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Veränderungen© by Little Witch ()
Buffy und Angel gingen Seite an Seite über den Friedhof von Sunnydale. In den letzten Nächten zeigten sich in Sunnydale verstärkt Vampiraktivitäten und Giles beauftragte Buffy, ihre Patrouillen zu intensivieren. Angel war dabei ihr ständiger Begleiter. Inzwischen waren sie ein perfektes Team. Sie vertrauten sich blind. Sie wären ein schönes, wenn auch verrücktes Paar gewesen. Ein Vampir und die Jägerin, für Giles ein absurder Gedanke. Doch es hatte funktioniert. Für eine kurze Zeit. Sie waren ein Traumpaar gewesen, bis zu der einen Nacht. Buffys 17. Geburtstag. Sie verbrachten eine wundervolle Nacht miteinander, für normale Paare, wäre es die perfekte Nacht gewesen, doch für Buffy und Angel änderte sich in dieser Nacht alles, jegliche Hoffnungen auf eine gemeinsame Zukunft gingen in dieser einen Nacht verloren. In der Nacht, in der Angel seine Seele verlor und sich zum bösem Angelus verwandelte. Er wurde zu Buffys 'ärgstem Feind und tötete Miss Calendar. Willow konnte ihn letztendlich wieder mit dem Fluch belegen und ihm so seine Seele zurückgeben, doch Buffy musste ihn töten um die Welt zu retten. Angel kehrte zurück, nachdem er Jahrhunderte im Fegefeuer verbracht hatte, doch es war nie wieder wie früher. Buffy und Angel liebten einander immer noch, doch ihre Liebe war verboten, sie hatten keine gemeinsame Zukunft. Zumindest nicht als Paar, höchstens als gute Freunde. Und selbst das war schwer. Buffy würde irgendwann sterben, früher oder später, als Jägerin hatte sie bereits ein überdurchschnittlich hohes Alter erreicht, Angel würde dagegen für immer leben. "Ich denke, heute Nacht wird nicht mehr viel passieren, lass uns gehen", Buffy hatte bereits zwei Vampire erledigt, es würden nicht mehr werden. "Gut, die Sonne wird in wenigen Stunden aufgehen. Ich bringe dich noch nach Hause", Angel wusste zwar, dass Buffy sehr gut auf sich alleine aufpassen konnte, doch er fühlte sich besser, wenn er sie bis nach Hause begleitete. "Okay!" Ein Lächeln huschte über Buffys Gesicht und sie hakte sich bei Angel ein.
Als die beiden das Haus der Summers' im Revello Drive erreichten, verabschiedeten sie sich mit einem freundschaftlichen Kuss und Angel wartete, bis Buffy die Eingangstür hinter sich schloss. Dann drehte auch er sich um und verschwand in der Dunkelheit. "Mom, ich bin wieder da", Buffy sprach sehr leise, obwohl sie wusste, dass ihre Mutter immer auf Buffy wartete. Seit Joyce von Buffys Schicksal wusste, machte sie sich Sorgen um ihre Tochter, sie ging nie schlafen, ohne dass sie wusste, dass Buffy heil zu Hause ankam. Erst dann fühlte sie sich und ihre Tochter in Sicherheit. Buffy hatte ihr erzählt, dass Vampire nur ein Haus betreten konnten, wenn sie eingeladen wurden. Sie selbst hatte einmal den Fehler gemacht, dies zu tun, aber eigentlich traf sie keine Schuld, sie konnte nicht wissen, was sie anrichtete, als sie Darla in ihr Haus einlud. Doch Darla war Vergangenheit, der einzige Vampir, der jetzt das Summers Haus betreten konnte war Angel, und um den machte sie sich keine Sorgen. "Hallo Schatz, wie war deine Patrouille?" "Es war nichts besonderes, ein paar Vampire, kein Grund zur Beunruhigung."Buffy wusste, dass ihre Mutter sich sorgte und sie bemühte sich, ihre Mutter nicht zusätzlich zu verunsichern. "Ich bin müde, ich geh' ins Bett. Gute Nacht Mom!" "Gute Nacht Schatz!" Buffy ging die Treppe zu ihrem Zimmer hinauf und schloss die Tür hinter sich.
Am nächsten Morgen traf Buffy sich mit Giles in der Bibliothek der Sunnydale High. "Guten Morgen Buffy. Wie war die Patrouille?" "Morgen Giles! Nichts besonderes: zwei Vampire, ich denke, wir müssen uns keine Sorgen machen." "In den letzten Tagen sind hier verstärkt Aktivitäten aufgetreten, ich denke, du solltest trotzdem heute Nacht wieder patrouillieren." "Giles, wir sind hier am Höllenschlund, da kann sowas schonmal vorkommen, das legt sich in den nächsten Tagen bestimmt wieder." "Gerade weil wir am Höllenschlund leben, sollten wir uns Sorgen machen. Du solltest heute Nacht also rausgehen." "Das hatte ich auch geplant." "Gut, dann solltest du jetzt in den Unterricht gehen, wir treffen und dann heute Nachmittag zum Trainieren." "Ja, ja, also dann bis später." Buffy drehte sich um und steuerte die Tür der Bibliothek an.
Die Mittagspause verbrachte Buffy mit ihren Freunden, Willow, Oz und Xander. Cordelia hatte sich ein wenig von der Scooby-Gang gelöst, nachdem sie sich von Xander getrennt hatte. Die Umstände sprachen damals für sie. "Hey Buff!", Xander begrüßte seine Freundin. "Hey Leute." "Wie war die letzte Nacht?", fragte Willow. "Nichts besonderes." "Giles macht sich Sorgen", Willow war beunruhigt. "Ich weiß, aber es gibt keinen Grund dafür. Gut, es sind in letzter Zeit ein paar Vampire zu viel unterwegs, aber ich denke nicht, dass wir uns deshalb Sorgen machen müssen. Ich werde heute Nacht brav meine Patrouille erledigen." "Wenn du das sagst."Willow vertraute Buffy und wenn sie sagte, dass es keinen Grund zur Sorge gab, dann glaubte sie ihr. Nach dem Unterricht sah Buffy noch bei Giles in der Bibliothek vorbei. Buffy war in sehr guter Form und Giles war zufrieden mit ihrer Leistung.
Nachdem die Sonne untergegangen war, holte Angel Buffy zu ihrer gemeinsamen Patrouille ab. Sie zogen durch die dunklen Orte von Sunnydale. Zuerst gingen sie durch den Weatherly Park, tagsüber war es hier sehr schön, aber nachts sollte man sich hier nicht rumtreiben. Es sei denn, man war die Jägerin. Wie fast jede Nacht konnte Buffy hier auch diesmal einen Vampir zu Staub verwandeln. Anschließend zogen sie noch durch die dunklen Gassen in der Nähe des Bronze und durch einige andere Straßen. Ihre letzte Station war der Friedhof, auf dem Angel einen weiteren Vampir tötete. "Giles macht sich viel zu viele Sorgen." "Buffy, du kennst ihn doch, er ist dein Wächter." "Ich weiß. Trotzdem könnte er mir mehr vertrauen. Wenn wirklich etwas Schlimmes in nächster Zeit passieren würde, dann würde ich es spüren. Jägerinnen Instinkt." "Das brauchst du mir nicht erzählen, ich denke darüber genauso wie du." "Gut, dann können wir jetzt auch Schluss machen, heute Nacht werden wohl keine Vampire mehr auftauchen. Heute bringe ich dich nach Hause." "Buffy..." "Keine Widerrede, ich kann auf mich aufpassen und die Nacht ist noch jung." "Okay, okay..." Angel legte seinen Arm um Buffy und sie schlenderten gemeinsam durch die Stadt.
Als sie bei Angel angekommen waren, war es erst kurz nach Mitternacht, für Buffy viel zu früh um schon nach Hause zu gehen. "Komm noch mit rein."Es war mehr eine Frage als eine Aufforderung. "Okay." Drinnen war es dunkel. Die Fenster waren mit schweren Vorhängen verdeckt um bei Tage das Sonnenlicht auszusperren. Angel machte ein Feuer im Kamin, und das Zimmer wurde von einer angenehmen Wärme erfüllt. Eine Wärme, die Angel nicht spürte. Sein Körper war tot und kalt. Ihm wurde nur warm um sein lebloses Herz, wenn er Buffy in die Arme nahm. Sie setzten sich auf das altmodische Sofa, das vor dem Kamin stand. Angel legte seinen Arm um Buffy, die ihren Kopf an Angels Schulter lehnte. So saßen sie eine Weile dort, ohne dass sie ein Wort miteinander sprachen. Buffy sah in das Spiel der Flammen, sie dachte an die Zeit, als sie und Angel noch ein Paar waren. Sie wünschte sich, dass Angel ein ganz normaler Collegestudent und sie ein ganz normaler Teenager waren. Aber sie wusste, dass dies nur ihre Phantasie war, die Wirklichkeit sah anders aus. Sie war die Jägerin und er ein Vampir, keine Chance dies zu ändern. Sie sah zu Angel auf. Er musste ihren Blick gespürt haben, denn auch er sah jetzt zu ihr hinunter. Und sie sah etwas in seinen Augen, etwas, das sie vor langer Zeit schon einmal dort gesehen hatte. Etwas Leidenschaftliches. Sein Kopf senkte sich zu ihrem hinab, immer weiter. Schließlich berührten seine Lippen die ihren, erst zaghaft, dann immer leidenschaftlicher. Buffy wollte ihn wegschieben, doch sie konnte nicht. Irgendetwas hielt sie zurück. Etwas, das fern von aller Vernunft war. Buffy konnte sich nicht dagegen wehren. Getrieben von all ihrer Leidenschaft küsste auch sie Angel immer inniger und schließlich gab sie sich ihm völlig hin. Beide vergaßen alles um sich herum, sie sahen nur sich beide, die gefährlichen Folgen ließen sie völlig außer Acht. Angels kalte Hände ergriffen Buffys T-Shirt, streiften es ihr ab. Buffy zögerte einen Moment, dann fanden auch ihre Hände den Weg zu Angels Hemd. Langsam öffnete sie die Knöpfe, zog es ihm aus. Schließlich verbrachten beide eine wundervolle Nacht miteinander, eine Nacht, die Buffys Leben für immer verändern sollte. Angel spürte eine Veränderung, als er aus seinem tiefen Schlaf erwachte. Er hatte Buffy in seine Arme geschlossen, sie sah so unschuldig aus, wie sie da lag, sie schlief tief und fest. Angel spürte einen tiefen Stich tief in seinem Inneren, ein unbeschreiblicher Schmerz kam in ihm auf. Er schob Buffy zur Seite und rannte hinaus auf die Straße. Dort brach er zusammen, wie damals. Er hatte dies schon einmal erlebt. Er versuchte, sich dagegen zu wehren, rief Buffys Namen um sie zu warnen, doch es half alles nichts. Dann war der Schmerz vorüber. Er drückte sich von der Straße hoch und in seinen Augen war etwas unbeschreiblich Kaltes, etwas Bösartiges. Er ging wieder hinein und setzte sich an sein Bett, in dem Buffy noch immer friedlich schlief. Er wartete. Diesmal würde er sie nicht entkommen lassen. Sie hatte ihn zweimal wie einen Menschen fühlen lassen, ihn hilflos gemacht. Hätte Willow den Fluch der Zigeuner nicht wieder regeneriert, hätte er sie bereits getötet, qualvoll. Er hätte den Höllenschlund wiedereröffnet und alles Leben auf der Erde ausgeschlöscht, alle Menschenleben. Doch Buffy funkte ihm dazwischen. Aber sie hatte einen Fehler begangen. Sie hatte sich ihm hingegeben und er hatte wieder einen Moment wahren Glückes erlebt. Das war seine Erlösung, die Erlösung von seinen Gefühlen und seinem Gewissen. Dafür würde er Buffy danken. Auf seine Weise.
Im Haus der Summers war Joyce noch immer wach. Es war bereits früher Morgen, die Sonne würde bald aufgehen und Buffy war noch immer nicht zu Hause. Sie machte sich große Sorgen. So spät war Buffy nie nach Hause gekommen. Sie hoffte, dass Buffy bei Mr. Giles in der Schulbibliothek war, doch als sie dort anrief, nahm niemand ab. Sie versuchte es bei Giles zu Hause, doch dort war nur ein verschlafener Bibliothekar anzutreffen, der auch nicht wusste, wo Buffy war. Er vermutete, dass Buffy immer noch auf ihrer Patrouille war oder dass sie noch auf einen Sprung bei Angel war. Er wusste, dass die beiden gemeinsam ihre Patrouillen machten und er hatte nichts dagegen, er wusste, dass Buffy und Angel vernünftig waren. Er hoffte es zumindest. Doch er sollte sich irren. Auf Giles' Rat hin legte Joyce Summers sich schließlich in ihr Bett, vielleicht würde Buffy die Nacht bei Angel verbringen und sie hatte einfach vergessen anzurufen um Bescheid zu sagen.
Buffy atmete schwer. Sie hatte immer noch ein Lächeln auf ihrem Gesicht. Angel saß noch immer an seinem Bett und beobachtete sie. Er konnte es nicht erwarten, dass sie endlich aufwachte. Er wollte sie nicht wecken, dann wäre der Überraschungsmoment verloren gewesen. In all den Jahren seines Vampirdaseins hatte er gelernt, geduldig zu sein. Dann bewegte sich Buffy. Sie öffnete ihre Augen und sah Angel direkt in die seinen. Er hatte sich über sie gebeugt. Seine Augen waren so fremd, so kalt. Zuerst wusste Buffy nicht, was geschehen war, dann dämmerte es ihr. Sie stieß Angel mit aller Kraft von sich und schwang sich aus dem Bett. Sie war nur minder bekleidet, doch es war ihr egal. Sie rannte um ihr Leben, lief zu der Tür. Doch sie war verschlossen und Buffy hatte keine Zeit mehr, das Schloss aufzubrechen. Angel war direkt hinter ihr, schmiss sich auf sie. Buffy schrie um Hilfe, doch niemand konnte sie hören. "Ups, da hat einer die Folgen von ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht beachtet." "Angel! Lass mich los, Angel!" "Dein Angel ist tot, Angelus ist zurück!" Buffy wurde schlagartig bewusst, dass sie keine reelle Chance mehr hatte. Sie war zu schwach um sich von ihm loszureißen, er lag mit seinem ganzen Gewicht auf ihr. Dann erblickte sie den schweren Vorhang. Sie streckte ihren Arm soweit sie konnte aus, bis ihre Finger den Vorhang umschlossen. Mit all ihrer Kraft zog sie ihn zur Seite. Draußen war die Sonne bereits aufgegangen und Tageslicht strömte hinein. Angel schrie und rollte sich zur Seite ab, in den Schatten. "Kleines Sonnenbad?" "Miststück!" Buffy erhob sich, aber Angel zog an ihrem Fuß und riss sie zurück auf den Boden. Er warf sich auf sie, drückte sie auf den Boden. Dann veränderte sich sein Gesicht, seine Augen leuchteten gelb. Er näherte sich ihrem Hals und schlug seine Zähne in diesen. Buffy wusste nicht, wie ihr geschah. Sie wollte schreien, aber es kam kein Ton aus ihrer Kehle. Dann verlor sie das Bewusstsein. Angel ließ den leblosen Körper fallen und schnitt sich in den Oberkörper. Er presste Buffys Lippen darauf und sein Blut lief ihre Kehle hinunter. Etwas in ihr veränderte sich.
"Guten Morgen, Giles." Willow, Oz und Xander betraten die Bibliothek der Highschool. "Guten Morgen." Giles trat aus seinem Büro. "Wo ist Buffy?" Xander war überrascht sie nicht in der Bibliothek anzutreffen. "Ich weiß es nicht." "Sie wissen es nicht? Und dann sitzen sie hier nur rum?" Willow war besorgt. "Sie ist gestern Nacht nicht nach Hause gekommen, ihre Mutter rief mich an." "Ein Grund mehr, etwas zu unternehmen. Vielleicht ist ihr etwas passiert. Sie haben selbst gesagt, dass in letzter Zeit mehr Vampire aufgetaucht sind." Willow konnte Giles' offensichtliche Ruhe nicht verstehen. "Ich weiß. Angel hat sie gestern Nacht begleitet, ich bin sicher, dass sie die Nacht bei ihm verbracht hat." "Und da bleiben sie ruhig?" Jetzt brachte auch Xander sich ein. "Sie wissen, was das letzte mal dabei rauskam!" "Buffy und Angel sind nicht dumm. Ich denke, die beiden wissen, was sie tun." "Xander! Die beiden sind nur Freunde! Was ist schon dabei, wenn sie bei ihm übernachtet." Willow sah Xander an. "Wenn sie bei ihm übernachtet." Oz hatte Recht. Was war, wenn sie gar nicht bei Angel war? "Willow, Oz, ihr solltet nach dem Unterricht bei Angel vorbeisehen, ich bin sicher, dass Buffy dort ist." "In Ordnung." Oz legte seinen Arm um Willow und die drei verließen die Bibliothek. Giles blieb allein zurück. Er ging in sein Büro und rief Joyce Summers an. Buffy war heute morgen immer noch nicht nach Hause gekommen.
Es dauerte eine Weile, bis Buffy aus einer tiefen Bewusstlosigkeit erwachte. Angel saß neben ihr und wartete. Er wartete darauf, Buffy ihr neues Leben zu zeigen. Ihr Leben als Vampir. Die beiden würden das perfekte Paar bilden. Er, der wohl grauenvollste Vampir aller Zeiten, und sie, die ehemalige Jägerin. Als diese war sie sehr stark und diese Stärke würde sie mit in ihr Vampirdasein bringen. Angel malte sich die Zukunft aus. Ihrer Liebe stand nichts mehr im Weg, sie würden das grausamste Vampirpaar, das die Hölle je gesehen hatte, bilden und sie würden die Hölle auf die Erde bringen. So, wie er es schon einmal versucht hatte. Damals zerstörte Buffy sein Vorhaben. Doch diese Buffy gab es nun nicht mehr. Jetzt gab es nur noch die Buffy, die Angel in seiner Bösartigkeit in nichts nachstehen würde, da war er sich sicher. Buffy wachte auf. Sie spürte eine Veränderung, tief in ihrem Inneren. Sie fühlte sich gut, stark. "Endlich!" Angels Gesicht veränderte sich, verzog sich zu seinem wahrem Gesicht, dem Gesicht eines Vampirs. Buffy tat es ihm nach. Mit ihrer Hand strich sie über die neuen Konturen ihres Gesichts. Ihre Lippen formten sich zu einem Lächeln, einem gemeinen, hinterhältigen Lächeln. Sie sah zu Angel auf, küsste ihn und erhob sich. Sie ging Richtung Tür. "Halt!" Angel stoppte sie, "Es ist Tag." "Oh." Gut dann warten wir eben noch." "Wieso hast du es so eilig?" "Giles, er hat dafür gesorgt, dass ich früher so viele unseres gleichen zu Staub verwandelte." "Giles kann warten. Zuerst solltest du dich um deine Freunde kümmern. Und um deine Mutter." Doch draußen schien die Sonne, es war ein strahlend blauer Himmel. Ein wunderschöner Tag, fast ironisch. Sie mussten warten. Warten, bis die Sonne unterging und die Finsternis sich über den Dächern von Sunnydale ausbreitete.
Als der Unterricht vorbei war, sprangen Willow und Oz in dessen Transporter und fuhren zu Angel. Willow hatte sich den ganzen Tag Sorgen gemacht und sie hoffte, dass sie Buffy bei Angel antreffen würde. Es war der einzige Ort, an dem Buffy sein konnte, so lange ihr nichts zugestoßen war. Sie traute ihr nicht zu, dass sie wieder weggelaufen war, dazu hätte sie keinen Grund gehabt. Außerdem hatte sie es das letzte mal bereut. Oz hielt den Transporter an, sie waren angekommen. "Soll ich mitkommen?" "Nein, dass schaffe ich allein. Entweder Buffy ist bei Angel oder sie ist es nicht. Ist sie es nicht, dann werde ich nur Angel wecken. Schlafen Vampire eigentlich am Tag?" "Keine Ahnung. Brauchen Vampire Schlaf? Wir fragen Angel bei Gelegenheit, er sollte das wissen." "Bis gleich."Willow drückte ihrem Oz einen Kuss auf die Wange, dann lief sie den Weg zur Eingangstür hinauf. Sie lag im Schatten und Willow fragte sich, ob Angel dies extra so gelegt hatte.
Sie klopfte an die Tür. Es dauerte einen Moment, dann öffnete Angel. "Willow." "Hi Angel. Buffy ist letzte Nacht nicht nach Hause gekommen, ist sie hier?" "Komm rein." Buffy tauchte aus einer Nische auf. "Willow." "Buffy, da bist du ja! Wir haben uns Sorgen gemacht." "Ich sagte doch, ihr sollt euch nicht sorgen, ich brauche keine Aufpasser." "Ja, aber..." "Kein Aber. Was machst du überhaupt hier? Solltest du nicht lieber lernen, damit deine Noten sich nicht verschlechtern? Streber." "Buffy?" Willow erkannte Buffy nicht wieder, auch Angel war anders. Normalerweise hätte er sich längst in ihre Diskussion eingemischt. Aber jetzt sah er Willow nur an. Nicht in ihre Augen, auf ihren Hals. Willow hatte eine dunkle Vorahnung, doch sie wollte sie nicht glauben, das konnte nicht sein. Dann veränderten sich ihre Gesichter. Willow erstarrte vor Schreck und Angst. Ihre schreckliche Vorahnung hatte sich bewahrheitet. Aber nicht nur Angel, auch Buffy war ein Vampir. Willow hatte keine Chance. Buffy und Angel versperrten ihr den Weg zur Tür und damit den Weg in ihr Leben. Willow stand mit dem Rücken zum Fenster, dass mit den schweren Vorhängen verhangen hatte. Körperlich hatte sie nicht mal den Hauch einer Chance gegen die beiden. Aber sie war nicht dumm. Sie drehte sich schnell zum Fenster und riss die Vorhänge zur Seite. Helles Sonnenlicht strömte in das Zimmer, auch auf die Tür. Angel und Buffy wichen schreiend zur Seite. Das war Willows Chance. Sie lief so schnell sie konnte zur Tür und rannte nach draußen.
Sie hatte es geschafft, für's erste. So lange es Tag war, konnten Buffy und Angel nichts unternehmen, aber sobald die Sonne untergehen würde, würden die beiden zuschlagen. Sie rannte zu dem Transporter und sprang hinein. "Los, zu Giles!" Willow war ganz außer Atem. "Was ist passiert, ist Buffy nicht bei Angel?" Willow konnte kaum sprechen. Von ihrem ersten Schock erholt, erzählte sie Oz knapp, was gerade vorgefallen war. "Buffy und Angel sie... sie.. sind Vampire." Oz erstarrte. "Was? Bist du sicher?" "Glaub' mir, ich bin mir sicher." Oz fuhr so schnell es ging zur Bibliothek. Willow erzählte ihm unterdessen, was passiert war. Der Weg zur Schule kam ihr endlos vor. Nach einer halben Ewigkeit erreichten sie schließlich die Schule. Beide sprangen aus dem Wagen und rannten Richtung Bibliothek.
"Giles!" Willow war völlig außer Atem. "Buffy sie..." "Sie ist ein Vampir." Oz brachte zur Sprache, was Willow vor wenigen Minuten schmerzlich erfahren musste. Giles sah erst Oz, dann Willow an. Er hoffte, dass beide jetzt in schallendes Gelächter ausbrechen würden, doch es passierte nichts. Er war geschockt, fiel rückwärts in einen Stuhl. "Oh mein Gott." Er wusste nicht, was er sagen sollte. "Wie konnte das passieren?" "Wie konnte was passieren?" Xander stürmte in die Bibliothek. Er sah seine Freunde an. Keiner von ihnen machte den Mund auf, Willow wich seinem Blick aus. "Würde mir bitte mal jemand erklären, warum ihr alle so ein mieses Gesicht macht?" Oz ergriff das Wort. "Buffy ist ein Vampir." "Ja, und ich bin der Weihnachtsmann!" Xander wollte ihm keinen Glauben schenken. Doch keiner lachte. Nicht das sie das sonst taten. Xanders Lächeln verschwand. "Oh nein." "Giles, wir müssen etwas unternehmen. Wenn die Sonne untergeht haben wir keine Chance mehr." Willow hatte Recht, es nützte ihnen nichts, wenn sie jetzt Trübsal bliesen. "Dieser Mistkerl! Ich habe ihn nie gemocht." Xander war außer sich. "Wir sollten uns lieber überlegen, was wir jetzt machen. Wenn Buffy ein Vampir ist, wird sie heute Nacht zuschlagen. Und mit Angel an ihrer Seite wird sie sehr grausam sein." Giles schlüpfte wieder in seine Wächterrolle. "Angel hat als erstes seine Familie und Freunde getötet." Oz' Kommentare waren zwar immer sehr kurz, aber meistens brachte er wichtige Aspekte auf den Punkt. "Oh mein Gott. Wir müssen sofort Buffys Mutter anrufen. Sie muss auf der Stelle die Stadt verlassen." Giles ergriff den Hörer und rief Joyce Summers an. Es dauerte nicht lange, bis sie den Hörer abnahm. Giles hatte Mühe, Joyce zu überzeugen, sofort aus Sunnydale zu fahren. Sie wollte nicht weggehen, ohne dass sie wusste, wo Buffy war. Letztendlich konnte er sie aber doch überreden. Joyce würde nach Los Angeles fahren. 'Ein Problem weniger,' dachte Giles. "Dann sind wir jetzt also ihre Zielscheibe." Oz' Worte klangen nüchterner als er sie meinte. "Was sollen wir denn jetzt tun?" Xander war ratlos. "Wir müssen sie stoppen." Giles wusste nicht, wie er das anstellen sollte. "Ich hab's!" Willow freute sich immer, wenn sie eine gute Idee hatte. "Der Fluch! Wir regenerieren ihn einfach wieder!" Willow war ein wenig stolz, dass sie diese Idee hatte und nicht Giles. "Dann ist Angel wieder Angel und Buffy ist immer noch nicht wieder Buffy. Macht dieser Satz Sinn?" Xander brachte das Problem auf den Punkt. "Natürlich!", Giles wunderte sich, dass ihm diese Idee nicht gekommen war," Xander, Oz, ihr besorgt alles für das Ritual, für die Rituale. Willow und ich bereiten inzwischen hier alles vor, wir müssen noch einige Kleinigkeiten an dem Spruch ändern, dann können wir auch Buffy mit dem Fluch belegen." Xander und Oz rannten sofort aus der Bibliothek, während Giles und Willow alles vorbereiteten. Willow war jetzt geübter, als sie es das letzte mal, als sie den Fluch wiederherstellte, war. Sie hoffte, dass sie das Ritual zweimal nacheinander durchführen konnte. Sie erinnerte sich an die ungeheure Kraft, die sie das letzte mal dabei erfahren hatte. Sie musste es einfach schaffen, wenn sie Buffy schon nicht ihr Menschenleben wiedergeben konnte, dann wollte sie ihr zumindest ein angenehmes, wenn es so was überhaupt gab, Vampirleben ermöglichen. Sie hatten nicht mehr viel Zeit, in spätestens einer Stunde würde die Sonne untergegangen sein.
Buffy lief aufgeregt durch die Dunkelheit, die in Angels Wohnung herrschte. Nur noch eine Stunde! Eine Stunde, bis sie endlich die Vorteile des Vampirlebens auskosten durfte. Sie war ungeduldig, fühlte sich wie in einem Käfig. Einem Käfig, dessen Gitter aus Sonnenstrahlen bestanden. "Beruhige dich!" Angel versuchte, Buffy ein wenig zu beruhigen. "Wir hätten sie nicht entkommen lassen dürfen!" "Was soll Willow schon ausrichten. Sie bräuchten eine Jägerin, und die haben sie nicht! Es wird ein wenig dauern, bis jemand deinen Platz eingenommen hat. Faith wird nichts gegen uns ausrichten, sie steht auf unserer Seite. Die Welt hatte zwei Jägerinnen und jetzt hat sie gar keine mehr, so ein Pech." Angel grinste. Endlich blieb Buffy stehen, sie drehte sich zu Angel und küsste ihn. So langsam gefiel ihr das Vampirleben.
In der Bibliothek liefen die Vorbereitungen unterdessen au Hochtouren. Oz und Xander waren nur kurz weg gewesen, Willow hatte sich in Giles' Büro zurückgezogen, um sich zu konzentrieren. Sie hatten nur eine Chance, sie musste es schaffen. Giles baute Kerzen auf und die Thesula Kugel, die ihre Seelen freigeben sollte. Jetzt war alles fertig. Willow trat aus Giles' Büro, wenn sie jetzt anfingen, würden sie es vielleicht noch schaffen, bis Buffy und Angel die Bibliothek erreichten. "Ich bin bereit!" Willow ging zu dem großen Eichentisch, auf dem alles bereit stand. Giles, Xander und Oz stellten sich um sie. Willow begann, den Text vorzulesen.
Unterdessen verschwand die Sonne hinterm Horizont und Buffy und Angel verließen Angels Haus. "Endlich!" Buffy war außer sich vor Freude. Es würde nicht mehr lange dauern, bis sie endlich von ihren alten Freunden trinken durfte. "Auf diesen Moment habe ich mich den ganzen Tag gefreut." "So ging es mir damals auch!" Auf den Straßen war es menschenleer. Die Bewohner von Sunnydale wussten, dass man sich nach Sonnenuntergang nicht mehr draußen aufhalten sollte. 'Umso besser', dachte Buffy, 'je weniger Leute hier draußen sind, umso schneller erreichen wir die Bibliothek.' Sie war sich sicher, dass sie ihre Freunde dort antreffen würde, die Bibliothek war sozusagen ihr Krisenzentrum.
Willow spürte wieder diese unbeschreibliche Kraft, sie redete in einer Sprache, deren Namen sie nicht einmal kannte. Dann schwieg sie, von Erschöpfung gezeichnet.
Angel blieb stehen. "Was?" Buffy war ungeduldig. Angel hatte sich an einen Baum gelehnt. Buffy sah ihm in die Augen. Und was sie sah, machte sie nervös und ärgerlich zugleich. In Angels Augen war ein helles Leuchten. Sie hatte dieses Leuchten schon einmal gesehen, und jetzt gefiel es ihr gar nicht. Sie wusste, was dieses Leuchten bedeutete. Angel hatte seine Seele zurückbekommen. "Verdammt! Willow und nichts ausrichten!" Buffy rannte los. Am liebsten hätte sie Angel noch einen Pflock ins Herz gerammt, aber dazu hatte sie keine Zeit mehr. Willow würde auch sie mit einem Fluch belegen, und dass wollte sie um jeden Preis verhindern. Sie musste sich beeilen. Angel hatte sich schnell wieder gefasst. Anders als beim letzten mal konnte er sich dieses mal genau an alles erinnern. Und seine Erinnerung gefiel ihm nicht. Er rannte sofort hinter Buffy her, er musste sie aufhalten, sonst würden zu viele Menschen sterben.
Für die zweite Durchführung des Rituals war alles bereit. Willow war erschöpft und Giles machte sich Sorgen um sie, aber sie hatten keine Zeit für eine Pause. Willow konzentrierte sich und begann von neuem.
Angel lief so schnell er konnte hinter Buffy her. Sie war nur wenige Meter vor ihm, aber er konnte sie nicht einholen, sie war zu schnell. Doch solange er mithalten konnte, hatte er immer noch eine Chance. Sie näherten sich dem Schulgebäude viel zu schnell. Angel konnte die Schule schon sehen, er hoffte, dass Willow das Ritual schnell beendete. Buffy rannte über das Schulgelände, Angel hinter ihr her.
Willow war in ihrem Element. Sie war so konzentriert, dass sie nicht merkte, wie Buffy durch die große Tür der Bibliothek stürmte. Buffy ergriff Giles von hinten und wollte ihm gerade in den Hals beißen, als Angel sie mit voller Wucht auf den Kopf schlug. Buffy sackte zusammen. In ihren Augen war ein unbeschreibliches Leuchten. Willow hatte das Ritual beendet, sie brach erschöpft zusammen. Aber Buffy hatte ihre Seele zurück. Oz lief sofort zu Willow, die schnell ihr Bewusstsein wiedererlangte. "Was ist passiert?"Buffy wusste im ersten Moment nicht, was geschehen war, dann erinnerte sie sich. Angel half ihr auf, schloss sie in seine Arme. "Ich bin... ein Vampir."Buffy war noch geschockter, als Willow es gewesen war. Buffy wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie vergrub ihren Kopf in Angels Jacke und weinte. Sie war fertig mit den Nerven. Ihr halbes Leben hatte sie damit verbracht, Vampire zu töten, jetzt war sie selbst einer. Wie sollte sie das ihrer Mutter erklären? Sie saß wahrscheinlich zu Hause und machte sich fürchterliche Sorgen. "Hey Buffy!" Willow wollte Buffy trösten. "Angel ist auch ein Vampir und er ist trotzdem unser Freund." Willow war einfach süß in ihrer Art. Buffy löste sich von Angel und umarmte Willow, die jetzt ebenfalls in Tränen ausbrach. Sie hatte sich immer gefragt, ob Vampire eigentlich weinten, jetzt wusste sie es. "Wie soll ich das meiner Mutter erklären?" Giles, der am liebsten zu weinen begonnen hätte, versuchte, Ruhe zu bewahren. "Sie ist in Los Angeles, wir hielten es für besser, sie aus der Stadt zu schicken." "Danke." Buffy verlor sich wieder in Angels Armen. "Ich kümmere mich um sie." "Danke, Angel. Buffy, mach dir keine Sorgen, wir bringen das wieder in Ordnung, irgendwie." Giles bemühte sich, Buffy zu beruhigen, aber er wusste, dass es keine Möglichkeit gab, Buffy wieder zum Menschen zu machen. Sie würde für immer ein Vampir bleiben. Er hoffte, dass es ihr mit Angels Hilfe leichter fallen würde. Angel drehte sich um, Buffy und er verließen die Bibliothek. Zurück blieben Willow, die sich in Oz' Armen ausweinte, Xander, der nicht wusste, was er tun sollte, und Giles, der sich hinsetzen musste, um nicht bewusstlos zu werden. Alle mussten die Geschehnisse dieses Tages erst mal verdauen, das brauchte Zeit.
Eine Woche später
Buffy und Angel gingen durch den Weatherly Park. Angel hatte Buffy geholfen, ihr Schicksal zu akzeptieren. Sie hatte in ihrer kurzen Zeit als bösartiger Vampir niemanden getötet oder verletzt. Angel dagegen machte sich große Vorwürfe. Er hätte die Folgen ihrer gemeinsamen Nacht bedenken müssen, dann wäre das alles nicht passiert. Buffy wusste, dass Angel so dachte, aber sie gab ihm keine Schuld. Sie hätte in dieser einen Nacht aufpassen müssen, dann wäre es nicht soweit gekommen. Aber jetzt konnten sie es nicht mehr ändern. Die Zeit ließ sich nicht zurückdrehen. Sie hatte in der letzten Woche viel mit ihren Freunden gesprochen, sie konnte auf sie zählen, dass sie jetzt ein Vampir war, störte die anderen nicht. Sie fragte sich noch immer, wie ihre Mutter reagieren würde. Sie hatte sie gleich angerufen, aber sie brachte es nicht über's Herz, ihr die Wahrheit zu sagen. Statt dessen hatte sie ihr geraten, noch ein paar Tage in Los Angeles zu bleiben. Bis sie wiederkommen würde, würde Buffy eine Möglichkeit gefunden haben, ihrer Mutter von den Geschehnissen der letzten Tage zu erzählen.
Buffy wusste nicht, ob eine neue Jägerin geschickt werden würde. Eigentlich war jetzt der Fehler, der dem Rat damals unterlaufen war, als sie Buffy für tot hielten und Kendra geschickt wurde, behoben. Aber Faith hatte sich auch von dem Rat abgewandt, vielleicht würde man für sie eine neue Jägerin schicken. Bis dahin würde sie weiter ihre Patrouillen machen. Sie und Angel bildeten jetzt wirklich das perfekte Vampirpaar und sie würden alles daran setzten, die anderen Vampire der Stadt zu vernichten.
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