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To be or not to be

© by Tatjana ()

 

Disclaimer: Es wird in dieser Story lediglich das Konzept der Unsterblichkeit verwendet.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Highlander-Sektion.

 

Was ist nur mit mir geschehen? Was geschieht mit mir? Ich fühle mich... tot. Fühlt man überhaupt, wenn man tot ist? Nein, tot ist auch nicht der richtige Ausdruck dafür. Es ist eher so, als wäre man in seinem eigenen Körper gefangen und betrachte sich selber von weit entfernter Distanz aus. Es ist nicht schön, was ich sehe. Als läge dort auf dem Bett nur eine leere Hülle. Mir ist kalt. Ich versuche mich zu bewegen, doch es gelingt mir nicht, auch nur einen Muskel wenigstens zucken zu lassen. Der Körper dort ist kalt und starr. Also doch schon tot?

Ich erinnere mich... An eine Frau, jung und wunderschön. Ihre charmante Art nahm mich gefangen, wir unterhielten uns... Irgendwann gingen wir zu mir. Es war... unbeschreiblich. Als würde ein Feuerwerk über mich hereinbrechen! Janine, so hieß sie, war ungeheuer leidenschaftlich, eigentlich unersättlich, wenn man ganz genau war, und ich ließ mich von ihrer Energie mitreißen. Und dann kam der Schmerz: stechend, als würde man dicke Injektionsnadeln rücksichtslos in die Haut stoßen. Ein merkwürdiges Gefühl. Ich erinnere mich daran, daß ich mich plötzlich fürchtete und anfing, mich dagegen zu wehren. Teufel nochmal, ich bin ein Mann, ich habe mehr als 2000 Jahre überlebt und ich bin gewiß kein Schwächling,..... - aber ich konnte diese Frau... dieses Geschöpf... nicht abschütteln. Es war, als würde sie das Leben aus mir heraus ziehen. Bleierne Müdigkeit kroch in meine Knochen und Todesangst überkam mich mit einer Gewalt, wie ich sie noch nie erlebt habe. Scheiße, so hatte ich mir mein Ende nicht vorgestellt!

Vor meinem Geist zog mein Leben an mir vorbei, die Erinnerungen kaum getrübt vom lauten Schmatzen, das sie von sich gab. Sie? Es? Ich weiß es nicht... Ich sah mich und die Bilder wiederholten sich in eintöniger Weise: ich, schwertkämpfend, mit anderen, Quickenings. War das alles? Gab es nichts anderes in meinem Leben außer Kampf, Tod und Erneuerungen? Ich versuchte, mich an jede noch so kleine Begebenheit in meinem Leben zu erinnern und stellte zu meinem eigenen Entsetzen fest: Nein, nichts anderes!

Das Schmatzen hörte auf und ich war dankbar dafür, daß dieses nervtötende Geräusch verstummte. Sie ... es.... stand auf, der Mund blutverschmiert... Mein Blut!, schoß es mir durch den Kopf. Sie zog sich an, aufreizend langsam, lasziv. Sie redete dabei, doch es fiel mir schwer, ihr zuzuhören. Sie sagte, sie lasse mich leben, damit ich werde wie sie. Unsterblich, sagte sie und redete von den Vorzügen des ewigen Lebens. Hätte ich gekonnt, ich hätte wahrscheinlich gelacht. Ich sollte unsterblich werden? Teufel, ich war es doch schon!!! Und das wahrscheinlich schon weitaus länger als sie!

Sie ging und ließ mich mit meinen Gedanken alleine. Und hier liege ich nun und warte. Vampire! Scheiße, ich hab das immer für ein Märchen gehalten, das man kleinen Kindern erzählte. Vampire, Werwölfe, Zombies.... so was gibt's in Wirklichkeit doch gar nicht! Es wird dunkel um mich, ich versuche, mich zusammen zu reißen, nicht zu sterben, aber es ist schwer. Wer weiß schon, wie ich danach wieder aufwache?

Und dann fängt es an: die Wunde am Hals beginnt zu brennen, dann schmerzt sie und dieser Schmerz dehnt sich aus. Er kriecht in meinen Kopf, der sich anfühlt, als würde er anschwellen und müsse platzen. Für einen einzigen, winzigen Moment danke ich Gott für die Selbstheilungskräfte der Unsterblichen. Bitte, bete ich, bitte laß nicht zu, daß ich zu so einem.... DING werde. Der Schmerz nimmt zu und ich kann nicht mehr denken. Mein Körper scheint regelrecht in Flammen zu stehen, mir kommt es vor, als würde Lava durch meine Adern fließen, meine Lungen scheinen zu bersten. Mit weit aufgerissenen Augen starre ich stumm an die Zimmerdecke, während in mir einer der furchtbarsten Stürme tobt, die ich je erlebt habe. Ein Orkan der Selbstheilung. Ich bin gefangen in einer Welt aus Schmerz und Pein, ohne die Fähigkeit zu denken oder zu reagieren. Bei Gott, bei diesem Qualen weiß man nicht, ob man leben oder doch lieber sterben will!

Ich fühle mich wie ein Trinkgefäß, das man immer mehr füllt. So, als würde eine ungeheure Kraft durch mich hindurch fahren und das Schlechte in mir durch das Gute ersetzen. Ein Satz aus "Cinderella" fällt mir ein, wie ich so hilflos ausharre: »Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.« Ungefähr das gleiche passiert jetzt in mir.

Ich ringe nach Luft, meine Finger krallen sich in die Decken, doch endlich! läßt der Schmerz nach und mein Geist klärt sich wieder. Geschafft! Erschöpft bleibe ich noch kurz liegen, dann springe ich auf und haste ins Bad. Keine Spuren am Hals, keine Reißzähne. Ich bin so erleichtert, daß mir die Knie zittern und ich setze mich erstmal auf den Rand der Badewanne, um mich zu beruhigen. Ich war kein Vampir, ich war immer noch ICH. Es würgt mich, ich spüre, wie Tränen in mir hochsteigen, energisch kämpfe ich sie herunter. Langsam stehe ich auf. Es gibt noch so viel zu tun für mich, ich habe keine Zeit mehr zu verlieren....

 
Ende

 
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