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Shades of Love, Shadows of Lust© by Natascha/Norynia ()
Die ersten Sonnenstrahlen schienen durch das Fenster und verliehen seiner hellen Haut einen matten Schimmer. Als Shuichi langsam die Augen öffnete und sich umsah, fand er sich in Hiros Wohnung, auf seinem Bett wieder. Müde fuhr er sich durchs Gesicht und sah zufällig auf den Boden, auf der eine Unterhose lag. Ein müdes Schulterzucken folgte, als er sich zur Seite drehte und Hiro schlafend neben sich fand. In Shuichi machte sich ein mulmiges Gefühl breit, als er die Decke anhob und feststellte, dass er nichts anhatte. Mit einem Ruck drehte er sich wieder um und stemmte die Beine gegen den Boden. Betrachtete die Unterhose intensiver. Seine war es nicht. Überhaupt, warum hatte er nichts an? Sein Blick wanderte weiter, erfasste noch mehr Klamotten, die wild verstreut im Zimmer lagen. Boden, Stuhl, Tisch, Schrank... sie waren einfach überall. "Hiro?" Hinter ihm begann sich der andere Körper langsam zu bewegen. Hiro räkelte sich müde unter der Decke und blinzelte Shuichi an. Der saß nach wie vor mit dem Rücken zu ihm auf dem Bettrand und starrte wieder unter sich. "Hm?" murmelte Hiro fragend und hielt sich die Hand vors Gesicht, um den im Moment viel zu hellen Sonnenstrahlen zu entgehen. "Ist das deine Unterhose da auf dem Boden?" "Kann sein." "Warum liegt sie da?" Hiro hob die Decke und sah an sich hinunter, ehe er sie wieder fallen ließ und sich auf die Seite drehte. "Weil ich sie nicht anhabe?" seufzte er leise und versuchte weiterzuschlafen. Shuichi drehte sich zum ihm um, krabbelte über den zerwühlten Bezug, der sich vollständig auf seiner Seite befand, und zog Hiro an den Schultern auf den Rücken zurück. "Warum hast du sie nicht an?" "Aus demselben Grund, warum du deine nicht trägst." Hiro verschränkte die Arme vor seinem Gesicht und blinzelte Shuichi von der Seite an. "Warum fragst du mich das?" "Und die anderen Sachen?" Shuichi zeigte hinter sich in den Raum. Hiro stützte sich auf seine Ellenbogen, fand sich damit ab, der Sonne nicht entfliehen zu können, und warf selbst einen Blick in seine Wohnung. Auf dem Tisch stand noch die halbe Pizza vom gestrigen Abend, darauf eine wässrige, rötliche Schicht von dem Tabasco, den Shuichi sorgfältig darauf verteilt hatte. Daneben zwei umgestoßene Flaschen Bier zusammen mit Shuichis Pullover, der von der alkoholhaltigen Flüssigkeit vollkommen durchtränkt war. Bei genauem Hinsehen konnte er sogar noch eine Socke unter dem Pappdeckel der Pizzaschachtel ausmachen, und eine kleine, rote Haarspange. Auf dem Boden lagen zwei leere Sektflaschen, Shuichis Jeans, seine Tasche und Hiros Pullover. Dann kam eine Weile nichts, bis zu seinem Schrank, der mitten an der Wand im Zimmer stand. An dem kleinen Schlüssel im Schloss hing noch eine Socke, diesmal aber eine andere und Hiros Gürtel, an dem noch die Hose hing. Hiro brachte sich in eine sitzende Position undbegutachtete den Weg vom Schrank zum Bett, auf dem zwei verschiedene Socken lagen, ein T-Shirt und schließlich seine Unterhose. "Was denkst du?" Shuichi hatte seinen Blick über die ganze Zeit nicht von seinem Freund genommen und betrachtete ihn eindringlich. Hiro strich sich ein paar lange Strähnen aus dem Gesicht und hielt seine Hand für einen Moment auf seinem Hinterkopf. "Ich frage mich, wem die Haarspange gehört." Er sah zu Shuichi auf, der völlig verwirrt dreinblickte und lächelte. "Ah, ich erinnere mich! Die war von dir. Na dann, was wolltest du noch mal?" Für einen Moment war Shuichi unfähig zu antworten, bis er Hiro plötzlich an den Schultern packte und zu sich zog. "Ich will wissen, was passiert ist! Warum liegen unsere Sachen hier rum? Warum bin ich hier und nicht zu Hause? Warum. Haben. Wir. Nichts. An?!" Nun war es an Hiro, überracht zu sein, und er zog die Augenbrauen fragend nach oben. "Das weißt du nicht?" "NEIN!" Shuichi standen schon die Schweißperlen vom ganzen Grübeln auf der Stirn. Doch ihm viel beim besten Willen keine Erklärung ein. Also zog er Hiro noch näher zu sich heran, bis er den warmen Atem den Freundes in seinem Gesicht spüren konnte, und fragte noch mal: "Warum?" "Weil wir Sex hatten", antwortete Hiro trocken, schlang seinen Arm um Shuichi und drückte ihm einen Kuß auf die Lippen. "Du verträgst wohl wirklich nicht viel, wenn du dich daran nicht erinnern kannst." Er lächelte, ließ Shuichi los und legte sich wieder hin. "Hilfst du mir später aufräumen?" "Wir..." Shuichi saß völlig perplex da und starrte Hiro aus seinen großen, blauen Augen an. Er konnte nicht fassen, was er da eben gehört hatte. Seine aufrechte Haltung sackte langsam in sich zusammen, als er etwas Blaues unter Hiros Hüften entdeckte. Er tastete nach dem kleinen Zipfel und zog ihn zu sich. Hiro betrachtete ihn fragend, folgte Shuichis Blick und hob das Becken leicht an, so dass Shuichi den Stoff nicht mehr zerren, sondern bequem unter Hiro wegholen konnte. Zum Vorschein kam seine Unterhose, die als einziges Kleidungsstück in diesem Raum noch gefehlt hatte. Hiro hob entschuldigend die Schultern und grinste Shuichi an. "Sorry, hab gar nicht gemerkt, dass sie da liegt." Er griff nach ihr, entriss sie jedoch nicht Shuichis Griff und wurde ernst. "Und du erinnerst dich wirklich nicht?" Shuichi schüttelte leicht mit dem Kopf und starrte immer noch auf seine Unterhose, stand dann langsam auf und zog sie an. "Alkohol ist Gift", murmelte Hiro hinter ihm und stand ebenfalls auf. Vorsichtig schlang er seine Arme um seinen Freund und zog ihn sanft an sich. Shuichi wehrte sich nicht. Um genau zu sein, reagierte er gar nicht. Sein Blick schweifte wie in Trance von den leeren Sektflaschen zum Bier und zu seinen Klamotten. Erst dann drehte er sich in Hiros Umarmung um und sah ihn ratlos an. "Wenn Yuki das herausfindet..." "Musst du es ihm denn sagen?" Hiro versuchte, beruhigend zu lächeln, doch Shuichi war nach Erwähnen dieses Namens nicht mehr zu beruhigen. Nicht wirklich. Hiro zog Shuichis Kopf auf seine Schulter und streichelte ihm durch das pinkfarbene Haar, sah sich seine Wohnung selbst noch einmal kurz an und unterdrückte in Anbetracht der Tatsachen den Drang, sich wieder hinzulegen und weiterzuschlafen. "Am besten gehst du jetzt erst mal duschen, ich mach etwas Ordnung, leg dir einen neuen Pullover raus, und dann sehen wir weiter." Shuichi sah mit nassen Augen zu ihm auf und begann, leise zu wimmern. Hiro verdrehte die Augen, nahm Shuichi an der Hand und führte ihn zum Badezimmer. In einem kleinen Schrank wühlte er nach einem Handtuch und drückte es Shuichi in die Hand. Dann drehte er sich wieder um und zog die Tür hinter sich zu.
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Als Shuichi mit tropfnassen Haaren wieder zurück ins Zimmer trat, war Hiro bereits angezogen und gerade dabei, die letzten Reste der Nacht in den etwas zu kleinen Mülleimer zu stopfen. Er seufzte selbstmitleidig vor sich hin, als jedes Mal etwas über den Rand hinweg zurück auf den Boden fiel. Erst als er Shuichi bemerkte, der sich mit dem Handtuch langsam über den Kopf rubbelte, ließ er Müll Müll sein und setzte sich auf einen Stuhl. Shuichi wirkte immer noch verwirrt und schien mit seinen Gedanken weit, weit weg zu sein. Seine Bewegungen waren langsam, sein Blick verschleiert und seine Reaktionen leise und unbestimmt. Hiro schüttelte beim Betrachten seines Freundes mit dem Kopf und winkte ihn zu sich heran. Shuichi stockte einen Augenblick, kam der Aufforderung dann schleichend nach und ließ sich, bei Hiro angekommen, von diesem auf den Boden drücken. "Setz dich, ich mach das." War Hiros einziger Kommentar, als er Shuichi das Handtuch abnahm und ihm damit fest über den Kopf rubbelte. Shuichi kniff die Augen zusammen, als einzelne Strähnen von Hiro durch die schnellen Bewegungen etwas schmerzhaft hin und her gezogen wurden und fasste nach Hiros Handgelenken, um ihn so zu stoppen. "Zu fest", meinte er und nahm das Handtuch wieder an sich. "Hiro?" "Hm?" Hiro beugte sich etwas nach unten und strich Shuichi ein paar feuchte Strähnen aus dem Gesicht. "Was ist?" "Ich..." Shuichi senkte seinen Blick und begann, das Handtuch zwischen seinen Händen zu knebeln. "Ich erinnere mich schon... so ein bisschen." Hiro sah ihn überrascht an. "Das ist doch gut." Shuichi schüttelte langsam mit dem Kopf und knebelte das Frottee immer fester, bis seine Hände weh taten und ihn somit zwangen damit aufzuhören. "Was machen wir jetzt?" "Wie meinst du das?" Shuichi drehte sich zu Hiro um und sah zu ihm auf. Er verstand nicht, wie Hiro das Ganze so locker nehmen konnte. Immerhin hatten sie... naja, Sex gehabt. Shuichi hielt dies nicht für etwas Selbstverständliches, und schon gar nicht mit seinem besten Freund, wo er doch bei einem anderen lebte. "Ich bin doch mit Yuki zusammen", flüsterte er schließlich und wartete auf Hiros Reaktion. Der nickte nur und lächelte ihn an. "Ich weiß." Er rubbelte mit der Hand über Shuichis Kopf und reichte ihm einen Kakao, bevor er aufstand und Shuichi das Handtuch aus den Händen nahm. "Daran wird sich doch auch nichts ändern, oder?" Er öffnete die Tür zum Bad, schmiss das Handtuch hinein und drehte sich dann wieder zu Shuichi um, der ihn erstaunt musterte. Hiro seufzte leise. "Hör zu. Wir haben etwas zuviel getrunken, hatten vielleicht etwas zu viel Spaß und sind vielleicht etwas zu sehr zur Sache gekommen. Das heißt nicht, dass wir keine Freunde mehr sein können!" "Aber wir hatten..." "Sex hat nicht generell etwas mit Liebe zu tun. Du liebst Yuki und ich Ayaka. Wir beide sind nur gute Freunde, und außerdem..." Er bückte sich zu Shuichi hinunter und zog ihn an den Schultern nach oben. "Wer sagt, dass Freunde keinen Sex haben dürfen? Das heißt nicht, dass das jetzt zur Gewohnheit bei uns beiden werden muss, auch wenn ich nicht unbedingt etwas dagegen hätte. Weißt du, eine Fernbeziehung zu führen, lässt manche Bedürfnisse offen, zum Beispiel die nach körperlicher Nähe... aber ich schweife ab." Er tätschelte Shuichi die Wange und drückte ihm seine Sachen sowie einen neuen Pullover von sich in die Hand. "Um es kurz zu machen, wir sind kein Paar und ich bin nicht böse deswegen, okay?" Er sah Shuichi fragend an und begann, leicht zu nicken, bis Shuichi es ihm gleichtat. "Na dann." Er ließ Shuichi mit dem Kakao und den Klamotten im Zimmer stehen und griff nach seinem Mülleimer. "Ich bring das eben schnell raus, bevor es sich weiter selbständig macht. Bis gleich!" Damit verschwand er. Shuichi setzte sich erst langsam wieder in Bewegung, indem er den Kakao wieder auf den Tisch stellte und die Klamotten auf dem Stuhl ausbreitete, um sich zögernd anzuziehen und sich Hiros letzte Worte noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Sex hatte also nicht unbedingt etwas mit Liebe zu tun. Das mochte stimmen, doch Shuichi sah das etwas anders. Er schlief mit Yuki, weil er ihn liebte und spüren wollte. Das andere Mal, das er... naja, da war er dazu gezwungen, und dieses Mal... war er betrunken gewesen, musste aber mit Hilfe seiner etwas schwummerigen Erinnerung feststellen, dass es ihm Spaß gemacht hatte. Hiro war Shuichis bester Freund, sie teilten soviel miteinander. Jetzt auch das Körperliche? Shuichi zog die Augenbrauen zusammen und versuchte, das kribbelnde Gefühl in seinem Magen zu verdrängen, als er sich Hiros Pullover über den Kopf zog und die Arme vor der Brust verschränkte. Was sollte er jetzt tun? Für Hiro schien okay zu sein, dass er mit Yuki zusammen war, aber würde für Yuki auch in Ordnung sein, dass er mit Hiro geschlafen hatte? //"Musst du es ihm denn sagen?"// Hiros Worte und sein beruhigendes Lächeln kamen ihm wieder in den Sinn, als er seine Tasche unter dem Tisch hervorzog und den kleinen Aufkleber betrachtete, der darauf prangte. Das Bild, das er und Yuki zusammen in dem Freizeitpark gemacht hatten. Shuichi seufzte leise und legte sich die Tasche um. Er war unschlüssig. Einerseits wollte er wie immer bedingungslos ehrlich zu seinem Geliebten sein, andererseits hatte er Angst vor seiner Reaktion, und der Möglichkeit, von ihm verstoßen zu werden. Shuichi wartete nicht, bis Hiro zurück kam, sondern schlich sich über den Balkon nach draußen. Als der junge Gitarrist schließlich wieder in die Wohnung trat, war sein Freund verschwunden. Hiro lächelte leicht, stellte den geleerten Mülleimer ab, und schloß die Balkontür. Er machte sich keine Sorgen, wusste er doch, dass Shuichi schon kommen würde, wenn er Hilfe brauchte. Sie waren die besten Freunde, und das würden sie auch bleiben. Egal was in der Zukunft noch kommen würde und in der Vergangenheit bereits geschehen war.
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Mit gesenktem Blick schlenderte Shuichi über die Straße. Von seiner Umgebung bekam er nichts mit, nicht einmal die Tatsache, dass die Ampel an der Straße, über die er ging, mittlerweile Rot geworden war und er sich noch mitten auf dem Weg befand. Sogar das laute Hupen der wütenden Autofahrer schien an ihm vorbei zu gehen, als ihn jemand an der Hand packte, und hinter sich her auf den Bürgersteig zerrte. Shuichi sah überrascht auf und blickte in ein von braunen Haarsträhnen und dem Schatten der Mütze verdecktes Gesicht. Er löste sich aus dem Griff des Fremden und trat einen Schritt zurück, murmelte ein leises 'Danke' und ging weiter. "Du solltest ein wenig mehr aufpassen." Shuichi schreckte zusammen und riß seinen Kopf herum. Der Fremde hatte den Blick gehoben und grinste ihn mit einem schiefen Lächeln an. "So sieht man sich wieder, hm?" Ryuichi trat ein paar Schritte an Shuichi heran und verringerte so die vom dem Jüngeren aufgebaute Distanz. Shuichi starrte immer noch. Nicht wirklich sicher, was er von dem überraschenden Wiedersehen und Ryuichis ungewohnter Ernsthaftigkeit halten sollte. Erst als der Leadsänger von Nittle Grasper direkt vor ihm stand und die Hand auf Shuichis Schulter legte, formte sich ein übernatürliches, strahlendes Grinsen auf Ryuichi Gesicht. "Schön dich zu sehen! Wie geht es dir?" Shuichi schreckte leicht zusammen und lächelte dann verlegen. "Oh... ganz gut." "Ganz gut?" Ryuichi legte den Kopf schief und sah Shuichi fragend an. "Das hört sich nicht schön an... wir müssen dich aufmuntern, aber wie?" Er kratzte sich am Kopf und überlegte, während Shuichi Ryuichis Hand von seiner Schulter nahm und sich verabschieden wollte. Doch er hatte noch kein Wort rausgebracht, als Ryuichi plötzlich ein lautes, jubelndes Geräusch von sich gab und Shuichi erneut an der Hand fasste. "Wir gehen was essen!" Er nickte eifrig und zerrte Shuichi wieder zurück über die Straße. "Essen, essen, essen! Das wollte ich sowieso machen! Hier in der Straße muss es irgendwo ein... ah!" Ryuichi stoppte so abrupt, dass der überrumpelte Shuichi gegen den Älteren prallte. Ein leises Stöhnen entfuhr ihm, als Ryuichis Ellenbogen ohne jede Vorwahrnung gegen seinen Magen prallte und ihm so jegliche Luft aus den Lungen presste. "Da ist es!" flötete Ryuichi freudig und drehte sich zu Shuichi um, der sich mit schmerzverzerrtem Gesicht in gebückter Haltung den Magen hielt. "Was hast du?" Ryuichi beugte sich zu ihm hinunter und grinste. "Ah, du hast solchen Hunger, dass dir der Bauch weh tut, hm? Keine Angst, ich lad dich ein! Kannst soviel essen, wie du willst!" Er zog ihn wieder hoch und hinter sich her in das Fast-Food Restaurant, das er eben wohl noch gesucht und dann gefunden hatte. Shuichi sagte nichts, rang nur nach Luft und folgte Ryuichi. Dieser blieb erst wieder stehen, als er das große Plakat sah, das auf der Wand des Restaurants prankte. Sofort kramte er in seiner Tasche und holte eine zerknüllte Mütze hervor, um sie Shuichi auf den Kopf zu setzen. "Wir wollen doch in Ruhe essen", lächelte er und setzt seinen Weg fort. Shuichi warf noch mal einen kurzen Blick auf das Poster, das ihn und seine Band zeigte. Dann drehte er sich wieder um und betrachtete das Innere des Restaurants, in dem sich lange Schlangen vor den Kassen gebildet hatten, und die ersten Gäste, die fertig gegessen hatten, zum Gehen wegen Platzmangel aufgefordert wurden. "In Ruhe essen?" fragte er leise und wurde mit einem Ruck quer durch den Raum, zu einem Tisch geschleift. Die beiden Mädchen, die dort saßen, packten gerade ihre Sachen, als sie von den beiden zu ihnen stürmenden Männern überrascht wurden. Shuichi grinste nur verlegen, als Ryuichi sich neben dem Tisch an die Wand lehnte und wartete, bis die beiden Mädchen sich erhoben hatten. "Danke", jauchzte er und griff wieder nach Shuichi, um ihn auf einen der nun frei gewordenen Stühle zu setzen. "Ich geh das Essen holen, was willst du denn?" Shuichi sah zu ihm auf und versuchte, aus ihrer Ecke die Speiseliste zu lesen, als eines der beiden Mädchen, die eben noch auf den Plätzen gesessen hatten, sich erstaunt umdrehte und Ryuichi und Shuichi angestrengt musterte. Ein breites, fast irres Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit, als sie ihrer Freundin auf die Schulter tippte und auf die beiden Männer zeigte. Auch sie blickte plötzlich so komisch und begann, leise zu kichern. Dieses Geräusch wurde lauter und zog schließlich die gesamte Aufmerksamkeit der anderen Gäste auf sich. Noch ehe Shuichi und Ryuichi sich versahen wurden sie von fast allen strahlend und hungrig angestarrt. Nur hungrig in einem anderen Sinn. Shuichi zog sich die Mütze tiefer ins Gesicht, auch wenn dies nichts mehr brachte, und schob Ryuichi vor sich her nach draußen. Sofort wurde es laut um sie herum, und Shuichi konnte die ersten Hände spüren, die sich in seinen Pullover krallten. Er packte Ryuichi an der Hand und rannte mit ihm hinaus, so schnell er konnte, und so schnell Ryuichi sich eben ziehen ließ. Doch der löste sich bald von Shuichi und überholte ihn sogar noch. "Spielen wir fangen?" jauchzte er und rannte weiter. Shuichi sah hinter sich, auf die Mädchenschar, die sich dort formiert hatte und ihnen folgte, bevor er nickte und ebenfalls einen Zahn zulegte. "Ja, und wir sollten besser nicht verlieren."
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Shuichi blieb stehen und lehnte sich keuchend gegen einen Baum. Sein Blick fiel auf den Weg, von dem sie gekommen waren, um dann festzustellen, dass sie die Mädchen endlich abgehängt hatten. Immer noch schwer atmend stieß er sich von dem Baum ab und setzte sich auf eine Parkbank. Es dauerte nicht lang, bis er Ryuichi wieder hören konnte, der bemerkt zu haben schien, dass Shuichi ihm nicht mehr folgte. "Uh, das war anstrengend", flüsterte er leise und legte seinen Arm um Shuichi. "Jetzt haben wir doch nichts gegessen." Er sah Shuichi traurig an und rieb sich den Magen. "Und jetzt bin ich noch hungriger als vorher... und müde noch dazu", seufzte er und lehnte seinen Kopf gegen die Schulter des Jüngeren. Shuichi wartete einen Augenblick, bevor seine Tasche öffnete und einen Müsli-Riegel hervorholte. Ryuichi bekam sofort große Augen und sah von dem Riegel zu Shuichi, bis der Jüngere ihm den Snack in die Hand drückte und lächelte. "Es ist nicht viel, aber..." "DANKE!" Ryuichi fiel Shuichi um den Hals, drückte ihn fest an sich und ließ ihn ebenso plötzlich wieder los, um sich dann auf den Müsli-Riegel zu stürzen. Shuichi beobachte ihn mit einem schiefen Blick und begann dann zu lächeln. Wenigstes einem hatte er heute etwas Gutes getan. Er zog den Reißverschluss seiner Tasche wieder zu und lehnte sich nach hinten. Durch den ganzen Trubel war er noch nicht wirklich dazu gekommen, sich zu einer Entscheidung durchzuringen. Es Yuki sagen, oder nicht. Dass er Sex mit Hiro gehabt hatte. Dass es ihm gefallen hatte. Dass es ihm... Shuichi stockte. Ja, tat es ihm denn leid? Bereute er es denn? Er überlegte. Eigentlich tat ihm nicht leid, was er getan hatte, es tat ihm nur leid, dass er es jetzt gemacht hatte. Jetzt, wo er doch mit Yuki zusammen war. //"Sex hat nicht generell etwas mit Liebe zu tun. Du liebst Yuki und ich Ayaka. Wir beide sind nur gute Freunde..."// Freunde. Ja, das waren sie wirklich, aber jetzt doch mehr als das, oder? Er liebte Hiro nicht, zumindest nicht wie einen Lover, mehr... wie einen Bruder. Diese Gefühle hatten wohl ausgereicht. Shuichi wollte dem Alkohol nicht die ganze Schuld geben. Man tat betrunken zwar einiges, was einem später, im nüchternen Zustand vielleicht leid tat. Aber doch nichts, was man absolut nicht wollte, oder? Irgendwie mussten Handlungen doch einen Ursprung haben, mochte dieser noch so klein und versteckt sein... Shuichi seufzte leise und beobachtete Ryuichi, der aufgestanden war, um die Verpackung des Riegels in einem der vielen Mülleimer zu entsorgen. Shuichi schloß die Augen und atmete tief durch, genoß für einen Moment die wärmenden Strahlen der Sonne, die auf ihn hinunter schienen, als Ryuichi sich wieder neben ihn setzte und gründlich musterte. "Du siehst immer noch traurig aus." Er lehnte sich weiter nach vorne und legte seine Hand um Shuichis Wange, drehte dessen Kopf somit in seine Richtung. "Du hast traurige Gedanken, hm?" Shuichi öffnete die Augen einen Spalt breit und blinzelte Ryuichi an. Dann nickte er langsam und flüsterte ein 'Ja' bevor er Ryuichis Hand von seiner Wange nahm und wieder geradeaus sah. "Ich weiß nicht, was ich tun soll." "Hm." Ryuichi setzte sich ebenfalls gerade hin und folgte Shuichis Blick. Seine Hand verweilte auf seinem Kinn, als er den Blick hob und zum Himmel blickte. "Was ist denn passiert?" fragte er schließlich, verharrte jedoch in seiner Position. "Ich habe was gemacht, was ich nicht hätte tun dürfen." "Und weiß es jemand?" flüsterte Ryuichi so leise, als wolle er vermeiden, dass sie jemand hören könnte. Shuichi nickte langsam und kreuzte die Arme hinter seinem Kopf. "Ja, und jemand anderem muss ich es noch erzählen." "Und bekommst du dann Ärger?" fragte Ryuichi noch leiser und rückte näher an Shuichi heran. Wieder nickte der Jüngere langsam. "Bestimmt." Er schreckte auf, als Ryuichi ihn plötzlich an sich drückte und zu weinen begann. "Das ist ja so traurig. Ärger zu bekommen ist nicht schön, ich versteh dich! Du tust mir sooo leid!" Shuichi versuchte, sich aus Ryuichis Umarmung zu befreien, doch der drückte ihn nur noch fester an sich heran und weinte weiter. Erst als Shuichi in seiner Hosentasche ein kleines Taschentuch hervorholte und es Ryuichi entgegenstreckte, beruhigte der sich wieder. Wischte sich mit dem zerknüllten Tempo über das Gesicht und reichte Shuichi einen Lutscher. "Magst du? Süßigkeiten sind gut, wenn man traurig ist!" Noch bevor Shuichi wirklich reagierte, hatte er den Lolli schon in der Hand und Ryuichi auf dem Schoß. Der hatte sich nämlich hingelegt und seinen Kopf auf Shuichis Bein gebettet. Für einen Moment saß Shuichi etwas ratlos da und blickte zu dem ruhenden Körper hinunter. "Ryuichi?" fragte er verwirrt. Doch von dem kam keine Anwtort mehr, bis auf ein leises, schnarchendes Geräusch. "Ryuichi!" Shuichi begann den Älteren zu schütteln, bis der ihn müde ansah und sich in eine sitzende Position schieben ließ. "Was?" gähnte er und wollte sich wieder auf Shuichi fallen lassen, doch der drückte ihn mit aller Kraft von sich. "Geh nach Hause, wenn du schlafen willst!" "Nach Hause? Ich will aber lieber hier bleiben." Shuichi senkte den Blick und murmelte still vor sich hin, bevor er sich wieder an Ryuichi richtete. "Ich bring dich heim, okay?" "Okay!" jauchzte Ryuichi, sprang auf und zog Shuichi ebenfalls nach oben.
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Er fror. Mittlerweile war es dunkel geworden. Shuichi wußte nicht genau, wie lange er schon hier stand. Doch die Zeit hatte gereicht, um den feinen Regen bis auf die Knochen zu spüren. Er hob den Blick und starrte auf den Eingang zu Yukis Haus. Zu seinem Zuhause... Shuichi schloß die Augen. Ja, sein Zuhause, aber wie lange noch? Auch wenn er den Drang dazu verspürte, es nicht zu tun, so wollte er doch ehrlich mit Yuki sein. Ihm, wie immer, alles sagen. Er wollte es ihm nicht verschweigen, und selbst wenn doch, was wenn Yuki ihn fragte, wo er die letzte Nacht gewesen war? Was er gemacht hatte? Shuichi würde es ja nicht einmal schaffen, es ihm auf Dauer zu verheimlichen, wie ihn dann anlügen? Shuichi seufzte leise und löste sich von der kalten, nassen Wand. Wie in Zeitlupe kramte er seinen Schlüssel heraus und öffnete die Tür. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Es lieber Yuki sagen, als ihm nie mehr in die Augen sehen zu können. Er schob die Tür auf und ließ sie mit einem Knall wieder zufliegen. Wenn Yuki zu ihm kam, würde es vielleicht leichter werden... vielleicht. Er zog die Schuhe aus und hob die Tasche von seinen Schultern. Kaum im Wohnzimmer angekommen, schmiß er sie in die Ecke und blickte suchend im Raum umher. Doch Yuki war nicht zu sehen. Wieder seufzte Shuichi leise, drehte sich um und wollte im Arbeitszimmer nachsehen, als er fast mit einem anderen Mann zusammenprallte. "Yu..." Er sah hoch und blickte in zwei dunkle Augen, die ihn musterten. "Ah, Schu-chan." Tatsuha grinste breit, trat an Shuichi vorbei ins Wohnzimmer und setzte sich auf die Couch. "Er ist nicht da." Der Jüngere lehnte sich nach hinten und ließ seinen Blick über Shuichis Körper fahren. Über die nassen Klamotten. "Es regnet draußen, hm? Du solltest dir was anderes anziehen." Als Shuichi sich nicht rührte und Tatsuha immer noch anstarrte, grinste dieser leicht, erhob sich wieder und ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. "Das alte Haus hat mir besser gefallen, was meinst du?" Er legte eine Hand auf Shuichis Schulter und rutschte mit der anderen unter den nassen Pullover. "Da hingen so schöne Erinnerungen dran. Nicht wahr... Ryuichi?" Shuichi trat erschrocken einen Schritt zurück und wollte ins Badezimmer laufen, doch Tatsuha festigte seinen Griff um seine Schulter und zog ihn zurück. "Wo willst du denn hin?" "Ich..." Shuichi verschluckte alle weiteren Worte, als er spürte, wie Tatsuha über seine Brust streichelte. Mit einem Ruck versuchte er, Tatsuha von sich zu lösen, verlor das Gleichgewicht und fiel zu Boden. Noch im Fallen griff er nach dem Arm des Jüngeren und zog ihn so mit sich. Der Aufprall auf dem glatten Boden war nicht gerade sehr sanft, als Shuichi mit schmerzverzerrtem Gesicht da saß und wehleidig aufseufzte. "Das war nicht gut." Er sah zu Tatsuha, der halb auf ihm lag und sich nicht bewegte. Shuichi zog die Augenbrauen zusammen und rüttelte an dem anderen Körper, als Tatsuha plötzlich seine Arme um ihn legte und in eine liegende Position drückte. "Tatsuha?" Shuichi hielt für einen Moment still, bis Tatsuha über seine Arme zu streicheln begann und ihm leicht über den Hals leckte. "Ah, wir sollten weitermachen, wo wir aufgehört haben, hm?" Er grinste und fuhr mit seinen Fingerspitzen Shuichis Lippen nach, als der versuchte, sich aus der Umarmung zu schälen und Tatsuhas Händen zu entfliehen. "Lass das!" Shuichi hatte kaum versucht, sich aufzurichten, als er auch schon wieder von dem Jüngeren zu Boden gedrückt wurde. Tatsuha griff nach Shuichis Händen und drückte sie oberhalb des Kopfes auf den Boden. "Warum weglaufen, Ryuichi? Jetzt, wo sich uns erneut die Möglichkeit bietet?" Seine dunklen Augen verengten sich, als er sich hinunterbeugte und Shuichi küsste. "Yukiii!" Shuichi wand sich weiter unter dem Körper, der ihn nach wie vor fest gegen den Boden drückte. Tatsuhas Hand schob sich zwischen ihre Körper, während er mit der anderen Shuichis Hände zusammenhielt. "Ich bin doch hier, Ryuichi", flüsterte der Jüngere und leckte über Shuichis Ohrläppchen, rutschte tiefer und liebkoste wieder die empfindliche Haut an Shuichis Hals. "Und ich werde auch nicht fortgehen. Egal was du sagst, ich weiß doch, dass es dir gefällt." Shuichi stockte einen Augenblick und sog scharf die Luft ein, als er Tatsuhas Hand spürte, die zwischen seinen Beinen auf und abrieb. "Tatsuha", flüsterte er leise und schloß die Augen, um danach um so lauter weiterzureden. "Hör auf! YUKIII! Hilf mir!" Tatsuha löste seine Lippen von der weichen Haut und strich mit seinem Gesicht durch das pinkene Haar, bevor er den Kopf etwas hob, um Shuichi ansehen zu können. "Ich hoffe doch sehr, dass er dieses Mal nicht so früh zurückkommt." "YUKIII! Tatsuha, geh' von mir runter! Lass mich los! YUKIII!!!" Shuichi versuchte seine Hände zu befreien, doch Tatsuha festigte seinen Griff nur noch mehr, nahm seine Hand aus Shuichis Schritt und strich ihm ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht. "Ich weiß gar nicht, was du hast. Denk dir einfach die Haare blond, dann ist Yuki doch da." Er verharrte in dieser Position und wartete, bis Shuichi ihn ansah. Er die großen, blauen Augen sehen konnte, die ihn verstört musterten und sich bald darauf wieder schlossen. "Hör' auf damit. Du bist nicht Yuki und ich will nicht, dass du..." Er stockte erneut, als er Tatsuhas Lippen spürte, die sich fest gegen seine drückten und ein klares Weitersprechen so unmöglich machten. Erst, als auch dem Schwarzhaarigen die Luft zu knapp wurde, ließ er ab und kommentierte Shuichis Keuchen mit einem breiten Grinsen. "Du bist so schön, Ryuichi. Deine Lippen so weich. Ich habe so lang auf diesen Moment gewartet. Spiele nur den Unnahbaren, in Wirklichkeit genießt du, was ich tue, ich weiß es, und das reicht." "Ich bin nicht Ryuuchi!" Shuichi verschluckte sich bei diesen Worten prompt und begann zu husten. Tatsuha grinste unbeirrt weiter, und zog Shuichis den Pullover mit einem Ruck nach unten. So, dass die Nähte an den Ärmeln nachgaben und rissen. Sanft küsste er über die helle, junge Haut, leckte über die Brustwarzen und strich mit seiner Hand den Bund von Shuichis Hose nach. "Du bist mein Traum." Mit wenigen, geschickten Handgriffen öffnete er Shuichis Hose und ließ seine Hand hinein gleiten. Umfasste fest, was sich ihm dort bot, und begann, mit kreisenden Bewegungen zu massieren. "Wie hast du es am liebsten, Ryuichi. Ich tu alles, was du willst." "Dann lass mich los!" Shuichi biss die Zähne zusammen, als er das Kribbeln spürte, dass Tatsuha mit seinen Bewegungen in seinem Bauch und auch anderswo auslöste. Wieder versuchte er, sich von ihm zu lösen, doch durch jede Bewegung seines Körpers streckte er sich Tatsuhas Hand noch weiter entgehen, was seine Situation nicht gerade verbesserte. Er versuchte, sich bei seinem Befreiungsversuch abzulenken, holte sich Yukis Gesicht wieder in den Sinn. Doch je mehr er an Yuki dachte und die Berührungen an seinem Körper spürte, desto mehr drohte, sein Widerstand zu schwinden. Und als er die Augen öffnete und Tatsuhas Gesicht sah, das sich wieder über ihn gebeugt hatte, wurde aus dem Bruder für einen kurzen Moment tatsächlich der Lover, der ihn küsste und unter sich begrub.
Shuichi wehrte sich für einen kurzen Moment nicht mehr, sah nur noch Yuki und dachte nur noch daran, wie sehr er die Nähe dieses Mannes liebte, und vermissen würde. Erst als Tatsuha wieder ein leises 'Ryuichi' flüsterte, schreckte er auf und drehte den Kopf zur Seite. "Lass das, hörst du?! Lass mich los!" Tatsuha stemmte seine Arme gegen den Boden, die eine Hand noch immer um die von Shuichi gelegt, und zog sein Bein nach oben. Presste seinen Oberschenkel in Shuichis Schritt und begann langsam, aber fest auf und ab zu reiben. "Du sollst das lassen!" keuchte Shuichi und versuchte mit aller Gewalt, sich auf die Seite zu drehen, doch Tatsuha war stärker und dachte gar nicht daran, Shuichi gewähren zu lassen. "Was du da tust, nennt man Vergewaltigung!" Shuichi überlegte fieberhaft, wie er es schaffen könnte, Tatsuha von sich zu lösen. Auf seine Hände musste er wohl oder übel verzichten, und auch der Rest seines Körpers war in dieser Position, in die Tatsuha ihn gebracht hatte, nicht wirklich zu gebrauchen. Erst als Tatsuha ihn erneut heftig küsste, kam dem Jungeneine Idee. Sofort biss er zu, so fest er konnte, und schmeckte bald darauf das süße, warme Blut, das aus Tatsuhas Wunde rann. Tatsuha fuhr in die Höhe und musterte Shuichi für einen Moment erschrocken. Leckte sich über die gebissene Lippe und so das Blut weg. Nicht ohne das Gesicht schmerzhaft zu verziehen und seinen Griff um Shuichis Hände zu lockern. Shuichi witterte seine Gelegenheit. Vielleicht die einzige, die sich ihm noch bieten würde. Er riß seine Hände an sich, aus Tatsuhas Umklammerung und rollte sich sofort unter dem anderen Körper zur Seite. Tatsuha war immer noch etwas perplex, fing sich aber zu Shuichis Leidwesen erstaunlich schnell und folgte dem Jungen, der auf allen Vieren über den glatten Boden zur Tür krabbelte. Nur zwei Meter weiter bekam er ihn am Fuß zu fassen und zog ihn wieder zu sich zurück. "Aber Ryuichi, wir sind doch noch gar nicht fertig. Das Beste kommt doch noch." Shuichi versuchte sich irgendwo festzuhalten, rutschte auf dem blanken Boden jedoch ab. Mit einem lauten quietschenden Geräusch schleiften seine Hände über den Boden und folgten somit seinem Körper. Shuichi begann zu treten. Doch Tatsuha fasste auch nach dem anderen Fuß, klemmte sich beide unter den Arm und strich mit der freien Hand über Shuichis Hintern, griff nach einem Zipfel des Pullovers und zerriß ihn vollständig, um ihn ganz von Shuichi zu lösen. Der Ältere drehte sich zur Seite, griff nach der Bekleidung und versuchte, sie wieder zurückzuziehen, doch es war zu spät. Der dünne Stoff rutschte durch seine Finger, noch bevor er richtig zupacken konnte, und wurde von Tatsuha außer Reichweite geworfen. "Schon viel besser, findest du nicht auch?" Tatsuha beugte sich wieder nach vorne und streichelte über Shuichis Seite. Doch dieser schlug seine Hand weg und versuchte, sich in eine sitzende Position zu bringen, was Tatsuha dementsprechend kommentierte. Er zog Shuichis Beine einfach mit einem Ruck weiter nach hinten und sah zu, wie Shuichi erneut auf der Seite landete. Dann drückte er ihn auf den Bauch und setzte sich auf seinen Po. Ließ sogar seine Füße los, kreuzte allerdings seine Beine über ihnen und hielt sie so auf dem Boden. Shuichi versuchte, sich unter Tatsuhas Gewicht wegzuziehen. Doch die letzte Aktion hatte ihn zuviel Kraft gekostet, und der glatte Boden erwies sich erneut als nicht gerade sehr hilfreich. Also tastete er nach hinten und versuchte Tatsuha irgendwo zu fassen zu bekommen, um ihn von sich zu stoßen oder zur Seite auf den Boden zu ziehen, doch er konnte nichts greifen. Als er versuchte, seine Arme gegen den Boden zu stemmen und so seinen Oberkörper zu heben, wurde er von Tatsuha wieder nach unten gedrückt. Keuchend lag er schließlich da, den Kopf zur Seite gedreht und einen imaginären Punkt irgendwo an der Couch fixierend. "Lass mich los!" stöhnte er leise und biss die Zähne zusammen, als Tatsuhas Hände sanft über seinen Rücken streichelten. "Rollenspiel, hm? Hättest du doch gleich sagen können, Ryuichi." Tatsuhas Hände glitten über Shuichis Nacken seinen Kopf hoch. Flochten sich in die kurzen, pinkfarbenen Haare und rutschten langsam wieder zurück. Streichelten über die erhitzten Wangen, den schmalen Hals, wieder den Rücken hinab zum Bund von Shuichis Hose. Tatsuha brachte etwas Luft zwischen ihre Körper, hob Shuichis Becken an und tastete nach den Jeansknöpfen. Mit einem Ruck hatte er sie auseinandergerissen und zog die Hose eben so schnell nach unten. Langsam brachte er sich wieder in eine aufrechte, sitzende Position und machte mit den Shorts das, was er schon mit Shuichis Jeans getan hatte. Er packte sie am Bund und riß sie nach unten. Legte den blanken, runden Hintern frei und setzte sich darauf. Mit einem Mal schienen sich Shuichis Kräfte zu mobilisieren. Zumindest für einen Moment. Wieder stemmte er die Arme gegen den Boden und versuchte, unter Tatsuha wegzurutschen. Was sich als ziemlich schmerzhaft herausstellte, da Shorts und Jeans nicht mehr das schützten, was sie eigentlich sollten. Mit einem leisen Stöhnen ließ er sich wieder fallen und atmete schwer. Verzog das Gesicht vor Schmerz und versuchte wieder, hinter sich zu fassen. Tatsächlich erreichte er Tatsuhas Knie. Jedoch waren sie nicht geeignet, um den Mann daran von sich zu ziehen. Und an dem Stoff der Hose zerren konnte er auch nicht, da sich dieser durch Tatsuhas sitzende Position fest angespannt hatte. Shuichi ließ seine Arme zur Seite fallen und blieb ruhig liegen. Er hatte jetzt alles versucht und es trotz aller Anstrengungen nicht geschafft, Tatsuha von sich fernzuhalten. Ihm fiel nichts mehr ein, das er noch tun könnte, und alles, was ihm zur Befreiung in den Sinn kam, war bereits versucht worden und gescheitert. Es war zum... ja, zum Heulen. Der ganze Tag war mehr oder minder zum Heulen gewesen. Hatte er heute nicht schon genug erlebt, oder erfahren müssen? Hatte das alles nicht für einen Tag ausgereicht? Shuichis Augen wurden feucht, die erste Träne rann heiß über seine gerötete Wange und tropfte auf den Boden. Shuichi schloß die Augen, zog seine Arme heran, um sie zu kreuzen und seinen Kopf darauf zu betten. Er spürte, wie Tatsuha seine Hüften streichelte, mit seinem Becken auf und ab rutschte. Eine zweite Träne folgte, als Shuichi das Gesicht in der hohlen Fläche zwischen seinen Armen vergrub und leise zu Schluchzen begann. Er war Tatsuha jetzt vollkommen ausgeliefert, hatte keine Möglichkeit mehr zu entfliehen und fand sich damit ab, dass er einfach ertragen musste. Vielleicht eine geeignete Vorbereitung auf Yuki... "Du weinst?" Tatsuha lehnte sich wieder nach vorne und stemmte seine Arme rechts und links von Shuichi auf den Boden. Shuichi konnte Tatsuhas Atem spüren, als er sanft über seine Wange küsste und die Tränen aufleckte. Tatsuha verzog leicht das Gesicht, als die salzige Flüssigkeit auf seiner aufgebissenen Lippe brannte, ignorierte es aber und fuhr fort. Arbeitete sich weiter zu Shuichis Lippen und leckte über die weiche Haut. "Ich werde dich trösten", flüsterte er leise, hob sich leicht und drehte Shuichi langsam wieder auf den Rücken. Shuichi wehrte sich nicht, sah Tatsuha nur müde an und wischte sich die Tränen aus den Augen. In seinem Kopf hatte sich die Hoffnung breit gemacht, dass der Jüngere nun endlich aufgegeben hatte und nicht mehr gegen Shuichis Willen handelte. Doch dem war wohl nicht so. Tatsuha küsste über Shuichis Hals und schob seinen Arm unter Shuichis Nacken. "Du musst nicht weinen, was ich jetzt mache, wird dir gefallen", grinste er leicht und streichelte mit seiner freien Hand zwischen Shuichis Beine. Glitt noch tiefer und rutschte zwischen Shuichis Pobacken. Shuichi versuchte Tatsuha von sich zu drücken, doch sein Widerstand erstarb, als Tatsuha mit zwei Fingern in den schmäleren Körper eindrang und ihn nach vorne stieß. Shuichi warf den Kopf nach hinten, sein Schrei wurde von Tatsuhas Lippen erstickt, der ihn fest küsste und an sich zog. Shuichi spürte, wie Tatsuhas Zunge unter dem Kuß über seine Lippen leckte, und wie aus Reflex öffnete er sie und gebot ihr Einlaß. Shuichi selbst war über seine eigene Reaktion überrascht. Tatsuha nicht. Leidenschaftlich verinnigte er den Kuß bei der gebotenen Gelegenheit und massierte Shuichis Zunge mit der eigenen. Erkundete den warmen Mund des so begehrenswerten Mannes und ließ Shuichi keine Möglichkeit mehr, tief Luft zu holen, als er einen dritten Finger hinzunahm und mit dem Daumen über Shuichis Hoden streichelte. Shuichis folgender Schrei ertönte nur in einem erstickten Stöhnen. Er versuchte, den Kopf zur Seite zu drehen, doch Tatsuha hatte seine Hand gegen seine Wange gelegt und hielt ihn so. Er stieß fester zu, leckte weiter nach Shuichis Zunge, sog seine Unterlippe ein und begann, seine Bewegungen seiner Hand anzugleichen, in dem er langsam auf und ab wippte. "Irgendwie erinnert mich das an was." Shuichi schreckte auf und versuchte, hinter sich zu sehen, hatte durch Tatsuhas Arm jedoch nicht genügend Spielraum. "Yuki." Tatsuha knurrte diesen Namen geradezu, ließ jedoch nicht von Shuichi ab und stieß noch einmal zu, so dass Shuichi leise aufschrie und sich wieder in den Sinn holte, dass seine Hände nicht mehr festgehalten wurden. Sofort stemmte er seine Arme gegen Tatsuhas Oberkörper und versuchte, ihn von sich zu schieben, doch der kommentierte diese Handlung, in dem er seinen Arm unter Shuichi wegzog und nach ihnen griff, um sie festzuhalten. Sein Blick wanderte wieder zu seinem Bruder, der nahezu unverändert im Rahmen stand und die beiden betrachtete. "Was wird das, wenn es fertig ist?" "Das, wonach es aussieht", flüsterte Tatsuha grinsend und beugte sich hinunter, um Shuichi zu küssen. Als dieser seinen Kopf zur Seite drehte, begnügte er sich mit dem Hals, nahm aber nicht seinen Blick von seinem Bruder. "Yuki!" Shuichi versuchte, seine Hände zurückzuziehen, schüttelte mit seinem Kopf hin und her, und wand sich wieder unter dem stärkeren Körper. "YUKIII! Hilf mir!" Yukis Blick war finster, als er einen weiteren Schritt in den Raum trat und Tatsuha musterte. "Er will nicht, lass ihn." Er zog eine Zigarette aus der kleinen Schachtel in seiner Hosentasche und zündete sie sich an. Tatsuha tat einen Moment lang nichts, bis er seine Finger schließlich langsam aus Shuichi befreite, ihn losließ und aufstand. Shuichi griff sofort nach seiner Hose und zog sie wieder hoch. Noch im Aufspringen hatte er sie geschlossen und wischte mit seinem Arm über sein tränennasses Gesicht. "Du hast mich gerettet!" strahlte er plötzlich und machte einen Sprung auf Yuki zu. "Bleib da stehen!" Yuki funkelte ihn aus geschmälerten Augen an und zog an seiner Zigarette. Shuichi tat erschrocken wie befohlen und sah seinen Lover fragend an. "Yuki... Yuki, was..." "Nun, Tatsuha." Yuki unterbrach Shuichi und wendete sich wieder seinem Bruder zu. "Was willst du?" Tatsuha hatte die Arme vor der Brust verschränkt und zeigte Yuki mit seinem Blick deutlich, dass er in seinen Augen in diesem Moment unerwünscht war. "Ich wollte nur 'Hallo' sagen", meinte er schließlich knapp. "Das nennst du 'Hallo' sagen?" Yuki nickte zu Shuichi, der noch immer auf der Stelle stand, auf der er zum Stehen gekommen war, und zog die Augenbrauen zusammen. "Du hast dich kein Stück verändert. Manchmal habe ich das Gefühl, du wirst immer schlimmer." Der jüngere Bruder lächelte und musterte Shuichi von oben bis unten. "Wir mussten uns doch irgendwie die Zeit vertreiben." Er trat an Shuichi heran, und wollte seine Arme um ihn legen, als Yuki die Zigarette aus dem Mund nahm und seinen Blick aus dem Fenster richtete. "Du solltest jetzt gehen." Tatsuha stockte und ließ seine Arme wieder sinken. Mit einem leisen, mürrischen Knurren drehte er sich schließlich um. Nicht ohne noch ein: 'Bis bald, Ryuichi' zu flüstern. Shuichi sah ihm noch mit weit aufgerissenen Augen hinterher und drehte sich erst wieder zu Yuki um, als er das leise Knacken der Tür hörte, die wieder ins Schloß einrastete. Schließlich sackte er leise seufzend zu Boden und senkte seinen Blick. "Ich bin so froh, dass du hier bist." Er schloss die Augen und wünschte sich in diesem Moment nichts sehnlicher, als einfach nur zu schlafen, als ihm diese Sache wieder in den Sinn kam. Das, wovor er sich den ganzen Tag über so gefürchtet hatte. "Ich muss dir was sagen", flüsterte er zögernd, wagte es jedoch nicht, zu Yuki aufzusehen. "Um was geht es?" Yuki sah immer noch aus dem Fenster und hatte den Mond fixiert, der voll am Himmel durch das Fenster schien. "Um... um letzte Nacht. Als ich nicht nach Hause gekommen bin." Shuichis Stimme wurde so leise, dass Shuichi sich selbst nicht sicher war, ob er das eben wirklich gesagt oder nur gedacht hatte. "Da... da ist etwas passiert..." "Dass du mir sagen musst und nicht weißt wie?" Shuichi sah überrascht auf "Ja." Yuki drückte seine Zigarette in dem kleinen Aschenbecher aus und erhob sich langsam. "Ich will es gar nicht hören." Er richtete seinen Blick wieder auf Shuichi und ging auf ihn zu. "Aber Yuki." Shuichi starrte ihn verwirrt an und ließ sich von Yuki wieder auf die Beine ziehen. "Warum, Yuki? Warum willst du nicht..." "Es ist nichts Erfreuliches, oder?" Yukis Blick war fest und zeigte keinerlei Emotionen. Shuichi nickte nur, wollte Yukis Augen entgehen und seinen Kopf senken, doch Yuki nahm sein Gesicht in beide Hände und richtete es wieder auf sich. "Dann sag es nicht." Er zog Shuichi zu sich heran und küsste ihn. Erneut rann Shuichi eine Träne über die Wange, perlte an Yukis Hand ab. Der Ältere öffnete die Augen wieder und sah in Shuichis traurig blickende. Er nahm seine Hände von Shuichis Wangen und legte einen Arm um seinen Freund. "Es ist spät. Zeit zu Bett zu gehen." "Aber Yuki..." "Komm." Yuki umschloß Shuichis Hand fest mit seiner und zog ihn langsam hinter sich her zum Schlafzimmer. "Wir sollten schlafen gehen." Shuichi wußte nicht, was er tun, oder sagen sollte. Mit seinem Kopf befand sich nur noch ein großes Fragezeichen, als er schließlich stehen blieb und sich gegen Yuki stemmte. Auch der blieb stehen und sah Shuichi regungslos an. Shuichi schaffte es nicht, den Blick seines Lovers zu deuten, als Yuki mit einem Ruck weiterzog und den sich wehrenden Körper mit Leichtigkeit ins Schlafzimmer brachte. Shuichi wollte wieder etwas sagen. Yuki *das* sagen. Doch jeglicher Widerstand erstarb, als Yuki ihn fest an sich zog, küsste und die Tür hinter ihnen schloß. Er wollte es wohl tatsächlich nicht hören...
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