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24 Stunden

oder
24 Stunden aus dem Leben des Beobachtungssubjektes M.
oder
wie M. versuchte, sich aus dem Bann schädlicher schottischer Einflüsse zu befreien.

© by T'Pau ()

 

Die üblichen Disclaimers: M, DM und Dawson gehören mir nicht, leider, sondern DPP, aber der Rest, jawohl. Kein Kommerz, nur Fun.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Highlander-Sektion.
Acknowledgements: Dank an meine Betaleserinnen Steffi und Cora.
Diese Geschichte ist eine Antwort auf den HLQueer-Pfingst-Challenge 2001.

 

Tja, mein Tagebuch hat wieder alles abbekommen.

(Gott danke der Erfindung der nicht standortgebundenen Beobachtung von Beobachtungssubjekten - sprich der Selbstbeobachtung oder auch Tagebuch genannt- ihr dusseligen Beobachter ihr, ja ja, ohne selbige Selbstbeobachtung, die ich nun schon seit Beginn der schriftlichen Aufzeichnungen praktiziere wären meine Chroniken soviel spannungsärmer und langweiliger. Genau genommen, so langweilig wie alle Chroniken. Man sehe sich teilweise nur diesen Schreibstil der verschiedenen Beobachter des DM an, Dawson mal ausgenommen. Anmerkung M.)

 

 
14.05.2008, morgens früh, früher als ich sonst aufstehe:

 

Ich stand lässig an die Wand meines neuen Appartementes gelehnt. Endlich hatte ich mich entschlossen, meinem alten Heim den Todesstoß zu geben - ich habe gekündigt.

Es war in letzter Zeit eh niemand mehr zu Besuch gekommen. Nicht, daß ich mir das gewünscht hätte. Ich bin sowieso lieber ein Mensch ohne Bindungen. Genau. Also warum sollte ich dann nicht den Schlußstrich endgültig ziehen. Aber Paris wollte ich doch nicht aufgeben. Kein Problem, Paris ist groß und wenn ich mich fern hielt von Orten, an denen Mac üblicherweise auftauchte, brauchte ich mir keine Sorgen zu machen. Wir waren uns in letzter Zeit auch nicht über den Weg gelaufen, konnte ja nicht so schwierig sein, die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Kontaktes durch vorsichtiges Agieren gegen 0 tendieren zu lassen. Und dann würde ich diesen Mistkerl endlich auch aus meinem Schädel verbannen.

Jetzt mußte die Wohnung nur neu eingerichtet werden. Ich ließ mich in der Mitte des Raumes nieder und begann mit der Planung. Verdammt, jetzt konnte ich mich nicht mal entscheiden, in welchem Stil ich die Wohnung einrichten wollte. Bei meiner letzten Wohnung war das kein Problem gewesen. Ein kleines Zimmer. Da konnte man nicht viel falsch machen. Aber hier? 230 m2 Penthouse hoch über den Dächern von Paris, mit Blick auf die Seine. Genauergenommen, wenn ich ganz ehrlich war, konnte ich in der Ferne Mac's Boot sehen. Verdammt, schon wieder war der Schotte in meinen Überlegungen. Wo hatte ich nur meine Gedanken gehabt, als ich diese Wohnung kaufte? Gut, also würde ich den Blick auf das Boot verbauen müssen. Am besten mit einem begrünten Dachgarten mit besonders viel Grün in Blickrichtung auf das verdammte Boot.

Ein Klingeln an der Tür riß mich abrupt aus meinen trüben Gedanken. Wer zum Teufel störte meine Ruhe? Kein Buzz zu spüren, die Adresse kannte niemand aus meinem hoffentlich vergangenen Leben. Neugier trieb mich zur Tür, hinter der "Tante Groenhoff", mein Nachbar, zum Vorschein kam. Wie ich bereits gestern deutlich erfahren konnte, war mein Nachbar Leiter der örtlichen Schwulen-Selbsthilfegruppe und schien zudem noch einem ziemlich ausgiebiges Nachtleben - in seiner Wohnung - zu fröhnen. Gestrige Party stand unter dem Motto: Einem Pfadfinder in Ehren soll niemand den Sex verwehren. (Oh Grusel, daß Motto reimt sich nicht mal, war aber sehr effektiv)

 

 
13.05.2008, Party, am abend zuvor:

 

Laute Beats hatten nun seit Stunden meine Ohren gequält. An Schlaf war nicht zu denken. Wütend öffnete ich die Tür, um mich bei meinem Nachbarn zu beschweren - oder alternativ - bei der Party mitzumachen. Die Hoffnung auf Freibier als Entschädigung für meine strapazierten Nerven ließen mein Herz bereits auf dem Weg zur Tür höher schlagen. Bereits das Treiben auf dem Flur erhöhte meinen Pulsschlag. Zig Schwule als Pfandfinder verkleidet standen fröhlich im Treppenhaus. Nun "standen" war vielleicht nicht immer das richtige Wort. Verschiedene Pärchen hatten sich hier mehr oder weniger abgesondert und gaben sich ihrem ganz eigenen Spiel hin. Ich betrat die Wohnung meines Nachbarn. Der Lärm wurde entschieden lauter und meine Laune stieg unmerklich. Musik von Faith No More hämmerte aus jedem Lautsprecher, eindeutig eine meiner Lieblingsbands. Eine Hand legte sich schwer auf meine Schultern.

"Hey, Mann, wo ist Dein Kostüm. Ohne Kostüm, keine Party, ich war da doch ziemlich eindeutig, oder nicht?" Ich blickte in das Gesicht meines Nachbarn. Wenn man von diesem fürchterlichen Kostüm absah, ein ganz sympatischer junger Mann. Strahlende blaue Augen, ein voller, sinnlicher Mund der mich irgendwie an Duncan erinnerte - Mist - schickt dem Mann die Damoklesmotten in den Schlaf, daß er sich im Schlaf wälze und nicht wisse warum, zum Teufel. Mögen sie über ihm schweben und schwirren wie kleine Damoklesschwerter und ihn pisacken, pisacken, pisacken. Jawohl. Ich wandte mich innerlich wieder meinem Gegenüber zu. Sinnliche Lippen, genau wie Iolaus, der wunderschöne Geliebte des Herkules. Ja der Vergleich gefiel mir besser.

Ich zauberte mein allerunschuldigstes Lächeln auf mein Gesicht, gekrönt von einem unnachahmlichen Augenaufschlag. "Tja, hätte ich das früher gewußt. Adam Leroy, ganz zu ihrer Verfügung."

"Mein Gott, ich dachte sie ziehen später ein. Es sind doch noch gar keine Möbel gekommen. Oder habe ich mich da geirrt? Tut mir Leid, wenn wir sie mit unserem Lärm gestört haben."

"Würde mich nicht so sehr stören, wenn ich mitmachen könnte." Adam lächelte erneut.

"Nun, da könnte ich vielleicht aushelfen." Und mit einem Schubs wurde ich in Richtung des Schlafzimmers bugsiert. Für eine Weile verschwand Groenhoff in seinem überdimensional großen Kleiderschrank und zauberte dann ein Pfadfinderkostüm hervor.

"Wissen Sie, es ist eine Tatsache, daß die erste Pfadfindergruppe 1908 in Glasgow gegründet wurde, und zwar als eine Initiative von Sir Robert Baden-Powell, meinem Urgroßvater. Das mußte ich unbedingt als Anlaß für eine Party nehmen, verstehen sie?" Und dieser wunderschöne Knabe, äh Mann, hielt mir eine etwas zerschlissene Uniform hin. "Ist noch von meinem Urgroßvater, hat sicher schon bessere Zeiten gesehen. Aber er hatte ungefähr ihre Figur." Ich nickte und begann langsam mich auszuziehen. Mein Nachbar machte keine Anstalten, den Raum zu verlassen, und ich begann allmählich, seine Aufmerksamkeit zu genießen. Hier bot sich offensichtlich eine Möglichkeit meinem tristen Sexlife neue Impulse zu verleihen. Auf Duncan hatte ich lang genug gewartet. Und hier bot sich eine Möglichkeit. Hmmmmm. Als ich bereits in Boxershorts stand, machte Groenhoff eine Bewegung der Verunsicherung. Ich lächelte erneut. "Nun, wie sag' ich's dem Pfarrer?" und bewegte mich lasziv auf mein Opfer zu. (Jahrelanges Training muß doch zu irgendetwas Nutze sein, oder etwa nicht?) "Wieviele Ave Maria wird er wohl für so sündiges Verhalten fordern?"

"Pfarrer, wieso Pfarrer," ertönte es aus dem Nebenraum, und ein Fremder steckte den Kopf durch die Tür. "Mein Bruder, Pfarrer der örtlichen Gemeinde" stöhnte Groenhoff. Wie mir der Pfarrer später anvertraute,glaubte er seinen Augen nicht trauen zu können. Da stand sein Bruder mit einem völlig fremden Mann - mir! - mit völlig verklärtem Gesicht. Er hatte seinen Bruder nach dem Tode seines letzten Partners nicht mehr mit einem solchen Verzücken im Gesicht gesehen.

Mein Opfer stieß jetzt gutturale Laute hervor, die irgendwie an 'fuck off' erinnerten. "Das ist ja mystisch!" murmelte der Priester und verschwand diskret. Aber was heißt hier mystisch. Schließlich hatte ich gerade meine Hand um den Penis seines Bruders gelegt. Das mein Nachbar überhaupt noch zu verbalen Äußerungen im Stande war, das war allerdings mystisch. Ich glaube, ich bin aus der Übung. Daran mußte jetzt gearbeitet werden.

 

 
14.05.2008, morgens früh
 

Ein Schmunzeln erleuchtete mein Gesicht. Langsam streckte ich die Hand aus, legte sie um Groenhoffs Nacken und zog ihn auf mich zu.

"Was verschafft mir die Ehre, so früh am morgen?"

"Ich habe viel über Ihre Stimme nachgedacht!" murmelte Groenhoff. "So magisch. Nein, nein, Spaß beiseite. Ich habe mich gestern garnicht richtig vorgestellt", flüsterte der junge Mann, "Michael", und fuhr mit der Zunge Methos Innenarm entlang. "Ich dachte, ich könnte dir vielleicht ein wenig beim Einrichten helfen". Er senkte den Kopf, blickte dann aber wieder empor. "Nur wenn du magst. Ich war mal Sieger bei so einem Wettbewerb. Das war bei Feng Shui. Irgendwer ist da mal auf die Idee gekommen eine Weltmeisterschaft im Kampfdekorieren durchzuführen."

"Und du warst der Sieger."

"Hmm." Michaels Hand glitt über Methos' Hüften. "Den Sieg konnte ich leider nur kurz genießen. Mein Widersacher war so beleidigt, da hat er mit seiner bengalischen Zitter nach mir geworfen."

Ich schmunzelte. "Sieh da, ich wollte schon immer mal wissen, was eine bengalische Wurfzitter ist. Wo hat er denn getroffen?"

Michael berührte leicht seinen Hinterkopf. "Ist nichts zurückgeblieben."

"Bist du dir sicher? Laß mal sehen." Ich begann Michaels Haar zu küssen. "Hast du es ihm wenigstens ordentlich zurückgegeben? Hast du ihm einen Scheiterhaufen gebaut?"

"Natürlich nicht." Michael mußte unwillkürlich lachen. "Sonst noch Vorschläge?"

"Wie wäre es mit Elektroschockern?"

"Mit Elektroschockern, nein, natürlich nicht."

"Dann aber wenigstens die chinesische Kerzenfolter...?"

"Die... wie bitte?

"Na die chinesische Kerzenfolter. Das ist eine wahrlich interessante Möglichkeit andere in den Wahnsinn zu treiben." Ich begann meinen Körper langsam gegen den Körper meines Gegenüber zu reiben. "Hast du Lust auf ein kleines Experiment? So eine niedliche Kerzenfolter kann den Horizont ehrlich erweitern." Meine linke Hand glitt zwischen die Beine meines Gegenüber und ich zwickte ihn spielerisch in die Innenschenkel.

"Du kannst schon wieder? Gott, Du bist unersättlich." Gleichzeitig machten sich seine Finger an meinem Gürtel zu schaffen. Welch' herrliche Aussichten! "Dir kann geholfen werden." flüsterte Michael.

"Das will ich doch hoffen." Mit einem Ruck zerriß ich das Hemd meines Gegenüber. "Jetzt brauchen wir nur noch die passende Musik. Ich ließ Michael einfach mitten im Raum stehen, das Lächeln eines Raubtieres im Gesicht.

"Hier ist sie. Du glaubst garnicht, wie gut die paßt." Und Klänge von Dead Can Dance erfüllten das Penthouse.

 

 
14.05.2008, Stunden und Stunden und ... später

 

"Hast Du Lust, was zu essen?"

"Hmm, was denn?" Eindeutige Aufforderungen sollten sofort beantwortet werden, dachte ich und nahm in einem Zuge den Penis meines Partners in den Mund. Vorsichtig begann ich, das mittlerweile überempfindliche Organ mit der Zunge zu massieren.

"Nein, keine Flüssignahrung." Michael mußte lachen. "Du bist wirklich völlig unersättlich."

"Du hast keine Lust mehr auf mich?" Ich versuchte es mit Schmollen.

"Hör auf." Spielerisch schlug er mit der Hand auf mein Hinterteil. "Ich brauch' was zwischen die Zähne, so was wie ein Steak oder so. Ich könnte für uns kochen."

"OK, ok, ich hab verstanden. Geh' du und koch' und ich werde mich wieder der Einrichtung meiner Wohnung widmen. Oder soll ich dir helfen?"

"Nein, laß nur, ich mach' das schon." Michael schnappte sich die Reste seiner Kleidung und verschwand in Richtung seiner Wohnung.

Himmel, konnte das Leben nicht wunderbar sein? Ich streckte mich. Guter Sex und nun hoffentlich noch gutes Essen und vielleicht ein oder zwei Bier, was wollte man mehr? Dieses dauerhafte Warten auf diesen schottischen Hammel hatte mir schon viel zu viele Jahre ausgiebigen Spaßes geraubt. Dieses ewige Brüten. Das mußte ja irgendeinen Effekt auf mich gehabt haben. Negative Effekte auf die gute Laune, versteht sich. Allein dieses fruchtlose sinnieren über die Frage, welche Körperöffnung des Highlanders wie am besten zu stimulieren seien. Tagelang, wochenlang, monatelang. Halt, falsch. Jahrelang wäre zutreffender. Schluß mit den Trockenübungen.

Mit einem entschiedenen Ruck erhob ich mich und begab mich in die Dusche.

 

 
14.05.2008, abend, bei Groenhoff zu Gast
 

Ein herrlicher Duft zog sich durch die Wohnung.

"Steak", lächelte Michael, "ich hoffe es ist dir recht. Du hast vorhin gar nichts gesagt."

Ich glitt mit einer eleganten Bewegung hinter meinen Gastgeber, hauchte einen Kuß auf dessen Wange und erstarrte. An der Wand das Bild eines Mannes in den 50igern. Daneben eindeutig das Bild einer Dragqueen "Wer ist das?" "Mein Großvater und mein Vater. Mein Großvater war Priester, eine Berufung, die sich bis heute in unserer Familie fortsetzt. Du hast, glaub' ich, meinen Bruder auf der Party kurz kennengelernt. Hmm. Vielleicht waren wir aber auch zu beschäftigt. Also mein Bruder ist auch Priester. Ja und mein Vater und ich wir sind die schwarzen Schafe unserer Familie. Mein Vater war eine berühmte Dragqueen vergangenes Jahrhundert, so in den 70ern. Von ihm hab ich auch meinen Spitznamen geerbt, "Tante Groenhoff". Mein Großvater war schockiert und hat meinen Vater verbannt. Ich habe ihn nie kennengelernt."

"Das tut mir leid." Es tat mir umsomehr Leid, als ich besagte Dragqueen kannte. Zwar nicht sehr gut, aber ich hatte Lulu doch noch am Ende meiner Karriere als Entertainer kennengelernt. Als Frauenimitator war ich einsame Klasse. Jedenfalls war Lulu ein wundervoller Mann und ein unglaublich guter Liebhaber. Nur immer so traurig. Wenn dieser verdammte Priester geahnt hätte, was er seinem Sohn angetan hatte. Soviel zu christlicher Nächstenliebe.

Dann kam aber doch wieder mein Sinn für eher leibliche Genüsse durch. Was brachte es, über vergangenes endlos zu reminissieren? "Was ist mit dem Essen?" fragte ich.

"Essen, genau. Was möchtest Du trinken?" Energisch schob Michael mich in Richtung Eßtisch. Weißes Leinentuch, Kerzen, Blumendekor. Alles paßte wunderbar zusammen. Besonders die weißen Camelien in der Mitte des Tisches gaben dem Ganzen einen wundervoll romantischen Touch. Bier, wollte ich unwillkürlich sagen, überlegte es mir aber doch anders. Rotwein würde in jeder Hinsicht besser passen. Michael verschwand in der Küche und kam mit einem mit Kerzen dekorierten Servierwagen wieder. "Öffnest du schon mal den Rotwein?" Gedankenverloren widmete ich mich der Aufgabe. "Du auch?" "Natürlich nehme ich Rotwein." Wieso natürlich, dachte ich und wollte schon aus Trotz nach Bier verlangen. Nein, zum Teufel, alte Gewohnheiten sind aber auch schwer auszutreiben. Ein neues Leben, ein neues Leben ... und das bedeutet auch neue Gewohnheiten. Mal wieder Leben, wie es sich für einen so alten Mann wie mich gehört. Das Geld ausgeben, das man über die Jahrtausende angesammelt hat. Wozu hatte ich es. Für ein nächstes Leben? Genießen. Und dazu gehörten nunmal auch andere Getränke als nur immer Bier.

Genüßlich zerteilte ich das Rindersteak. Statt allerdings auf dem Gaumen zu zergehen, fühlte es sich eher ein wenig wie zähes Schuhleder an. Sehr zähes Schuhleder. Mist. Auch Michael hatte zwischenzeitlich die Entdeckung gemacht. Das kam davon, wenn man beim Kochen nicht aufpaßt und sich von mir ablenken läßt. Tränen stiegen in Michaels Augen. Die ganze Mühe, alles umsonst.

Ich nahm die Gefühlswallung meines Gegenübers schmerzhaft wahr. Als Michael wortlos das Steak abräumen wollte und dazu die Hand nach meinem Teller ausstreckte, schlossen sich meine Finger fest um dessen Handgelenk.

"Mit einem Schaf wäre das nicht passiert!" frotzelte ich, nur um festzustellen, daß mein Gegenüber schlagartig noch trauriger wurde. Schnell stand ich auf, umschloß Michaels Gesicht mit beiden Händen und küßte ihn leidenschaftlich. Nur noch die Unterlippe zwischen den Zähnen zischte ich "Lämmchen" und machte mich daran, erneut über Michaels Mund, Lippen, Gaumen, Zähne herzufallen. Irgendwas vergessen? Tonsillen, genau. Allerdings wollte Michael mich da nicht ranlassen und so stürzten wir über den Stuhl nach hinten ins schmerzhafte Nichts.

"Laß es mich wieder gut pusten." Meine Stimme war zu einem Raunen abgesunken. Ungeduldig machte ich mich über Michaels Hose und Shorts her. Stürmisch biß und knabberte ich mir meinen Weg von den Knien entlang der Innenseiten der Oberschenkel und um die Hoden herum. Vorsichtig nibbelte ich ein wenig an der empfindlichen Haut und rückte dann weiter nach unten vor, wo mich eine wahnsinnig erotische, leicht zuckende Öffnung erwartete. Mit der Nase stieß ich die Hoden nach oben um meinen Mund über der Öffnung zu plazieren. Erst jetzt bekam ich mit, was mein Partner die ganze Zeit vor sich hin quietschte. "Hey, was machst Du da unter den Kartoffeln, du Hengst!"

"Soll ich aufhören?" Ich pustete feuchtkalte Luft gegen die Unterseite besagter Kartoffeln. "Und überhaupt, was ist das für ein Ausdruck?" Jetzt hatte ich Michael endgültig beschämt. Ich sah nur noch, wie Michael rot wurde und versuchte sich aufzurichten. Blitzschnell küste ich die vor mir liegenden Hoden während ich gleichzeitig die Hüften meines Partners gegen den Boden drückte. "Bleib', ich hab's nicht so gemeint. Bitte?" Ganz langsam spürte ich, wie sich Michael wieder entspannte. "Hat dich hier noch niemand geküßt?" Gott, wie niedlich, dachte ich und arbeitete mich langsam wieder vor und setzte die nächsten Stunden alles daran, ihn das mißlungene Essen vergessen zu machen.

 
Ende

 
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