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Berührungen

© by Natascha/Norynia ()

 

Disclaimer: Tja, gute Frage, wem gehört was? Ich denke, es reicht, wenn ich hier sage, dass nichts mir gehört *bg* Dennoch: Archivierung nur mit Erlaubnis des Autors. Me, myself and I!
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)

 

Mir ist kalt. Das ist es immer, wenn ich wie so oft abends an der glatten, trostlosen Wand lehne und dem leisen Klackern der Tastatur lausche, das aus dem Türspalt dringt. Wenn du bis spät in die Nacht an deinen Geschichten schreibst und ich es nicht wage, dich zu stören. Ich weiß, du magst es nicht, und wenn ich mich doch still neben dich setze und dich beobachte, dann ignorierst du mich. Das ist kein schönes Gefühl, ignoriert zu werden. Also lasse ich dich lieber mit deiner Arbeit allein, wo es mich vorher noch so interessierte, ist es jetzt ein Teil von dir, den ich akzeptiere. Ein Teil von dir, den ich dir überlasse.

Ich bin so müde, ich friere. Versuche, die Augen geöffnet zu halten, bis die dunklen Schatten der Einrichtung um mich herum nicht einmal mehr als Umrisse zu erkennen sind. Noch unschärfer werden, als sie bei Dunkelheit sowieso schon sind. Es kommt nur ganz langsam, schleichend, aber ich spüre, wie mein Körper langsam in sich zusammensinkt, sich meiner Kontrolle entzieht. Heute war ein langer Tag gewesen, und ich sollte vielleicht wirklich schlafen gehen.

Mit einem leisen Seufzen stoße ich mich von der Wand ab, mir sicher, dass du es nicht gehört hast, denn das Klackern ist nicht langsamer geworden, geschweige denn verstummt. Ein kleines Lächeln umspielt meine Lippen, wenn ich daran denke, dass ich dich morgen wiedersehen werde. Wie jeden Morgen. Das ist ein schöner Gedanke, wirklich. Zu wissen, dass da jemand ist, den ich jeden Tag sehen kann. Der jeden Tag da ist. Zögernd setzte ich meinen müden Körper in Bewegung, Richtung Wohnzimmer, wo Couch, Decke und Kissen darauf warten, mich in das Land der Träume zu entführen. Vielleicht träume ich ja wieder von dir. Wer weiß. Ich träume gerne schöne Träume. Und wenn du darin vorkommst, könnten sie schöner kaum sein.

 

Immer noch das leise Klackern im Hinterkopf und deinen Anblick, wenn du konzentriert vor dem kleinen Bildschirm sitzt und dein Blick, ja sogar dein ganzer Geist in den Zeilen untergegangen zu sein scheint, die du schreibst, setzte ich mich auf den schwarzen Stoff der großen, weichen Couch. Ich könnte wohl stundenlang so dasitzen und nur an dich denken, zumindest solange, wie mein Körper mich lässt. Jetzt ist er, bin ich sehr müde. So sehr, dass das aufrechte Sitzen schon fast weh tut. Wieder entfleucht mir ein leiser Seufzer, als ich mich zur Seite fallen lasse und meine Decke hochziehe. Meinen Kopf auf das Kissen bette und meine Augen schließe, immer noch mit diesem Lächeln im Gesicht. Und obwohl ich so müde bin, döse ich im Moment nur, höre alles, was um mich ist, höre ich bald, wie du dein Arbeitszimmer verlässt und langsam die Tür schließt. Du bist heute Abend aber schnell zum Ende gekommen. Normalerweise schlafe ich dann schon, wenn auch du zu Bett gehst. Diesmal nicht. Ich bleibe still liegen und warte, horche auf jede deiner Bewegungen, doch das brauche ich gar nicht. Es ist, als könnte ich deine pure Anwesenheit, deine Präsenz einfach spüren, als du dich an den Türrahmen zum Wohnzimmer lehnst, und mich ansiehst. Ich spüre deinen Blick auf mir. Habe dich bildlich vor Augen. Doch ich rühre mich nicht. Will warten, was noch passiert, oder eben auch nicht.

Als ich schon fast denke, du würdest wieder kehrt machen, kommst du doch rein und setzt dich über meinen Kopf auf die Couch. Ob du weißt, dass ich noch wach bin? Ich weiß nicht, was ich mache oder wie ich aussehe, wenn ich schlafe, aber vielleicht ist es auch nur eine Art Instinkt, der dir sagt, dass ich dich beobachte, ohne dich anzusehen. Weiß, dass du hier bist.

Sanft hebst du meinen Kopf an und rückst näher, schiebst deine Beine und legst meinen Kopf in deinen Schoß. Streifst mir ein paar Strähnen aus dem Gesicht. Ich liebe es, wenn du so etwas tust. Wenn ich deine Hände spüre, die mich mit jeder ihrer Berührungen liebkosen, die Wärme spüre, die von ihnen ausgeht, von dir ausgeht.

Mein Yuki. Ich bin so stolz, das zu wissen. Dass du mein Lover bist, und ich der deine. Dass deine Zärtlichkeiten nur für mich sind, dass deine Liebe mir gehört. Ja, auch wenn du es mir noch nie gesagt hast und durch viele Worte und Gesten, die weh taten, versteckt hast. Ich bin mir sicher, dass du mich liebst. Hiro hat einmal gesagt, dass du es sonst wohl gar nicht mit mir aushalten würdest. Ich verstehe das nicht so recht. Ich bin doch recht umgänglich. Weiß gar nicht, was Hiro hat... Wenn man mich nicht mag oder liebt, kann man mich dann nicht ertragen?

Deine Hand streichelt über meine Wange, zeichnet mit den Fingerspitzen die Linien meiner Lippen nach. Ein wohliger Seufzer entfährt mir, als ich mich fester an dich kuschle und mich so deiner Hand weiter entgegenstrecke. Ich kann davon wohl nie genug bekommen und wünsche mir, dass du nie wieder damit aufhörst. Ich drehe mich auf den Bauch und lege meinen Arm um deine Hüfte, ziehe mich noch weiter zu dir heran. Auch du legst deinen anderen Arm um mich, kraulst mit deiner Hand meinen Nacken. Wäre ich eine Katze, würde ich jetzt anfangen zu schnurren. Und vielleicht tue ich das ja schon, ohne es wirklich wahrzunehmen. Weil ich mich so sehr auf dich konzentriere, dich so sehr genieße.

Ich höre den Stoff der Couch, wie er nachgibt. Er verrät mir, dass du dich nach hinten gelehnt hast. Also nicht vorhast bald wieder zu gehen. Diese Erkenntnis zaubert ein seliges, zufriedenes Lächeln auf meine Lippen. Du bleibst bei mir, Yuki, ja? Bitte, bleib' bei mir und geh nie wieder fort. Laß mich nicht in Sorge allein zurück. Ich bin für dich da, du kannst mir alles sagen. Wir gehören zusammen, das weiß ich, und so soll es immer sein. Kann mir etwas anderes schon gar nicht mehr vorstellen. Will es auch nicht.

Dein Atem wird flacher. Ob du einschläfst? Die Bewegungen deiner Hand werden langsamer, deine Umarmung schwer. Ich öffne die Augen und hebe den Kopf, sehe dich an. Du scheinst wirklich einzuschlafen. Du siehst so zufrieden aus. Glücklich. Ich mag es, dich so zu sehen. Ich richte mich auf und bleibe zuerst einfach nur sitzen, beobachte dich für eine Weile. Nehme deinen Anblick in vollen Zügen in mich auf, bevor ich deinen Körper von der Lehne weg schiebe und dich so in eine liegende Position bringe. Dann krabbel ich auf deine Höhe und schmiege mich an dich. Ich hatte schon fast ein wenig Angst, dich aufzuwecken, denn noch schläfst du nicht tief und fest. Aber du hast dich nicht gegen meine Handlung gewehrt. Das ist schön, sehr schön sogar. Ich lege meinen Kopf auf deine Brust, öffne dein Hemd und lasse meinen Arm darunter rutschen. Deine Haut ist so schön weich, und als ich ganz tief Luft hole und den angenehmen Duft deines Körpers rieche, schlinge ich meinen Arm um dich und schließe wieder die Augen.

Es wird nicht lange dauern, bis ich eingeschlafen bin, und ich bin gespannt, ob du morgen früh, wenn ich wieder aufwache, immer noch so bei mir liegen wirst. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Aber noch kann ich diesen Augenblick genießen, und das tue ich auch. Mit jeder Faser meines Seins. Mit meinem ganzen Körper und meinem ganzen Geist, und meiner ganzen Liebe, die nur die gehört, Yuki. Ich gehöre nur dir. Und daran kann nichts auf der Welt etwas ändern!

 
Ende

 
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