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Greifbare Erinnerung© by Bender, Franziska ()
Part 1
Deanna Troi schob genüßlich einen weiteren Löffel Schokoladencreme in den Mund. Natürlich, die Hüften, die Hüften - sie dachte daran, daß das Kleid beim Anziehen etwas eng gewesen war. Doch was sollte es? Sie verschob die fällige Diät wieder einmal und genoß dafür den zarten herbsüßen Schmelz der Creme auf der Zunge. Amüsiert registrierte sie die Gefühle ihres Begleiters - obwohl er verbindlich lächelte und mit einer blonden Frau in Admiralsuniform plauderte, konnte die Empathin Deanna sein brummiges Unbehagen nur zu deutlich erkennen. Troi blinzelte über seine Schulter hinweg zu dem breitschultrigen Bajoraner, der in rot-schwarzer Gala-Uniform wie ein überdimensionaler Schatten an ihrer beider Vorgesetzten klebte. Deanna erkannte in ihm daselbe Amüsement, durchsetzt mit ein wenig Mitleid. Sie mußte sich ein Grinsen verkneifen - schon am Vortag, als sie sich bei der Terminbesprechung über das Unbehagen des Commdores unterhalten hatten, hatte Sito ihn in Schutz genommen: "Der Commodore verabscheut dieses alljährliche Blabla und ich kann ihn verstehen. Fünfzig anderen Admirälen die Hand zu schütteln, einen Abend lang nur Small-Talk zu machen, die Damen zu betanzen und das Ganze auch noch in dieser widerlich-unbequemen Gala-Uniform - ich wüßte mir auch was besseres..." Troi hatte ihm widersprochen: "Ihr seht das zu negativ! Das alljährliche Admiralsbankett hat eine soziale Funktion! Man trifft in entspannter Umgebung Leute, mit denen man sich sonst nur dienstlich auseinandersetzen muß, man ißt und trinkt und tanzt miteinander, man kommt sich näher..." Basti hatte eine Augenbraue gehoben - eine perfekte Imitation der Mimik seines Chefs. Troi hatte gelacht: "Okay, Sie haben recht. Wahrscheinlich bekommt man eher von einem Vulkanier die Duz-Freundschaft angeboten als man auf einer solchen Veranstaltung unserem reservierten Commodore nahekommen kann. Aber ich habe dennoch vor, mich zu amüsieren. Ich darf endlich mal wieder ein richtig elegantes Kleid tragen, ich werde tanzen - und vielleicht schaffe ich es sogar, unserem Chef ein Lächeln abzuringen?" "Wenn Sie ihm wieder Komplimente über seine Tanzkünste machen wie letztes Jahr..." grinste Basti. "Ich muß mich nicht dazu verrenken." sagte Troi entschieden. "Picard war immer mein Lieblingstanzpartner. Er tanzt ausgesprochen gut. Vor allem..." Sie verstummte, Basti Sito beendete den Satz lachend: "... müssen Sie bei ihm nicht befürchten, daß er Ihnen dabei ein eindeutiges Angebot macht!" Troi nickte, dann sprach sie nachdenklich weiter: "Manchmal wünschte ich, er täte es. Nicht, daß er mir eines machen sollte... aber überhaupt..." Sie brütete einen Moment. "Ich wüßte zu gerne, was damals bei dieser archäologischen Expedition geschehen ist. Die scheint im Nachhinein der größte Flop zu sein, denn ich mir in meiner ganzen Berufslaufbahn geleistet habe." Sito zog fragend eine Augenbraue in die Höhe, Deanna strich sich eine Locke aus der Stirn und lehnte sich zurück: "Sie müßten sich doch auch daran erinnern! Sein Urlaub vor drei Jahren! Zuerst mußten wir ihn monatelang bearbeiten, damit er sich überhaupt einen Urlaub gönnt. Dann kam glücklicherweise die Einladung von Professor Sukat, ihn zu den Ausgrabungen auf Dworak III zu begleiten. Picard schwirrt ab, wir atmen auf. Sechs Wochen später bekamen wir einen strahlenden, lockeren Commodore zurück, der so erholt wie selten zuvor wirkte. Doch mit jedem Tag an Bord wurde seine Laune schlechter - erst spürte ich Sorge in ihm, dann Enttäuschung und am Ende Zorn. Er wollte nie darüber reden, aber für mich war immer klar, daß diese Gefühle einer Person galten. Der Commodore war verliebt, als er zurückkam. Er war voll Hoffnung und Freude, er war ganz eins mit sich und der Welt. Seit ich ihn kenne, habe ich bei ihm nie soviel Einigkeit in sich selbst erlebt - zum erstenmal hatte ich das Gefühl, daß er auch als Mann sehr mit sich einverstanden ist. Er strotzte nur so vor Selbstbewußtsein. Aber dann muß irgendetwas total schiefgegangen sein - und seitdem scheint er das Thema Frauen endgültig abgehakt zu haben."
Picard hatte sich im Ballsaal von der Admiralin gelöst, er steuerte nun, links und rechts grüßend durch die Menge. Troi und Sito folgtn ihm, Trois Blicke schweiften dabei durch den festlich dekorierten Saal des Hauptquartiers der Sternenflotte. Durch die geöffneten Glastüren drang frische Luft, ein Duft nach blühenden Blumen und der salzigen Herbheit der Küste draußen, sanfte Musik untermalte das Stimmengemurmel und Gelächter, im warmen Licht der vielen künstlichen Kerzen schimmerten die goldenen Litzen an den Galauniformen und der Schmuck der in festliches Zivil gekleideten Frauen. Picard hatte sich mittlerweile etwas entspannt. Er fand sich mehr und mehr in sein Schicksal, wieder einmal einen Abend nicht nach seinem Geschmack verbringen zu dürfen und hatte wohl beschlossen, das Beste daraus zu machen. Er übergab seinen leeren Teller einem Steward und wandte sich Troi zu: "Ich habe Ihnen noch gar nicht gesagt, daß Sie heute abend wieder einmal wundervoll aussehen, Deanna." Er bot ihr den Arm an, mit einer sanften Bewegung legte sie ihre Hand darauf. "Basti..." wandte er sich dem Bajoraner zu. "Wir können stolz darauf sein, die hübscheste aller anwesenden Frauen als Begleiterin zu haben!" Deanna genoß seinen Charme als ein Zeichen seiner Entspannung. Doch sie hatte nun, im Zentrum einer wahren Admiralsansammlung, den eigentlichen Gastgeber entdeckt. Großadmiral Kensai Yamagochi bemühte sich, in seiner glitzendern Unform väterlich-freundlich auf seine Untergebenen zu wirken, was ihm nur mangelhaft gelang. Seine scharfen, wie Obsidian blitzenden Augen, die jede Bewegung im Raum zu verfolgen schienen, straften den lächelnden Mund Lügen. Er hatte einen Arm besitzergreifend um die Taille seiner Begleiterin geschlungen. Sie war mindestens 30 Jahre jünger als, doch dafür einen Kopf größer und lächelte sanft auf ihn herunter. Deanna musterte sie mit einem raschen Blick von oben nach unten - kurzgeschnittene, dunkle Locken, sehr helle Haut, strahlend blaue Augen und ein sehr weiblicher Körper. Eine attraktive Frau, die sich ihrer Schönheit durchaus bewußt war. Sie war in ein stahlblaues Kleid gewandet, das die Schultern frei ließ und einen tiefen Einblick ins wohlgeformte Dekollete ermöglichte. Durch einen Seitenschlitz im schmalen Rock konnte man einen Blick auf ein langes, schlankes Bein erhaschen. Am Ausschnitt des Kleides glitzerten als einziger Schmuck drei Rangpins - zwei volle, ein halber, den Lieutenant Commander kennzeichnend. "Ich glaube, den Rang der attraktivsten Frau muß ich an die Begleiterin des Großadmirals abtreten!" konstatierte Deanna. Ein kleiner Neidstachel (die Hüften! Die Hüften - Yamagochis Freundin hatte durchaus weibliche Rundungen, doch konnte sie offensichtlich nicht über zuviel Hüfte klagen) pickste in ihr: "Ich möchte bloß wissen, wovon dieses Kleid zusammengehalten wird." "Wahrscheinlich von den Blicken sämtlicher Männer in diesem Raum!" antwortete Picard schnell. Sein Ton war eisig. Fast entsetzt schaute Deanna ihn an. Er hatte die Augenbrauen zusammen gezogen, zwei steile Falten hatten sich auf seiner Stirn gebildet. Deanna spürte ein Gefühlschaos in ihm toben: Zorn, der ihn die Fäuste ballen ließ, darunter etwas wie Eifersucht und - Lust! Deanna schluckte trocken. Picards Ausstrahlung war ihr über Jahre vertraut - normalerweise fand sie da einen starken Willen, kühle Logik, warmes, manchmal amüsiertes Interesse an seiner Umwelt und einen absolut disziplinierten Geist. Sie konnte sich nicht erinnern, daß in ihm je solche Verwirrung und Widersprüche zu spüren gewesen wäre. Denn da war noch mehr - eine kleine Freude, gleich neben Trauer; Zärtlichkeit neben Aggression, doch über allem der Zorn und das Begehren. Trois Augen und inneren Antennen richteten sich zu Basti Sito, in der Hoffnung, in seiner Ruhe selbst wieder etwas Beruhigung zu finden. Doch dem war nicht so - Sito war ebenfalls aufgewühlt. Verwirrung, Freude und Frustration kennzeichneten seine Stimmung, dazu ein gerüttelt Maß an Sorge, von der Troi nicht klar erkennen konnte, ob sie wie immer dem Commodore oder der Frau galten.
Kensai Yamagochi hatte mittlerweile das Trio von der Enterprise entdeckt. Energisch hob er die Hand, der Admiral, der ihm eben etwas erzählt hatte, verstummte konsterniert. "Entschuldigen Sie uns, meine Herren", sagte Yamagochi. "Darling, kommst du? Ich möchte dir Commodore Picard und sein Team vorstellen..." "Kensai..." setzte seine Begleiterin an, doch der Großadmiral steuerte schon sein Ziel an, sie vorwärts schiebend. Vor der kleinen Gruppe machte er Halt und strahlte Picard an wie ein stolzer Vater, der einen sehr gelungenen Sohn vorzuführen hat. "Max, darf ich dir Commodore Jean-Luc Picard und seinen Stab vorstellen?" Er reichte Picard die Hand und nickte Troi zu: "Das ist Commander Deanna Troi von Betazed, Councelor im Stab des Commodores. Und hier hast du seinen Stabschef, Lieutenant Commander Sito Basti von Bajor. Jean-Luc, Troi, Sito - das ist Lieutenant Commander Professor Doktor Maximiliane de Simon..." Er wollte noch etwas dazu setzen, doch Lieutenant Commander de Simon unterbrach ihn lächelnd: "Kensai - der Commodore und ich kennen uns bereits." Sie reichte Picard die Hand, die Handfläche nach unten gedreht, so daß ihm nichts anderes übrig blieb, als sich zum formellen Handkuß darüber zu beugen. "Ihr kennt euch? Woher?" wunderte sich Yamagochi. "Der Commodore und ich traffen uns bei den Ausgrabungen auf Dworak III." "Du hast mir nie davon erzählt!" Yamagochi klang irittiert. Ein kühles Lächeln von de Simon: "Es war nicht wichtig." Troi spürte, wie in ihrem Commodore noch mehr Zorn aufkochte. Einen winzigen Moment fürchtete sie, er würde Yamagochis Begleiterin angreifen, doch er beherrschte sich und sagte mit klirrendem Eis in der Stimme: "Es war nur eine Urlaubsbekanntschaft..."
Troi war neugierig genug - sie versuchte, die Gefühle der Frau zu lesen. Doch sie stieß auf ein undurchdringliches Schild. Maximiliane de Simon bediente sich gekonnt der vulkanischen Mentaldisziplinen, um Geist und Psyche vor der Empathin abzuschotten. Doch nun wanderte ihr Blick auf Sito und für eine Sekunde empfing Troi ein Gefühl von warmer Freundschaft und Scham. Doch sofort war die Abschirmung wieder perfekt, Maximiliane de Simon lächelte und streckte Sito die Hand hin: "Basti - wir haben uns lange nicht gesehen." "Zu lange, Max - über vier Jahre. Ich dachte schon, du wärest nicht mehr in der Flotte." Er drückte ihre Hand. "Du siehst: Man hat mich immer noch nicht rausgeworfen und ich bin, entgegen deinen Prophezeihungen, auch noch nicht vor einem Kriegsgericht gelandet." Der Großadmiral mischte sich ein: "Das würde ich auch nicht zulassen, mein Herz! Lieber würde ich dir eigenhändig den Hintern versohlen!" "Woran du sicher deinen Spaß hättest." kokettierte Maximiliane. Wieder befürchtete Troi, daß Picard gleich die Beherrschung verlieren würde. Doch glücklicherweise blieb ihr eine Fortsetzung der Szene erspart. Yamagochi hatte einen anderen Bekannten entdeckt, den er noch nicht begrüßt hatte. "Entschuldigen Sie uns - Max, ich will dir Admiral Häftel vorstellen, kommst du?" Gemeinsam verschwand das ungleiche Paare in der Menge, das Trio von der Enterprise in unbehaglichem Schweigen hinterlassend. Deanna spürte unter ihrer Hand, die immer noch auf dem Arm ihres Vorgesetzten lag, daß er sämtliche Muskeln angespannt hatte. Im Versuch, die Atmosphäre aufzulockern, sagte sie im Plauderton: "Eine interessante Frau mit einer bemerkenswerten Karriere - promoviert, habilitiert und schon Lieutenant Commander, dabei kann sie nicht viel älter als dreißig sein..." Basti sagte gedankenverloren: "Max ist sechs Jahre älter als ich. Sie müßte jetzt 35 sein." "Um so beachtlicher..." meinte Deanna. "Warum? Lieutenant Commander de Simon genießt offensichtlich allerhöchste Protektion." wandte Picard schmallippig ein. "Die Frage ist nur, ob sie die mit Leistungen in der Wissenschaft und im Dienst der Flotte verdient hat." "Sir!" Sitos Ton war ein einziges Aufbegehren. Deanna stoppte ihn mit einem Blick - es schien ihr nicht ratsam, den wütenden Picard zu reizen. Ruhig sagte sie: "Commodore - die Frau des Großadmirals ist erst vor einem halben Jahr gestorben. Die Habilitation und den Lieutenant Commander hat de Simon wohl nicht in dieser kurzen Zeit bekommen..." Picard schnitt ihr das Wort ab: "Die Tatsache, daß Madame Yamagochi erst seit einem halben Jahr tot ist, muß nicht bedeuten, daß Madame de Simon die Protektion des Großadmirals erst seit dieser Zeit hat. Es soll durchaus Frauen geben, für die der Familienstand eines Mannes nicht unbedingt eine Rolle spielt. Doch nun entschuldigen Sie mich bitte - ich brauche dringend frische Luft!" Bevor sie noch etwas sagen konnte, war er in Richtung Garten verschwunden.
Basti schaute ihm bedrückt hinterher. Mit zwei Schritten war er auch bei einer Tür und lehnte sich an eine Säule. Sein kräftiger Körper schien fast mit ihr zu verschmelzen und fast amüsiert konstatierte Troi, daß der Bajoraner sich wieder einmal um Unauffälligkeit bemühte. Er knetete mit zwei Fingern den Bajoranerspoiler auf seiner Nase. "Puh - Max scheint immer noch ihr altes Talent zu haben, sich Kommando-Offiziere zum Feind zu machen. Unser Chef scheint sie ja zu mögen wie Kopfschmerzen! Ich habe ihn noch nie so unfair erlebt. In ihm scheint sie einen wirklichen Feind zu haben." "Und in Yamagochi dafür einen wahren Freund." sagte Troi. "Hmm. Wobei ich mich wundere, daß gerade sie mit dem alten Haifisch zurecht kommt." Troi lehnte sich neben ihn an die Säule und sagte leise: "Er scheint sehr an ihr zu hängen -und er ist stolz auf sie." "Hmm" machte Basti noch einmal. "Trotzdem kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß sie seine Geliebte ist und unter seiner Protektion Karriere macht. So sehr kann sich ein Mensch nicht verändern." Er angelte zwei Gläser vom Tablett eines vorüberkommenden Stewards und reichte eines der Councelor. Nach einem tiefen Schluck sprach er weiter: "Max und ich waren zusammen auf der Academy in der Grund- und Flugausbildung. Ich war ein halbes Kind, sie hatte schon promoviert. Trotzdem haben wir uns angefreundet. Max war die unabhängigste, stolzeste Person, die ich je erlebt habe. Aber dabei war sie auch feinfühlig, warmherzig, liebenswert, eine treue Freundin und ein richtiger Kamerad, mit dem man sehr viel Spaß haben konnte." "Nach der Academy haben Sie sich aus den Augen verloren?" erkundigte sich Deanna. Sito schüttelte den Kopf. "Keineswegs. Wir waren danach zusammen auf der Suttner - Max als Exosoziologin, ich als Sicherheitsoffizier. Wir hatten auch noch Kontakt, als ich auf die Enterprise kam. Wir schrieben uns, wir traffen uns. Und dann, vor ungefähr drei Jahren, brach der Kontakt ab. Max antwortete nicht auf meine Briefe. Als ich vor ungefähr einem Jahr hier war, erkundigte ich mich, wo sie steckt und ich hörte, daß sie momentan an der Academy unterrichtet. Schon das fand ich irritierend - Max war zur Flotte gegangen, weil sie raus ins All wollte. Ich hätte mir nie vorstellen können, daß sie auf der Erde unterrichten würde! Naja, ich schickte ihr trotzdem eine Botschaft, aber sie hat wieder nicht geantwortet. Offensichtlich ist sie nicht scharf darauf, mich zu treffen." Er trank sein Glas aus. "Vielleicht hat sie ja doch ein Verhältnis mit Yamagochi und es wäre ihr peinlich, mir davon zu erzählen - blöd! Als ob ich mich je in ihre Privatangelegenheiten eingemischt hätte." Deanna schüttelte den Kopf: "Sito, ich glaube nicht, daß Commander de Simon die Beziehung zum Großadmiral peinlich ist. Ich habe eher das Gefühl, daß sie keinen Kontakt mit Ihnen wünscht, weil Sie Picards Stabschef und Freund sind. Sie ist die Frau, in die er sich auf Dworak III leidenschaftlich verliebt hat - so sehr, daß sie ihn heute noch total aus der Fassung bringt. Ich habe ihn noch nie so erlebt. Er ist völlig neben sich." "Ich habe es bemerkt - und Sie meinen, es hat wirklich mit Max zu tun?" "Ich bin sicher." "Und Max? Was empfindet sie für ihn?" Troi zuckte mit den Schultern: "Ich weiß es nicht. Ihre Freundin scheint zu den wenigen Menschen zu gehören, die sich total abschotten können." "Sie hat zwei Jahre auf Vulcan studiert." erinnerte sich Basti. "Aber sie erzählte mal, daß es sie sehr viel Konzentration kostet, die vulkanische Disziplin anzuwenden. Das sie es hier für nötig hält, könnte Ihre These, daß sie die Frau ist, mit der Picard eine Beziehung hatte, stützen." Er drückte sich von der Säule weg: "Wie auch immer - ich werde ein paar Takte mit ihr reden. Möglichst ohne Yamagochi daneben..." Troi lächelte: "Gute Idee. Und ich gehe unterdessen unseren Commodore suchen, bevor seine Abwesenheit zu sehr auffällt."
Basti schob sich vorsichtig durch die Menge und war froh, nur ein kleiner Lieutenant Commander zu sein, der wenig Beachtung fand. Er wollte jetzt mit niemanden höfliche Konversation betreiben müssen, seine Gedanken waren viel zu sehr mit Max und dem Commodore beschäftigt. Er hatte in den vergangenen Jahren immer wieder an sie gedacht, aber nie war ihm auch nur der Schatten eines Verdachts gekommen, daß es zwischen ihr und Jean-Luc Picard einen Zusammenhang geben könnte. Als Troi ihn erwähnt hatte, hatte er spontan gedacht: "Nie und nimmer! Die spontane, lockere Max und der ernste, würdige Picard? Eher kommen ein Bajoraner und eine Cardassianerin zusammen!" Doch dann hatte sich die Erinnerung an einen anderen Picard in seine Gedanken geschoben - sein herzliches, jungenhaftes Lachen, als er bei einer Reittour von einem jungen Pferd in den Matsch geworfen wurde. Er sah einen entspannten Picard vor sich, der zum Ende der morgendlichen Dienstbesprechung gutgelaunt witzelte. Und da war der Picard, der am Abend vor Sitos Hochzeit mit ihm einen langen Spaziergang gemacht hatte. Selten davor hatte Basti ihn so sehr als väterlichen Freund, voll von Herzlichkeit und Güte, empfunden. Zum erstenmal in den fünf Jahren, die er nun unter dem Commodore diente, dachte er über den Mann Jean-Luc Picard und über die Rolle, die Frauen in seinem Leben spielten, nach. Da war die Freundin: CMO Dr. Beverly Crusher. Als Sito auf die Enterprise gekommen war, hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, daß Crushers regelmäßigem Frühstückstreffen mit dem Commodore ein nächtliches Vorspiel vorausgehe. Doch seit fast drei Jahren war Crusher wieder verheiratet und Sito war sicher, daß ihre Freundschaft zu Picard nie mehr als eine Freundschaft gewesen war. Andere Frauen? Philipa LeVar fiel ihm ein, JAG-Officer im Alpha-Quadranten. Vor zwei Jahren hatte Sito sie bei einem Aufenthalt auf DS16 kennengelernt. Er hatte abends seine Frau Sanar in eines der Restaurants der Station ausgeführt und dabei Picard getroffen, der im Kerzenschein mit der attraktiven Juristin speiste. Sanar und Basti hatten ihm den netten Abend in charmanter Begleitung von Herzen gegönnt. Am nächsten Morgen war Basti sehr früh vom Com-Offizier auf der Brücke geweckt worden. "Commander, ich habe einen Anruf von Captain Pop'Kra für den Commodore..." "Dann verbinden Sie ihn mit dem Commodore!" hatte Basti gegähnt. "Der Commodore ist nicht an Bord. Wissen Sie, wo ich ihn erreichen kann?" Basti hatte eine Ahnung und sie veranlaßte ihn, das Gespräch selbst anzunehmen. Zwei Stunden später saß er Picard bei der Morgenbesprechung gegenüber. Wie immer, wenn sie unter sich waren, duzten sich die Männer. "Übrigens, Jean-Luc - du solltest dich nachher mit Captain Pop'Kra in Verbindung setzen. Er wollte dich schon sehr früh heute morgen sprechen, aber du warst nicht an Bord." "Hmmm!" machte der Commodore und lächelte unwillkürlich dabei. Basti konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und nahm dafür ein gutgelauntes Lachen in Empfang. Mehr hatte es nicht gebraucht. Weder Basti Sito noch Jean-Luc Picard wären je in Versuchung geraten, ihre Freundschaft zur Männerkumpanei verkommen zu lassen. Und so war dieses Erlebnis das einzige, das Basti einfiel, als er über das Verhältnis seines Chefs zu Frauen nachdachte. War Max der Grund für die Zurückhaltung und das Zölibat, das Picard sich offensichtlich selbst auferlegt hatte? Sein Zorn, seine schroffe Reaktion - Basti vermutete tiefe Verletztheit dahinter. Doch wie und warum? Jahrelang hätte Basti seine Hand dafür ins Feuer gelegt, daß Max nie jemanden absichtlich verletzen würde. Doch nun hatte sie ja auch ihn verletzt, als sie ohne eine Erklärung einfach den Kontakt zu ihm abgebrochen hatte. Es mußte einen Grund für ihr Verhalten geben - und Basti Sito war fest entschlossen, ihn herauszufinden.
So näherte er sich der Gruppe, in der sie nun, glücklicherweise ein Stück vom Großadmiral entfernt, stand. Vorsichtig tippte er ihr von hinten mit dem Finger auf die nackte Schulter und flüsterte: "Max - ich muß mit dir reden!" "Es paßt nicht! Nicht heute." flüsterte sie zurück. "Es muß sein!" insistierte Basti. "Hier und jetzt. Wenn du auch nur noch für ein Zehntelsgramm Latinum meine Freundin bist, sehe ich dich in 15 Minuten an der japanischen Brücke im Garten!" Bevor sie antworten konnte, tauchte er in der Menge unter.
Deanna Troi war durch die Tür in den Garten hinausgeschlüpft. Nur ein paar unter den Bäumen angebrachte Fackeln erhellten den Park. Doch sie spürte Picards Präsenz - die Essenz seiner Persönlichkeit, ihr in den Jahren lieb und vertraut geworden, doch immer noch überlagert von heftigen Emotionen. Sie konnte mitempfinden, wie er um Beherrschung rang, wie Enttäuschung und Trauer in seine Wut einfloßen. Konzentriert folgte sie der Ausstrahlung, ging den Weg hinunter, am Rosenbeet bog sie ab und schritt über die kleine japanische Brücke. Sie fand ihn schließlich an der kleinen Mauer, die den Garten vom Strand trennte. Er hatte ihren leisen Schritt auf dem begrasten Weg nicht gehört. Erst als sie ihn sanft ansprach, straffte er die Schultern und richtete sich zu voller Höhe auf. "Sind Sie in Ordnung, Commodore?" Er rang sich ein Lächeln ab: "Aber selbstverständlich, Deanna. Sie müssen sich keine Sorgen machen. Mir war nur einen Moment zu warm." Tatsächlich hatte er den hohen Kragen der Uniform offen und drückte ihn nun wieder in den Verschluß. "Für Sie in Ihrem leichten Kleid ist es hier zu kühl. Sie werden sich erkälten. Lassen Sie uns zurückgehen..." Er faßte nach ihrem Arm und machte einen Schritt in Richtung des Gebäudes. Deanna hielt ihn zurück. "Jean-Luc..." Sie sprach ihn nicht oft mit dem Vornamen an, doch nun tat sie es wohlüberlegt, um ihm ihre Freundschaft anzubieten. "In all den Jahren mit mir sollten Sie gelernt haben, daß ich durchaus fähig bin, Ihre diplomatischen Ablenkungsmanöver zu durchschauen. Außerdem hatte ich gehofft, daß Sie gelernt haben, nicht mehr alles alleine tragen zu wollen." Er nahm ihren Ton auf: "Deanna - in all' den Jahren mit mir sollten Sie gelernt haben, daß ich es nicht sonderlich goutiere, wenn Sie mich therapieren wollen." "Ich will Sie nicht therapieren, Jean-Luc!" wehrte sie ab. "Aber ich spüre, wie aufgewühlt Sie sind. Wir sollten darüber reden!" "Dienstliche Anweisung des Councelors?" "Nein - privates Angebot einer alten Freundin, der eine Menge an Ihnen liegt und die Sie ungern leiden sieht." Er atmete tief durch. "Entschuldigen Sie, Deanna. Ich war gerade nicht sehr freundlich. Sie haben recht. Ich bin aufgewühlt." "Commander de Simon..." sagte sie, nachdem sie beide einen Moment geschwiegen hatten. Jean-Luc quälte sich ein Lächeln ab: "War wohl nicht zu übersehen?" "Für einen Empathen war es nicht zu überfühlen! Was ist damals nach der Dworak-Ausgrabung geschehen?" Picard trat wieder zur Mauer, stellte ein Bein darauf und schaute in die dunkle Bucht hinaus. "Nichts - das war es ja." Deanna wartete geduldig, bis er nach einigen Sekunden weitersprach. "Ich habe Max bei der Ausgrabung kennengelernt und mit ihr passierte mir etwas, was ich nie erlebt und nie für möglich gehalten habe: Ich sah sie und ich verliebte mich..." Er zögerte wieder, dann lachte er bitter auf: "Besser gesagt: Ich war verrückt nach ihr. Sie war wie ein Frontalangriff auf meine Sinne. Damals glaubte ich, daß es ein Coup de foudre sei, der auf Gegenseitigkeit beruhe, denn schon am ersten Abend wurde sie meine Geliebte. Wir hatten einen Spaziergang gemacht, in einem kleinen Wäldchen küßte ich sie - und fünf Minuten später wälzten wir uns am Boden. Sie war die leidenschaftlichste Frau, die ich je erlebt habe und ich konnte nicht genug von ihr bekommen." Er atmete noch einmal tief durch. "In den nächsten Tagen arbeiten wir miteinander und ich redete mir immer mehr ein, daß es mehr als Leidenschaft ist, daß ich mit ihr die Frau meiner Träume gefunden habe - einen wundervollen Kameraden mit Humor und Herz, eine Partnerin, die ihren Intellekt mit dem meinen maß. Ich war so verrückt nach ihr, daß ich schon nach einer Woche beschloß, ihr einen Heiratsantrag zu machen." Er verstummte, nach einer Weile fragte Deanna vorsichtig: "Sie hat abgelehnt?" "Nein. Ich habe sie nicht gefragt. Ich wollte es nicht auf Dworak tun, sondern auf der Enterprise. Wir hatten ausgemacht, daß ich Sie als Wissenschaftsoffizier anfordere. Ich tat es noch an dem Tag, an dem ich auf die Enterprise zurückkam. Eine Woche später bekam ich die Antwort von der Personalabteilung, daß sie nicht zur Verfügung stehe. Sie habe sich für ein Jahr an ihre Heimatuniversität beurlauben lassen. Ein paar Wochen später hörte ich, daß sie schon ein paar Stunden, nachdem wir uns auf DS8 getrennt haben, in 'inniger Umarmung' mit Admiral Daniels gesehen wurde, mit dem sie dann in ihrem Quartier verschwand. Sie hat nicht nur mir sehr schnell und großzügig ihre Gunst gewährt." Er straffte wieder die Schultern und drehte sich dem Gebäude zu: "Wir sollten zurück gehen - wahrscheinlich werden wir schon vermißt." Er nahm Deannas Arm und schlug den Weg unter den Bäumen ein. Sie spürte nun Trauer und Frustration in ihm. Auf der japanischen Brücke hielt er noch einmal an: "Sie haben mir einmal geraten, mehr zu meinen Gefühlen zu stehen. Einmal tat ich es - bei Max. Sie sehen, was dabei herausgekommen ist: Ich verliebte mich und erwischte dabei eine Frau mit der Moral einer streunenden Katze. Max ist nicht mehr und nicht weniger als ein Flittchen."
Max de Simon war es im Saal entschieden zu warm geworden. Sie hatte sich beim Großadmiral entschuldigt und war in den Park hinausgegangen. Noch redete sie sich selbst ein, daß sie Basti nicht treffen wollte. Doch auf der anderen Seite - es hatte so gut getan, den alten Freund wieder zu sehen. Sie hatte ihn vermißt. Doch da war kein Weg zurück. Sie tadelte sich selbst. "Verdammt, Max - hättest du dir nicht denken können, daß du ihn und Picard hier triffst? Du hättest Kensais Wunsch, ihn zu begleiten, nicht einfach nachgeben sollen." Kurz vor der japanischen Brücke sah sie das Paar aus dem hinteren Bereich des Gartens auf sich zukommen. Sie erkannte Picards Silhouette in der Dunkelheit und wich mit einem raschen Schritt in den Schatten des nächsten Baumes aus. Sie wollte ihm nicht gegenübertreten, nicht jetzt, nicht hier. Doch dann hörte sie seine Stimme - ein sanfter Wind trug ihr Wortfetzen zu: "...eine Frau mit der Moral einer streunenden Katze... nicht mehr und nicht weniger als ein Flittchen." Blut schoß ihr in die Wangen, sie ballte die Fäuste. Schon als er ihr vor einer Stunde gegenübergestanden hatte, hatte sie sich nur zu gut an den ersten Abend mit ihm erinnert. Sein muskulöser Körper, der sich an den ihren preßte, seine kräftigen Hände, die über ihre Schultern zu ihrer Brust strichen und dort liegenblieben, Finger, die mit ihren sensiblen Nippeln spielten, gefolgt von seinem Mund - oh, doch, sie erinnerte sich nur zu gut. Sie erinnerte sich an zärtliche und wilde Momente, an seine heisere Stimme, wenn er erregt war, an das Lächeln, mit der in ihrem Arm, ermüdet von der Liebe, eingeschlafen war. Er war nun vorbeigegangen, mit Troi zurück in den Saal. Max schlang fröstelnd die Arme um ihren Körper und flüsterte in die Dunkelheit: "Mistkerl!"
"Max? Maximiliane? Bist du hier?" Bastis Stimme klang an ihr Ohr. Max atmete tief durch und trat auf die Brücke. "Hier bin ich. Was willst du?" Sie war froh, daß die Dunkelheit ihr Gesicht verbarg. Er sollte nicht sehen, wie schwer es ihr fiel, gerade ihm gegenüber kühl zu bleiben. "Verdammt - warum muß er gerade unter Picard dienen?" dachte sie. "Alles wäre leichter, wenn er nichts mit ihm zu tun hätte." Sie nahm die Schultern zurück und stützte die Hände hinter ihrem Rücken auf das Brückengeländer. Basti lehnte neben ihr. "Max - was ist mir dir los? Warum hast du nie mehr auf meine Nachrichten reagiert? Warum bist du so abweisend? Wir waren doch mal Freunde und du warst für mich wie eine Schwester. Verdammt - du fehlst mir! Was ist denn geschehen? Hat es was mit Picard zu tun?" "Du stellst viele Fragen..." antwortete sie. Ihr Ton klang bemüht neutral. "Wahrscheinlich wirst du mir verübeln, daß du keine Antworten bekommst. Am besten, du hältst dich einfach raus." Er schüttelte den Kopf: "Ich kann mich nicht raushalten. Ich bin in Sorge um dich und um Picard. Ich mag Jean-Luc. Er ist nicht nur mein Chef, er ist mein Freund. Du hast ihn verletzt. Ich weiß nicht, warum. Es ist auch nicht deine Art. Ich kann mir nur vorstellen, daß er dich ebenfalls verletzt hat, aber ich bin sicher, er hat's nicht absichtlich getan..." Max biß die Zähne zusammen und fiel ihm ins Wort: "Laß uns nicht über deinen wundervollen Chef und Freund, diesen Offizier und Gentleman, reden!" "Du hast recht. Wir sollten nicht über ihn reden. Du solltest mit ihm reden." "Ach, sollte ich? Unterhält sich der Ausbund an Tugend, das Vorbild aller Kadetten an der Academy, das Denkmal der Integrität, die Säule der Weisheit, mit einer Frau, die die Moral einer streunenden Katze hat? Mit einem Flittchen?" "Max!" Sito wurde lauter. "Wer sagt denn sowas?" "Dein Commodore. Eben, vor ein paar Minuten." Sie schob sich von der Brüstung weg und trat einen Schritt von ihm weg: "Vergiß es, Basti. Es ist sinnlos, darüber zu reden. Ich weiß nicht, warum ich überhaupt gekommen bin. Aber ich weiß, daß ich jetzt gehen werde. Yamagochi wird sonst ungeduldig." "Lebst du mit ihm?" rutschte Basti heraus. Max drehte sich auf dem Absatz um und schaute ihn an. "Ja. Und ich bin stolz darauf. Im Gegensatz zu gewissen anderen Herren in der Admiralität hat er nie von sich behauptet, ein Gentleman zu sein. Aber dafür ist er einer. Und er hat Herz - im Gegensatz zu gewissen anderen Herren in der Admiralität." Bevor Basti noch etwas sagen konnte, war sie im Dunkeln verschwunden.
"Entschuldigen Sie..." Max trat zu der Gruppe, mit der sich Yamagochi unterhielt und legte ihm die Hand auf die Schulter. "Darf ich Ihnen den Großadmiral entführen? Er hat mir nämlich einen Tanz versprochen!" Sie lächelte in die Runde und in Yamagochis dunkle Augen. Sein schmaler Mund entspannte sich, er nickte seinen Gesprächspartnern zu. "Wer könnte einer solchen Aufforderung widerstehen?" Er reichte Max den Arm und gemeinsam gingen sie zur Tanzfläche. Yamagochi lächelte Bekannte an, nebenbei fragte er leise: "Max, was ist los?" "Nichts, Kensai - jedenfalls nichts, worüber du mich nicht trösten könntest, wenn du mich jetzt einfach fest in den Arm nimmst." Sie waren auf der Tanzfläche angekommen, er legte die Arme um sie und sie schmiegte den Kopf an seine Schulter. Yamagochi strich über ihren Nacken. "Darling, man wird denken, daß du meine Geliebte bist." "Stört es dich?" "Nein." kicherte er. "Im Gegenteil. Ich bin eitel genug, es als Ehre zu betrachten, wenn man mir eine so schöne, junge Freundin zutraut. Aber trotzdem solltest du mir etwas verraten - hast du eine Affäre mit Picard gehabt?" Sie zögerte einen Moment, dann hob sie den Kopf und schaute in seine Augen. "Ja." sagte sie fest. "Dann ist er...?" Max nickte. "Verdammt - auf jeden wäre ich gekommen, aber nicht auf ihn. Weiß er davon?" Sie schüttelte den Kopf. "Und er wird es auch nicht erfahren, Kensai! Ich würde es dir nie verzeihen, wenn du es ihm sagen würdest." Er drehte sie im Takt der Musik und sagte leise, aber energisch: "Ich würde nie etwas gegen deinen Willen tun. Es ist dein Leben. Aber ich finde es nicht in Ordnung, daß du es ihm verschweigst. Du solltest wrklich mit ihm reden." Noch einmal schüttelte sie den Kopf. "Nein. Aber wir sollten das nicht hier diskutieren." "Du hast recht." lächelte Yamagochi und drehte sie noch einmal schwungvoll. Dabei registrierte er einen am Rand der Tanzfläche stehenden Mann in der Uniform eines Konteradmirals. "Ich glaube, Admiral Daniels ist schon ganz scharf auf einen Tanz mit dir. Er ist dein treuester Verehrer." "Ist er nicht. Er ist ein treuer Freund." "Schade. Ich würde mich freuen, wenn du dich noch mehr mit ihm anfreunden würdest." Max lächelte: "Willst du mich loswerden?" "Keineswegs. Aber ich möchte, daß du glücklich bist. Und Daniels ist ein guter Mann." Max zielte einen schnellen Kuß auf seine Nasenspitze. "Du bist lieb, Kensai. Solange ich dich habe, brauche ich keinen anderen Mann." Trotzdem winkte er Daniels zu, der nur auf die Gelegenheit gewartet hatte und Max aus seinem Arm übernahm. Die Kapelle war inzwischen zu einem schwungvollen Rock'n roll übergegangen. Daniels faßte nach Max Hand, gemeinsam legten sie los. Max entspannte sich zunehmend, das Tanzen machte ihr Freude und bald lachte sie fröhlich.
Picard stand am Rand der Tanzfläche und beobachtete das Paar. Er hatte gesehen, wie sie mit Yamagochi tanzte und ihn küßte, nun lachte sie mit Daniels. Er wollte sich umdrehen und gehen, doch er blieb wie angenagelt stehen. Immer noch faszinierte sie ihn wie keine andere Frau. Ihre fließenden Bewegungen, anmutig und ungeheuer sinnlich, der weibliche Körper, das Lachen, die Augen... die Faszination machte ihn zornig. Sie trieb ihn dazu, auf die Tanzfläche zu marschieren und neben Daniels zu treten. "Darf ich Ihnen Ihre Dame ausspannen, Admiral?" Daniels Augen flitzten zwischen Picard und Max hin und her, er spürte die Spannung und atmete tief durch. "Das müssen Sie die Dame selbst fragen." Picard deutete eine Verbeugung an: "Commander de Simon - darf ich bitten?" Max lächelte, aber ihre blauen Augen sprühten Funken. "Es ist mir eine Ehre, Commodore Picard." Hohn triefte in ihrer Stimme, sie löste sich aus Daniels Arm und legte Picard eine schmale Hand auf die Schulter. Die Musik setzte wieder ein, nun ertönte ein langsamer Walzer. Picard legte den Arm um sie und willig ließ sie sich führen, doch er bemerkte, wie sie sich bemühte, Abstand zu ihm zu halten. Mit einer harten, fast groben Bewegung zog er sie näher an sich. "Seit wann bist du so zurückhaltend?" fauchte er zwischen zusammengebissenen Zähnen. Sie antwortete nicht, doch er spürte, wie ihr Körper in seinem Arm nachgiebiger wurde. Ihre Brüste drückten gegen ihn und er hatte das Gefühl, ihre Hitze durch den Stoff seiner Uniform spüren zu können. Und da war ihr Duft: Er hatte ihn nie vergessen, diese besondere Mischung Vanille, etwas ganz frischem und etwas ganz reinem und doch so weiblich. Er erinnerte sich nur zu gut, wie er die Nase in ihr Haar gegraben hatte, um mehr von diesem Duft aufzunehmen, wie er an ihrem Hals entlang mit dem Mund zu ihren Brüsten gewandert war, den Geruch in sich aufsaugend. Ihre seidigweiche helle Haut - wie Alabaster, jede Ader darunter war sichtbar. Der Kontrast dieser Haut zu den Brustwarzen, in Erregung zwei harte, schokoladenbraune Knöpfe - er meinte, noch immer auf den Lippen zu spüren, wie sie sich anfühlten. Der Geschmack ihrer Erregung - salzig-herb, wie eine polierte kleine Murmel ihre Klitoris unter seiner Zunge, ihr kehliges Stöhnen, wenn er darüber leckte, das Aufbäumen ihres ganzen Körpers, wenn er zusätzlich zwei Finger in sie geschoben hatte, sie sanft und rhythmisch streichelnd... oh ja, er erinnerte sich. Trotz ihrer Leidenschaftlichkeit war es nicht einfach gewesen, sie zu einem Höhepunkt zu bringen. Sie war anspruchsvoll und wußte genau, was sie wollte. Er erinnerte sich, wie sie ihm ihren Rhythmus beigebracht hatte: Lange, tiefe Stöße zu Anfang und dann, wenn sie kurz vor dem Gipfel war, schnell und heftig, bis sie unter ihm schrei und die Finger in seinen Rücken krallte, bis der ganze Körper zuckende Erregung war und er sich nicht mehr zurückhalten konnte und sich in sie verströmte. Einmal hatte sie auf ihm gesessen und hatte ihm befohlen, ganz still zu halten. Sie hatte nur mit dem Becken gekreist, doch da war der Druck ihres Hinterns an seinen Hoden und das Spiel ihrer Muskeln an seinem steinharten Penis. Immer, wenn er gedacht hatte, die Erregung nicht mehr aushalten zu können, hatte sie gebremst. Das erstemal sank sie auf ihn und küßte ihn: "Durchhalten, Liebster - ich will noch nicht, daß du kommst." Tatsächlich hatte er neue Kräfte geschöpft, doch nicht für lange, dann meinte er wieder, es nun keine Sekunde länger aushalten zu können. Doch wieder hatte sie ihn gebremst und noch eine Weile mit ihm gespielt. Er war in Schweiß gebadet und meinte, in seinem Leben noch nie so erregt gewesen zu sein. Endlich hatte sie genug von dem Spiel und begann, ihn hart und fordernd zu reiten. Ihr Becken stieß auf ihn nieder, er wölbte sich ihr entgegen, bis sie mit einem Aufschrei über ihm zusammenbrach und er seine Erlösung fand. Er war kein Anfänger gewesen, als er mit ihr zusammen kam. Dennoch fühlte er sich oft wie beim erstenmal, denn nie zuvor hatte er so intensiv empfunden. Und nie zuvor, nicht einmal in seinen verrücktesten Jugendjahren, hatte er eine Frau so begehrt. Er erinnerte sich an einen Nachmittag. Er hatte im Zelt Fundstücke katalogisiert und mit Professor Sutak gesprochen, Max war unterdessen draußen bei der Ausgrabung. Die Glocke verkündete Teepause, alle kamen ins Lager zurück, nur Max, vertieft in ihre Arbeit, schien sie nicht gehört zu haben. Er ging sie suchen und fand sie in einer kleinen Kuhle, in der sie sorgfältig einen Tonscherben freipräparierte. Sie kniete, das stramme Hinterteil in einer knappen Short ragte ihm entgegen, das Shirt war hochgerutscht und ließ ihren nackten Rücken sehen. Obwohl er sie morgens und in der Nacht davor ausführlich geliebt hatte, spürte er das Blut in seinen Lenden kochen. Er hatte sie noch nicht einmal angefaßt, dennoch stand sein Penis schon hart und steif und sprengte fast den Verschluß seiner Shorts. Er trat hinter sie und zog sie auf die Beine, seine Hände fanden ihre Brüste und kneteten sie, er drückte seine Erektion an ihren Hintern und küßte ihren Nacken. Sie lachte. "Du bist wirklich unersättlich, Jean-Luc!" "Ja, ich bin verrückt nach dir." Sie drehte sich in seinen Armen und schaute ihn an, dann löste sie sich und sagte nur: "Komm!" Sie zog ihn an der Hand zu einem kleinen Wäldchen unweit der Ausgrabungsstätte. Hinter einem dichten Gebüsch blieb sie stehen, zog das Shirt über den Kopf und warf es über einen Busch, dann öffnete sie die Shorts. Sie war nackt darunter. Fast atemlos schaute er auf ihr dunkles Schamhaar und sah, wie sie die Hose rutschen ließ, mit einem Schritt heraustrat und sie auf den Busch zum Shirt kickte. Dann drehte sie ihm den Rücken zu und lehnte sich breitbeinig, mit einer Hand gegen den Stamm gestützt, an einen Baum. "Fick mich, Jean-Luc. Ich will, daß du ihn mir reinschiebst - hier und jetzt!" Er hätte keine Aufforderung mehr gebraucht. Er nestelte schon am Verschluß seiner Hose und befreite seinen Schaft, dann trat er hinter sie. Sie faßte mit der freien Hand zwischen ihre Beine und führte den Penis an ihre triefnasse Pforte. Mit einem Stoß war er in ihr. Es war sensationell. Er verharrte einen Moment, sie stöhnte: "Fick mich, bitte!" Ihre Hand spielte mit ihrer Lustperle, er faßte nach ihren Hüften und begann, hart und tief in sie zu stoßen. Schon nach drei Stößen ging ihr Atem ruckweise, Schweiß strömte über ihren Körper und mischte sich mit dem seinen, Wellen der Lust durchfluteten sie. Ihre Hand drückte noch einmal gegen ihre Klitoris. Er konnte sich nicht mehr zurückhalten. Als er in ihr explodierte, fand auch sie ihren Höhepunkt.
Die Erinnerung an diese Szene und ihre Nähe erregte ihn. Er haßte seinen Körper für diese Reaktion. Er versuchte, es sie nicht merken zu lassen und lockerte seinen Griff. Ein wenig mehr Abstand... doch nun ließ sie es nicht zu. Sie schob das Becken etwas nach vorne, ihr Venushügel berührte seinen halbsteifen Penis und rieb sich daran. Er hielt die Luft an - und verfluchte die Wirkung, die sie immer noch auf ihn hatte. Warum hatte er sich nur darauf eingelassen, ihr so nahezukommen? Er hätte es wissen müssen! Immer, wenn er an sie gedacht hatte, hatte ihn neben der Wut Erregung überflutet. Nun schlang sie auch noch den Arm um seinen Hals und kraulte seinen Nacken, während sie sich an ihn preßte und ihr Bein zwischen seine schob.
Ihr Mund näherte sich seinem Ohr. Er wollte sich wehren, sie loslassen und fliehen, doch er war wie hypnotisiert. "Jean-Luc - warum stellst du dich an, wie wenn ich dein schlimmster Feind wäre? Haßt du mich so sehr?" flüsterte sie. "Ich haße die Wirkung, die du auf mich hast." knirschte er zwischen zusammengebissenen Zähnen. "Ich haße es, daß du mich vergessen machst, wer und was ich bin..." "Ich lasse dich nur den Commodore vergessen, dafür erinnere ich dich an den Mann unter der Uniform - einen leidenschaftlichen Mann, einen starken, wilden Liebhaber voll von Phantasie und Einfühlungsvermögen..." Ihre Stimme lockte an seinem Ohr und er meinte, endlich verstehen zu können, wie die Seefahrer der Antike sich gefühlt hatten, wenn sie die Gesänge der Sirenen hörten. Er atmete tief durch und meinte, einen Rest seiner Beherrschung wiedergefunden zu haben. "Hast du vor, mit sämtlichen Männern in der Starfleet-Admiralität zu schlafen?" fragte er zynisch. "Nein. Der große Teil interessiert mich nicht. Aber du interessierst mich immer noch. Und wir wissen beide, daß du mich am liebsten in den Park zerren und über mich herfallen würdest." Sie drückte wieder das Bein gegen ihn. Mittlerweile war seine Erektion zur vollen Stärke angewachsen, fast schmerzhaft staute sich das Blut in seinem Penis. Er spürte, wie ein Tropfen Gleitflüssigkeit austrat. "Du möchtest mit mir bumsen. Du bist scharf auf mich. Du möchtest deinen steifen Schwanz in mich stoßen und an meinen Brüsten saugen..." flüsterte sie. "Was bildest du dir ein?" fauchte er. "Hör auf damit!" "Ich bilde mir nichts ein." Ein spöttisches Lächeln lag auf ihren Lippen. Sie nützte die Gelegenheit, ihn durch die nächste offene Tür auf die Terasse zu schieben. Er war für einen Moment froh über die kühle Luft und sog sie tief in die Lungen. Doch dann glitt ihre Hand auf seinen Oberschenkel und unter die lange Jacke der Galauniform. Sie fand die Beule in seiner Hose und drückte sie. Er wußte, daß er der Szene nun ein Ende machen mußte. Gehen - sofort fliehen! Zurück auf die Enterprise, in die Ruhe seines Quartiers. Er wollte nach sienem Communicator greifen, um den Befehl, an Bord gebeamt zu werden, zu geben. Doch er konnte nicht. "Ich höre nicht auf, Jean-Luc! Im Gegenteil: Ich fange gerade richtig an. Ich will dich heute nacht in meinem Bett - und du willst es genauso wie ich! Also können wir das Gerede einstellen..." "Der Großadmiral wird begeistert sein!" machte er einen letzten Widerstandsversuch. Sie strich immer noch über seine Erektion. "Laß den Großadmiral meine Sorge sein!" Ihr Mund fand den seinen, sie küßte ihn zärtlich. Er konnte nicht widerstehen, seine Arme schlossen sich um sie, seine Zunge begegnete der ihren. "Ich habe dich so vermißt, Jean-Luc!" sagte sie leise. Sein Verstand stritt mit dem Gefühl. Das Gefühl wollte ihr glauben, der Verstand hielt dagegen: "Bist du wahnsinnig? Du warst nie mehr für sie als ein Lustobjekt. Reiß dich zusammen und geh endlich!" Nun strich sie mit der flachen Hand sant über seinen Schädel. Die Zärtlichkeit der Geste berührte ihn mehr alles, was vorausgegangen war. Soviel Sanftheit - konnte das gelogen sein? Stimmen ertönten an der Tür, unweigerlich schob er Max tiefer in die Dunkelheit des Parks. Sie hielt sich an ihm fest und legte den Kopf an seine Schulter. Einen Moment verharrten sie schweigend in der Umarmung, sein Widerstand gegen sie schwand mit jeder Sekunde. Trotz der Enttäuschung und seinem Zorn - er hatte sie vermißt. All die Jahre hatte er sie mehr vermißt als er sich selbst hatte eingestehen wollen.
Er erinnerte sich an die Nacht mit Philipa LeVar. Es war nicht das erstemal gewesen, daß er mit der Frau geschlafen hatte, die einst, nachdem er die Stargazer verloren hatte, als Anklägerin gegen ihn angetreten war. Jahre danach hatten sie sich wieder getroffen und die erste Nacht miteinander verbracht. Es war nicht die einzige geblieben. Ohne je darüber zu sprechen, war zwischen ihnen klar, daß sie nur eine unverbindliche Affäre miteinander wollten Manchmal hatten sie monatelang nichts voneinander gehört. Doch wenn er dann wieder in die Nähe der Starbase kam, auf der sie stationiert war, rief er an. Meist genügte ein Wort: "Dinner?" Es endete immer damit, daß sie ihn zu einem Kaffee in ihr Quartier einlud und sie miteinander schliefen - unverbindlich auch das, aber in herzlicher Sympathie füreinander bemüht, dem anderen Lust zu spenden. Beim letzten Treffen mit ihr hatte es ein Problem gegeben. Philipa hatte ihn nach dem üblichen Dinner zum Kaffee eingeladen. Wie üblich, hatte sie ihn mit der Tasse auf der Couch ihres Wohnraumes placiert. "Ich ziehe mir was bequemeres an." hatte sie angekündigt und war ins Nebenzimmer verschwunden. Er wußte, was ihn erwartete und er wußte, was sie von ihm erwartete. Doch am liebsten wäre er nun gegangen. Er spürte Trauer in sich - und einen Moment war Max' lächelndes Gesicht vor seinem inneren Auge. Seit er sich von ihr getrennt hatte, hatte er keine andere Frau berührt und für einen Augenblick fürchtete er, es nie mehr zu können und zu wollen. Doch dann war Philipa zurückgekommen, den immer noch reizvollen, wenn auch nicht mehr jungen Körper in ein schimmerndes, leichtes Kleid gehüllt. Sie hatte sich neben ihn gesetzt und ihn lächelnd angeschaut. "Eigentlich ist es ungerecht, Picard: Ich bekomme Falten und werde fett und du siehst immer noch aus wie bei unserer ersten Begegnung. Ich fand dich damals schon ungeheuer sexy..." Er hatte sie in die Arme genommen. "Über einen Mangel an Sexappeal kannst du dich auch nicht beklagen!" Er hatte seine Hand in ihren Ausschnitt gleiten lassen, mit ihrer Brust gespielt und sie geküßt. Doch obwohl er sie streichelte und sie mit Lust antwortete, war er unberührt geblieben. Sein Penis blieb schlaff. Philipa hatte ihn aus dem Uniform-Shirt geschält und seine Brust gestreichelt, dann war ihre Hand in seinen Schoß geglitten. "Sorry!" sagte er verlegen. "Ich habe eine anstrengende Tour hinter mir und werde eben doch alt..." "Es ist okay." sagte sie verständnisvoll. "Ich finde es auch schön, einfach in deinem Arm zu liegen." "Ich weiß aber doch etwas besseres" hatte er gesagt, sie auf die Arme genommen und ins Schlafzimmer getragen. Zärtlich bettete er sie auf die Liege und öffnete ihr Kleid vollends. Er beugte sich über ihre kleine, feste Brust, nahm einen Nippel in den Mund und knabberte sanft daran. "Du mußt das nicht tun!" sagte Philipa. Er hob den Kopf und lächelte sie an. "Ich weiß. Aber ich will es tun." "Gut. Aber ich möchte deine Haut spüren - zieh dich aus!" Er hatte die Kleider vollends abgelegt und sie dann fest in den Arm genommen. "Du bist eine wundervolle Frau, Philipa. Ich mag dich sehr." "Ich dich auch, Picard!" "Könntest du mich eigentlich nicht mal mit meinem Vornamen ansprechen?" Sie grinste - das Spiel hatten sie mehrfach miteinander gespielt. "Nein - bei deinem Talent, Raumschiffe unter deinem Kommando zu schrotten, kann ich ja nicht wissen, ob du nicht mal wieder bei mir vor dem Kriegsgericht landest. Und darum möchte ich mich erst gar nicht daran gewöhnen, dich mit Vornamen anzusprechen!" Er grinste zurück, dann löste er sich aus ihren Armen und begann, ihren Körper zu küssen, wanderte mit dem Mund von der Brust über den Bauch zu ihrem Dreieck und tauchte zwischen ihre Beine. Seine Zunge fand ihre Klitoris, leckte sanft darüber, dann saugte er daran und spürte, wie ihr ganzer Körper sich in der Erregung anspannte. Als er einen Finger in sie schob, stöhnte sie - und plötzlich erinnerte er sich wieder an Max. Als er das erstemal ihre Lustperle geküßt hatte, hatte sie auch gestöhnt und gesagt: "Steck einen Finger in mich..." Die Erinnerung daran erregte ihn endlich vollends, sein halbsteifer Penis füllte sich mit Blut. Er hatte ein schlechtes Gewissen Philipa gegenüber, doch er verdrängte den Gedanken und glitt über sie. Als er danach in ihren Armen lag und schon fast eingeschlafen war, hatte sie gesagt: "Picard, ich habe nie viel von dir verlangt. Aber etwas wäre da: Wenn du noch einmal mit mir schlafen möchtest, konzentrier' dich, verdammt nochmal, auf mich!" Er hatte abgestritten, an eine andere gedacht zu haben und war zärtlich zu ihr gewesen, bis sie eingeschlafen war. Doch dann fand er keine Ruhe mehr. Die halbe Nacht war er neben Philipa gelegen und hatte an Max gedacht.
Und nun war sie wieder da, hier in seinem Arm. Sie schmiegte sich an ihn, wieder suchten ihre Lippen seinen Mund. Dann flüsterte sie: "Laß uns gehen - ich möchte mit dir alleine sein!" Er nickte, sie tippte gegen seinen Communicator. "Lieutenant Commander de Simon an Transporterstation: Zwei Personen für einen Ort-zu-Ort-Transport, Koordinaten 381.45." Sie trat einen Schritt nebe ihn: "Energie!" Das Prickeln des Strahls erfaßte sie, Sekunden später materialisierten sie in hellem Sonnenlicht vor einem kleinen Holzhaus auf einer Wiese. "Wo sind wir?" wollte er wissen. "Immer noch auf Terra, aber mitten in Europa - Nordeuropa, Deutschland, um genau zu sein." Sie raffte ihr Kleid zusammen und ging auf die Hütte zu, mit einem Stimmkommando öffnete sie die Tür und drehte sich zu ihm: "Kommst du?"
Die Hütte war mit wenigen, hellen Möbeln gemütlich eingerichtet. Während er sich umschaute, hob Max etwas vom Boden auf und steckte es schnell in einen Schrank. Er meinte, ein Kinderspielzeug erkannt zu haben, machte sich aber keine weiteren Gedanken darum, denn nun wandte sie sich ihm zu. Sie faßte nach ihrem Rücken und öffnete den Verschluß ihres Kleides, es glitt über ihre Brust auf die Hüfte. Er hielt die Luft an, als die Brüsten sichtbar wurden - sie erschienen ihm noch voller und weiblicher als er sie in Erinnerung gehabt hatte. Sie schob das Kleid über die Hüfte, in einem kleinen Häuflein landete es auf dem Boden. Sie hob ein Bein und machte einen Schritt, nun stand sie vor ihm, nur noch mit einem knappen, schwarzen Slip und ihren eleganten Pumps bekleidet. Nun schob sie das Höschen nach unten und legte es zum Kleid, zog die Schuhe aus und schaute ihn, der immer noch in voller Uniform da stand, an. "Muß ich dich ausziehen oder findest du selbst aus der Hose?" Sie wartete seine Antwort nicht ab, sondern bückte sich um, um ein Steuerelement am Fuß der großen Couch zu drücken. Das Möbel faltete sich auf und entpuppte sich als breite Liege, bezogen mit schwarzer Seide. In Front zu ihm legte sie sich darauf. "Kommst du?" Er stand immer noch bewegungslos, gebannt vom Anblick ihres wundervollen Körpers und der Haut, die sich in scharfem Kontrast hell von dem dunklen Stoff abhob. Sie legte eine Hand auf ihre Brust und spielte mit dem Nippel. Mit der anderen glitt sie zwischen ihre Beine, spreizte sie und begann, ihre Klitoris zu liebkosen. Er löste sich aus seiner Erstarrung, riß den Kragen seiner Uniform auf, schlüpfte aus der Jacke und ließ sie fallen. Shirt und Hose folgten, dann Schuhe und Socken. Ihr Blick streifte über seinen nackten Körper und blieb an seinem aufragenden Schaft hängen. "Nicht schlecht, was du zu bieten hast..." sagte sie. Sie richtete sich auf, ging auf die Knie und faßte danach. Er stöhnte auf, als ihre Hand sich um den Stab schloß und ihn drückte. Ihre andere Hand streichelte an seinem Oberschenkel entlang und drängte sich dazwischen, fand seine prallvollen Hoden und schaukelte sie sanft in der Handfläche. Er hatte das Gefühl, jeden Augenblick explodieren zu müssen. Er wußte, daß er ihr Streicheln nicht lange aushalten würde und er wollte nicht in ihre Hand kommen. So nahm er ihre Schultern und drückte sie aufs Bett. Willig ließ sie sich sinken und öffnete dabei die Beine, wölbte ihm das Becken entgegen. Mit einer Bewegung war er über ihr, die empfindliche Spitze seiner Männlichkeit fand ihre feuchten Schamlippen, glitt über ihren Kitzler und pochte am Eingang. Ungeduldig drängte er in sie, in diesen heißen Tunnel, der ihn umschloß und preßte. Er konnte nur noch stoßweise atmen, vor seinen Augen schienen Sterne zu tanzen, sein ganzes Selbst war auf das Gefühl in seiner Körpermitte konzentriert. Er spürte ihr Hände, die ihre Hinterbacken umfaßten und ihn tiefer drückten, er fühlte ihren Mund an seiner Schulter. Nun wanderten ihre Hände wieder seinen Rücken hinauf, über seine Schulter zu seinem Kopf. Sie zog ihn zu sich. "Haßt du mich immer noch, Jean-Luc?" "Nein. Nein - ich liebe dich, Max. Ich habe dich immer geliebt." War er es, der es gesagt hatte? Ja - und es war die Wahrheit. Er liebte sie. Und er wollte sie, mehr als er je zuvor eine Frau gewollt hatte. Nun begann er, die Hüften zu bewegen, er nahm ihren Rhythmus auf. Es war, als wenn sich jeder Muskel in ihm erinnern würde und nur darauf gewartet hätte, wieder mit ihr diesen Tanz zu tanzen. Sie hob die Beine und umklammerte seinen Rücken damit, ihre Händen krallten sich in seinen Schultern fest. "Oh ja, Jean-Luc - stoß mich! Fester! Tiefer! Oh ja - es ist gut..." Sie wimmerte fast vor Lust. Dann schrie sie auf und er spürte, wie ihr Climax sie schüttelte. Gleichzeitig drang er noch einmal tief in sie ein und fand seinen Höhepunkt.
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