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Serie
Vollmond
Sonnenstaub
Mittagshitze

 

Vollmond

© by Natascha/Norynia ()

 

Disclaimer: Tja, gute Frage, wem gehört was? Ich denke, es reicht, wenn ich hier sage, dass nichts mir gehört *bg* Dennoch: Archivierung nur mit Erlaubnis des Autors. Me, myself and I!
Anmerkungen: Diese Fic ist Julia gewidmet! Vielen Dank für alles!
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)

 

Mein Herz macht Luftsprünge, hämmert wild gegen meine bebende Brust. Angst lähmt mich, Angst, das hier könnte nur ein Traum sein, entsprungen aus meinem Wunsch, dich hier zu sehen. Jetzt, mitten in der Nacht, in meinem Zimmer. Das silberne Mondlicht fällt durch das geöffnete Fenster. Lichtspiele auf deinem braunen Haar reflektierend. Leichter Wind weht herein, kühlt meine glühenden Wangen, spielt frech mit deinen langen Haarsträhnen und weht sie dir ins Gesicht. Deine grünen Augen glänzen, scheinen fast zu strahlen. Wie kostbare Smaragde, unglaublich wertvoll und nur auf mich gerichtet. Was soll ich tun? Ich weiß es nicht. Ich kann mich ja nicht bewegen. Kann nicht glauben, dass du wirklich hier bist, hier bei mir, nur bei mir. Du lächelst mich an, beruhigend, freundlich, warm. Ich liebe dieses Lächeln, kann wohl nie genug davon bekommen. Und hier muss ich es nicht teilen, hier, allein mit dir in meinem Zimmer. Du lächelst nur für mich. Oh bitte, hör nie wieder auf damit! Hör nie wieder auf, mich anzusehen!

Du kommst näher. Schritt für Schritt. Das Blut pocht wild gegen meine Schläfen. Ich kann es hören, es ist laut, fast so laut, wie mein Herzschlag, der bei jedem deiner Schritt schneller wird. Ich habe das Gefühl, als würde das Blut in meinen Adern anfangen zu kochen. Wärme flutet mich. Ich glühe, ich verbrenne. Zergehe vor Sehnsucht, die dein Anblick in mir entfacht. Die Wand, an der ich lehne, die zuvor noch so kalt wirkte, scheint auch an Temperatur zuzunehmen. Meine Körperwärme heizt das Zimmer. Ich schwitze. Mein Atem wird schneller. Ich habe das Gefühl, als würde mein Herz gleich zerspringen und eine Explosion in mir entfachen, die uns zusammen in eine glückselige Ewigkeit reißt. Ich träume, ich muss träumen. Doch nie schien mir ein Traum so real wie in diesem Moment. Ich möchte, dass er nie vergeht. Ich wünschte, ich könnte die Zeit anhalten und mein restliches Dasein in diesem Moment fristen. Nie wieder etwas anderes tun.

Ich spüre deinen warmen Atem in meinem Gesicht. Der schwere Geruch von Rauch legt sich um meine Wangen, verfängt sich in den Strähnen, die mein Gesicht umrunden. Ich liebe diesen Geruch, aber auch nur an dir. Er ist ein Teil von dem, was dich ausmacht, und mein Herz nährt sich von all dem, was es von dir erhaschen kann. Deine Augen sind jetzt halb geschlossen. Das Lächeln verschwunden, dein Mund leicht geöffnet. Oh, es tut weh, wie mein Herz gegen meine blasse Brust hämmert. Liebesschmerz, Sehnsucht, Verlangen. Solch berauschende Gefühle in meinem Körper, nur von deiner Nähe, die ich mir so ersehnte, verlangen nach deiner Gegenwart. Du schließt deine Augen, kurz vor meinem Gesicht, kommst noch näher. Ich träume, ich weiß es! Nur ein Traum kann so wunderschön wie der Augenblick sein, in dem ich deine weichen Lippen auf den meinen spüre. Die Spitze deiner Zunge gleitet sanft die glühenden Konturen entlang, und ich öffne meinen Mund wie in Trance. Und ich schließe meine Augen. Gebe mich deinen Händen hin, die sich um meine Hüften legen und sanft an dich ziehen. Lasse mich von deiner neckenden Zunge verwöhnen, die meine Geschmacksnerven anregt und Blitze durch meine Nervenbahnen jagt. Meine Knie werden weich, ich drohe, in diesem Augenblick zu versinken, doch deine Hände halten mich, dein Körper presst sich an meinen, lässt das Zittern sterben und die Muskeln sich wieder entspannen. Ich lasse mich fallen in diesen Berührungen, weiß, du fängst mich auf. In meinem Kopf beginnt sich alles drehen und lässt Schmetterlinge in meinem Bauch tanzen. Ich fühle mich wie sie, wie diese wunderschönen, kleinen Geschöpfe. Schwerelos, leicht, geliebt. Ich möchte abheben, mit dir. Mich für immer in deinen Armen wissen, mich von dir wärmen lassen, den Duft deiner Haut einatmen und dich schmecken. Ich möchte dein sein, ein Teil von dir sein. Von dir, diesem wunderbaren Menschen, der mir das Gefühl gibt, etwas besonderes zu sein. Für dich etwas besonderes zu sein. In meinem Traum meinen größten Wunsch erfüllt und Glückseligkeit in mir aufsteigen lässt.

Deine Zunge windet sich um meine, streichelt meinen Gaumen entlang. Oh, wie soll ich das nur überstehen, ohne vor Glück zu sterben? Wie soll ich den Morgen überstehen, wenn ich aufwache und mit aller Kraft spüre, dass es wirklich nur ein Traum war? Wenn ich wieder allein bin und mich nach deiner Gegenwart sehne, diese aber so niemals empfangen werde. Ich möchte sterben. Hier. Jetzt. Sofort. In deinen Armen. Der schönste Tod überhaupt, so perfekt, so vollkommen. In dir versinken und nie wieder herauskommen. Ich wünsche es mir so sehr, kannst du mir diesen Wunsch nicht auch erfüllen? Den Wunsch, für immer bei dir zu sein.

Ich verliere den Halt. Meine Füße heben ab, dein Griff wird fester. Du trägst mich zum Bett, ohne dass ich reagieren kann, reagieren will. Ich will dich, nur dich. Schon immer, für immer. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ich war mit dir, ich bin mit dir, ich will für immer mit dir sein. Mein Koi, für immer zusammen, bitte, ich wünsche es mir doch so. Deine Berührungen sind so leicht, fast wie eine Feder. Es kitzelt, es glüht, ich will mehr! Viel mehr, ich will alles. Solange es noch geht, solange es noch nicht hell draußen wird und dem Zauber dieser silbernen Vollmond nacht ein Ende setzt, ihn mit grellen Sonnenstrahlen zerstört. Noch nie habe ich den Tag so sehr gehasst wie in den Momenten, in denen du nachts bei mir warst. Kann es nicht immer nacht sein? Immer Vollmond? Kannst du mich nicht immer streicheln, küssen, so unglaublich zärtlich zu mir sein? Vielleicht wirke ich optisch noch wie ein Kind, aber kann ein Kind solch ein Verlangen nach körperliche Nähe spüren? Auch Kinder wollen geliebt werden, aber wollen sie das so wie ich von dir? Du öffnest deine Augen, ich kann es spüren, wenn dein Gesicht meine Wangen entlang streicht. Das seichte Auf und Ab der langen Wimpern, die meine Haut streifen. Eine Träne entflieht meinem Auge, hinterlässt eine glühenden Bahn mein Gesicht entlang. Deine Lippen, so warm, so weich. Sie küssen die Träne weg und treiben das Feuer voran, das durch meine Adern fließt. Ich verbrenne, ich verbrenne! Ich verbrenne vor Lust und Verlangen. Mein Körper zergeht unter deinen Händen wie Butter, die man über das Feuer hält. Was für ein Tod. So schön, so einladend. Bitte lass mich sterben, bevor das hier endet. Ich möchte nie wieder aufwachen. Bitte. Höre mein Flehen, stille meine Sehnsucht, bevor sie mich tötet. Sie wird kalt sein. Sie wird grausam sein. Doch dein Erfüllen ist das nicht. Dein Erfüllen ist alles, was ich will und niemals gehofft habe, zu bekommen. Deine Fingerspitzen beginnen, zwischen meinen Beinen zu tanzen. Schicken Energiestöße durch meinen willigen Leib. Meine Augen öffnen sich, erhaschen einen Blick auf meine kleine Funkuhr. Sie ist stehen geblieben, tatsächlich. Mein Flehen wurde erhört. Oh süßer, lustvoller Schmerz. Halte mich ewig in deinem Besitz und gib mich nie wieder frei. Ich ertrage es nicht länger, ohne dich zu sein. Dein Tanz wird schneller, wie mein Atem, wie das Flattern der Schmetterlinge in meinem Bauch. Ich stöhne, ich will mehr. Deine Lippen, so süß, ich lecke nach ihnen, nehme sie in Besitz, wie du es zuvor mit meinen tatest. Ein Geben und Nehmen. Ich werde dir alles geben! Ich gebe mich. Nimm mich, bitte. Nimm alles, was du von mir willst, nimm alles, was mich ausmacht. Nimm meine Liebe und verschließe sie in deinem Herzen, lass sie nie wieder raus! Sie kann ohne dich nicht sein, ist wertlos ohne dich, ist nur mit dir etwas besonderes, das sie sich wünscht zu sein.

Meine Finger flechten sich in dein weiches, gewelltes Haar. Die Strähnen gleiten durch die dünnen Glieder, entwischen ihnen ständig. Necken sie, fordern sie auf, weiter zu machen. So wie deine Zunge, die sich mir lustvoll entgegenstreckt und sich dann zurückzieht, um mich zu locken. Ich folge ihr, du wusstest, ich würde es tun. Ich folge dir überall hin. Meine Hände gleiten über deinen Rücken. Die Muskeln, die sich anspannen, mir die Stärke deines wunderschönen Körpers bewusst machen. Stark. Ich fühle mich geborgen, so unendlich sicher, so beschützt und unnahbar. Ich kralle mich fest, drücke dich fest an meinen verlangenden Körper. Ich halte mich fest. An dir, an dem Mann, den ich liebe, der mich ausmacht, dessen Traum auch ich sein möchte.

Es pocht. Alles. Alles in meinem Körper. Ich hebe mein Becken an, strecke mich deiner Hand weiter entgegen. Lasse sie massieren, sie streicheln, sie umschließen. Es ist so heiß. Ich schwitze und atme tief ein. Du schwitzt auch. Ich kann es fühlen, ich kann es riechen, und wenn ich meine Augen einen Spalt breit öffne, dann kann ich es auch sehen. Ich nehme eine Hand von deinem Rücken und lasse die nassen Fingerspitzen über meine Lippen gleiten. Lecke sie ab und stöhne erneut. Es schmeckt so gut, es schmeckt nach dir. Deine Hand wird schneller, schießt mich zu den Sternen, hält mich gefangen. Oh, Koi. Oh... ich kann nicht mehr, diese Hitze wird unerträglich, die Lust schmerzt, aber ich möchte nicht, dass es aufhört, möchte dieses Gefühl als ständigen Begleiter wissen und nie mehr hergeben. Ich kann deinen Atem wieder fühlen. Wie er über meine geschlossenen Lieder streicht, in meinen geöffneten Mund eindringt und sich mit meinem Atem vermischt. Ich hebe den Kopf und küsse dich, und in dem Moment, in dem sich die Spitzen unserer Zungen erneut berühren, explodiert die Hitze in meinem Unterleib. Dreht sich alles schneller, schlagen die kleinen Schmetterlinge aufgeregt mit ihren bunten Flügeln. Ich schreie vor Glück und Spannung. Schreie in unserem Kuss und jage dieses Geräusch durch deinen Körper. Behalte ihn, diesen Schrei. Behalte ihn in guter Erinnerung und lass ihn nie wieder fort. Er ist nun ein Teil von dir, einen Teil, den ich geben konnte und dir vermachte. Vergiss ihn nie, diesen Schrei. Den Schrei meiner Lust, die nur dir gewidmet ist. Behalte auch meine Wärme. Lass sie in dich übergehen und dich beschützen, wenn Kälte versucht, dich zu schinden. Behalte auch meine Liebe. Die Liebe die nur für dich lebt und ohne dich zugrunde geht. Behalte mich. Mein Leben, das ohne dich sinnlos ist. Behalte diese eine Nacht und lass sie niemals verstreichen. Lasse diesen Moment zur Ewigkeit werden und mich einen Teil von dir. Lass mich in deinen Armen sterben und mache diesen Traum zur Wirklichkeit. Diese Begegnung zum Sinn meines Lebens. Zum Sinn deines Lebens. Mache aus diesem Traum unser Leben, das niemals begann und niemals enden kann.

 
Ende

 
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