna legte ihre Sachen auf das Bett und ging zu Tom. Sie legte ihre Arme um seine Hüfte und küßte ihn kurz. "Ist das nicht jetzt egal?" Er tat es ihr gleich und legte seine Arme ebenfalls um ihre Hüfte. "Du hast recht. Ich wollte nur..." Weiter konnte Tom nicht sprechen, denn B'Elanna hatte ihn durch einen Kuß nicht weiter sprechen lassen. "Und jetzt... werde ich mich anziehen." B'Elanna löste ihre Umarmung und ließ Tom stehen, der noch einen Moment in seiner Ausgangsposition stehenblieb und dann ebenfalls seine Sachen vom Boden aufhob.
Nachdem Harry auf der Krankenstation vom Doktor erfahren hatte, daß dieser Tara keine großen Chancen ausrechnen würde, diese Nacht zu überstehen, da sie bereits zwei Herzstillstände erlitten hätte, hatte sich Harry ins Casino begeben. Er hatte sich alleine, mit einer Tasse Kaffee, an einen Tisch gesetzt und war vollkommen in Gedanken versunken, als er plötzlich ein Gespräch von einem der umliegenden Tische mithörte: "Hast du schon gehört, daß Tara Loyess auf der Krankenstation liegt?" "Ja, habe ich. Wäre ja schade um sie, ich wäre gerne vorher noch einmal mit ihr ausgegangen. Ich habe gehört, sie sei leicht zu kriegen." "Ja, daß habe ich auch. Aber sie soll ja jetzt mit Harry Kim zusammen sein. Klar, er ist ja auch der einzige Mann an Bord, mit dem sie noch nichts hatte!" Harry hörte ihr dreckiges Gelächter und konnte sich nicht länger zusammenreißen. Er ging zu dem Tisch hinüber, von dem das Gespräch kam, riß einen der Männer von seinem Stuhl und schlug ihn nieder. Der andere versuchte Harry zurückzuhalten, doch es gelang ihm nicht. Erst als mehrere Offiziere angelaufen kamen und Harry festhielten, beruhigte er sich langsam. "Sagen Sie nie, nie wieder etwas derartiges über Tara, sonst wird es nicht bei diesem Schlag bleiben, haben Sie mich verstanden?" Der Niedergeschlagene hielt sich den Kiefer und wurde von den anderen aufgerichtet. Harry wurde hinaus geführt, damit er nicht noch mehr anrichten konnte.
Es waren wieder fast alle Führungsoffiziere versammelt, als die Voyager das Kriegsgebiet erreichte. B'Elanna war in den Maschinenraum gegangen und Harry kam als Letzer. Janeway betrachtete ihn skeptisch. "Fähnrich Kim, ich habe von dem Vorfall im Casino gehört! Sobald wir das hier beendet haben, will ich Sie in meinem Bereitschaftsraum sprechen, haben Sie mich verstanden?" "Ja Captain!" "Sind wir in Rufweite der Flaggschiffe der Xaor oder der Zuil, soweit sie noch existieren?" "Das sind wir." "Rufen Sie beide. Ich möchte vorher mit Krofkar und Nergnu sprechen. Und nehmen Sie sicherheitshalber die Schilde hoch." Einen Moment war es auf der Brücke komplett still. "Wir erhalten eine Antwort von den Zuil." "Auf den Schirm!" Nergnu erschien auf dem Bildschirm und man konnte deutlich im Hintergrund erkennen, daß sein Schiff schon schwere Schäden erlitten hatte. "Captain Janeway, warum ist Ihr Schiff noch nicht zerstört?" "Ich freue mich auch, Sie wiederzusehen! Wir sind hier, um diesen Krieg zu beenden." "Sie wollen uns helfen, diesen Krieg zu gewinnen?" "Nein, ich will Frieden stiften." "Haben Sie es denn noch nicht verstanden, es wird niemals Frieden geben. Und außerdem was denken Sie, wer Sie sind, hier aufzukreuzen, einen Kampf zu entfachen und dann zu denken, Sie könnten den Krieg einfach mit Ihrem winzigen Schiff und Ihren ach so tollen, diplomatischen Fähigkeiten zu beenden?" "Ich hätte mich wohl lieber an Krofkar wenden sollen." "Nun, das wäre ihnen schwer gefallen, denn Krofkar ist tot." Janeway mußte sich eingestehen, daß diese Nachricht sie schwer traf. "Wie... wie ist er gestorben?" "Woher soll ich das wissen. Es reicht doch zu wissen, daß er tot ist, oder? Kann..." Ein anderer Zuil kam zu Nergnu und flüsterte ihm etwas zu, woraufhin Nergnu einen ziemlich panischen Ausdruck bekam. Er flüsterte etwas zurück, was aber niemand verstehen konnte. "Captain Janeway, ich fürchte, ich muß mich jetzt von Ihnen verabschieden, wir haben Probleme bekommen. Die Yeyt haben sich anscheinend vorgenommen, diesen Krieg zu gewinnen, denn sie kommen mit ihrer Flotte hierher." "Ich weiß, die Yeyt wollen uns unterstützen." "Sie haben sich mit den Yeyt verbündet? Sind sie komplett verrückt? Sie haben soeben unser Todesurteil unterzeichnet, denn die Yeyt werden uns alle töten, auch Sie." "(Die komplette Rasse ist total paranoisch.) Ministerin Filpor hat mich darüber unterrichtet, daß die Zuil sich gerne Geschichten über die Yeyt ausdenken." "Wir sind vielleicht grausam, aber ehrlich. Die Yeyt hingegen sind hinterlistig, rücksichtslos und gerissen. Wenn sie von jemandem belogen wurden, dann von Filpor. Und jetzt haben Sie uns ihre Flotte auf den Hals gehetzt." "Die Flotte dient lediglich unserem Schutz!" "Sie meinen, Sie brauchen 218, bis zu den Zähnen bewaffnete Schiffe zu Ihrer Verteidigung?" Janeway schaute zu Tuvok, der bestätigend nickte. "Legat Nergnu, ich versichere Ihnen, davon habe ich nichts gewußt!" "Ja, das sagten Sie schon einige Male in diesem Krieg. Sie hätten sich nie einmischen dürfen, jetzt haben Sie uns alle in den Tod geschickt. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden, wir sehen uns in der Brugera wieder!" Die Verbindung wurde unterbrochen und Captain Janeway schaute verwirrt, etwas verärgert und vor allem ratlos zu Commander Chakotay, der nach wie vor an der Conn saß. "Was bitte ist die Brugera?" "Das ist, soweit ich weiß, ihre Version der Hölle!" Von dieser Nachricht geschockt, setzte sich Janeway wieder in ihren Sessel und lehnte sich auf ihren Ellenbogen, die geballte Faust vor dem Mund. "Fähnrich Kim, sind wir in Rufweite?", brachte sie endlich heraus. "Ja Ma'am." "Rufen Sie sie!" Alle warteten einen Moment auf das ersehnte Piepsen, welches immer von Harrys Konsole erklang, wenn sie eine Antwort erhielten. Doch es blieb aus. "Keine Antwort." Kaum hatte Harry dies gesagt, wurde das Schiff plötzlich erschüttert. "Die Yeyt schießen auf uns. Soll ich das Feuer erwidern?", verlangte Tuvok gewohnt unberührt zu wissen. "Lieber nicht. Ich möchte noch einmal versuchen, mit Filpor zu sprechen, vielleicht ist sie ja einsichtig. Harry, rufen..." Auf dem Sichtschirm konnte Captain Janeway beobachten, wie das Schiff wendete und sich von dem Kriegsgeschehen entfernte. "Commander, was tun Sie da?" "Ich fliege uns weg von hier, wo wir in Sicherheit sind." "Ich habe Ihnen nicht den Befehl dazu gegeben. Drehen Sie wieder um und..." "Nein, es hat keinen Sinn mehr!" "Commander, das ist Befehlsverweigerung!" "Gut, bringen Sie mich vor ein Kriegsgericht! Ich werde die Voyager nicht für einen Krieg aufs Spiel setzten, der nicht unserer ist. Wir haben schon zuviel angerichtet, es wird Zeit, daß wir endlich aufgeben!" "Chakotay, ich will Sie sofort in meinem Bereitschaftsraum sprechen!" Janeway war äußerst verärgert über das Verhalten ihres 1. Offiziers. Dieser wurde von einem Fähnrich an der Conn abgelöst und folgte Captain Janeway in ihren Bereitschaftsraum.
Mittlerweile ziemlich wütend, betrat Janeway, gefolgt von Chakotay, ihren Bereitschaftsraum. "Was fällt Ihnen ein, meine Entscheidung vor der gesamten Brückencrew anzuzweifeln?" "Ihre Entscheidung war nicht richtig und das weiß jeder, nur Sie nicht. Sie wollen diesen Krieg um jeden Preis gewinnen, daß hat Sie blind gemacht. Kathryn, Sie müssen endlich einsehen, daß wir nichts mehr tun können." Er legte seinen Hände beruhigend auf ihre Schultern. "Aber wir können diese ganzen Zuil und Xaor nicht einfach ihrem Schicksal überlassen! Wir sind Schuld an ihrer Lage.", sagte sie schon wesentlich beruhigter. "Auch wenn wir nicht da gewesen wären, wäre es zu diesem Krieg gekommen. Die erste Direktive hätte uns eigentlich nicht erlaubt, uns überhaupt in diesen Krieg einzumischen. Doch wir taten es und verschlimmerten damit nur alles. Wir sind jetzt einfach an einem Punkt angekommen, an dem wir weiterziehen müssen und die Zuil, die Xaor und die Yeyt ihren Krieg kämpfen lassen. Wir haben getan, was wir für richtig hielten und es war falsch. Verschlimmern wir die Lage jetzt nicht noch mehr, indem wir erneut versuchen zu vermitteln." "Nein, ich tat was ich für richtig hielt und habe damit nicht nur gegen die erste Direktive verstoßen, sondern auch meine Crew in Gefahr gebracht. Was bin ich nur für ein Captain?!" Ihre anfängliche Wut war schlagartig zu einer schweren Depression geworden. "Sie sind ein hervorragender Captain. Sie wollten nur helfen und haben sich von Ihren Gefühlen leiten lassen, das kann jedem mal passieren!" "Aber das darf es nicht." "Hören Sie, Sie haben einen Fehler gemacht, verkriechen Sie sich deswegen nicht in einer Depression. Sie haben Ihren Fehler eingesehen und tun jetzt das Richtige. Und nur das zählt." Janeway lächelte und nahm Chakotays Hände von ihren Schultern in ihre Hände. "Manchmal weiß ich nicht, was ich ohne Sie machen würde Chakotay! Vielen Dank!" "Dafür ist der 1. Offizier doch da." Beide lachten. "Nehmen sie unseren alten Kurs wieder auf. Und schicken sie mir bitte Fähnrich Kim her, ich muß noch ein ernstes Wörtchen mit ihm reden." "Jawohl Ma'am!" Chakotay drehte sich um und verließ lächelnd den Raum. Janeway seufzte und setzte sich in ihren Sessel. Vor ihr lag das Pad mit den Informationen zu den Xaor und dem Geschäft mit ihnen. Janeway nahm es in die Hand und las, ein wenig melancholisch, darin.
Nach ein paar Minuten wurde sie vom Geräusch des Türmelders wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt. "Ja bitte!" Wie erwartet betrat Harry Kim den Raum. Man sah ihm an, daß er auf eine Bestrafung oder Ähnliches vorbereitet war und es sah so aus, als würde er noch immer zu seiner Tat stehen. "Captain, ich weiß was Sie sagen wollen und ich möchte zu meiner Verteidigung sagen, daß Fähnrich Molina im Casino Fähnrich Loyess schwer beleidigt und beschimpft hat und das konnte ich mir nicht länger anhören." "Also haben Sie ihn geschlagen?" "... Ja." "Sie wissen, daß das keine Rechtfertigung ist. Fähnrich Molina hat..." "Krankenstation an Janeway." Erneut wurde Janeway durch die Stimme des Doktors unterbrochen. "Janeway hier." Janeway wurde langsam ziemlich genervt. "Captain, Sie sollten, wenn es möglich ist, auf die Krankenstation kommen." Er klang bedrückt. "Was ist passiert?" "Das werde ich Ihnen sagen, wenn Sie hier sind. Krankenstation Ende." Janeway hielt einen Moment inne und wandte sich dann wieder Harry zu. "Wir werden dieses Gespräch nachher fortsetzten!" "Ich werde mit auf die Krankenstation kommen!" Er klang sehr energisch. "Nein, das werden Sie nicht! Ich kann Sie im Moment besser hier gebrauchen." "Aber..." "Kein aber. Ich gehe allein. Sollte sich etwas ergeben, werde ich Sie informieren. Wegtreten." Sein Ausdruck hatte eine Mischung aus Wut und Bangen, als er mürrisch Janeways Bereitschaftsraum verließ.
B'Elanna war völlig mit Arbeit eingedeckt, da sie die Zeit, die sie eigentlich im Maschinenraum mit Reparaturen hätte verbringen müssen, mit Tom verbracht hatte. Um so glücklicher war sie, als Captain Janeway ihr zusicherte, daß sie ihr Hilfe schicken würde. Die Hilfe kam in Gestalt von Harry Kim und B'Elannas Freude dämpfte sich wieder etwas, da sie wußte, daß Harry keine besonders große Hilfe sein würde. Der junge Fähnrich war bereits auf seinem Weg durch den Maschinenraum zu B'Elanna nicht bei der Sache, da er ständig jemanden anrempelte und zweimal das Pad fallen ließ, was er locker in der Hand hielt. "B'Elanna?", sprach er B'Elanna an, die mit dem Rücken zu ihm vor ihrer Konsole stand. "Der Captain sagte, daß ich hier..." "Daß Sie hier helfen sollen, ich weiß!" "Was soll ich tun?" "Am besten gar nichts." "Was? Aber ich muß mich irgendwie beschäftigen!" "Sie sind noch immer nicht bei der Sache Harry! In Ihrem Kopf schwirren zu viele andere Sachen herum und Sie können sich nicht konzentrieren. Wenn Sie nicht aufpassen, lösen Sie noch versehentlich einen Warpkernbruch aus!" Ein Lächeln zeichnete sich im Gesicht der Chefingenieurin ab, als sie das sagte. "Warum sind Sie so gut gelaunt?", wollte Harry mißtrauisch wissen. Das Lächeln wurde fast zu einem Grinsen. "(Nein, daß sollte ich ihm wohl doch nicht erzählen.) Was ist daran so ungewöhnlich?" "Ich habe sie selten so strahlen gesehen. Was ist passiert?" "(Warum ist er so hartnäckig?) Es ist nichts passiert! Und ich strahle überhaupt nicht!" "Doch, natürlich! Es hat etwas mit Tom zu tun, nicht wahr?" B'Elannas Grinsen verschwand schlagartig, tauchte aber dafür in dem Gesicht Harry Kims wieder auf. "Das geht Sie nichts an, Fähnrich!" "Es hat also etwas mit Tom zu tun! Ich kann nur erahnen, was zwischen ihnen passiert ist, als Sie zu ihm gegangen sind, um ihn zu... pflegen." "Ach ja? Und woher wollen Sie das erahnen?" "Sie haben so ein Leuchten in den Augen!" "Seltsam, genau das Gleiche hat Fähnrich Loyess auch gesagt als..." B'Elanna verstummte, als sie bemerkte, daß Harrys Stimmung plötzlich umschlug und er wieder deprimiert wurde. "Oh, es tut mir leid Harry, ich wollte Sie nicht erwähnen!" "Es... es ist schon in Ordnung! Es ist nur..." "Was?" "Der Doc hat Captain Janeway eben auf die Krankenstation gerufen und er klang ziemlich bedrückt. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube,... sie ist gestorben." "Harry, seit wann sind Sie so ein Pessimist? Sie ist bestimmt nicht gestorben, glauben Sie mir!" "Hören Sie auf, mir das ständig einreden zu wollen! Es wird nicht immer alles gut! Wissen Sie, Tara sagte einmal, 'Pessimismus und Realismus liegen sehr oft, sehr nahe beieinander'. Und ich merke, daß sie recht hatte." Wütend stürmte Harry aus dem Maschinenraum. Als er den Raum verlassen hatte, verlangsamte sich sein Tempo und er blieb letztendlich stehen. Er wollte gerade umdrehen und sich entschuldigen, als sein Kommunikator plötzlich piepte. "Krankenstation an Fähnrich Kim." "Sprechen Sie!" "Ihre Anwesenheit ist erwünscht. Melden Sie sich umgehend auf der Krankenstation." "Ver... verstanden. Kim Ende." (Bitte, laß sie nicht tot sein.) Harry machte kehrt und ging schnellen Schrittes in Richtung Krankenstation.
Tom saß, wieder in Uniform, auf einem Biobett und wurde von Kopf bis Fuß vom Doktor mit dem Trikorder untersucht. "Sind wieder diensttauglich. Anscheinend hat Ihnen die... Pflege von Lieutenant Torres äußerst gut getan!" Tom begegnete dem skeptischen Blick des Doktors und konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. "Ja, daß hat sie durchaus!" "Es gibt nur einen kleinen Nachteil, Ihre Hormonwerte sind noch ziemlich erhöht!" In diesem Moment betrat Harry die Krankenstation. Er sah sich um und sein erster Blick fiel auf Captain Janeway, die bei ein paar weinenden Personen, die er nicht sofort zuordnen konnte, stand. Es sah so aus als würde sie beruhigend auf die beiden einreden. Harrys Herzschlag beschleunigte sich rapide. Er blieb wie angewurzelt stehen und es dauerte einen Moment, bis er den Doktor, der noch immer bei Tom stand, bemerkte. Sofort eilte er zu ihm. "Doc, was... was ist denn passiert? Was machen die alle hier?" "Es gibt eine traurige Nachricht. Fähnrich... Fähnrich Bristow ist tot." "Was?" (Was ist mit Tara?) "Er wurde beim Angriff der Yeyt tödlich verletzt." "Fähnrich Bristow? Aber was... was ist mit Tara, ich dachte sie..." "Fähnrich Loyess ist quicklebendig! Ich wollte ihnen keine falschen Hoffnungen machen, aber ihr Zustand hat sich während dieses Nachmittages extrem gebessert. Nun ja und schließlich... ist sie aufgewacht." "Sie... sie ist aufgewacht?" "Das sagte ich gerade. Das ist der Grund, wegen dem Sie herkommen sollten, sie wünscht Sie zu sehen." "Wird Sie wieder ganz gesund?" "Ich wüßte nicht, warum nicht! Sie erholt sich sehr schnell, eventuell entlasse ich sie morgen bereits." "Vielen Dank!" "Danken Sie nicht mir, ich hatte nichts mit diesem Wunder zu tun!" Harrys Herzschlag war noch immer ziemlich schnell, als er sich langsam dem Biobett näherte, auf dem Tara lag. Sie hatte ihre Augen noch geschlossen, öffnete sie aber, als Harry ihre Hand nahm. "Harry!", flüsterte sie. "Wo warst du so lange? Ich habe dich vermißt!" Tränen hatten sich in seinen Augen gebildet, doch er lächelte. "Ich habe dich auch vermißt! Ich wette, ihr habt euch alle schrecklich gelangweilt, so ganz ohne mich!" "Und wie! Wo genau bist du gewesen?" "Ich weiß es nicht und es ist zu schwer, das zu erklären. Alles was zählt, ist doch, daß ich wieder da bin, oder?" "Ja, da hast du recht! Und weißt du was, ich werde heute Abend dir zu Ehren eine Feier im Casino veranstalten. Für dich und dafür, daß wir endlich diesen Krieg hinter uns gelassen haben!" "Für mich? Aber... ich und noch ein paar andere, wir, wir dachten immer, ihr Führungsoffiziere wäret eine geschlossene Gesellschaft. Ich meine, die meisten kennen doch nicht einmal meinen Namen, ich bin nur einer der kleinen, unwichtigen Fähnriche." "Aber das stimmt doch gar nicht! Du bist wichtig, vor allem für mich! Und deswegen gebe ich heute Abend die Feier für dich." "Nette Idee, aber der Doktor wird mich wahrscheinlich ans Bett fesseln!" "Moment, ich werde das regeln!" Er ließ ihre Hand wieder los und ging zurück zum Doktor und Tom. Tara konnte beobachten, wie Harry eindringlich auf den Doktor einredete. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie endlich einen triumphierenden Ausdruck in Harrys Gesicht sah. Lächelnd kam er zurück zu ihr. "Es ist alles geregelt, du bist für heute Abend entlassen." "Wie hast du das geschafft?" "Er ist an meinen überzeugenden Argumenten gescheitert!" "Was mußt du machen?" "Nichts, warum?" "Sag schon!" "Ist doch unwichtig!" "Ich warte!" "Wußtest du, daß du schrecklich neugierig bist?" "Und deswegen liebst du mich ja auch!" Harry beugte sich über sie und küßte sie vorsichtig. "Ich muß jetzt gehen. Wir sehen uns heute Abend! Nicht zu spät kommen, du bist schließlich mein Ehrengast!" "Ja Sir!" Er gab ihr noch einen flüchtigen Kuß und verließ dann fröhlich gelaunt und vor allem erleichtert die Krankenstation.
Die Nachricht von Harrys Feier zu Ehren Taras hatte sich in Windeseile auf dem ganzen Schiff verbreitet. Als er selbst mit Tara das Casino betrat, waren bereits sehr viele Gäste eingetroffen, unter ihnen auch Chakotay, Tuvok, Neelix, Kes, Tom und B'Elanna. Als die beiden den Raum betraten, fingen die anderen an zu applaudieren. Tara lächelte erfreut und etwas verwundert und wurde von Harry zu einem Tisch geführt, an dem sie Platz nahm. Chakotay gesellte sich zu beiden. "Ich freue mich, daß es Ihnen wieder besser geht, Tara!" "(Seit wann nennt er mich beim Vornamen?) Danke! Es ist schon merkwürdig, es sind jede menge Leute gekommen, mit denen ich noch nie etwas zu tun hatte. Wird wohl daran liegen, daß es für alle Sekt gibt!" Der erste Offizier lächelte. "Aber es ist trotzdem sehr nett von Ihnen, daß sie gekommen sind... Chakotay! Sagen Sie, haben Sie den Captain (Oder soll ich jetzt auch Kathryn sagen?) gesehen, sie wollte noch mit mir sprechen!" "Ich werde mal sehen, ob ich sie finde. Ich werde ihr dann Bescheid sagen!" "Danke, das wäre nett!" Chakotay lächelte die Beiden noch einmal an und verließ sie dann, um nach Captain Janeway Ausschau zu halten. Tara deutete Harry mit einer Handbewegung an, daß er sich zu ihr setzen sollte, was er auch tat. "Was meinst du Harry, wie lange hat er wohl geübt, bis er das 'Tara' so spontan zu mir sagen konnte?" "Sei nicht unfair, er gibt sich doch Mühe!" "Du hast mit ihm gesprochen, nicht wahr?" "Wieso, kann er dich nicht einfach beim Vornamen nennen?" "Harry, ich bitte dich, kein Führungsoffizier nennt uns Fähnriche beim Vornamen!" "Na schön, ich habe mit ihm gesprochen, und? Ich möchte doch nur, daß du dich von meinen Freunden nicht ausgeschlossen fühlst!" "Und das finde ich ja auch unglaublich süß von dir, es ist nur... ich hatte noch nie etwas mit Leuten wie Chakotay oder Janeway zu tun, es sei denn, ich sollte etwas für sie tun und jetzt, wo ich mit dir zusammen bin, spricht Torres mit mir, Janeway kümmert sich um mein Wohl und Chakotay nennt mich Tara! So etwas passiert nicht jedem Fähnrich, das ist nun mal neu für mich!" "Du wirst dich schon daran gewöhnen!" "Wenn du meinst." Harry nahm Taras Hand, um sie zu beruhigen und sie lächelte, als sie plötzlich Tom bemerkte, der ein paar Meter hinter Harry stand und Tara signalisierte, daß Harry zu ihm kommen sollte. "Da hinten steht Tom und er möchte, daß du zu ihm kommst!" "Oh, ich...ähm..." "Geh ruhig!" "Wirklich?" "Los, bevor ich's mir anders überlege! Und frag ihn, was aus ihm und B'Elanna geworden ist!" (Obwohl es mich immer noch nichts angeht...) Harry gab ihr lächelnd einen Handkuß und ging dann zu Tom.
Inzwischen hatte Chakotay Janeway gefunden, die alleine in einer Ecke am Fenster saß und auf ihren Ellenbogen gestützt in die Sterne schaute. Chakotay setzte sich zu ihr, doch sie war zu sehr in Gedanken, um ihn zu bemerken. "Kathryn?", fragte er schließlich und endlich bemerkte sie sein Erscheinen. "Hier läuft eine Feier und Sie sitzen alleine in einer Ecke, das ist kein besonders gutes Vorbild für die Crew!" "Ich habe nachgedacht. Über den Krieg, die Yeyt, Krofkar... mußte es wirklich soweit kommen?" "Darüber haben wir doch schon gesprochen!" "Ich weiß und dennoch... wenn man es genau nimmt, bin ich Schuld am Tod von Hunderten. Ich dachte, ich könnte das einfach hinnehmen, unter dem Vorwand, ich wollte etwas Gutes tun, aber... so einfach ist es nicht. Ich bin Schuld am Tod dieser Leute, da führt kein Weg dran vorbei, so gerne ich es auch hätte. Und ich fühle mich schrecklich." "Womöglich ist es so, vielleicht sind Sie daran Schuld, aber man kann Geschehenes nicht ungeschehen machen." "Diese Sache wird mein Gewissen noch sehr lange, vielleicht für immer belasten. Ich weiß nicht, ob ich damit weiterleben kann!" "Sie können! Sie sind stark und außerdem werde ich Ihnen helfen. Ich bin immer für Sie da Kathryn." "Vielen Dank Chakotay, Sie wissen gar nicht, wieviel mir das bedeutet! Danke."
Nachdem Harry zu Tom gegangen war, hatte sich Fähnrich Lang zu Tara gesetzt. "Es ist wirklich unglaublich, daß dir das alles an einem Tag passiert ist, Tara!" "Ja, für mich kam das alles auch ziemlich plötzlich! Vorgestern hat mir noch ein holographischer Nordstaaten-Offizier Avancen gemacht und heute habe ich schon einen wundervollen Freund und komme in den Kreis der Führungsoffiziere! Weißt du, die sind wirklich nicht so schrecklich arrogant, wie wir immer dachten. Nein, zu mir sind sie alle sogar ziemlich freundlich! Na ja, außer Torres, aber das ist ja nichts Neues." "Du verliebst dich, fällst ins Koma und findest neue Freunde und das alles an einem Tag, das ist garantiert ein neuer Weltrekord!" "Tja weißt du..." Tara bemerkte B'Elanna, die alleine, mit einem Glas Sekt, mitten im Raum stand. "Würdest du mich entschuldigen, ich muß noch etwas klären!" "Natürlich." Tara war noch etwas wackelig auf den Beinen, schaffte es aber trotzdem aufzustehen und zu B'Elanna zu gehen. "Da ist ja unsere Turteltaube.", begrüßte Tara die Halb- Klingonin. "Bitte was?" "Kommen Sie schon, man kann doch deutlich sehen, daß da was zwischen Ihnen und Tom gelaufen ist!" (Ach ja, was sind wir heute wieder aufdringlich.) "Ach ja, und woran wollen Sie das bitte sehen?" "Na ja, Sie beide schauen schon die ganze Zeit heimlich zueinander hinüber und außerdem haben Sie schon wieder dieses Leuchten in ihren Augen. Hat Tom sich wieder daran erinnert, daß er Ihnen seine Liebe gestanden hat?" "Wo... woher wissen Sie davon?" "Sie haben es mir erzählt!" "Das habe ich nicht!" "Oh, natürlich haben Sie das. Sie dachten nur, ich würde es nicht hören! Es tut mir leid, wenn ich Sie enttäuschen muß, aber ich habe jedes Wort gehört, obwohl ich im Koma lag!" "Wenn Sie das irgend jemandem erzählen, liegen sie ziemlich schnell wieder im Koma!" "Lassen Sie sich mal eine andere Drohung einfallen, die wird langsam langweilig! Ich weiß gar nicht, was so schlimm daran wäre, wenn die Leute wüßten, daß sie Zwei zusammen sind, ich meine, Sie können nicht für den Rest der Reise so tun, als ob nichts wäre! Und außerdem, wenn sie es nicht von selbst 'bekanntgeben', dann werden früher oder später dumme Gerüchte aufkommen! Nicht von mir, aber es gibt immer solche Leute." (Aufdringlich ist gar kein Ausdruck! Sie wird mich töten!) "Ich muß tatsächlich zugeben, sie haben recht!" (Ich glaube nicht, daß ich das gerade gesagt habe.) "Klar hab ich das! (Hab ich das?) Und jetzt los, gehen sie zu ihm und sagen sie ihm das!" "Aber... was wird die Crew dazu sagen? Das Letzte, was ich jetzt gebrauchen kann, sind irgendwelche dummen Sprüche!" "Die Crew wird aufatmen, daß Sie beide es endlich geschafft haben! Glauben Sie mir ruhig, ich weiß es." "Also schön." (Ich kann nicht glauben, daß ich auf sie höre. Sie ist schlimmer als ein Counselor und doppelt so neugierig!) B'Elanna drehte sich in Toms Richtung, atmete tief durch und wollte gerade losgehen, als Tara sie am Arm festhielt. "B'Elanna, ich... ich wollte mich nur bedanken:" "Wofür?" "Dafür, daß Sie mit ihrem Problem mit Tom zu mir gekommen sind, auch wenn ich im Koma lag. Und ich wollte mich entschuldigen, weil ich manchmal ausspreche, was ich eigentlich nicht sagen sollte, aber ich meinte es wirklich immer nur gut mit Ihnen!" "Schon in Ordnung. Aber das heißt nicht, daß ich Sie leiden kann Loyess!" Beide lächelten und B'Elanna setzte ihr Vorhaben fort und ging schließlich zu Tom, der noch immer mit Harry sprach.
"Wissen Sie Harry, Sie müssen sich echt verknallt haben, Sie haben noch nie 'ne Party für jemanden geschmissen!" "Ja, so ist das mit der Liebe!" Tom machte plötzlich ein Schmerz verzerrtes Gesicht und faßte mit seiner Hand auf seine Schulter. "Was ist los, was haben Sie?" "Muskelkater. Ich hatte heute... viel Bewegung!" Kaum hatte Tom das gesagt, kam auch schon B'Elanna zu den beiden. "Tom ich... ich..." "Was ist denn los?" Anstatt weiter zureden, riß B'Elanna Tom zu sich und küßte ihn heftig. Harry, der ziemlich verdutzt daneben stand, ließ die Beiden alleine und gesellte sich wieder zu Tara, die das Ganze beobachtet hatte. "War das wirklich so klug von B'Elanna?", fragte Harry skeptisch. "Alle starren sie an." "So ist es ja auch gedacht. Diese ganze Heimlichtuerei ging einem ja schon langsam auf die Nerven!" "Ja, da hast du recht!" Als beide still waren, vernahm Harry, daß der Computer das Lied spielte, auf welches er mit Tara auf der Feier mit den Xaor getanzt hatte. "Möchtest du tanzen?" Er hielt ihr seine Hand hin. "Aber immer!" Sie legte ihre Hand in die seine und sie gingen zu einem einigermaßen freien, ungestörten Platz im Casino und begannen eng umschlungen zu tanzen. "Weißt du Tara, als du auf der Krankenstation im Koma lagst, da kam ich mir so hilflos vor." "Du hast mir geholfen! Mit deinen Besuchen, wenn du mit mir geredet hast, wenn du meine Hand gehalten hast." "Das hast du mitbekommen?" "Oh ja, daß habe ich." "Tara?" "Was ist?" "Ich liebe dich. Sehr sogar. Ich möchte nur, daß du das weißt." "Das weiß ich doch (Meine Güte, bin ich heute wieder arrogant!). Ich liebe dich auch." "Du mußt mir versprechen, daß du mir so etwas wie heute nie wieder antust." "Das kann ich dir nicht versprechen Harry. Aber ich verspreche dir, daß ich dich niemals verlassen werde." "Also gibt es wohl doch ein Happy-End, nicht wahr?" "Ein was?" "Schon gut, ist nicht so wichtig." Beide schwiegen und tanzten einfach nur weiter.
B'Elanna und Tom hatte die Feier schon vorzeitig verlassen, um noch ein wenig ungestört zu sein. Nun gingen sie Arm in Arm zu B'Elannas Quartier, um dort noch einen Schlummertrunk zu nehmen. "B'Elanna, warum hast du mich vorhin so plötzlich geküßt? Ich meine, nicht das es mir nicht gefallen hätte, aber, im Casino vor all den Leuten, das kam doch ziemlich überraschend." "Ich dachte nur, es sei an der Zeit, daß wir uns in der Öffentlichkeit als Paar zeigen, bevor Gerüchte entstehen." "Das nächste Mal, warne mich bitte vor!" Schließlich hatten sie B'Elannas Quartier erreicht und sie betraten es. Seufzend setzte sich B'Elanna auf ihr Sofa. Tom tat es ihr gleich und setzte sich dicht neben sie, den Arm um ihre Schulter gelegt. "Was für ein Tag." B'Elanna seufzte erneut. "Was du nicht sagst." "So vieles hat sich verändert. Dabei hatte ich immer Angst vor Veränderungen." "Hat es deswegen so lange gedauert, bis ich dich soweit hatte, daß du das erste Mal mit mir ausgegangen bist?" B'Elanna lächelte und lehnte sich an ihn. "Vielleicht. Vielleicht war ich auch einfach nur nicht an dir interessiert!" "Völlig unmöglich, du bist mir schon erlegen, seit du mich das erste Mal im Sandrine's Schwein genannt hast!" "Und du bist mir schon erlegen, seit du mich und Harry auf der Heimatwelt der Ocampa gerettet hast." "Obwohl du damals nicht gerade umwerfend aussahst!" "Oh, wie schmeichelhaft! Was ist jetzt mit dem Schlummertrunk, ich muß morgen früh aufstehen." "Heißt das, ich kann heute hier nicht die Nacht verbringen?" "Genau das heißt es. Aber es ist ja noch früh, du mußt noch nicht sofort gehen!" "Hatte ich auch nicht vor." "Und was genau hast du vor?" "Das wirst du schon herausfinden!" Tom hob B'Elannas Kopf mit seiner freien Hand an, so daß er sie küssen konnte. "Weißt du Paris, auch wenn sich alles mal ändert, eins wird immer bleiben, du bist und bleibst ein Schwein!" "Und deswegen liebst du mich ja auch so!" Wieder küßten sie sich heftig und versanken schließlich auf B'Elannas Sofa.
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