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Damals und heute

© by Natascha/Norynia ()

 

Disclaimer: Nix mir, und wenn, täten mir die Jungs furchtbar leid!
Kommentar: Ich weiß selbst nicht, was mich hier geritten hat ^_^;
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)

 

Hast du Angst vor dem Tod?

Ja, ich weiß. Eine seltsame Frage für dich, aber sag mir, hast du Angst davor? Sei ehrlich. Oder hast du dir noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht?

 

Es gab mal eine Zeit... mein Gott, das hört sich an, als wäre es schon so lang her... naja, irgendwie ist es das ja auch, zumindest kommt es mir so vor. Was ich damit sagen will: Ich war auch mal so. So unbeschwert. Ich lebte in den Tag hinein, machte mir nicht viele Gedanken über das, was morgen wohl kommen würde. Ich war einfach nur glücklich. Zufrieden mit meinem Leben, so, wie es war. Doch alles ändert sich, und erst, wenn es passiert, wird uns klar, wie vergänglich Glück doch sein kann. Zu spät, wenn alles um uns herum zusammen bricht und alles, an dem man Halt hatte, verschwindet. Das war die Zeit, in der mir der Tod näher war als jemals zuvor, und nie wieder wurde er für mich erneut so gegenwärtig wie in dem Moment, in dem ich abdrückte. Ich spürte nur noch Verzweiflung, keinen Hass, oder Wut. Ich wusste nicht, was ich sonst tun sollte, wusste nur, ich musste etwas tun, irgend etwas. Wer hätte schon ahnen können, dass ich ihn erschieße? Ich habe es erst bemerkt, als er zu Boden sank und das Blut sich in einer breiten Lache am Boden ausbreitete. Und auch erst dann habe ich das kalte Metall der Pistole wirklich wahrgenommen, die in meinen zitternden Händen lag. Und ich habe sie losgelassen. Langsam. So langsam wie ich realisierte, was ich da gerade getan hatte. Und ich habe mir gewünscht, tot zu sein. Yuki zu folgen. Ich fühlte mich schuldig. Für all das, was passiert ist. Ich fühlte mich... schlecht. Und das tat ich lange Zeit danach immer noch. Ich war ein Mörder, und egal, was man tut, egal, wie man weiterlebt: Ein Mörder bleibt ein Mörder. Ich hatte einem Leben ein Ende gesetzt, über das ich keine Macht hatte, das mir nicht gehörte. Das machte mich zu einem Verbrecher, und der werde ich auch für immer bleiben.

Dennoch. Ich habe es verdrängt, mich zurückgezogen und für mich allein gelebt. Als ich durch meine Hand den wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren hatte, lernte ich, dass ich niemanden brauchte, um glücklich zu sein... nein, das stimmt nicht so ganz. Ich hatte kein Recht mehr dazu, glücklich zu sein. Ich führte ein stilles, einsames Leben, und schon nach kurzer Zeit, war es normal. Konnte ich es mir anders schon gar nicht mehr vorstellen.

 

Und dann... ja dann kamst du. Von dem einen Moment auf den nächsten. Und ich habe dich gehasst. Doch, wirklich. Im ersten Moment hast du mich nicht interessiert, und dann, als du begannst, dich mir aufzudrängen, da habe ich dich verflucht und ans andere Ende der Welt gewünscht. Doch dann geschah etwas, dass ich nicht für möglich gehalten hätte: Obwohl du mich bis zur Weißglut getrieben hast und eine unglaubliche Nervensäge warst, habe ich eine gewisse Sympathie für dich entwickelt. Ich kann mir selbst nicht erklären warum. Aber aus dem Hass ist eine Hassliebe geworden, und ich musste irgendwann akzeptieren, dass ich weder mit noch ohne dich wirklich klarkomme. Glaube mir, diese Erkenntnis traf mich hart. Viel zu hart. Und ich erinnerte mich durch dich an den Tod. An den Moment, an dem er seine kalte Hand auf meiner Schulter bettete und mich auslachte. Und zum zweiten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, er würde wieder zupacken und mich diesmal mit sich ziehen. Und so bin ich gegangen. Nach New York. Habe dich zurück gelassen, um mir alles wieder vor Augen zu führen, damit ich mit meiner vollen Erinnerung zu Grunde gehen konnte, denn wenn ich ehrlich bin, hätte ich nicht gedacht, dass ich je wieder davor fliehen könnte. War es so erschreckend, es nach all den Jahren wieder so deutlich zu spüren. Die Angst, die Verzweiflung, die Trauer. Und ich wollte sterben. Mich einfach nur hinsetzen und nie wieder aufstehen. Einschlafen und nie wieder aufwachen. Doch das Schicksal, an das ich nie so recht glauben wollte, ließ mich nicht. Hat es mir doch einen Engel geschickt, der mir seine Hand reichte... oder was auch immer... und mich wieder zurück ins Leben zog. Egal was war, ist und noch kommen mag. Ich werde nie vergessen können, was damals passiert ist, doch dank dir kann ich mir manchmal verzeihen. Wer hätte gedacht, dass ich dazu jemanden wie dich brauchen würde? Oder besser: Wer hätte gedacht, dass es wieder Tage in meinem Leben geben würde, an denen ich lachen kann?

 

Arigato, koi...

 

...Ai shiteru...

 
Ende

 
Du bist der 1871. Leser dieser Geschichte.